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Ist das mobbing?

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  • Ist das mobbing?

    Hallo , ich möchte mal kurz meine Geschichte erzählen.
    Ich arbeite seid 1 Jahr mit meiner Kollegin in einer Krippengruppe. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Mit dem restlichen Team hab eich auch ein sehr gutes Verhältniss. Ich bin seid 10 Jahren in der Einrichtung und war immer zuverlässig, fleixibel und pflichtbewusst.
    Vor 3 Wochen hat unsere Chefin mit jedem Kollegen ein Mitarbeitergespräch geführt.Dabei ist meiner direkten Kollegin gesagt worden das sie sich mehr in unsere Arbeit einbringen muß und das wir gleichberechtigt arbeiten. Nicht wie Gruppenleitung und Zweitkraft.
    Meine Kollegin war darüber sehr sauer und ich denke da spielt auch Neid eine ganz große Rolle.
    meine Kollegin ist ein komplett andere Typ als ich. Sie ist eher spontan und plant nicht voraus. Sie macht nur Dienst nach Stechuhr oder kommt zu spät , kaum Überstunden sie besucht keine Sitzungen und macht keine Fortbildungen. Während dessen ich in diesem Jahr 8 Fortbildungen besuche um mich zu qualifzieren auch für mich persönlich.
    Meine Vorgesetzte duldet das verhalten der Kollegin schon immer , sie war schon immer so und sie will keinen Ärger , da meine Kollegin ehr Typ aufmüpfig ist,
    ich bin angepasster und beschwere mich kaum.
    Nach dem Mitarbeitergespräch hatten wir noch ein Gruppengespräch inklusive unserer Praktikantin ( Umschülerin 45 Jahre 2 Kinder sehr fit und agil ) Ich bin Anleiterin der Praktikantin. Es stellte sich heraus das meine Kollegin scheinbar auch ein kompetenzproblem mit Ihr hat und das Gruppengepräch ist total ausgeartet°°°°°° °Dannach folgte noch eine Supervision mit einer Psychologin allerdings mit dem ganzen Team meine Chefin allerdings war krank )-: Meine Kollegin hatte jetzt auch über ein halbes Jahr lang massive Probleme mit dem Rest des Teams und hat sich total distanziert und hintenrum gelästert. Ich war dem team immer zugewand.
    In der Supervision haben die teamkollegen auch klare Worte gefunden wie sie ihr verhalten einordnen . Letztendlich ist die Sitzung wieder ausgeartet . Kollegin hat geweint , geschrien etc.Sie ist in der vergangenheit immer psychisch labil gewesen.
    Als wir Montags wieder zusammengetroffen sind , wir arbeiten ja ganz eng zusammen, war sie fröhlich unbeschwert und hatte einen wiederlich ironischen Ton drauf )-: Ich habe nocheinmal um ein Gespräch gebeten weil mir bis zum heutigen Zeitpunkt nicht klar ist wo ihr Problem liegt sie kommuniziert es nicht.
    Sie lehnt Kommunikation mit mir ab . Sie redet kein Wort mit mir auch nicht proffesionell dienstlich und wenn ich etwas klären möchte kommt ein dummer Spruch. Sie war wohl noch bei meiner Chefin im Büro und hat behauptet das Thema wäre für sie erledigt und alles ist gut sie wolle aber nochmal ein Gespräch mit der Psychologin und mir alleine. Das ist am 13 Mai das dauert mir viel zu lange . Sie ist ganz blöd zu mir und wertet mich ständig ab . meine Chefin verlangt von mir ich soll still halten bis zum 13 Mai. Ich möchte nicht mehr in der selben Gruppe arbeiten. aber ein Gruppenwechsel würde bei Eltern etc Fragen aufwerfen und das ist unangenehem.......Eine andere Kollegin die auch dachte ich meine Freundin ist seid 10 Jahren hält sich plötzlich aus der ganzen Geschichte raus .Vorher an forderster Front wenns ums lästern über meine direkte Kollegin ging.
    Und hat auch ganz plötzlich wieder privaten Kontakt zu meiner direkten Kollegin ( obwohl der seid 1 Jahr komplett abgebrochen war)- Ich weiß grad nicht was da gespielt wird ich fühle mich völlig alleine gelassen. Ich habe anfangs meiner anderen Kollegin erzählt was meien direkte Kollegin für Sprüche ablässt. Darauf antwortet sie ist immer" schwierig in einer eins zu eins Situation." Ich versteh die Welt nicht mehr ich bin menschlich sooooooooo enttäsucht.
    Meine Direkte Kollegin und ich waren privat auch super dran und von heute auf morgen keinerlei Kommunikation )-: und Ignoranz und Schickane.
    Ich bin bis jetzt zu keinem Zeitpunkt ausfallend oder unverschämt geworden . Ich habe mich aber krankschreiben lassen ich muß seid 2 Wochen jeden Morgen vor der ARbeit erbrechen habe schlimme Magenschmerzen und Schlafstörungen ich habe Angst.
    Was soll ich jetzt tun ? Ist krankschreiben eine Lösung ? Ich hab das Gefühl das drängt mich mehr und mehr in die Außenseiterrolle????? Nach 10 Jahren vollintegriertes Teammitglied kaum vorstellbar.
    Ich bin richtig verzweifelt ich fühle mich unverstanden was habe ich verbrochen????????
    Vielen Dank für lesen.
    Liebe Grüße
    C.

