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Mobbing oder Verfolgungswahn ?

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  • Mobbing oder Verfolgungswahn ?

    Auch ich habe ein Problem mit einer Kollegin und deshalb schon viele der Beiträge hier im Forum durchforstet auf der Suche nach Hilfe oder Tipps. Manches hat vorübergehend geholfen, den Druck auszuhalten, aber meine Situation leider nicht grundlegend geändert. Der Stand der Dinge ist momentan folgender:
    Ich bin seit fast 20 Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt, vor etwa 2 Jahren ist infolge von Umstrukturierungen (und Gesetzesänderungen) mein Job weggefallen und man hat mich dann auf eine andere Stelle umgesetzt. Hinter vorgehaltener Hand wurde mir damals von Kollegen und auch von meinem damaligen direkten Vorgesetzten gesagt, dass die Umsetzung mit dem Ziel erfolge, mich loszuwerden. (Aufgrund meiner langen Betriebszugehörigkeit besitze ich „Kündigungsschutz“.)
    Dann ging es los mit dem, was nach meiner Meinung Mobbing ist: anfangs wurde mir (und nur mir !) das büroübliche Kaffetrinken mit den Kollegen untersagt, dann hat mein damaliger Vorgesetzter versucht, meine Arbeit schlecht zu machen – interne Aktenvermerke wurden mit entsprechenden handschriftlichen Anmerkungen an Außenstehende versandt, Akten verschwanden und lagen dann plötzlich auf meinem Schreibtisch (sehr zum Ärger dessen, der die Akte gesucht hatte), Fallzahlen wurden falsch weitergeleitet usw. -, später wurde auch der Ton rauer. Ein (von mir initiiertes) Gespräch bei dem übergeordneten Vorgesetzten machte die Sache auch nicht besser: dieser sagte mir im Anschluss unter vier Augen, ich sei für ihn das Letzte und ich könne machen was ich wolle, ich würde das auch bleiben...
    Mit meinen Kollegen hatte ich zu dem Zeitpunkt noch kein Problem. Seit etwa 1 Jahr allerdings ist eine neue Kollegin in unsere Abteilung gekommen, die in mein Büro gesetzt wurde. Vom ersten Tag an (wirklich!) macht sie mir das Arbeiten in dem nun sehr beengten Büroraum schwer: da werden Sachen so in den Gang gestellt, dass man darüber stolpern muss..., Elektrogeräte ausgesteckt..., Kunden während meiner Abwesenheit weggeschickt usw. Neuerdings schreibt sie auch alles auf, was ich nach ihrer Meinung alles falsch mache (z.B. Öffnungszeiten des Fensters oder wenn ein anderer Kollege mal vorbeikommt und was privates erzählt, selbst Inhalte von meinen Telefongesprächen kennt sie – woher auch immer). Reden kann und will ich nicht mehr mit ihr, denn sachliche Auseinandersetzung ist mit ihr nicht möglich, weil sie sofort aggressiv und extrem beleidigend reagiert. Natürlich habe ich versucht, mit meinem Vorgesetzten zu sprechen (auch mit dem Betriebsrat), um die Situation zu ändern und um Versetzung in ein anderes Büro gebeten, aber da höre ich immer nur: wir können da nichts machen, klären sie das untereinander. Leider kann ich die Situation auch nicht weiter ignorieren, denn in der Zwischenzeit verschickt sie diese Infos (fast täglich) an meine Vorgesetzten und die Personalabteilung, mit der Aufforderung endlich arbeitsrechtlich gegen mich vorzugehen. Von dort habe ich bisher außer der Aufforderung, schriftlich Stellung zu nehmen, keine weiteren Reaktionen. Das Ganze belastet natürlich sehr, vor allem, weil demnächst wieder Umstrukturierungen (vielleicht auch mit Stellenabbau) anstehen und ich offenkundig auch keinen guten Stand bei unserem obersten Vorgesetzten habe. Gesundheitliche Probleme habe ich nun auch bekommen, neben Schlafstörungen und Kopfschmerzen habe ich nun seit etwa 3/4 Jahr heftige Blutdruckschwankungen, an schlechten Tagen (wenn´s wieder mal Stress gab) auch schon > 200/120. Mein Arzt hat mich dann aus dem Verkehr gezogen, jetzt bin ich mit Betablockern runter gedopt... Ich hatte vorher noch nie Probleme mit dem Blutdruck (organische Ursachen wurden fachärztlich ausgeschlossen).
    Es kann doch keine Dauerlösung sein, sich mit Pillen zuzudröhnen... Aber wie soll ich mich gegen diese fiesen Spitzeleien und das „Anschwärzen“ wehren ? Außerdem habe ich ja manchmal schon den Eindruck, als wäre diese Kollegin dazu beauftragt, damit man mich ohne komplizierte Kündigungsschutzklage los wird (mürbe machen, bis sie geht...) aber beweisen kann ich es natürlich nicht. Vielleicht ist es auch ein erstes Anzeichen von Verfolgungswahn :-( Kündigen kann ich so einfach auch nicht: ich bin nicht mehr die Jüngste, in meinem Beruf herrscht derzeit Leere auf dem Stellenmarkt und außerdem haben wir vor kurzem ein Haus gebaut, da brauchen wir mein Gehalt zwingend.
    So, jetzt habe ich Euch den Großteil meiner beruflichen Leidensgeschichte erzählt. An dieser Stelle schon mal Danke für die Geduld. Es wäre super, wenn der ein oder andere einen Tipp für mich hätte, wie ich aus dieser Situation ohne weiteren Schaden rauskomme.

