Hallo ihr Lieben..
ich möchte einfach nur mal meine Gedanken und Gefühle schreiben, weil es mir momentan, nach all den Jahren wieder zu schaffen macht.
Als ich 6 Jahre alt war, zog meine Familie mit mir ins Ausland. die Schule dort war schön und ich bin dort richtig aufgeblüht. 6 Jahre später ging es wieder weiter in eine andere Stadt und dort fing alles an.. man muss zuerst mal sagen, dass ich damals wirklich das hässliche Entlein war. Dicke Brille mit buntem Rand, sehr kräftig, lange Haare bis zum Po und mein Kleidungsstil.. nun ja, sagen wir mal so, für eine Altkleidersammlung hätte es gereicht. Einige sagen sich vielleicht, och, so hübsche lange (blonde) Haare sind was tolles, hätt ich auch gerne gehabt. Nun, ich hätte mir am liebsten eine Glatze geschoren. Kinder in der 7ten bis 9ten Klasse sind so grausam. Wäre es mir damals in den Sinn gekommen, mir selbst das Leben zu nehmen, wäre ich schon lange nicht mehr hier. Meine Eltern haben das Mobbing nie bemerkt und wenn ich mal was gesagt habe wie es mir erging, sagten sie nur, ach, dass wird sich wieder legen, es sind doch Kinder. Genau, es sind nur Kinder..
Es ging mit meinem Nachnamen an, ich werde ihn logischerweise hier nicht hinschreiben. Aus dem wurden lauter, äußerst kreative und obszöne Reime gedichtet, aus Synonymen wurden meine alltäglichen Schul-Namen. Ich konnte damals kaum Englisch und konnte mich somit auch nicht wehren. Ich wurde an den Haaren gezogen, ständig klebte mir Kaugummi, Marmelade oder Papierkügelchen in den Haaren, mir wurde der Zopf schon mal an ein Stuhlbein festgebunden und ich hab mir beim aufstehen ziemlich wehgetan. Es hört sich sicherlich komisch an, aber war die Hölle. Ich wurde von der Schule nach Hause verfolgt, beschimpft, mit selbstgedichteten Sprüchen sind sie hinter mir her und haben sogar nicht mal davor zurückgescheut, mit Steinen nach mir zu werfen. Ich hab jeden Tag drei Mal geweint, natürlich alleine und versteckt: vor der Schule, während der Schulpause (wo mich alle ausgegrenzt haben und gelästert haben, während ich alleine jahrelang mit einem Buch mich in einem Gebüsch versteckt habe, damit mich keiner mit dem Basketball "ausversehen" bewerfen konnte) und nach der Schule, abends in meinem Bett.
Mir wurden meine Sachen geklaut und irgendwie versteckt, oft lag der Rucksack im Mülleimer unter Butterbrotresten und klebrigem Cola-Rest aus der Dose, manchmal wurden meine Hausaufgaben genommen und vor meinen Augen zerissen.
Viele machten sich auch einen Spaß daraus, einen Laserpointer in meiner Brille reflektieren zu lassen, so dass ich nie meine Ruhe hatte und wenn ich mal meinen Mut zusammennahm und mich wehrte, taten sie so, als ob sie nichts gehört hätten.
Ein mal hätte ich fast einen der Idioten verprügelt, hab anstattdessen versucht, einen coolen Spruch aus "Friends" zu sagen, hab aber nur Gelächter geerntet und meine einzige "Freundin" hat mich auch ausgelacht. Diese Freundin war meine einzige Verbündete, die Einzige, die mit mir mal ein Wort wechselte. Es war aber auch diejenige, die mich liebevoll "Shithead" und "Idiot" nannte - immer. Ich war nur so dankbar, dass ich nicht ganz ohne Jemanden da stand, also ließ ich mir das alles gefallen..
Donnerstags hab ich immer gehasst, da gab es Gruppenstunde zum gmeinsamen Kochen und Lesen, wie der Name schon sagt, es gab jede Woche eine neu zusammengesetzte Gruppe. Natürlich wollte keiner mit mir in einer Gruppe sein.. das tat echt weh. Ich erinner mich noch, wie Leute aus anderen Gruppen die Mädels in meiner Gruppe diese bemitleided haben, weil sie mit "der da" arbeiten mussten. Als ich mal in den Ferien mit meinen Eltern wegfahren wollte, hab ich einige Mädchen, die mit mir ab und zu mal sprachen, ein Souvenir versprochen mitzubringen, damit sie mich mochten.
Ein anderes Mal saßen wir alle in der Aula, als der Feueralarm aufging. Alle sprangen auf, ich natürlich auch, aber da mein Fuß eingeschlafen war, fiel ich hin und verstauchte mir den Knöchel, so dass ich später von meiner Mutter abgeholt werden musste. Als ich da vor Schmerzen gekrümmt lag, sind ALLE über mich hinweg gestiegen, haben mich noch angeschnauzt warum ich im Weg liege und haben mich da liegen lassen. Hätte ein Lehrer sich nicht meiner erbarmt, wäre ich bei einem vorhandenen Feuer alleine gewesen ;-)
Ferienlager im Sommer waren natürlich auch oft an der Ordnung, NATÜRLICH wurde ich auch dort von Anfang an gemieden und ausgelacht.
