Hallo,
ich bin neu im Forum und versuche, hier kurz mein Problem zu schildern, weil ich leider bisher keinerlei Hilfe von irgendwoher bekommen habe und ehrlich gesagt so langsam an meiner eigenen Wahrnehmung zweifle. Es begann am 24.09.2010, als unsere Behörde das alljährliche Betriebsfest auf dem Hof unseres Amtes feierte. Ein Kollege, der an diesem Tag eigentlich Urlaub hatte, erschien ca. eine halbe Stunde nach Beginn der Feier mit dem Hund seines Nachbarn, einem Hovawart. Er band des Tier weder an noch sicherte es mit einem Maulkorb, obwohl er, wie sich später herausstellen sollte, genau wusste, dass das Tier bissig ist und außerdem auf Menschenansammlungen aggressiv reagiert. Als ich für meinen Mann, der auch auf dieser Feier anwesend war, eine Bratwurst holen wollte, fiel mir das dafür vorgesehene Geldstück aus der Hand, und ich bückte mich reflexartig, um es wieder aufzuheben. Als ich mich aufrichtete, sprang der Hund mir mit einem leisen Knurren ins Gesicht und biss zu. Der Kollege, der den Hund mitgebracht hatte, drehte sich wenige Sekunden danach zu mir um, meinte mit hochrotem Gesicht in vorwurfsvollem Ton zu mir: "Was hast denn du gemacht?", und wandte sich sofort wieder dem Hund zu. Weder leistete er Erste Hilfe noch rief er den Notarzt, dies überließ er anderen Kollegen und dem Dienststellenleiter. Aufgrund der vielen Leute auf dem Hof dauerte es allerdings einige Minuten, bis andere den Vorfall mitbekamen; in der Zwischenzeit kümmerte sich nur mein Mann um mich. Ich kam ins Krankenhaus und wurde nur zwei Stunden später notoperiert; der Hund hatte meine Wangen beidseitig durchbissen, und in der unteren linken Gesichtshälfte ein Stück der Wange teilweise herausgerissen, welches während der Not-OP wieder eingenäht wurde. Zurückgeblieben sind entstellende Narben, vor allem links; ich habe Narben auf den Lippen, die linksseitig taub sind, Gefühlsstörungen der linken unteren Gesichtshälfte, eine große Narbe auf dem Zahnfleisch im linken Oberkiefer, Narben an den Innenseiten der Wangen. Zwei Korrektur-Operationen hatte ich bislang und bin seither in ständiger HNO- und neurologischer Behandlung. Unmittelbar nach dem Unfall war ich vier Wochen dienstunfähig; seither leide ich unter neurologischen Beschwerden des Gesichts, Schmerzzuständen und natürlich auch unter sozialen Ängsten aufgrund meines Aussehens. Am 17.11.2010 wurde das von Amts wegen aufgenommene Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen meinen Kollegen von der Staatsanwaltschaft Gera eingestellt, da der Kollege bei seiner polizeilichen Vernehmung ausgesagt hatte, der Hund "hat auch nur geschnappt und nicht gebissen". Eine Entschädigung habe ich von diesem Kollegen nie bekommen, er verwies auf den Paragrafen im Sozialgesetzbuch, nach dem Kollegen untereinander nicht für Schäden haften, die während der Ausübung dienstlicher Tätigkeiten entstehen. Dass es sich beim Mitbringen eines Hundes nicht um eine dienstliche Tätigkeit handelt, störte bei der Bewertung nicht. Ich bekam dann auch von dem Kollegen eiskalt gesagt: "Von mir siehst du keinen Cent!" Einige Wochen nach dem Unfall begann mein Kollege, sich über mich lustig zu machen und andere Kollegen gegen mich aufzuhetzen: "Guckt mal, wie scheiße die Alte aussieht!" "Es wäre besser gewesen, der Hund hätte die gleich totgebissen, da wäre wenigstens Ruhe!" Er fand Unterstützer, die mir dann auch vorwarfen, wie ich das mit dem Hund dem "armen Herrn L. antun konnte, wo er doch