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Angestellte gegen Abteilungsleiter und direkte Vorgesetzte

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  • Angestellte gegen Abteilungsleiter und direkte Vorgesetzte

    Hallo zusammen,
    ich selbst bin zweimal (einmal durch Vorgesetzte und beim zweiten Mal durch Kollegen) gerade noch rechtzeitig entkommen um durch Mobbing dauerhaften Schaden zu nehmen. Diese Erfahrungen sind aber jetzt auch der Grund, warum ich mit meinem Chef und meiner Kollegin so mitfühle.
    Ob es sich in diesem Fall jedoch um "echtes" Mobbing handelt, weiß ich nicht. Vielleicht kann ich das hier erfahren.... vielleicht hat auch noch jemand einen Rat für mich, was ich tun oder lassen soll.

    Zur Sache:
    Mein Abteilungsleiter (ehemaliger Soldat) hat eine relativ straffe Führung. Damit hatte ich am Anfang auch so meine Probleme, da mir sein Vorgänger eine sehr lange Laufleine gelassen hat. Nach einigen Auseinandersetzungen (nie unter der Gürtellinie) haben wir uns zusammengerauft und wir schätzen uns jetzt gegenseitig sehr. Ich bekomme von ihm immer sofort direkte Rückmeldung, ob positiv oder negativ, muss nicht "zwischen den Zeilen lesen" und weiß aber auch, dass er immer hinter mir steht. Er übernimmt immer Mitverantwortung, wenn ich mal was verbockt habe.
    Die Schwierigkeiten begannen, als er für den Außendienst Handys mit Sonderfunktionen anschaffen wollte, wodurch sich die Arbeit des Außendienstes erleichtert hätte und weit weniger Nacharbeit und Rechtfertigungszwang angefallen wäre.
    Die Mitarbeiter haben zusammen mit dem Personalrat die Anschaffung verhindert, weil a) Überwachungsmöglichkeit per GPS und b) die Handystrahlung den Mitarbeitern nicht zumutbar sind. Jeder Außendienstmitarbeiter hat selbstverständlich ein eigenes Handy, welches immer in der Hosen- oder Brusttasche steckt - soviel zum Thema "Strahlung" und wenn man sich die Arbeit antuen würde, könnte man jetzt anhand der Arbeitsprotokolle feststellen, wann und wielange ein Mitarbeiter sich wo aufgehalten hat.
    Als dann die Stelle der direkten Vorgesetzten dieser Außendienstmitarbeiter frei wurde und auf diese eine ehemalige Kollegin gesetzt wurde (Wunschkandidatin des Chefs und fachlich/persönlich kompetent), ging der Krieg los.
    Sofort als die Bewerbung der Kollegin bekannt wurde, lief die erste Innendienstkollegin (Halbtagskraft) zu jedem einzelnen PR-Mitglied und berichtete von persönlichen Problemen mit der Bewerberin. Trotzdem wurde in Absprache mit dem obersten Chef diese Kollegin zur Sachgebietsleiterin bestimmt.
    Jetzt muss man dazu sagen, dass diese Mitarbeiter in dem Sachgebiet bisher ein schönes Leben hatten. Die Halbtagskräfte kamen und gingen nach eigenem Gutdünken, die Außendienstmitarbeiter mussten bei Regen nicht raus und hatten in Ermangelung sonstiger Aufgaben schlicht und einfach nichts zu tun, wofür sie aber bezahlt wurden. Diesen Zustand möchte unser Abteilungsleiter zusammen mit der neuen Sachgebietsleiterin nach und nach abschaffen. Das ist sicherlich auch der Grund, weshalb die Mitarbeiter sich jetzt gegen die Führungskräfte zusammentun. "Wenn wir alle zusammenhalten, dann bekommen wir die beiden schon weg" Das ist eine der Aussagen, die neutrale Mitarbeiter berichten. Zum Glück gibt es auch solche, die einfach nur ihre Arbeit tun wollen und kein Verständnis für den Aufstand der Kollegen haben. Nur sind diese mit 2 zu 7 in der Unterzahl.
    Die Außendienstmitarbeiter nehmen von ihrer Vorgesetzten kaum eine Anweisung an (wir haben das schon immer so gemacht. auch wenn die jetzt was anderes will, ich arbeite weiter wie bisher) Bei Dienstbesprechungen sitzen die Mitarbeiter gelangweilt am Tisch, keiner notiert etwas mit und der ein oder andere schläft fast ein. Blumenstöcke stehen im Sichtfeld, so dass die Vorgesetzte aufstehen muss um festzustellen, ob die Kollegin telefoniert, oder ob sie ihr ein Gespräch weiterleiten kann. Immer wieder unterschwellige Vorwürfe gegenüber beider Vorgesetzten und der stetige Gang zum Personalrat, wegen jeder winzigen Kleinigkeit, sind nur eine kleine Aufzählung der Attacken.
    Zu allem Unglück haben die Aufständler den absoluten Rückhalt des Personalrates! Zwischenzeitlich wird im Personalrat der neuen Sachgebietsleiterin angekreidet, wenn sie eine halbe Stunde für Öffnung des Betriebes bei einem Gespräch mit dem Abteilungsleiter ist und ihre Bürotüre nicht verschlossen hat!!!
    Die Sachgebietsleiterin war dieses Jahr schon zwei Wochen wegen Psyche krankgeschrieben und ist in Behandlung. Der Abteilungsleiter ist für alle Infekte extrem anfällig und kann in einem zweiwöchigem Urlaub nicht mehr abschalten. Er ist bereits auf der Suche nach einem neuen Job, entweder intern an anderer Stelle oder extern. Niemals wieder möchte er aber an eine Führungsposition. Er hat mittlerweile schon innerlich aufgegeben, weil er mit der unehrlichen Art der Mitarbeiter nicht klar kommt und die Einseitigkeit des PR ihm den Rest gibt.
    Ich selbst bin im Personalrat... morgen den letzten Tag... ich werde meine Mitgliedschaft niederlegen, weil ich keinem Gremium angehören möchte, die sich vehement weigern eine neutrale Position zu halten und sich nur auf eine Seite schlägt. Ohne die andere Seite anzuhören.

