Hallo an das Forum,
ich bin mittlerweile verzweifelt und nach nun einigen schlaflosen Nächten habe ich mich nun entschlossen "aktiv" zu werden.
Im Grunde genommen, weiss ich aber nicht, ob es sich hier um das Phänomen "Mobbing" handelt oder nicht und ich würde mich daher sehr darüber freuen, wenn ich Eure Meinungen dazu erfahren darf.
Nun zu meiner Situation.
Ich bin 41, männlich und arbeite in einem weltweit agierenden Konzern in der Medizinbranche. Mittlerweile bin ich ca. 3,5 Jahre in diesem Unternehmen beschäftigt und die ersten drei Jahre waren immer befristet. Als Anfang dieses Jahres eine unbefristete Stelle im Konzern ausgeschrieben worde, habe ich mich auf diese Stelle beworben und auch bekommen.
Die Stelle ist anspruchsvoll, jedoch ist nicht die Arbeit ein Problem, sondern wie sich nun langsam aber sicher herausstellt, mein Vorgesetzter. Er ist ein Meister der Rhetorik und auch sehr geschickt im Umgang mit "manipulativen" Taktiken - zudem ist er seit über 15 Jahren im Unternehmen und kennt sich als alter Hase auch sehr gut in der Materie aus. Das alles soll ja nicht schlimm sein, aber er manipuliert bewusst seine Mitarbeiter und Kollegen. Nach außen hin wird alles wasserdicht, im Gegenteil, man würde sogar denken, er ist ein befürworter der fortgeschrittenen Kommunikation, setzt sich für Gleichberechtigung usw. ein, da er u. a. auch an der Nettiquette im Unternehmen arbeitet und diese Konzernweit vorschlägt.
Aber genau der selbe Mensch, der diese lobenden Aktionen für das Unternehmen umsetzt, verhält sich alles andere, nur nicht lobenswert. Zwischenzeitlich habe ich auch mitbekommen, dass dies nicht das erste Mal ist, es haben schon einige Kollegen vorzeitig das Unternehmen gewechselt und gute Miene zum bösen Spiel gemacht und die Situation nicht angeprangert.
Nun, ich dachte bisher niemals im Leben, dass mich jemals ein solche Situation selber treffen würde, da ich mich immer als selbstbewusst und kommunikationstark eingestuft habe. Vielleicht irre ich mich auch, vielleicht habe ich auch in meinem Vorgesetzen einen "Meister" gefunden, der es geschickt versteht, meine Psyche umher zu wirbeln, nach Lust und belieben, und ich tatenlos zusehen muss und mir nicht zu helfen weiß!
Es begann eigentlich alles vor ein paar Monaten.
Ich arbeite in einer Prozessabteilung, welche für Optimierungszwecke neu ins Leben gerufen wurde. Neue Abteilung, viele Herausforderungen und interessante Aufgaben. Aus meiner Vergangenheit beherrsche ich in einem überdurchschnittlichen Maße Visual Basic, was es leichter macht, z. B. in Office Produkten Makros und VBA-Codings zu erstellen um gewissen Routinearbeiten automatisiert und schneller ablaufen zu lassen. Ungeachtet meiner Fähigkeit bin ich aber kein "gelernter" Softwareentwickler - ich könnte das zwar - aber wie schon gesagt kein gelernter Entwickler.
Man könnte das ungefähr so vergleichen, dass man einen Laminatboden legen kann oder eine Wand mauern kann, aber man ist kein gelernter Maurer bzw. Bodenleger.
Wie es der Zufall will, teilt mir mein Vorgesetzer eine Arbeit zu, in welcher ich verschiedene Excel-Tabellen zu einer Preisliste "automatisiert" verschmelzen lassen soll. Kein Hexenwerk nach seiner Auffassung - aber es birgt ein riesiges Potential an Risiken - denn diese Preisliste beinhaltet ein Preisfindungssystem und greift auf SAP-Quelldaten zurück usw. Am Ende soll ein VBA-Tool, basiert auf Excel entstehen, was man einem einfachen Mitarbeiter in die Hand drückt, eine Dokumentation dazu schreibt und man in wenigen Sekunden eine Meterlange Preisliste bekommt, was bisher so nicht existierte. Die Daten sind zu sensibel, als man sich da einfach einen Fehler erlauben sollte!
