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    Hallo zusammen,

    vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Aktuell habe ich keine Ahnung, wie ich aus meiner Situation heraus komme. Zwar ist es bei mir nie so schlimm geworden wie bei euch - meine Kündigung sorgte dafür - aber mir geht es trotzdem ziemlich besch....

    Ich arbeite bei einem der Top Arbeitgeber Deutschlands (die rote Auszeichnung, ihr wisst schon).
    Zuerst über Zeitarbeit, dann wurde ich übernommen mit einem 1 Jahresvertrag.
    Ursprünglich habe ich die Zeitarbeit eigentlich nur für den Übergang nutzen wollen, die Tätigkeit war weit unter dem, was ich nach dem Studium als Berufseinstieg (!!!) hatte.
    Mein damaliger Vorgesetzte überredete mich im 3 Monats Takt, und machte mir große Versprechungen. Nur auf einmal war der Vorgesetzte weg - gegangen worden.
    Ich litt damals schon an heftigen gesundheitlichen Problemen, die aus der Art der Tätigkeit und der zur Verfügung gestellten Arbeitsgeräte resultierte: den ganzen Tag pflegte ich Daten in ein System ein, meist per Copy & Paste. Ich machte also den ganzen Tag nur eins: die Maus hin und her schieben bzw. zu klicken. Und das mit uralt-Geräten.

    Nach meiner Übernahme änderte sich nichts daran, nur dass mir Woche für Woche mehr klar wurde, dass ich dafür eingestellt wurde, die ......arbeit zu machen, während ein Kollege mit bspw. weniger Qualifikation diese nicht machen musste.

    Ich fing also einen Lehrgang privat bezahlt an, um aus diesem Kreislauf wieder rauszukommen. Weiterbildung hilft ja bekanntlich immer.
    Die Weiterbildung dauerte ein halbes Jahr und so musste ich die Zähne zusammen beißen und durchhalten. Trotz mehrmaliger Hinweise auf meine Erkrankung der Hand sah kein Vorgesetzter Handlungsbedarf. Und Vorgesetzte hatte ich viele seit meiner Festanstellung: seit Oktober 2010 genau 4 (!).
    Irgendwann wurde dann eine neue Mitarbeiterin eingestellt, mit dieser sollte ich eng zusammen arbeiten. Anfangs dachte ich, sie würde sich dumm stellen, aber dann begriff ich, dass diese Frau fachlich nicht qualifiziert ist. Ich als überqualifizierter und unterforderter Mitarbeiter schulte diese Frau also - dafür schrie sie mich öffentlich an, stellte mich auf Teamversammlungen bloß und machte eine Zusammenarbeit unmöglich. Zudem bereitete sie mir eine enorme Mehrarbeit, die sie ständig falsche Dinge briefte (sie hat ja wirklich so gar keine Ahnung vom Fachgebiet)

    Dazu kam, dass meine Werkstudenten immer weniger anwesend waren und auch kein Vorgesetzter da Handlungsbedarf sah. Andere Abteilungen wiesen ihn darauf hin, dass ich das vom Arbeitsvolumen her alleine nie schaffen könnte und er unternahm nichts. Ich hatte also keine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung und war sozusagen der Depp vom Dienst. Und ich wurde in ein neues team versetzt. Natürlich wieder mit ganz viel Versprechungen bezüglich Entwicklungsmöglichkeiten. Es war aber eine Entwicklung zurück, nicht vorwärts.... während Werkstudenten und Praktikanten interessante Tätigkeiten machen durften - vom Niveau hier um einiges höher angesiedelt als meine Aufgaben - saß ich da und durfte mit einem sehr gutem Studium und 3 Jahre Berufserfahrung einen absoluten Idiotenjob machen.

    Mir ging es gesundheitlich immer schlechter, ich konnte mit meiner Hand nicht mehr die Arbeit von 3 Leuten machen.... und mein aktueller Vorgesetzter war sowohl fachlich als auch menschlich unter jeglicher Meßgrenze. Ich kündigte also ohne etwas neues zu haben. Denn es kann ja nur besser kommen.

