Liebe Forum-Mitglieder, ich bin ganz 'frisch' hier und möchte mich gleich gerne mit Euch austauschen.
Der konkrete Anlass für meine Anmeldung ist, dass ich den Verdacht habe, von meiner neuen Teamleitung gemobbt zu werden. Nach zwei sehr netten Chefinnen unseres fünfköpfigen Teams, das sich durch große Einigkeit und Harmonie auszeichnet, bekamen wir vor einem guten halben Jahr eine neue Vorgesetzte, frisch aus dem internen Assessment Center: Jung, enagiert, karrierebewusst. An sich nichts Falsches, und sicher ist es auch als neue Vorgesetzte schwer, sich in ein neues, eingeschworenes Team zu finden. Allerdings mussten wir sehr bald feststellen, dass es schier unmöglich ist, ein konstruktives oder kritisches Gespräch mit ihr zu führen, von Kritik an ihren Entscheidungen oder Hinweise auf sonst gebräuchliche Abläufe im Tagesgeschäft ganz zu schweigen. Da ich ihr Stellvertreter bin, bekam ich natürlich sehr viel davon mit, vor allem auch, was meine anderen Kollegen an mich herantrugen - und unsere Eindrücke deckten sich da sehr.
Kurz und gut, mehrfach versuchten ich und eine weitere Kollegin, die Teamleitung anzusprechen, aber wir wurden immer mit leeren Worthülsen vertröstet oder schlicht und ergreifend mit unseren Argumenten in Grund und Boden geredet. Hatte sie mal keine Argumente mehr, wurde uns glattweg ins Gesicht gelogen. Parallel dazu kam uns aus mehreren anderen Bereichen unseres Unternehmens zu Ohren, dass sich die Chefin mehrfach recht despektierlich über mich und meine Kollegin geäußert hatte. So war ich 'neidisch auf ihre Position', was definitiv nicht stimmt, da ich das entsprechende Angebot der Firmenleitung dankend abgelehnt hatte unter Hinweis auf meine Gesundheit (Migräne und Fibromyalgie), und meine Kollegin 'probte den Aufstand' weil sie im Gegensatz zu mir oft gegen Vorschläge der Leitung Einwände hatte. Offen damit konfrontiert, stritt sie alles ab und betonte, wie sehr sie uns doch alle schätze.
Auch versuchte sie, uns gegeneinander auszuspielen: Den Anwesenden loben, den Abwesenden kritisieren etc. Dumm nur für sie, dass wir uns alles erzählten.
Da noch immer keine Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde, wandte ich mich in Absprache mit meinen Kollegen in meiner Funktion als Stellvertretung an die Regionalleitung (ihren Vorgesetzten), da wir leider keinen Betriebsrat haben. Der riet uns, die Sache in einem Gespräch unter uns zu klären und ihr noch Zeit zu geben, da sie ja noch jung und auch noch neu sei. Als wir dann zu zweit mit ihr sprechen wollten, weigerte sie sich und bestand darauf, uns getrennt voneinander zu sehen. Wir gaben nach, trugen unsere Punkte vor und wurden wieder mit vielen Worten vertröstet. Nach den Gesprächen wurde es in sofern schlimmer, als dass sie nun mit Argusaugen unsere tägliche Arbeit beobachtete und förmlich darauf wartete, dass wir Fehler machten. Jede noch so kleine Nachlässigkeit zog geradezu theatralische Kritik nach sich (eine versehentlich gelöschte E-Mail, die noch dazu völlig unwichtig war, löste geradezu einen cholerischen Anfall aus etc.). Besonders hatte sie es von nun an auf mich, ihre Stellvertretung, abgesehen. Einer meiner ehemaligen Chefinnen erzählte sie, sie habe kein Vertrauen in mich als Stellvertretung und sie fühle sich nicht unterstützt, ich würde das Team gegen sie aufhetzen. Völliger Unsinn, ich habe jede ihrer auch noch so unsinnigen Ideen mitgetragen, teilweise sogar gegen den Willen der übrigen Kollegen. Als sie mich dann wieder wegen einer Lappalie übertrieben kritisierte und mir sagte, wegen solcher Fehler habe es an anderer Stelle im Unternehmen schon Abmahnungen und Entlassungen gegeben - was definitiv nicht stimmt, wie ich hinterher erfragt habe - stellte ich sie zur Rede. Leider wurde es dabei ziemlich laut auf beiden Seiten, und es fiel auch die ein oder andere Unsachlichkeit, ebenfalls beiderseits.
