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Mobbing in der Ausbildung

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  • Mobbing in der Ausbildung

    Guten Abend!

    Ich bin neu hier und seit September 2009 Schülerin in der 3jährigen Altenpflege-Ausbildung.
    Anfangs war ich echt überglücklich, als ich die Ausbildung in meinem Altenheim anfangen hab. Ich war froh, so ein Heim gefunden zu haben, das nach "kirchlichen Träger-Richtlinien" arbeitet und zudem einen Orden angehört.
    Mit den Ordensschwestern hab ich mich auf Anhieb super verstanden und ich kann sie wirklich alles fragen. Auch zwei meiner Kollegen sind dem Orden angeschlossen.
    Der restliche Personalstamm nahm mich gut auf, wenn es auch Ausnahmen gab. Mit einer dieser Ausnahmen arbeitete ich an meinem 6. Arbeitstag eine Spätschicht und es ging alles schief, was nur schiefgehen kann. Zu allem übel blieb ich dann noch mit meinem Kittelärmel in der Türklinke hängen und mir fiel das Tablett, das ich in der Hand hielt zu Boden. Der Grießbrei, der Tee und die Medikamente lagen gut vermischt am Boden. Ich schwitzte Blut und Wasser und ging mit eingezogenen Kopf zur diensthabenden Fachkraft, erklärte ihr mein Missgeschick und steckte das nachfolgende Donnerwetter widerspruchslos ein. Ich machte den Boden sauber und holte mir eine neue Portion und gab das Essen der Bewohnerin ein. Anschließend verzog ich mich erstmal auf die Toilette und heulte wie ein Schlosshund.
    Komischerweise arbeitete ich mit ihr keine Schicht mehr, bis vor ca. 2-3 Monate.
    Auch die ganze Zeit über lernte mir meine Anleitung sehr viel und ich erarbeitete mir in praktischen Prüfungen immer gute Noten.
    Es war alles in Ordnung und ich war echt zufrieden.

    Doch dann gab es einen Wechsel der PDL und der Heimleitung. Die frühere PDL, die mich noch eingestellt hatte, wechselte zur Heimleitung und eine aus dem ambulanten Pflegedienst kam zu uns ins Heim als neue PDL. Seitdem ist alles anders.
    Ich habe im Moment aktuell das Problem, dass mich meine PDL aus Personalmangel(viel krank und urlaub) an einem Wochenende zwischen zwei Schulwochen in die Schicht mit einem Geteilten Dienst und einer kompletten Frühschicht geschrieben hat. Da ich aber an diesem Wochenende nicht arbeiten konnte, hab ich aus schlechten Gewissen diese Schichten um eine Woche verschoben. In der Schule sagte man mir, dass ich zwischen den Schulwochen gar nicht arbeiten darf und deshalb rief meine Rektorin im Heim an und regelte für mich diese Sache. Ich wurde daraufhin "freigestellt"! Jedoch hatte ich da schon Bedenken, wenn ich dann nach Schulende und folgende Schulferien keinen Ansprechpartner habe, falls was sein sollte. Denn meine PDL war stinksauer.
    Ich ging also am letzten Julitag in die Arbeit und es war einigermassen okay.
    Am darauffolgenden Dienstag hatte ich einen Termin bei PDL und HL, zwecks eines von mir gewünschten Fremdpraktikum ausserhalb des Praktikumsbetriebes.
    Dieser Wunsch wurde mir zunächst erfüllt. Jedoch erhielt ich wegen dem nicht gearbeiteten Wochenende einen Anschiss, der sich gewaschen hatte. Es fielen Worte wie: ist noch nie vorgekommen, dass sich ein Schüler einer Anweisung widersetzt hat, sowas wird nicht nochmal geduldet, ist eine Anstandssache usw..
    doch damit nicht genug. In dieses Fremdpraktikum fällt ein von mir bereits gebuchter Urlaub. Diesen wollten sie mir streichen. Ich hab mit erfolg für diese 2 Wochen gekämpft muss aber im Gegenzug auf 8 Tage Oktober-Urlaub verzichten. Mit diesen Verzicht erhöht sich mein Resturlaub 2009 als Schülerin auf ganze 21 Tage. Ich habe versucht den Urlaub auf die ersten beiden Septemberwochen vorzuverlegen, aber ich hatte keine Chance, mit der Begründung, es wäre da nicht mehr möglich.

