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Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

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  • Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

    Hallo miteinander,

    wir haben folgendes Problem mit den Nachbarn:

    Mein Kind hat seit einigen Jahren Klavierunterricht und spielt inzwischen sogar erfolgreich auf Konzerten und Wettbewerben. Leider leben wir in einem Hochhaus und der Nachbar direkt unter uns hatte von Anfang an etwas gegen jede Art von Lärm, sogar gegen das Laufen des Kindes im Flur (dies geschah nie übermäßig und nie zu Unzeiten) gehabt.

    Als wir das Klavier bekamen fing der Ärger langsam an. Erst habe nur ich gespielt; ich hatte Unterricht in meiner Jugend und spiele daher ganz ordentlich. Dazu wurde weiter nichts gesagt, weil ich weder täglich noch so akribisch übte, wie es für den Fortschritt im Lernen eines Instrumentes notwendig gewesen wäre.

    Dann fing mein Sohn an zu spielen, was dem Nachbarn ganz und gar missfiel. Erst beschwerte er sich, es sei zu laut, ob wir das nicht einfach lassen könnten. Ich habe ihn damals schon auf die Zeiten in der Hausordnung hingewiesen, in denen das Spielen eines Instrumentes erlaubt ist. Nach vielem Hin und Her hat sich die Situation weiter zugespitzt. Irgendwann hat er sich bei der Hausverwaltung beschwert, die hat mich nochmals auf die Zeiten hingewiesen, an die ich mich sowieso schon immer gehalten hatte. Die Reaktion des Nachbarn als ich ihn auf seine Beschwerde ansprach war, dass er sich ja nur beschwert hatte, weil wir sonntags gespielt hatten und er sich grundsätzlich einen ruhigen Sonntag wünscht. Allerdings gibt es viele Urteile, die ein striktes Verbot des Musizierens am Sonntag für unrechtmäßig einstufen. Daher halte ich auch den Passus in unserer Hausordnung rechtlich nicht für haltbar.

    Ich habe anfangs auch den Dialog mit dem Nachbar gesucht, ihm erklärt, was es bedeutet, ein Instrument zu erlernen und auch Urkunden als Ergebnis für das viele Üben vorgezeigt. Es nützte nichts. Inzwischen können wir nicht üben, ohne dass von unten laute Musik angeschaltet wird. Das ist nicht wirklich störend - unser Klavier ist oben bei uns lauter zu hören. Aber natürlich hat das auch einen psychologischen Effekt auf das Kind, das von den Aktionen des Nachbarn teilweise sehr eingeschüchtert ist und schon überlegt hat, das Klavierspiel aufzugeben, damit es keinen Ärger mehr im Haus gibt.

    Die krasseste Aktion war kurz nach Weihnachten, als wir unten im Treppenhaus einen Zettel an der Außentür vorfanden, auf dem geschrieben stand, dass sich der betreffende Nachbar bei uns (namentlich) für den Klavierterror an den Weihnachtstagen bedankt. Von meinen Nachbarn auf meiner Etage habe ich übrigens noch keine Klagen gehört. Einer von denen hat auch ausdrücklich das Klavierspiel meines Sohnes gelobt und sich sehr gefreut über seine Erfolge.

    Mir ist klar, dass die Lage zwischen uns und dem Nachbarn unter uns inzwischen so verfahren ist, dass man nicht mehr viel machen kann. Aber ich würde gerne eure Meinung und Erfahrungen mit diesem Thema hören und wie wir uns in Zukunft besser verhalten können. Auch bin ich mir nicht sicher, was die Weihnachtsaktion evtl. für einen strafrechtliche Charakter haben könnte. Ist sowas nicht Bloßstellung oder sowas ähnliches?

    Vielen Dank schon mal für die Antworten

  • #2
    AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

    Könnte man sonntags und feiertags auf das Klavierspielen verzichten oder wirft das das zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Kind um Jahre zurück?

    Ich wohne selbst in einem Hochhaus und kenne die "Brücken". Von den Nachbarn auf dem gleichen Flur höre ich keinen Ton, hingegen "erfreut" mich der dauerbellende Hund zwei Stockwerke tiefer durch sein liebliches Getön.
    Ganz ehrlich kann ich nachvollziehen, dass sich euer Nachbar von den sonn- und feiertäglichen Klavierklängen nicht immer erfreut zeigt. Zudem, wenn die einzige Antwort auf seine Beschwerden sture Hinweise auf irgendwelche Urteile sind.

