Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

nach 34 Jahren im Job auf den Müll

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • nach 34 Jahren im Job auf den Müll

    Ich arbeite seit 1976 in derselben Firma, bin seit 1987 im Betriebsrat und seit einem Jahr zu 50 % schwerbeschädigt. Habe noch 2 Jahre bis zur Rente. Gestern wurde ich zum Abteilungsleiter zitiert, mit den Worten: "hey, komm!", dann wurde ich gefragt, wie lange ich noch arbeiten will. Er sagte in der kurzen Zeit, in der du noch da bist (2 Jahre), da muss ich ja jemand anlernen, der deinen Job macht, bzw. jemand einstellen. Ich hab keine Arbeit mehr für dich. Ich kann dich ja auch rumsitzen lassen. Besser als das ist es, wenn du zum Doktor gehst und dich krankschreiben lässt, dann kannst du zu Hause rumsitzen, auf deine Rente warten und nimmst hier keinen Platz weg! Aber ich verbiete dir, mit jemand darüber zu reden, sonst kommt nur dummes Gerede im Betrieb raus und stört den Betriebsfrieden. Nach 34 Jahren in der Firma solche Worte zu hören ist absolut brutal und ich denke es grenzt an Körperverletzung. Soll ich zum Arzt gehen und dem sagen, mein Chef möchte gerne, dass er mich krank schreibt damit ein anderer meine Arbeit machen kann?
    ich bin natürlich total mit den Nerven fertig und habe jetzt einen Termin bei der Gewerkschaft und hoffe die können helfen. Doch wenn die was gegen den Boss schreiben, fürchte ich, dass andere Repressalien auf mich zukommen. Er ist sehr rachsüchtig und nachtragend. Oder soll ich wirklich die nächste Zeit als Sklave zubringen? Ich glaube der Boss liebt das Buch: Kündigung der Unkündbaren (das Mobbinghandbuch)

  • #2
    AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

    Hey Sadandtrue

    Nach 34 Jahren Einsatz und harter Arbeit sowie Identifikation mit dem was du machst trifft dich so etwas hart. Meinem Vater ergin es genauso nach 48 Jahren Knochenjob bekam er den Tritt in den Hintern.

    Aber anders wie mein Vater hast du ein reelles Angebot deines AG. Mein Vater musste um jeden Cent streiten und sich noch verhöhnen lassen.
    Er konnte sich von den bösen Worten distanzieren und sagte sich".....tsch mir doch den Buckel runter. Heute ist er seit über 10 Jahren in Rente und ist putzmunter.
    Keine Spur von Traurigkeit mehr. Deshalb möchte ich dir nahelegen wie ich es meinem Vater tat.

    Dein Chef mag ein Rauhbein sein und ist daher gewiss ein "Hardliner". Doch seh es mal so:

    Was erwartet dich dort noch?
    Was erwartet dich in zwei Jahren? Nicht doch das Selbe?
    Wie geht dein Leben weiter?
    Wieviel Jahre hast du denn noch, als dass du sie an einen Job verlierst wo du eh nur noch als unerwünschtes Beiwerk herumstehst?

    Nimm das Angebot an und versuch einen vernünftigen Deal mit dem Chef auszuhandeln. Geniesse dein Leben solange du es noch kannst.

    Engagiere dich wenn noch möglich in einem Ehrenamt für den sozialen Kontakt mit deiner Umwelt? Verschiebe deinen Bezugsrahmen und tu was für deinen Selbstwert. Den Streit den du vom Zaun brechen willst wird dich nur noch mehr in "Sadness" stürzen. Willst du, dass dein Name auch noch öffentlich demontiert wird?

    Vergiss die vermeintlichen Kränkungen. Dahinter steckt die Chance 2 Jahre früher die Flatter zu machen. Ein Angebot auf das so mancher dem es nicht besser geht wie dir sehnlichst wartet und nicht bekommt.

    Bei allem was dir daran schlecht erscheinen mag: Ich meine du hast Glück im Unglück.

    PS: Aus diesem Grund habe ich mir geschworen niemals irgendwo ein 25 oder 30 jähriges Jubiläum zu feiern. Bis 40-45 sollte man nach spätestens 10 Jahren die Bude wechseln solange wie das geht. Das hält den Geist fit und den Körper jung. Und man wird sich nicht so schlecht fühlen wenn der Abgang bitter schmeckt. Es wären dann nur 10-15 Jahre und nicht das ganze Leben.

    Gruss Martin
    Psychobabbel
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von Psychobabbel; 24.01.2010, 01:40.

    Kommentar


    • #3
      AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

      Dieser Chef rechnet mit allen Hilfestellungen, die es gibt. Ob das in letzter Zeit oft vorkommt, kann niemand überprüfen. Wenn du beim Arbeitsamt einen ausgebildeten Kundenbetreuer hast, wirst du vielleicht einen Tipp bekommen, denn das Jahr hat erst angefangen und Gelder gibt es noch.
      Sehe es mal aus der Sicht, dass du 50% hast, dein Arbeitgeber kann dich nicht einfach so kündigen und den gelben Schein vom Arzt musst du dir nicht holen.
      ist besser als

      Kommentar


      • #4
        AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

        Hallo,

        wer hat diesen Menschen zu einem Abteilungsleiter gemacht? Manieren wie ein Stallbursche, unverschämter geht es nicht mehr. Nach so einer langen Zeit und so behandelt zu werden,würde ich auch an die Decke gehen. Da fragt man sich, was ist eigentlich ein verlässlicher Mitarbeiter wert?
        Du bekommst nach so einer langen Dienstzeit bei einer Kündigung jedenfalls eine Menge Abfindung und die möchter Dein Arbeitgeber wahrscheinlich einsparen. Mach es ihm nicht so leicht und gib nicht gleich nach.Was hast Du jetzt noch zu verlieren, den würde ich es nicht so einfach machen.Ich wünsche Dir viel Kraft.

