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Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

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  • Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

    von schwerstkranken (promoribunden) Patienten sehr wichtig ist.

    Als meine Mutter Krebs bekam verstand ich nicht warum der Arzt sagte, dass wir die Last auf mehrere Schultern verteilen müssen. Jetzt, da meine Mutter ein 100% Pflegefall ist und trotz Opiaten ständig Schmerzen hat wurde mir klar was er damit meinte. Eine Person ist mit so einer Pflege völlig überfordert.
    Ich konnte zwischenzeitlich alles so organisieren, dass die Pflege kein so grosses Problem mehr ist. Was immer schlimmer wird, ist der Todeswunsch meiner Mutter. Sie hat ständig Schmerzen und will eigentlich nur noch "gehen" !

    Der Arzt kontrolliert die Opiate sehr genau und verschreibt gerade so an der Grenze. Jetzt überlege ich ob ich den Arzt wechseln soll, denn er ist kein Spezialist für palliative Medizin.
    Die Frage einer aktiven Sterbehilfe habe ich mir schon öfters gestellt., aber es ist nicht mehr möglich meine Mutter in die Schweiz zu bringen. Hier in Deutschland, scheint es kaum legale Hilfe zu geben.
    Ich hoffen nun, dass auf dem stattfindenden Medizinerkongress ein praxisorientierter Umgang mit diesem Thema möglich ist und entsprechende Richtlinien entstehen.
    Es ist mein Mutter und es macht mir auch nichts aus sie zu pflegen. Aber dass sie unter Schmerzen dahinsiecht, den sicheren Tod vor Augen, tut mir in der Seele weh.
    Ich bin nicht der Meinung, dass Ärzte ihre Patienten einfach abspritzen sollen, aber zunächst an Operationen und unsinnigen Therapien ein Vermögen zu verdienen und dann die Angehörigen mit den Todkranken allein zu lassen, kann auch nicht mit einem hohen medizinischen Ethos vereinbart werden !

    lg


    Beim dem verwendeten Pseudonym Gustloff handelt es sich nicht um meinen tatsächlichen Namen. Ich möchte nur an die Tragödie erinnern, die sich damit verbindet.

    Zuletzt geändert von Maria Gustloff; 17.02.2011, 22:02.

  • #2
    AW: Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

    Interessant dass Du mal das Thema Gustloff am Rande mit anprichst. Man hört immer nur von der Titanic, dabei sind mit der Gustlof 10 x mehr Menschen unter gegangen.

    Es gibt in Deutschland Organisationen die Reisen ohne Wiederkehr in die Schweiz vermitteln. Aber wer nicht mehr transportfähig ist, der kann da nicht mehr hingefahren werden. Das zeigt eigentlich schon recht deutlich, wie wenig Rechte wir für den eigenen Körper haben.

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    • #3
      AW: Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

      Eine kleine Anmerkung zum Thema Freitod bei infauster Prognose: es ist kein Zeichen hoher moralischer Wertigkeit einen Menschen langsam vorsich hin siechen zu lassen, der den sicheren Tod vor Augen hat !

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      • #4
        AW: Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

        Hallo Maria,

        ich finde es nicht in Ordnung, dass der Arzt zu wenig Schmerzmittel gibt. Einer Sterbenden zuzumuten, permanente Schmerzen zu erleiden ist schon.....(ich möchte hier nicht solche Worte benutzen).
        Wechsele den Arzt, denn der, den Du hast, denkt möglicherweise an sein Budjet.

        Vielleicht hängt das Sterben wollen Deiner Mutter auch nur damit zusammen, dass sie soviele Schmerzen hat?
        Ich würde aktive Sterbehilfe nicht betreiben. Ich finde wirklich, das die betroffenen Personen selber "vorsorgen" sollten. Beispielsweise eine tödlich Dosis Schlaftabletten sammeln und es dann selber tun, wenn die zeit gekommen ist.
        Mein Großvater hat auch immer den Wunsch geäußert, dass er sterben wolle. Keiner hat das für ihn getan, einfach weil es rechtlich verboten ist. (Allerdings hatte er keine Schmerzen). Wenn er gefragt wurde, ob er denn wolle, dass eines seiner Kinder in das Gefängnis gehen solle, weil es ihm geholfen habe, zu sterben; wollte er das natürlich nicht.

        Also, im jetzigen Stadium kannst Du Dich dafür einsetzen, dass sie keine Schmerzen mehr erleiden muss. Alles andere ist nicht mehr möglich.

        Ich wünsche Dir ganz viel Kraft
        Ibag

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        • #5
          AW: Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

          Ich beschäftige mich auch mit dem Thema weil ich sehe wie viele meiner Bekannten und Freunde leiden müssen. Ich selbst bin schwerstbehindert, habe aber relativ wenig Schmerzen. (Ibuprofen, manchmal Tramadol)
          Warum geht das in der Schweiz, die sind ja nun weiß Gott, sehr konservativ. Bei uns gibt es Hospize, aber warum soll ich dort monatelang rum liegen wie Gemüse. Im Alter degeneriert man nun mal. Das ist nicht so wie bei einem jungen Menschen wo Hoffnung auf Genesung besteht. Wer 80 ist und drei verschiedene Sorten von Krebs hat, dem sollte erlaubt werden sich in Würde zu verabschieden. Wer religös ist, der kann ja leiden, das Recht auf Schmerzen will ihm keiner wegnehmen. Aber warum sollen andere, die diese Dogmen anzweifeln, ebenfalls leiden ?

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          • #6
            AW: Sterbehilfe, ein Thema das für Angehörige

            ... das Gemüse ...

            Du darfst nicht vergessen, dass mit "dem Gemüse" ein großer Wirtschaftszweig ordentliche Profite erwirtschaftet. Tote bringen nichts mehr ein, Pflegestufe III ist am gewinnbringendsten. Wenn die Gewinnabschöpfung (Gewinne werden an der Basis = Pflegekräfte etc. generiert) zurückerfolgt wird bis zum letzten Segment, zum Betreiber eines Pflegeheims, kann einem das K..... kommen.

            Ich glaube, dass sich unsere Gesetze in naher Zukunft nicht ändern werden. Jedenfalls nicht solange diejenigen, die die Gesetze verabschieden, nur als verlängerter Arm der Profitgeier dienen. Der Mensch muss bis zum letzten Atemzug aushalten und bezahlen.

            Scheiss Spiel ist das.

            Anna

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