Hallo zusammen,
oje, der Beitrag wurde so lang, dass ihn wahrscheinlich keiner lesen wird. Aber immerhin habe ich mir mal alles von der Seele geschrieben.
Ich bin seit einem Jahr in der Geschäftsführung eines mittelständigen Unternehmens, in dem ich drei Jahre vorher als Juniorprojektleiterin angefangen habe. Natürlich habe ich sehr viele Kollegen "überholt". Nun leite ich einen neuen Unternehmensbereich, in dem es (menschlich und auf der Arbeitsebene) sehr gut klappt. Ich gebe mir sehr viel Mühe, dass meine Mitarbeiter gerne arbeiten, dass die Stimmung gut ist und versuche in jeder freien Minute auch etwas für ihre fachliche Weiterentwicklung zu tun. Das ist in unserem Unternehmen einmalig, denn ansonsten wird alles eher laufen gelassen. Mir ist eine vernünftige Struktur aber wichtig.
Probleme gibt es mit denen, die ich überholt habe: Sie waren schon im Unternehmen, als ich kam. Damals wurden sie nach und nach Teamleiter, ich dann auch und jetzt bin ich eben in der Geschäftsführung (ihnen aber nicht direkt überstellt, weil ich einen separaten Bereich verantworte).
Als ich damals in die Geschäftsführung geholt wurde, war es ein ziemlicher Spießrutenlauf für mich, und ich habe versucht, möglichst "unauffällig" zu agieren und durch kein Verhalten irgendjemanden zu provozieren, der sich ggf. übergangen fühlt. Denn leider gab es schon ein wenig Gegenwind, ich habe (wiedermal hinternrum) erfahren, dass die "überholten" Kollegen ein Problem mit der neuen Konstellation haben.
Jedenfalls ist das dann irgendwann wieder etwas abgeebbt bis Herbst letzten Jahres. Da gab es dann auf einmal Gerüchte, die ich aufgeschnappt habe: Dass es in meiner Einheit "nicht funktioniert", "viele Probleme" gebe, wir "zu wenig Umsatz" machen (keiner hat Einblick in meine Zahlen!!), etc. Es ging auch um meine Mitarbeiter, die sich angeblich bewusst absondern, "nie" mit zum Mittagessen gehen.
Nun habe ich erfahren, dass einige meiner Mitarbeiterinnen angeblich einen recht despektierlichen Spitznamen haben. Das ist alles so "rumgewabert", wobei ich mich eigentlich eher stellvertretend für meine netten und motivierten Mitarbeiter geärgert habe. Ich selbst kam recht gut damit klar.
Nun kam es aber zu einem Vorkommnis, seit dem ich Magenschmerzen habe, Übelkeit und nicht mehr schlafen kann.
Letzten Mittwoch war Leitungskreistreffen: Die beiden Vorstände, ein weiteres Mitglied der GF, ich und zwei von drei Teamleitern.
Dann war es der absolute Horror: Die drei Teamleiter hatten sich vorher zusammengesetzt, Themen zusammengetragen und wandten sich damit direkt an die Vorstände (mich haben sie komplett ingnoriert und nicht mal angesehen).
Sie fragten ganz scheinheilig, dass sie mal wissen wollten, wer "die da unten" (=meine Mitarbeiter) eigentlich führt. "Die da unten" seien nämlich "ständig" zu wenig ausgelastet, während sie selbst in Arbeit ersticken. "Die da unten" sondern sich "total" ab, gehen "ständig" früher heim, etc etc. Das alles sei natürlich nicht IHRE Meinung, sondern sie hätten "es zugetragen" bekommen...
Und einer meiner Mitarbeiter, der ihnen derzeit aushilft "kann ja gar nichts", und daher wollten sie mal fragen, wer überhaupt für ihn zuständig ist. Für ihn bestehe überhaupt kein Plan, und er selbst sei unzufrieden.
Man kann das nicht so wirklich schildern, denn schlimmer als das, WAS gesagt wurde ist das WIE sie es gesagt haben und mich dabei eben ignoriert haben.
