Hallo zusammen,
ich habe gerade sehr unschöne Erlebnisse in Arbeitszusammenhängen hinter mir. Erstmals hab ich mich mit dem Thema Mobbing so richtig beschäftigt und komme aus dem Staunen nicht mehr raus!
Nach längerer Arbeitsabstinenz wollte ich unbedingt wieder was tun und machte mich auf die Suche nach nem Ehrenamt im Umweltbereich. Das klappte auch ganz gut, damals wurde ich gefragt, ob ich nicht Interesse am Bundesfreiwilligendienst hätte. Hatte ich auch, es war so ne Idee, darüber wieder in das Berufsleben einzusteigen - auf die dicken Bewerbungsmappen hatte ich nicht so wahnsinnig viel Lust.
Die Sache klappte auch ganz zügig und ich kam in einer Behörde unter - na ja, ein bisschen erschrocken war ich schon, dass es gleich mit 30 stunden losgehen sollte usw. aber ich ließ mich einfach drauf ein.
Von Anfang an, fühlte ich mich nicht besonders wohl. Zunächst war ich immer wieder erstaunt, wie ich plötzlich mit Aufgaben und ansagen überrascht wurde - das führte ich einfach darauf zurück, dass ich auch ein wenig gelangweilt war und vielleicht öfter mal nicht richtig zugehört habe.
Erst später viel mir auf, dass ich sehr genau beobachtet wurde. Ob ich nun meine Äpfel besonders schnell verschlungen hab oder ob ich immer sehr früh da war - irgendwie war alles einen Kommentar wert.
Ganz zu Anfang hatte ich mir mal ein Dienstfahrrad geholt und dieses auch ordnungsgemäß wieder abgestellt usw.
Am nächsten Tag kam ein Anruf von dem zuständigen Mitarbeiter, wo denn das Fahrrad sei und ich hätte es doch ausgeliehen und bla. Ich hab dem keine Bedeutung beigemessen, sondern nur gesagt, dass es wieder an seinem Platz steht und der Schlüssel auch am Platz hängt. Heute sehe ich das alles ein bisschen anders - wieso kommt erst ein Anruf, statt mal nachzuschauen, was ich dokumentiert habe!
Na ja, die Geschichte nahm ihren Lauf. Immer wieder erlebte ich es, dass Arbeiten von mir nicht zur Kenntnis genommen wurden. Und ich bekam eigentlich immer eins aufs Dach, dass ich zu schnell bin, zu forsch usw. Leider litt ich noch unter einem extremen Reizhusten, der kam einfach von Medikamenten, die ich einnehmen muss. Und der Husten wurde mir ständig in irgendeiner Form vorgehalten - ich hab einfach alles an Medikamenten geschluckt, um dem vorzubeugen, ging aber eben nicht immer.
Als ich immer häufiger Probleme mit dem Rechner hatte, schlug meine Kollegin gleich mal vor, dass ich einen Antrag auf Heimarbeit stellen könne. Erst später erfuhr ich dann durch eine andere Mitarbeiterin, dass es schon Pläne gab, mich aus dem derzeitigen Arbeitszimmer zu verbannen. Warum auch immer, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Kollegin im Raum, mich loswerden wollte. Die hat tatsächlich aufgepasst, ob ich mal Magenknurren hatte und mich gleich drauf angesprochen!
Einmal erlebte ich es sogar, dass eine Arbeit schon seit Wochen fertig war und die haben es so gedreht, dass sie ja nun alles umstricken müssen, weil die Arbeit noch nicht erledigt war. Meine Texte wurden mir geklaut und unter anderem Namen veröffentlicht usw. Irgendwann hab ich dann mal gefragt, was das eigentlich solle, ich hätte längst eine Vorlage für eine bestimmte Broschüre gemacht. Die zuständige Mitarbeiterin guckte mich nur an und sagte: "Ja"
Das war's dann auch!
Ich habe bizarre Dinge erlebt z.B. dass ich eben den falschen Mitarbeiter wegen einer Sache gefragt habe und damit wurde mir ein forsches und unerlaubtes Vorgehen unterstellt! Seltsam, eigentlich kann ich Hierarchien ganz gut anerkennen - aber ich muss natürlich irgendwo anfangen zu fragen.
