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Asozialie, Shizoidie, Depressionen

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  • Asozialie, Shizoidie, Depressionen

    Hallo Zusammen,

    ich bin während meiner Schulzeit durch Klassenkameraden, Lehrern und Familienangehörige gemobbt worden, irgendwann mit 32 stellte ich mir dann die Frage warum ich mich nicht "normal" fühle und ließ ein psychologisches Gutachten erstellen welches mir nachwies das ich Shizoid, Asozial und Depressiv bin.
    Eine mangelnde Impulskontrollstörung wurde mir von meinem Vater vererbt welche in der Kindheit oft dazu führte das ich meine Wut nicht Kontrollieren konnte...was man sich vorstellen kann sehr oft vor kam...

    Die Shizoidie, Asozialie und Depressionen wurden damals noch verstärkt durch eine traumatische Beziehung, bislang konnte ich keine der 3 Störungen beheben und weiß auch nicht wie ich das angehen lassen kann.

    Asozialie und Shizoidie sind beides Störungen welche sich auf das menschliche Miteinander auswirken und für mich selbst zu den langzeitfolgen durch Mobbing gehören können.
    Nichts wird mehr durch Mobbing zerstört als das Vertrauen in die Mitmenschen die einen Umgeben...

    Lieben Gruß

  • #2
    AW: Asozialie, Shizoidie, Depressionen

    Hallo Michels alias Marvin,

    So wie ich sehe hast Du zwei Posts geschrieben von dem ich hier gerne aus dem anderen Post kurz zitiere

    "Ich habe schon mal versucht mich in psychologische Hilfe zu begeben, das ist aber leider nicht so einfach, vor allem wenn es Psychologen gibt die einem anbieten ein mal in der Woche für 20 Minuten sehen zu können...ich glaube ich brauche mehr Zeit..."

    Wie es sich nach Deinen Schilderungen darstellt zieht sich die Ausgrenzung und Herabwürdigung durch Dein ganzes bisheriges Leben. Von Klein auf warst Du, mutmasslich, nie wirklich ein bedingungslos geliebtes Kind, ein geliebter Mensch.
    Damit, auf Dich allein zurück geworfen, hast Du nie das so lebenswichtige Urvertrauen in die Welt entwickeln können.

    Darunter litt auch zwangsläufig Deine angemessene Sozialisation, da der Dauerfrust und nicht zuletzt tiefe Angst vor der Welt und den Mitmenschen Dich, ich vermute hier, nie wirklich gute und stabile Beziehungen knüpfen liess.
    Dieses tiefe Ur-Misstrauen hast Du quasi mit der Muttermilch aufgesogen, was wohl als Ursache für die irgendwann manifest gewordene Schizoide Über-Präferenz (Nach Fritz Riemann die Angst vor der Hingabe) betrachtet werden darf.

    Allerdings so wie Du schreibst und wie Du Dich ausdrückst verfügst Du aus meiner Sicht doch/noch über ein sehr zartes verletzliches Wesen, das ungebrochen, trotz aller Widrigkeiten, weiter nach der Liebe sucht.
    Ich sehe Dich daher nicht so dunkel oder als hoffnungslosen Fall, wie Du Dich selbst als psychisches Wrack bezeichnest.
    Vielmehr sehe ich einen Menschen der sehnsüchtig nach bedingungsloser Liebe und Hilfe sucht die Dir immer versagt wurde.
    Wenn auch kaum zu hören so spricht die Hoffnung aus Dir diese doch noch irgendwann zu finden.

    Ich möchte an dieser Stelle auf die Asoziale Störung eingehen, deren Ursache wohl in Deiner "Impulsstörung" gesucht und zugrunde gelegt wurde.

