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S.o.s.! Hilfe! Bin verzweifelt!

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  • S.o.s.! Hilfe! Bin verzweifelt!

    Hallo, ich werde seit längerer Zeit von 5 Frauen und 7 Männern, also 12 Personen, gemobbt. Das Schlimme dabei ist, dass auch noch 2 Sozialarbeiter mitmobben. Zum Hintergrund: Ich befinde mich in einer Maßnahme zur Wiedereingliederung auf den 1. Arbeitsmarkt für psychisch Kranke, habe selbst chronische Depressionen.

    Viel Aggression ist im Spiel: Einige sind sehr aggressiv, andere eiskalt und zeigen mir ihre Wut auf andere Art. Fast keiner spricht mit mir, hauptsächlich die Sozialarbeiterin. Ich werde ignoriert. Wenn über an und für sich harmlose Dinge gesprochen wird, wird gelogen, selbst von der Sozialarbeiterin. Dies geschieht sehr oft. Die Mobber ziehen sich in einen anderen Raum zurück, um über mich zu sprechen. Man kann jedoch manches Wort von meinem Platz aus hören, selbst wenn die Tür geschlossen ist. Einmal vor kurzem hat eine Person sogar geschrien: „Das ist so geisteskrank!“ Mir wurde mehrfach doof oder der Vogel gezeigt, letztens sah man diese Geste auch bei der Sozialarbeiterin einmal. Eine Mobbende hat mich auch als „dieses Genie“ bezeichnet. Ich bekomme täglich sehr oft verschiedene Varianten von dumm zu hören oder wie verrückt ich doch sei. Sie vermitteln mir so und auf andere Art, dass sie gebildeter sind als ich. Es gibt allgemein abwertende Blicke und Gesten gegen mich, die Sozialarbeiterin imitiert meine Mimik, während ich mit ihr spreche. Sie hat auch einmal auf absonderliche Art und Weise gelacht, als ich mich verabschiedet habe, so wie ein Verrückter lachen würde. Auf einem Flohmarkt, bei dem auch meine Eltern anwesend waren, verhielt sie sich hingegen genau anders: Sie machte eine Geste, die bedeutet: Ich trau mich nicht, als sie mit mir sprach und war sehr freundlich und mitfühlend mir gegenüber. Als ich kürzlich die Sozialarbeiterin auf das Mobbing ansprach, behauptete sie, dass sie davon überhaupt nichts mitbekommen habe. Dabei hat sie als ich einmal, als ich auf der Toilette war, die direkt an den Raum grenzt, klar von Mobbing usw. gesprochen. Der Sozialarbeiter, der früher bei der Bundeswehr war, versammelt hingegen möglichst viele Leute, hauptsächlich Männer, um sich herum im anderen Raum, und redet und lacht dort laut über mich. Er hat auch schon geäußert oder erkennen lassen, dass er mich für sehr verrückt hält. Als ich am Kennenlerntag weinte, grinste er nur kurz. Überhaupt, wenn Tränen flossen, hat er des Öfteren gelächelt. Als ich mich eines der seltenen Male in den Raum, der zum Reden über mich verwendet wird, begeben habe und ihn verließ kam eine aggressive Person und zettelte sofort mit den wenigen anderen, die sich mit mir dort aufgehalten hatten, ein aggressives Gespräch über mich an. Wenn ich auf Toilette bin, kommt es sehr oft vor, dass jemand klopft, wahrscheinlich oft die gleiche Person, da die anderen seltener anzutreffen sind. Es wird aber nur geklopft und nicht in die Herrentoilette gegangen oder vor der Tür stehengeblieben. Auch nach Besuch der Toilette geht häufig niemand mehr auf diese. Ja, die Mobber versammeln sich täglich im Nebenraum und sprechen dort abfällig über mich. Das ist dort das tägliche Ritual.
    Einzelgespräche wie angekündigt gab es fast gar nicht, die Sozialarbeiter haben kaum Zeit für mich. Wenn es eins gab, dann nur, um organisatorische Dinge abzuklären.
    Das Ziel der Mobber ist, mich mit voller Absicht in die Psychiatrie zu bringen und mir die Chancen auf eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu nehmen.
    Infolge des Mobbings habe ich Schlafstörungen, Kopf- und Magenschmerzen, ein Stresssyndrom und tiefere Phasen meiner Depression. Meine gesamte Energie konzentriert sich nur auf die Maßnahme. Dafür stehe ich auch z. B. früh auf. Ich denke sehr viel über das Geschehene nach, während und nach der Maßnahme, d. h. mein ganzes Leben dreht sich praktisch nur noch darum. Es haben sich bei mir schon sehr viele Fehltage angehäuft.

    Wo in Deutschland gibt es Mobbingberatungsstellen? Was kann ich in meinem Fall gegen das Mobbing tun? Lektüre? Internetseiten, die weiterhelfen? Wer hilft mir noch weiter? Welche Tipps habt ihr? Was kann ich zur Prävention gegen Mobbing tun, dass so etwas nie wieder passiert? Ich möchte, dass dies auch keinem nach mir widerfährt.

    Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe.

