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Mobbingtagebuch1

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  • Mobbingtagebuch1

    Seit dem gemeinsamen 'Gespräch' mit einem Mitglied der Geschäftsleitung und unserer Teamleitung, bei dem es hauptsächlich darum ging, mir die Schuld für Unfrieden und Störung des Arbeitsklimas anzulasten (einen Betriebsrat als Beistand für uns Arbeitnehmer haben wir ja nicht), fühlt sich die Teamleitung derart gestärkt, dass sie uns vier Mitarbeiter immer stärker kontrolliert. Das quittiert natürlich einerseits ihre Unsicherheit, andererseits aber auch mangelndes Vertrauen und auch Schikane. Ich habe unter insgesamt fünf Teamleitungen gearbeitet, und noch nie war es derart stringent. Das Schlimme ist, dass sie vordergründig freundlich und jovial daherkommt - aber ich, und besonders meine Kollegin die zu mir hält, durchschauen sie. Hier kurz die neuesten Marotten:

    - Besagte Kollegin wird von mir ab und an im Auto mitgenommen, da wir recht nah beieinander wohnen. Vor vier Tagen, als wir wieder einmal zusammen gefahren waren, musste dann unbedingt einer von uns zwei Stunden früher gehen, damit wir nicht unnötig 'Stunden' aufbauen. Erstens war es Samstag und recht voll, zweitens haben sowohl ich als auch die Kollegin eher Minus- als Plusstunden. Trotz aller Argumente, sie gab nicht nach, bis ich freiwillig ging.

    - Obwohl ich bereits vier Stunden gearbeitet hatte, und mir noch eine Pause zugestanden hätte, meinte die Teamleitung, ich bräuchte sie ja nicht. Sehr arbeitnehmerfreundlich, ungeachtet der Tatsache, dass ich freiwillig verzichtet hätte.

    - Neben Bürotätigkeiten haben wir auch einen Verkaufsbereich, in dem wir alle kassieren müssen. Bei der kleinsten Unstimmigkeit werden jetzt von der Teamleitung Kassenberichte gezogen, auf denen sie akribisch nachgeht, wer welchen noch so kleinen Fehler begangen hat, um demjenigen dann freundlich grinsend seinen Fehler unter die Nase zu reiben.

    - Gestern wurden für eine Kundenbestellung versehentlich zwanzig Exemplare anstatt einem geliefert. Ich schaute nach: Die Teamleitung hatte die Bestellung getätigt. Sie gab das zwar zu, schob die Schuld aber auf denjenigen, der die Bestellung ohne sie zu kontrollieren rausgeschickt hatte. Ich weiß ja nicht, was passiert wäre, wenn nicht sie die Bestellung aufgenommen hätte.

    Diese Einträge sollen mir als Gedächtnisstütze dienen, ich freue mich aber dennoch über Reaktionen und Anregungen der Forumsmitglieder. Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Grüße,

    Estel

  • #2
    AW: Mobbingtagebuch1

    Hallo ,
    das kommt mir recht bekannt vor.Wir haben auch keinen Betriebsrat und ich habe lange Zeit nicht begriffen,was bei mir in der Abteilung passiert,bis ich dann letze woche zur Geschäftsführung bin.Die mischen sich aber nicht ein.Zitat:wir haben wichtigere Dinge zu tun,als Streitigkeiten zwischen Ihnen zu schlichten,wenn Sie keine Basis finden,auf der Sie miteinander arbeiten können,dann können Sie sich gern versetzen lassen......
    Hat mich sehr geärgert.
    ICh habe leider viel zu spät angefangen,ein Mobbingtagebuch zu führen .
    - Wenn Medikamente nicht rechtzeitig bestellt wurden,dann ist es grundsätzlich mein Fehler,auch wenn meine Vorgesetzte als letzte die Tabletten für unsere Patienten gerichtet hatte.
    -Überstunden?Sie darf welche machen,ich nicht,selbst wenn ich auf dem Dienstplan begründet habe,warum.
    -MAche ich keine Überstunden,werde ich mit der Arbeit oft nicht fertig,dafür gibt es dann eine herbe Zurechtweisung,gegen die ich mich nicht zur whr setzen kann,es heißt dann,ich sei überfordert.
    -Jeder Mensch macht Fehler,auf meine werde ich sehr heftig hingewiesen,weise ich sie darauf hin,dann ist sie tagelang böse,redet nicht mit mir
    ICh muß dazu sagen,wir sind nur zu zweit und müssen miteinander auskommen.....
    Die Geschäftsführung weiß genau,daß die Kollegin ihre Mitarbeiter schikaniert,aber es wird geduldet,denn sie ist schon lange im Haus und hat die Abteilung aufgebaut.
    ICh schreib mir jetzt alles auf,mit Zeit- und Ortsangabe.
    Liebe Grüße Schimmelreiter

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    • #3
      AW: Mobbingtagebuch1

      Hallo Schimmelreiter,

      ich Danke Dir sehr für Deine ausführliche Antwort - so unangenehm das auch für uns beide ist, es ist gut zu sehen, dass wir nicht allein sind. Was Du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor: Fehler nicht zugeben bzw. nur andere dafür verantwortlich machen, eine passive Geschäftsleitung... ich frage mich manchmal, wo wir eigentlich im Arbeitsalltag hingekommen sind. Wo ist die - ja schließlich mittlerweile auch gesetzlich festgeschriebene - soziale Verantwortung der Arbeitgeber in bezug auf Gesundheit und Wohlergehen der Mitarbeiter? Oder gilt die nur für Vorgesetzte?

      Glücklicherweise weiß ich ja eine liebe Kollegin hundertprozentig hinter mir, und so mache ich gute Miene zum bösen Spiel und schaue mittelfristig nach Versetzung oder Alternativen.

      Wie sieht es denn bei Dir aus? Würdest Du auch wechseln wollen oder hängst Du am Job?

      Liebe Grüße,

      Estel

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