    Ich bin der Ansicht, dass einem Kind, das wie ein Hund ausweglos in die Ecke gedrängt wird, irgendwann nur noch der frontale Angriff als einziger Ausweg bleibt. Diese "Impulsstörung" ich glaube nicht als Störung immanent ist, sondern die ganz normal zu erwartende Reaktion eines bis an den Rand verzweifelten Menschen ist der keinen anderen Ausweg mehr weiss, als das, was ihn zerstören will, zu zerstören. Anstatt dies eine Impulsstörung zu betiteln kann und muss ich dies vielmehr als den "Mut der Verzweiflung" anerkennen.
    Diese, wie Du es nennst, a-soziale Verhaltensstörung wurde Dir von den tatsächlich und sprichwörtlich a-sozialen Persönlichkeiten Deines Umfeldes ja regelrecht antrainiert, so dass Du irgendwann nicht mehr differenzieren konntest und wolltest, was eher harmlos und was echte Bedrohung ist. So zumindest meine Vermutung, meiner Sicht auf die Mechanismen, die sich mit der Deiner Erkenntnis im Schlusssatz oben im Post deckt.

    Damit, mit dieser Erkenntnis hast Du aber selbst schon den Grundstein gelegt, selbst erkannt was Du eigentlich am dringendsten brauchst.

    Konkret: Menschen, die Dich lieben! Bedingungslos! Weil sie Dich so lieben und annehmen, so wie Du nun mal bist! Weil sie in Dir nicht nur das "Schlechte" sondern insbesondere auch das "Gute" sehen, das in allen Menschen, so auch in Dir schlummert!

    Es erschüttert mich immer wieder zutiefst aufs Neue Geschichten wie die Deine lesen zu müssen. Menschen, die verzweifelt sind und sich völlig gebrochen fühlen.
    Verzweifelte Menschen welche darauf hoffen, dass ihnen irgend jemand, ein guter Mensch, doch die Hand reichen möge, um ihnen aus ihrer Niedergeschlagenheit (Depression) wieder auf die Beine zu helfen.

    Doch ich möchte Dir vielleicht auf diesem Wege fürs Erste einen Gedanken des Trostes mitgeben.

    Weder Du noch ich, wir beide sind nicht "normal" (normiert bzw. uniformiert) auf die Welt gekommen. Du und ich sind jeweils ein unverwechselbares andersartiges ICH!
    Denn "normal" zu sein wäre per definitionem: Die maximale Anpassung an Normen und Regeln an deren Genese wir keinerlei Anteil hatten!

    Bedeutet im Klartext, dass wir im Verlaufe unserer Menschwerdung normiert werden müssen, um normal zu sein. Stellt sich an dieser Stelle nicht die Frage wer sich eigentlich erdreistet diese «Normen» aufzustellen und wer sie legitimiert, sprich gegen unseren Willen, also letztendlich mit Gewalt, durchzusetzen in der Lage ist?

    Der Mensch ist immer genau so wie er ist! So soll er auch sein! Normalität ist das vollkommene Gegenteil dessen was die natürliche Evolution eigentlich vom Menschen verlangt!
    Die Norm ist statisch und bedeutet somit das Ende alles Lebendigen!

    Jeder Mensch, und ich betone dies ganz besonders, kommt mit einzigartigen Fähigkeiten auf diese Welt.
    Es wäre nun an der Umwelt, den Eltern, Erziehern und nicht zuletzt der gesamten Gesellschaft und Kultur diese einzigartigen Fähigkeiten zu erkennen, ihm zu ermöglichen diese stetig weiter zu entwickeln, sie zu verfeinern und so zur Meisterschaft zu verhelfen.
    Ganz einfach deshalb damit die Gesellschaft und mit ihr deren Kultur sich in diesem nie endenden evolutionären Prozess ständig weiter entwickelt. Nicht ein einziger Musiker wäre, ohne den Lernprozess bis hin zur virtuosen Beherrschung seines Instruments, in der Lage uns, allein oder in einer Band, mit seinen Klängen das Herz zu öffnen und zu erfreuen.

