Hallo,
Ich muss es glaube ich gerade einfach irgendwie schreiben und ich denke viele hier können mich verstehen.
Seit meiner Grundschulzeit bis zur 9. Klasse war ich Mobbingopfer. In der Mittelstufe hatte ich zwar das Glück das es meistens nicht mehr so exzessiv wie in der Grundschule war, wo ich nur sehr wenige Leute hatte mit denen ich mir in der Pause die Zeit vertreiben konnte. In der ersten Klasse waren das vor allem die älteren Leute aus der 4. Klasse, die mich auch dankenswerterweise einmal vor den Witzfiguren(wie ich sie mittlerweile sehen kann) beschützt haben. Später waren es vor allem ein Kumpel aus meiner Klasse(durch den ich sogar mit ihm zusammen mit den Jungs aus meiner Klasse spielen konnte) und auch die jüngeren Leute.
Durch naive Dummheit meinerseits bin ich in der Mittelstufe in der gleichen Klassenzusammensetzung gelandet wie in der Grundschule(wer wünscht sich auch wegen 2 Leuten in eine Klasse in der es nicht klappt und wo klar ist, dass es ziemlich die gleichen Leute sind?). Ab hier hat es tatsächlich etwas abgenommen, auch wenn die genervten Äußerungen meines Namens bei Gruppenarbeiten und der Ausschluss bei eben solchen und im Sportunterricht wirklich nicht gut war für mein Selbstbewusstsein. Zudem habe ich dort verstanden dass die beiden Leute wegen denen ich in diese Klasse gegangen wären mir nicht gut taten und stand somit alleine da. Mein Kumpel war bereits 2 Jahre zuvor weggezogen und hat sich leider nie wirklich gemeldet. Auch als er ein paar Jahre später zurück kam habe ich das nur durch Zufall herausgefunden. Leider ist auch die Freundschaft nach und nach zerbrochen.
Erst etwa 1 Jahr später fand sich aus der Parallelklasse jemand der mich sogar in eine kleine Clique geholt hatte. Also hatte ich endlich wieder Freunde in der Pause und musste nur durch die Stunden alleine durch.
Eine davon ist mir auch bis heute erhalten geblieben. Dennoch hatte ich tatsächlich zwischendurch nach Vorkommnissen den Mut mich selber zu vertreten und vor der gesamten Klasse zu sagen was Sache war(auch wenn ich immer nur die Hälfte der eindrucksvollen Rede die es in meinem Kopf werden sollte rausgebracht habe) anstatt das die Lehrer machen zu lassen. Im Sportunterricht hatte ich nach wie vor große Probleme. Eine Hand-Augen-Koordinationsschwäche macht es nun mal nicht einfacher sich bei Ballspiele einzubringen.
Zu allem Überfluss habe ich noch zwei der Witzffiguren in der Eishalle wiedersehen dürfen, die natürlich nichts besseres zu tun hatten als wieder auf mich drauf zu hauen. Der Gedanke sich für etwas zu entschuldigen zu wollen was Jahre zurücklag bei eben diesen Witzffiguren war halt eher ziemlicher Gutglauben.
Zwischendurch kam aus der Parallelklasse eine neue dazu, die sich warum auch immer in dort ausgeschlossen fühlte. Während ich probiert habe ihr beizustehen, habe ich fast den Fehler gemacht meine Freunde zu verlieren indem ich sie vernachlässigt habe.
Eine weitere sehr gute Freundin habe ich zwischendurch auch verloren. Auf einmal hieß es nach dem Unterricht wir wären keine Freunde mehr, weil sie nicht damit umgehen konnte durch unsere Freundschaft nicht innerhalb der Klassengemeinschaft zu sein. Wir haben so ziemlich jeden Nachmittag miteinander verbracht.
Ende der 8. Klasse habe ich beschlossen den Schritt zu wagen und in meine Parallelklasse zu wechseln zu meinen Leuten. Tja, die die mich damals in die Runde geholt hatte konnte leider nicht Schweigen und direkt vor den Ferien die aus der Parallelklasse vorzuwarnen die so die größten Machos waren. Leider ist man als Mobbingopfer ja überall bekannt auf der Schule.