    LG Trixxi

  • #2
    Hallo Trixxi,

    unter Verfolgungswahn leidest Du sicher nicht. Typisches Mobbing im öffentlichen Dienst mit all seinen ekeligen Facetten. Es ist offensichtlich, dass man Dir das Arbeitsleben vermiesen will. Diese Kollegin ist eine Handlangerin Deiner Vorgesetzten, die sich selbst die Finger nicht schmutzig machen wollen. Kündigen werden sie Dir nach so einer langen Zugehörigkeit im öffentlichen Dienst nicht, es sei denn es passiert etwas Gravierendes (Du rastest aus und schlägst zu o.ä.). Sie legen es eher darauf an, dass Du freiwillig gehst, werden Dich immer weiter provozieren und ihre hinterhältigen bösen Spielchen spielen.
    Du schreibst, dass Du nicht mehr die Jüngste bist, so haben sie vielleicht auch Hoffnung, dass Du lange krank ausfällst und in den vorzeitigen Ruhestand gehst. (Die Methode hat sich als wirksam erwiesen, ich kenne einige Betroffene)

    Du steckst unter enormen Druck, weil Du auf das Gehalt dringend angewiesen bist und wahrscheinlich auch im fortgeschrittenen Alter nur schwer einen neuen Arbeitsplatz findest.
    Eine Möglichkeit zur Versetzung will Dir Dein Arbeitgeber nicht bieten, schreibst Du. Unter solchen Umständen könntest Du krank werden, Dir Arztatteste ausstellen lassen, die bescheinigen, dass Dir am jetzigen Arbeitsplatz ein weiterer Verbleib unmöglich ist. Solche Atteste sind dem Vorgesetzten und dem Personal-/Betriebsrat ebenso vorzulegen wie der Personalabteilung. Der Schuss kann aber ordentlich nach hinten losgehen - Der Arbeitgeber kann nach Prüfung schriftlich darlegen, dass kein anderer Arbeitsplatz in absehbarer Zeit zur Verfügung steht. Dann bist Du als kränklich abgestempelt, was die Lage nicht verbessern wird, weil man Dir evtl. weniger qualifizierte Aufgaben zuteilen wird. Eine Herabsetzung der Vergütungsgruppe ist nicht möglich wegen des Besitzstandes.

    Ich kann Dir leider nur den Tipp geben, Dich bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten zu lassen, damit Du Dich in Deiner weiteren Vorgehensweise auf der rechtlich sicheren Seite
    bewegst. Wenn Du alles richtig machst. bedeutet das keinesfalls, dass die Gegenseite ihre Strategie ändert.


    Und eins ist klar: ein Anwalt kann Dir nur Rechtsbeistand leisten, nie aber die internen Verhältnisse einer Firma/Behörde ändern.


    Ferner würde ich überlegen, ob es im Rahmen Eurer finanziellen Möglichkeit liegt, die Arbeitsstunden zu reduzieren, um erst einmal den Druck zu nehmen (falls dies überhaupt auf der Stelle möglich ist) Ebenso könntest Du eine Kur beantragen, um neue Kraft zu schöpfen.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du das Mobbing unbeschadet überstehst und eine Lösung findest.

