Guten Abend!
ich habe mich soeben hier registriert und möchte nun einfach mal loslegen. Ich bin weiblich und 23. Ich hoffe es wird nicht zu lange

Meine Kindheit war eigentlich ganz normal und relativ ungewöhnlich soweit ich mich erinnern kann. In meiner Grundschulzeit war auch noch alles okay. In der 5. / 6. und das erste Halbjahr der siebten Klasse war ich noch auf einem Gymnasium in der Nachbarstadt und da fing es schon an mit dem "Unbeliebtsein". Ich hatte aber meine beste Freundin damals und so war uns das egal. Diese Freundin hat es aber leider auf dem Gymnasium nicht geschafft und ist am Anfang der siebten Klasse so kurz vor Weihnachten auf die Realschule gewechselt. Für mich war das der absolute Horror, ich war alleine, ich wurde zwar da nicht gemobbt, ich war halt einfach alleine und habe so lange gejammert, bis meine Eltern mich zum zweiten Halbjahr auf einer Gesamtschule (auf dem Gymnasium) bei uns im Ort (10.000 Einwohner) angemeldet haben.
Und ich glaube das war der größte Fehler..... An viel kann ich mich nicht mehr erinnern, vielleicht weil ich es auch komplett verdrängt habe?!
Aufjedenfall habe ich überhaupt keinen Anschluss in der neuen Klasse gefunden. Vor mir waren glaube ich 22 Jungs und 6 Mädels in der Klasse und ich war Nr 7 und daher saß ich auch alleine an einem Tisch und war auch bei Gruppen oder Partnerarbeiten alleine.
Am Anfang habe ich versucht mich zu integrieren, aber da ich sehr introvertiert war und auch sehr ruhig, war das nicht ganz einfach. Vielleicht hab ich auch Desinteresse ausgestrahlt und es hat sich deswegen keiner für mich interessiert. Ich wollte mich zu den 6 Mädels in der Pause im Kreis dazustellen, aber es hat mich keiner registriert und "in den Kreis" reingelassen... :/ Das wurde mir natürlich irgendwann zu doof und ich habe mich alleine in der Pause rumgetrieben. So wurde ich zum totalen Außenseiter und von 2-3 Jungs kam das Mobbing hinzu. Es waren zwar keine Schlägereien oder richtig schlimme Dinge sondern es blieb bei dummen Kommentaren, Lästerreien. An eine konkrete Situation kann ich mich erinnern, da hat mir einer sein Pausenbrot ins Gesicht geworfen. Und mehrere "Gehfehler" kann ich mich erinnern. Also mir hat einer beim Laufen sein Fuß hingehalten, sodass ich stolpere.
Bei Gruppenarbeiten war ich auch nicht erwünscht und beim Sport wurde ich immer als letzte gewählt (natürlich weil ich auch unsportlich bin). Es hat auch niemand mit mir geredet, auch von anderen Klassen sehr wenig, wegen dem Gruppenzwang und der Angst auch unbeliebt zu werden, wenn man sich mit der Außenseiterin unterhält.
Wenn man sich dann mal mit mir unterhalten musste wegen Projekten, dann haben die als mit mir geredet, als käme ich von einem anderen Planeten. Das war echt kränkend. Dabei war ich einfach nur ruhig und bei den Leuten, die ich noch außerhalb der Schule kannte, war ich ganz anders.
Meine Noten waren leider auch nicht die besten.. Ich habe mich irgendwann gar nicht mehr getraut, mich im Unterricht zu melden.
Ich habe relativ früh angefangen mit meinen Eltern darüber zu sprechen, aber das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Es kam dann zu so komischen Gesprächen zwischen den Mädels und ich musste mich einmal vor die ganze Klasse stellen und sagen, was mich stört und wie es besser werden soll. Das war für mich der absolute Horror. ich wurde so hingestellt als wäre ich an allem Schuld und hätte mich selbst ausgeschlossen. Das verfolgt mich bis jetzt. Ich habe vielleicht nicht alles richtig gemacht, aber wenn ich gemerkt hätte, dass sie Interesse an einer Freundschaft hätten, hätte ich mich nicht ausgeschlossen. Ich hatte aufjedenfall niemandem auf meiner Seite.
Ich war auch eine zeit lang ziemlich am Boden und sehr einsam, aber so ab der 9. oder 10. Klasse habe ich mich damit abgefunden und habe mich mit Leuten aus den Parallelklassen angefreundet, die auch Außenseiter waren.
Und ich habe außerhalb der Schule Freunde über einen Chatraum kennengelernt und so hatte ich genug Freunde.
Die 11. und 12. Klasse habe ich dann auf so einer Wirtschaftsschule gemacht, da wurden neue Klassen zusammengestellt und da wurde ich auch nicht mehr gemobbt. Das war eine Super Zeit!
Ich denke aber, dass diese Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Ich weiß nicht genau, ob das am Mobbing lag oder am was anderm, aber ich bin ziemlich aggressiv und impulsiv geworden. Im Alter von 15-20 war das sehr ausgeprägt und ich könnte eine Menge Situationen beschreiben. Aber da würde ich morgen noch schreiben
ich bin immer total schnell an die Decke gegangen, wenn irgendwelche Klenigkeiten waren und dann auch sofort ausgerastet und habe das schlimmste aus den Situationen gemacht. Wenn ich in Gruppen von meinem Freundeskreis unterwegs war, bekam ich sehr oft nochmal das Gefühl ich werde ausgegrenzt, obwohl das nicht so war. Ich denke ich habe da so einen Knacks erhalten. Ich habe mir durch diese Art sehr sehr viele Freundschaften kaputt gemacht :-( und ich habe immer noch Probleme offen mit fremden umzugehen. Es hat sich zwar im Vergleich von vor 8-10 Jahren sehr gebessert, aber so ein bisschen introvertiert bin ich noch. Auch mein Selbstwertgefühl lässt noch zu Wünschen übrig. Ich werde noch immer rot wenn mich viele anschauen und ich etwas erzähle. Ich denke, das is noch Unsicherheit...
Ich wusste früher nicht anders mit meinen Konflikten umzugehen, als überzureagieren. Mittlerweile habe ich daran gearbeitet und versuche weiter daran zu arbeiten.
Aber diese Narbe von der Schulzeit und die zerbrochenen Freundschaften, die bleibt.
Ich habe leider niemanden, mit dem ich darüber reden kann, deswegen musste ich das loswerden. Ich rede auch mit kaum jemandem über meine Schulzeit, weil mir das peinlich ist und weil ich das nicht nochmal erleben möchte, alleine bzw. Der Außenseiter zu sein... Es wissen 2-3 Leute aus meinem Freundeskreis darüber und mein Freund. Es tat jetzt richtig gut das alles loszuwerden!
Ich bedanke mich bei denen, die bis hier her durchgelesen haben. Vielleicht ging es ja jemandem ähnlich. Die Schulzeit, vorallem die in der Pubertät vergisst man nie, und wenn ich darüber nachdenke, dass ich das so Mies erlebt habe, macht mich das traurig.
Ich habe mir überlegt, zu einem Therapeuten zu gehen, um das alles zu verarbeiten, vielleicht bringt das ja was!?
ich habe mich soeben hier registriert und möchte nun einfach mal loslegen. Ich bin weiblich und 23. Ich hoffe es wird nicht zu lange