Nach den Ferien hieß es also da kämpfen um angenommen zu werden und tatsächlich habe ich die erste Gruppenarbeit in der neuen Klasse in sehr guter Erinnerung, auch wenn es noch sehr vieles fehlte um angenommen zu sein. Auch dort gab es anfangs die üblichen genervten Aussagen wenn ich in die Gruppe sollte.
Bei einem Hochseilgartenausflug mit der Klasse beschloss das Mädchen dem ich zuvor hatte mal helfen wollen, dass man alleine Klettern kann und Nachkontrollen nicht wichtig sind🤔 Zudem war meine Klasse da ich als Hobby kletterte der Meinung, dass ich mich da wichtig machen wollen würde nur weil ich einem helfen wollte indem ich ihm gesagt habe als er nicht weiterkam wie er den Gurt anzieht.
Wie und wann ich am Ende diese Klasse für mich gewonnen hatte.
Als ich im Anschluss nach einer Präsentation mal gesagt Stellung dazu genommen habe und gesagt habe das ich nicht gut klettere und auch da nicht alles weiß, hatte zumindest mein Klassenlehrer kurz ein schlechtes Gewissen weil er sich angesprochen gefühlt hat😅
In der Oberstufe wurden dann meine Parallelklasse und meine Klasse mit neuen Leuten wieder gemixt im Kurssystem. Eine der drei Witzfiguren fand sich leider öfter in meinen Kursen. Ihr könnt euch denke ich vorstellen wie man sich da lange Zeit fühlt🙈
Aber auch mit den Leuten aus der alten Klasse konnte man auf einmal arbeiten.
Durch einen Schulunfall und schlechte Noten habe ich wiederholt und auch nur meine Fachhochschulreife gemacht. Bisher habe ich nur den schulischen Teil. Nebenher habe ich zu den Pferden gefunden. Einige Leute kannte ich aus den jüngeren Klassen der Grundschule, aber so wirklich harmonisch wurde es nicht. Die Leute mit denen ich da zu tun hatte waren einfach anders und so wirklich mit denen was anfangen konnte ich nicht. Seit der 10. Klasse wollte ich eine Ausbildung anfangen und in den Norden ziehen. Das mit der Ausbildung klappte erst nach der zweiten 11 Klasse sehr kurzfristig. Eine Woche vor Ausbildungsbeginn habe ich meinen Vertrag unterschrieben in meinem Bereich den ich erts kurz vorher entdeckt hatte. In meiner Geburtsstadt lebte ich immer noch. Eine Branche wo es eher wenig Berufsschulen gibt. Meine Berufsschule fand sich in Hamburg und mit Blockunterricht. Also mehrere Wochen Schule ehe es wieder mehrere Wochen in den Betrieb ging. An und für sich hatte ich nette Kollegen nur meine Ausbilderin und ich kamen am Ende nicht miteinander klar so dass ich nun an anderer Stelle im Norden meine Ausbildung fortführen, aber dazu gleich mehr.
Meine Berufsschulklasse war die absolut beste. Ich hatte Leute die gezielt mit mir in eine Gruppe wollten, kam bis auf eine Ausnahme mit jedem klar. Nur die Gruppe änderte sich. Am Ende war ich in meiner vierter Gruppe eher diejenige die außen stand. Etwas was wieder Unsicherheit in mir weckte. Zwischendurch hatte ich in der Unterbringung eine neue beste Freundin gefunden. Unsere Nachmittage waren immer mit sehr alternativen Beschäftigungen gefüllt(in der Ubahn von Endstation zu Endstation fahren beispielsweise). Der einzige Punkt an dieser Freundschaft ist wohl, dass sie mit ihren eher sarkastischen Sprüchen mir die Sicherheit fehlt, warum sie etwas mit mir zu tun haben will und mir eher mit Worten das Gegenteil sagt. Ihre Taten hingegen sagen etwas anderes. Wir waren im ersten Sommer sehr viel in Deutschland unterwegs und haben Pläne für die Zukunft gefasst.
Im Frühjahr hatte mein Betrieb mich dann dazugebracht kurzzeitig mal eine Woche lang Selbstmordgedanken zu haben, die mir keine Angst gemacht haben. Meine beste Freundin und die Tatsache das ich am folgenden Wochenende zu ihr gefahren bin, hat mir meinen Optimismus wieder zurückgebracht.