    Liebe Grüße
    Sternenfrost
    Pfirsichblüte
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von Pfirsichblüte; 02.04.2009, 13:04.

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    • #3
      Hi liebe Trixxi,

      mein vollstes Verständnis für Deine Situation. Die Geschichten ähneln sich alle, es ist einfach nur unglaublich, dass keine Moral mehr herrscht. Wie können die morgens in den Spiegel gucken.

      Aus eigener leidvollen Erfahrung kann ich Dir nur raten, den Job zu vergessen. Du siehst ja, wie Deine Gesundheit leidet. Ich habe den Fehler gemacht, habe immer die Zähne zusammengebissen und es wurde nur immer schlimmer. Irgendwann hat mein Körper komplett gestreikt, ich konnte nicht mehr autofahren, spazierengehen, bin kaum aus der Haustür rausgekommen. Diagnose schwere Depression und massive Angststörung. Das ist ein scheiß Gefühl, wenn Du realisierst, zu was für einen Menschen die Dich gemacht haben. Du glaubst gar nicht, wie dankbar ich bin, dass ich ohne schwere Medikamente da wieder rausgekommen bin. Und ich blöde Kuh bin da wieder hingegangen!!!! Weil ich ja nicht mehr so jung bin, wir ein Haus haben, man dort ja so gut verdient und der Arbeitsmarkt....Um jetzt, nach 2 Jahren den gleichen Mobbingmist zu erleben (naja, die Qualität hat sich deutlich gesteigert und jetzt war es ja noch einfacher, die mussten mich nur verunsichern und dann auf der Schiene "die Psychotante" reiten).

      Versuche als erstes Dein Selbstbewusstsein wieder zu stärken. Mache Dir bewusst, was für arme Würstchen soetwas nötig haben und was Du nach Deiner langen Berufserfahrung zu bieten hast. Und hole Dir psychatrische Hilfe, mir hat eine Gesprächstherapie sehr geholfen. Es tut echt gut, mit jemandem zu reden, der die ganze Sache objektiv sieht und auch Dich als Mensch einschätzen kann.

      Setze Dich mit Deinem Partner zusammen und geht einfach mal vom schlimmsten aus. Was wäre, wenn Du mal ein Jahr arbeitslos wärst? Suche Dir einen Anwalt, der soviel Kohle wie möglich für Dich rausschlägt. Die wollen Dich doch loswerden, also läßt Du Dir das auch gut bezahlen, hast Du Dir ja auch in den Jahren verdient.

      Ich weiss ja nicht, wie alt Du genau bist, ich bin fast 40 und habe mir die ganzen Jahre eingeredet, ich sei schon zu alt. Faule Ausrede, wir haben noch einen ganz ungemeinen Vorteil: die Arbeitgeber können davon ausgehen, dass unsere Familienplanung abgeschlossen ist!!!!! Ich glaube auch, dass sich da schon was getan hat, die Aussage "keinen über 35" ist schon überholt.

      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, lasse Dich bloß nicht fertigmachen und suche Dir Hilfe, damit Du die Pillen nicht mehr brauchst. Wirst schon sehen, es geht weiter und bestimmt bist Du erleichtert, wenn Du von vorne anfangen kannst.

      Ganz liebe Grüße

      Laura

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      • #4
        Hallo Trixxi

        Die Signale sind doch überdeutlich. Der übergeordnete Vorgesetzte hat es dir sogar direkt gesagt. Hier bist du erledigt und man hat dir gesagt du bist "das Letzte". Was hält dich da noch? Deine Angst deinen Kündigungsschutz zu verlieren? Willst du dafür durch die Hölle gehen?

        Ich kann dir nur das empfehlen was Laura bereits gesagt hat. Da kann ich mich nur voll und ganz anschliessen.

        Ab heute ist "Judgement day" Tag der Abrechnung. Such dir einen Wolf von Advokaten der den Pfeifen so richtig einheizt. Schrei ab sofort jeden an der sich ungefragt auch nur auf Armlänge deinem Schreibtisch nähert. Sag ihm er soll verschwinden. Anweisungen oder Kritik werden per sofort nur noch auf dem Schriftweg entgegen genommen.

