Bin total ratlos ... auf Mobbing wäre ich gar nicht gekommen – wenn ich nicht zufällig vor ein paar Tagen einen Artikel im Spiegel (online) gelesen hätte, der meine Situation genau beschreibt. Jetzt kann ich dem Drama endlich einen Namen geben. Bisher habe ich das immer nur als eine Sündenbock-Situation gesehen, aber es ist weit mehr.
Ich habe mir diverse Beiträge im Forum durchgelesen, aber ausser Kündigung scheint es wohl keinen Ausweg zu geben bei mobbing ???
Hier meine Fragen (vorab) ... meine Situation weiter unten (falls nicht jeder die Details lesen will).
· Macht es Sinn mit HR das Thema „mobbing“ anzusprechen, oder geht das eher nach hinten los? Muss ich damit rechnen, dass dann alles noch schlimmer wird?
· Habe in der Vergangenheit schon oft versucht mit dem Chef zu reden, er ist wie Beton. Völlig überfordert mit der Situation (und seinem Job).
· Ich habe angefangen die Mobbing-Situationen aufzuschreiben, aber was mache ich damit?
· Welche Art von ärztlicher Hilfe kann man sich holen? Hausarzt? Psychiater? Beratungsstellen? (ich wohne in der Schweiz).
· Krankheitstage hatte ich bisher noch keine, werde aber in Zukunft an den Tagen wo ich völlig fertig bin, weil ich nachts nicht schlafen kann, zu Hause bleiben (sofern das Geschäft es erlaubt. Habe Sorge, dass er mir meinen Bereich sonst auch noch wegnimmt und muss auch sehen, dass meine Kunden nicht leiden, das fällt sonst auf mich zurück).
· Was bringt ein Rechtsanwalt? (Habe keine Rechtsschutzversicherung)
· Bin mittlerweile so weit (war ein langer Prozess), dass ich nach meinem Urlaub ggf. kündigen würde, oder gibt es irgendwelche Erfahrungen, dass sich das auch wieder einrenken kann (im Moment kann ich mir das kaum vorstellen).
· Habe allerdings Sorge, dass ich dann nach der Kündigung zu Hause sitze und es mir nicht besser geht, weil die Verletzung der ungerechten Behandlung mich auffrisst und weil ich meinen Job ja eigentlich sehr gerne gemacht habe. War echt erfüllend.
· Über Ostern habe ich mal 2.5 Wochen Urlaub gebucht, aber das ist noch eine lange Durststrecke bis dahin und das Problem ist ja nicht weg wenn ich zurück komme.
Hier die Situation (so kurz es geht)
Habe (hatte!) einen tollen Job den ich mit grosser Passion mache und bin darin auch sehr erfolgreich. Die Bereiche die ich betreue (habe/hatte umfangreiche Verantwortung) laufen blendend und die Kunden sind happy, unsere Zahlen stimmen – es könnte eigentlich alles perfekt sein. Vor 1.5 Jahren kam ein neuer Chef (intern), der schon bekannt für Micromanagement war und natürlich auch gleich so losgelegt hat. Ich habe versucht ihn darauf hinzuweisen, dass das so nicht geht und, dass das Team unglücklich ist (er fühlte sich durch das feedback aber eher bedroht). 3 von 10 Leuten sind bereits gegangen, weitere 3 sind intensiv auf der Suche. Im Oktober 2012 gab es einen Krisenworkshop, bei dem etwa 100 Kärtchen (vom ganzen Team) auf dem Pin-Board waren, die erklärt haben warum und was nicht klappt. Das grösste Problem ist, dass er keinerlei Führungsqualitäten hat aber die Liste mit Problemen ist lang.
