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Hartnäckigkeit hilft (Mobbing passiert wirklich nicht aus Versehen)

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    Hm, mir geht es gerade recht seltsam. Ich habe nur noch wenige Tage dort zu arbeiten und das hat sich nun auch rumgesprochen. Und plötzlich merke ich, dass nach einem Jahr doch einiges besser ist als am Anfang. In dieser Firma sind ja nicht alle Leute Mobber. Genau genommen sind es vier Leute, die sich völlig weigern, mit mir zusammenzuarbeiten, und meine lieben Zimmerkollege, die in meiner Anwesenheit über mich ablästern. Vermutlich auch einige Leute aus anderen Abteilungen, denn erstens stellt mir ein Kollege, den ich öfter in der S-Bahn treffe, aufschlussreiche Fragen, und zweitens werde ich ja bei Firmenveranstaltungen auch gemieden. Niemand sitzt neben mich, kaum jemand spricht mit mir.
    Inzwischen habe ich aber doch ein halbes Dutzend Leute entdeckt, die bei diesem Mist nicht mitmachen und mit denen ich vernünftig reden und zusammenarbeiten kann. Die glauben mir, was ich erzähle, und stehen auf meiner Seite. Eigentlich könnte mir das genügen. Iber überlege nun ernsthaft, ob es genügt hätte.
    Es gibt einen anderen konkreten Grund, warum ich nicht bleiben kann. Während andere Firmen nur ein wenig schwindeln und schummeln, ü ben die so eiskalt und haarsträubend Betrug, dass mir ganz schlecht wird. Ich will mich an so etwas nicht beteiligen. Deshalb hat man mich ja auch degradiert und mir einige Aufgaben weggenommen. Und ein paar andere Probleme, beispielsweise die Beleidigungen durch meinen Chef und die Überwachung, der ich ausgesetzt bin, haben vermutlich damit zu tun, dass ich gegen den Betrug aufbegehrt habe. Sind also nicht persönlich gemeint.
    Wenn es nur darum ginge, absichtlich schlechte Arbeit zu leisten, könnte ich das für meinen schönen hohen Gehalt ja tun. Dienst nach Vorschrift, der Chef will es so und gut ist. Aber wie gesagt will ich mir nicht die Hände mit einem derart haarsträubenden Betrug schmutzig machen.

    Ich bin sicher, dass diese Situation genau darum nicht eskaliert ist, weil ich meine Meinung an den richtigen Stellen deutlich gesagt habe und ansonsten den Mund gehalten. Den ganzen Tag rumzunörgeln und alle vollzuheulen bringt ja nichts. Ich habe trotz widriger Arbeitsumstände gute Arbeit gemacht, so gut es unter diesen chaotischen Umständen eben ging. Ich habe Termine eingehalten, habe mich engagiert (auch in meiner Freizeit), war höflich und freundlich zu allen, die überhaupt mit mir gesprochen haben. Und ich werde jetzt auch ein schönes Zeugnis bekommen. Man lobt mich also weg, statt mich richtig fertig zu machen, was sie mit anderen nämlich getan haben!

    Leider muss man mit den Machtverhältnissen leben. Ich kann ja alleine keine Revolution anstacheln. Vielleicht hätten wir das gemeinsam hinbekommen, denn es gibt mehrere Leute, die aus ganz ähnlichen Gründen gegangen sind wie ich. Ich glaube aber nicht wirklich daran, die sind hier knallhart. Die Firma lebt von ihrem Betrug, anders könnte sie gar nicht überleben.

    Ich finde es auch schade, dass die Welt so funktioniert, aber sie tut es. Ich habe in früheren Fällen schon einen verlorenen Kampf geführt und dafür bezahlt, dass ich mich gegen Mobbing aufgelehnt habe. Mobbing passiert wirklich nicht aus Versehen, das wird absichtlich betrieben. Beispielsweise weil jemand Dreck am Stecken hat. Da brauchen nur ein paar wichtige, mächtige oder großmäulige, Angst einflößende Typen jemanden aufs Korn zu nehmen und schon macht ja die ganze meinungslose Meute mit.

    In diesem Sinne: Ohren steif halten, nie die Nerven verlieren, immer vorbildlich verhalten, damit sie euch nichts vorwerfen können. Und dann sucht euch den Platz, wo ihr wirklich hinpasst.

    Audrey
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