Ich sitze etwas abseits von den anderen Kollegen, deren Arbeitszimmer alle mittels Durchgangtüren miteinander verbunden und meist offen sind.
Bei mir gibt es nur eine Durchgangstür, die meist geschlossen ist bzw. nur gelegentlich aufgerissen wird, weil eine Kollegin wegen Akten in den Raum kommt. Bei mir sitzt bzw. saß noch eine andere Mitarbeiterin, die jedoch jetzt schon seit Monaten krank ist - vermutlich hab ich nur deshalb noch dort meinen Arbeitsplatz!
Im Nachbarzimmer sitzt eine andere Mitarbeiterin , die sich bei mir schon ausgiebig beklagte, dass sie über Jahre gemobbt worden sei. Sie sei jeden Morgen in ihr Arbeitszimmer geschlichen und habe sich gefragt, welche Fallen wohl wieder für sie aufgestellt gewesen seien.
Es passierte, was passieren musste: Die beiden Frauen sind sich spinnefeind - ich hockte ziemlich isoliert dort und war eben auch eine Exotin und damit auch das willkommene Opfer.
Die angeblich so heftig Gemobbte kam massiv auf mich zu, schenkte mir irgendwelche Bücher, zeigte mir regelmäßig ihre Handarbeiten und ihre neuesten Fotos usw. Ich hab mich immer brav interessiert, auch wenn ich ein wenig verwundert war über so viel Freundlichkeit und Interesse.
Eines Tages holte mich der Frust mal wieder mächtig ein und ich erklärte meiner Vorgesetzten, dass wir uns doch bitte darauf einigen sollten, unserer Abmachungen schriftlich festzuhalten bzw. sie solle doch bitte ihre Aufträge schriftlich festhalten, damit wir nicht immer so viele Missverständnisse erleben. Sie war einverstanden - passiert ist natürlich nichts!
Ich Schaf war mir nicht darüber im Klaren, dass im Nachbarzimmer mitgehört wurde. In jedem Falle sprach mich das angebliche Mobbingopfer eines Tages an, dass ich mir nichts draus machen sollte, es hätte nichts mit mir zu tun, wenn ich mit meiner vorgesetzten Probleme hätte - die sei einfach so und es würde auch nichts nützen, mit ihr alles schriftlich auszumachen! Baoh - ich war so blöd, von Symphathie auszugehen!
Irgendwann drehte sich das Blatt und das Mobbingopfer erklärte mir, sie habe mit dem Fachbereichsleiter gesprochen und ich dürfte nun mit ihr zusammen arbeiten - es war durch die Krankheit der anderen Mitarbeiterin auch einiges aufgelaufen.
Ich hab mich gefreut und mich in die Sachen reingewühlt - es gehört auch alles zu meinem beruflichen Spektrum - allerdings hab ich einige Jahre Auszeit und auch einige Jahre andere Arbeit hinter mir. Ich war schon auf fachliche Hilfe und Unterstützung angewiesen, aber sehr willig, wenn auch schnell überlastet.
Die Überlastung kam vor allem dadurch zustande, dass ich auf meine Fragen nur selten eine klare Antwort gekriegt habe. Außerdem wurden mir viele ganz einfache aber wichtige Gepflogenheiten nicht mitgeteilt z.B. wie die Aktenordnung gewünscht ist usw. Und es passierten bizarre Vorfälle z.B. dass mir eine Akte hingelegt wurde zur Bearbeitung und ich war fast fertig, da stellt sich raus, dass die Kollegin bereits genau den gleichen Vorfall bearbeitet hatte - also Doppelarbeit - zuerst hab ich mir nichts draus gemacht, sondern nur gelacht. Allerdings sind solche Dinge immer wieder passiert!
Am schlimmsten aber war immer das Geschrei - das Telefon wurde zu mir umgestellt - ich richte einen Anruf aus und auf mich geht eine Kaskade runter, als wenn ich sonstwas getan hätte. Dabei fragte der Anrufer nur, ob zu dem geplanten Gesprächtermin nicht gleich noch ein Mitarbeiter aus einer anderen Abteilung mitkommen könne. Ich hab dem Mann nichts versprochen, sondern nur das Anliegen ausgerichtet und erlebte einen regelrechten Schimpfanfall. Danach bekam der Mann am Telefon noch eins über gebraten und drei Tage später kam sie zurück vom gemeinsamen Termin mit der anderen Abteilung.