    Ich arbeite jetzt den ganzen August den üblichen Regeldienst im wöchentlichen Wechsel von Früh und Spät und hin und wieder mal frei.
    Am Dienstag hat sich dann eine neue Sichtweise ergeben, nachdem ich mir mit der anderen Schülerin eine Station in der Frühschicht geteilt habe. In der Übergabe sagte mir die PDL, dass es nicht sein kann, dass die eine Schülerin mehr als die Hälfte der Bewohner wäscht und ich grad mal 2-3 Bewohner wasche. Das hat nicht gestimmt und ich war total perplex. Ich hab dann noch versucht mit meiner Schülerin-Kollegin zu reden, doch sie schnitt mir das Wort ab und meinte noch so frech, sie hätte nur die Wahrheit erzählt. 5 Minuten später nahm mich eine Altenpflegehelferin zur Seite und machte mich zur Sau, weil sie genau weiß, dass ich daran Schuld hätte, das überall Inkontinenzmaterial fehlt, weil ich zu verschwenderisch damit umgehe. Ich protestierte leider vergebens, sie maschierte schnurstracks zur PDL.

    Einen Tag später kam die PDL und fragte die andere Schülerin nach ihren Resturlaub. Sie und ich haben fast die gleichen Tage. Dann sagte die PDL zu ihr, dass sie ihr eine Woche von den ersten beiden Wochen im September Urlaub in den Dienstplan geschrieben hat, weil sie so fleissig war. Muss ich fleissig sein, damit ich auch mal wieder Urlaub bekomme?
    Und die morgendliche Zusammenarbeit wäre besser, wenn ich auch mal was tun würde!?!? Ich weiss, dass die andere Schülerin gern meine Anleiterin gehabt hätte und mit ihrer unzufrieden ist. Aber warum muss ich darunter leiden? Und das im ersten Lehrjahr.
    Mir wird angekreidet, dass ich zuwenig Eigeninitiative entwickel und meinen Rhytmus nicht finde. Doch wie soll beides fördern, wenn mir laufend einer dazwischen funkt? Bewohner aus meinem Bereich wäscht und sich dann beschwert, weil sie zuviel machen muss? Die eine schickt mich dorthin und in den Augen der anderen ist das befolgen dieser Aufforderung schon verkehrt. Ich hab mir nachts schon die Augen aus dem Kopf geheult. Zur zeit sind 6 Leute krank, darunter allein schon 4 Fachkräfte.
    Die andere Schülerin und ich arbeiten kostenlos, denn wir werden vom Arbeitsamt gefördert.
    Ich funktioniere im Moment nur noch, mach meine Arbeit so gut wie nur möglich und trotzdem ist es verkehrt. Ich probiere Fehler zu vermeiden und werde unsicher und mach dadurch nur noch mehr falsch. Was mir ja laufend bestätigt wird. Muss ich für das nicht gearbeitete Wochenende vielleicht büßen?
    Am liebsten würd ich die ganze Ausbildung abbrechen..alles hinschmeissen!


    Ist das schon Mobbing?

    Danke fürs Lesen..und sorry, dass es so lang geworden ist.