    Doch wir alle erleben exakt das Gegenteil dessen. Das was Du am eigenen Leib und Seele schmerzlich hast erfahren müssen, ist der abgrundtief hässliche und zerstörerische Charakter von erzwungener Normalität.
    Die Normierung des Menschen zu einem willenlosen und schwachen Wesen, ohne Selbstbewusstsein, ohne Selbstvertrauen und ohne Selbstwert, das man nach Belieben und zum Vorteil weniger manipulieren kann.

    Du hast versucht Dich diesem Prozess aus natürlichem Antrieb heraus zu widersetzen und hast den Lohn für dieses "Versagen", ohne auf Details eingehen zu müssen, in jeder nur erdenklichen Demütigung und Herabwürdigung erfahren.

    Doch Du bist noch immer zur Liebe fähig, ja Du sehnst Dich noch immer danach, ungeachtet wie viele Enttäuschungen Du schon erlebt hast.

    Die Fragen, die Du Dir zur Klärung selbst zur Standortbestimmung stellen könntest:

    - Liebst Du Dich selbst noch?
    - Kannst Du wirklich wahrhaft hassen? (Denn nur dann kannst Du auch wahrhaft lieben!)
    - Was hasst Du an Dir selbst, das in Deiner Eigenmacht steht, was nur Du ändern kannst? (Dann stell es einfach ab. Schritt für Schritt. Mach Dir in jeder Situation bewusst, insbesondere den kritischen, was Du tust und welche (negativen) Folgen es hat, bzw. nach sich zieht = Impulskonktrolle. Dazu genügt es statt sofort (im Affekt) zu reagieren nur einen kurzen Moment innezuhalten, nachzudenken und erst dann zu handeln ;-))
    - Was liebst Du an Dir? (Suche nach den Werten die Dir wirklich heilig unantastbar sind und Du findest zu Dir)
    - Was für ein Mensch möchtest Du sein, wie wünschst Du Dir das andere Dich wahrnehmen? (Ohne Dein Innerstes den heiligen Gral Deiner unveräusserlichen Werte zu verraten)
    - Was bedeutet für Dich das Wort Liebe? (Um Dir dabei einen Wegweiser zu liefern empfehle ich Dir von Herzen Erich Fromm: "Die Kunst des Liebens")
    - Was bedeutet für Dich Freiheit? (Auch hier empfehle ich Dir Erich Fromm: "Die Furcht vor der Freiheit")

    Viele Fragen ich weiss, schmerzhafte gewiss, deren Beantwortung Dir jedoch dazu verhelfen alsbald endlich zu dem Menschen zu werden der Du aus tiefstem Herzen schon immer sein wolltest.

    Ich habe es zu meiner Lebensaufgabe gemacht: "Liebe, um geliebt zu werden" in Abwandlung des christlichen Jesus-Gebotes: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" (Keine Angst: Ich bin nicht religiös im Sinne der vollkommen entleerten kirchlichen Institutionen)
    So habe ich gelernt auch das Gute in den Menschen zu entdecken, die meine Feinde sind.
    Denn von Ihnen konnte ich weitaus mehr über mich und mein Wesen erfahren und lernen als von all meinen Freunden.
    Von daher habe ich gelernt selbst meine ärgsten Feinde auf eine gewisse Art zu lieben und mich mit all dem was sie mir angetan haben zu versöhnen und ihnen zu verzeihen ;-)

    Dass was ich Dir hier antworte soll daher Ausdruck meiner tiefen bedingungslosen Nächstenliebe auch zu Dir sein.
    So hoffe ich inständig Dir einen Lichtstrahl der Hoffnung und der Zuversicht in Dein Dunkel gesendet zu haben.

    Mit meinem tief empfundenen Mitgefühl für Deinen Schmerz und den besten Wünschen verbleibe ich für's Erste

    Lieben Gruss zurück
    Compliance
    Zuletzt geändert von Compliance; 14.03.2021, 09:03.

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