Ich war so in allem drin und schon längst richtig erschöpft, dass ich nichtmal mit gekriegt hab, wie ich immer kränker wurde. Dazu kam noch, dass meine anderen angefangenen Projekte ja weiterliefen, ich aber kaum noch dazu gekommen bin, die richtig weiter zu verfolgen und am Ball zu bleiben. Irgendwann tauchte dann noch eine andere Vorgesetzte auf und hatte sich noch ein Projekt überlegt, in das ich mächtig eingebunden war, ohne vorher davon zu wissen. Sie verkündete dann, dass ich mich mal mit dem Plan beschäftigen solle und sie ginge jetzt drei Wochen in Urlaub - vorgesehen waren diverse, auch zeitaufwändige Arbeiten für mich!
Ich spreizte mich nach allen Seiten und wurde immer unkonzentrierter - machte ich die eine Sache kam die Kollegin aus dem Nachbarzimmer und hatte nen Auftrag für mich. Erst später outete sie sich mit dem Satz: Ich frag mich, was macht die da? Ich muss doch wissen, was sie sonst noch alles zu tun haben und warum bekommen sie solche Aufträge, wenn sie hunderprozentig für mich da sein sollen!
Wir hatten dann in Folge zwei Praktikanten, mit dem ersten lief alles super. Der wurde noch von mir eingearbeitet und wir haben uns toll verstanden. Mit dem zweiten lief es nicht mehr so klasse, der hat auch nicht so toll gespurt.
Seltsamerweise passierte es bei beiden Praktikanten, dass plötzlich im Arbeitsvorgehen was geändert wurde und ich erfuhr davon nichts. Mir wurde einfach nichts mehr gesagt und das entwickelte sich von Woche zu Woche weiter so.
Irgendwann verkündete sie dann, dass ich einfach nichts tauge, keine Ahnung von der Materie habe und sowieso seit Wochen nichts mehr läuft und sie verzichtet jetzt auf meine Mitarbeit. Sie hätte das längst alles geklärt und mich ginge einfach nichts mehr was an. Jetzt rennt sie wieder einfach nur noch durch den Raum und ich bin noch isolierter als vorher schon.
Jetzt bin ich seit Wochen krank geschrieben und muss zu einer Lösung kommen. Ich will dort nicht mehr hin! Ich kann einen Auflösungsvertrag in gegenseitigem Einvernehmen machen und kann mich doch nicht wirklich entscheiden.
Tatsächlich habe ich aber all diese seltsamen Merkmale erlebt, die als Stichwörter unter Mobbing auftauchen:
Arbeiten von mir wurden nicht zur Kenntnis genommen. Oder Arbeiten von mir blieben einfach auf dem Schreibtisch liegen - über die Sache wurde ohnehin nicht gesprochen.
Ich wurde hingewiesen, dass ich doch in meine Texte Dinge aufnehmen sollte, die ich zuvor schon geschrieben habe - also: Meine Ideen wurden mir als wichtiger Hinweis für mein Tun vorgestellt.
Oft genug durfte ich nicht ausreden. Sofort ging eine Kaskade der Rechtfertigung los, warum etwas so oder so gelaufen ist. Keine Chance zu Änderungen oder anderem Vorgehen.
Mir wurde dermaßen oft das Wort im Mund umgedreht, dass ich mich schon selbst gefragt habe, ob ich mir vielleicht nur einbilde, dass ich dies oder jenes gesagt hätte. Jepp, ich dachte manchmals schon, ich sage ständig grün, obwohl ich eigentlich nur grün denke und rot sage.
Ich hab sogar mal meinen Arzt gefragt, ob ich vielleicht ein sprech oder Sprachproblem hätte. Der schaute mich ganz erstaunt an und verneinte. Im Job wird mir dies aber ständig gespiegelt.