schon so eine schlimme Exfrau habe". Des Weiteren versuchte der Kollege, mir auch dienstlich immer wieder "eins auszuwischen", indem er Akten verschwinden ließ, mir die Schuld dafür gab und sich dann freute, wenn ich einen Anranzer vom Chef bekam. Irgendwann war das Maß dann voll und ich ging zum Personalrat. Der wiederum trug die Sache zum Dienststellenleiter. Allerdings bekam ich dort keine Hilfe, im Gegenteil, ich wurde zum Amtsleiter bestellt und erst einmal ordentlich angebrüllt. Und mir wurde gesagt, dass seitens des Kollegen, der den Hund mitgebracht hatte, kein "Fehlverhalten festsgestellt werden konnte". Außerdem hatte sich eben jener Kollege beim Dienststellenleiter beschwert, dass "mein Aussehen ihn hier auf Arbeit beeinträchtigt", und mir wurde gesagt, dass ihm "dies nicht mehr zugemutet werden kann". Aufgrund dieser Beschwerde wurde mir vorgeschlagen, doch einen Antrag auf Versetzung in eine andere Behörde zu stellen, da durch mein Aussehen doch auch der Betriebsfrieden erheblich gestört werde. Als ich dies ablehnte, verbot mir der Dienststellenleiter, den Kollegen, der die Katastrophe verursachte, anzusprechen und überhaupt im Amt noch einmal über den Vorfall zu sprechen. Ansonsten werde er "härteste disziplinarische Maßnahmen" gegen mich ergreifen. Seit dem Hundebiss bin ich sowieso auf der Abschussliste: So gibt es für mich eine schriftliche Sonderregelung, nach der ich als Einzige nur fünf Zimmerpflanzen im Büro haben darf. Alle anderen dürfen beliebig viele Pflanzen in ihren Zimmern aufstellen. Nun ist es nicht so, dass ich mehr als fünf Pflanzen haben will, aber sind solche Sonderrregelungen eigentlich normal? Der Personalratsvorsitzende übrigens brüllte mich im Zusammenhang mit den ganzen Ereignissen nur an, er habe keine Zeit für mich, da er zu viel Arbeit hätte. Als ich den Vorfall an den Hauptpersonalrat herantrug, bekam ich überhaupt keine Antwort. Auch die Gewerkschaft ver.di reagierte nicht auf meine Anfrage. Ich bin nun stark verunsichert, habe jeden Tag Angst, dass ich zum Dienststellenleiter bestellt und wieder angebrüllt werde, weil der Unfallverursacher sich wieder durch mein Gesicht "beeinträchtigt" fühlt. Zu den starken Schmerzen aufgrund der Verletzungen und der Scham über mein Aussehen kommt nun noch diese Angst hinzu. Die Unfallkasse Thüringen hat auch die Zahlung einer kleinen Unfallrente und die Anerkennung der Körperschadens abgelehnt, obwohl es ein neurologisches Gutachten gibt (übrigens von der Unfallkasse in Auftrag gegeben), welches einen bleibenden Körperschaden von 20 % ausweist. Ende April hatte ich dann erneut Ärger: Ein ehemaliger Kollege, der mit 46 Jahren in Frühpension ging, hatte mich zuerst über Facebook mit Beleidigungen überschüttet und mir gedroht, sich über mich beim Dienststellenleiter zu beschweren, worauf ich mich gegen seine Anwürfe wehrte. Diese Auseinandersetzung passierte am Karfreitag, war also vollkommen privat. Der Ex-"Kollege" hat dann tatsächlich zwei Beschwerden per E-Mail an das Amt geschickt. Was darin stand, habe ich nie erfahren, da es angeblich dem Datenschutz unterliegt, ich wurde aber zum Amtsleiter bestellt und dort noch einmal richtig zusammengebrüllt. Dabei warf er mir auch die Hundebissgeschichte wieder vor. Meinen Einwand, dass die Auseinandersetzung, auf der die Beschwerde ja fußte, vollkommen privat war und im Amt gar nichts zu suchen hat, ließ der Chef gar nicht gelten, er ließ mich auch gar nicht zu Wort kommen.
