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  • Arbeit: Ausschließen - Distanz

    Hallo zusammen,

    früher war ich sehr schüchtern. Habe alle Aufgaben erledigt und alles runtergeschluckt. In der einen Abteilung wurde ich dann richtig gemobbt. Ausgeschlossen und die Tatsachen wurden verdreht. Damals wurden mir diverse Aussagen an den Kopf geknallt:

    - er hat nichts falsch gemacht. Du hättest es richtig erklären müssen.
    - Willst du ihn umbringen?! (Eigentlich hatte ich mich an die Vorgaben von der Firma gehalten. Es ging um Flugreisen.)
    - Du kostest der Firma Geld! (Obwohl ich mich auch hier an die Vorgaben gehalten habe)
    - Ich soll mich nicht aufregen! Oder willst du meinem Baby schaden! (Ich hatte nur persönlich gefragt warum sie immer am Telefon einfach auflegt und mich nicht ausreden lässt)
    - Sie hat oft wenn wir kurz telefoniert haben und sie mir Sachen an den Kopf geknallt hat, einfach aufgelegt und ich konnte dann nicht antworten...
    - usw usw...

    Ich habe immer alles für die Kollegen gemacht. Es waren auch nur 2 Frauen die in der gleichen Position wie ich waren, die sich so verhalten haben. Die zweite wurde eher von der ersten angesteckt.

    Dann habe ich die Abteilung gewechselt. Hier ging es mir gut.... Wir waren teilweise auch Feiern, haben Spieleabende gemacht. Wir haben uns gemocht.
    Ich habe immer zügig gearbeitet..
    Dann kam mein zukünftiger Mann in die Abteilung. Über ein Jahr später sind wir zusammengekommen. Haben es geheim gehalten, damit man sieht, dass wir niemanden bevorzugen. Dann haben wir es öffentlich gemacht.
    Eine Kollegin hatte ein Bürowechsel (sie saß vorher bei mir). Wenn sie dann runterkam, ist sie immer nur zu ihm gegangen. Hat sich auf seinen Tisch gesetzt etc., hat Herzen in eine Glückwunschkarte usw.. Er hat sich distanzierter ihr gegenüber verhalten. Vorher kam sie immer zu mir.. Das fand ich schon komnisch...

    Dann kam ein neuer Kollege. Wo ich gemerkt habe, dass ihm alle gefallen wollten. Erst wurde über ihm gelästert. Jetzt sind alle beste Freunde. Ich habe ihn normal behandelt. Er war teilweise mir gegenüber respektlos. Als ich ihn eingelernt habe, hat er mich warten lassen oder ist privat an sein Telefon u ich musste warten. Dann habe ich ihm gesagt, dass er mich entweder wegschicken soll wenn es wichtig ist oder eben der Person am Telefon sagen soll, dass er zurückruft. Er meinte nur, dass er sich in seinem Alter nichts sagen lässt (er Ü40 und ich U30 weiblich).
    Es gab noch mehrere solche Situationen. Er hat sich auch einmal direkt vor mir aufgebaut...

    Mein Mann hat die Firma verlassen. Danach war ich noch mehr alleine.

    Die Distanz wurde immer größer. Meine Kollegen (die vertrete ich eigentlich auch immer) kam nicht mehr u hat mich nicht mehr zum Guten Morgen gedrückt... Als ich sie 1mal um hilfe bat, dann hat sie gesagt "ne hab keine Zeit u lass es doch xxx machen" (xxx sind eigentlich die denen wir beide zuarbeiten...)...

    2018 wurde bei mir ein gutartigen Tumor im Kopf festgestellt. Als das rauskam musste ich meine Pille absetzen. Dann wurde festgestellt, dass ich in den vorzeitigen Wechseljahren bin... Einen gescheiterten Versuch in der Kinderwunschklinik hatten wir dieses Jahr. Alle Ärzte sagen, dass es für mich keine Chance gibt. Ich kann Dank den Wechseljahressymptome nicht mehr durchschlafen. Seit 2 Jahren. Ich habe extreme Hitzewallungen. Die Diagnose bekam ich auch auf der Arbeit. Natürlich habe ich auf der Toilette geweint. Später wurde gelästert "Hä? Hat sie geweint? Hast du sie wieder gemobbt?".

