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Mobbing im Zivildienst

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    Hallo zusammen,

    ich möchte über Mobbing (ist es wirklich Mobbing oder bin ich nur sehr sensibel?) an meinem Zivildienst-Arbeitsplatz berichten.
    Ich bin auch schon betroffen von der neuen Regelung des 6-mönatigen Zivildienstes. Ende Januar bin ich fertig. Jetzt werden einige denken "Komm, der eine Monat ist doch noch zu überleben!". Klar, dass denke oder dachte ich mir auch zuerst. Allerdings will ich nicht das Thema unter den Tisch kehren und später im Berufsleben kommt das erneut vor und ich weiß mich nicht zu wehren / damit umzugehen.

    Ich versuche mal, möglichst kurz über mein Problem zu berichten:
    Meine offizielle Aufgabe (weshalb die Stelle wohl den ZD-Platz bekommen hat) ist zwei Mal die Woche für drei Stunden Seniorenbetreuung. Den Rest der Woche, immerhin dann noch 33 Stunden, arbeite ich eher in der "Haustechnik", bin Ersatzhausmeister und sonst auch eher "Mädchen für alles", schleppe und fahre Sachen von A nach B, arbeite die an Fließbandarbeit erinnernden Aufgaben ab und repariere alles mögliche, damit kein Handwerker / Elektriker gerufen werden muss (,der dann teuer bezahlt werden müsste).

    Die erste Zeit, vielleicht die ersten drei Monate, war eigentlich alles ok. Ich habe meistens über dem Soll von 7h48min gearbeitet und m.E. nach meine Aufgaben ordentlich absolviert - bei den meisten Aufgaben kann man ja eigentlich nichts falsch machen.

    In letzter Zeit jedoch häuft sich die Kritik seitens meines Vorgesetzten. Was ich natürlich überhaupt nicht verstehe, weil ich nach meinem eigenen Empfinden mir für die Firma den A**** aufreiße. Ich helfe Kunden und allen Mitarbeitern bei allen möglichen Aufgaben und bin sonst auch immer freundlich, frage in Zeiten ohne Arbeit selbstständig nach ihr und weiß ehrlich gesagt nicht, was ich denn bitte noch alles tun soll.

    Das erste Mal, dass ich etwas nicht so gemacht habe, wie ich es hätte tun sollen, war beim simplen Lochen eines Blätterstapels. Mein Chef bemerkte zur Anfangszeit zwar, dass er in manchen Dingen recht "penibel" sei. Genau DAS dachte ich von mir eigentlich auch, weil ich es gerne habe, dass alles ordentlich steht und kein Eselsohr etc. herausguckt usw. Nachdem mein Chef meinte, das sei nicht so gelocht, wie er es wollte, tat ich dies natürlich und seitdem gebe ich mir bei jeder ähnlichen Aufgabe die größte Mühe, die Arbeit so zu verrichten, wie ER es für nötig hält, was ich bisher auch nicht wirklich schlimm fand.

    Vor ca. drei Wochen dann bat er mich mal wieder in sein Büro, nicht um mir eine neue "zivimäßige" Aufgabe wie z.B. Blätter ordentlich schneiden zu geben, sondern weil er mit mir "reden müsse". Ich dachte mir nicht viel dabei, bin eigentlich auch nicht übermäßig allergisch auf Kritik. Er redete davon, dass ich "nicht so präsent in der Geschäftsstelle sei" wie andere vorherige Zivis. Jaja, der letzte Zivi war schon öfters als "perfekt" dargestellt worden. Ich hakte nochmal nach und meinte, ich verstünde nicht, was er damit meint, er könne mir ja mal sagen, was ich denn anders tun sollte. Immerhin lenkte er etwas ein und meinte, "dass sich das Aufgabenfeld für Sie (den Zivi allg.) im Gegensatz zu den vorherigen Zivis vielleicht etwas geändert hat". Als Kompromiss könnten wir ja ausmachen, dass ich ab sofort JEDEN Morgen ihm eine E-mail schicke, in der ich aufliste, welche Aufgaben ich an diesem Tag zu tun habe, damit er weiß, WO ich WAS mache während der Arbeitszeit. Es würde ihm auf die Nerven gehen, wenn er mich die ganze Zeit anrufen müsste, um zu erfahren, wo ich denn sei. Vorher hatte er schon einmal bemerkt, ich solle doch bitte bei jemandem Bescheid sagen, wenn ich aus dem Haus gehe (, um, nebenbei bemerkt, meistens mit meinem Privatwagen irgendwo hin zu fahren). Was ich danach auch brav tat. Anscheinend ist er zu faul, bei der Kollegin nebenan nach zu fragen oder sie vergisst es, was ich ihr eigentlich nicht unterstellen würde.

