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Mobbing oder nicht und was tun?

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  • Mobbing oder nicht und was tun?

    Achtung, nu wirds länger, aber ich beginn am besten mal gaaaanz von vorn:
    Wir waren in unserer Abteilung ein recht eingespieltes Team, vier männliche Kollegen inkl. mir. Jeder ist für den anderen eingesprungen, war hilfsbereit und hat zusammengehalten. Probleme aus anderen Abteilungen haben wir mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, denn bei uns hats auch menschlich einigermaßen gepasst. Dann.....kamen zwei Damen in die Abteilung. Die eine davon ist schon was länger im Unternehmen, war halt nur in einer anderen Abteilung und ist mit einem aus unserem Ex-Vierer-Team sehr gut befreundet. Die andere kam zuletzt als Unterstützung, weil es hat an allen Ecken und Enden gebrannt arbeitstechnisch und dummerweise fiel unser bisheriger Abteilungsleiter auch aus. Tut er leider immer noch...
    Die beiden Damen haben sich sofort perfekt verstanden, und sitzen auch sehr oft ratschend beisammen. Anfangs kam da mal ein dummer Spruch von einer der beiden - meist von der zuletzt gekommenen - über einen anderen Kollegen, sein/ihr Aussehen, sein/ihr Verhalten. Das hielt sich alles in Grenzen, man blödelte selbst auch ein wenig mit rum. Solang unser Abteilungsleiter, eine Autoritätsperson, da war, war es auch sehr ruhig in der Abteilung. Man versuchte den Stress zu bewältigen. Kurz, glaub eine Woche, bevor der Abteilungsleiter krank wurde meinte er in der versammelten Runde das bald jemand ausgestellt werden müsste. Wir haben einen sehr großen Kunden verloren, und da unser Ex-Abteilungsleiter wie er sagte rein nach dem Beginn des Arbeitsverhältnisses geht hat er gemeint das diejenige gehen muss aus dem mittlerweile verschworenen Frauenteam die zuletzt gekommen ist. Dann wurde er krank, und es steigerte sich langsam. Ein Prozess war in Gang gesetzt, welcher mich rückblickend doch etwas mehr schockiert.
    Die Sprüche über andere Kollegen wurden mehr, es wurde gelästert, getratscht, teils offen gehetzt. Unser neuer Abteilungsleiter ist zwar ein Arbeitstier, aber die Sache mit der Autorität....nun, er ist zu weich, und außerdem mit derjenigen welche zuletzt kam und vermutlich bald gehen muss eben eng verbandelt freundschaftlich. Ergo hält er sich raus. Mittlerweile sind die beiden Damen auch dazu übergegangen mehr oder weniger offen zu lästern. Beispiele gibt es zuhauf. Nur mal als Beispiel: Über eine russischstämmige Kollegin, welche halt mit recht starkem Akzent redet, wurde gemeint was sie denn hier in Deutschland wolle, sie soll doch dorthin gehen woher sie gekommen ist. Die kann doch eh nix, ist nur faul weil das liegt denen nun mal im Blut. Über eine türkischstämmige Kollegin wurde gelästert weil sie einen Damenbart hat was bei Türkinnen so üblich ist, und später wird die sowieso mal als Gebärmaschine daheim hocken.
    Ich bekam eine Zeitarbeiterin zugeteilt, um die momentane Auftragsspitze abzufangen. Handelt sich dabei um eine ältere Dame, welche mitdenkt, sehr intelligent wirkt, und als hätten die beiden Lästerdamen die Gefahr gewittert haben sie sich auch auf diese gestürzt. Als "meine" Zeitarbeiterin wie üblich während ihrer Mittagspause per Handy mit ihrem Mann telefonierte wurde sie sogar nachgeäfft und ein paar Sprüche waren zu hören. Der übriggebliebene aus unserem Viererteam, nicht Ex-Abteilungsleiter und auch nicht der neue Abteilunsgleiter, macht fleißig mit, dazu später mehr. Auf jeden Fall hat mich die ältere Dame als wir mal allein im Büro saßen abgepasst und gefragt ob sie grad total spinne oder das grad wirklich passiert ist. Sie bekommt die Lästereien ja auch mit. Und dabei sind wir grad bei meinem Part angelangt.
    Anfangs habe ich mitgeblödelt, dann mich aber zurückgezogen, auch mal Kritik geäußert an diesem Verhalten, wurde aber zurückgepfiffen von unserem neuen Abteilungsleiter. Gut, zugegeben war mein Tonfall damals auch sehr unangemessen. Mich kotzt ein solches Verhalten halt einfach an. Aber weiter im Text. Auf jeden Fall bin ich auf deutliche Distanz zu den beiden Kolleginnen gegangen. Ich stehe auch nicht in privatem Kontakt mit den Kollegen/Kolleginnen welche fröhlich lästern bzw. blöde Sprüche reißen. Wenn ich meinen Freundeskreis mit den Kollegen vergleiche weiß ich was es mit dem Spruch "Wer Kollegen hat braucht keine Feinde" auf sich hat....Nun, ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen zu arbeiten. Heißt also statt 40 Arbeitsstunden bin ich eh meist 45 aufwärts da, was mich auch unterscheidet von den allermeisten in der Abteilung. Der eine Kollege kommt mit Müh und Not auf 30h pro Woche, bei ebenfalls 40h-Vertrag, worüber man in der Abteilung hinwegsieht weil man ist ja befreundet. Da wird über 1,5h Mittagspause und 8 Raucherpausen a 15 Minuten pro Tag und das sehr späte kommen und frühe gehen hinweggesehen. Die beiden Lästermäuler....verbringen die meiste Zeit beim tratschen oder aber beim Kaffee trinken. Oder bei beidem...