In einer Corona Woche hatte ich im praktischen Unterricht, den wir trotz Fernunterricht umsetzen konnten, obwohl ich in einer Gruppe mit allen Leuten mit denen ich klar kam war, gefühlt Flashbacks in die Mobbingzeit. Ich habe mich bei meinen Leuten nicht getraut zu reden und stand als der Lehrer meine komplette Arbeit als falsch weggemacht hat und neu gemacht hat, fertig gemacht habe, dass ich nichts kann und stand heulend vor ihm. Der arme Lehrer hatte so ein schlechtes Gewissen, weil ich in der Woche mit mir nicht klarkam.
In diesem Sommer musste ich dann endgültig den Entschluss fassen zu wechseln. Eine wirkliche Ausbildung hatte nicht stattgefunden in meinem Betrieb zudem bekam ich am Ende mal wieder Kritik von meiner Ausbilderin die meist sehr vernichtend war und definitiv nicht Selbstwertgefühl steigernd(,, Die Kante ist schief, siehst du das nicht? "). Obwohl ich heulend vor meiner Ausbilderin und später auch meiner Chefin stand(die gar nicht verstanden hat warum ich nicht geredet habe) haben sie mir dann eröffnet dass ich ihrer Meinung nach was anderes suchen sollte(definitiv nicht, mein Beruf ist mein absolut liebster Beruf und Hobby geworden) und das ich nichts könnte. So lief das über die gesamte Woche. Mitte der Woche als ich absolut nicht mehr konnte und zum Arzt wollte, hielt meine Chefin mich davon ab, woraufhin meine Mutter mich aus dem Betrieb rausgeholt hat. Lieblingsphrase der Woche meiner Ausbilderin: Man muss unangenehme Situationen ja mal aushalten. Im Nachhinein betrachtet: Danke weiß ich. Habe ich lange Zeit tun müssen
. Ein Aufhebungsvertrag kam dank mangelnder Gesprächsbereitschaft seitens der Betriebes erst noch nicht zustande.
Meine Mutter hat in dieser Woche einiges für mich geregelt, da mein Betrieb mir trotz allem nicht frei geben wollte und ich einfach nicht fähig dazu war. In dieser Woche kam uns der Gedanke, dass ich bei Gesprächen mit drei Leuten vor mir die mir nicht positiv gesonnen sind, vermutlich als Schutz meines Körpers in Erinnerung ans Mobbing abdrifte. Mitte der folgenden Woche bin ich auf eine Bike packing Tour mit meiner besten Freundin gefahren. Dort musste ich einen Tag dann auch mit der Agentur für Arbeit telefonieren um die ins Bilde zu setzen.
Nach der Tour war ich längere Zeit krankgeschrieben und die Ärzte hatten glaube ich den Verdacht einer Depression.
Als ich meine beste Freundin besucht habe, hat die mich morgens als wir einen Ausflug gemacht haben, gefragt was ich geträumt hätte, da ich wohl den Namen meiner Ausbilderin im Traum gerufen hätte. Meine Freundin fühlte sich im ersten Moment angesprochen, da ihr Name sehr ähnlich klingt.
Als ich meinen Berufsschulklassenlehrer ins Bild gesetzt habe, hatte der zum Glück Verständnis und mir einige gute Tipps gegeben. Zudem stand endgültig fest, dass ich die Praxis durch Wiederholen des 2. Lehrjahre aufholen würde.
Durch einen Anwalt habe ich dann den Aufhebungsvertrag bekommen und davor sogar noch über einen Tipp einer Berufsschulklassenkameradin eine Stelle an einem neuem Betrieb im Norden. Irgendwie hatte ich auf der Fahrt dahin keinen Stau und gar nichts, was für die Strecke sehr ungewöhnlich ist. Mein Vorstellungsgespräch ging eine Viertelstunde und ich habe direkt eine Zusage bekommen. Der Chef war extra für mich an dem Tag in die Firma gekommen.