Was haltet Ihr davon? Vielleicht gibt es ja jemanden hier im Forum, der etwas ähnliches erlebt hat? Mir ist klar, dass der Amtsleiter mich loswerden will, bislang habe ich aber noch keine Kündigung bekommen, vielleicht weil ich mittlerweile 19 Jahre im Öffentlichen Dienst bin. Herzlichen Dank im Voraus für Eure Antworten.
ich bin neu im Forum und versuche, hier kurz mein Problem zu schildern, weil ich leider bisher keinerlei Hilfe von irgendwoher bekommen habe und ehrlich gesagt so langsam an meiner eigenen Wahrnehmung zweifle. Es begann am 24.09.2010, als unsere Behörde das alljährliche Betriebsfest auf dem Hof unseres Amtes feierte. Ein Kollege, der an diesem Tag eigentlich Urlaub hatte, erschien ca. eine halbe Stunde nach Beginn der Feier mit dem Hund seines Nachbarn, einem Hovawart. Er band des Tier weder an noch sicherte es mit einem Maulkorb, obwohl er, wie sich später herausstellen sollte, genau wusste, dass das Tier bissig ist und außerdem auf Menschenansammlungen aggressiv reagiert. Als ich für meinen Mann, der auch auf dieser Feier anwesend war, eine Bratwurst holen wollte, fiel mir das dafür vorgesehene Geldstück aus der Hand, und ich bückte mich reflexartig, um es wieder aufzuheben. Als ich mich aufrichtete, sprang der Hund mir mit einem leisen Knurren ins Gesicht und biss zu. Der Kollege, der den Hund mitgebracht hatte, drehte sich wenige Sekunden danach zu mir um, meinte mit hochrotem Gesicht in vorwurfsvollem Ton zu mir: "Was hast denn du gemacht?", und wandte sich sofort wieder dem Hund zu. Weder leistete er Erste Hilfe noch rief er den Notarzt, dies überließ er anderen Kollegen und dem Dienststellenleiter. Aufgrund der vielen Leute auf dem Hof dauerte es allerdings einige Minuten, bis andere den Vorfall mitbekamen; in der Zwischenzeit kümmerte sich nur mein Mann um mich. Ich kam ins Krankenhaus und wurde nur zwei Stunden später notoperiert; der Hund hatte meine Wangen beidseitig durchbissen, und in der unteren linken Gesichtshälfte ein Stück der Wange teilweise herausgerissen, welches während der Not-OP wieder eingenäht wurde. Zurückgeblieben sind entstellende Narben, vor allem links; ich habe Narben auf den Lippen, die linksseitig taub sind, Gefühlsstörungen der linken unteren Gesichtshälfte, eine große Narbe auf dem Zahnfleisch im linken Oberkiefer, Narben an den Innenseiten der Wangen. Zwei Korrektur-Operationen hatte ich bislang und bin seither in ständiger HNO- und neurologischer Behandlung. Unmittelbar nach dem Unfall war ich vier Wochen dienstunfähig; seither leide ich unter neurologischen Beschwerden des Gesichts, Schmerzzuständen und natürlich auch unter sozialen Ängsten aufgrund meines Aussehens. Am 17.11.2010 wurde das von Amts wegen aufgenommene Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen meinen Kollegen von der Staatsanwaltschaft Gera eingestellt, da der Kollege bei seiner polizeilichen Vernehmung ausgesagt hatte, der Hund "hat auch nur geschnappt und nicht gebissen". Eine Entschädigung habe ich von diesem Kollegen nie bekommen, er verwies auf den Paragrafen im Sozialgesetzbuch, nach dem Kollegen untereinander nicht für Schäden haften, die während der Ausübung dienstlicher Tätigkeiten entstehen. Dass es sich beim Mitbringen eines Hundes nicht um eine dienstliche Tätigkeit handelt, störte bei der Bewertung nicht. Ich bekam dann auch von dem Kollegen eiskalt gesagt: "Von mir siehst du keinen Cent!" Einige Wochen nach dem Unfall begann mein Kollege, sich über mich lustig zu machen und andere Kollegen gegen mich aufzuhetzen: "Guckt mal, wie scheiße die Alte aussieht!" "Es wäre besser gewesen, der Hund hätte die gleich totgebissen, da wäre wenigstens Ruhe!" Er fand Unterstützer, die mir dann auch vorwarfen, wie ich das mit dem Hund dem "armen Herrn L. antun konnte, wo er doch schon so eine schlimme Exfrau