Was tat die Chefin? Sie heulte sich bei der Geschäftsleitung aus, ich wurde zu einem Gespräch gebeten - nota bene ohne dass man sich vorher noch meine Stellungnahme anhörte. In Ermangelung eines Betriebsrates ließ ich mich vorher durch einen befreundeten Anwalt und die Gewerkschaft beraten, sodass ich recht entspannt ins Gespräch ging. Mittlerweile war ich psychisch so aufgerieben, dass ich um eine Versetzung ersuchte. Dies wurde aber abgelehnt, mit den Worten ich solle nicht vor Schwierigkeiten weglaufen, und obwohl das Gespräch von dem anwesenden Mitglied der Geschäftsleitung recht human geführt wurde, war es eine einseitige Veranstaltung. Es wurde fast nur mein angebliches Fehlverhalten angeprangert, meine Kritik wurde heruntergespielt. Ich solle mich doch gefälligst zusammenreißen und akzeptieren, dass dies eben meine Vorgesetzte ist. Recht freundlich wurde mir dann noch mitgegeben, dass ich, falls die Situation sich nicht normalisieren würde, zwangsversetzt werden würde - "aber das wird ja sicherlich nicht nötig sein"...
Gut, seitdem klappt es ganz gut zwischen uns, aber ich fühle mich immer noch übergangen und zu Unrecht 'abgebügelt', so sanft das auch war. Glücklicherweise stehen meine Kollegen alle hinter mir, und eine Kollegin ist durch die Vorgänge jetzt so verärgert, dass sie das nächste Gespräch mit der Geschäftsleitung suchen möchte. Ich hoffe nur, dass sich der Knoten im Magen auf Dauer löst - habe bisher immer gerne dort gearbeitet, aber momentan ist es eben einfach weniger angenehm. Mein Berater der Gewerkschaft riet mir, auf Mobbingzeichen zu achten und zu diesem Zwecke hier gewissermaßen ein 'Mobbingtagebuch' zu führen - ich hoffe, dass dies relativ leer bleiben wird, bin aber ehrlich gesagt total verunsichert.
Deshalb meine Frage ans Forum:
Kann man in diesem Fall von Mobbing sprechen? Psychoterror ist es für mich auf jeden Fall, und ich bin stärker als vorher entschlossen, mich auf Dauer nach einem neuen Job umzuschauen.
Vielleicht hat ja auch jemand von Euch eine ähnliche Situation miterlebt?
Ich freue mich auf Eure Antworten, liebe Grüße,
Estel
Der konkrete Anlass für meine Anmeldung ist, dass ich den Verdacht habe, von meiner neuen Teamleitung gemobbt zu werden. Nach zwei sehr netten Chefinnen unseres fünfköpfigen Teams, das sich durch große Einigkeit und Harmonie auszeichnet, bekamen wir vor einem guten halben Jahr eine neue Vorgesetzte, frisch aus dem internen Assessment Center: Jung, enagiert, karrierebewusst. An sich nichts Falsches, und sicher ist es auch als neue Vorgesetzte schwer, sich in ein neues, eingeschworenes Team zu finden. Allerdings mussten wir sehr bald feststellen, dass es schier unmöglich ist, ein konstruktives oder kritisches Gespräch mit ihr zu führen, von Kritik an ihren Entscheidungen oder Hinweise auf sonst gebräuchliche Abläufe im Tagesgeschäft ganz zu schweigen. Da ich ihr Stellvertreter bin, bekam ich natürlich sehr viel davon mit, vor allem auch, was meine anderen Kollegen an mich herantrugen - und unsere Eindrücke deckten sich da sehr.
Kurz und gut, mehrfach versuchten ich und eine weitere Kollegin, die Teamleitung anzusprechen, aber wir wurden immer mit leeren Worthülsen vertröstet oder schlicht und ergreifend mit unseren Argumenten in Grund und Boden geredet. Hatte sie mal keine Argumente mehr, wurde uns glattweg ins Gesicht gelogen. Parallel dazu kam uns aus mehreren anderen Bereichen unseres Unternehmens zu Ohren, dass sich die Chefin mehrfach recht despektierlich über mich und meine Kollegin geäußert hatte. So war ich 'neidisch auf ihre Position', was definitiv nicht stimmt, da ich das entsprechende Angebot der Firmenleitung dankend abgelehnt hatte unter Hinweis auf meine Gesundheit (Migräne und Fibromyalgie), und meine Kollegin 'probte den Aufstand' weil sie im Gegensatz zu mir oft gegen Vorschläge der Leitung Einwände hatte. Offen damit konfrontiert, stritt sie alles ab und betonte, wie sehr sie uns doch alle schätze.
