Meine Mobbingerfahrungen in der Schule liegen jetzt gute 15 Jahre zurück.
Meine Eltern haben recht früh (mit 20 Jahren) Kinder bekommen und meine Mutter war schon immer ein recht unsicherer Mensch, was durch ihr junges Alter damals wahrscheinlich noch verstärkt wurde. Schon früh wurde ich dazu erzogen "alles richtig" zu machen und jeder Fehler im Umgang mit Anderen wurde mir später vorgehalten. Dementsprechend vorsichtig und auch etwas schüchtern, wurde dann auch mein Verhalten.
In der Grundschule hatte ich noch keine weiteren Probleme, ich gehörte zu den Besten der Klasse, war gut im Sport und hatte immer mehr oder weniger gute Freunde. Irgendwann hatte ich dann nur noch "die beste" Freundin und wir unternahmen während oder nach der Schule dann meistens etwas als Zweiergespann. Das hatte sich einfach so ergeben und mir war das auch durchaus recht.
Ich war weder besonders hübsch, noch besonders häßlich, das einzige was mich von den anderen unterschied war dass ich immer etwas kleiner (ich wurde einige Monate zu früh geboren) und immer etwas intelligenter war. Später zeigte sich dann aber leider auch dass meine körperliche Entwicklung erst später als bei den Anderen einsetzte.
Was mittlerweile (ich sehe immer noch gute 5 Jahre jünger aus) eher ein Vorteil ist, war damals ein massiver Nachteil, aber das sollte sich erst später bewahrheiten.
Ich wechselte in die 7. Klasse auf eine Schule in der es cool war "große" Freunde oder Geschwister zu haben und der rechten Gesinnung anzugehören.
Ich hatte nichts von alledem und wollte es auch nicht haben.
Das Intelligenzniveau war eher bescheiden.
Trotzdem kam ich während des ersten Jahres noch recht gut zurecht. Jedenfalls solange bis ich mich mit meiner besten Freundin, die nach und nach zu den coolen Schülern gehörte, stritt.
Nach und nach wendete sich dann die ganze Klasse unter Anleitung eines besonders "coolen" Mädchens von mir ab.
Was folgte waren Jahre der Isolation.
Ich wurde nie tätlich angegriffen und verbal zumeist auch nur von diesem einen Mädchen, aber dennoch habe ich unter der Situation sehr gelitten.
Mir war durchaus bewußt dass mich die Anderen als das Letzte angesehen haben und das haben sie mich auch immer wieder direkt oder indirekt spüren lassen.
Mit der Zeit habe ich diese Meinung dann auch angenommen und es hat Jahre gedauert sie wieder abzubauen.
Anfangs gab es dann auch noch Versuche seitens meiner Eltern und der Klassenlehrerin (dummerweise die Tante der Anführerin) einzugreifen.
Das waren dann so tolle Aktionen wie: "Jetzt schreiben wir alle mal einen Absatz darüber warum wir (mein Name) nicht leiden können".
Hinterher wurden mir dann auch Auszüge dieser Aufsätze zum Lesen gegeben.
Heute frage ich mich manchmal wie dumm eine Klassenlehrerin egtl sein kann um so etwas zu veranstalten.
Zeitweise wurde es dann besser und nach und nach war ich dann sogar in die Gruppe der Uncooleren ganz gut integriert, ganz nachgelassen hat das alles aber bis zur 10ten Klasse nicht, die Gymnasialstufe war dann ok.
Ich weiß heute noch wie es war wenn man als einziger ohne Partner bei Team oder Zweierübung da stand, wenn man bis auf den Freitag jeden einzelnen Tag der Woche (besonders den Sonntag kurz vor Schulbeginn) abgrundtief gehasst hat, wenn man jedes Mal bei Verlesen der Zeugniszensuren oder der Ausgabe von Klassenarbeiten Angst hatte gelobt und das Zischen von "Streber" aus den Hinterreihen zu hören.
Mein Glück war wohl dass es Jungen gab die noch schlimmer dran waren, so dass sich wenigstens nicht das gesamte Klassenkollektiv auf mich gestürzt hatte.
Besonders schlimm an dieser Zeit empfand ich dass mir von allen Seiten die Schuld in die Schuhe geschoben wurde.
Sogar meine Eltern kamen ständig mit den gutgemeinten, aber immer wieder sehr verletzenden Satz: Such dir doch mal ein paar Freunde.
Vor jedem Urlaub fragte mein Vater ob ich nicht gerne eine Freundin mitnehmen möchte, was mich dann jedes Mal mit der Wahrheit, dass ich gar keine Freundinnen hatte, konfrontierte.
