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  • Meine Geschichte

    Hallo Mobbing.net Forum!

    Da das Internet eine gewisse Anonymität aufweist wollte ich hier meine traurige Geschichte niederschreiben.
    Ich heiße Daniel und bin von Beruf Bürokaufmann.

    Meine Geschichte fängt an im jungen Alter von 14 Jahren.
    Mit 14 Jahren war ich noch ein fröhlicher und ganz normaler Junge. Ich hatte viele Freunde, war immer einer der beliebtesten und hatte auch einen guten Ruf bei den Mädchen.

    Angefangen hat eigentlich alles einige Jahre später am Arbeitsplatz. Besonders als Bürokaufmann hat man seine Arbeitskollegen ständig um sich herum...
    Zuerst dachte ich es wären "verbale Spaßkämpfe" und ich machte mir nichts draus, weswegen ich auch immer wieder zurückschimpfte.
    Aber irgendwann fing ich an zu merken dass diese Form von verbalen Spaßkämpfen mittlweile jede Grenze überschritten hat und mir langsam anfing auf den Keks zu gehen.

    "Hässlicher, Schwuchtel, Pisser, Pussy, Null..." waren so die Schimpfwörter die mir an den Hals geworfen worden sind.
    Und glaubt mir...wenn man sowas über Jahre hört kann man im Kopf nur kaputt gehen...

    Ich habe versucht den Leuten aus dem Weg zu gehen damit die verbalen Streitereien nicht wieder stattfinden.
    Und ich war immer nett zu allen, ich habe nie mit den verbalen Streiterein angefangen. Hinterher blieb mir nichts anderes übrig als mich verbal zu wehren.
    Aber wie gesagt. Ich bin und war immer nett zu allen. Ich hätte andere nie beschimpft wenn sie nicht immer damit angefangen hätten.

    Dabei kleide ich mich nicht schwul, eher lässig, finde mein Aussehen auf Fotos auch nicht schwul und schwul bin ich erst recht nicht.
    Zudem finde ich mich nicht hässlich, aber auch nicht hübsch.Die gesunde Mitte ist meine Selbsteinschätzung...

    Ich fing an Fehler an mir zu suchen...vielleicht habe ich ja eine schwule Ader und ich sehe es selber nicht....

    Ich wollte und ich will auch mit keinem über dieses Thema sprechen da es einfach nur mehr als unangenehm ist.
    Ich habe seit den Mobbingattacken ständig Kopfkino wenn ich mit egal welchen Personen spreche. Besonders bei fremden fällt mir die Kommunikation sehr sehr schwierig.
    Ich denke dann halt immer was die Person über mich denkt.

    Hey wieso hat er gerade gegrinst, wir redeteten doch über garnichts lustiges? Sehe ich vielleicht gerade schwul aus und deswegen lacht er? Oder vielleicht hässlich?
    Mir fehlen dann auch oft die richtigen Antworten...ich bemühe mich zwar aber oft kommt dann nur ein Jooo...Ja.... usw...
    Wenn ich in das Problem gerate mit z.B. dem Nachbarn sprechen zu müssen, dann denke ich immer: Oh je...streng dich an um nicht schwul und hässlich zu wirken...
    Zudem rede ich lieber als das ich zuhöre. Das zuhören fällt mir schwer weil ich in sein Gesicht schauen muss und nicht durch Gesten ablenken kann die beim Reden entstehen.
    Es fällt also alles zurück auf das : Sehe ich psychich krank aus? Merkt er irgendwas?

    Ich habe Probleme an Orte zu gehen wo sich Leute aufhalten, vorallem bei Jugendlichen habe ich das Gefühl dass ich Psychich krank wirke und diese das bemerken und anfangen über mich zu lästern und zu lachen.
    An langen schlangen an der Kasse werde ich oft sehr nervös weil ich denke das mich viele Leute anschauen und denken: Der wirkt aber nicht gerade normal...
    Dementsprechend wirke ich dann auch bestimmt...

    Freunde habe ich schon lange keine mehr und ich gehe auch ungern raus. Neue Freunde kennenzulernen würde mir bestimmt sehr sehr schwer fallen weil ich mittlerweile zu verschlossen bin.

    Ich habe absolut kein Selbstbewusstsein mehr , dafür aber immer wieder komplett nasse Achseln wegen meiner Nervosität.
    Ich werde dieses "Sehe ich schwul oder hässlich aus?" nicht mehr los

    Was mich bischen besser durch den Tag bringt ist wenn ich mich beim Sport austobe und danach duschen gehe.
    Der Sport bringt mir ein Stück Selbstbewusstsein zurück. Am nächsten Tag ist aber alles wie immer...fürn Arsch

    Was sagt ihr dazu?