    Ab da fing es erst richtig an: ich erhielt keine Zielvereinbarungen. Diese Zielvereinbarungen sind Grundlage für meinen Bonus, der beträchtlichen Anteil an meinem Gehalt hat.
    Ich wies mehrmals darauf hin - mündlich und schriftlich - keine Reaktion vom Vorgesetzten.

    Nachdem ich in einer Teamversammlung wieder mal bloß gestellt wurde: ich musste vor allen versammelten meine Projekte aufzählen und wie ich sie aktuell priorisiert habe. Dann wurde gemeinschaftlich meine Priorisierung kritisiert - anwesend waren hauptsächlcih teamkollegen aus einem anderen Bereich die nichts mit mir zu tun hatten.
    Warum musste ich das tun? Meine fachlich unqualifizierte Kollegin hatte sich beschwert, dass ich zu langsam bin....
    Meine Themen wurden in dem Meeting vom Vorgesetzten abgewürgt, mit dem Hinweis, dass das ja nicht interessant wäre. Er unterbrach eine Kollegin und mich mitten im Gespräch....
    Leider habe ich aber sonst keinen Ansprechpartner. Ihn interessierts nicht und meine andere Kollegin die eigentlich dafür verantwortlich wäre, checkt es nicht und macht nur Projekte, die für sie imagefördernd sind.

    Am nächsten Tag schrieb ich meinem Vorgesetzten, dass mir nicht klar ist, warum allein ich vor versammelter Mannschaft diese Aufzählung machen musste und dass - wie bereits mehrmals hingewiesen - die Engstelle an anderer Stelle (meine Kollegin) liegt.
    An diesem Tag ging ich auch mit dem Rest von meinem Team zum Chef der Kollegin. Wir im Team sind 4. Ich habe als einzige einen anderen Chef...kompliziert
    Wir beschwerten uns also zu dritt über unsere Kollegin, die noch in der Probezeit war.

    Am nächsten Tag wurde es bei mir gesundheitlich sehr schlimm. Endlich ging ich nochmals zu den Ärzten, mittlerweile hatte ich diverse körperliche Schäden erlitten.

    Es folgte eine 3 wöchige Krankschreibung. Während dieser kommunizierte ich mit meiner Firma, dass ich andere Arbeitsgeräte brauche und einen ergonomischen Arbeitsplatz. Es hieß darauf hin, ich solle ein Attest bringen und alles würde geregelt werden - sowohl schriftlich als auch mündlich. Ich brachte ein Attest. Und kam nach den 3 Wochen wieder.

    Getan hatte sich nichts, es hieß nun, ich müsse ein betriebsärztliches Attest bringen... Ich legte also mein fachärztliches Attest dem Betriebsarzt vor und telefonierte mit diesem.
    Dieser wusste nicht, welche Produkte an Hand des Attestes in Frage kommen (und wieder mal die Inkompetenz, die hier stetig am Laufen ist) und ich solle meinen Facharzt fragen. Facharzt weigerte sich konkrete Produkte zu nennen, da er das nicht darf.
    Nun will mir der Betriebsarzt ein Standard-Attest ausstellen, das bei weitem nicht dem gerecht wird, was ich eigentlich bräuchte....

    Nach der 3wöchigen Krankschreibung versuchte ich 2,5 Tage zu arbeiten und musste dann wieder heimgehen und zum Arzt: wieder zwei Wochen krankschreibung.

    Bis heute habe ich keine Zielvereinbarung, Ende Mai wird mein letzter Arbeitstag sein....
    Warum mich die Geschichte überhaupt noch interessiert? Nunja ich habe bisher keine neue Stelle.
    Habe gute Arbeit geleistet, aber ohne Zielvereibarung wird mir ein großes Stück vom Gehalt fehlen.
    Wie wird mein Zeugnis aussehen? Ich hatte 4 verschiedene Vorgesetzte seit Okt 2010. Wer kann das fair beurteilen?
    Ich würde so gerne wieder kommen und eine ordentliche Übergabe machen und mich von meinen Kollegen verabschieden.... aber wie soll ich das, wenn ich weiß, dass sich mein gesundheitlicher Zustand gleich wieder verschlimmert, weil nichts getan wird?
    Ich habe chronische Schäden durch diese Arbeitsstelle erlitten.... die ziehen sich wahrscheinlich durch mein ganzes Leben. Dafür dann auch noch ein Sch... Zeugnis und wenig Gehalt?