    Vielleicht nimmt sich ja jemand die Zeit, meinen Bericht durchzulesen und hat einen Rat für mich

    Vielen Dank schon mal.

  • #2
    AW: Angestellte gegen Abteilungsleiter und direkte Vorgesetzte

    Ich würde es nicht unbedingt Mobbing nennen, es ist eine sehr kurzsichtige Verteidigung der eigenen Interessen. Für Schönwetter-Bereitschaft gutes Geld bekommen ist heutzutage nicht mehr marktfähig, und je nachdem welche Bedeutung dieser Bereich für eure Firma hat, könnte es die ganze Firma übern Jordan schicken, oder zumdinest wird eure ganze Abteilung out-gessourced (dh die gleiche Arbeit für ca 9 euro und befristeten Arbeitsverträgen). Das haben deine Vorgesetzten erkannt und reagiert, um u.a. auch die Arbeitsplätze der rebellierenden Kollegen langfristig zu sichern. Dass die beiden auch persönlich unter die Räder kommen, ist eher ein Nebeneffekt, die Rebellion richtet sich nicht gegen die Personen sondern gegen die neuen Strukturen und jeder künftige Chef wird das gleiche Problem haben und es entweder mit mehr Feingefühl oder mehr Härte lösen müssen.
    Einen konkreten Rat weiß ich nicht, es hört sich so an, dass es für diese beiden Vorgesetzten schon zu spät ist, um noch was herumzureißen, vielleicht kannst du irgendwie dazu beitragen, dass die Notwendigkeit der geplanten Veränderungen von deinen Kollegen besser verstanden wird, bzw die Alternativen falls sich nichts ändert.
    rotondo

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