Am nervigsten fand ich es dann auch noch, dass laufend die Strategien geändert wurden. Ich frag nach, wie was sein soll und kriege die Antwort, ich soll Aufsteller für eine Ausstellung machen. Fange ich also an, lege vier Entwürfe vor. Kommt meine Chefin und hat sich nur einen angesehen und schon mal inhaltlich drin rum gestrichen und meint dann, so wolle sie das nicht haben. Noch bin ich souverän und zeige ihr noch die anderen Entwürfe - ein echter Punkt für mich. Dann erfahre ich aber, dass alles ganz anders aussehen soll und überhaupt ist von Aufstellern keine Rede mehr! So ging das alles seit rd. einem Jahr!
Ich wurde genauesten beobachtet, immer wieder Anspielungen oder schräge Blicke. Entweder war es mein Husten oder die unverhohlenen Blicke auf meine Fingernägel - leider habe ich mir mehrere abgerissen, aufgrund einer Koordinationsstörung im rechten Arm. Alles nicht schlimm, wenn da nicht die Kombination mit allem gewesen wäre!
Ich bin eine alte BUFDI und alle wissen, dass ich alleinstehend bin (Partner gestorben) und dann kommen schon mal diverse Hinweise!
Und ich hab oft, ohne es wirklich zu wissen, einfach mit meinem Wissen und meinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen gepunktet und auch mal auf fachlich sachliche Fehler hingewiesen - ganz schlecht.
Meine Isolation in der Arbeitsgruppe machte mich total anfällig, ich hab mir wirklich jeden Sch... auf's Auge drücken lassen. Und mit leicht verschwurbelten Aussagen hat man mich auch immer dazu gekriegt, alles zu machen. Meist weil ich dachte, es sei ein Auftrag von oben gewesen!
Jetzt hocke ich da und will einerseits aus der Nummer nur noch raus, andererseits hab ich Sorge um meine Tagesstruktur und meinen Ruf. Ich würd am liebsten den Schlüssel mitsamt der Kündigung hinschicken und dort nie mehr auftauchen.
Weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll und die geöffneten Augen machen mich noch wütender!
LG
Atemlos
ich habe gerade sehr unschöne Erlebnisse in Arbeitszusammenhängen hinter mir. Erstmals hab ich mich mit dem Thema Mobbing so richtig beschäftigt und komme aus dem Staunen nicht mehr raus!
Nach längerer Arbeitsabstinenz wollte ich unbedingt wieder was tun und machte mich auf die Suche nach nem Ehrenamt im Umweltbereich. Das klappte auch ganz gut, damals wurde ich gefragt, ob ich nicht Interesse am Bundesfreiwilligendienst hätte. Hatte ich auch, es war so ne Idee, darüber wieder in das Berufsleben einzusteigen - auf die dicken Bewerbungsmappen hatte ich nicht so wahnsinnig viel Lust.
Die Sache klappte auch ganz zügig und ich kam in einer Behörde unter - na ja, ein bisschen erschrocken war ich schon, dass es gleich mit 30 stunden losgehen sollte usw. aber ich ließ mich einfach drauf ein.
Von Anfang an, fühlte ich mich nicht besonders wohl. Zunächst war ich immer wieder erstaunt, wie ich plötzlich mit Aufgaben und ansagen überrascht wurde - das führte ich einfach darauf zurück, dass ich auch ein wenig gelangweilt war und vielleicht öfter mal nicht richtig zugehört habe.
Erst später viel mir auf, dass ich sehr genau beobachtet wurde. Ob ich nun meine Äpfel besonders schnell verschlungen hab oder ob ich immer sehr früh da war - irgendwie war alles einen Kommentar wert.
Ganz zu Anfang hatte ich mir mal ein Dienstfahrrad geholt und dieses auch ordnungsgemäß wieder abgestellt usw.
Am nächsten Tag kam ein Anruf von dem zuständigen Mitarbeiter, wo denn das Fahrrad sei und ich hätte es doch ausgeliehen und bla. Ich hab dem keine Bedeutung beigemessen, sondern nur gesagt, dass es wieder an seinem Platz steht und der Schlüssel auch am Platz hängt. Heute sehe ich das alles ein bisschen anders - wieso kommt erst ein Anruf, statt mal nachzuschauen, was ich dokumentiert habe!