        Besuch doch mal die nette Kollegin die alles aufschreibt zuhause oder besser noch, fang sie nach der Arbeit ab und gib der dreckigen Schlampe mal so ne richtig fette Ohrfeige. Ohne Worte! Dann weiss sie was es geschlagen hat. Nicht reden sondern handeln ist hier angesagt. Das ist eine Sprache, welche auch der dümmste, dreisteste, frechste und impertinenteste Wicht auf dieser Welt versteht.

        Zieh eine definitive Grenze. Mach dich da so schnell du kannst vom Acker.

        Ich wünsch dir viel Kraft das schnell zu beenden und schadlos zu überstehen.

        Viele Grüsse

        Martin
        Psychobabbel
        besonders erfahrenes Mitglied
        Zuletzt geändert von Psychobabbel; 02.04.2009, 13:45.

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        • #5
          Hallo Psychobabbel,

          na na na, wir wollen doch nicht, dass die Trixxi alles verliert!

          So gerne ich auch jedem Mobber eine Ladung Dynamit in den Hintern stecken würde.....

          Nur, ich denke wir haben hier alle ein gemeinsames Problem, angesichts kackdreister Skrupellosigkeit sind wir fassungslos und können uns nicht wehren.

          Trixxi, lass Dich auf keine Diskussionen ein. Wenn und falls Du noch einmal in diese Firma gehst, versuche so freundlich und natürlich wie möglich zu bleiben. Wenn Dir Vorwürfe gemacht werden, versuche die auf der Vorgesetztenebene zu regeln. Wahrscheinlich hat das alles nicht mehr so viel Sinn, aber sich auf das gleiche Niveau zu geben.....ne, bloß nicht.

          Wenn Du Dir persönlich klar geworden bist, nimm Dir einen Anwalt und lass den das regeln. Erkundige Dich, ob bei Dir in der Nähe ein Spezialist fürs Arbeitsrecht ist. Frage bei einer Gewerkschaft oder ähnliches, Vorsicht, wenns denen direkt nur um den Streitwert geht (ist meistens bei denen der Fall, die Werbung im Internet machen).

          Bewahre Deinen Stolz und recke das Näschen hoch!

          Laura

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          • #6
            Abhaken

            Hallo Laura

            Was soll sie noch verlieren. Man hat ihr doch schon alles genommen.

            Wenn die anderen nie merken, daß sie alle grenzen durchstossen haben, und ihnen nie zeigt wie sehr sie dich an die Grenze gebracht haben, dann werden die nie aufhören bzw. anfangen umzudenken.

            Solange ich das nicht in der Firma mache, ist das eine Privatangelegenheit.
            Die anderen wollen zerstören und zwar mit Macht. Warum soll man sich wirklich alles gefallen lassen nur um das Niveau zu wahren wenn da schon keins mehr zu finden ist. Gibt es keine Zeugen, dann steht Aussage gegen Aussage. Vielleicht mal schön für die zu erfahren wenn man machtlos der Macht gegenüber steht.

            Edel sei der Mensch Zwieback und gut?

            Gruß Martin

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            • #7
              Vielen Dank für den regen Zuspruch ...
              Auch ich habe schon in manchen Situationen über die "dunkle Parkplatzecke nach Arbeitsschluss" nachgedacht, wütend und hilflos mit geballten Fäusten in der Tasche. Aber ich kann mich doch nicht von denen kriminalisieren lassen ! Außerdem: da meine Kollegin ja offensichtlich mit ihrer Sicht der Dinge durchkommt, macht sie bestimmt aus der Ohrfeige einen "Mordanschlag oder so"... Zeugen sind ja in der Situation ungünstig.
              Ein Neuanfang ist sehr schwierig: wie schon gesagt ist da zum einen der finanzielle Druck (das Haus..., mein Partner ist selbständig und die Geschäfte laufen momentan nicht so gut...). Außerdem gehe ich auf die 50 zu, da sind die Arbeitgeber zunehmend kritisch... und wenn man dann noch den "sicheren Hafen" öffentlicher Dienst verlassen will. Da helfen auch Studium und entsprechende Berufserfahrung nicht unbedingt. Außerdem sind behördenspezifische Spezialisierungen auf dem freien Arbeitsmarkt nicht so ohne weiteres verwendbar.
              Beim Anwalt war ich wegen des Mobbings noch nicht; habe mich aber anwaltlich beraten lassen, als sie versucht haben, mich wegen einer angeblich nicht beim Arbeitgeber eingereichten AU-Bescheinigung abzumahnen. (Nachdem ich dem AG eine Kopie dieser Bescheinigung vorgelegt habe, haben sie dann großzügigerweise auf die Abmahnung verzichtet. Und: natürlich ich den AG vorab telefonisch informiert.) Wenn ich zu einem Anwalt gehe, muss ich das Mobbing und dass mein Arbeitgeber (der Behördenleiter) davon gewusst hat, doch sicher beweisen können. Von den Aktenvermerken meines damaligen Chefs (er ist nicht mehr da) und den Notizen meiner Kollegin habe ich ja Kopien, aber die Gespräche mit den Vorgesetzten sind schwer zu beweisen. Meine anderen Kollegen bekommen den Stress ja manchmal mit, halten sich aber raus, vielleicht weil sie selber nicht zur Zielscheibe werden wollen und weil die drohenden Umstrukturierungen (Stellenabbau, Umsetzung) auch über ihnen schwebt. Was kann ich denn mit dem Gang zum Anwalt erreichen ? Dass das Mobben aufhört ? Oder wird dann nicht alles noch viel schlimmer ?
              Vielleicht sollte ich die Situation einfach bis zu den Umstrukturierungen aussitzen ? Wenn ich es irgendwie gesundheitlich aushalten kann :-(
              Oder kann mir jemand berichten, wie er sich erfolgreich gegen das Mobbing gewehrt hat ?