    Da ich noch einen Versuch starten will und nicht krankwerden will, achte ich halt auf alles und halte mich an die Coronaregeln. Ich bin nicht übertrieben... Aber auf der Arbeit ist es denen relativ egal. Deshalb habe ich nun Home office. Das musste ich mir auch erarbeiten.. Das nervt die scheinbar noch mehr... Dann war ich zwischenzeitlich nervlich fertig wegen den Kinderwunsch.. Habe mich 3 Wochen (von 1 W auf 3 verlängert) krankschreiben lassen. ich bin sonst nie krank und mache auch nicht krank. Da wurde auch gelästert, dass ich eine ominöse Krankheit haben u wahrscheinliche übertriebene Angst vor Corona... Sie wissen nichts von meiner Situation...

    Allgemein wird hintenrum geredet, dass ich sie ankotze (die ich vertrete). Das sie mich nicht mehr vertreten will. Das ich grundsätzlich einen Tag fehle wenn ich Urlaubsvertretung mache (aber sie musste da nie was machen, weil ich das immer abgestimmt habe u was kann ich dafür wenn ich Arzttermine habe???). Dann freuen sie sich wenn ne neue Kollegen (interner Wechsel) kommt und sie eine taffe direkte ist, weil ja "das Blondchen dann seine Freude mit ihr hat"... Also direktes Mobbing ist das nicht. Aber sie distanzieren sich. Sie verhalten sich anders...

    Gestern habe ich eine Aufgabe bekommen. Ich habe der Kollegin gesagt, dass ich den Fall noch nicht hatte und den Kollegen nicht erreicht habe. Sie bekommt heute eine Info von mir. Heute früh habe ich eine Mail von einer anderen Kollegin, dass die es miteinander hatten und sie die Sache erledigt hat (sie hat eigentlich einen anderen Posten...).. Dann hab ich der anderen nochmal geschrieben, dass ich ihr doch gesagt habe, dass ich es heute Vormittag erledige. Sie meinte nur, dass sie halt mit ihr gesprochen hat.
    Was reden die darüber? Ist doch eindeutig, dass sie sich aufgeregt hat etc.. Hoffe ich bringe es richtig rüber.

    Dann habe ich gestern noch ne Aufgabe bekommen u die sollte ich machen, wenn ich im Büro bin u sie wissen wann ich kein Home Office habe. Kurz nachdem ich mit ihr kurz über "ich wollte die Aufgabe doch erledigen" geschrieben habe, hat sie wieder die andere Kollegin angeschrieben und meinte, dass es dringend ist u das heute noch gemacht werden soll u ob sie das machen kann. Das ist eigentlich nicht deren Aufgabe u ich mache das in Vertretung.

    Ich habe jetzt so gezittert und habe wieder einen Eigengeruch aus dem Mund.. Ich schmecke es förmlich... Ich habe geweint... Da ich empathisch bin, merke ich, dass ich ausgeschlossen werde und dann halt solche Aktionen...

    Keine Ahnung.. Ich wollte hier mit Leuten schreiben die es verstehen und musste es losewerden. ich brauche jede Kraft für den nächsten Versuch der ja schon zum scheitern verurteilt ist... Und dann darf ich mich damit noch rumärgern... Ich könnte nur heulen.

    Stellenwechsel ist ja aktuell auch schwer....

  • #2
    AW: Arbeit: Ausschließen - Distanz

    Hallo Vic,

    das ist eine aussergewöhnlich riesige Baustelle!
    Viele Faktoren spielen hier ineinander und schaukeln sich, aus meiner persönlichen Sicht, gegenseitig auf.