  • #2
    AW: Ist das mobbing?

    Hallo Carie30

    Du hast gar nichts verbrochen. Das wollen wir erst mal klarstellen.
    Wer hier was verbrochen hat, dass ist die uneinsichtige Mitarbeiterin und deine Chefin, welche die Situation weder im Griff hat noch willens ist entschieden den "Faulen Apfel" in die Schranken zu weisen bzw. aus dem Korb zu nehmen.
    Stattdessen lässt sie sie weiter wüten und drückt sich vor ihrer eigentlichen Verantwortung, die sie nur zu gern vor sich her schiebt.

    Du nimmst dir das so zu Herzen obwohl du dich korrekt verhältst und zu den engagierten im Hause zu gehören scheinst.

    Ich möchte dir folgendes sagen: Das ist nicht dein Problem! Sicher musst du die blöden Sprüche aushalten, doch darunter leiden musst du nicht. Im Gegenteil, das wäre ja geradezu fatal.
    Denk an die Kinder oder jene die du betreuen musst. Willst du sie wirklich mit dieser Kollegin alleine lassen? Du bist nicht krank. Das ist die andere. Aber sie weiss wo sie dich treffen kann und hält genau dort drauf weil sie weiss genau die Wirkungstreffer zu erzielen.

    Mobbing ist das eigentlich keines sondern sie zeigt dir offen ihre Aversion gegen dich. Ein Mobber würde versuchen dich hinterrücks zu attackieren und im gesamten Team zu demontieren.

    Wenn du dich zuhause in deinen Gram vergräbst ohne entschlossen und entschieden die "Kollegin in die Schranken zu weisen wenn es denn notwendig ist, dann hast du gute Aussichten, dass ihr das vielleicht auch gelingt. Denn wenn du nicht da bist lieferst du viel Anlass zu Spekulationen. Denn, du kannst dich von zuhause aus nicht wehren. Krankschreiben lassen ist aus meiner Sicht die wohl ungünstigste Massnahme überhaupt.

    Es wäre im Rahmen deiner vielen Fortbildungen vielleicht mal Anlass über ein Training deiner Persönlichkeit und Wehrhaftigkeit nachzudenken. Ihr Verhalten und die Unbeholfenheit damit umzugehen zeigt dir eine entscheidende Schwäche im Leben die dir u.U. n och so manches Mal begegnen könnte.

    Brichst du dann auch wieder zusammen? Was geschieht dann? Ist weglaufen oder Rückzug eine nachhaltige Lösung?

    Ich spreche deinen Intellekt an und hoffe, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst. Mach dir "Bewusst" was da passiert. Ohne nachzudenken wird das nicht gelingen. Schaffe dir ein Selbstbewusstsein wo du in dem Spiel stehst und wie es weitergehen soll und muss. Wenn du dir darüber klar geworden bist, dann kannst du wieder zurück an deinen AP und in dieses Gespräch gehen, ohne dich dabei schlecht zu fühlen. Frage dich einmal woher du deinen Selbstwert eigentlich herholst. Nur von Leuten die ständig ein negatives Urteil über dich fällen? Ist es so schwer für dich eine angekratzte Beziehung zu ertragen?
    Und was gedenkst du heute und morgen zu tun, damit es besser wird? Du bist Erzieherin! Kannst du nur mit Kindern umgehen oder geht das auch mit Erwachsenen?

    Darüber hast du offensichtlich noch nicht intensiv nachgedacht wie ich so deine Zeilen lese.
    Was willst du von uns hören?