Aufgehört hat das Ganze relativ schnell ab dem Punkt, wo ich Kontaktlinsen bekam und mich anders kleidete. Kleider machen doch Leute und das Aussehen an sich wird scheinbar so hoch gewertet, dass der Mensch dahinter außer Acht gelassen wird..
Alle diese "Kinder" wussten GENAU was sie taten und sagten, wenn ich sie noch mal sehen würde, kann ich für nichts garantieren.
Bis Heute leide ich unter einem oftmals zu geringen Selbstbewusstsein. Das merken die Leute und ich wiederrum merke, dass sie mich belächeln, überheblich werden und sich als meiner nicht würdig fühlen. Warum? Es gab eine Zeit, in der ich richtig hübsch war, abgenommen hatte und keine Brille mehr brauchte. Die Männer liefen mir hinterher (nicht so wörtlich nehmen ;-)) und ich hatte viele gute Bekannte. Jetzt bin ich wieder kräftiger und schon merke ich, wie mich die Leute anders sehen. Ich rede gerne, gehe auf die Menschen zu und sehe eigentlich ganz passabel aus, darum kann ich einfach nicht verstehen, warum ich das Gefühl habe, dass die Menschen sich ändern wenn man keine Traumfigur mehr hat und sich unsicher fühlt.. ich bin doch genau der gleiche Mensch wie vorher, nur ist es ein Teufelskreis.. etwas ändert sich zum negativen, ich werden unsicherer, die Leute merken es und reagieren darauf, daraufhin änder ich mich wiedernund rutsche weiter abwärts.
Es gab so viele Momente in der Vergangenheit, die ich niemals vergessen werden, leider ALLE nur negativ, da ich absolut keine Freunde hatte und meine restliche, kleine Familie in Deutschland lebte, so dass ich niemanden hatte. Nur meinen treuen Hund, der leider zu dieser schweren Zeit auch noch starb.
Falls sich jemand die Mühe gemacht hat, all dies zu lesen, hat jetzt einen kleinen Einblick in meine Vergangenheit bekommen und hat vielleicht ähnliches erlebt. Ich jedenfalls werde NIE vergessen und auch NIE vergeben, egal wie sehr ich über allem stehe. Es hat mir gezeigt, wie böse der Mensch sein kann aber es hat mir auch gezeigt, wie ICH nicht sein möchte.
ich möchte einfach nur mal meine Gedanken und Gefühle schreiben, weil es mir momentan, nach all den Jahren wieder zu schaffen macht.
Als ich 6 Jahre alt war, zog meine Familie mit mir ins Ausland. die Schule dort war schön und ich bin dort richtig aufgeblüht. 6 Jahre später ging es wieder weiter in eine andere Stadt und dort fing alles an.. man muss zuerst mal sagen, dass ich damals wirklich das hässliche Entlein war. Dicke Brille mit buntem Rand, sehr kräftig, lange Haare bis zum Po und mein Kleidungsstil.. nun ja, sagen wir mal so, für eine Altkleidersammlung hätte es gereicht. Einige sagen sich vielleicht, och, so hübsche lange (blonde) Haare sind was tolles, hätt ich auch gerne gehabt. Nun, ich hätte mir am liebsten eine Glatze geschoren. Kinder in der 7ten bis 9ten Klasse sind so grausam. Wäre es mir damals in den Sinn gekommen, mir selbst das Leben zu nehmen, wäre ich schon lange nicht mehr hier. Meine Eltern haben das Mobbing nie bemerkt und wenn ich mal was gesagt habe wie es mir erging, sagten sie nur, ach, dass wird sich wieder legen, es sind doch Kinder. Genau, es sind nur Kinder..
Es ging mit meinem Nachnamen an, ich werde ihn logischerweise hier nicht hinschreiben. Aus dem wurden lauter, äußerst kreative und obszöne Reime gedichtet, aus Synonymen wurden meine alltäglichen Schul-Namen. Ich konnte damals kaum Englisch und konnte mich somit auch nicht wehren. Ich wurde an den Haaren gezogen, ständig klebte mir Kaugummi, Marmelade oder Papierkügelchen in den Haaren, mir wurde der Zopf schon mal an ein Stuhlbein festgebunden und ich hab mir beim aufstehen ziemlich wehgetan. Es hört sich sicherlich komisch an, aber war die Hölle. Ich wurde von der Schule nach Hause verfolgt, beschimpft, mit selbstgedichteten Sprüchen sind sie hinter mir her und haben sogar nicht mal davor zurückgescheut, mit Steinen nach mir zu werfen. Ich hab jeden Tag drei Mal geweint, natürlich alleine und versteckt: vor der Schule, während der Schulpause (wo mich alle ausgegrenzt haben und gelästert haben, während ich alleine jahrelang mit einem Buch mich in einem Gebüsch versteckt habe, damit mich keiner mit dem Basketball "ausversehen" bewerfen konnte) und nach der Schule, abends in meinem Bett.