    Zum etwa gleichen Zeitpunkt gab mir eben jene Kollegin die Aufgabe, bei einer Heizungsfirma unter einer speziellen Nummer (ich soll bitte diese Nummer anrufen, da erreich ich den Zuständigen) anzurufen, um eine kleine Frage bezüglich der Heizung zu klären. Zuerst verstand ich nicht, wieso ich eigentlich jetzt diese Aufgabe übernehmen sollte, was mir dann aber egal war. Ein-einhalb Wochen lang versuchte ich min. einmal am Tag, jenen Mitarbeiter zu erreichen, hatte aber keinen Erfolg. Auf eigene Recherche hin erfuhr ich schließlich, dass es doch die falsche Nummer war. Ich rief also an und der dortige Chef meinte, ich soll doch bitte eine E-mail schreiben. Hab ich getan, keine Antwort. Das war diesen Montag.

    Gestern Morgen dann rastete mein Chef vor zwei Kolleginnen aus und machte mich zur Sau, warum denn diese Scheißaufgabe jetzt seit drei Wochen ohne Ergebnis wäre. Ich verwies nur darauf, dass ich es probiert habe und auch schon unten war und herumprobiert habe, aber ohne Erklärung eines gelernten Installateurs das nicht einfach ändern wollte, um nicht irgendwas falsch zu machen. Ich rief eine Stunde später dann nochmal dort an und prompt bekam ich mit, dass mein Chef dort auch schon angerufen hatte und sie sich jetzt darum kümmern würden (aber nicht, wenn ich zuerst selbst anrufe?). Wie der "Zufall" es wollte, hatte ich auch dann eine Antwort auf meine E-mail im Postfach, als ich wieder Zugriff an den PC hatte. Die Antwort half mir allerdings nicht weiter, ich schrieb zurück (Scheiß E-mail-Verkehr...) und heute, als ich gerade nach Hause fahren wollte, bat mich mein Chef wieder in sein Büro.

    Er verstünde mich nicht, sei "überhaupt nicht zufrieden" mit meiner Arbeit. Ein Schlag ins Gesicht nach vier-einhalb von sechs Monaten Zivildienst in einem überaus breiten Aufgabenspektrum, fast alles ohne Einweisung, Tätigkeiten, die man vorher noch nie gemacht hat, ich könnte ewig weiter so auflisten. Er verwies auf eine Anleitung der Heizung, die sich nun auf seinem Tisch befand. Ich war sehr ungläubig, wo denn nun diese Anleitung her käme. Er meinte, "da wo sie hingehört, bei der Heizung". Natürlich, dort hatte ich ja nicht nur schon drei Mal geschaut, nicht alles auf den Kopf gestellt, aber den Anleitungenstapel direkt vor der Heizung genauestens durchgesucht. Dort hatte ich niemalsnie einen dicken Ordner übersehen. Mit ihr wäre es wahrscheinlich ein Leichtes gewesen, das Problem zu lösen. Ich erwiderte nur, dass ich "mein Bestes" gäbe und zugeben müsse, dass ich die ersten beiden Wochen vielleicht etwas lahmarschig mit der Aufgabe umgegangen bin, weil ich deren Priorität nicht so hoch einschätzte. Aber in dieser Woche hätte ich alles in meiner Macht stehende getan. Wieder meinte er, dass die "vorherigen Zivis" das alles besser gemacht hätten als ich und ich vielleicht, "auch in Hinblick Ihrer beruflichen Zukunft", mal etwas zur Seite schauen müsste und nicht nur engstirnig arbeiten solle. Also für mich, um auf das Beispiel zurückzukommen, sollte sich eine Anleitung der Heizung dort befinden, wo sich auch die restlichen Anleitungen befinden.

    Jedenfalls habe ich so langsam keine Lust mehr, auch nur ein kleines bisschen Energie in die Firma zu stecken. Ich habe mittlerweile ca. 40 Überstunden angesammelt und bin auch niemand, der sich irgendwo hinsetzt und nichts tut. Was ich ihm im Übrigen auch schon versicherte. Ich fühle mich langsam wirklich verar****. Ich erledige die ganze Zeit, wie für einen Zivi ja üblich, die ......arbeit aller Mitarbeiter und bin dazu noch der Hausmeister, der sich um alles kümmern darf. Ich bekam ein einziges Mal ein Lob, als ich das Protokoll für eine Dienstbesprechung schreiben sollte. Ansonsten wird an meiner Arbeit, sei es das Vorbereiten eines Raumes o.ä., immer noch irgendetwas verändert, entweder wird es einfach gemacht, während ich noch anwesend bin oder ich räume am nächsten Tag wieder auf und nichts steht so, wie ich es hingestellt hatte. Was mir ziemlich widerstrebt, wenn ich lange Zeit darüber nachdenke, wie es wohl am besten aussähe und mir viel Mühe gebe. Die Dozenten, für die ich Sachen vorbereitet habe, waren immer sehr zufrieden mit mir, ich verstehe mich mit eigentlich allen Mitarbeitern super. Manchmal fallen dann von deren Seite so Dinge wie "Der Chef kommt bestimmt nochmal, um es sich anzusehen" oder "So ist er halt, unser Chef. Jeder hat ja seine Macken". Komischerweise komme ich also mit allen super klar und erledige auch gerne deren "......arbeit", weil ich weiß, dass die meisten es zu schätzen wissen. Nur beim Chef komm ich wohl nicht an, als ob er mir durch die "perfekten Zivis" von vorher von Anfang an überhaupt keine Chance gegeben hätte. Manchmal denke ich mir, irgendwas muss ich doch auch mal besser tun als meine Vorgänger. Irgendwas!