Als ich dann endlich hierhingezogen war, hat mir dann mein mangelndes Selbstbewusstsein im Vormonat fast meine Freundschaft versaut. Meine beste Freundin fing an mich zu ghosten(was ich wusste ihre bevorzugte Weise ist um unliebsame Menschen loszuwerden). Durch viel Hartnäckigkeit und zwei Treffen in ihrem Block(der nun nicht mehr meiner war) und etwas Überzeugungskraft ihrer Mutter von der ich beim zweiten Treffen erfahren habe, habe ich es geschafft sie zurückzugewinnen. Leider habe ich es durch meine eigenen Probleme am Telefon nicht verstanden, dass sie ein Problem mit mir besprechen wollte und habe absolut die falschen Worte gewählt.
Kurz darauf als sie mich in meiner neuen Wohnung besucht hat, hat sie mir etwas über sich erzählt, dass mich dazu zwingt mich in ein komplett neues Thema einzuarbeiten um sie verstehen zu können und mich leider dazu gebracht hat zu klammern. In der ersten Woche hat mich das Thema völlig zur Verzweiflung gebracht. Erst am folgenden Wochenende wo ich sie wiedergesehen habe, habe ich es geschafft es wieder ein Stück mehr für mich anzunehmen. Denn das ich ihr treu bleibe und ihr dabei helfe so gut ich kann, war immer für mich klar.
Durch Lektüre zu ihrem Thema habe ich tatsächlich geschafft mit dem Mobbing ein Stück mehr abzuschließen und ich habe verstanden das ich ein Stück mehr loslassen muss. Ein Punkt den ich gerade noch mehr lernen muss, da sie wieder Blockunterricht hat und ich nicht. Unsere Nachmittagsbeschäftigungen und Spinnereien in Hamburg fallen somit weg. Ein Wochenende habe ich sowohl in meinem Betrieb als auch vor ihr geschafft zu zeigen, dass ich zu dem Zeitpunkt doch noch nicht ganz abgeschlossen habe und auch jetzt wohl noch nicht. Bei zwei Kolleginnen mit denen ich zuvor geredet habe fiel bei unserer Scherzerei das Wort Mobbing. Ein Wort was mir hat die Sicherung durchknallen lassen im Zusammenhang mit mir und mich geradezu dazu Zwang umzudrehen und das ganze von mir abzuwehren. Ebenso lief es bei meiner besten Freundin als ich sie am Wochenende besuchte. Bezogen auf einen Gegenstand. Sie nutzte das Wort direkt nochmal. Dieses Mal nur vorsichtiger, womit ich dann einigermaßen umgehen konnte. Was mich am Montag drauf zu der Erkenntnis brachte dass ich da nicht so eskalieren muss, weiß ich nicht mehr.
Mein Selbstbewusstsein und das Gefühl nur eine Last zu sein, weil ich nichts kann, holt mich gerade in der neuen Firma wieder ein. Zudem habe ich es letzte Woche geschafft bei meiner Freundin absolut zu übertreiben und das sie sich eher unwohl fühlte. Diese Rückmeldung brachte mich zu dem Gedanken, dass ich zurzeit tatsächlich nicht ohne Bestätigung von anderen alleine sein kann, wenn sie bei mir sind. Dennoch übe ich mich gerade am Loslassen um zu lernen für mich alleine zu stehen und meiner besten Freundin den Platz zugestehen zu können den sie braucht. In der Hoffnung, dass ich sie dadurch etwas besser unterstützen kann, wenn es in ihrem Thema ernst wird und dass unsere Freundschaft noch lange hält, aber auch um in meinem Beruf endlich zu lernen auf meine Fähigkeiten zu vertrauen. Zudem habe ich vorhin in einem Film das Statement von einer Transperson an einen Schulen gehört: ob er anderen sage, dass sie sich zu spät geoutet hätten? Das klare nein dazu bewegte mich zu der Frage warum ich denke das andere bloß nicht drauf hören sollen, was ihre persönlichen Mobbersitzfiguren ihnen sagen, aber es selber immer noch tue.
Falls irgendwer die Muße hatte das durchzulesen, danke ich euch und will euch mitgeben: Wenn euch das Leben vor Herausforderungen stellt, dann nehmt sie an. Um da erfolgreich durchzukommen, hört auf euch selber und wachst an euch selber. Ich persönlich darf gerade lernen, dass Herausforderungen bei anderen Leuten euch nur dabei helfen soll zu euch selber zu finden, wenn diese Leute euch zu trauen damit umzugehen.
Das ganze müsste jetzt einfach mal raus.