        Minna

        Kommentar


        • #5
          AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

          hi Minna,
          heute wurde mir vom Geschäftsführer eröffnet, warum ich seit dem letzten Gespräch immer noch nicht krank war! Es wird langsam Zeit, dass ich mich krankschreiben lasse, sonst denkt das Versorgungsamt noch, dass ich gesund bin und gar nicht früher in Rente will. Er erwartet von mir, dass ich jeden Monat jetzt vier bis fünf Tage krank bin. Ausserdem soll ich dem Versorgungsamt Dampf unter dem Hintern machen. Wahrscheinlich habe ich mich gar nicht darum gekümmert und lüge ihn an. Er macht das alles aus Sorge um meine Gesundheit und aus Fürsorge um mich.
          Der Trick von dem Kerl ist wahrscheinlich: Durch häufige kurzzeitige Erkrankungen und eine negative Gesundheitsprognose bringt man auch langjährige Mitarbeiter los. Der "Interessensausgleich" fällt fast immer für den Arbeitgeber aus.
          Ausserdem hat er mir gesagt, dass ich gefälligst den Rentenantrag zusammen bzw von der Personalabteilung ausfüllen lassen soll. Wich denn alleine bestimmen will, wann ich in Rente gehe, mit oder ohne Abzüge?, schliesslich hat der Arbeitgeber da auch was zu sagen, der hat mich ja jahrzehntelang durchgefüttert??
          Das Ganze ist nich nur kriminell was er macht, es geht auch ganz gewaltig auf die psychische und physische Gesundheit.
          Ich hol mir jetzt einen rechtlichen Rat ein

          Kommentar


          • #6
            AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

            Hallo Sadandtrue,

            ich kann dich total verstehen, ich glaube die Aussage meines Chefs würde mir so auch an die Nieren gehen. Leider gehöre ich zu der Generation die mal bis 67 arbeiten muss.

            Aber ich gebe Psychobabbel Recht. Mensch sieh es positiv, Du darfst eher deinen Ruhestand genießen. Zwar ist das Angebot deines Chef, realistisch gesehen kaum umsetzbar. Ich glaube nämlich nicht, dass die Krankenkasse so mir nichts dir nichts 2 Jahre Krankenkgeld zahlt. Die werden doch da auch stutzig werden.

            Ich denke Du sollstest dir die Sache wirklich gut überlegen und mit deinem Chef reden und über evtl. Alternativen nachdenken. Er möchte junges Personal einstellen. Ja warum nicht? Aber die jungen Leute müssen auch angelernt werden? Wer wenn nicht DU, kannst ihnen Wissen vermitteln? Mit deinen Erfahrungen?

            Im Bekanntenkreis von mir wurde auch einer in den Vorruhestand geschickt von seiner Firma aus. Bekommt 80% seiner Bruttobezüge weiter. Im Nachgang hat man ihn dann angesprochen ob er nicht Ausbilder machen möchte. Jetzt vermittelt er an 2-3 Tagen in Woche sein WIssen an die jungen Kollegen weiter und bekommt dafür auch noch eine Aufwandsentschädigung.

            Rede mit deinem Chef, entweder er schickt dich in den Altersteilzeit, Vorruhestand etc. Wenn Du freiwillig das Feld räumst sollte es sich natürlich für dich auch lohnen. Es muss was rausspringen.

            Bist Du verheiratet? Wenn Ja und deine Frau auch nicht mehr arbeitet, solltest Du die Chance nutzen und mit deiner Frau die schöne gemeinsame Zeit nutzen. Weißt Du was in 2 Jahren ist? Es kann etwas passieren? Krankheit, Unfall etc.

            Man soll doch das Leben genießen oder nicht?

            Ich will dir zwar nicht zu Nahe treten, aber sollten wir "Alten" nicht den "Jungen" den Arbeitsplatz freimachen? Wir müssen aber dennoch noch lange nicht zum "alten Eisen" gehören.

            Also Kopf hoch und das Positive daraus ziehen.

            LG Hexlein

            Kommentar


            • #7
              AW: nach 34 Jahren im Job auf den Müll

              Sie haben doch nichts mehr zu verlieren!
              Gehen Sie hin zu ihrem Chef und sagen ihm, wenn er sie nicht in Ruhe läßt erzählen Sie in der ganzen Firma wie mit Ihnen als Schwerbehinderter umgegangen wird. Hängen Sie doch seine Aussage ans schwarze Brett! In unserem Land gibt es keine Gerechtigkeit nur Frechheit siegt.
              Lassen Sie sich nicht unterkriegen!

              Kommentar

              Lädt...
              X