Mein Vorgesetzer hat zwar eine Variante mit Makros erstellt und dieses Problem auf den ersten Blick gelöst, allerdings benötigt die Umsetzung im aktuellen Fall eine andere programmiertechnische Basis, d.h. ich kann das nicht 1:1 übernehmen sondern muss von Grund auf neu aufsetzen.
Und hier geht der Tanz los - nach seiner Auffassung geht es mit seiner Basis und er verlangt von mir, dass ich basierend auf sein Werk - es "erweitere" - so schwer kann das doch nicht sein.....BASTA.
Einen Widerspruch und auch berechtigte Einwände versteht er geschickt aus der Welt zu bringen und verdreht dabei noch einem das Wort im Mund herum.
Soweit so gut, das ist ja noch lange kein Mobbing und eine solche Situation kann überall in Deutschlands Büro´s auftreten. Ich habe die Lösung so gemacht wie er sie wollte und fertig. Diese Version habe ich dann meinen Kollegen vorgestellt und es hat sich dann aber herausgestellt, dass die Rahmenbedingungen sich verändert haben und ich nun diese ganze Geschichte anpassen muss - und zwar geht diese Anpassung definitiv nicht mehr so wie sich mein Vorgesetzer vorstellt, sondern nimmt für mich als "Laien"-Programmierer viel mehr Zeit in Anspruch, dessen ich nicht mal in der Lage bin genau abzuschätzen, da ich wie ich schon erwähnte, kein Softwareentwickler bin. Meinen Vorschlag, diese Entwicklung an einen externen Programmierer zu geben hat mein Vorgesetzer abgewiesen, dass sei zu teuer - obwohl ein Externer nach einer von mir im Vorfeld getätigten Erkundigung nur wenige Tage dafür benötigen würde.
Solche und andere Geschichten und diese "Art" von Kommunikation haben mich dann in vielen Themen tagsüber begleitet. Die Folge war, dass ich begonnen habe auf Mittagessen zu verzichten, Pause gestrichen usw. - es hat keiner von mir verlangt, aber ich wollte die Anforderungen meistern und ich bin ein Perfektionist, was dies betrifft. Irgendwann bin ich "heiss" gelaufen und bin dann eines Abends mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gekommen. Organisch war nichts festszustellen, aber wie die Ärztin sagte, braucht man sich nicht wundern, wenn es einen aus den Latschen haut, wenn man nur Kaffee trinkt, nichts trinkt und nichts isst.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich bemerkt, dass mein Körper auf diese "Veränderung" im Büro reagiert und das es mir nicht gut tut - ich muss was tun dachte ich mir - ein Gespräch mit dem Vorgesetzen muss her um das aus der Welt zu schaffen. Als ich nach ein paar Tagen wieder im Geschäft war, ging das Theater aber weiter - es kam zu diesem Gespräch und dort wurde ich dann sogar richtig RUND gemacht und fühlte mich noch mieser als je zuvor. Ich wollte aber den Job und ich habe einfach gute Miene zum bösen Spiel gemacht und dachte mir ich nehme jetzt erstmal meinen ersten Urlaub im Jahr (1 Woche) und dann schauen wir weiter.
Tja, das Leben ist manchmal interessant - in dieser Woche ist mir die Achillessehne gerissen - 6 Wochen min. krank! Doch mein Chef begann von mir "auf freundliche" Art zu drängen und fragen ob ich denn bereit wäre, von zu Hause aus Telefonkonferenzen zu dem Preislisten Thema zu machen usw. Auch dazu habe ich mich drängen lassen (manipulativ!!) und habe dann angeboten (um meine Ruhe zu haben), dass ich das machen werde. Ob ich krank war oder nicht, dass hat niemanden interessiert - ich habe Mails und Anrufe bekommen und man hat von mir erwartet, dass ich alle Mails lese und beantworte.
Natürlich hat diese Erwartung niemand schriftlich fixiert, aber wie aus der Korrespondenz heraus zu entnehmen ist, wird einem schnell klar und leicht verständlich, dass die Terminierung, welcher mein Vorgesetzer vorgibt nur durch die AKTIVE Mitarbeit seines Mitarbeiters im Krankenstand funktioniert.