              LG Trixxi

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              • #8
                Gewehrt

                Ein erfolgreiches Wehren war mir nicht mehr möglich.
                Ich wurde wie ein wildes tier gejagt..
                Am schluss wollte ich selbst kündigen..


                heute nach ca zwei jahren gehts mir besser endlich..
                seelisch

                ich bin nicht mehr in dieser Firma

                Kommentar


                • #9
                  Hallo liebe Trixxi,

                  Du kommst da nur unbeschadet raus, wenn Du Lobby hast. Ich bin zweimal gemobbt worden, dass erste Mal ging es mir total beschissen, ich hatte keine Kraft mehr, mein Vorgesetzter hat mich behandelt wie das letzte, ich wurde für doof und unfähig erklärt usw. Damals bin ich da rausgekommen, weil der Personalchef meinen Vorgesetzten nicht riechen konnte. Also hat er mir gerne geglaubt. Die Angelegenheit wurde geklärt, keiner war nachtragend, Feierabend.

                  Die zweite Geschichte ist richtig übel, ich hatte mittlerweile den Bereich gewechselt, dummerweise, denn dort sind innerhalb 13 Monaten 3 Leute fertiggemacht worden und auch unzählige Versuche gestartet worden, noch andere aus der Firma fertig zu machen.

                  Das auf übelste, primitivste Art, es ist unglaublich. Man darf das ganze auch nicht zu persönlich nehmen, da rotten sich kleine Wichte zusammen, die selber ein grosses Problem haben und Du wurdest zufällig als Opfer auserkoren. Und bei Umstrukturierungen kommt sowieso immer sehr viel Unruhe auf. Aber in Deinem Fall ist meiner Meinung nach schon zuviel passiert.

                  Ich glaube, an Deiner Stelle würde ich versuchen mich versetzen zu lassen. Klar, ist vielleicht auch nicht so einfach, im Moment klebt ja jeder verständlicherweise an seinem Stuhl.

                  Wenn Du keine Chance siehst, da weg zu kommen, würde ich zum Arzt gehen und Dein Leid dokumentieren lassen. Wenn Du zusätzlich eine Anwalt einschaltest, bekommen die vielleicht auch Schiss und Du hast zukünftig Deine Ruhe, nur so als Drohung. Das wäre vielleicht eine Strategie, denn, so wie ich gehört habe, sehen viele Arbeitsrichter mittlerweile rot, wenn sie die Mobbinggeschichten hören.

                  Das kannst Du noch probieren, einmal richtig kämpfen. Aber lass Dich bloß nicht fertig machen, bevor die Dich cracken, klinkst Du Dich aus und läßt Dir eine saftige Abfindung bezahlen. Dein Gehalt wiegt nicht Deine Gesundheit auf, so gut wie ich Deine Problematik auch verstehe.

                  Ach ja, was sagt eigentlich der Betriebsrat dazu oder sind das bei Euch auch so gekaufte Warmduscher wie mittlerweile überall?