    Daniel
    Zuletzt geändert von MO1; 01.02.2013, 15:09.

  • #2
    AW: Meine Geschichte

    Daniel,

    was sollten denn dann die vielen Menschen machen, die wirklich schwul sind?
    Schwulsein - oder so zu wirken - ist sicherlich nicht wirklich das Problem.

    Erstmal:
    Wenn Dich jemand mit irgendwelchen weniger ehrenhaften Titeln belegt, ist das unakzeptabel.
    Verbitte es Dir.
    Wenn es dann noch kommt, meide den Kontakt, wenn Du kannst.
    Ansonsten gibt es notfalls sogar rechtliche Möglichkeiten.

    Aber: Ist das wirklich Dein Problem?
    Deine innere Verspanntheit wartet ja geradezu darauf, daß Dich irgendjemand schief anblickt.
    Wenn ich mit meinem Auto bei Dir nach dem Weg frage, weil ich nicht mehr weiter weiß in Deiner Stadt, fürchte ich, daß Du mich darauf abklopfst, wie ich Dich angesehen habe. Und ich wollte doch wirklich nur den Weg wissen ...

    Nur ein Eindruck: Ich glaube, das Problem solltest Du mal mit Deinem Hausarzt und vielleicht später in Gesprächstherapie ansprechen.

    Und: Nein, Du bist nicht verrückt.

    Ich habe den Eindruck, daß Du da mehr brauchst als ein mobbingforum, um es mal so rauszulassen.
    Da braucht es, denke ich, einen lebendigen Menschen, mit dem Du in direktem Austausch stehst.
    Der Dir ehrlich Deine Fragen beantwortet, der Dir aber auch sagt, wenn Du schief liegst beziehungsweise Deine Selbsterkenntnis in die Wege leitet, die für Dich gesunder sind.
    Vielmehr: Der aus Dir herauskitzelt, was Du wirklich denktst; manchmal ist man ja total vernagelt und weiß zwar eigentlich, was angesagt ist, aber ....

    Schwulsein kann, denke ich, nicht wirklich das Problem sein; dafür kenne ich zu viele Menschen, die glücklich und schwul sind.

    Du wirst irgendwann wieder lernen müssen, auf andere Menschen zuzugehen.
    Das läßt sich auch üben.

    Dir alles Gute !
    KircheMitAllenSchikanen?
    Erfahrenes Forumsmitglied
    Zuletzt geändert von KircheMitAllenSchikanen?; 01.02.2013, 15:31.
    mein Blog im Mobbingforum:
    http://forum.mobbing.net/blog.php?userid=9208

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    • #3
      AW: Meine Geschichte

      Ich habe ja auch absolut nichts gegen schwule.
      Meine innere Verspanntheit ist eben durch das Mobbing entstanden.

      Und deswegen bin ich halt automatisch so, besonders gegenüber fremden.

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      • #4
        AW: Meine Geschichte

        Da Fremde Dich ja gar nicht kennen, können sie erst einmal gar nichts gegen Dich haben.

        Irgendwann wirst Du hoffentlich wieder unbefangen den Weg weisen können, wenn ich Dich auf der Straße frage ...

        Du wirst daran arbeiten müssen, denke ich.
        Wie gesagt, Fremde haben ja gar nichts gegen Dich ...
        mein Blog im Mobbingforum:
        http://forum.mobbing.net/blog.php?userid=9208

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        • #5
          AW: Meine Geschichte

          Danke erstmal für deine Worte!

          Fremde mögen mich zwar vielleicht nicht kennen. Mein inneres meldet aber automatisch Alarm sobald ich in der nähe von anderen Menschen stehe.
          Das Mobbing kommt direkt hoch: Denken die Leute jetzt vielleicht von mir das ich schwul bin? Oder denken die dass ich übelst scheiße aussehe?
          Verdammt ich mache bestimmte komische Bewegungen die ihnen auffallen werden und dann fangen sie gleich wieder an zu lachen...

          Ich meine, wenn ich wenigstens Schwul wäre, dann hätte ich ja auch nichts dagegen bzw. wäre ich da ja selbst schuld.
          Aber ich bin es nicht, muss mich damit aber befassen und dagegen ankämpfen. Ich habe auch schon gedacht mir Testosteron zu kaufen um männlicher zu wirken.
          Vielleicht habe ich ja eine schwule Ader und sehe diese nicht.