Einmal hat mir meine Muter im Streit (ich wollte mit meiner Katze zum Tierarzt gefahren werden) auch an den Kopf geworfen dass sie mich nur fährt, weil ich so ein armer Mensch bin der Niemanden hat.
Das saß und teilweise habe ich ihr das selbst heute noch nicht verziehen.
Wer mich jetzt flüchtig kennt, würde so etwas nicht vermuten, da mir danach im Grunde immer alles gelungen ist.
Ich habe mein Studium in einer Männerdomaine erfolgreich abgeschloßen, mich seit dem ich 20 war komplett selbst mit Nebenjobs finanziert, war ein Jahr alleine mit dem Rucksack am Ende der Welt unterwegs und habe dann einen hoch bezahlten Job in einer angesehenen Firma bekommen. Mittlerweile habe ich mich erfolgreich selbstständig gemacht.
Ich habe schon sehr viel erlebt, viele Erfahrungen gesammelt und Sachen gemacht die sich viele Menschen nicht zutrauen würden und es fällt mir egtl nicht schwer auf Menschen zuzugehen und sie für mich zu gewinnen.
Was ich allerdings bis heute nicht kann, ist es diese zwischenmenschlichen Beziehungen auch auf längere Zeit aufrechtzuerhalten. Ich melde mich dann nicht mehr, aus Angst andere Personen zu nerven oder nicht gut genug zu sein damit sie sich länger mit mir abgeben.
Es verursacht mir auch körperliches Unwohlsein wenn ich selbst Freunde, die ich schon lange kenne, um ein Treffen bitte. Die Angst vor einer Ablehung ist einfach immer da und falls diese kommt fühle ich mich in meine Schulzeit zurückgeworfen und wieder in der Annahme bestätigt nichts wert zu sein.
Meine erste längere Partnerschaft ist gerade dabei zu zerbrechen und meine Mobbingerfahrungen und damit zusammenhängenden Ängste sind sicher ein Faktor der dazu führte. Auch heute träume ich oft davon von diesem Mädchen drangsaliert zu werden, nicht zum Sportunterricht zu wollen oder ähnliches.
Früher dachte ich einmal wenn ich viel im Leben leiste, dass ich mich dann auch selbst als wertvoller Mensch sehen kann, aber oft gelingt mir das nicht und ich sehe besonders in Streßsituationen nur das schüchterne Mädchen das ich damals war und verhalte mich auch genau so.
Gibt es Andere hier denen es so geht? Wenn ja, wie habt ihr das überwunden?
Meine Eltern haben recht früh (mit 20 Jahren) Kinder bekommen und meine Mutter war schon immer ein recht unsicherer Mensch, was durch ihr junges Alter damals wahrscheinlich noch verstärkt wurde. Schon früh wurde ich dazu erzogen "alles richtig" zu machen und jeder Fehler im Umgang mit Anderen wurde mir später vorgehalten. Dementsprechend vorsichtig und auch etwas schüchtern, wurde dann auch mein Verhalten.
In der Grundschule hatte ich noch keine weiteren Probleme, ich gehörte zu den Besten der Klasse, war gut im Sport und hatte immer mehr oder weniger gute Freunde. Irgendwann hatte ich dann nur noch "die beste" Freundin und wir unternahmen während oder nach der Schule dann meistens etwas als Zweiergespann. Das hatte sich einfach so ergeben und mir war das auch durchaus recht.
Ich war weder besonders hübsch, noch besonders häßlich, das einzige was mich von den anderen unterschied war dass ich immer etwas kleiner (ich wurde einige Monate zu früh geboren) und immer etwas intelligenter war. Später zeigte sich dann aber leider auch dass meine körperliche Entwicklung erst später als bei den Anderen einsetzte.
Was mittlerweile (ich sehe immer noch gute 5 Jahre jünger aus) eher ein Vorteil ist, war damals ein massiver Nachteil, aber das sollte sich erst später bewahrheiten.
Ich wechselte in die 7. Klasse auf eine Schule in der es cool war "große" Freunde oder Geschwister zu haben und der rechten Gesinnung anzugehören.
Ich hatte nichts von alledem und wollte es auch nicht haben.
Das Intelligenzniveau war eher bescheiden.
Trotzdem kam ich während des ersten Jahres noch recht gut zurecht. Jedenfalls solange bis ich mich mit meiner besten Freundin, die nach und nach zu den coolen Schülern gehörte, stritt.
Nach und nach wendete sich dann die ganze Klasse unter Anleitung eines besonders "coolen" Mädchens von mir ab.
Was folgte waren Jahre der Isolation.
Ich wurde nie tätlich angegriffen und verbal zumeist auch nur von diesem einen Mädchen, aber dennoch habe ich unter der Situation sehr gelitten.