    Erste Frage: Wie geht es Dir im Moment gesundheitlich? Ist das mit dem Tumor medizinisch, durch OP oder medikamentös, soweit ausgestanden bzw. im Griff?
    Das scheint mir im Moment eigentlich das Wichtigste überhaupt zu sein?!

    Es tut mir unendlich leid für euch, dass Euer Kinderwunsch so nicht mehr in Erfüllung gehen kann. Ich kann mir lebhaft ausmalen welche emotionale Belastung das für Dich als Frau sein muss.
    Doch auch ohne Kind bist Du und kannst Du ganz Frau sein. Frau zu sein definiert sich nicht alleine nur durch Kinder kriegen und aufziehen.
    Du bist doch Deinem Mann eine liebende Frau. Das ist doch so viel wert, dass die Partner es dennoch so oft übersehen.

    Unsere erwachsenen Kinder sind beide nun auch schon länger aus dem Haus und wir sind nun auch wieder "alleine". Aber alleine sind wir eben nicht, wir haben ja einandern und freuen uns, dass wir uns lieben; immer jemand da ist an den wir uns anlehnen und ankuscheln können. Das ist so wichtig, insbesondere in dieser schweren von "Corona" geprägten Zeit :-)
    Viele Menschen haben gar keine Partner und sind vollkommen allein. Sehe es doch als Glück und Privileg jemanden an Deiner Seite zu haben der Dich liebt.
    Wie viel mehr wert ist das als ein Job der Morgen schon weg sein kann, ohne, dass Du darauf Einfluss nehmen könntest.

    Denke einmal an die schönen Dinge, Erlebnisse und die geglückten Beziehungen die Du hast, auch schöne Erinnerungen, die Dir nichts und niemand mehr nehmen kann und nicht immer nur an das was Dir noch fehlt ;-)

    Ich denke Du bist ein liebenswerter Mensch, jedoch an der Arbeit im falschen Bus mit den falschen Leuten unterwegs. Es dürfte auch bestimmt einen Grund haben, warum Dein Mann gewechselt hat.
    Nimm die Dinge nicht so tragisch, es ist nur ein Job. Denn Du berichtest von dem was Du tust nicht unbedingt mit Leidenschaft für Deine Aufgabe. Es erscheint mir daher Dein Job mehr angefüllt mit Zwang und Frust statt von Hingabe und Lust an den Aufgaben.

    Du stehst aus meiner Sicht an einem wichtigen und nicht zu unterschätzenden Punkt im Leben: Der Frage nach dem Sinn, nach dem Wofür Deines Daseins, deren Beantwortung zusätzlich dadurch erschwert wird, dass Du diesen Sinn nun nicht mehr als (vollwertige) Frau und Mutter eurer eigenen Kinder definieren und finden kannst.

    Die Krankheit hat Dir Dein Leben, so wie Du es Dir in den blühenden Farben vorgestellt hast gnaden- und rücksichtslos genommen.
    Im Moment scheint Dir nur die Arbeit als Brunnen für Deine Selbst-Wertschöpfung zu bleiben und dort läuft es auch nicht rund, ja sogar richtig schei....

    Es folgen demnächst, zwischen Weihnachten und Neujahr, ein paar Tage zur Ruhe und Besinnung....

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass in diesen Tagen des Nachdenkens Dir eine Idee und Vorstellung zuteil wird, wie Du Dich, Dein Leben und ggf sogar ihr beide als Paar eure Liebe und euer Leben neu erfinden könnt.

    Von diesem Standpunkt aus wünsche Ich Dir und Deinem Mann nur das Allerbeste.... denn auch Du hast es verdient glücklich zu sein :-)
    Auf dass ihr gemeinsam diese Krise meistert und gestärkt aus diesem Tal der Tränen emporsteigen möget.