                  Liebe Grüße

                  Laura

                  Kommentar


                  • #10
                    Liebe Trixxi,

                    Du hast nun ganz unterschiedliche Meinungen gelesen.
                    Anschreien oder verhauen ist sicher keine Lösung, denn dann riskierst Du eine Anzeige.
                    Ich habe meiner Kollegin nach meinem Weggang angerufen und ihr erzählt, wie krank ich durch Mobbing geworden bin und dass sie eine "Sau" ist. Ich erhielt eine Anzeige wegen Beleidigung, der Brief an die Polizei war geschrieben auf dem Briefbogen des kirchlichen Arbeitgebers. Ist niedergeschlagen worden, weil ich meine Krankheiten beweisen kann.


                    Einen Anwalt aufsuchen, um sich beraten zu lassen, ist gut. Wenn er aber offiziell eingreift, wird es mitunter Deine Situation verschlimmern. Ich gehe davon aus, dass Dein Arbeitgeber eine ausgebuffte Rechtsabteilung hat oder ebenfalls gute Anwälte. Damit könntest Du Dir die Chance auf eine Umsetzung an einen angenehmen Arbeitsplatz vermiesen. Vielleicht spekuliert die Horde sogar darauf, dass Du auf einen Auflösungsvertrag spekulierst. Hier hättest Du zumindest die Chance auf eine Abfindung, die nach vielen Berufsjahren nicht knapp ausfallen dürfte. Diese wird aber bei einer Arbeitslosenmeldung voll angerechnet.


                    Aus dem öffentlichen Dienst nach so vielen Jahren auszuscheiden, finden viele Arbeitgeber mutig (meine Erfahrungin Vorstellungsgesprächen). Es hat aber auch was Anrüchiges, denn es wird vermutet, dass man irgendwas Schlimmes verbrochen haben muss.

                    Ich hatte auch zweimal Mobbing im Leben. 1996 bin ich wegen Mobbings aus ener Behörde nach 12 Jahren freiwillig ausgeschieden-Umstrukturierungsopfer. Erst im Jahr 2000 war ich wieder topfit, hatte mich weitergebildet und eine befristete mehrmonatige tolle Stelle angenommen, bis mir dann eine längerfristige Perspektive in der Kirche angeboten wurde. Dies erwies sich als der schlimmste Fehler meines Lebens, denn hier wurde ich so krank gemobbt, dass ich mit Mitte 40 Frührentnerin wurde!

                    Mobbing hat viele bekannte Gesichter und trotzdem ist jeder Fall so individuell, dass es fast unmöglich ist, den richtigen Weg zu weisen.

                    Gruß
                    Trauerweide
                    Pfirsichblüte
                    besonders erfahrenes Mitglied
                    Zuletzt geändert von Pfirsichblüte; 05.04.2009, 09:53.

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                    • #11
                      Zitat von Trauerweide Beitrag anzeigen
                      Liebe Trixxi,

                      Du hast nun ganz unterschiedliche Meinungen gelesen.
                      Anschreien oder verhauen ist sicher keine Lösung, denn dann riskierst Du eine Anzeige.
                      Ich habe meiner Kollegin nach meinem Weggang angerufen und ihr erzählt, wie krank ich durch Mobbing geworden bin und dass sie eine "Sau" ist. Ich erhielt eine Anzeige wegen Beleidigung, der Brief an die Polizei war geschrieben auf dem Briefbogen des kirchlichen Arbeitgebers. Ist niedergeschlagen worden, weil ich meine Krankheiten beweisen kann.


                      Einen Anwalt aufsuchen, um sich beraten zu lassen, ist gut. Wenn er aber offiziell eingreift, wird es mitunter Deine Situation verschlimmern. Ich gehe davon aus, dass Dein Arbeitgeber eine ausgebuffte Rechtsabteilung hat oder ebenfalls gute Anwälte. Damit könntest Du Dir die Chance auf eine Umsetzung an einen angenehmen Arbeitsplatz vermiesen. Vielleicht spekuliert die Horde sogar darauf, dass Du auf einen Auflösungsvertrag spekulierst. Hier hättest Du zumindest die Chance auf eine Abfindung, die nach vielen Berufsjahren nicht knapp ausfallen dürfte. Diese wird aber bei einer Arbeitslosenmeldung voll angerechnet.


