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Einfach nur eine Geschichte ... Ihre Meinung zu Mobbing

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  • Einfach nur eine Geschichte ... Ihre Meinung zu Mobbing

    Hallo,

    Ich würde mal gern etwas schildern, und noch nicht mal wegen Antworten auf das Thema, sondern einfach nur weil ich es mir grad wegschreiben muss....
    Wer natürlich eine Meinung hat, her damit.

    Ok, ich arbeite in einem Hotel, mehr als 300 Zimmer, (also keine Pension...), nachts am Empfang. Normalerweise arbeite ich mit einem Kollegen zusammen, aber der Aufwand hält sich in Grenzen. Einige Buchhaltungsaufgaben, bisschen was kontrollieren, paar Tasten am Computer drücken, mehr nicht. Kann im Prinzip auch ein dressierter Schimpanse.
    Vor allem wenn es ein ruhiger Tag ist, knapp 15% Auslastung. Dann sind 90% der Aufgaben kurz nach Dienstbeginn erledigt.
    Einfügen möchte ich noch, dass ich mit meinen Kollegen ein gutes Verhältnis zu haben geglaubt habe. Vertrauen, wenn auch kein freundschaftliches Verhältnis. Smalltalk, Wetter, Familie, mehr nicht.

    So, jetzt passiert folgendes: Ich bin an einem Tag leider etwas indisponiert, da meine Tochter krank war. Das heißt ich habe echt nicht viel geschlafen, ca. 1,5 Stunden....
    Alle Arbeiten sind vorerst getan, es folgt warten, da man einiges erst so gg. 3 Uhr nachts machen kann.
    Und da ist es passiert, ich bin voll weggepennt....und hier räume ich auch meinen Fehler ein. Das darf nicht passieren, egal wie und egal auch ob es was ausmacht oder nicht.

    Ok, die Nacht läuft aber weiter, und ohne das etwas passiert ist oder etwas zu tun notwendig gewesen wäre, bin ich wieder wach. Ich beende meine verbleibenden Aufgaben vollständig und fehlerfrei. Arbeitstag bzw. -nacht morgens um 6 beendet, fertig.

    Was ich nicht mitbekommen habe, sondern mir erst 2 Wochen später per Abmahnung ins Gedächtnis gerufen wurde, ist folgendes:
    Mein "Kollege" hat mich während meiner "Abwesenheit" fotografiert, wie ich schlafe, hat angeblich in dieser Zeit meine und überhaupt alle Aufgaben erledigen müssen, und hat diese Information samt Fotos an die entsprechende Stelle weitergeleitet.
    Fakt ist. einerseits sehe ich den Fehler ein. Andererseits ist eigentlich nichts passiert, wenn mein „Kollege“ keine Fotos gemacht und dann das ganze weitergeleitet hätte, hätte auch in China ein Fahrrad umfallen können.

    So, nun habe ich eine Abmahnung bekommen. Ok, das ist noch nicht mal mein Problem, obwohl sie falsche Angaben enthält, nebst einigen Rechtschreibfehlern. na ja. Ich hab ja einen Fehler gemacht, das ist halt die Quittung. Ich werde es überleben.

    Mein Problem ist eigentlich, dass ich mich noch nie so hintergangen und gedemütigt gefühlt habe wie gerade jetzt. Ich habe jemandem Vertrauen entgegen gebracht, und er hat mich ohne Not, also ohne dass es Konsequenzen für ihn gehabt hätte, wenn er es gelassen hätte, in diese Situation gebracht.
    Ich könnte es verstehen, wenn vielleicht eine Aufgabe daran gescheitert wäre, dass ich nicht anwesend war, aber das war nicht der Fall.
    Aber im Zweifelsfall hätte ich auch statt zu schlafen ein gesundheitliches Problem haben können. Daran hat der „Kollege“ keinen Gedanken verschwendet, hat mich nicht angesprochen oder mal geschaut wie es mir geht, sondern hat stattdessen nur von mir Fotos gemacht.


    So, und jetzt kommt aber die eigentliche Krönung: Es sind nun ein paar Tage vergangen, und wir mussten wieder zusammenarbeiten. Für mich nicht so toll, aber ich komme klar. Ich hab meine Konsequenzen gezogen, was heißt, dass ich meine Arbeit mache, mich räumlich abgegrenzt habe, und im Gegensatz zu vorher gibt es halt keinen Smalltalk mehr, keinen gemeinsamen Kaffee usw. Nur noch berufliches, was sich auch mal auf zwei Sätze innerhalb von 8 Stunden reduzieren kann.
    Und jetzt kommts: Jetzt heißt es, ich würde den „Kollegen“ mobben!
    Ich liege seit Wochen echt auf der Schnauze, bin komplett am Ende, einfach nur weil ich mich frage WARUM…ich habe Schlafprobleme, Herzrhythmusstörungen, Rückenschmerzen, Angstzustände, und dann das.
    Andere Kollegen fragen mich zur Zeit was los ist mit mir, aber ich kann noch nicht mal was dazu sagen, denn ich glaube dann wäre der Mensch hier unten durch, noch nicht mal seine Freundin, die auch hier arbeitet, weiß was er da gezaubert hat.