Na ja, die Geschichte nahm ihren Lauf. Immer wieder erlebte ich es, dass Arbeiten von mir nicht zur Kenntnis genommen wurden. Und ich bekam eigentlich immer eins aufs Dach, dass ich zu schnell bin, zu forsch usw. Leider litt ich noch unter einem extremen Reizhusten, der kam einfach von Medikamenten, die ich einnehmen muss. Und der Husten wurde mir ständig in irgendeiner Form vorgehalten - ich hab einfach alles an Medikamenten geschluckt, um dem vorzubeugen, ging aber eben nicht immer.
Als ich immer häufiger Probleme mit dem Rechner hatte, schlug meine Kollegin gleich mal vor, dass ich einen Antrag auf Heimarbeit stellen könne. Erst später erfuhr ich dann durch eine andere Mitarbeiterin, dass es schon Pläne gab, mich aus dem derzeitigen Arbeitszimmer zu verbannen. Warum auch immer, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Kollegin im Raum, mich loswerden wollte. Die hat tatsächlich aufgepasst, ob ich mal Magenknurren hatte und mich gleich drauf angesprochen!
Einmal erlebte ich es sogar, dass eine Arbeit schon seit Wochen fertig war und die haben es so gedreht, dass sie ja nun alles umstricken müssen, weil die Arbeit noch nicht erledigt war. Meine Texte wurden mir geklaut und unter anderem Namen veröffentlicht usw. Irgendwann hab ich dann mal gefragt, was das eigentlich solle, ich hätte längst eine Vorlage für eine bestimmte Broschüre gemacht. Die zuständige Mitarbeiterin guckte mich nur an und sagte: "Ja"
Das war's dann auch!
Ich habe bizarre Dinge erlebt z.B. dass ich eben den falschen Mitarbeiter wegen einer Sache gefragt habe und damit wurde mir ein forsches und unerlaubtes Vorgehen unterstellt! Seltsam, eigentlich kann ich Hierarchien ganz gut anerkennen - aber ich muss natürlich irgendwo anfangen zu fragen.
Ich sitze etwas abseits von den anderen Kollegen, deren Arbeitszimmer alle mittels Durchgangtüren miteinander verbunden und meist offen sind.
Bei mir gibt es nur eine Durchgangstür, die meist geschlossen ist bzw. nur gelegentlich aufgerissen wird, weil eine Kollegin wegen Akten in den Raum kommt. Bei mir sitzt bzw. saß noch eine andere Mitarbeiterin, die jedoch jetzt schon seit Monaten krank ist - vermutlich hab ich nur deshalb noch dort meinen Arbeitsplatz!
Im Nachbarzimmer sitzt eine andere Mitarbeiterin , die sich bei mir schon ausgiebig beklagte, dass sie über Jahre gemobbt worden sei. Sie sei jeden Morgen in ihr Arbeitszimmer geschlichen und habe sich gefragt, welche Fallen wohl wieder für sie aufgestellt gewesen seien.
Es passierte, was passieren musste: Die beiden Frauen sind sich spinnefeind - ich hockte ziemlich isoliert dort und war eben auch eine Exotin und damit auch das willkommene Opfer.
Die angeblich so heftig Gemobbte kam massiv auf mich zu, schenkte mir irgendwelche Bücher, zeigte mir regelmäßig ihre Handarbeiten und ihre neuesten Fotos usw. Ich hab mich immer brav interessiert, auch wenn ich ein wenig verwundert war über so viel Freundlichkeit und Interesse.
Eines Tages holte mich der Frust mal wieder mächtig ein und ich erklärte meiner Vorgesetzten, dass wir uns doch bitte darauf einigen sollten, unserer Abmachungen schriftlich festzuhalten bzw. sie solle doch bitte ihre Aufträge schriftlich festhalten, damit wir nicht immer so viele Missverständnisse erleben. Sie war einverstanden - passiert ist natürlich nichts!