Ergebnis war, dass es kleinere Anpassungen gab und die Jobs klarer definiert wurden, ein paar Kollegen haben mehr Verantwortung bekommen. Mir hat er bei der Gelegenheit diverse Bereiche weggenommen. Begründung war, dass ich sie nicht gut gemacht hätte laut feedback der Kollegen (keiner der Kollegen hat solches Feedback bestätigt - im Gegenteil). Mein „neuer“ Job ist sehr gestutzt und ich war/bin natürlich sehr unglücklich, bin total unterfordert. Der Chef soll sich nun verstärkt auf die Mitarbeiterführung konzentrieren ... (genau das, was er halt gar nicht kann und es folgt auch eine Katastrophe nach der anderen). Offensichtlich hat er den Support vom Management drüber (aber der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf).
Ich habe mich zurückgezogen, meinen Job trotzdem gut gemacht (um ihm keine Angriffsfläche zu bieten) und gehofft, dass das Ganze noch mal angepackt wird nach der alljährlichen Job-Stress-Phase (immer Okt-Dez). Er wirft mir vor, dass ich nicht motiviert wäre. Haha, wie auch?
Nun stelle ich so nach für nach fest, dass nichts mehr angepackt wird, und statt dessen ich in e-mails nicht mehr einkopiert werde, bei meetings nicht mehr dabei bin, etc.
Habe eine Weile gebraucht um das zu kapieren (von den mails und meetings habe ich ja nur zufällig erfahren). Ich habe die Situation bei HR angesprochen, allerdings noch ohne das Wort „mobbing“ zu erwähnen. Die Anwort war, ich solle das nicht so negativ sehen, er meint das sicher nicht so, dass er mich nicht mehr einbezieht und ansonsten würde das sicher an mir liegen, weil ich nicht auf ihn zu gehe.
Meine Kollegen wollen sich in das Ganze nicht involvieren, weil sie Angst haben das nächste Opfer zu werden. Sie haben ihm aber zumindest gesagt, dass er Konflikte lösen muss, statt sie ewig mit zu schleifen.
Ich gehe mittlerweile auf dem Zahnfleisch, habe Schlafstörungen (wache jede Nacht um 4 Uhr auf mit geballten Fäusten), breche bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus.
Natürlich schaue ich mich intensiv nach einem neuen Job um, aber ich bin sehr spezialisiert und es gibt nicht so viel Bewegung im Jobmarkt im Moment.
Einen Betriebsrat haben wir leider nicht. Einen Ombudsmann im Konzern vielleicht, aber der ist ggf. weit weg.
Gina
Ich habe mir diverse Beiträge im Forum durchgelesen, aber ausser Kündigung scheint es wohl keinen Ausweg zu geben bei mobbing ???
Hier meine Fragen (vorab) ... meine Situation weiter unten (falls nicht jeder die Details lesen will).
· Macht es Sinn mit HR das Thema „mobbing“ anzusprechen, oder geht das eher nach hinten los? Muss ich damit rechnen, dass dann alles noch schlimmer wird?
· Habe in der Vergangenheit schon oft versucht mit dem Chef zu reden, er ist wie Beton. Völlig überfordert mit der Situation (und seinem Job).
· Ich habe angefangen die Mobbing-Situationen aufzuschreiben, aber was mache ich damit?
· Welche Art von ärztlicher Hilfe kann man sich holen? Hausarzt? Psychiater? Beratungsstellen? (ich wohne in der Schweiz).
· Krankheitstage hatte ich bisher noch keine, werde aber in Zukunft an den Tagen wo ich völlig fertig bin, weil ich nachts nicht schlafen kann, zu Hause bleiben (sofern das Geschäft es erlaubt. Habe Sorge, dass er mir meinen Bereich sonst auch noch wegnimmt und muss auch sehen, dass meine Kunden nicht leiden, das fällt sonst auf mich zurück).
· Was bringt ein Rechtsanwalt? (Habe keine Rechtsschutzversicherung)
· Bin mittlerweile so weit (war ein langer Prozess), dass ich nach meinem Urlaub ggf. kündigen würde, oder gibt es irgendwelche Erfahrungen, dass sich das auch wieder einrenken kann (im Moment kann ich mir das kaum vorstellen).
· Habe allerdings Sorge, dass ich dann nach der Kündigung zu Hause sitze und es mir nicht besser geht, weil die Verletzung der ungerechten Behandlung mich auffrisst und weil ich meinen Job ja eigentlich sehr gerne gemacht habe. War echt erfüllend.