    Mein Vorgesetzter ist auch "neu" in der Firma, d. h. er ist auch noch in der Probezeit.... über ihn ist die Geschäftsführung. Ich arbeite bei einem sehr bekanntem Unternehmen...
    Das ich eigentlich nicht verklagen will. Aber anscheinend geht es nicht anders. Seht ihr hier irgendwelche Erfolgschancen?

    Genannte obige Mitarbeiterin wurde inzwischen übrigens aus der Probezeit heraus übernommen...eine zweite Kollegin aus dem vierköpfigem Team hat gekündigt. Die Stelle des Dritten Kollegen ist aktuell ausgeschrieben, evtl. hat auch dieser gekündigt....
    Es kann nicht sein, dass so ein Unternehmen eine Top Arbeitgeberauszeichnung und Preise für Gesundheitsförderung bekommt.

    Ich sitze hier, mir gehts sowohl körperlich als auch psychisch sch.... und möchte nicht komplett aufgeben. Auch ist für mich nicht klar, was nach den 2 Wochen passiert, wenn ich wieder komme in die Arbeit.... ihr versteht.

    Liebe Grüße
    Elke

  • #2
    AW: Auf besonderem Niveau

    Habe gerade Martins Ausführung über den "Zucker" gelesen.
    Das ist glaub ich auch der Schlüssel meines Problems...ich poche auf meine Kompetenz - wozu dann Zucker? Vielleicht sollte ich mal das zuckern üben...

    Für mich ist das gerade psychisch sehr übel. Wenn ich meinen Eintrag hier objektiv versuche zu lesen, mit Abstand, dann würde ich mir selbst raten es einfach gut sein zu lassen mit der Firma und mich nie wieder so verarschen zu lassen. Und in Zukunft einfach nur Jobs annehmen, die ich auch wirklich haben möchte, keine "not-jobs" mehr...

    Aber das ist sehr unbefriedigend.

    Ich werde am Montag nochmal ein Gespräch mit einer Führungskraft aus einem anderen Bereich haben. Ich weiß allerdings nicht, ob er mir helfen kann/wird/will.
    Ich möchte einfach, dass die ganze Sache "smooth" für beide Parteien auseinander geht....

    Mir tut aktuell mein Arm bei den kleinsten Kleinigkeiten weh, ob es beim Zähne putzen oder bügeln ist. Auto fahren kann ich schon lange nicht mehr. Jedes Mal die Erinnerung damit verbunden, warum das so ist. Denn ich habe ja auch einen Großteil der Schuld - es gehören immer zwei dazu.

    Vielleicht hat ja irgend jemand von euch noch einen schlauen Ratschlag für mich? Würde mich sehr freuen....

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    • #3
      AW: Auf besonderem Niveau

      Hallo Elke,

      hast Du schon mal daran gedacht den Betriebsrat zu Rate zu ziehen? Er kann Dir zumindest bei der Arbeitsplatzbeschaffenheit (Ergonomie) weiterhelfen. Da Du offensichtlich an einem Computerarbeitsplatz beschäftigt bist, gilt hier die Bildschirmarbeitsplatzverordnung, die seit dem 01.01.2010 gültig ist. Der Rentenversicherungsträger kann eventl. auch helfen, z.B. Gestellung eines Bürostuhls bei einem Rückenleiden.
      Bei einer anstehenden Kündigung durch den AG kann u.U. auch der Betriebsrat helfen bzw. Tipps geben. Hat der AG bereits gekündigt gibt es Fristen um gegen die Kündigung zu klagen. Aus meiner Erfahrung im Betriebsrat kann ich bestätigen das bei fast allen Klagen eine Abfindung für den AN entschieden wurde.

      liebe Grüße
      Simon51

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      • #4
        AW: Auf besonderem Niveau

        Hallo Simon,

        danke für deine Antwort.
        Aber es gibt keinen Betriebsrat (mit gutem Grund...).
        Auch habe ich bereits gekündigt, wie oben geschrieben.

        LG
        Elke

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