    Viele Grüsse

    Martin

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    • #3
      Das Wort Mobbing muss öffentlich ausgesprochen werden

      hallo,

      nach vielen guten gesprächen mit meinem betriebsrat wurde veranlasst, dass ein br-mitglied an schulungen bzgl. mobbing teilnahm und jetzt hat meine firma einen offiziellen mobbing-beauftragten
      das ist ein sehr positives zeichen, dass gesetzt wurde und ich kann nur jeden ermutigen, den eigenen br einmal zu informieren und zu ermutigen, sich mit diesem thema zu beschäftigen
      ich habe in den letzen monaten festgestellt, dass mobbing-opfer fast immer erst über ihr leid sprechen, wenn es ihnen sehr schlecht geht
      der leidensdruck ist zu diesem zeitpunkt fast immer so stark, dass der oder die betroffene nicht mehr in den kampf gegen mobbing ziehen kann.....es geht darum, wieder ein halbwegs normales leben führen zu können............große wunden müssen heilen
      also ist ja der logische schluss, dass angesetzt werden muss, dort, wo mobbing noch nicht entstanden ist oder am entstehen ist.
      obwohl ich mittlerweile absolut der meinung bin, dass man mobbing mehr oder weniger stark ausgeprägt in fast jeder firma finden kann.
      meine idee ist folgende: krankenkassen zu motivieren, über mobbing zu informieren
      sei es auf der eigenen homepage, sei es in einer broschüre, die es bei jeder krankenkasse monatlich gibt...wie auch immer.
      ich habe mich mit meiner eigenen krankenkasse in verbindung gesetzt und ihnen meine vorstellung mit erklärungen ausgebreitet.
      je nachdem, welche möglichkeiten sie zur verfügung stellen oder wie sie vorschläge machen, um das thema mehr im vorfeld an die öffentlichkeit zu bringen, werde ich mich anschließend mit weiteren krankenkassen in verbindung setzen.
      und genau hier könnten wir alle zusammen arbeiten.
      ich meine damit das sammeln von beiträgen zum beispiel bezogen auf kinder und jugendliche, schilderungen der eigenen erfahrung..en und des eigenen leidensweges....usw
      wir sollten ihnen ein breites spekrum zur verfügung stellen und das aus 2 wichtigen gründen.
      einmal natürlich zur information für die krankenkasse selbst und einmal zum verwerten, um eigene berichte zu erstellen.
      seid ihr bereit, mich dabei zu unterstützen????
      je mehr wir sind und je mehr material wir weitergeben können, umso besser

      liebe grüße
      ilona
      pseudonym
      besonders erfahrenes Mitglied
      Zuletzt geändert von pseudonym; 19.04.2011, 05:47. Grund: korrektur

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      • #4
        AW: Das Wort Mobbing muss öffentlich ausgesprochen werden

        hallo,

        ich habe etwas wichtiges vergessen zu schreiben
        der eine oder andere wird sich fragen, warum ausgerechnet eine solche aktion mehr bringen soll als andere
        es gibt dafür ein sehr wichtiges argument: krankenkassen sind direkt betroffen durch hohe kosten, die sie durch mobbing haben
        man sollte ihnen das aber sehr deutlich aufweisen und das ist sehr wohl möglich
        aus purer nächstenliebe wird sonst niemand sowas machen, zumindest kein unternehmen
        aber wenn dabei viel geld im spiel ist schon sehr wohl

        liebe grüße
        ilona

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        • #5
          AW: Ist das mobbing?

          Hallo Ilona

          Wäre es nicht noch sinnvoller direkt bei den Verursachern anzusetzen?
          Der Führung in den Unternehmen? Ohne Zwischenstation über die KK?

          Probleme sollten immer bei der Ursache gepackt werden. Hier wie so oft bei der Wahrnehmung und Kompetenz der Führungskräfte.

          Gruss Martin

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          • #6
            AW: Ist das mobbing?

            Hallo Ilona und Psychobabbel,

            ich finde Ilonas Idee super. Psychobabbel hat schon recht damit, dass man das Übel bei der Wurzel packen sollte.
            Da wäre es vielleicht hilfreich ein Anti-Mobbing-Konzept zu entwerfen, ein Leitbild (wie gehen Mitarbeiter miteinander um) und wie mit den eventuell zu betreuenden Kunden.
            Das wird dann von allen unterschrieben und wwer sich nachweislich nicht daran hält, wird sanktioniert.

            Ich denke mir mal, wenn Alle das zusammen ausarbeiten, Jeder seine Ideen einbringen kann, wird es auch eher angenommen und somit respektiert.
            Die Krankenkassen würden das mit Sicherheit begrüßen.

            Wenn ich nicht dauernd rausgemobbt werden würde, so würde ich das jetzt, wenn ich Arbeit hätte, anregen.
            Viele Menschen werden durch das Mobbing krank gemacht, bis hin zum Suizid, das ist abartig und unmenschlich.
            Einer, der einen Arbeitsplatz bekommen hat, hatte schließlich auch ausreichende Qualifikationen. Ihn nachher zu mobben, weil einem die Nase nicht passt? Dagegen muss man sich wehren.
            So ein Anti-Mobbing-Konzept ist innovativ, bin ich mir sehr sicher.