    So, ok ich muss erstmal aufhören, weil ich mich sonst echt reinsteigere.
    Aber ich musste es erstmal wegschreiben, und zunächst mal tut das gut, und ich glaube hier ist der richtige Platz dafür.

    Wenn jemand eine Meinung hat, wie er das sieht oder einen Rat hat, dann gerne.

    Gute Nacht!

  • #2
    AW: Einfach nur eine Geschichte...

    Zunächst einmal, Fehler passieren jedem einmal. Das du eingeschlafen bist, nun gut. Schließllich bist du ja keine Maschine und nach nur 1,5 Std Schlaf bei einem Job, der deiner Beschreibung nach mehr aus Langeweile als sonstwas besteht...
    Was aber dein "Kollege" da angestellt hat, ist schlichtweg boshaft. So etwas macht man nicht. Er hätte dich genauso gut wecken können.
    An deiner Stelle würde ich ihn zur Rede stellen und auch von dir aus deutliche Grenzen setzen. Schon, bevor er anfängt, immer lauter Mobbing zu schreien. Letztlich war ja er es, der deinen "Rückzug" ins nur Berufliche provozierte. Frag ihn mal, was er nach so einer Aktion eigentlich von dir erwartet. Und ich würde dem Menschen auch deutlich machen, dass er nach sowas eben nichts weiter als "berufliche Professionaliät" zu erwarten hat. Bleibe dabei aber kühl und sachlich. Vielleicht schaffst du es auch, einen anderen Kollegen als Zeugen zu bekommen. Der dann, soweit selbst A... in der Hose im Notfall bestätigt, dass du diesen deinen "Lieblingskollegen" nicht mobbst, sondern die Situation eben einfach nur deutlich klärst.

    Aber mal etwas anderes. Gab es deinerseits denn schon mehrere Vorfälle? So schnell kassiert man meiner Erfahrung nach eigentlich auch keine Abmahnung. Ich möchte dich mir dieser Frage nicht angreifen. Nur beschäftigt mich halt auch, ob dieser Kollege vielleicht einen Grund hatte, zu einer so drastischen Maßnahme zu greifen. Wobei ich dabei bleibe, dass sowas einfach fieß ist. Ein klärendes Gespräch hätte es da auch getan, wenn er ein Problem mit dir gehabt hätte.

    Und was deine Sorge betrifft, dass dieser Mensch keinen guten Stand mehr hat, wenn du deinen Kollegen erzählst was Sache ist. Mädel, hier geht es um dich. Er war es ja schließlich der dir geschadet hat und es geht auch ein gutes Stück weit um deine Glaubwürdigkeit. Das, was der Mann da macht ist auch eine ganz miese Art von Mobbing. Erst der Person offen schaden, dann deren Reaktion dazu ausnutzen, sich als das arme Opfer dar zu stellen.
    Frage dich aber auch nicht weiter, warum er das tut. Meiner Erfahrung nach, braucht es dazu noch nicht einmal einen festen Grund. Bei manchen reicht schon schlechte Laune aus, die sie dann auf gemeine Weise an demjenigen auslassen, der ihnen gerade eine Gelegenheit bietet. Über die Konsequenzen denkt da keiner nach. Ich habe sogar schon erlebt, dass solche Charaktere das auch noch lustig finden.

    Deine Reaktion, sich nur noch auf berufliches zu beschränken ist da schon ganz richtig. Bleibe dabei sachlich, freundlich aber distanziert und wenn dich nochmals eine oder mehrere Kollegen ansprechen, erzähle ihnen ruhig, warum das so ist. Und ganz ehrlich, so schlimm klingt dein "Fehler" nun auch wieder nicht. Ich glaube kaum, dass du die Erste in so einem Job bist, der mal die Augen zu gefallen sind. Wie du ja selbst sagst, hast du deine Aufgaben trotzdem alle erledigt.

    Dir trotz allem auch eine

    Gute Nacht!

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    • #3
      AW: Einfach nur eine Geschichte...

      Hallo,

      vielen Dank für Deine Meinung. Es tut echt gut das von jemandem Aussenstehenden irgendwie bestätigt zu bekommen.
      Das mit den Augen zufallen ist ihm auch schon passiert, wie jedem hier. Und ich schätze mal er hat tatsächlich einen schlechten Tag gehabt, aber die Konsequenzen nicht überschaut.
      Weder die für mich, aber mit der Abmahnung komme ich klar, man ist hier schnell damit.
      Aber halt auch nicht für sich, weil wir eigentlich aus der vielen Zeit immer was gemacht haben, Smalltalk, DVD´s geschaut, mal gekocht (ja, es ist ein langweiliger Job....)
      Das fällt jetzt weg, wobei er das bis jetzt noch nicht gerafft zu haben scheint, ich glaube er denkt das sich das wieder einrenkt und dann wirds so lustig wie zuvor.
      Ich hoffe er merkt es irgendwann, ich bin ihm ja nicht böse, aber der Zug ist halt eben abgefahren, und zwar für immer.
      Auf die Art habe ich schon ein Fernstudium gemacht und zwei Fremdsprachen gelernt, aber er guckt im Moment im Büro 6 Stunden die Vorhänge an. Ich werde wohl noch Italienisch lernen.....