Meine Kindheit war eigentlich ganz normal und relativ ungewöhnlich soweit ich mich erinnern kann. In meiner Grundschulzeit war auch noch alles okay. In der 5. / 6. und das erste Halbjahr der siebten Klasse war ich noch auf einem Gymnasium in der Nachbarstadt und da fing es schon an mit dem "Unbeliebtsein". Ich hatte aber meine beste Freundin damals und so war uns das egal. Diese Freundin hat es aber leider auf dem Gymnasium nicht geschafft und ist am Anfang der siebten Klasse so kurz vor Weihnachten auf die Realschule gewechselt. Für mich war das der absolute Horror, ich war alleine, ich wurde zwar da nicht gemobbt, ich war halt einfach alleine und habe so lange gejammert, bis meine Eltern mich zum zweiten Halbjahr auf einer Gesamtschule (auf dem Gymnasium) bei uns im Ort (10.000 Einwohner) angemeldet haben.

Und ich glaube das war der größte Fehler..... An viel kann ich mich nicht mehr erinnern, vielleicht weil ich es auch komplett verdrängt habe?!
Aufjedenfall habe ich überhaupt keinen Anschluss in der neuen Klasse gefunden. Vor mir waren glaube ich 22 Jungs und 6 Mädels in der Klasse und ich war Nr 7 und daher saß ich auch alleine an einem Tisch und war auch bei Gruppen oder Partnerarbeiten alleine.
Am Anfang habe ich versucht mich zu integrieren, aber da ich sehr introvertiert war und auch sehr ruhig, war das nicht ganz einfach. Vielleicht hab ich auch Desinteresse ausgestrahlt und es hat sich deswegen keiner für mich interessiert. Ich wollte mich zu den 6 Mädels in der Pause im Kreis dazustellen, aber es hat mich keiner registriert und "in den Kreis" reingelassen... :/ Das wurde mir natürlich irgendwann zu doof und ich habe mich alleine in der Pause rumgetrieben. So wurde ich zum totalen Außenseiter und von 2-3 Jungs kam das Mobbing hinzu. Es waren zwar keine Schlägereien oder richtig schlimme Dinge sondern es blieb bei dummen Kommentaren, Lästerreien. An eine konkrete Situation kann ich mich erinnern, da hat mir einer sein Pausenbrot ins Gesicht geworfen. Und mehrere "Gehfehler" kann ich mich erinnern. Also mir hat einer beim Laufen sein Fuß hingehalten, sodass ich stolpere.