            LG
            Ibag

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            • #7
              AW: Ist das mobbing?

              Eine fachliche und sozial kompetente Führung ist ANTI Mobbing ;-)

              Wo pragmatische und zielgerichtete Führung praktiziert wird die sich straff am Erreichen von Ergebnissen orientiert, gibt es kein Mobbing. Jeder kennt seine Aufgaben und gibt sein Bestes, um dem gerecht zu werden oder darüber hinaus. Kompetente Führung anerkennt die Leistung eines jeden für das Ziel.
              So dürfen sich alle gut fühlen und partizipieren gemeinsam am Erfolg in dem Bewusstsein, dass es ohne den Kollegen und dessen Einsatz nicht gelungen wäre.

              Gerade deshalb ist im öffentlichen Dienst wo die Ergebnisse unwägbar sind und nur verwaltet wird, ist dieses Geschwür auch offensichtlich deutlich weiter verbreitet als in der Wirtschaft.

              Gruss Martin

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              • #8
                AW: Ist das mobbing?

                ich gebe dir natürlich recht in bezug auf führungskompetenz und die verantwortlichkeiten.
                aber, wie es so schön heisst, vertrauen ist gut, kontrolle ist besser, sollte man aus verschiedenen richtigungen dieses problem angehen.
                das kind ist in den meisten firmen heute schon in den brunnen gefallen, also wird man nicht mehr nur an einer stelle ansetzen können.
                eine firma, die von mobbing betroffen ist, braucht ein regelrechtes hilfspaket, um es zu ändern.
                die führungskräfte brauchen evtl. seminare und schulungen
                die mitarbeiter ebenso und natürlich auch hilfsprogramme für die schon betroffenen
                regelrecht eine funktion eines mobbingbeauftragten, der in die firma von aussen kommt
                man braucht jemanden, der direkt auf breiter fläche zugang in eine firma bekommt und da wäre eine krankenkasse doch als erster gut geeignet
                aber erst muss die krankenkasse einen sinn darin sehen, einen solchen weg einzuschlagen
                und da kommen wir, die betroffenen ins spiel
                der clou sollte der sein, dass viele gleichzeitig an vielen stellen gleichzeitig loslegen
                ab dem moment ist es innerhalb der verschiedenen unterschiedlichen krankenkassen eine wettbewerbssituation, die viele vorteile bringen kann

                so, jetzt aber genug für diesen schönen ostersonntag
                ich wünsche euch und euren familien ein schönes und besinnliches osterfest
                liebe grüße
                ilona

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                • #9
                  AW: Ist das mobbing?

                  Hallo,
                  mir war es gerade in der Sonne zu warm,daher antworte ich.
                  Eure Statements finde ich genial und mir ist sofort die Idee( nicht durchsetzbar, wahrscheinlich) gekommen,
                  warum eigentlich Mobbingopfer nicht auch streiken sollten, um auf ihre Situation und ihre Not aufmerksam zu machen!

                  Ich stelle mir gerade bildlich vor (vielleicht hatte ich auch zu viel sonne?), dass sie sich zu Zügen zusammenfinden, ihre Leidensgeschichten vortragen und darstellen, wieviel Gelder es kostet, Mobbingopfer zu behandeln.

                  Was es die Firmen kostet, was es die Krankenkassen kostet und natürlich auch denjenigen die Frührente zahlen müssen oder auch ALG2. Mobbing ist sehr teuer, das muss an die Öffentlichkeit und manch einen kostet es sogar das Leben.

                  was die Schulungen anbelangt, bin ich im Zweifel ob das sinnvoll ist. Ich hatte mal eine Vorgesetzte (Psychologin), die überall rumtönte zu so einer Fortbildung gewesen zu sein und scherzhaft meinte, sie wüßte jetzt ganz genau, wie man richtig mobbt. und sie hat das auch ganz genau so angewendet, wie sie es gelernt hat. Eine schlimmere Mobberin ist mir niemals begegnet!

                  Wenn die Vorgesetzten also nur ein vorgetäuschtes Interesse an Schulungen haben, werden sie vielleicht teilnehmen, dennoch das Erlernte nicht anwenden, fürchte ich. Sie haben die Macht das anzuwenden und die Macht es nicht zu tun.

                  Vielleicht ist es da doch besser, einen Mobbingbeauftragten einzustellen, an den alle Fälle gemeldet werden!

                  Euch auch einen schönen Sonntag!

                  LG
                  Ibag

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                  • #10
                    AW: Ist das mobbing?