      Na ja, statt jetzt das Ganze jedem zu erzählen habe ich zwei Kollegen berichtet warum und weshalb. Die waren von den Socken, und so wie ich das Haus kenne wird sich die Geschichte verbreiten.
      Und die Leute kennen mich seit vielen Jahren, ihn erst ca. 1 Jahr.

      Ok, es wurmt mich immer noch, aber es wird besser Trotzdem vielen lieben Dank nochmal.

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      • #4
        AW: Einfach nur eine Geschichte...

        An deiner Stelle würde ich ihn zur Rede stellen und auch von dir aus deutliche Grenzen setzen. Schon, bevor er anfängt, immer lauter Mobbing zu schreien. Letztlich war ja er es, der deinen "Rückzug" ins nur Berufliche provozierte. Frag ihn mal, was er nach so einer Aktion eigentlich von dir erwartet.
        Gute Idee, jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung, daß man solche Gespräche am besten im Personalbüro mit dem Chef dabei fürht. So kann hinterher niemand etwas behaupten, was nicht gesagt worden ist.
        Bitte um ein Gesprächsprotokoll, daß In den Personalakten (Deiner und des Kollegen) verwahrt werden muß.

        Der Personalchef kann auch mit euch beiden eine schriftliche Vereinbarung treffen (oder Du kannst darauf bestehen), in der genau festgehalten wird, was besprochen wurde und wie es weitergehen soll.

        Solche Kollegen, wie Du sie beschreibst, stören das Betriebsklima und da sollte der Personalchef gar nicht begeistert sein, denn:
        mieses Klima = finanzielle Verluste für die Firma.

        Um Dich zukünftig nicht in solche Situationen zu bringen
        (ich kenn das, bin auch schon in der Nachtwache eingenickt) besser für einen Tag Dienstunfähig melden, Kind krank sollte ein Grund sein, den der Personalchef versteht.
        Offen sagen, daß Du nach einer durchwachten Nacht nicht in den Nachtdienst kommen kannst. Damit zeigst Du Verantwortungsbewußtsein, das sollte akzeptiert werden.

        Nur, allzu oft kann man sich so natürlich nicht dienstunfähig melden.
        Und auch bei diesem Gespräch ansprechen:

        Du hast ein Recht an Deinem Bild, niemand darf Dich ohne Deine Einwilligung fotografieren und die Bilder auch noch öffentlich machen (in Deinem Fall sie der Personalabteilung geben) Da gibt es genug einschlägige Urteile, nur so als kleiner Hinweis...

        Wieso macht der Kollege überhaupt Fotos am Arbeitsplatz? Hat der nichts zu tun? Gehört das zu seinem Aufgabenbereich?

        Fotogrfiert er womöglich auch die Gäste ohne deren Wissen? Schädigt er vielleicht so den Ruf des Hauses? (Könnte man mal als Fragen so in den Raum stellen)

        Zur Abmahnung:
        Hier kann man auch einer Abmahnung ganz oder teilweise widersprechen, das Recht hast Du, sprich' mal mit dem Personalchef darüber.

        Auch ist eine Abmahnung nur sechs Wochen gültig, dananch muß sie aus der Personalakte entfernt werden. Du hast auch hier Rechte, Du darfst Deine Personalakte jederzeit einsehen und das kontrollieren.
        Kira will Ruhe
        Forumsmitglied
        Zuletzt geändert von Kira will Ruhe; 18.04.2014, 10:53.
        Grüße von Kira

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        • #5
          AW: Einfach nur eine Geschichte...

          Ich arbeite nicht im Hotel, weiß aber von anderen Hotelangestellten dass dort ein Regelverstoß viel schneller und härter bestraft wird als z. B. in einem Büro. Kira hat schon einige gute Vorschläge gemacht, über die du nachdenken könntest.

          Das Verhalten dieses Mannes ist natürlich unterste Schublade. Die einzige Abmahnung meines Lebens habe ich aus einem ähnlichen Grund bekommen, als ich in der Mittagspause am Platz blieb, weil ich etwas fertig machen musste und dabei einen Fehler machte. Dummerweise hatte mich mein damaliger Vorgesetzter von draußen durch die Glastür beobachtet und den Vorfall hinter meinem Rücken der Geschäftsleitung gemeldet. Und dann kassierte ich die Abmahnung nach nur einem Monat Betriebszugehörigkeit. Ich habe meinen Fehler eingesehen und fand den Anpfiff gerechtfertigt, aber gleich ´ne Abmahnung war doch einen Tick zu hart. Manche Leute sind eben so, die hauen dich gleich in die Pfanne, sobald du mal kurz nicht funktionierst. Tut mir echt leid für dich.

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