Ich muss es glaube ich gerade einfach irgendwie schreiben und ich denke viele hier können mich verstehen.
Seit meiner Grundschulzeit bis zur 9. Klasse war ich Mobbingopfer. In der Mittelstufe hatte ich zwar das Glück das es meistens nicht mehr so exzessiv wie in der Grundschule war, wo ich nur sehr wenige Leute hatte mit denen ich mir in der Pause die Zeit vertreiben konnte. In der ersten Klasse waren das vor allem die älteren Leute aus der 4. Klasse, die mich auch dankenswerterweise einmal vor den Witzfiguren(wie ich sie mittlerweile sehen kann) beschützt haben. Später waren es vor allem ein Kumpel aus meiner Klasse(durch den ich sogar mit ihm zusammen mit den Jungs aus meiner Klasse spielen konnte) und auch die jüngeren Leute.
Durch naive Dummheit meinerseits bin ich in der Mittelstufe in der gleichen Klassenzusammensetzung gelandet wie in der Grundschule(wer wünscht sich auch wegen 2 Leuten in eine Klasse in der es nicht klappt und wo klar ist, dass es ziemlich die gleichen Leute sind?). Ab hier hat es tatsächlich etwas abgenommen, auch wenn die genervten Äußerungen meines Namens bei Gruppenarbeiten und der Ausschluss bei eben solchen und im Sportunterricht wirklich nicht gut war für mein Selbstbewusstsein. Zudem habe ich dort verstanden dass die beiden Leute wegen denen ich in diese Klasse gegangen wären mir nicht gut taten und stand somit alleine da. Mein Kumpel war bereits 2 Jahre zuvor weggezogen und hat sich leider nie wirklich gemeldet. Auch als er ein paar Jahre später zurück kam habe ich das nur durch Zufall herausgefunden. Leider ist auch die Freundschaft nach und nach zerbrochen.
Erst etwa 1 Jahr später fand sich aus der Parallelklasse jemand der mich sogar in eine kleine Clique geholt hatte. Also hatte ich endlich wieder Freunde in der Pause und musste nur durch die Stunden alleine durch.
Eine davon ist mir auch bis heute erhalten geblieben. Dennoch hatte ich tatsächlich zwischendurch nach Vorkommnissen den Mut mich selber zu vertreten und vor der gesamten Klasse zu sagen was Sache war(auch wenn ich immer nur die Hälfte der eindrucksvollen Rede die es in meinem Kopf werden sollte rausgebracht habe) anstatt das die Lehrer machen zu lassen. Im Sportunterricht hatte ich nach wie vor große Probleme. Eine Hand-Augen-Koordinationsschwäche macht es nun mal nicht einfacher sich bei Ballspiele einzubringen.
Zu allem Überfluss habe ich noch zwei der Witzffiguren in der Eishalle wiedersehen dürfen, die natürlich nichts besseres zu tun hatten als wieder auf mich drauf zu hauen. Der Gedanke sich für etwas zu entschuldigen zu wollen was Jahre zurücklag bei eben diesen Witzffiguren war halt eher ziemlicher Gutglauben.
Zwischendurch kam aus der Parallelklasse eine neue dazu, die sich warum auch immer in dort ausgeschlossen fühlte. Während ich probiert habe ihr beizustehen, habe ich fast den Fehler gemacht meine Freunde zu verlieren indem ich sie vernachlässigt habe.
Eine weitere sehr gute Freundin habe ich zwischendurch auch verloren. Auf einmal hieß es nach dem Unterricht wir wären keine Freunde mehr, weil sie nicht damit umgehen konnte durch unsere Freundschaft nicht innerhalb der Klassengemeinschaft zu sein. Wir haben so ziemlich jeden Nachmittag miteinander verbracht.
Ende der 8. Klasse habe ich beschlossen den Schritt zu wagen und in meine Parallelklasse zu wechseln zu meinen Leuten. Tja, die die mich damals in die Runde geholt hatte konnte leider nicht Schweigen und direkt vor den Ferien die aus der Parallelklasse vorzuwarnen die so die größten Machos waren. Leider ist man als Mobbingopfer ja überall bekannt auf der Schule.