Das habe ich dann auch eine Woche lang betrieben bis ich vor lauter Schmerzen gar nicht mehr am Schreibtisch sitzen konnte. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht mehr mache, mein Fuss und meine Gesundheit hat Vorrang - er hat das auch "eingesehen" und erstmal nichts mehr gemacht. Er sagte dann immer richtig "Vorsorglich" - ich solle auf den medizinischen Rat meines Arztes hören und diese genau befolgen! Aber spüren lassen hat er einem etwas anderes!
Hin- und wieder kam dann eine Mail, aber es war kein Druck da! Schließlich ging mein Vorgesetzter für 3 Wochen in Urlaub und wir haben noch fast 1 Stunde telefoniert (ich war immer noch im Krankenstand) um mich "vorzubereiten" was nach dem Urlaub kommt. Er nennt das Abstimmung.
Denn, mein Sommerurlaub war ja auch geplant, nur konnte ich den nicht antreten mit meinem kaputten Fuss! Er rief mich nun nach seinem Urlaub an und bat mich (ich war nun nach 6 Wochen Krankheit direkt in den Urlaub übergegangen) eine Woche meines Urlaubs zu kürzen. Ich verneinte dies, da die Genesung des Fusses immer noch nicht zufriedenstellend war. Mein Arzt wollte mich weiter krankschreiben, aber ich sagte nein um a) nicht Krankengeld beziehen zu müssen (finanzielle Einbussen) und b) wollte ich meinen Urlaub für eine Ergotherapie ausgiebig nutzen um wieder schnellst möglichs fit zu werden.
Im Moment befinde ich mich nun in dieser Phase - und mich trifft nun eine Tsunami-Welle von E-Mails von meinem Chef. Ich habe diese zunächst ignoriert - da ich mich ja im Urlaub befinde, aber es flattern die Mails nun mit "D R I N G E N D" rein - und SMS werden auch nun verschickt! Man ärgert sich zwar, aber man liest sich diese Mails im Urlaub durch - und da wird EINDEUTIG verlangt, zu arbeiten - ich muss Termin bestimmen usw. Irgendwann konnte ich nicht mehr und habe dann meinen Chef angerufen!
Er hat sich bedankt, dass ich mich aus dem Urlaub melde und der Zustand sei aber äußert Unbefriedigend - ich müsse ihn informieren - auch in meinem Urlaub !! - Er wollte von mir wissen, ob ich die Programmierung der Anforderung in 5 Tagen hinbekomme - und das wieder in der klassischen Art und Weise.
Wie ein PitBull der nicht locker lässt, so drangsalisert er einen - erst freundlich, dann angressiv und drohend - wenn man Wiederrede leistet kommt noch ein kleiner cholerischer Anfall dazu. Da ich auf diesen Müll während meines Urlaubs keine Lust hatte, sagte ich einfach "JA" - nicht mehr und nicht weniger - er hat schon gemerkt, dass ich angesäuert war, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, alle Beteiligten in diesem Projekt 5 Minuten später in einer Mail darüber zu informieren, dass er mit mir darüber gesprochen hat und ich das Tool VOLL FUNKTIONSFÄHIG kurz nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub fertigstellen werde. Mitarbeiter sollen sich bitte direkt mit mir unter meiner Privatnummer in Verbindung setzen um sich abzustimmen.
Hier ist mir dann der Kragen geplatz. Ich habe den Betriebsrat angerufen und ihm gesagt, dass es so nicht weiter gehen kann - ich werde mit dem Betriebsrat ein Gespräch suchen.
Nun meine Frage an die Runde. Ist sowas Mobbing oder fällt das unter "geschäftlichen Alltag" in Deutschland Büro´s?
Das mein Urlaub heilig ist, weis ich selber, aber wenn ich das "ignoriere" erwartet mich die "Hölle auf Erden" wenn ich wieder ins Büro komme - ich stecke in einer Zwickmühle.
Ich bitte aufrichtig um Ratschläge oder Hinweise, Tipps bzw. Hilfestellung.
Vielen herzlichen Dank!
