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Mobbing / Soziale Isolation - die andere Seite?

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  • Mobbing / Soziale Isolation - die andere Seite?

    Hallo zusammen,
    ich bin nicht ganz sicher, ob der Post überhaupt in dieses Forum passt, aber es ist das einzige Forum zum Thema, das ich gefunden habe. Der Grund, warum ich nicht weiss, ob der Post passt, ist, dass ich selbst nicht Mobbing-Opfer bin, sondern eher wissen will, ob ich als Mobbing-Täter durchgehe...
    Also, die Situation: Wir haben in unseren Betrieb eine kleinere Clique von Leuten, die auch so ganz gut befreundet sind. Ein weiterer Kollege, nennen wir ihn Achim, denkt aus irgendwelchen Gründen, dass er ebenfalls zu dieser Clique gehört und somit auch gut mit allen befreundet ist. Das ist nun aber wirklich nicht der Fall, und die Situation wird irgendwie immer schlimmer: Wenn wir zusammen Essen gehen, versucht Achim immer mit zu kommen (obwohl er auch genug andere Kollegen zur Auswahl hätte!). Auch bei Kaffee-Pausen oder sonstigen ist er zugegen. Dabei kommt es >nie< vor, dass ihn irgendjemand fragt, ob er mit kommen will - und beim Essen selbst redet auch kaum jemand mit ihm, schon allein deshalb, weil er bei vielen (Insider)-Themen der Clique gar nicht mitreden kann und seine Gesprächsthemen irgendwie niemanden interessieren. Das ganze wird wie gesagt immer schlimmer, und inzwischen ertappen wir uns oft dabei, dass wir gezielt versuchen, Achim aus dem Weg zu gehen, um einfach unsere Ruhe zu haben. Laut Definition würde das ja eigentlich bereits als Mobbing durchgehen. Es gibt (zumindest von meiner Seite, und auch nicht, dass ich es von anderen wüsste) irgendwelche Arbeitsrelevanten Probleme mit ihm: Jeder behandelt ihn kollegial und es wird kein "aktives" Mobbing gegen ihn ausgeführt. Aber, aufgrund seiner aufdränglichen wird inzwischen immer mehr dazu übergegangen, ihn ausserhalb von Arbeits-Meetings oder zufälligen Begenungen gezielt zu ignorieren und eben auszuweichen. Das geht teilweise auch schon so weit, dass wir zum Essen in andere Cafés anstatt der Kantine oder des Stamm-Cafés ausweichen - teilweise kam es auch schon vor, dass wir irgendwo saßen und Achim "ganz zufällig" auch vorbei kam, und sich zu uns setzte...

    Jetzt meine Fragen: Geht dieses gezielte Ignorieren und Ausweichen schon als Mobbing durch? Was genau ist denn dann alles Mobbing? Muss man jeden Arbeitskollegen auch als Super-Freund annehmen, wenn der das so möchte? Es besteht eben einfach keine Zuneigung zu ihm als Person, aber sowas kommt ja wohl einfach vor. Wie geht man mit dieser Situation um? Dezente Hinweise, dass man nicht unbedingt eine Freundschaft sucht und lieber in Ruhe gelassen werden würde, sind nicht möglich. Selbst wenn man total auffällig versucht, ihm aus dem Weg zu gehen oder beim ganzen Essen niemand ein Wort mit ihm wechselt, hat das keine Wirkung. Normalerweise würde man ja annehmen, dass solche "dezenten Hinweise" ankommen und sich die Leute fragen, ob die Anderen eben keine guten Freunde sind. Ich denke, in der Situation war in größeren Betrieben / Schule / Studium schon jeder mal, dass er selbst gemerkt hat, dass er bei manchen Kollegen eben keine große Zuneigung erhält und dann meidet man diese eben auf der persönlichen Ebene, solange man noch professionell miteinander arbeiten kann ...
    Soll man einfach Klipp und Klar sagen, dass man eigentlich nichts ausserhalb der reinen Arbeit mit ihm zu tun haben möchte? Es besteht die Angst, dass er das einfach zu persönlich nimmt und dann auch das Arbeits-Klima total gestört würde (einige arbeiten zum Beispiel recht eng mit ihm in Projekten und der Umgang in der Firma ist allgemein recht locker, so dass die Gefahr durchaus besteht).

  • #2
    AW: Mobbing / Soziale Isolation - die andere Seite?

    Hallo Harald, es handelt sich hier meiner Meinung nach nicht um Mobbing, gleichwohl jedoch um unkollegiales Verhalten. Mobbing im engeren Sinne geht einher mit einer Herabsetzung der persönlichen Würde des Angegriffenen. Dies kann ich hier nicht unmittelbar erkennen. Ihr solltet euch allerdings im klaren darüber sein, dass auch unkollegiales Verhalten zu einer Abmahnung führen kann, falls dies den betrieblichen Frieden stört. Wenn da ein Kollege ist, der sich mit euch austauschen möchte, solltet ihr diesem Kollegen eine echte Chance geben. Das braucht nicht während eurer Freizeit sein, aber zumindest während der regulären Arbeitszeit. Denn ihr werdet von eurem Arbeitgeber nicht für private Herrennachmittage im kleinen Kreis bezahlt. Ich kenne sehr viele Firmen, in denen Mitarbeiter während der Arbeitszeit "korrekt" miteinander umgehen und sich wochenends beim Brötchenholen keines Blickes würdigen. Das ist nicht erstrebenswert, zeigt jedoch zumindest, dass sich alle Beteiligten ihrer Pflichten als Kollegen bewußt sind, auch wenn sie keine freunschaftlichen Beziehungen miteinander eingehen. Mein Tipp: Verlegt eure Herrenabende auf eure Freizeit und nehmt Achim ab und zu mal mit in die Zigarettenpause bzw. schneidet ihn nicht grundlos, wenn er sich auch eine mit ansteckt. Freunde müsst ihr deshalb nicht werden.

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