                    Zitat von Psychobabbel Beitrag anzeigen
                    Eine fachliche und sozial kompetente Führung ist ANTI Mobbing ;-)

                    Lieber Martin, ich finde Dein Statment zutreffend, wenngleich das "Führungsproblem" ungleich vielschichtiger ist, als hier dargestellt.

                    Zu oft sitzen in der Führungsebene Personen, die dort überwiegend auf Grund Ihrer Beziehungen und nicht Ihrer Leistung hingekommen sind. Ich persönlich denke, dass derartige Chefs Minderwertigkeitkomplexe gegenüber von ihnen als "bessere" oder "intelligentere" Mitarbeitern haben, möglichweise sogar auch Angst. Eine mögliche Folge davon ist, dass Zulassen von Mobbing, da ja der Chef nunmehr am längeren Hebel sitzt. Er hat dann sozusagen beide (Mobber und Gemobbten) an der Angel.

                    Eine fachlich kompentente Führung sollte sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

                    1. Gerechte Leistungsanerkennung
                    2. Respekt vor der Persönlichkeit der Mitarbeiter
                    3. Eigene Kritikfähigkeit und so weiter
                    4. Vor allem Vorbildfunktion

                    Gerade Punkt 4 erscheint mit wichtig. Denn ein Chef, der unfair mit seinen Mitarbeitern umgeht, ist ein schlechtes Vorbild und fordert den unfairen Umgang seiner Mitarbeiter untereinander geradezu heraus.

                    Gruß

                    R.

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                    • #11
                      AW: Ist das mobbing?

                      Hallo Take77

                      Ich kann es halt nicht lassen ;-))

                      Zitat von Take77 Beitrag anzeigen
                      Lieber Martin, ich finde Dein Statment zutreffend, wenngleich das "Führungsproblem" ungleich vielschichtiger ist, als hier dargestellt.

                      Es wird nur vielschichtiger durch die unterschiedlichen Menschen die diese Vorbild Funktion ausüben. Schwierig in dem Sinne weil sie sich diese Regeln für die eigenen Zielsetzungen "zurechtbiegen" statt auf deren Einfachheit zu fokussieren und in das Handeln und Denken zu implementieren. Jeder übersetzt das für sich anders und dadurch entstehen die "Übersetzungsfehler". Diese Übersetzungsfehler und Auslegungsliebe zum eigenen Vorteil produzieren die Probleme und nicht der Grundsatz selbst.

                      Zu oft sitzen in der Führungsebene Personen, die dort überwiegend auf Grund Ihrer Beziehungen und nicht Ihrer Leistung hingekommen sind. Ich persönlich denke, dass derartige Chefs Minderwertigkeitkomplexe gegenüber von ihnen als "bessere" oder "intelligentere" Mitarbeitern haben, möglichweise sogar auch Angst. Eine mögliche Folge davon ist, dass Zulassen von Mobbing, da ja der Chef nunmehr am längeren Hebel sitzt. Er hat dann sozusagen beide (Mobber und Gemobbten) an der Angel.

                      Dann hat die darüber liegende Führungsebene die Hausaufgaben nicht gemacht, diesen von mir benannten Grundsatz nicht beachtet und die falschen Leute befördert. Darüber hinaus weiss dann der Unternehmer oder auch Top Manager nicht was in seinem Laden abgeht und welche Ressourcen dabei verschwendet werden. In dem Fall sitzt dort ebenfalls die falsche Person. Es ist wie ein Feld in das man die Saat zwar einbringt aber dann vollkommen sich selbst überlässt. Der Wildwuchs lässt sodann die "Ernte" schrumpfen weil die gute "Saat" gegen das schnell wachsende "Unkraut" kämpfen muss und die Nährstoffe dem Unkraut "geopfert" werden. Ein Feld, das nicht ordentlich bestellt wird, kann also nicht den Ertrag erbringen als ein top gepflegtes.
                      Auch hat man in der Landwirtschaft festgestellt, dass Mischkulturen deutlich resistenter sind als Monokulturen. z.B. können Zwiebeln, die zwischen den Möhren wachsen die Mäuse fernhalten. Beides gedeiht prächtig nebeneinander. So ist es auch bei Menschen. Es braucht einen gesunden Mix aus verschiedenen fachlichen und sozialen Kompetenzen die sich gegenseitig unterstützen. Schreiten alle immer nur in die selbe Richtung, z.B.in einem Projektteam das nur aus kreativen Köpfen besteht, dann gehen sehr wichtige Teile der Aufgabenerledigung unter. Man braucht nicht nur Ideen und kluge Köpfe die dergleichen generieren, sondern auch Ordungsliebende welche sich dann um die praktische Umsetzung: Wer, Was bis Wann kümmern. Sonst bleiben Luftschlösser fromme Wünsche die nicht Realität werden und keinen Gewinn erzielen.
                      Es ist also Aufgabe des Unternehmers und des Managements diesen Mix sicher zu stellen. Diese Aufgabe ist nicht delegierbar und hat allerhöchste Priorität.