· Über Ostern habe ich mal 2.5 Wochen Urlaub gebucht, aber das ist noch eine lange Durststrecke bis dahin und das Problem ist ja nicht weg wenn ich zurück komme.
Hier die Situation (so kurz es geht)
Habe (hatte!) einen tollen Job den ich mit grosser Passion mache und bin darin auch sehr erfolgreich. Die Bereiche die ich betreue (habe/hatte umfangreiche Verantwortung) laufen blendend und die Kunden sind happy, unsere Zahlen stimmen – es könnte eigentlich alles perfekt sein. Vor 1.5 Jahren kam ein neuer Chef (intern), der schon bekannt für Micromanagement war und natürlich auch gleich so losgelegt hat. Ich habe versucht ihn darauf hinzuweisen, dass das so nicht geht und, dass das Team unglücklich ist (er fühlte sich durch das feedback aber eher bedroht). 3 von 10 Leuten sind bereits gegangen, weitere 3 sind intensiv auf der Suche. Im Oktober 2012 gab es einen Krisenworkshop, bei dem etwa 100 Kärtchen (vom ganzen Team) auf dem Pin-Board waren, die erklärt haben warum und was nicht klappt. Das grösste Problem ist, dass er keinerlei Führungsqualitäten hat aber die Liste mit Problemen ist lang.
Ergebnis war, dass es kleinere Anpassungen gab und die Jobs klarer definiert wurden, ein paar Kollegen haben mehr Verantwortung bekommen. Mir hat er bei der Gelegenheit diverse Bereiche weggenommen. Begründung war, dass ich sie nicht gut gemacht hätte laut feedback der Kollegen (keiner der Kollegen hat solches Feedback bestätigt - im Gegenteil). Mein „neuer“ Job ist sehr gestutzt und ich war/bin natürlich sehr unglücklich, bin total unterfordert. Der Chef soll sich nun verstärkt auf die Mitarbeiterführung konzentrieren ... (genau das, was er halt gar nicht kann und es folgt auch eine Katastrophe nach der anderen). Offensichtlich hat er den Support vom Management drüber (aber der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf).
Ich habe mich zurückgezogen, meinen Job trotzdem gut gemacht (um ihm keine Angriffsfläche zu bieten) und gehofft, dass das Ganze noch mal angepackt wird nach der alljährlichen Job-Stress-Phase (immer Okt-Dez). Er wirft mir vor, dass ich nicht motiviert wäre. Haha, wie auch?
Nun stelle ich so nach für nach fest, dass nichts mehr angepackt wird, und statt dessen ich in e-mails nicht mehr einkopiert werde, bei meetings nicht mehr dabei bin, etc.
Habe eine Weile gebraucht um das zu kapieren (von den mails und meetings habe ich ja nur zufällig erfahren). Ich habe die Situation bei HR angesprochen, allerdings noch ohne das Wort „mobbing“ zu erwähnen. Die Anwort war, ich solle das nicht so negativ sehen, er meint das sicher nicht so, dass er mich nicht mehr einbezieht und ansonsten würde das sicher an mir liegen, weil ich nicht auf ihn zu gehe.
Meine Kollegen wollen sich in das Ganze nicht involvieren, weil sie Angst haben das nächste Opfer zu werden. Sie haben ihm aber zumindest gesagt, dass er Konflikte lösen muss, statt sie ewig mit zu schleifen.
Ich gehe mittlerweile auf dem Zahnfleisch, habe Schlafstörungen (wache jede Nacht um 4 Uhr auf mit geballten Fäusten), breche bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus.
Natürlich schaue ich mich intensiv nach einem neuen Job um, aber ich bin sehr spezialisiert und es gibt nicht so viel Bewegung im Jobmarkt im Moment.
Einen Betriebsrat haben wir leider nicht. Einen Ombudsmann im Konzern vielleicht, aber der ist ggf. weit weg.
Gina

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