          Ich habe übrigens eine Freundinn die sagt das ich absolut nicht schwul aussehe. Aber wenn man es 1000 fach von diesen "gemeinen" Menschen hört, weiß man eben nicht was man glauben kann...

          Und so Sachen wie Bus und Bahnfahren geht absolut nicht...lieber zu Fuß mit dem Auto oder mit dem Fahrrad....

          Grob gesagt ist mein Problem dass ich denke das andere von mir denken das ich hässlich und schwul wäre.
          Zuletzt geändert von MO1; 01.02.2013, 15:58.

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          • #6
            AW: Meine Geschichte

            Daniel,

            die meisten in Bus und Bahn werden sich für Dich genau so sehr interessieren wie ich, wenn ich dich in Deiner Stadt nach dem richtigen Weg frage.

            Jetzt würde ich ja fast am liebsten nochmal meinen ersten Eintrag aufschreiben. Aber den kannst Du ja selber oben nachlesen.
            Ich habe wirklich das Gefühl, du solltest mit einem vernünftigen, kompetenten Menschen Auge in Auge über Deine Probleme und Ängste sprechen.

            Ich nehme mir jetzt mal heraus, Dir zu schreiben, daß ich eine Testosterontherapie für das Allerletzte hielte. Ja, meinst Du denn, mit noch so einer Dröhnung Testosteron bekämst Du einen Homosexuellen auf "Hetero" gepolt? Du würdest höchstens gehörig Deinen Hormonhaushalt durcheinanderwirbeln lassen und Deine Gesundheit riskieren.

            Aber Dein Satz: "Ich meine, wenn ich wenigstens Schwul wäre, dann hätte ich ja auch nichts dagegen bzw. wäre ich da ja selbst schuld." gibt mir zu denken; wieso wäre denn jemand, der schwul ist, selber schuld daran?
            Bist du schuld daran, daß Du ein Mann bist?
            Manche Dinge sind so, wie sie sind. Schuld? Vergiß es.

            Und dann schreibst Du: "Vielleicht habe ich ja eine schwule Ader und sehe diese nicht.".
            Du wirst es sicher herausfinden. Wenn dem so wäre, wird es sicher nicht nutzen, dagegen anzukämpfen, wenn nicht, solltest Du trotzdem versuchen, diese Berührungsangst mit anderen Menschen zu verarbeiten, denn da drehst du Dich, glaube ich, in einer wirklichen Abwärtsspirale.

            Komm da raus, sprich mit jemandem, bitte.
            Wenn Du niemanden findest, schick mir ne PN, dann helfe ich bei der Suche nach jemanden in Deiner Gegend.
            KircheMitAllenSchikanen?
            Erfahrenes Forumsmitglied
            Zuletzt geändert von KircheMitAllenSchikanen?; 01.02.2013, 16:23.
            mein Blog im Mobbingforum:
            http://forum.mobbing.net/blog.php?userid=9208

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            • #7
              AW: Meine Geschichte

              Hallo M01,

              also weder schwule noch hässliche Menschen haben es verdient unangemessen angestarrt zu werden. Da ist nichts mit Schuld. Ob jemand als attraktiv oder nicht, bzw. hässlich oder nicht angesehen wird ist zudem subjektiv.

              Ich halte dein Konzept von Schuld, Aussehen und Homosexualität für unangebracht. Nichtsdestotrotz beschreibst du auffällig oft Situationen voller Schuldgefühle, Anpassungsdruck (mit mir stimmt etwas nicht => Hormone schlucken, ja/nein), Gerechtigkeitsempfinden (wenn auch ein sehr verquertes) , Selbst- und Fremdbeobachtung, Schüchternheit. Außerdem redest du von einer "schwulen Seite" womit in deinem Sprachgebrauch Feinfühligkeit gemeint sein könnte.

              Google im Web nach "Hochempfindlichkeit". Es gibt zu diesem Phänomen einen (Online-)Test, den man kostenlos abschließen kann. Hochempfindlichkeit ist keine Krankheit. Sollte dein Selbsttest positiv ausfallen, kannst du dir überlegen, ob du dir dazu Literatur durchliest, was ich dir dann auch unbedingt empfehlen würde.

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              • #8
                AW: Meine Geschichte

                Hallo!
                Danke erstmal für eure Antworten.

                Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
                Klar ist man es nicht schuld, sondern ist man einfach nur der der man ist.

                Die schwule Seite erwähne ich nur weil andere mich als schwuchtel beschimpfen obwohl ich kein ........ mann bin. Darum gehts.
                Und deswegen haben sich die ganzen Probleme in meinem Kopf gebildet. Ich meine wer will schon als etwas abgestempelt werden was man eigentlich nicht ist?