Nach den Ferien hieß es also da kämpfen um angenommen zu werden und tatsächlich habe ich die erste Gruppenarbeit in der neuen Klasse in sehr guter Erinnerung, auch wenn es noch sehr vieles fehlte um angenommen zu sein. Auch dort gab es anfangs die üblichen genervten Aussagen wenn ich in die Gruppe sollte.
Bei einem Hochseilgartenausflug mit der Klasse beschloss das Mädchen dem ich zuvor hatte mal helfen wollen, dass man alleine Klettern kann und Nachkontrollen nicht wichtig sind🤔 Zudem war meine Klasse da ich als Hobby kletterte der Meinung, dass ich mich da wichtig machen wollen würde nur weil ich einem helfen wollte indem ich ihm gesagt habe als er nicht weiterkam wie er den Gurt anzieht.
Wie und wann ich am Ende diese Klasse für mich gewonnen hatte.
Als ich im Anschluss nach einer Präsentation mal gesagt Stellung dazu genommen habe und gesagt habe das ich nicht gut klettere und auch da nicht alles weiß, hatte zumindest mein Klassenlehrer kurz ein schlechtes Gewissen weil er sich angesprochen gefühlt hat😅
In der Oberstufe wurden dann meine Parallelklasse und meine Klasse mit neuen Leuten wieder gemixt im Kurssystem. Eine der drei Witzfiguren fand sich leider öfter in meinen Kursen. Ihr könnt euch denke ich vorstellen wie man sich da lange Zeit fühlt🙈
Aber auch mit den Leuten aus der alten Klasse konnte man auf einmal arbeiten.
Durch einen Schulunfall und schlechte Noten habe ich wiederholt und auch nur meine Fachhochschulreife gemacht. Bisher habe ich nur den schulischen Teil. Nebenher habe ich zu den Pferden gefunden. Einige Leute kannte ich aus den jüngeren Klassen der Grundschule, aber so wirklich harmonisch wurde es nicht. Die Leute mit denen ich da zu tun hatte waren einfach anders und so wirklich mit denen was anfangen konnte ich nicht. Seit der 10. Klasse wollte ich eine Ausbildung anfangen und in den Norden ziehen. Das mit der Ausbildung klappte erst nach der zweiten 11 Klasse sehr kurzfristig. Eine Woche vor Ausbildungsbeginn habe ich meinen Vertrag unterschrieben in meinem Bereich den ich erts kurz vorher entdeckt hatte. In meiner Geburtsstadt lebte ich immer noch. Eine Branche wo es eher wenig Berufsschulen gibt. Meine Berufsschule fand sich in Hamburg und mit Blockunterricht. Also mehrere Wochen Schule ehe es wieder mehrere Wochen in den Betrieb ging. An und für sich hatte ich nette Kollegen nur meine Ausbilderin und ich kamen am Ende nicht miteinander klar so dass ich nun an anderer Stelle im Norden meine Ausbildung fortführen, aber dazu gleich mehr.
Meine Berufsschulklasse war die absolut beste. Ich hatte Leute die gezielt mit mir in eine Gruppe wollten, kam bis auf eine Ausnahme mit jedem klar. Nur die Gruppe änderte sich. Am Ende war ich in meiner vierter Gruppe eher diejenige die außen stand. Etwas was wieder Unsicherheit in mir weckte. Zwischendurch hatte ich in der Unterbringung eine neue beste Freundin gefunden. Unsere Nachmittage waren immer mit sehr alternativen Beschäftigungen gefüllt(in der Ubahn von Endstation zu Endstation fahren beispielsweise). Der einzige Punkt an dieser Freundschaft ist wohl, dass sie mit ihren eher sarkastischen Sprüchen mir die Sicherheit fehlt, warum sie etwas mit mir zu tun haben will und mir eher mit Worten das Gegenteil sagt. Ihre Taten hingegen sagen etwas anderes. Wir waren im ersten Sommer sehr viel in Deutschland unterwegs und haben Pläne für die Zukunft gefasst.
Im Frühjahr hatte mein Betrieb mich dann dazugebracht kurzzeitig mal eine Woche lang Selbstmordgedanken zu haben, die mir keine Angst gemacht haben. Meine beste Freundin und die Tatsache das ich am folgenden Wochenende zu ihr gefahren bin, hat mir meinen Optimismus wieder zurückgebracht.