Zu den Vorwürfen muss ich Folgendes sagen: Das sind eindeutig Themen, auf die sie mich erst einmal alleine hätten ansprechen sollen, wenn sie denn wahr wären....dennn das sind sie nicht. Was richtig verletztend war ist, dass natürlich ICH diejenige bin, die für "die da unten" sowie den "Mitarbeiter ohne Plan" zuständig ist. Ich wurde also ohne Vorwarnung komplett vorgeführt.
Selbstverständlich gibt es für diesen Mitarbeiter einen Plan, den ich selbst geschrieben und vor ein paar Wochen an ALLE geschickt habe (!!!). Es gab sogar noch weitere ergänzende Emails dazu, aus denen glasklar hervorgeht, dass er noch viel lernen muss.
Was die Unterauslastung angeht ist es so, dass meine Mitarbeiter tatsächlich manchmal zu wenig zu tun haben, aber von mir angehalten sind, sofort den anderen Teams ihre Kapazitäten anzubieten, was sie auch machen. Des Weiteren habe ich selbst mehrfach mit einer der Teamleiterinnen gesprochen und sie immer wieder gebeten, doch auch auf meine Mitarbeiter zuzugreifen. Nur ist es so, dass wir aber fast immer abgewiesen werden. Daher habe ich einige wirklich sinnvolle Aufgaben für meine Mitarbeiter gefunden, denen sie seit einiger Zeit nachgehen, wenn wenig zu tun ist. Das zum Thema "wer führt die eigentlich".
Leider war die Reaktion des Vorstands ziemlich ungünstig für mich. Er wies mich recht barsch an, ich solle zeitnah einen Plan für diesen Mitarbeiter entwerfen.
Was das andere Thema angeht, hat er eine Möglichkeit gesucht und gefunden, wie unsere Kapazitäten besser ausgelastet werden (was natürlich auch wiederum Wasser auf deren Mühlen war).
Ich selbst habe dann auch noch einen missglückten Versuch unternommen, die "Ehre" meines Teams und von mir wiederherzustellen und gesagt, dass doch diese scheinbaren Tatsachen überhaupt nicht stimmen. Ich habe z.B. gesagt: "Schau mich an, M., ich sitze hier am Tisch, schau mir ins Gesicht: Du WEISST, dass das nicht stimmt" - die Reaktion war nur achselzuckend (sinngemäß): "mag sein, aber es ist doch schlimm genug, dass der Eindruck entsteht" (HÄ!?!?!).
Jedenfalls war's das dann zu diesen Themen und seitdem erlebe ich alles irgendwie in Zeitlupe. Kann nicht mehr esse, ohne dass mir schlecht wird und nicht mehr durchschlafen. Die Vorstellung, morgen wieder dorthin zu müssen ist der blanke Horror.
Mich hat der Vorstand übrigens anschließend angerufen und "nach meinem emotionalen Befinden" gefragt. Ich bedankte mich für das Interesse, sagte aber, dass ich die Situation noch nicht abschließend einschätzen könne und lieber nicht zu viel dazu sagen möchte, um nicht unfair zu werden. Im weiteren Gespräch versuchte ich aber doch die Sachen etwas richtig zu stellen, wobei er darauf nur meinte, er werde sich "die Meinung der Anderen" dazu nochmal anhören.
DIE HAT ER BEREITS GEHÖRT!!!!!!
Dann musste er zu einem Termin und das war's.
Und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich kann mir bei niemandem einen fundierten Rat holen. Am liebsten würde ich ja mit jemandem aus der Firma sprechen, der die Situation und die Anderen kennt. Aber das geht natürlich nicht.
Falls sich jemand bis hierhin durchgearbeitet hat: Was soll ich tun?!?!
Ich mag den Begriff Mobbing nicht. Zu schnell lässt man sich in die Opferrolle drängen. Aber irgendwie befürchte ich, es könnte doch Mobbing sein...