Grüsse
Ein Ratsuchender
ich bin mittlerweile verzweifelt und nach nun einigen schlaflosen Nächten habe ich mich nun entschlossen "aktiv" zu werden.
Im Grunde genommen, weiss ich aber nicht, ob es sich hier um das Phänomen "Mobbing" handelt oder nicht und ich würde mich daher sehr darüber freuen, wenn ich Eure Meinungen dazu erfahren darf.
Nun zu meiner Situation.
Ich bin 41, männlich und arbeite in einem weltweit agierenden Konzern in der Medizinbranche. Mittlerweile bin ich ca. 3,5 Jahre in diesem Unternehmen beschäftigt und die ersten drei Jahre waren immer befristet. Als Anfang dieses Jahres eine unbefristete Stelle im Konzern ausgeschrieben worde, habe ich mich auf diese Stelle beworben und auch bekommen.
Die Stelle ist anspruchsvoll, jedoch ist nicht die Arbeit ein Problem, sondern wie sich nun langsam aber sicher herausstellt, mein Vorgesetzter. Er ist ein Meister der Rhetorik und auch sehr geschickt im Umgang mit "manipulativen" Taktiken - zudem ist er seit über 15 Jahren im Unternehmen und kennt sich als alter Hase auch sehr gut in der Materie aus. Das alles soll ja nicht schlimm sein, aber er manipuliert bewusst seine Mitarbeiter und Kollegen. Nach außen hin wird alles wasserdicht, im Gegenteil, man würde sogar denken, er ist ein befürworter der fortgeschrittenen Kommunikation, setzt sich für Gleichberechtigung usw. ein, da er u. a. auch an der Nettiquette im Unternehmen arbeitet und diese Konzernweit vorschlägt.
Aber genau der selbe Mensch, der diese lobenden Aktionen für das Unternehmen umsetzt, verhält sich alles andere, nur nicht lobenswert. Zwischenzeitlich habe ich auch mitbekommen, dass dies nicht das erste Mal ist, es haben schon einige Kollegen vorzeitig das Unternehmen gewechselt und gute Miene zum bösen Spiel gemacht und die Situation nicht angeprangert.
Nun, ich dachte bisher niemals im Leben, dass mich jemals ein solche Situation selber treffen würde, da ich mich immer als selbstbewusst und kommunikationstark eingestuft habe. Vielleicht irre ich mich auch, vielleicht habe ich auch in meinem Vorgesetzen einen "Meister" gefunden, der es geschickt versteht, meine Psyche umher zu wirbeln, nach Lust und belieben, und ich tatenlos zusehen muss und mir nicht zu helfen weiß!
Es begann eigentlich alles vor ein paar Monaten.
Ich arbeite in einer Prozessabteilung, welche für Optimierungszwecke neu ins Leben gerufen wurde. Neue Abteilung, viele Herausforderungen und interessante Aufgaben. Aus meiner Vergangenheit beherrsche ich in einem überdurchschnittlichen Maße Visual Basic, was es leichter macht, z. B. in Office Produkten Makros und VBA-Codings zu erstellen um gewissen Routinearbeiten automatisiert und schneller ablaufen zu lassen. Ungeachtet meiner Fähigkeit bin ich aber kein "gelernter" Softwareentwickler - ich könnte das zwar - aber wie schon gesagt kein gelernter Entwickler.
Man könnte das ungefähr so vergleichen, dass man einen Laminatboden legen kann oder eine Wand mauern kann, aber man ist kein gelernter Maurer bzw. Bodenleger.
Wie es der Zufall will, teilt mir mein Vorgesetzer eine Arbeit zu, in welcher ich verschiedene Excel-Tabellen zu einer Preisliste "automatisiert" verschmelzen lassen soll. Kein Hexenwerk nach seiner Auffassung - aber es birgt ein riesiges Potential an Risiken - denn diese Preisliste beinhaltet ein Preisfindungssystem und greift auf SAP-Quelldaten zurück usw. Am Ende soll ein VBA-Tool, basiert auf Excel entstehen, was man einem einfachen Mitarbeiter in die Hand drückt, eine Dokumentation dazu schreibt und man in wenigen Sekunden eine Meterlange Preisliste bekommt, was bisher so nicht existierte. Die Daten sind zu sensibel, als man sich da einfach einen Fehler erlauben sollte!