  • #2
    Hallo Lisafence

    Sind Deine neuen "Kollegen" aus dem selben Grund, in dieser Massnahme wie Du selbst? Wiedereingliederung?

    Wenn ja so bin ich nicht allzu sehr verwundert darüber was Du hier alles an Schrecklichkeiten schilderst.
    Der Fall ist so akut und so komplex, dass ich Dir von hier aus, aus der Ferne leider nicht helfen kann.
    Dazu bräuchte es ein eingehendes, wahrscheinlich mehrstündiges Gespräch, wohl zuerst einen ganzen Tag von Angesicht zu Angesicht, um vielerlei Dinge, Sachverhalte zu besprechen und (auf) zu klären.

    Um aber schon mal eins vorauszuschicken:

    Sozialarbeiter sind primär und bestenfalls, wenn Du Glück hast, kompetente Coaches und keine Therapeuten.

    Doch eben einen solchen, einen richtig guten bräuchtest Du, um Dich bei der erfolgreichen Wiedereingliederung zu begleiten. (Das wäre doch das eigentliche Ziel, dass ich in dem von Dir geschilderten Verhalten und den Handlungen der Beteiligten, auch der Betreuer, in keinster Weise erkennen kann.)
    Dazu brauchst Du ebenso ein positives annehmendes und stützendes Umfeld, das Dir eine reelle und ehrliche Chance gibt auf einen Neustart/Anfang. (Auch das ist nicht erkennbar. Die Leute haben ggf. sogar noch mehr Probleme wie Du selbst, auch wenn sie als "normal" erscheinen oder gelten...)

    Bist Du in ärztlicher Betreuung und bist Du (noch) mündig?

    Wenn ja, was sagt Dein behandelnder Arzt zur Situation und hast Du freie Hand zur Entscheidung was Du Dir noch alles zumuten willst oder eben auch nicht?
    Hast Du Verwandte oder Bekannte die Dich stützen und wenn nötig Hilfe leisten könnten?
    Wie bist Du überhaupt in diese Situation geraten?
    Was lief derart schief in Deinem Leben? (Darüber reden, Ballast abladen, um sich Stück für Stück davon zu befreien)
    Gibt es Muster die sich wiederholen und was, welche Schlüsselerlebnisse in Deinem Leben stecken/verbergen sich hinter diesen Mustern?
    und und und

    Diese und viele andere Fragen stellen sich für die Analyse und es müssen konkrete, auf Deine Persönlichkeit und Leidensgeschichte passende Antworten und Handlungsalternativen gefunden und trainiert werden.
    Das ist viel und harte Arbeit die Du, meine Vermutung/Befürchtung, ganz alleine auf Dich gestellt, noch dazu mit einer manifestierten vielleicht schon pathogenen Depression, schwerlich oder nicht (mehr) schaffen kannst/wirst.

    Ich bezweifle, dass ich Dir aus der Ferne richtig gut helfen könnte.

    Wenn Du ein wirklich gutes Buch lesen möchtest, dass Dir neuen Lebensmut spenden könnte, so kann ich Dir Marc Aurel's "Selbstbetrachtungen" empfehlen.
    Es spiegelt nicht mehr und nicht weniger die Gedanken eines der bedeutendsten Römischen Kaiser und Philosophen, der mit den gleichen Problemen haderte und versuchte Antworten und Trost auf die uns alle irgendwie quälenden Fragen des Lebens, auch die Bewältigung der Bosheit und der Niedertracht schlechter Menschen, in der Philosophie zu finden.

    Ein Buch das mich selbst immer wieder auf den Boden zurück holt oder auch stärkt mir treu zu bleiben wenn mein Geist sich zu verzetteln oder in die Irre abzudriften droht :-)
    Auch ich bin nur ein Mensch und bestimmt alles andere als perfekt. Bestimmt auch nicht "normal" = normiert, sonst wäre ich irgend etwas aber ganz gewiss nicht ich.
    Denn die Wahrnehmung von Perfektion wäre am Ende eben das Ende der Intelligenz ;-)

    So sehe ich das, wie Schopenhauer uns empfohlen hat: "Jeder meissle jeden Tag an seiner eigenen Büste"

    In diesem Sinne verbleibe ich mal für's Erste

    Liebe Grüsse und meine besten Wünsche begleiten Dich

    Compliance
    Compliance
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von Compliance; 26.04.2022, 16:15.

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    • #3
      Liebe/r Compliance, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

      Zu deinen Fragen: Ja, meine Kollegen sind aus Gründen der Wiedereingliederung in der Maßnahme. Ich habe auch meine Eltern, die mich etwas unterstützen können, aber sie haben oft nicht viel Zeit für ein Gespräch über solche Dinge. Es belastet sie auch.
      Ich kann dir aus Gründen der Diskretion deine weiteren Fragen leider nicht beantworten, aber ich danke dir für diese Fragestellungen, denn sie geben mir etwas Inspiration.
      Wenn ihr Mitleser Fragen an mich habt, könnt ihr mir sie natürlich stellen. Jedoch sind einige Fragen etwas zu intim für dieses Forum.

      Liebe Grüße

      Lisa

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