In einer Corona Woche hatte ich im praktischen Unterricht, den wir trotz Fernunterricht umsetzen konnten, obwohl ich in einer Gruppe mit allen Leuten mit denen ich klar kam war, gefühlt Flashbacks in die Mobbingzeit. Ich habe mich bei meinen Leuten nicht getraut zu reden und stand als der Lehrer meine komplette Arbeit als falsch weggemacht hat und neu gemacht hat, fertig gemacht habe, dass ich nichts kann und stand heulend vor ihm. Der arme Lehrer hatte so ein schlechtes Gewissen, weil ich in der Woche mit mir nicht klarkam.
In diesem Sommer musste ich dann endgültig den Entschluss fassen zu wechseln. Eine wirkliche Ausbildung hatte nicht stattgefunden in meinem Betrieb zudem bekam ich am Ende mal wieder Kritik von meiner Ausbilderin die meist sehr vernichtend war und definitiv nicht Selbstwertgefühl steigernd(,, Die Kante ist schief, siehst du das nicht? "). Obwohl ich heulend vor meiner Ausbilderin und später auch meiner Chefin stand(die gar nicht verstanden hat warum ich nicht geredet habe) haben sie mir dann eröffnet dass ich ihrer Meinung nach was anderes suchen sollte(definitiv nicht, mein Beruf ist mein absolut liebster Beruf und Hobby geworden) und das ich nichts könnte. So lief das über die gesamte Woche. Mitte der Woche als ich absolut nicht mehr konnte und zum Arzt wollte, hielt meine Chefin mich davon ab, woraufhin meine Mutter mich aus dem Betrieb rausgeholt hat. Lieblingsphrase der Woche meiner Ausbilderin: Man muss unangenehme Situationen ja mal aushalten. Im Nachhinein betrachtet: Danke weiß ich. Habe ich lange Zeit tun müssen
. Ein Aufhebungsvertrag kam dank mangelnder Gesprächsbereitschaft seitens der Betriebes erst noch nicht zustande.
Meine Mutter hat in dieser Woche einiges für mich geregelt, da mein Betrieb mir trotz allem nicht frei geben wollte und ich einfach nicht fähig dazu war. In dieser Woche kam uns der Gedanke, dass ich bei Gesprächen mit drei Leuten vor mir die mir nicht positiv gesonnen sind, vermutlich als Schutz meines Körpers in Erinnerung ans Mobbing abdrifte. Mitte der folgenden Woche bin ich auf eine Bike packing Tour mit meiner besten Freundin gefahren. Dort musste ich einen Tag dann auch mit der Agentur für Arbeit telefonieren um die ins Bilde zu setzen.
Nach der Tour war ich längere Zeit krankgeschrieben und die Ärzte hatten glaube ich den Verdacht einer Depression.
Als ich meine beste Freundin besucht habe, hat die mich morgens als wir einen Ausflug gemacht haben, gefragt was ich geträumt hätte, da ich wohl den Namen meiner Ausbilderin im Traum gerufen hätte. Meine Freundin fühlte sich im ersten Moment angesprochen, da ihr Name sehr ähnlich klingt.
Als ich meinen Berufsschulklassenlehrer ins Bild gesetzt habe, hatte der zum Glück Verständnis und mir einige gute Tipps gegeben. Zudem stand endgültig fest, dass ich die Praxis durch Wiederholen des 2. Lehrjahre aufholen würde.
Durch einen Anwalt habe ich dann den Aufhebungsvertrag bekommen und davor sogar noch über einen Tipp einer Berufsschulklassenkameradin eine Stelle an einem neuem Betrieb im Norden. Irgendwie hatte ich auf der Fahrt dahin keinen Stau und gar nichts, was für die Strecke sehr ungewöhnlich ist. Mein Vorstellungsgespräch ging eine Viertelstunde und ich habe direkt eine Zusage bekommen. Der Chef war extra für mich an dem Tag in die Firma gekommen.