Viele Grüße
Tierra_Negra
oje, der Beitrag wurde so lang, dass ihn wahrscheinlich keiner lesen wird. Aber immerhin habe ich mir mal alles von der Seele geschrieben.
Ich bin seit einem Jahr in der Geschäftsführung eines mittelständigen Unternehmens, in dem ich drei Jahre vorher als Juniorprojektleiterin angefangen habe. Natürlich habe ich sehr viele Kollegen "überholt". Nun leite ich einen neuen Unternehmensbereich, in dem es (menschlich und auf der Arbeitsebene) sehr gut klappt. Ich gebe mir sehr viel Mühe, dass meine Mitarbeiter gerne arbeiten, dass die Stimmung gut ist und versuche in jeder freien Minute auch etwas für ihre fachliche Weiterentwicklung zu tun. Das ist in unserem Unternehmen einmalig, denn ansonsten wird alles eher laufen gelassen. Mir ist eine vernünftige Struktur aber wichtig.
Probleme gibt es mit denen, die ich überholt habe: Sie waren schon im Unternehmen, als ich kam. Damals wurden sie nach und nach Teamleiter, ich dann auch und jetzt bin ich eben in der Geschäftsführung (ihnen aber nicht direkt überstellt, weil ich einen separaten Bereich verantworte).
Als ich damals in die Geschäftsführung geholt wurde, war es ein ziemlicher Spießrutenlauf für mich, und ich habe versucht, möglichst "unauffällig" zu agieren und durch kein Verhalten irgendjemanden zu provozieren, der sich ggf. übergangen fühlt. Denn leider gab es schon ein wenig Gegenwind, ich habe (wiedermal hinternrum) erfahren, dass die "überholten" Kollegen ein Problem mit der neuen Konstellation haben.
Jedenfalls ist das dann irgendwann wieder etwas abgeebbt bis Herbst letzten Jahres. Da gab es dann auf einmal Gerüchte, die ich aufgeschnappt habe: Dass es in meiner Einheit "nicht funktioniert", "viele Probleme" gebe, wir "zu wenig Umsatz" machen (keiner hat Einblick in meine Zahlen!!), etc. Es ging auch um meine Mitarbeiter, die sich angeblich bewusst absondern, "nie" mit zum Mittagessen gehen.
Nun habe ich erfahren, dass einige meiner Mitarbeiterinnen angeblich einen recht despektierlichen Spitznamen haben. Das ist alles so "rumgewabert", wobei ich mich eigentlich eher stellvertretend für meine netten und motivierten Mitarbeiter geärgert habe. Ich selbst kam recht gut damit klar.
Nun kam es aber zu einem Vorkommnis, seit dem ich Magenschmerzen habe, Übelkeit und nicht mehr schlafen kann.
Letzten Mittwoch war Leitungskreistreffen: Die beiden Vorstände, ein weiteres Mitglied der GF, ich und zwei von drei Teamleitern.
Dann war es der absolute Horror: Die drei Teamleiter hatten sich vorher zusammengesetzt, Themen zusammengetragen und wandten sich damit direkt an die Vorstände (mich haben sie komplett ingnoriert und nicht mal angesehen).
Sie fragten ganz scheinheilig, dass sie mal wissen wollten, wer "die da unten" (=meine Mitarbeiter) eigentlich führt. "Die da unten" seien nämlich "ständig" zu wenig ausgelastet, während sie selbst in Arbeit ersticken. "Die da unten" sondern sich "total" ab, gehen "ständig" früher heim, etc etc. Das alles sei natürlich nicht IHRE Meinung, sondern sie hätten "es zugetragen" bekommen...
Und einer meiner Mitarbeiter, der ihnen derzeit aushilft "kann ja gar nichts", und daher wollten sie mal fragen, wer überhaupt für ihn zuständig ist. Für ihn bestehe überhaupt kein Plan, und er selbst sei unzufrieden.
Man kann das nicht so wirklich schildern, denn schlimmer als das, WAS gesagt wurde ist das WIE sie es gesagt haben und mich dabei eben ignoriert haben.