habe". Des Weiteren versuchte der Kollege, mir auch dienstlich immer wieder "eins auszuwischen", indem er Akten verschwinden ließ, mir die Schuld dafür gab und sich dann freute, wenn ich einen Anranzer vom Chef bekam. Irgendwann war das Maß dann voll und ich ging zum Personalrat. Der wiederum trug die Sache zum Dienststellenleiter. Allerdings bekam ich dort keine Hilfe, im Gegenteil, ich wurde zum Amtsleiter bestellt und erst einmal ordentlich angebrüllt. Und mir wurde gesagt, dass seitens des Kollegen, der den Hund mitgebracht hatte, kein "Fehlverhalten festsgestellt werden konnte". Außerdem hatte sich eben jener Kollege beim Dienststellenleiter beschwert, dass "mein Aussehen ihn hier auf Arbeit beeinträchtigt", und mir wurde gesagt, dass ihm "dies nicht mehr zugemutet werden kann". Aufgrund dieser Beschwerde wurde mir vorgeschlagen, doch einen Antrag auf Versetzung in eine andere Behörde zu stellen, da durch mein Aussehen doch auch der Betriebsfrieden erheblich gestört werde. Als ich dies ablehnte, verbot mir der Dienststellenleiter, den Kollegen, der die Katastrophe verursachte, anzusprechen und überhaupt im Amt noch einmal über den Vorfall zu sprechen. Ansonsten werde er "härteste disziplinarische Maßnahmen" gegen mich ergreifen. Seit dem Hundebiss bin ich sowieso auf der Abschussliste: So gibt es für mich eine schriftliche Sonderregelung, nach der ich als Einzige nur fünf Zimmerpflanzen im Büro haben darf. Alle anderen dürfen beliebig viele Pflanzen in ihren Zimmern aufstellen. Nun ist es nicht so, dass ich mehr als fünf Pflanzen haben will, aber sind solche Sonderrregelungen eigentlich normal? Der Personalratsvorsitzende übrigens brüllte mich im Zusammenhang mit den ganzen Ereignissen nur an, er habe keine Zeit für mich, da er zu viel Arbeit hätte. Als ich den Vorfall an den Hauptpersonalrat herantrug, bekam ich überhaupt keine Antwort. Auch die Gewerkschaft ver.di reagierte nicht auf meine Anfrage. Ich bin nun stark verunsichert, habe jeden Tag Angst, dass ich zum Dienststellenleiter bestellt und wieder angebrüllt werde, weil der Unfallverursacher sich wieder durch mein Gesicht "beeinträchtigt" fühlt. Zu den starken Schmerzen aufgrund der Verletzungen und der Scham über mein Aussehen kommt nun noch diese Angst hinzu. Die Unfallkasse Thüringen hat auch die Zahlung einer kleinen Unfallrente und die Anerkennung der Körperschadens abgelehnt, obwohl es ein neurologisches Gutachten gibt (übrigens von der Unfallkasse in Auftrag gegeben), welches einen bleibenden Körperschaden von 20 % ausweist. Ende April hatte ich dann erneut Ärger: Ein ehemaliger Kollege, der mit 46 Jahren in Frühpension ging, hatte mich zuerst über Facebook mit Beleidigungen überschüttet und mir gedroht, sich über mich beim Dienststellenleiter zu beschweren, worauf ich mich gegen seine Anwürfe wehrte. Diese Auseinandersetzung passierte am Karfreitag, war also vollkommen privat. Der Ex-"Kollege" hat dann tatsächlich zwei Beschwerden per E-Mail an das Amt geschickt. Was darin stand, habe ich nie erfahren, da es angeblich dem Datenschutz unterliegt, ich wurde aber zum Amtsleiter bestellt und dort noch einmal richtig zusammengebrüllt. Dabei warf er mir auch die Hundebissgeschichte wieder vor. Meinen Einwand, dass die Auseinandersetzung, auf der die Beschwerde ja fußte, vollkommen privat war und im Amt gar nichts zu suchen hat, ließ der Chef gar nicht gelten, er ließ mich auch gar nicht zu Wort kommen.
Was haltet Ihr davon? Vielleicht gibt es ja jemanden hier im Forum, der etwas ähnliches erlebt hat? Mir ist klar, dass der Amtsleiter mich loswerden will, bislang habe ich aber noch keine Kündigung bekommen, vielleicht weil ich mittlerweile 19 Jahre im Öffentlichen Dienst bin. Herzlichen Dank im Voraus für Eure Antworten.
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