    Mit ganz lieben Grüssen
    Compliance

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    • #3
      AW: Arbeit: Ausschließen - Distanz

      Hallo,
      vielen lieben Dank für deine Antwort. Da ich an dem Tag ständig im Forum war und geschaut habe ob jemand geantwortet hat und das nicht der Fall war… Musste ich erstmal runterkommen und antworte leider jetzt erst.
      Mein Tumor ist gutartig und ich nehme Medikamente. Eine OP ist noch nicht erforderlich, da er noch nicht auf meinem Sehnerv drückt. Ansonsten merke ich da Gott sei Dank nichts und habe auch keine Nebenwirkungen von den Tabletten.
      Das ist wahr.. Es ist sehr belastend für mich und somit auch für meinen Mann… Meine Gesundheit steht für ihn an erster Stelle.
      Das hast du schön geschrieben �� Ja… ich bezeichne mich aktuell als „nicht funktionsfähig“ oder „mangelhaft“… Es wird mir halt etliche Male am Tag / in der Nacht mit den Hitzewallungen unter meine Nase gerieben… Da kann man nicht mal versuchen daran nicht zu denken.
      Mein Mann sieht das nicht so. Er ist voll und ganz für mich da und gibt mir sehr viel Kraft. ��
      Da hast du recht! Es ist wichtig, dass man jemanden hat den man liebt.. Viele haben das nicht… Mir ist das auch bewusst, nur beeinflusst mich oftmals die Arbeit etc..
      Ich liebe meinen Mann über alles. Ich würde für ihn alles tun und er für mich. Es freut mich zu lesen, dass ihr auch eine glückliche Beziehung habt.
      Ja.. Ich verstehe nicht warum ich so ausgeschlossen werde. Anfangs war das nicht so… Da hatte ich auch sehr viel Spaß an meiner Tätigkeit. So auch noch manchmal. Aber wie du schreibst… Es ist aktuell eher ein Zwang.. Ich bin halt sehr genau auf der Arbeit.. und halte mich an Regeln. Aber andere stehlen Getränke und wenn man das hochrechnet dann sind das 300 Euro im Jahr… Da wird nichts gemacht.. Irgendwann fühle ich mich da auch blöd. Ich durfte schuften wie sonst was und als ich mal zu meinem Kollegen gesagt habe, dass ich seine Aufgabe nicht übernehmen kann weil ich zu viel zu tun habe, dann hat er nur gemeint „ich auch!“ und was sehe ich? Er ist im Internet.. Dann hat man immer weniger Lust zu arbeiten..
      Wir überlegen schon was wir für einen Weg gehen wollen… Falls wir es auf keinem Weg mit einem Kind hinbekommen, dann haben wir uns und werden unser Leben in vollen zügen genießen. Aber aktuell ist es halt schwer so zu denken… Ja am Liebesten mag ich kündigen und einfach zu Hause bleiben. Den Garten gestalten. Einfach in den Tag leben. Wäre die Kurzarbeit nicht dazwischengekommen, dann hätte ich eine verkürzte Vollzeit für 2 Jahre gemacht. Einfach um das zu machen was mir Spaß macht und mit meinem Mann etwas zu unternehmen.
      Ich hatte mich auch schon mal woanders beworben. Hatte zwar überzeugt... Nur leider wurde die Stelle dann intern vergeben… Jetzt wird in dieser Firma keine Stelle mehr extern vergeben. Wegen der aktuellen Situation…
      Die ruhigen Tage benötige ich dringend.. Hatte jetzt wieder einige Arzttelefonate. im Januar geht es weiter..
      Danke für die Wünsche �� Du wirkst auf mich auch sehr liebenswert ��
      Ja.. Man könnte viel unternehmen, wenn es mal wieder besser wird mit Corona. Wir halten uns an die Regeln und kommen dadurch auch nicht gut bei unseren Freunden and…
      Da gibt es bestimmt viele Dinge die man machen möchte. Wir überlegen uns schon Tiere wie Hühner etc. zu holen.. Ich muss „nur“ an den Punkt angelangen wo ich mich nicht mehr so schlecht sehe und damit abschließen kann.
      Danke für deine lieben Worte.
      Liebe Grüße

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