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Ist das Mobbing? Empfehlung Therapie zu machen

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  • Ist das Mobbing? Empfehlung Therapie zu machen

    Hallo,

    bin neu hier. Ich erlebe in letzter Zeit Gespräche mit meiner Vorgesetzten und unserer Geschäftsführerin, die mich ziemlich aus der Bahn werfen. Zur kurzen Erklärung: Ich arbeite im öffentlichen Dienst, Sachbearbeitung, habe eine direkte Vorgesetzte, danach kommt schon die Geschäftsführung (Chefin: Frau, sehr machtbesessen und ängstlich Ihre Position zu verlieren, Stellvertreter: Mann, blass, unscheinbar, kann aber auch falsch werden. Beide verstehen sich gar nicht).

    Ich habe mich angeboten, ohne eine höhere Besoldung oder Zulagen oder ähnliches, eine Sonderaufgabe zu übernehmen, die eigentlich meine direkte Vorgesetzte erledigen sollte. Ich bin nicht wirklich ausgelastet und auf meiner jetzigen Position unterfordert. Ein Aufstieg ist aber aufgrund der verordneten Einsparungen nicht möglich. Ich möchte also einfach noch was Neues, Anspruchsvolles mit mehr Verantwortung und Außerdienst.

    Das habe ich im letzten Personalgespräch meiner direkten Vorgesetzten auch gesagt plus Vorstellung über die genaue Ausgestaltung dieser Sonderaufgabe. Sie hat das erst einmal begeistert aufgenommen und mir versichert, sich für mich bei der Geschäftsführung einzusetzen. Sie hat mir in diesem Gespräch aber auch schon mitgeteilt, dass die Geschäftsführung grundsätzlich ein "Problem" mit meiner manchmal aufbrausenden Art habe. Sie wollte sich aber in jedem Fall voll für mich einsetzen und sei sich sicher, sie werde die Geschäftsführerin auch davon überzeugen, dass sich meine intern manchmal aufbrausende Art noch nie auf externe Kunden ausgewirkt habe und ich mich nach außen immer im Griff habe.

    Zwei Monate später teilt mir meine Vorgesetzte mit, wir hätten dann wegen der Sonderaufgabe einen Termin bei der Geschäftsführerin. Ganz locker, ganz fröhlich, also ging ih davon aus, wir wollten uns über die Ausgestaltung unterhalten. Zu meiner großen Überraschung habe ich mir eine halbe Stunde anhören müssen, welche Bedenken hinsichtlich meiner Person, der Verantwortung und der Aussenwirkung bestünden und dass meine Geschäftsführerin mir diese Aufgabe zum jetzigen zeitpunkt nicht zutraue. allerdings ist sie der Meinung, das Problem, dass ich habe ließe sich "in den Griff" kriegen. Sie wüßte ja nicht, ob mir ein Antiagressionskurs an der Volkshochschule was bringe, aber ich sollte mich schon zu einer professionellen "Maßnahme" entscheiden. Sie könne mir auch gerne einen Termin bei unserer Betriebspsychologin verschaffen, die wisse ja sicher besser "was in Ihrer Situation angezeigt" sei. außerdem wolle sie eine "Bewährungszeit" von mind. 6 Monaten vereinbaren und Sie würde von mir gerne nächste Woche informiert werden zu welche "Maßnahme" ich mich entschieden hätte und "was" ich in dieser Hinsicht unternähme.

    Ich empfand das als absolute Frechheit. Ich war wirklich stark erschüttert. Meine Vorgesetzte hatte mich in dem ganzen Gespräch nicht unterstützt, hat meiner Geschäftsführerin brav noch in allem beigepflichtet und außerdem vertrauliche Informationen aus dem Personalgespräch weitergegeben (meine Geschäftsführerin war über persönliche Überlegungen meinerseits informiert, die ich ausschließlich im Personalgespräch erwähnt hatte). Es braucht nicht erwähnt werden, dass ich die Sonderaufgabe dann komplett abgelehnt habe.

    Ist das Verhalten meiner Vorgesetzten und unserer Geschäftsführerin schon als Mobbing anzusehen?

