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Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

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  • Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

    Um den Führungskräften im Unternehmen eine gewisse Zeit zur Seite zu stehen, stellten die Söhne meines Chefs (des Unternehmers) einen Interimsmanager ein. Dieser Mann, ein Dipl. Ing., Dipl. Wirtsch. Ing., hatte aber von Anfang an seine eigenen Pläne. Vorrangig wohl den, das Unternehmen auf Sicht selbst zu übernehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, musste er zunächst die "alteingesessenen" Führungskräfte aus dem Unternehmen entfernen. Der seinerzeit kommissarisch als Geschäftsführer benannte Vertriebsleiter musste als erstes weichen. Dazu musste er lediglich dessen Integrität und seine Führungskompetenz in Frage stellen. Das geschah und keine bösartige Unterstellung war diesem wirklich zu beweisen. Hauptsache war, dass die Söhne davon überzeugt wurden dass der Vertriebsleiter als Geschäftsführer ungeeignet sei. Dem Vertriebsleiter machte er, der Manager, nach der Kündigung desselben vor, dass ich an seinem Untergang schuld sei. Ich schätzte den VL ebenso wie zuvor der Unternehmer. Keine negative Äußerung über den VL war je über meine Lippen gekommen.
    Schon in der 1. Woche sagte mir der Manager, dass er den Chefsessel und das große Büro haben wolle. "Streuen Sie dem Vertriebsleiter schonmal Sägespäne unter den Stuhl, damit DER weiß dass ab jetzt an seinem Stuhl gesägt wird". Ich wies dieses Ansinnen zurück und war entrüstet über diese Aussage.
    Letztlich "Killte" der Manager, so nannte er es wenn er jemanden gekündigt hatte, alle Mitarbeiter welche ihm gefährlich werden konnten.
    So kam auch ich "an die Reihe". Es begann mit der Fehlerquote für welche ich verantwortlich sein sollte (es aber bewiesenermaßen nicht war).
    Dann wurden meine Besuche bei meinem todkranken Chef genauestens verfolgt und kommentiert: "der will nur später Geschäftsführer werden".
    Nach der Beerdigung meines Chefs (in kleinem Kreis) rief mich der Manager zu sich ins Büro und warf mir vor ein "Kameradenschwein" zu sein, weil ich als einziger von allen Mitarbeitern auf der Beerdigung des Chefs gewesen sei. Tatsächlich hatte ich mir zu der Zeit einen halben Tag Urlaub genommen und in einer kleinen Kirche allein für meinen Chef gebetet. "Der Sohn vom Chef hat Sie bei der Beerdigung gesehen".. so begründete er auch diese Lüge.
    Es folgt die Umbesetzung in ein neues Büro, Herabwürdigungen vor Mitarbeitern und Umbesetzung meiner Position. Mir wurde unterstellt dass ich am Untergang der Firma schuld sein werde, weil ich vor Jahren angeblich steuerliche Vergünstigungen für ein Projekt nicht in Anspruch genommen hätte. Ebenfalls eine Unwahrheit. So ging es Tag für Tag. Dann kündigte er mir .. um danach die Kündigung unter dem Druck der Unternehmersöhne wieder zurückzunehmen.
    Das Faß war übergelaufen als er mich eines Tages wieder einmal in sein Büro rief und mir die Personalakte eines unserer ausländischen Geschäftsführers vor die Nase hielt. Auf den Umschlag hatte er einen Sarg, dreidimensional, skizziert. "Den habe ich jetzt auch "gekillt" und Sie sind der Nächste"!!
    Ich wurde krank. Es folgten mehrere Klinikaufenthalte. Während des Letzten Klinikaufenthaltes erhielt ich die Kündigung. Das Unternehmen, meine Firma, wie ich sie immer sah, war Insolvent!
    Der Mobber wurde zuvor entlassen weil seine Absicht, die Firma billig zu übernehmen, den Söhnen bekannt geworden war. Leider zu spät. Es war nichts mehr zu retten.
    Bis heute leide ich unter dieser Sache und weiß nicht ob ich sie jemals wirklich verkraften kann.
    Der "Manager" machte sich danach als Unternehmensberater Selbständig.
    Heute sehe ich einige Dinge deutlicher. Vielleicht wäre alles anders ausgegangen wenn ich:
    1. dem komissarischen Geschäftsführer die Sache mit den "Sägespänen" berichtet hätte
    2. mit den Söhnen klärende Gespräche hätte führen können
    3. verhindert hätte, dass der Manager Eigenprodukte entwickeln ließ, welche der Markt schon Jahrzehnte in bester Qualität liefern konnte (die Kosten konnte die Fa. nicht verkraften)
    Da ich jedoch im Laufe der Zeit bei keiner wichtigen Besprechung mehr erwünscht war, sank mein Einfluß auf die Geschicke des Unternehmens gegen NULL!