Als ich dann endlich hierhingezogen war, hat mir dann mein mangelndes Selbstbewusstsein im Vormonat fast meine Freundschaft versaut. Meine beste Freundin fing an mich zu ghosten(was ich wusste ihre bevorzugte Weise ist um unliebsame Menschen loszuwerden). Durch viel Hartnäckigkeit und zwei Treffen in ihrem Block(der nun nicht mehr meiner war) und etwas Überzeugungskraft ihrer Mutter von der ich beim zweiten Treffen erfahren habe, habe ich es geschafft sie zurückzugewinnen. Leider habe ich es durch meine eigenen Probleme am Telefon nicht verstanden, dass sie ein Problem mit mir besprechen wollte und habe absolut die falschen Worte gewählt.
Kurz darauf als sie mich in meiner neuen Wohnung besucht hat, hat sie mir etwas über sich erzählt, dass mich dazu zwingt mich in ein komplett neues Thema einzuarbeiten um sie verstehen zu können und mich leider dazu gebracht hat zu klammern. In der ersten Woche hat mich das Thema völlig zur Verzweiflung gebracht. Erst am folgenden Wochenende wo ich sie wiedergesehen habe, habe ich es geschafft es wieder ein Stück mehr für mich anzunehmen. Denn das ich ihr treu bleibe und ihr dabei helfe so gut ich kann, war immer für mich klar.
Durch Lektüre zu ihrem Thema habe ich tatsächlich geschafft mit dem Mobbing ein Stück mehr abzuschließen und ich habe verstanden das ich ein Stück mehr loslassen muss. Ein Punkt den ich gerade noch mehr lernen muss, da sie wieder Blockunterricht hat und ich nicht. Unsere Nachmittagsbeschäftigungen und Spinnereien in Hamburg fallen somit weg. Ein Wochenende habe ich sowohl in meinem Betrieb als auch vor ihr geschafft zu zeigen, dass ich zu dem Zeitpunkt doch noch nicht ganz abgeschlossen habe und auch jetzt wohl noch nicht. Bei zwei Kolleginnen mit denen ich zuvor geredet habe fiel bei unserer Scherzerei das Wort Mobbing. Ein Wort was mir hat die Sicherung durchknallen lassen im Zusammenhang mit mir und mich geradezu dazu Zwang umzudrehen und das ganze von mir abzuwehren. Ebenso lief es bei meiner besten Freundin als ich sie am Wochenende besuchte. Bezogen auf einen Gegenstand. Sie nutzte das Wort direkt nochmal. Dieses Mal nur vorsichtiger, womit ich dann einigermaßen umgehen konnte. Was mich am Montag drauf zu der Erkenntnis brachte dass ich da nicht so eskalieren muss, weiß ich nicht mehr.
Mein Selbstbewusstsein und das Gefühl nur eine Last zu sein, weil ich nichts kann, holt mich gerade in der neuen Firma wieder ein. Zudem habe ich es letzte Woche geschafft bei meiner Freundin absolut zu übertreiben und das sie sich eher unwohl fühlte. Diese Rückmeldung brachte mich zu dem Gedanken, dass ich zurzeit tatsächlich nicht ohne Bestätigung von anderen alleine sein kann, wenn sie bei mir sind. Dennoch übe ich mich gerade am Loslassen um zu lernen für mich alleine zu stehen und meiner besten Freundin den Platz zugestehen zu können den sie braucht. In der Hoffnung, dass ich sie dadurch etwas besser unterstützen kann, wenn es in ihrem Thema ernst wird und dass unsere Freundschaft noch lange hält, aber auch um in meinem Beruf endlich zu lernen auf meine Fähigkeiten zu vertrauen. Zudem habe ich vorhin in einem Film das Statement von einer Transperson an einen Schulen gehört: ob er anderen sage, dass sie sich zu spät geoutet hätten? Das klare nein dazu bewegte mich zu der Frage warum ich denke das andere bloß nicht drauf hören sollen, was ihre persönlichen Mobbersitzfiguren ihnen sagen, aber es selber immer noch tue.
Falls irgendwer die Muße hatte das durchzulesen, danke ich euch und will euch mitgeben: Wenn euch das Leben vor Herausforderungen stellt, dann nehmt sie an. Um da erfolgreich durchzukommen, hört auf euch selber und wachst an euch selber. Ich persönlich darf gerade lernen, dass Herausforderungen bei anderen Leuten euch nur dabei helfen soll zu euch selber zu finden, wenn diese Leute euch zu trauen damit umzugehen.
Das ganze müsste jetzt einfach mal raus.