Mein Vorgesetzer hat zwar eine Variante mit Makros erstellt und dieses Problem auf den ersten Blick gelöst, allerdings benötigt die Umsetzung im aktuellen Fall eine andere programmiertechnische Basis, d.h. ich kann das nicht 1:1 übernehmen sondern muss von Grund auf neu aufsetzen.
Und hier geht der Tanz los - nach seiner Auffassung geht es mit seiner Basis und er verlangt von mir, dass ich basierend auf sein Werk - es "erweitere" - so schwer kann das doch nicht sein.....BASTA.
Einen Widerspruch und auch berechtigte Einwände versteht er geschickt aus der Welt zu bringen und verdreht dabei noch einem das Wort im Mund herum.
Soweit so gut, das ist ja noch lange kein Mobbing und eine solche Situation kann überall in Deutschlands Büro´s auftreten. Ich habe die Lösung so gemacht wie er sie wollte und fertig. Diese Version habe ich dann meinen Kollegen vorgestellt und es hat sich dann aber herausgestellt, dass die Rahmenbedingungen sich verändert haben und ich nun diese ganze Geschichte anpassen muss - und zwar geht diese Anpassung definitiv nicht mehr so wie sich mein Vorgesetzer vorstellt, sondern nimmt für mich als "Laien"-Programmierer viel mehr Zeit in Anspruch, dessen ich nicht mal in der Lage bin genau abzuschätzen, da ich wie ich schon erwähnte, kein Softwareentwickler bin. Meinen Vorschlag, diese Entwicklung an einen externen Programmierer zu geben hat mein Vorgesetzer abgewiesen, dass sei zu teuer - obwohl ein Externer nach einer von mir im Vorfeld getätigten Erkundigung nur wenige Tage dafür benötigen würde.
Solche und andere Geschichten und diese "Art" von Kommunikation haben mich dann in vielen Themen tagsüber begleitet. Die Folge war, dass ich begonnen habe auf Mittagessen zu verzichten, Pause gestrichen usw. - es hat keiner von mir verlangt, aber ich wollte die Anforderungen meistern und ich bin ein Perfektionist, was dies betrifft. Irgendwann bin ich "heiss" gelaufen und bin dann eines Abends mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gekommen. Organisch war nichts festszustellen, aber wie die Ärztin sagte, braucht man sich nicht wundern, wenn es einen aus den Latschen haut, wenn man nur Kaffee trinkt, nichts trinkt und nichts isst.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich bemerkt, dass mein Körper auf diese "Veränderung" im Büro reagiert und das es mir nicht gut tut - ich muss was tun dachte ich mir - ein Gespräch mit dem Vorgesetzen muss her um das aus der Welt zu schaffen. Als ich nach ein paar Tagen wieder im Geschäft war, ging das Theater aber weiter - es kam zu diesem Gespräch und dort wurde ich dann sogar richtig RUND gemacht und fühlte mich noch mieser als je zuvor. Ich wollte aber den Job und ich habe einfach gute Miene zum bösen Spiel gemacht und dachte mir ich nehme jetzt erstmal meinen ersten Urlaub im Jahr (1 Woche) und dann schauen wir weiter.
Tja, das Leben ist manchmal interessant - in dieser Woche ist mir die Achillessehne gerissen - 6 Wochen min. krank! Doch mein Chef begann von mir "auf freundliche" Art zu drängen und fragen ob ich denn bereit wäre, von zu Hause aus Telefonkonferenzen zu dem Preislisten Thema zu machen usw. Auch dazu habe ich mich drängen lassen (manipulativ!!) und habe dann angeboten (um meine Ruhe zu haben), dass ich das machen werde. Ob ich krank war oder nicht, dass hat niemanden interessiert - ich habe Mails und Anrufe bekommen und man hat von mir erwartet, dass ich alle Mails lese und beantworte.
Natürlich hat diese Erwartung niemand schriftlich fixiert, aber wie aus der Korrespondenz heraus zu entnehmen ist, wird einem schnell klar und leicht verständlich, dass die Terminierung, welcher mein Vorgesetzer vorgibt nur durch die AKTIVE Mitarbeit seines Mitarbeiters im Krankenstand funktioniert.