    Viele Grüße von der See, maritime35

  • #2
    AW: Mobbing in der Ausbildung

    Hallo maritime,

    du schreibst es bereits, Ausnahmen gibt es immer und überall. In meiner Ausbildung als Krankenschwester musste ich so oft in einen saueren Apfel beißen und das ging bestimmt nicht nur mir so. Überhaupt in diesen sozialen Berufen wird meistens erwartet "die totale Hingabe und Aufopferung".Das stammt zwar noch von anno dazumal, hat aber immer noch einen Stellenwert. Wer dann noch großen Wert auf seine Freizeit, Urlaube ... legt, ist erst einmal gebranntmarkt. Viele verkennen das und haben deshalb oft Schwierigkeiten. Ich kann dir nur raten, in der nächsten Zeit Kompromisse einzugehen, kollegiales Handeln...Das soll nicht heißen, dass du dich einschleimen sollst, sonder Bereitschaft und guten Willen zeigen sollst.
    Dieser Beruf ist und wird Konservativ bleiben, da helfen auch nur solche Gegenmaßnahmen. Auch deine Lehrzeit geht vorbei und glaube mir, niemand hatte oder hat es in dieser Zeit leicht.
    Einen Ausbildungsplatz, wo nur Gerechtigkeit herscht, gibt es nicht.

    Viel Glück Minna

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    • #3
      AW: Mobbing in der Ausbildung

      Ich verstehe dich gut.Rede doch einfach mal mit deiner Berufsschulbetreuerin darüber oder gehe mal in eine Mobbingberatungsstelle z.b. von Verdi / die haben welche.Meine persönliche Meinung ist das du leider als Lehrling so ziemlich wenig Eingriffschancen hast / zumindest allein.Gewerkschaften stellen z.b. auch kostenlosen Rechtsschutz zur Verfügung.Ist die Möglichkeit gegeben deinen Praktikumsträger e.v. zu wechseln?Gibt es andere Heime in der Umgebung / dürfte allso nicht das Problem sein wenn du vom Arbeitsamt gefördert wirst.Vielleicht könntest du ja auch dort mal nachfragen.Dein Urlaub steht dir zu wenn er genehmigt wurde und mit einem Anwalt oder genug Hintergrundwissen z.b. von einer Gewerkschaft bekommst du das auch hin.Die Beiträge für Verdi wären bei dir als Auszubildende eh sehr gering allso sichere dich auch ab.Halt mich auf dem laufenden.Bin übrigens auch eine Altenpflegerin seid 15 Jahren im Beruf und ich weiß das in reinen Frauenvereinen der reinste Zickenterror herrscht.Arbeiten bei euch auch männer / ich nehme an nein.Mir ist das auch später noch passiert mit dem Mobbing nach langer Berufserfahrung aber auch in meinem früheren sozialen Jahr.Jetzt bin ich schlauer damals habe ich mich unterbuttern lassen.Holllllllllllllll dir Hilfe.

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      • #4
        AW: Mobbing in der Ausbildung

        Ich kann genau dein Problem nachvollziehen, ich befinde mich auch in einer so tollen Umschulungsmaßnahme zur exam. Altenpflegerin, habe im Oktober 2009 angefangen und zähle die Tage bis die Ausbildung vorbei ist. Es ist der totale Horror, der Beruf macht mir viel Spaß, ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen zu sehen wie viele Bewohner Fortschritte machen, wie dankbar sie sind, wieviel Vertrauen und Nähe man in diesem Beruf erlebt, doch dies wird alles getrübt durch die ständigen Lästereien und Ausspielereien, manchmal denke ich ob die wirklich den richtigen Beruf erlernt haben. Man sieht den alten Mensch nicht mehr als Mensch, sondern als Arbeit und Belastung. Altenpflege ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Ziehe die Ausbildung durch egal wie, nach diesem Motto lebe ich tagtäglich, du tust es für die Menschen, ignoriere deine Kollegen, mache deine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und wenn alles nichts mehr hilft wechsel den Betrieb, du bist kostenlos dir stehen alle Türen offen. Aber glaube mir :woanders sieht es nicht besser aus, in diesem Beruf sind viele falsch. Doch merke Dir, wir sind eine neue Generation die Pflege professionell durchführen kann, ohne wenn und aber.

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