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Mobbing der Doktoranden durch den Doktorvater

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  • #16
    AW: Mobbing der Doktoranden durch den Doktorvater

    Zitat von Nietsche76 Beitrag anzeigen
    Ist es wirklich so das sein Prof. einfach sagen kann: Ich sehe mich nicht mehr in der Lage sie zu betreuen und kann ihn kündigen? Diese Angst ist sehr groß und ich mache mir mittlerweile wirklich große Sorgen um ihn.
    Ich hoffe ihr könnt mir/uns hier weiterhelfen!
    Ein ganz klares NEIN, das kann kein Prof einfach so. Das Arbeitsverhältnis wird mit der Universität geschlossen und nicht mit dem Prof. Schaut doch mal in den Arbeitsvertrag. Von Seiten der Universität besteht, wie bei anderen Arbeitgebern auch, eine Fürsorgepflicht gegenüber den Angestellten. Auch der Prof als - von der Universität eingesetzter - Fachvorgesetzter des wissenschaftlichen Angestellten ist daran gebunden. Er kann nicht einfach nach Lust und Laune entscheiden, dass er jemanden nicht mehr betreuen will, besonders wenn Dein Freund einen Arbeitsvertrag hat, in dem die wissenschaftliche Weiterqualifizierung festgeschrieben ist. Auch steht ihm nicht zu, Mitarbeiter zu kündigen. Dazu hat er die Befugnis gar nicht. Kündigungen können nur durch die Uni-Leitung erfolgen und auch das nur nach festgelegten Regeln (siehe: öffentlicher Dienst). Dazu gehören z.B. Abmahnungen, vorherige Mitarbeitergespräche usw. Ehe das überhaupt geschehen kann, müssen erstmal sehr trifftige Gründe vorgebracht werden. Stellt Euch mal vor, der Prof geht in's Personaldezernat und sagt: Ich will, dass der Herr X gekündigt wird, weil.... ja, rechtliche Gründe fallen mir nicht ein, aber außerdem habe ich keine Lust mehr, den zu betreuen. Lächerlich! Keine Chance.

    Wie in jedem Angestelltenverhältnis gibt es übrigens auch hier einen Kündigungsschutz und: wissenschaftliche Angestellte haben das Recht, sich vom Personalrat beraten und unterstützen zu lassen. Und bei eventuellen Personalgesprächen begleiten zu lassen, sehr wichtig! Auch von denen kann man sich mal ganz vertraulich beraten lassen. Und als Letztes: Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist übrigens eine heilige Kuh - wichtige Aufgabe und Aushängeschild jeder vernünftigen Uni!

    Also ich hoffe sehr, Euch zumindest in diesem Punkt ein wenig die Angst nehmen zu können.... falls Ihr dazu mehr wissen wollt, auch gerne per PN.
    Patricia234
    Erfahrenes Forumsmitglied
    Zuletzt geändert von Patricia234; 03.08.2012, 15:15.

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    • #17
      AW: Mobbing der Doktoranden durch den Doktorvater

      Hallo AudreyHepburn,

      das, was Du zu dem sexuellen Missbrauchs-Beispiel an der Uni geschrieben hast ist wirklich sowas von krass...

      Ich habe viele fiese Beispiele von Machtausnutzung und Schikanen an Unis mitbekommen, aber sowas zum Glück noch nicht. Die "harmloseren" Machtspiele gegenüber Doktoranden spielten sich auf rein verbaler Ebene ab, so das alltägliche Frust-ablassen, ignorieren von Redebeiträgen oder Vorschlägen in meetings, runtermachen von Präsentationen, hinterlistigen Fragen und so. Was schon übel genug ist. Vieles geht dabei auch sehr, sehr subtil ab. Für die Betroffenen selbst außerordentlich spürbar, aber kaum nachweisbar. Das Vorenthalten von notwendigen Infos, das Übergehen bei der Namensnennung auf gemeinsamen Publikationen, Beschränkungen des Arbeitsplatzes und anderer Ressourcen. Natürlich im stillen Kämmerchen. Nicht in der Öffentlichkeit. Alles, um die Macht mancher Profs oder Doktoren zu zementieren.