Bei Gruppenarbeiten war ich auch nicht erwünscht und beim Sport wurde ich immer als letzte gewählt (natürlich weil ich auch unsportlich bin). Es hat auch niemand mit mir geredet, auch von anderen Klassen sehr wenig, wegen dem Gruppenzwang und der Angst auch unbeliebt zu werden, wenn man sich mit der Außenseiterin unterhält.Wenn man sich dann mal mit mir unterhalten musste wegen Projekten, dann haben die als mit mir geredet, als käme ich von einem anderen Planeten. Das war echt kränkend. Dabei war ich einfach nur ruhig und bei den Leuten, die ich noch außerhalb der Schule kannte, war ich ganz anders.
Meine Noten waren leider auch nicht die besten.. Ich habe mich irgendwann gar nicht mehr getraut, mich im Unterricht zu melden.
Ich habe relativ früh angefangen mit meinen Eltern darüber zu sprechen, aber das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Es kam dann zu so komischen Gesprächen zwischen den Mädels und ich musste mich einmal vor die ganze Klasse stellen und sagen, was mich stört und wie es besser werden soll. Das war für mich der absolute Horror. ich wurde so hingestellt als wäre ich an allem Schuld und hätte mich selbst ausgeschlossen. Das verfolgt mich bis jetzt. Ich habe vielleicht nicht alles richtig gemacht, aber wenn ich gemerkt hätte, dass sie Interesse an einer Freundschaft hätten, hätte ich mich nicht ausgeschlossen. Ich hatte aufjedenfall niemandem auf meiner Seite.
Ich war auch eine zeit lang ziemlich am Boden und sehr einsam, aber so ab der 9. oder 10. Klasse habe ich mich damit abgefunden und habe mich mit Leuten aus den Parallelklassen angefreundet, die auch Außenseiter waren.
Und ich habe außerhalb der Schule Freunde über einen Chatraum kennengelernt und so hatte ich genug Freunde.
Die 11. und 12. Klasse habe ich dann auf so einer Wirtschaftsschule gemacht, da wurden neue Klassen zusammengestellt und da wurde ich auch nicht mehr gemobbt. Das war eine Super Zeit!
Ich denke aber, dass diese Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Ich weiß nicht genau, ob das am Mobbing lag oder am was anderm, aber ich bin ziemlich aggressiv und impulsiv geworden. Im Alter von 15-20 war das sehr ausgeprägt und ich könnte eine Menge Situationen beschreiben. Aber da würde ich morgen noch schreiben

ich bin immer total schnell an die Decke gegangen, wenn irgendwelche Klenigkeiten waren und dann auch sofort ausgerastet und habe das schlimmste aus den Situationen gemacht. Wenn ich in Gruppen von meinem Freundeskreis unterwegs war, bekam ich sehr oft nochmal das Gefühl ich werde ausgegrenzt, obwohl das nicht so war. Ich denke ich habe da so einen Knacks erhalten. Ich habe mir durch diese Art sehr sehr viele Freundschaften kaputt gemacht :-( und ich habe immer noch Probleme offen mit fremden umzugehen. Es hat sich zwar im Vergleich von vor 8-10 Jahren sehr gebessert, aber so ein bisschen introvertiert bin ich noch. Auch mein Selbstwertgefühl lässt noch zu Wünschen übrig. Ich werde noch immer rot wenn mich viele anschauen und ich etwas erzähle. Ich denke, das is noch Unsicherheit...
Ich wusste früher nicht anders mit meinen Konflikten umzugehen, als überzureagieren. Mittlerweile habe ich daran gearbeitet und versuche weiter daran zu arbeiten.
Aber diese Narbe von der Schulzeit und die zerbrochenen Freundschaften, die bleibt.
Ich habe leider niemanden, mit dem ich darüber reden kann, deswegen musste ich das loswerden. Ich rede auch mit kaum jemandem über meine Schulzeit, weil mir das peinlich ist und weil ich das nicht nochmal erleben möchte, alleine bzw. Der Außenseiter zu sein... Es wissen 2-3 Leute aus meinem Freundeskreis darüber und mein Freund. Es tat jetzt richtig gut das alles loszuwerden!
Ich bedanke mich bei denen, die bis hier her durchgelesen haben. Vielleicht ging es ja jemandem ähnlich. Die Schulzeit, vorallem die in der Pubertät vergisst man nie, und wenn ich darüber nachdenke, dass ich das so Mies erlebt habe, macht mich das traurig.
Ich habe mir überlegt, zu einem Therapeuten zu gehen, um das alles zu verarbeiten, vielleicht bringt das ja was!?

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