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    • #3
      AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

      Hallo Louisiana,

      ich gebe nichtmehrganzneu Recht.An Sonn-u. Feiertagen muß man nicht unbedingt Klavier spielen wenn der Nachbar das als störend empfindet. Für den einen ist es Musik, für den Anderen eben nur Lärm. Ich bezweifel nicht, dass Du die gesetzlichen Ruhezeiten einhältst. Sich aber darauf zu berufen ist für nachbarliche Beziehungen nicht unbedingt förderlich. Vielleicht kannst Du diesem Nachbarn doch entgegenkommen um des lieben Friedens willen.
      Eine andere Möglichkeit wäre, dass Du dein Kind auf einem virtuellen keyboard mit Kopfhörer übern/spielen lässt. Solch ein keyboard findest Du im Internet. Vorteil, niemand hört die Musik.
      Zu Deiner Frage ob dieser Zettel mit der Danksagung strafrechtlichen Charakter hat, nein, hat er nicht. Es ist zwar kein feiner Zug von Deinem Nachbarn, aber man muß dann auch nicht unbedingt kleinlich darauf reagieren.
      Wie schon gesagt, etwas Entgegenkommen und auf das Ruhebedürfnis des Nachbarn eingehen ist schon angebracht.

      LG

      Cinderella

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      • #4
        AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

        Hi!

        Ich habe da ein Zitat von Wilhelm Busch:" Musik wird oft nicht schön gefunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden. (Dideldum! "Der Maulwurf" (1872) )

        Ich finde es schade das Musik nicht besonders geschätzt wird wenn sie nicht aus der Glotze kommt. Ich möchte Dir den Tip geben ein gebrauchtes E- Piano aus´m Online-Auktionshaus mit dem "e" und dem "bay" zu ersteigern und bei Bedarf mit einem Kopfhörer zu üben. Später wenn das Klavierstück dann besser läuft kann der Sohn dann auf das Piano wechseln. Dieser Kompromiss ist zwar mit ein wenig Aufwand verbunden kann aber einen teuren Umzug vermeiden. Wie denkst Du darüber?

        Grüßlinge!

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        • #5
          AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

          Hi,

          ich finde die Idee von Cinderella mit dem virtuellen Klavier, bzw. Alteisens Vorschlag mit dem E - Piano gar nicht schlecht. So kann dein Junge üben, ohne jemanden zu stören oder zu nerven.
          Es ist ziemlich egal, ob man die Ruhezeiten einhält oder nicht. Ein Klavier ist laut und fängt mit der Zeit zwangsläufig an, andere zu stören. Da kann dein Sohn so schön spielen, wie er will, aber es beeinträchtigt leider auch die Privatsphäre der anderen Leute im Haus. Stell dir einfach vor, jemand würde Tag ein Tag aus ständig laute Musik spielen. Egal ob nur zehn Minuten oder eine Stunde lang, irgendwann würde es dich auch nerven.

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          • #6
            AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

            Hallo,

            ich kann deine Nachbarn verstehen.
            Hat man keinen Draht zur Musik, kann einen das ganz schön nerven. Leider. Aber es ist
            halt jeder anders veranlagt und man muss einen gemeinsamen Nenner finden.
            Also, ich selbst war/bin mit beiden Situationen vertraut, hatte früher mal schlimme
            Auswüchse erlebt, das ging sogar bis zur Räumungsklage.

            Seit 1 J. hab ich eine Gitarre, natürlich eine E-Gitarre, nicht nur, dass man damit
            unvergleichlich mehr anstellen kann als mit einer akustischen, sie
            sind flüsterleise, das hört man in den Nachbarwohnungen nicht!
            Anstelle eines Verstärkers benutze ich nämlich einen speziellen
            (aktiven) Kopfhörer dafür und man kann so auch noch um Mitternacht
            wirklich alles spielen!

            moonraker

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            • #7
              AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

              Auch für das Klavierspielen gibt es gesetzliche Regelungen. Nur weil die Ruhezeiten eingehalten werden, darf nicht unbegrenzt außerhalb der Ruhezeiten ein Instrument gespielt werden. Je nach Lautstärke sogar nur 45 Minuten täglich. Und an Sonn- u. Feiertagen gar nur auf Zimmerlautstärke. Muss außerhalb dieser Zeit geübt werden, kann man das auch an einem Keyboard machen. Denn da ist die Lautstärke regelbar.

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              • #8
                AW: Nachbarschaftsterror wegen Klavierspiel

                Hallo,

                die Vorschläge mit dem E-Piano und dem virtuellen Klavier wurden ja bereits gemacht.
                Da ich selber Klavier spiele, habe ich einen kleinen Probenraum gemietet , damit ich in Ruhe spielen kann ... und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit.
                Vielleicht gibt es bei euch auch Probenräume zu mieten ( meiner kostet € 100/Monat ) und dann hat jeder seine Ruhe ; ggfs. kannst du ja mal den/die Klavierlehrer/in darauf ansprechen .
                Ich habe mal 4 Jahre im selben Haus mit einem Profi-Pianisten gewohnt und selbst wenn er , ein Könner, mehrmals das selbe Stück geübt hat, hat es irgendwann genervt.
                Gut, er hat halt das ganze Haus mit Gästekarten für seine Konzerte "belohnt"


                P.S. In meiner Stadt gibt es diverse Musikschulen , die auch Probenräume vermieten ... ggfs. kann man das gleich mit dem Unterricht koppeln .
                Madame2015
                Forumsmitglied
                Zuletzt geändert von Madame2015; 21.02.2016, 11:18.

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