    Kritik zu akzeptieren und daraus sich zu entwickeln ist ja schön und gut. Ich habe auch mittlerweile, nicht so wie vor zehn Jahren, gelernt, damit umzugehen und nicht einzuschnappen. Mittlerweile aber überwiegen fast schon Selbstzweifel. Dass ich nichts ordentlich tun kann und auch nichts auf die Reihe bekomme. Unterstützung seitens der Mitarbeiter habe ich mit einer Arbeit über nur ein halbes Jahr auch nicht zu erwarten. Ich frag mich zunehmend, warum ich mir eigentlich überhaupt noch Mühe bei meiner Arbeit gebe.
    Ich bin auch nicht der Mensch, der dann, wenn die Mitarbeiter mir eine wirklich wichtige Arbeit auftragen, einfach auf krank macht und nach Hause geht oder sich morgens abmeldet, wenn ich wüsste, dass an diesem Tag wichtige Arbeiten zu erledigen sind. Aber einfach so weiter zu machen wie bisher kommt auch nicht in Frage.

    Soll ich meinen Chef in einem weiteren Vier-Augen-Gespräch darauf aufmerksam machen, dass ich es langsam satt habe, den ......arbeitler zu spielen, der sich um alle weniger wichtigen Sachen kümmern müss, die ich vorher meist noch nie getan habe (Bsp. Heizung)? Und dass ich eigentlich keine Lust hätte, mir weiterhin den A**** aufzureißen? (Natürlich nicht in dieser Wortwahl)

    Oder was würdet ihr mir empfehlen zu tun? Ich kann so wie momentan nicht ohne bitteren Beigeschmack morgens zur Arbeit gehen aus Angst, wieder jemandem irgendwas nicht Recht machen zu können oder vor Mitarbeitern angeschnauzt zu werden. War, als ein Praktikant für eine Woche zu Besuch war, übrigens auch schon so. Gleich an seinem ersten Tag wurde ich vor ihm laut darauf hingewiesen, was ich an jenem Tag zu tun habe. Was ich auch schon wusste und gerade vorhatte zu tun... Ich bin auch schon sehr gespannt auf mein Arbeitszeugnis, viel darf ich ja nicht erwarten.

    Vielen Dank für euren Rat!

    MfG SportAss
    Zuletzt geändert von SportAss; 16.12.2010, 19:33.

  • #2
    AW: Mobbing im Zivildienst

    Hi Du,

    ich kann Dich total verstehen, so eine Abacke!
    Der würde mich so reizen, den würde ich massiv kürzen.

    Lass dir etwas einfallen,
    der schickaniert dich!!

    einen lieben Gruß.


    AH und noch was!!!!
    Besorg dir die Namen deiner Vorgänger,
    frag ihn direkt wenn er die wieder so in den Himmel hebt.
    Und nimm Kontakt auf, frage nach!
    Der hat die genauso schickaniert. Jede Wette.
    Der hat den totalen Dreck am Stecken,
    so routiniert und systamatisch wie er vorgeht.
    Oje
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von Oje; 17.12.2010, 16:56. Grund: PS
    Geld regiert die Welt.
    Geld hat kein Gewissen.

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    • #3
      AW: Mobbing im Zivildienst

      Erste Gegenmaßnahme. Dein PKW ist privat. Du musst den nicht dienstlich benutzen. Zweite Gegenmaßnahme. Bei Arbeiten, die Fachkenntnisse voraussetzen, stell Dich "dumm"- Du bist Zivi und weder Klempner oder Heizungsmonteur, noch Hausmeister, denn ich glaube kaum, dass Du dort nach der Zivizeit unbedingt weiter arbeiten willst. Mit anderen Worten "Dienst nach Vorschrift", alles andere bringt bei dem Chef nichts und er kann dagegen nicht mal was machen. Sieh die restliche Zeit gelassen, den siehst Du nie wieder und brauchen tust Du den bestimmt nicht, momentan braucht er Dich. Aus der Zivizeit sollte man nicht beschädigt rauskommen, schütz Dich selber davor. Du bist kein Angestellter, der vom Chef so was von abhängig ist- mach Dich also nicht abhängig, im dem Du dem alles recht machen willst. Du musst nur mit Dir zu frieden sein, über das was Du geschafft hast, lass Dich nicht kaputt spielen- auch als Zivi ist man in erster Linie Mensch.
      Gruß Ram

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