                Das macht mir eben das übelste Kopfkino.
                Wenn man neue Leute kennenlernt die von einem dann denken : Oh je...der wirkt irgendwie schwul.

                Ich bekomme das in meinem Kopf nicht hin.
                Zuletzt geändert von MO1; 01.02.2013, 23:42.

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                • #9
                  AW: Meine Geschichte

                  Sag mal, was lernst du für Leute kennen? Ich kann das nicht glauben was du hier beschreibst. Das ist doch totaler Bullshit. Du willst uns doch nicht erzählen, alle die dich kennen lernen sprechen dich darauf an, dass du schwul seist. Und selbst wenn dem so wäre, viele Frauen fahren auf schwule Männer ab. Wenn du so wirken würdest, hättest du schneller ein Freundin an der Hand als du zählen kannst und dann hätte sich das Problem wohl auch erledigt.

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                  • #10
                    AW: Meine Geschichte

                    Zitat von MO1 Beitrag anzeigen
                    Wenn man neue Leute kennenlernt die von einem dann denken : Oh je...der wirkt irgendwie schwul.

                    Ich bekomme das in meinem Kopf nicht hin.
                    Von dem Roß solltest Du absteigen.

                    "Neue Leute" denken sowas nicht.

                    Aber ich müßte mich wiederholen ...

                    Tu was dran, damit versaust Du Dir Dein ganzes Leben.

                    Freundliche Grüße
                    mein Blog im Mobbingforum:
                    http://forum.mobbing.net/blog.php?userid=9208

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                    • #11
                      AW: Meine Geschichte

                      Hallo Daniel,

                      ich denke, vieles wurde schon von karriereschutz und KircheMitAllenSchikanen angesprochen. Ich habe ganz stark das Gefühl, dass Du Dich selbst nicht (mehr) magst und Dich deshalb diese Gedanken so vehement verfolgen. Du kannst nämlich nur an den Stellen getroffen werden, an denen Du Rezeptoren für Verletzungen hast. Erschwerend kommt hinzu, dass Du anscheinend kaum jemanden hast, der Dir bestätigt, liebenswert zu sein. Außerdem scheinst Du - wie karriereschutz schon anmerkte - außerordentlich sensibel zu sein (eine tolle Eigenschaft meiner Meinung nach :-)).

                      Schau mal genauer hin: Nicht Du, sondern Deine ehemaligen Kollegen haben sich verhalten wie die "Pisser" (solche Worte nehme ich eigentlich nicht in den Mund, aber ich finde, an dieser Stelle passt es fantastisch).

                      Ich denke, Dir würde eine Gesprächstherapie sicherlich helfen, mit dem Ziel, mehr Selbstliebe und Selbstachtung zu entwickeln.
                      Sogar in meinem näheren Freundes- und Bekanntenkreis höre ich immer wieder, wie junge Männer sich gerne und häufig mit solchen Begriffen titulieren (v.a. der Begriff "schwul" scheint äußerst beliebt zu sein). Würdest Du sie alleine antreffen und Dir zu Brust nehmen, wären sie - wie viele der mitlaufenden Mobber - sooo klein mit Hut.

                      Was wäre denn für Dich daran schlimm, schwul zu sein? Meistens sind es ja gerade die schnieken und ansehnlichen Männer, die für schwul gehalten werden oder es sind. (s. z.B. der unglaublich sympathische, schwule Neil Patrick Harris oder die Gerüchte um George Clooney)
                      Und auch wenn jemand nicht attraktiv aussieht - na und? Es kann doch nicht jeder Mensch schön sein. Außerdem ist es bei den meisten doch ohnehin Geschmackssache: Manche finden z.B. Russel Crowe oder Liam Neeson attraktiv, andere finden sie hässlich.
                      Ich wiederhole: Na und?

                      Du scheinst ein sehr lieber und netter Kerl zu sein und es gibt nicht nur Mobber-Persönlichkeiten (auch wenn es anhand solcher Erfahrungen schwer ist, daran zu glauben). Es gibt Menschen, die sensibel und einfühlsam sind und die andere nicht vorschnell verurteilen. Ich wünsche Dir, dass Du solche Menschen persönlich kennenlernst und Deine Verletzungen heilen können.
                      Zuletzt geändert von Jane Doe; 02.02.2013, 09:40.

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                      • #12
                        AW: Meine Geschichte

                        Ich werde mir eure Worte zu Herzen nehmen!
                        Danke!

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