                      Aus dem öffentlichen Dienst nach so vielen Jahren auszuscheiden, finden viele Arbeitgeber mutig (meine Erfahrung). Es hat aber auch was Anrüchiges, denn es wird vermutet, dass man irgendwas Schlimmes verbrochen haben muss.

                      Ich hatte auch zweimal Mobbing im Leben. 1996 bin ich wegen Mobbings aus ener Behörde nach 12 Jahren freiwillig ausgeschieden-Umstrukturierungsopfer. Erst im Jahr 2000 war ich wieder topfit, hatte mich weitergebildet und eine befristete mehrmonatige tolle Stelle angenommen, bis mir dann eine längerfristige Perspektive in der Kirche angeboten wurde. Dies erwies sich als der schlimmste Fehler meines Lebens, denn hier wurde ich so krank gemobbt, dass ich mit Mitte 40 Frührentnerin wurde!

                      Mobbing hat viele bekannte Gesichter und trotzdem ist jeder Fall so individuell, dass es fast unmöglich ist, den richtigen Weg zu weisen.

                      Gruß
                      Trauerweide
                      Hallo Trauerweide,

                      wenn im Zusammenhang mit einer Kündigung eine Abfindung im Spiel ist, wird von Arbeitnehmern immer wieder die Befürchtung geäußert, dass die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet werde. Man habe, so wird gesagt, doch überhaupt nichts von Abfindung, da ohnehin eine Anrechnung auf das Arbeitslosengeld erfolgen werde....

                      Diese weit verbreitete Auffassung hat ihren Grund wohl darin, dass vor einigen Jahren tatsächlich eine Anrechnung von Abfindungen auf Arbeitslosengeld stattgefunden hat. Die damalige Regelung wurde aber schon vor längerer Zeit abgeschafft. Seitdem gibt es keine grundsätzliche Anrechnung von Abfindungen auf Arbeitslosengeld mehr. Statt dessen findet eine Anrechnung nur noch unter bestimmten Voraussetzungen statt, die in § 143a SGB III geregelt sind.

                      Nach dieser Vorschrift ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld bis zu einem Jahr, wenn das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist beendet worden ist und der Arbeitslose eine Abfindung, Entschädigung oder ähnliche Leistungen erhalten oder zu beanspruchen hat. Aus diesem Grund stellt es einen unverzeihlichen Fehler dar, sich mit dem Arbeitgeber auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und die Zahlung einer Abfindung zu einigen, wenn dabei nicht die ordentliche Kündigungsfrist eingehalten wird. Die Kündigungsfrist darf unter keinen Umständen verkürzt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag schließen oder ob sie sich nach erfolgter Kündigung auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung einigen.

                      Natürlich sind Sie nicht gezwungen, den Beendigungstermin des Arbeitsverhältnisses in jedem Falle an der ordentlichen Kündigungsfrist auszurichten. Wenn Sie kein Arbeitslosengeld beantragen wollen, etwa weil Sie bereits ein Anschlussarbeitsverhältnis haben, können Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf jeden beliebigen Beendigungstermin verständigen. Nur dann, wenn Sie damit rechnen müssen, dass Sie später nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses arbeitslos sein und Arbeitslosengeld beziehen werden, sind Sie gut beraten, den Beendigungszeitpunkt nicht vorzuverlegen. Endet das Arbeitsverhältnis vor Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist, wird ein Teil der Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

                      Wird die Kündigungsfrist eingehalten, bleibt für eine Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld kein Raum. Hintergrund der Regelung ist die Vermutung, dass eine Abfindung immer auch Arbeitsentgelt enthält, wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet wird. Bei Einhaltung der Kündigungsfrist hätte der Arbeitnehmer für die Dauer dieser Frist Anspruch auf Arbeitsentgelt. Durch die gesetzliche Regelung soll verhindert werden, dass ein Arbeitsloser für einen Zeitraum, für den er eigentlich Arbeitsentgelt beanspruchen könnte, Arbeitslosengeld als Ersatz für das Arbeitsentgelt erhält und gleichzeitig eine Abfindung einstreicht, die wegen der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses verstecktes Arbeitsentgelt enthält. (Quelle: http://www.dr-hildebrandt.de)

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                      • #12
                        Wieder ein Fall von Mobbing im ö D.

                        Diese Art von psychischer Fertigmachung ist in diesem Bereich an der Tagesordnung.

                        Leider

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