Mir wurden meine Sachen geklaut und irgendwie versteckt, oft lag der Rucksack im Mülleimer unter Butterbrotresten und klebrigem Cola-Rest aus der Dose, manchmal wurden meine Hausaufgaben genommen und vor meinen Augen zerissen.
Viele machten sich auch einen Spaß daraus, einen Laserpointer in meiner Brille reflektieren zu lassen, so dass ich nie meine Ruhe hatte und wenn ich mal meinen Mut zusammennahm und mich wehrte, taten sie so, als ob sie nichts gehört hätten.
Ein mal hätte ich fast einen der Idioten verprügelt, hab anstattdessen versucht, einen coolen Spruch aus "Friends" zu sagen, hab aber nur Gelächter geerntet und meine einzige "Freundin" hat mich auch ausgelacht. Diese Freundin war meine einzige Verbündete, die Einzige, die mit mir mal ein Wort wechselte. Es war aber auch diejenige, die mich liebevoll "Shithead" und "Idiot" nannte - immer. Ich war nur so dankbar, dass ich nicht ganz ohne Jemanden da stand, also ließ ich mir das alles gefallen..
Donnerstags hab ich immer gehasst, da gab es Gruppenstunde zum gmeinsamen Kochen und Lesen, wie der Name schon sagt, es gab jede Woche eine neu zusammengesetzte Gruppe. Natürlich wollte keiner mit mir in einer Gruppe sein.. das tat echt weh. Ich erinner mich noch, wie Leute aus anderen Gruppen die Mädels in meiner Gruppe diese bemitleided haben, weil sie mit "der da" arbeiten mussten. Als ich mal in den Ferien mit meinen Eltern wegfahren wollte, hab ich einige Mädchen, die mit mir ab und zu mal sprachen, ein Souvenir versprochen mitzubringen, damit sie mich mochten.
Ein anderes Mal saßen wir alle in der Aula, als der Feueralarm aufging. Alle sprangen auf, ich natürlich auch, aber da mein Fuß eingeschlafen war, fiel ich hin und verstauchte mir den Knöchel, so dass ich später von meiner Mutter abgeholt werden musste. Als ich da vor Schmerzen gekrümmt lag, sind ALLE über mich hinweg gestiegen, haben mich noch angeschnauzt warum ich im Weg liege und haben mich da liegen lassen. Hätte ein Lehrer sich nicht meiner erbarmt, wäre ich bei einem vorhandenen Feuer alleine gewesen ;-)
Ferienlager im Sommer waren natürlich auch oft an der Ordnung, NATÜRLICH wurde ich auch dort von Anfang an gemieden und ausgelacht.
Aufgehört hat das Ganze relativ schnell ab dem Punkt, wo ich Kontaktlinsen bekam und mich anders kleidete. Kleider machen doch Leute und das Aussehen an sich wird scheinbar so hoch gewertet, dass der Mensch dahinter außer Acht gelassen wird..
Alle diese "Kinder" wussten GENAU was sie taten und sagten, wenn ich sie noch mal sehen würde, kann ich für nichts garantieren.
Bis Heute leide ich unter einem oftmals zu geringen Selbstbewusstsein. Das merken die Leute und ich wiederrum merke, dass sie mich belächeln, überheblich werden und sich als meiner nicht würdig fühlen. Warum? Es gab eine Zeit, in der ich richtig hübsch war, abgenommen hatte und keine Brille mehr brauchte. Die Männer liefen mir hinterher (nicht so wörtlich nehmen ;-)) und ich hatte viele gute Bekannte. Jetzt bin ich wieder kräftiger und schon merke ich, wie mich die Leute anders sehen. Ich rede gerne, gehe auf die Menschen zu und sehe eigentlich ganz passabel aus, darum kann ich einfach nicht verstehen, warum ich das Gefühl habe, dass die Menschen sich ändern wenn man keine Traumfigur mehr hat und sich unsicher fühlt.. ich bin doch genau der gleiche Mensch wie vorher, nur ist es ein Teufelskreis.. etwas ändert sich zum negativen, ich werden unsicherer, die Leute merken es und reagieren darauf, daraufhin änder ich mich wiedernund rutsche weiter abwärts.
Es gab so viele Momente in der Vergangenheit, die ich niemals vergessen werden, leider ALLE nur negativ, da ich absolut keine Freunde hatte und meine restliche, kleine Familie in Deutschland lebte, so dass ich niemanden hatte. Nur meinen treuen Hund, der leider zu dieser schweren Zeit auch noch starb.
Falls sich jemand die Mühe gemacht hat, all dies zu lesen, hat jetzt einen kleinen Einblick in meine Vergangenheit bekommen und hat vielleicht ähnliches erlebt. Ich jedenfalls werde NIE vergessen und auch NIE vergeben, egal wie sehr ich über allem stehe. Es hat mir gezeigt, wie böse der Mensch sein kann aber es hat mir auch gezeigt, wie ICH nicht sein möchte.
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