Ich Schaf war mir nicht darüber im Klaren, dass im Nachbarzimmer mitgehört wurde. In jedem Falle sprach mich das angebliche Mobbingopfer eines Tages an, dass ich mir nichts draus machen sollte, es hätte nichts mit mir zu tun, wenn ich mit meiner vorgesetzten Probleme hätte - die sei einfach so und es würde auch nichts nützen, mit ihr alles schriftlich auszumachen! Baoh - ich war so blöd, von Symphathie auszugehen!
Irgendwann drehte sich das Blatt und das Mobbingopfer erklärte mir, sie habe mit dem Fachbereichsleiter gesprochen und ich dürfte nun mit ihr zusammen arbeiten - es war durch die Krankheit der anderen Mitarbeiterin auch einiges aufgelaufen.
Ich hab mich gefreut und mich in die Sachen reingewühlt - es gehört auch alles zu meinem beruflichen Spektrum - allerdings hab ich einige Jahre Auszeit und auch einige Jahre andere Arbeit hinter mir. Ich war schon auf fachliche Hilfe und Unterstützung angewiesen, aber sehr willig, wenn auch schnell überlastet.
Die Überlastung kam vor allem dadurch zustande, dass ich auf meine Fragen nur selten eine klare Antwort gekriegt habe. Außerdem wurden mir viele ganz einfache aber wichtige Gepflogenheiten nicht mitgeteilt z.B. wie die Aktenordnung gewünscht ist usw. Und es passierten bizarre Vorfälle z.B. dass mir eine Akte hingelegt wurde zur Bearbeitung und ich war fast fertig, da stellt sich raus, dass die Kollegin bereits genau den gleichen Vorfall bearbeitet hatte - also Doppelarbeit - zuerst hab ich mir nichts draus gemacht, sondern nur gelacht. Allerdings sind solche Dinge immer wieder passiert!
Am schlimmsten aber war immer das Geschrei - das Telefon wurde zu mir umgestellt - ich richte einen Anruf aus und auf mich geht eine Kaskade runter, als wenn ich sonstwas getan hätte. Dabei fragte der Anrufer nur, ob zu dem geplanten Gesprächtermin nicht gleich noch ein Mitarbeiter aus einer anderen Abteilung mitkommen könne. Ich hab dem Mann nichts versprochen, sondern nur das Anliegen ausgerichtet und erlebte einen regelrechten Schimpfanfall. Danach bekam der Mann am Telefon noch eins über gebraten und drei Tage später kam sie zurück vom gemeinsamen Termin mit der anderen Abteilung.
Ich war so in allem drin und schon längst richtig erschöpft, dass ich nichtmal mit gekriegt hab, wie ich immer kränker wurde. Dazu kam noch, dass meine anderen angefangenen Projekte ja weiterliefen, ich aber kaum noch dazu gekommen bin, die richtig weiter zu verfolgen und am Ball zu bleiben. Irgendwann tauchte dann noch eine andere Vorgesetzte auf und hatte sich noch ein Projekt überlegt, in das ich mächtig eingebunden war, ohne vorher davon zu wissen. Sie verkündete dann, dass ich mich mal mit dem Plan beschäftigen solle und sie ginge jetzt drei Wochen in Urlaub - vorgesehen waren diverse, auch zeitaufwändige Arbeiten für mich!
Ich spreizte mich nach allen Seiten und wurde immer unkonzentrierter - machte ich die eine Sache kam die Kollegin aus dem Nachbarzimmer und hatte nen Auftrag für mich. Erst später outete sie sich mit dem Satz: Ich frag mich, was macht die da? Ich muss doch wissen, was sie sonst noch alles zu tun haben und warum bekommen sie solche Aufträge, wenn sie hunderprozentig für mich da sein sollen!
Wir hatten dann in Folge zwei Praktikanten, mit dem ersten lief alles super. Der wurde noch von mir eingearbeitet und wir haben uns toll verstanden. Mit dem zweiten lief es nicht mehr so klasse, der hat auch nicht so toll gespurt.
Seltsamerweise passierte es bei beiden Praktikanten, dass plötzlich im Arbeitsvorgehen was geändert wurde und ich erfuhr davon nichts. Mir wurde einfach nichts mehr gesagt und das entwickelte sich von Woche zu Woche weiter so.