Das habe ich dann auch eine Woche lang betrieben bis ich vor lauter Schmerzen gar nicht mehr am Schreibtisch sitzen konnte. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht mehr mache, mein Fuss und meine Gesundheit hat Vorrang - er hat das auch "eingesehen" und erstmal nichts mehr gemacht. Er sagte dann immer richtig "Vorsorglich" - ich solle auf den medizinischen Rat meines Arztes hören und diese genau befolgen! Aber spüren lassen hat er einem etwas anderes!
Hin- und wieder kam dann eine Mail, aber es war kein Druck da! Schließlich ging mein Vorgesetzter für 3 Wochen in Urlaub und wir haben noch fast 1 Stunde telefoniert (ich war immer noch im Krankenstand) um mich "vorzubereiten" was nach dem Urlaub kommt. Er nennt das Abstimmung.
Denn, mein Sommerurlaub war ja auch geplant, nur konnte ich den nicht antreten mit meinem kaputten Fuss! Er rief mich nun nach seinem Urlaub an und bat mich (ich war nun nach 6 Wochen Krankheit direkt in den Urlaub übergegangen) eine Woche meines Urlaubs zu kürzen. Ich verneinte dies, da die Genesung des Fusses immer noch nicht zufriedenstellend war. Mein Arzt wollte mich weiter krankschreiben, aber ich sagte nein um a) nicht Krankengeld beziehen zu müssen (finanzielle Einbussen) und b) wollte ich meinen Urlaub für eine Ergotherapie ausgiebig nutzen um wieder schnellst möglichs fit zu werden.
Im Moment befinde ich mich nun in dieser Phase - und mich trifft nun eine Tsunami-Welle von E-Mails von meinem Chef. Ich habe diese zunächst ignoriert - da ich mich ja im Urlaub befinde, aber es flattern die Mails nun mit "D R I N G E N D" rein - und SMS werden auch nun verschickt! Man ärgert sich zwar, aber man liest sich diese Mails im Urlaub durch - und da wird EINDEUTIG verlangt, zu arbeiten - ich muss Termin bestimmen usw. Irgendwann konnte ich nicht mehr und habe dann meinen Chef angerufen!
Er hat sich bedankt, dass ich mich aus dem Urlaub melde und der Zustand sei aber äußert Unbefriedigend - ich müsse ihn informieren - auch in meinem Urlaub !! - Er wollte von mir wissen, ob ich die Programmierung der Anforderung in 5 Tagen hinbekomme - und das wieder in der klassischen Art und Weise.
Wie ein PitBull der nicht locker lässt, so drangsalisert er einen - erst freundlich, dann angressiv und drohend - wenn man Wiederrede leistet kommt noch ein kleiner cholerischer Anfall dazu. Da ich auf diesen Müll während meines Urlaubs keine Lust hatte, sagte ich einfach "JA" - nicht mehr und nicht weniger - er hat schon gemerkt, dass ich angesäuert war, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, alle Beteiligten in diesem Projekt 5 Minuten später in einer Mail darüber zu informieren, dass er mit mir darüber gesprochen hat und ich das Tool VOLL FUNKTIONSFÄHIG kurz nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub fertigstellen werde. Mitarbeiter sollen sich bitte direkt mit mir unter meiner Privatnummer in Verbindung setzen um sich abzustimmen.
Hier ist mir dann der Kragen geplatz. Ich habe den Betriebsrat angerufen und ihm gesagt, dass es so nicht weiter gehen kann - ich werde mit dem Betriebsrat ein Gespräch suchen.
Nun meine Frage an die Runde. Ist sowas Mobbing oder fällt das unter "geschäftlichen Alltag" in Deutschland Büro´s?
Das mein Urlaub heilig ist, weis ich selber, aber wenn ich das "ignoriere" erwartet mich die "Hölle auf Erden" wenn ich wieder ins Büro komme - ich stecke in einer Zwickmühle.
Ich bitte aufrichtig um Ratschläge oder Hinweise, Tipps bzw. Hilfestellung.
Vielen herzlichen Dank!
Grüsse
Ein Ratsuchender
Kommentar