    Frage deshalb wiel mir heute, drei Monate nach dem Gespräch unterstellt wird, ich hätte bewusst interne Informationen an eine andere Abteilung weitergegeben und dadurch einen Kollegen in die Pfanne gehauen. Dabei habe ich mehrfach erklärt, dass ich aus Versehen eine Mail von meinem Kollegen weitergeleitet habe und mich bei diesem auch entschuldigt habe.
    Jetzt wird aus dieser Sache aber gleich eine offizielle "Loyalitätsdiskussion im Hinblick auf Schädigung des Arbeitgebers".

    Was soll ich machen? Das Vertrauen in meine direkte Vorgesetzte ist zerstört.

    Gruss,

    rakete

  • #2
    AW: Ist das Mobbing? Empfehlung Therapie zu machen

    Hallo rakete,

    hier von Mobbing zu reden halte ich für verfrüht. Verstehe mich nicht falsch aber Du selbst gestehst ein "dass sich meine intern manchmal aufbrausende Art noch nie auf externe Kunden ausgewirkt habe und ich mich nach außen immer im Griff habe". Was heist bei Dir im Griff haben und es hat sich noch nie auf externe Kunden ausgewirkt? Vielleicht kommt irgendwann der Punkt wo diese Grenze durch Dich überschritten wird, kannst Du das einschätzen? Horch einmal ganz genau in Dich hinein, läßt Du vielleicht Deine Launen, Deine Enttäuschung, vielleicht auch Überarbeitung manchmal an den falschen aus. Ich weis nicht wo im öffentlichen Dienst Du tätig bist, aber ich weis dass die Kollegen im Umgang mit "Kunden" sehr sensibilisiert werden und darauf geachtet wird dass es nicht zu "Ausrastern" kommt.

    Sicher ist die Art und Weise Deiner Vorgesetzten nicht die feine Englische Art um Dich auf Deinen sagen wir mal Charakterschwäche hinzuweisen. Aber sie haben Dir gegenübererwähnt dass sie Dir die Sonderaufgabe zu dem Zeitpunkt noch nicht zutrauen, keine Silbe davon dass Du nicht geeignet wärst. Und sie vertrauen in Dich und geben Dir Zuversicht das Du dieses Problem in den Griff bekommst. Aus meiner Sicht hat man Dir die Hand gereicht.

    Auf den ersten Blick hätte ich das Gespräch auch als Frechheit empfunden. Ich wäre verletzt gewesen. Auf den zweiten Blick hätte ich darüber nachgedacht ob nicht doch ein Fünkchen Wahrheit in dem Vorwurf steckt und ich bereit bin mein Problem zu überdenken und anzugehen.

    Und zu dem Thema Mail, seit Deiner Ablehnung der Sonderaufgabe ist einige Zeit vergangen. Unter Umständen hat sich die negative Meinung über Dich vertieft oder verfestigt und man wirft Dir deshalb Unloyalität vor. Du hast die fehlgeleitete Mail klar als Versehen definiert. Sprich mit Deiner Vorgesetzten und erklär ihr den Dir unterlaufenen Fehler nochmals und rücke gerade dass Du hinter Deiner Arbeit und Deinem Arbeitgeber stehst.

    Zu guter Letzt ist es mein Standpunkt. Was Du Dir daraus ziehst liegt bei Dir. Vielleicht ist Dir ein wenig damit geholfen.

    Gruß Johanna

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    • #3
      AW: Ist das Mobbing? Empfehlung Therapie zu machen

      Hallo Rakete,

      ich war selbst lange im öffentlichen Dienst.
      Freiwillig (höherwertige) Sonderaufgaben zu übernehmen ohne vergütungsrechtliche Konsequenzen sind nicht vorgesehen, dafür kann kein Vorgesetzter gerade stehen. Deine Stellenbeschreibung müsste modifiziert werden, das ist mitbestimmungspflichtig seitens des Personalrats.


      Dass Du leicht aufbrausend bist, ist ein andere Thema, das hier nur zusätzlich eingebracht wurde. Ich weiss, es gibt Situationen, wo man ausflippen könnte, aber bitte nicht am Arbeitsplatz. Suche Dir einen privaten Ausgleich (Sport/Meditation). Du wirst wissen, wobei Du Dich am besten abreagieren kannst.

      Gruß
      Trauerweide

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