Irgendwann verkündete sie dann, dass ich einfach nichts tauge, keine Ahnung von der Materie habe und sowieso seit Wochen nichts mehr läuft und sie verzichtet jetzt auf meine Mitarbeit. Sie hätte das längst alles geklärt und mich ginge einfach nichts mehr was an. Jetzt rennt sie wieder einfach nur noch durch den Raum und ich bin noch isolierter als vorher schon.
Jetzt bin ich seit Wochen krank geschrieben und muss zu einer Lösung kommen. Ich will dort nicht mehr hin! Ich kann einen Auflösungsvertrag in gegenseitigem Einvernehmen machen und kann mich doch nicht wirklich entscheiden.
Tatsächlich habe ich aber all diese seltsamen Merkmale erlebt, die als Stichwörter unter Mobbing auftauchen:
Arbeiten von mir wurden nicht zur Kenntnis genommen. Oder Arbeiten von mir blieben einfach auf dem Schreibtisch liegen - über die Sache wurde ohnehin nicht gesprochen.
Ich wurde hingewiesen, dass ich doch in meine Texte Dinge aufnehmen sollte, die ich zuvor schon geschrieben habe - also: Meine Ideen wurden mir als wichtiger Hinweis für mein Tun vorgestellt.
Oft genug durfte ich nicht ausreden. Sofort ging eine Kaskade der Rechtfertigung los, warum etwas so oder so gelaufen ist. Keine Chance zu Änderungen oder anderem Vorgehen.
Mir wurde dermaßen oft das Wort im Mund umgedreht, dass ich mich schon selbst gefragt habe, ob ich mir vielleicht nur einbilde, dass ich dies oder jenes gesagt hätte. Jepp, ich dachte manchmals schon, ich sage ständig grün, obwohl ich eigentlich nur grün denke und rot sage.
Ich hab sogar mal meinen Arzt gefragt, ob ich vielleicht ein sprech oder Sprachproblem hätte. Der schaute mich ganz erstaunt an und verneinte. Im Job wird mir dies aber ständig gespiegelt.
Am nervigsten fand ich es dann auch noch, dass laufend die Strategien geändert wurden. Ich frag nach, wie was sein soll und kriege die Antwort, ich soll Aufsteller für eine Ausstellung machen. Fange ich also an, lege vier Entwürfe vor. Kommt meine Chefin und hat sich nur einen angesehen und schon mal inhaltlich drin rum gestrichen und meint dann, so wolle sie das nicht haben. Noch bin ich souverän und zeige ihr noch die anderen Entwürfe - ein echter Punkt für mich. Dann erfahre ich aber, dass alles ganz anders aussehen soll und überhaupt ist von Aufstellern keine Rede mehr! So ging das alles seit rd. einem Jahr!
Ich wurde genauesten beobachtet, immer wieder Anspielungen oder schräge Blicke. Entweder war es mein Husten oder die unverhohlenen Blicke auf meine Fingernägel - leider habe ich mir mehrere abgerissen, aufgrund einer Koordinationsstörung im rechten Arm. Alles nicht schlimm, wenn da nicht die Kombination mit allem gewesen wäre!
Ich bin eine alte BUFDI und alle wissen, dass ich alleinstehend bin (Partner gestorben) und dann kommen schon mal diverse Hinweise!
Und ich hab oft, ohne es wirklich zu wissen, einfach mit meinem Wissen und meinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen gepunktet und auch mal auf fachlich sachliche Fehler hingewiesen - ganz schlecht.
Meine Isolation in der Arbeitsgruppe machte mich total anfällig, ich hab mir wirklich jeden Sch... auf's Auge drücken lassen. Und mit leicht verschwurbelten Aussagen hat man mich auch immer dazu gekriegt, alles zu machen. Meist weil ich dachte, es sei ein Auftrag von oben gewesen!
Jetzt hocke ich da und will einerseits aus der Nummer nur noch raus, andererseits hab ich Sorge um meine Tagesstruktur und meinen Ruf. Ich würd am liebsten den Schlüssel mitsamt der Kündigung hinschicken und dort nie mehr auftauchen.
Weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll und die geöffneten Augen machen mich noch wütender!
LG
Atemlos
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