                      Wie sagte einmal Peter Drucker, der Management-Guru des 20 Jahrhunderts: "Es ist wichtiger die richtigen Dinge zu tun als die Dinge richtig zu tun!" Verstanden haben das aberscheinbar immer noch die Wenigsten.


                      Eine fachlich kompentente Führung sollte sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

                      1. Gerechte Leistungsanerkennung Wofür?
                      2. Respekt vor der Persönlichkeit der Mitarbeiter Das muss man nicht einmal erwähnen!
                      3. Eigene Kritikfähigkeit und so weiter Mit konsequenter Prozessorientierung der Führung erschlägt sich dies von alleine. Jeder kennt das Ziel in und auswendig und strebt nach der Lösung von Schwierigkeiten und Überwindung von Hindernissen. Deshalb ist ein guter Chef jederzeit bereit die fachliche Führung den Fachleuten zu übergeben statt rechthaberisch zu sein. Voraussetzung hierfür: Es dient der Zielerreichung. Selbstgefälligkeit ist als Bedrohung zu betrachten. Deshalb muss die Führung in den Kernkompetenzen allenfalls knallhart bleiben.
                      4. Vor allem Vorbildfunktion Nichts ist mehr Vorbild, als wenn sich Worte und Taten decken

                      Gerade Punkt 4 erscheint mit wichtig. Denn ein Chef, der unfair mit seinen Mitarbeitern umgeht, ist ein schlechtes Vorbild und fordert den unfairen Umgang seiner Mitarbeiter untereinander geradezu heraus. Jemand der in hohem Masse integer ist hat damit niemals Probleme. Wer hingegen "Wasser predigt und selbst Wein säuft" muss sich nicht wundern!

                      Gruß

                      R.
                      Einfachheit ist der Schlüssel. Einfache Konzepte, kurze Informations- und Entscheidungswege sowie Führungskräfte und Manager welche die Übersetzung sicherstellen, was das für jeden Einzelnen im Unternehmen bedeutet, ist der Schlüssel zum Erfolg.

                      Buchempfehlung: Dieter Brandes: Einfach Managen! Klarheit und Verzicht - Der Weg zum Wesentlichen.
                      Auch ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk für einen miesen Chef ;-)) Anonym versteht sich. Wenn er das liest, dann wird er entweder gehörig das Fracksausen kriegen weil einer offensichtlich seine Machart durchschaut hat und er wird ob der allgegenwärtigen Bedrohung, er weiss ja nicht wer das war, weiss und ggf. zum Gegenschlag ausholt, anfangen umzudenken.
                      Lernt er nichts dazu und hat der "Spender" das Buch selbst gelesen und setzt die Prinzipien konsequent im Alltag um, dann wäre er tatsächlich der oder die Kandidat/in welche den Loser am anderen Ende des Flurs tatsächlich beerben könnte;-))

                      Gruss Martin
                      Psychobabbel
                      besonders erfahrenes Mitglied
                      Zuletzt geändert von Psychobabbel; 29.04.2011, 10:35.

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: Ist das mobbing?

                        Hallo Ibag

                        Zitat von Ibag Beitrag anzeigen
                        Hallo,
                        mir war es gerade in der Sonne zu warm,daher antworte ich.
                        Eure Statements finde ich genial und mir ist sofort die Idee( nicht durchsetzbar, wahrscheinlich) gekommen,
                        warum eigentlich Mobbingopfer nicht auch streiken sollten, um auf ihre Situation und ihre Not aufmerksam zu machen!

                        Ihre Not anzuprangern wäre wiederum nur wieder die Opferrolle im "Dramadreieck". Dazu müsste man in die "Verfolger" Rolle wechseln und die unfähige Führung in den Unternehmen anprangern, die derlei Auswüchse begünstigt. Damit würde den verantwortlichen Unternehmern buchstäblich die "Retter" Rolle aufgezwungen. Nämlich das eigene Image in der Öffentlichkeit zu retten. Dazu braucht es keine öffentlichen Demonstrationen sondern schau dir dazu "Wikileaks" an. Wie die Mächtigen der Welt das Fracksausen bekommen haben nachdem vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangten die für einige "Irritationen" auf internationaler Polit-Ebene sorgten. Doch das ist zugegebenermassen wohl ein Tanz auf dem Vulkan. Das wird zur Hetzjagd ausarten in der Macht auf den Plan gerufen wird die kein Mittel scheuen wird, um das im Keim zu ersticken.
                        Diejenigen die jetzt schon die Macht dazu hätten wären die Gewerkschaften sowie Sozial und Familienverbände. Das wäre in der Tat der Hebel welcher die Führungskultur langfristig verändern könnte.