Mir war durchaus bewußt dass mich die Anderen als das Letzte angesehen haben und das haben sie mich auch immer wieder direkt oder indirekt spüren lassen.
Mit der Zeit habe ich diese Meinung dann auch angenommen und es hat Jahre gedauert sie wieder abzubauen.
Anfangs gab es dann auch noch Versuche seitens meiner Eltern und der Klassenlehrerin (dummerweise die Tante der Anführerin) einzugreifen.
Das waren dann so tolle Aktionen wie: "Jetzt schreiben wir alle mal einen Absatz darüber warum wir (mein Name) nicht leiden können".
Hinterher wurden mir dann auch Auszüge dieser Aufsätze zum Lesen gegeben.
Heute frage ich mich manchmal wie dumm eine Klassenlehrerin egtl sein kann um so etwas zu veranstalten.
Zeitweise wurde es dann besser und nach und nach war ich dann sogar in die Gruppe der Uncooleren ganz gut integriert, ganz nachgelassen hat das alles aber bis zur 10ten Klasse nicht, die Gymnasialstufe war dann ok.
Ich weiß heute noch wie es war wenn man als einziger ohne Partner bei Team oder Zweierübung da stand, wenn man bis auf den Freitag jeden einzelnen Tag der Woche (besonders den Sonntag kurz vor Schulbeginn) abgrundtief gehasst hat, wenn man jedes Mal bei Verlesen der Zeugniszensuren oder der Ausgabe von Klassenarbeiten Angst hatte gelobt und das Zischen von "Streber" aus den Hinterreihen zu hören.
Mein Glück war wohl dass es Jungen gab die noch schlimmer dran waren, so dass sich wenigstens nicht das gesamte Klassenkollektiv auf mich gestürzt hatte.
Besonders schlimm an dieser Zeit empfand ich dass mir von allen Seiten die Schuld in die Schuhe geschoben wurde.
Sogar meine Eltern kamen ständig mit den gutgemeinten, aber immer wieder sehr verletzenden Satz: Such dir doch mal ein paar Freunde.
Vor jedem Urlaub fragte mein Vater ob ich nicht gerne eine Freundin mitnehmen möchte, was mich dann jedes Mal mit der Wahrheit, dass ich gar keine Freundinnen hatte, konfrontierte.
Einmal hat mir meine Muter im Streit (ich wollte mit meiner Katze zum Tierarzt gefahren werden) auch an den Kopf geworfen dass sie mich nur fährt, weil ich so ein armer Mensch bin der Niemanden hat.
Das saß und teilweise habe ich ihr das selbst heute noch nicht verziehen.
Wer mich jetzt flüchtig kennt, würde so etwas nicht vermuten, da mir danach im Grunde immer alles gelungen ist.
Ich habe mein Studium in einer Männerdomaine erfolgreich abgeschloßen, mich seit dem ich 20 war komplett selbst mit Nebenjobs finanziert, war ein Jahr alleine mit dem Rucksack am Ende der Welt unterwegs und habe dann einen hoch bezahlten Job in einer angesehenen Firma bekommen. Mittlerweile habe ich mich erfolgreich selbstständig gemacht.
Ich habe schon sehr viel erlebt, viele Erfahrungen gesammelt und Sachen gemacht die sich viele Menschen nicht zutrauen würden und es fällt mir egtl nicht schwer auf Menschen zuzugehen und sie für mich zu gewinnen.
Was ich allerdings bis heute nicht kann, ist es diese zwischenmenschlichen Beziehungen auch auf längere Zeit aufrechtzuerhalten. Ich melde mich dann nicht mehr, aus Angst andere Personen zu nerven oder nicht gut genug zu sein damit sie sich länger mit mir abgeben.
Es verursacht mir auch körperliches Unwohlsein wenn ich selbst Freunde, die ich schon lange kenne, um ein Treffen bitte. Die Angst vor einer Ablehung ist einfach immer da und falls diese kommt fühle ich mich in meine Schulzeit zurückgeworfen und wieder in der Annahme bestätigt nichts wert zu sein.
Meine erste längere Partnerschaft ist gerade dabei zu zerbrechen und meine Mobbingerfahrungen und damit zusammenhängenden Ängste sind sicher ein Faktor der dazu führte. Auch heute träume ich oft davon von diesem Mädchen drangsaliert zu werden, nicht zum Sportunterricht zu wollen oder ähnliches.
Früher dachte ich einmal wenn ich viel im Leben leiste, dass ich mich dann auch selbst als wertvoller Mensch sehen kann, aber oft gelingt mir das nicht und ich sehe besonders in Streßsituationen nur das schüchterne Mädchen das ich damals war und verhalte mich auch genau so.
Gibt es Andere hier denen es so geht? Wenn ja, wie habt ihr das überwunden?
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