Zu den Vorwürfen muss ich Folgendes sagen: Das sind eindeutig Themen, auf die sie mich erst einmal alleine hätten ansprechen sollen, wenn sie denn wahr wären....dennn das sind sie nicht. Was richtig verletztend war ist, dass natürlich ICH diejenige bin, die für "die da unten" sowie den "Mitarbeiter ohne Plan" zuständig ist. Ich wurde also ohne Vorwarnung komplett vorgeführt.
Selbstverständlich gibt es für diesen Mitarbeiter einen Plan, den ich selbst geschrieben und vor ein paar Wochen an ALLE geschickt habe (!!!). Es gab sogar noch weitere ergänzende Emails dazu, aus denen glasklar hervorgeht, dass er noch viel lernen muss.
Was die Unterauslastung angeht ist es so, dass meine Mitarbeiter tatsächlich manchmal zu wenig zu tun haben, aber von mir angehalten sind, sofort den anderen Teams ihre Kapazitäten anzubieten, was sie auch machen. Des Weiteren habe ich selbst mehrfach mit einer der Teamleiterinnen gesprochen und sie immer wieder gebeten, doch auch auf meine Mitarbeiter zuzugreifen. Nur ist es so, dass wir aber fast immer abgewiesen werden. Daher habe ich einige wirklich sinnvolle Aufgaben für meine Mitarbeiter gefunden, denen sie seit einiger Zeit nachgehen, wenn wenig zu tun ist. Das zum Thema "wer führt die eigentlich".
Leider war die Reaktion des Vorstands ziemlich ungünstig für mich. Er wies mich recht barsch an, ich solle zeitnah einen Plan für diesen Mitarbeiter entwerfen.
Was das andere Thema angeht, hat er eine Möglichkeit gesucht und gefunden, wie unsere Kapazitäten besser ausgelastet werden (was natürlich auch wiederum Wasser auf deren Mühlen war).
Ich selbst habe dann auch noch einen missglückten Versuch unternommen, die "Ehre" meines Teams und von mir wiederherzustellen und gesagt, dass doch diese scheinbaren Tatsachen überhaupt nicht stimmen. Ich habe z.B. gesagt: "Schau mich an, M., ich sitze hier am Tisch, schau mir ins Gesicht: Du WEISST, dass das nicht stimmt" - die Reaktion war nur achselzuckend (sinngemäß): "mag sein, aber es ist doch schlimm genug, dass der Eindruck entsteht" (HÄ!?!?!).
Jedenfalls war's das dann zu diesen Themen und seitdem erlebe ich alles irgendwie in Zeitlupe. Kann nicht mehr esse, ohne dass mir schlecht wird und nicht mehr durchschlafen. Die Vorstellung, morgen wieder dorthin zu müssen ist der blanke Horror.
Mich hat der Vorstand übrigens anschließend angerufen und "nach meinem emotionalen Befinden" gefragt. Ich bedankte mich für das Interesse, sagte aber, dass ich die Situation noch nicht abschließend einschätzen könne und lieber nicht zu viel dazu sagen möchte, um nicht unfair zu werden. Im weiteren Gespräch versuchte ich aber doch die Sachen etwas richtig zu stellen, wobei er darauf nur meinte, er werde sich "die Meinung der Anderen" dazu nochmal anhören.
DIE HAT ER BEREITS GEHÖRT!!!!!!
Dann musste er zu einem Termin und das war's.
Und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich kann mir bei niemandem einen fundierten Rat holen. Am liebsten würde ich ja mit jemandem aus der Firma sprechen, der die Situation und die Anderen kennt. Aber das geht natürlich nicht.
Falls sich jemand bis hierhin durchgearbeitet hat: Was soll ich tun?!?!
Ich mag den Begriff Mobbing nicht. Zu schnell lässt man sich in die Opferrolle drängen. Aber irgendwie befürchte ich, es könnte doch Mobbing sein...
Viele Grüße
Tierra_Negra
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