                        Ich stelle mir gerade bildlich vor (vielleicht hatte ich auch zu viel sonne?), dass sie sich zu Zügen zusammenfinden, ihre Leidensgeschichten vortragen und darstellen, wieviel Gelder es kostet, Mobbingopfer zu behandeln. Siehe oben

                        Was es die Firmen kostet, was es die Krankenkassen kostet und natürlich auch denjenigen die Frührente zahlen müssen oder auch ALG2. Mobbing ist sehr teuer, das muss an die Öffentlichkeit und manch einen kostet es sogar das Leben.

                        Das wissen die Firmen bereits. Es gibt genügend Zahlen des Statistischen Bundesamtes und anderer Institutionen welche den Volkswirtschaftlichen Schaden verfehlter Führung beziffern. Trotzdem geschieht nichts weil keiner den Mumm hat etwas dagegen zu unternehmen.
                        Das wäre eigentlich Auftrag des Staates indem er die Mittel der Exekutive und der Jurisdiktion ausschöpft. Die Legislative müsste nicht mehr bemüht werden, denn Gesetze hat es bereits mehr als genug. Wenn nicht sogar zuviele


                        was die Schulungen anbelangt, bin ich im Zweifel ob das sinnvoll ist. Ich hatte mal eine Vorgesetzte (Psychologin), die überall rumtönte zu so einer Fortbildung gewesen zu sein und scherzhaft meinte, sie wüßte jetzt ganz genau, wie man richtig mobbt. und sie hat das auch ganz genau so angewendet, wie sie es gelernt hat. Eine schlimmere Mobberin ist mir niemals begegnet!

                        Für mich habe ich mir die Meinung gebildet, dass jemand der Verantwortung übertragen bekommt erst mal eine Art "Führerschein" Prüfung zu bestehen hat. Mitarbeiter müssen allen möglichen "Qualitätsmerkmalen" entsprechen und gerecht werden. Führungskräfte offenbar überhaupt nicht.
                        Es gibt unsagbar viele Persönlichkeitstests die derlei "Typologien" entlarven imstande sind. Ich selbst musste in einem knallharten Assessment-Center meine Qualitäten unter Beweis stellen. Nach 7 h Tests und Einzelinterviews musste ich nochmal ein knallhartes Interview, vor einem Gremium von Psychologen und Managern überstehen. Da hast du gar keine Zeit zum Überlegen. Entweder du bist authentisch oder du hast schon verloren wenn die Antwort nur ein paar Sekunden auf sich warten lässt. Dieser Stress legt deine wahren Persönlichkeitsmerkmale blank auf den Tisch.
                        Ich sah viele Kollegen scheitern weil sie eben ihr wahres Wesen unter diesem Druck nicht mehr verschleiern konnten. Ihnen war vor allem die Position mit mehr Macht und Geld wichtig als das auf was es wirklich ankam. Firmeninteresse, Passion für die Aufgabe, Verantwortungsbewusstsein und Integrität.
                        Problem: Das findet in vielen Firmen, gerade des Mittelstandes gar nicht statt, weil das für viele kleineren und mittleren Betriebe viel zu teuer ist. Allzu oft scheitert es auch an der Selbstherrlichkeit der Unternehmensinhaber selbst, weil sie glauben mit dem Gewerbeschein und einzig dem Mut ein Unternehmen zu gründen, bereits alle Voraussetzungen erfüllen und alleine dadurch die "geborenen" Chefs sind. Das kostet nicht wenigen innerhalb der ersten 5 Jahre nach Gründung Kopf und Kragen.
                        Sie begreifen nicht, welche Verantwortung sie damit übernehmen und behandeln ihre Mitarbeiter oft wesentlich schlechter als ihre Maschinen. Motivierte und engagierte Mitarbeiter sind das eigentliche Kapital einer Firma. Nicht die Maschinen. Denn die Maschinen laufen nicht ohne die Menschen welche sie bedienen. Selbst der Beste Produktionsroboter ist von dem Menschen abhängig der für die Zufuhr des Materials sorgt und oder dem Kollegen der das Produktionsprogramm für die Vernunft unbegabte, dumme Maschine schreibt

                        Hast du erst mal die richtigen Leute am richtigen Ort, dann ist deren Ausbildung nur ein weiterer Schritt zu deren Entwicklung, welche solche Menschen meist von sich aus autark vorantreiben und nicht erst dazu getrieben werden müssen. Die richtige Einstellung bringen sie ja bereits mit! Die Auswahl ist der entscheidende Moment und kann nicht mehr nachträglich durch Ausbildung korrigiert werden.


