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Depression nach Kündigung, Mobbing?

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  • Depression nach Kündigung, Mobbing?

    Hallo Ihr Lieben,

    verzweifelt und voll mit schrecklichen Gedanken an die ehemalige Arbeitsstelle möchte ich mich mal hier Luft ablassen über meine für mich aussichtslose Situation.
    Hab das Gefühl, dass ich nie wieder überhaupt i-wo in der Lage bin zu arbeiten. Außerdem komme ich nicht aus dem Tief, egal wie schön die Welt für andere sein mag. War auch beim Hausarzt, bin seit 5 Wochen krankgeschrieben, seit der überraschenden Kündigung (mittelschwere Depression). Ich hab mir soviel Mühe gegeben, die Arbeit richtig zu bewerkstelligen, hab noch das letzte Fünkchen Energie aufgewendet.

    Hab i-wie keine Kraft diese meine Geschichte hier aufzuschreiben, es kostet mich unheimlich viel Energie. Mir tut alles weh, der Rücken, der Hals.
    Seit 2 Jahren habe ich auf 2 verschiedene Arbeitsstellen gearbeitet, eine war schlimmer als die andere. Die erste Stelle war knapp 1 einhalb Jahre in der Zeitarbeit. Dienstleistung. Die Chefin unterstellte mir ständig Fehler und zu langsames Arbeiten. Hatte das Gefühl ich bin ihr Fussabtreter.
    Dabei habe ich immer 100% gegeben aus meiner Sicht. Jeden Tag Kopfschmerzen und Magenschmerzen gehabt, Ängste und Panik geschoben, trotzdem zur Arbeit gegangen. Habe nie kritisch gesprochen, war immer bereit alles zu tun, auch arbeit unter meiner Qualifikation.
    Auf der nächsten Stelle sah es nicht viel anders aus, da war die Begrüßung schon merkwürdig. Kollegin sagte zu Chef:"Wie soll denn das funktionieren?" und als ich mich vorstellte, sagte sie, davon wüsste sie ja gar nichts, (dass ich ihre neue Kollegin bin). Ich musste mit vielen wichtigen Leuten aus der Firma zusammenarbeiten und ich war auf die Kommunikation direkt angewiesen.

    3 Monate habe ich geackert, wie eine Besengte. Nie gab es ein Lob oder eine Anerkennung. Von Anfang an wurde ich ständig kritisiert. Nach 4 Wochen Einarbeitung, wovon der Chef 1 Woche anwesend war, gab es das erste Gespräch, er hat sich nur das Negative rausgesucht, über das Positive bräuchte man ja nicht sprechen. Und er bräuchte keinen Zickenkrieg.
    Also alle meine Freunde und Bekannten geben mir die Garantie, dass ich überhaupt nicht der Typ für eine Zicke bin, sondern immer loyal und deeskalierend, freundlich usw.
    Was ich jedenfalls gemerkt habe, reagiere ich sehr empfindlich auf bestimmte Tonfälle, vor allen Dingen bei weiblichen Kollegen.

    Und ich hab das Gefühl nirgendwo mehr richtig arbeiten zu können. Ich fühle mich fix und fertig, auch zu Hause, wenn ich nichts mache.
    Rein theoretisch müsste ich mich bei Firmen bewerben und hab einfach keine Motivation, keine Kraft, keine Lust mehr. Wache morgens auf und bin schon schlecht drauf, trotz Antidepressiva/Fluctin.

  • #2
    AW: Depression nach Kündigung, Mobbing?

    Hallo Hypatia,

    Was denkst du, warum du so empfindlich auf bestimmte Tonfälle reagierst?

    Was denkst du, warum du Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Ängste, Rückenschmerzen, Hals bekommst?

    Sorry, dass ich mit zwei Fragen starte, aber die solltest du versuchen, für dich zu beantworten.

    Deinen Mut, hier zu schreiben, bewundere ich sehr und auch, dass du Freunde fragst, wie sie dich einschätzen.

    Das große Problem unserer Zeit ist, dass Mitarbeiter oft über Zeitarbeitsfirmen kommen, nicht mehr gewertschätzt werden, weil schnell wieder austauschbar, benutzbar - wir leben ja in einer sog. Wegwerf-Gesellschaft - wieso sollte dieses Bewusstsein im Geschäftsleben halt machen?
    Das wäre eine Erklärung, allerdings k e i n e Rechtfertigung, so mit Menschen umgehen zu dürfen!

    Leider haben wir einfach zu viele von diesen Mentalitäten, zu wenig gibt es so etwas wie Respekt, Wertschätzung, Achtung und Menschen, die Menschen mit sozialer Kompetenz führen können.
    Ergo: es kommt einem Lottogewinn gleich, bei letzteren zu landen.
    Demzufolge ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Menschen, die mit entsprechenden Werten ausgestattet sind, in die Mühlen solcher Firmen geraten, wie du es erlebt hast.

    Was das mit deiner Seele und deinem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein macht, erlebst du gerade selbst - der Schaden, der da entsteht, ist erheblich und bringt deine Gesundheit in Gefahr.

    Lange Rede kurzer Sinn, du darfst und sollst dich neu sortieren, orientieren und deinen Weg noch einmal völlig neu finden und definieren.
    Wenn du das gemacht hast, wird es dir wieder besser gehen, du wirst wieder Spaß daran haben, jeden Tag neu beginnen zu können und wieder an dich glauben.

    Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und bleib dran an d e i n e m Weg! Denn der wichtigste Mensch in deinem Leben bist DU.

    Viele Grüße
    Sabine

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    • #3
      AW: Depression nach Kündigung, Mobbing?

      Vielen Dank für die schöne und tröstliche Antwort. Wahrscheinlich war die Art der Arbeit nicht die Richtige für mich. Es war ja auch überhaupt nicht mein Beruf, sondern hatte rein gar nichts mit dem zu tun, was ich studiert habe. Mit der Neudefinierung hast du vollkommen recht. Das Schlimme ist, dass ich das Gefühl habe gar nicht mehr aus dem Depri rauszukommen zu können. Die haben mich echt fertiggemacht und ich habe mich total verbogen. Sicherlich lag das daran, weil ich keinen richtigen Spaß an der Arbeit hatte, nun aber schon 2 Jahre im falschen Job gearbeitet habe. Nach dem Motto, ich krieg eh nichts anderes mehr.
      Aber wie finde ich mich wieder und wie bekomme ich wieder Kraft neu anzufangen, mich zu bewerben. Und dabei nicht an die falschen Arbeitsstellen zu kommen.
      Ich komme mir so dumm vor, dass ich mir das alles gefallen lassen habe.

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