      Ekelhaft fand ich aber oftmals auch das Verhalten der Mitarbeiter untereinander. Manchmal hatte ich den Eindruck, alle buhlen um jeden Preis darum, bei ihrem "Pappi" oder ihrer "Mami" an möglichst erster Stelle zu stehen. Einmal hat sich eine Doktorandin um Unterstützung an mich gewendet, da sie systematisch von wichtigen meetings ausgeschlossen wurde. Es gab z.B. einen festen Termin für alle, wo es um zukünftige Projekte und die Arbeitsverteilung ging. Anwesenheit war Pflicht, Abwesenheit mit gravierenden Nachteilen verbunden (wichtige Arbeiten schon vergeben, Pech gehabt!). Als sie zu dem Termin wollte, stellte sie fest, dass niemand anwesend war. Es stellte sich heraus, dass der Termin, der kurzfristig verlegt worden war, bereits ohne sie stattgefunden hatte. Alle wussten davon, nur sie nicht. Ihre Kollegen hätten sie informieren können, haben aber, als der Prof nachfragte, wo Kollegin XY denn sei, tatsächlich behauptet: Die kommt wohl nicht, die ist wohl auch gar nicht im Hause. Klasse! Mal war es die Terminverlegung, mal ein anderer Raum oder auch Unterlagen, die allen anderen, nur ihr nicht zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt worden waren. Fiese Aktionen, um die Kollegin vor "Pappi" schwächer aussehen zu lassen, denn sie wurde von den Anderen in ihrer Arbeitsgruppe wohl als Gefahr wahrgenommen, weil sie schon mehrere Fachartikel publiziert hatte und sehr beliebt bei den Studierenden war.

      Zitat von AudreyHepburn: "Die Macht des Doktorvaters ist wirklich sehr groß."

      In gewisser Weise muss ich Dir da völlig Recht geben, denn die Abhängigkeit von seinem Wohlwollen in Bezug auf Ressourcen, Gutachten, Arbeitszeugnis uvm. ist da, egal wie man die Sache dreht und wendet.

      Aber wenn man genau hinschaut, dann wird diese vermeintliche Machtposition auch oft von den Mitarbeitern einfach unhinterfragt so an- oder hingenommen und das Machtgehabe, was ich oben beschrieben habe, dadurch erst richtig zementiert. Grundsätzlich darf man nie vergessen: Es sind Vorgesetzte, die sich genauso wie andere Mitarbeiter an die Regeln zu halten haben. Gelegentlich sollte man sie darauf durchaus mal aufmerksam machen. Und auch als deren Kollege / Kollegin auch ruhig mal einschreiten, wenn man mieses Gehabe mitbekommt. Und wenn man sich das klar macht, dann sieht das doch alles schon etwas anders aus...

      Viele Grüße, Pat
      Patricia234
      Erfahrenes Forumsmitglied
      Zuletzt geändert von Patricia234; 03.08.2012, 17:02.

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      • #18
        AW: Mobbing der Doktoranden durch den Doktorvater

        Hallo Nietsche, ist schon lange her, dass Du gebloggt hast. Wie ging die Sache mit Deinem Doktorvater weiter ?

        Deine Erfahrungen erinnern mich an meine Zeit als Doktorandin, ich habe auch weinend das Büro verlassen und habe im stillen Kämmerlein geflennt. Weil ich beleidigt war und weil mir ungerechtfertigte Dinge an den Kopf geworfen wurden. Ein schlechtes Zeichen, kommt aber bei cholerischen Typen vor. Zunächst kam ich hervoragend mit meinem Chef, Dissertationsbetreuer klar. Dann wurde jedoch gegen mich intrigiert von Seiten eines langjährigen Postdocs, der sich mit meinem Forschungsansatz habilitieren wollte.....Die Wutausbrüche wurden von anderen provoziert, die gegen mich beim Chef intrigiert hatten, um sich selbst zu befördern. Sogenannte Postdocs, wissenschaftliche Mitarbeiter sind auch Konkurrenten, die mit Dir um die Gunst des Chefs buhlen.....Der Prof kann einfach sachgrundlos befristen und kündigen. Die Diss ist totaler Stress....Wenn man keine Co-Betreuer hat, die einen unterstützen und mit denen man gut kann, sollte man dieses Arbeitsverhältnis beenden. Nur wie kommt man dann von diesem Chef weg...? Arbeitszeugnis ausstellen lassen ! - Es Bewerbungen beifügen. Keine weitere telefonische Kontaktaufnahmen mehr. Kein Treffen mehr auf einem Meeting etc...Stillschweigen, wenn man einen neuen Job gefunden hat.

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        • #19
          AW: Mobbing der Doktoranden durch den Doktorvater

          Hi!

          Ich habe nicht studiert jedoch gilt es auch an der Uni das jedes Arbeitsverhältnis auf Partnerschaftlichkeit beruhen sollte. Wenn jemand eine Stelle in Aussicht hat ist es unumgänglich seinen zukünftigen Partner zu prüfen. Gerade im Unibetrieb dürfte es leicht sein die Buschtrommeln abzuklopfen wie sich der zukünftige Chef verhält. Versuche die Augen und Ohren aufzuhalten. Wenn das Bauchgefühl nicht gut ist dann gilt: Finger weg und was anderes zu suchen. Viele Vorgesetzte sind für ihre Rolle einfach nicht geeignet.

          Grüßlinge!
          Alteisenfahrer
          besonders erfahrenes Mitglied
          Zuletzt geändert von Alteisenfahrer; 14.05.2017, 05:49.

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