                        Wenn die Vorgesetzten also nur ein vorgetäuschtes Interesse an Schulungen haben, werden sie vielleicht teilnehmen, dennoch das Erlernte nicht anwenden, fürchte ich. Sie haben die Macht das anzuwenden und die Macht es nicht zu tun. Siehe oben

                        Vielleicht ist es da doch besser, einen Mobbingbeauftragten einzustellen, an den alle Fälle gemeldet werden!

                        Das wäre, mit Verlaub, nur eine Schiessbudenfigur, an der sich die Gemüter erhitzen und die wahrscheinlich selbst schnell unter die Räder kommt. Denn diese Person ist vollkommen abhängig von der Handlungsbereitschaft der Geschäftsleitung. Steht die nicht 100% dahinter ist das nur eine überflüssige Kostenstelle. Führt eher das Dasein einer Alibifunktion. Es wäre eher eine externe Controler-Funktion angesagt, welche die Mitarbeiter regelmässig zum Verhalten befragt und so ein Rating erstellt welches massiv Einfluss auf Bonifikationen und Gehaltsgefüge nimmt. Indikatoren sind z.B. Menge der generierten und umgesetzten Verbesserungsvorschläge der unterstellten Mitarbeiter, Krankenstand, Absentismus, freiwillige Bereitschaft von Mitarbeitern zu Überstunden und Mehrarbeit, Förderung und Entwicklung von Nachwuchskräften und Stellvertretungen, um nur die wichtigsten zu nennen die Bände sprechen über das Führungsverhalten und Fähigkeit die Mitarbeiter für die Unternehmensziele zu begeistern sowie sie gefühlt fair am Erfolg, ideell und und finanziell, partizipieren zu lassen.
                        Aber auch das ist leider sehr teuer, weil hierfür Profis gefragt sind.


                        Euch auch einen schönen Sonntag!

                        LG
                        Ibag
                        Grüsse zurück und dir auch einen schönen Tag.

                        Martin
                        Psychobabbel
                        besonders erfahrenes Mitglied
                        Zuletzt geändert von Psychobabbel; 29.04.2011, 12:13.

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                        • #13
                          AW: Ist das mobbing?

                          Tja, Martin,

                          Du kannst es echt "einfach nicht lassen". :-))

                          Aber egal, ich denke wir beide wissen worum es geht. In meinem Betrieb werden Höflinge sozusagen herangezüchtet und wer nicht mitspielt....

                          Ich habe leider das Problem mir derartigen Vorgesetzten. Bekomme keine Fortbilldung, eine schlechte Beurteilung nach der anderen und noch so einiges. Zuletzt hatte ich kaum noch was zu tun, aber unsere Personalabteilung hat das nicht interessiert.

                          Respekt? Meine Erachtens muss ich das erwähnen. Denn in meinem Fall mangelt es der Führung an eben dieser Eigenschaft erheblich.

                          Kosten sind im öffentlichen Dienst auch anscheinend uninteressent. Die Kosten, welche durch Krankheit und Heilbehandlung entstanden sind, ,belaufen sich derzeit auf ca. 20.000.- €.

                          Vorbild? Unser höchster Chef, hat einen anderen ebenfalls hochdekorierten Chef zu Unrecht zu hohe Reisekosten erstattet(Vorteilsannahme und Vorteiilsgewährung?). Wo bleibt da das Vorbild. Auf der anderen Seite wird versucht, geleistete Überstunden von rangniederen Mitarbeitern zu kürzen.

                          Wegen "Kleinigkeiten" werden Disziplinarverfahren eingeleitet und so weiter.

                          Gruß

                          R.

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                          • #14
                            AW: Ist das mobbing?

                            Hallo ihr,
                            ihr geht das Thema zu speziell an. Gegen Druck von Kollegen oder lieben Mitmenschen kann man sich nur wehren, wenn man lernt, diese wirksam auf Abstand zu halten.
                            Dazu gibt es ein neues psychotherapeutisches Verfahren das sich die "Effektive Abwehr" nennt. Es ist ein Selbsthilfebuch mit einem Lernprogramm, wie man sich besser wehrt.
                            Es heißt "Das Ende des Schreckens - Selbstverteidigung in Beruf und Alltag - Eine Anleitung, um sich erfolgreich zu wehren" und ist im Hanser Verlag neu erschienen. Der Autor ist selber Psychotherapeut und heißt Peter Räfle.
                            Lest das mal, mir hats geholfen
                            Mathe

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