  • #2
    AW: Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

    Hallo Kaufungerwald

    Mach dir keine Vorwürfe. Es bringt nichts mehr! Die Sache ist gelaufen wie ich es verstanden habe.

    Was ich nicht sehe ist dein Appell. Was können wir/ich für dich tun? Dein Handeln bewerten? Das bringt dir aus meiner Sicht gar nichts. Ausser gewiss ein paar Schuldgefühle mehr.

    Was nützt es zu sagen: "Hätte ich nur!" Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Schuldgefühle abheften! Akte schliessen! Durch den Schredder lassen. Mehr ist es nicht mehr wert!

    Nimm lieber mit: "So etwas werde ich niemals mehr zulassen!" "Dem Nächsten der mir so begegnet werde ich das Handwerk legen!"

    Die Vergangenheit kannst du nicht mehr gestalten. Aber dafür die Zukunft! Wie geht es in deinem Leben jetzt weiter? Welchen beruflichen Perspektiven hast du ins Auge gefasst?
    Hast du ein gutes Verhältnis zum ehemaligen Vertriebsleiter? Ist er wo anders untergekommen? Könnte dir das von Nutzen sein?

    Vielleicht hast du jetzt noch Zeit. Kauf dir das Buch: "Der Weg zu den Besten" von Jim Collins im Campus Verlag. für 25,90 Euro
    Wenn du des Englischen gut mächtig bist, dann bestell es dir als Hörbuch bei Amazon. Die ungekürzte Fassung bitte weil noch sehr viel aufschlussreicher. Die macht 34,99 Euro. Gebraucht ggf. auch günstiger.

    Das kann ich dir gar nicht alles hier erzählen. Es wird dir aber tiefe Einsicht, Trost, Zuversicht und neuen Antrieb schenken. Da bin ich mir ganz ganz sicher :-))
    Du passt in die Welt und es wäre schade wenn jemand wie du nicht wieder in wichtigen Prozessen landen würde. Es braucht mehr Leute wie dich! Weil du weisst was richtig und wichtig ist!
    Dieses Buch dürfte für dich die wichtige Bestätigung sein zu den Richtigen zu gehören.

    Viele Grüsse und halt die Ohren steif

    Martin
    Psychobabbel
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von Psychobabbel; 10.12.2011, 02:39.

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    • #3
      AW: Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

      Hallo Psychobabbel,
      vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Du hast Recht, ich MUSS die Vergangenheit zu den Akten legen.
      Was ich aber als äußerst ungerecht empfinde ist, dass dieser "Manager", der eine Menge guter Leute auf dem Gewissen (falls er so etwas kennt) hat, sich weiter in der Wirtschaft austoben kann. Viele Menschen wird er noch zerstören.
      Was nutzen einem Menschen Titel wie "Dipl. Ing., Dipl. Wirtsch. Ing." wenn das Wissen um das Humankapital, nämlich den Menschen, fehlt?! Mein verstorbener Chef legte sehr viel Wert darauf dass die Mitarbeiten sich untereinander gut verstanden und dass die Arbeitsbedingungen menschenwürdig und angenehm waren. Lachen und Freude waren bei uns durchaus gern und oft gesehen. Niemals führte das zu Minderleistungen.. im Gegenteil. Krankenstand?? Was ist das?? Nach dem Einzug des Managers wurde der Krankenstand wieder Fakt. Nach kurzer Zeit war nichts mehr wie es war. Niemand traute mehr dem Anderen..
      Ich bin froh, dass du mir Mut gemacht hast. Danke dafür. Das Buch werde ich mir umgehend bestellen.
      PS. Zu dem Vertriebsleiter habe ich leider keinen Kontakt mehr, ich denke dass er mich tatsächlich für seine Kündigung verantwortlich macht. Ich bedaure das sehr.

      Viele Grüße

      Kaufungerwald
      Kaufungerwald
      Forumsmitglied
      Zuletzt geändert von Kaufungerwald; 10.12.2011, 11:10.

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      • #4
        AW: Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

        Hallo Kaufungerwald

        PS. Zu dem Vertriebsleiter habe ich leider keinen Kontakt mehr, ich denke dass er mich tatsächlich für seine Kündigung verantwortlich macht. Ich bedaure das sehr.

        Dann versuch ihn ausfindig zu machen und spreche mit ihm. Stell das richtig und rück das gerade. Mehr als Nein kann er nicht sagen.

        Viel Erfolg

        Martin

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        • #5
          AW: Mobbing zur Durchsetzung eigener Interessen

          Hallo Psychobabbel,
          danke.. ich werde - und muss das tatsächlich klarstellen.

          Ein schönes Wochenende wünsche ich dir.

          Gruß

          Kaufungerwald

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