Auch versuchte sie, uns gegeneinander auszuspielen: Den Anwesenden loben, den Abwesenden kritisieren etc. Dumm nur für sie, dass wir uns alles erzählten.
Da noch immer keine Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde, wandte ich mich in Absprache mit meinen Kollegen in meiner Funktion als Stellvertretung an die Regionalleitung (ihren Vorgesetzten), da wir leider keinen Betriebsrat haben. Der riet uns, die Sache in einem Gespräch unter uns zu klären und ihr noch Zeit zu geben, da sie ja noch jung und auch noch neu sei. Als wir dann zu zweit mit ihr sprechen wollten, weigerte sie sich und bestand darauf, uns getrennt voneinander zu sehen. Wir gaben nach, trugen unsere Punkte vor und wurden wieder mit vielen Worten vertröstet. Nach den Gesprächen wurde es in sofern schlimmer, als dass sie nun mit Argusaugen unsere tägliche Arbeit beobachtete und förmlich darauf wartete, dass wir Fehler machten. Jede noch so kleine Nachlässigkeit zog geradezu theatralische Kritik nach sich (eine versehentlich gelöschte E-Mail, die noch dazu völlig unwichtig war, löste geradezu einen cholerischen Anfall aus etc.). Besonders hatte sie es von nun an auf mich, ihre Stellvertretung, abgesehen. Einer meiner ehemaligen Chefinnen erzählte sie, sie habe kein Vertrauen in mich als Stellvertretung und sie fühle sich nicht unterstützt, ich würde das Team gegen sie aufhetzen. Völliger Unsinn, ich habe jede ihrer auch noch so unsinnigen Ideen mitgetragen, teilweise sogar gegen den Willen der übrigen Kollegen. Als sie mich dann wieder wegen einer Lappalie übertrieben kritisierte und mir sagte, wegen solcher Fehler habe es an anderer Stelle im Unternehmen schon Abmahnungen und Entlassungen gegeben - was definitiv nicht stimmt, wie ich hinterher erfragt habe - stellte ich sie zur Rede. Leider wurde es dabei ziemlich laut auf beiden Seiten, und es fiel auch die ein oder andere Unsachlichkeit, ebenfalls beiderseits.
Was tat die Chefin? Sie heulte sich bei der Geschäftsleitung aus, ich wurde zu einem Gespräch gebeten - nota bene ohne dass man sich vorher noch meine Stellungnahme anhörte. In Ermangelung eines Betriebsrates ließ ich mich vorher durch einen befreundeten Anwalt und die Gewerkschaft beraten, sodass ich recht entspannt ins Gespräch ging. Mittlerweile war ich psychisch so aufgerieben, dass ich um eine Versetzung ersuchte. Dies wurde aber abgelehnt, mit den Worten ich solle nicht vor Schwierigkeiten weglaufen, und obwohl das Gespräch von dem anwesenden Mitglied der Geschäftsleitung recht human geführt wurde, war es eine einseitige Veranstaltung. Es wurde fast nur mein angebliches Fehlverhalten angeprangert, meine Kritik wurde heruntergespielt. Ich solle mich doch gefälligst zusammenreißen und akzeptieren, dass dies eben meine Vorgesetzte ist. Recht freundlich wurde mir dann noch mitgegeben, dass ich, falls die Situation sich nicht normalisieren würde, zwangsversetzt werden würde - "aber das wird ja sicherlich nicht nötig sein"...
Gut, seitdem klappt es ganz gut zwischen uns, aber ich fühle mich immer noch übergangen und zu Unrecht 'abgebügelt', so sanft das auch war. Glücklicherweise stehen meine Kollegen alle hinter mir, und eine Kollegin ist durch die Vorgänge jetzt so verärgert, dass sie das nächste Gespräch mit der Geschäftsleitung suchen möchte. Ich hoffe nur, dass sich der Knoten im Magen auf Dauer löst - habe bisher immer gerne dort gearbeitet, aber momentan ist es eben einfach weniger angenehm. Mein Berater der Gewerkschaft riet mir, auf Mobbingzeichen zu achten und zu diesem Zwecke hier gewissermaßen ein 'Mobbingtagebuch' zu führen - ich hoffe, dass dies relativ leer bleiben wird, bin aber ehrlich gesagt total verunsichert.
Deshalb meine Frage ans Forum:
Kann man in diesem Fall von Mobbing sprechen? Psychoterror ist es für mich auf jeden Fall, und ich bin stärker als vorher entschlossen, mich auf Dauer nach einem neuen Job umzuschauen.
Vielleicht hat ja auch jemand von Euch eine ähnliche Situation miterlebt?
Ich freue mich auf Eure Antworten, liebe Grüße,
Estel
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