Da ich immernoch im Dunklen tappe, ob es in meiner Firma Mobbing gibt oder ob ich einfach zu empfindlich bin, erinnere ich mich hier an Erlebnisse, die mich stark beeinträchtigten (ohne dass sie mich immer unmittelbar betrafen):
  • meine Kollegin wurde sehr laut von der Abteilungsleiterin angeschrien, weil sie einen Ordner hat offen liegen lassen, anwesend waren ca. 5 Kolleginnen

  • die gleiche Kollegin wurde angeschrien, in der Anwesenheit einer Schulpraktikantin, die ihren letzten Tag hatte und gerade von ihren Eltern abgeholt wurde, worauf die Eltern regelten, dass uns die Praktikantin nicht mehr besuchen durfte (was die Ausbildungsleiter sehr bedauerten)

  • in der Abwesenheit einer Kollegin räumte die Abteilungsleiterin den Schreibtisch dieser Kollegin auf und warf Unterlagen von ihr weg

  • die Abteilungsleiterin lästerte vor ca. 4 Kollegen über eine andere Kollegin (anstatt gegen ihre Lethargie etwas zu unternehmen und dafür zu sorgen, dass die Kolleginnen, die für diese Kollegin mitarbeiten, zu entlasten)

  • wenn man Urlaub haben möchte, wird immer nachgefragt, warum man Urlaub haben möchte

  • einigen Kollegen ist der Urlaub verwehrt worden mit fadenscheinigen Argumenten (es muss normalerweise eine Person pro Zimmer da bleiben, in einem Fall sollten plötzlich zwei dableiben, während andere Zimmer komplett in Urlaub gehen durften; sind alles Dreierbüros)

  • das Büro der Abteilungsleitung ist in der Mitte aller Büros, alle Verbindungstüren werden stets offengehalten, so dass keine Privatsphäre entsteht, dadurch bekommt man mit, dass sehr häufig Mitarbeiter anderer Abteilungen (auch höherrangige; wir sind eine Stabsstelle) angeschrien werden

  • einer Kollegin ist im Bewerbungsgespräch versprochen worden, dass sie weiterhin an Ausschüssen der IHK teilnehmen darf, später wurde so getan, als wenn es diese Absprache nie gegeben hätte

  • einer Kollegin ist die Nachfolge eines bestimmten Arbeitsplatzes versprochen worden, auch diese Absprache hatte es angeblich nie gegeben

  • Frauen werden grundsätzlich im Gehalt niedriger eingestuft, als Männer, obwohl sie vergleichbare bzw. zum Teil höherwertige Tätigkeiten ausüben und zum Teil auch mehr Berufserfahrungen haben

  • alle Gespräche mit der Abteilungsleitung, auch wichtige Entscheidungen und Personalgespräche finden immer zwischen "Tür und Angel" statt, d. h. es wird zu jeder Zeit nebenbei ans Telefon gegangen oder wenn Kollegen sich dazu stellen, werden sie z. T. vorrangig behandelt

  • Gespräche mit der Abteilungsleiterin gleiten oft ins sehr persönliche ab (bis hin zu "psychologischen Tipps" und Einmischung in das Privatleben, ohne dass dies von den Mitarbeitern in der Form gewünscht wird; dies auch häufiger bei den Frauen, die werden häufig so angesprochen, als würden sie permanent Seelsorge brauchen, Frauen, die dies ablehnen und sich dort rauswinden, werden öffentlich angegiftet)

  • neue männliche Mitarbeiter werden häufig als viel besser qualifiziert dargestellt, als Frauen, die bereits länger dort arbeiten, dies führt regelmäßig zu Unruhe, sobald neue Mitarbeiter eingestellt werden, da sich die langjährigen Mitarbeiter regelmäßig zurückgesetzt fühlen, kommen Frauen, die eindeutig höhere Qualifikationen haben, dann werden diese verschwiegen

  • ein männlicher Mitarbeiter wurde zunächst auf diese Art hoch gelobt und über bereits vorhandene Mitarbeiter (mit gleichem und zum Teil höherwertigem Aufgabengebiet) gestellt; obwohl in der Probezeit ersichtlich war, dass er den Aufgaben nicht gewachsen war, wurde er trotzdem weiter beschäftigt, so dass sich ein Kollege, dem dieser Kollege zuarbeiten sollte, nicht anders zu helfen wußte, als diesen immer wieder anzuschwärzen, offensichtlich unter Druck zu setzen und zu beschimpfen, so dass dieser Mitarbeiter von alleine ging

  • die Abteilung erfährt erst von den neuen Mitarbeitern, wenn diese im Raum stehen, häufig sind dann nichtmal Sitzordnungen geklärt, neue Mitarbeiter, Praktikanten und Auszubildene sitzen oft wochenlang an "Katzentischen", haben keine Schreibtischcontainer und wenig Platz für Persönliches