    Was ihr Verhalten mir gegenüber betrifft: Beispiel Fehler. Das Fehler gemacht werden ist ja normal, dann heißts aber MITEINANDER reden, hilft Folgefehler zu vermeiden. Ich halte es so das ich zum Kollegen/zur Kollegin hingehe und frage was es mit dem entsprechenden Vorgang auf sich hat. Nun hat sich anderes eingebürgert. Kollegin schreit durchs Büro "Ich hab nen Fehler gefundeeeeeen". Abteilunsgleiter zurück "Von wem denn?" Kollegin wieder "Dreimal darfste raten"....neugierig wie ich bin schau ich mir den Vorgang an und, aha, ich hab nen Fehler gemacht. Interessant das auf diesem Wege zu erfahren. Weiteres Beispiel. Kollege aus anderer Abteilung gibt mir Anweisung das ich eine Arbeit auf bestimmte Art und Weise ausführen soll. Darf er, interner Prozess, er hat die Verantwortung, die Kappe auf wenns schief läuft. Ich also die Arbeit ausgeführt. Kollegin ausm Lästerkreis fällt auf das ich es so ausgeführt hab, holt erstmal die anderen zu sich und die Tuschelei geht los. Irgendwann dann krieg ich den Anpfiff weil ich die Arbeit so ausgeführt hab. Man geht fleißig petzen, ohne aber mit dem Kollegen zu sprechen der die Anweisung gab. Man redet halt ÜBEReinander, statt miteinander.
    Aber auch andere interessante Dinge spielen sich ab. Während ich mit Kunden oder Dienstleister telefonier werde ich nachgeäfft, blöde Sprüche fallen, uswusf. Ich werd dadurch natürlich unsicherer, und auch derjenige mit dem ich telefonier bekommt halt teilweise mit was sich abspielt. Der Umgangston zwischen den beiden Lästerkolleginnen und den beiden männlichen Kollegen ist betont überfreundlich, die Zeitarbeiterin und ich werden meist geschnitten was uns irgendwie nur recht ist. Denn wenn wir angesprochen werden ist der Tonfall pampig bis aggressiv.
    Natürlich versuchen die Kolleginnen lästernderweise auch nach außen hin das Bild von Perfektion zu geben. Wenn man nicht lästert ist man überfreundlich zu anderen, stellt sich in einem sehr positiven Licht dar, betont nur Fehler von zwei Kollegen, na dreimal darf man raten von wem...Der ein oder andere Kollege aus anderen Abteilungen hat auch schon zum Teil mitbekommen was vor sich geht, aber es ist halt eine sehr eingeschworene Gruppe mit starkem Zusammenhalt die sich über sehr weite Kreise der Firma erstreckt in denen man freundschaftlich verbunden ist und gemeinsame Unternehmungen macht. Das geht bis zur Vorzimmerdame vom Chef.
    Dieser übrigens...ich weiß nicht wirklich was ich von ihm halten soll. Ihn trifft man eh eher selten, dabei macht er einen sehr ruhigen Eindruck, dabei aber nicht sonderlich vertrauenserweckend. Nu hab ich auf eigenen Wunsch Personalgespräch noch diese Woche beim Chef. Nur wie ich mich dort verhalten soll weiß ich noch nicht genau. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt was er überhaupt für ein Bild von mir und meiner Arbeitsleistung hat, und inwieweit sich der Einfluss der Lästerkollegen schon auswirkt. Es bleiben halt Fragen übrig:
    - da ich mittlerweile auch schon körperliche Probleme spüre (Zittern, Unkonzentriertheit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche) wie auch seelische (depressiv, nicht abschalten können, ständige Beschäftigung mit dem Thema) weiß ich nicht wie ich mich da verhalten soll, was ich da unternehmen soll. Ob vielleicht eine Auszeit helfen könnte. Nur geht das arbeitstechnisch, vom Aufwand her, grad überhaupt nicht. Der nächste längere Urlaub, der erste längere seit fünf Jahren, also seitdem ich angefangen hab, ist erst in 4 Monaten
    - wie verhalte ich mich den Kolleginnen gegenüber? Im Moment ist angesagt: reinkommen, Gehör auf Durchzug schalten was leider selten gelingt, und stur vor mich hin arbeiten
    - wie verhalte ich mich beim Personalgespräch?
    Nun denn, langer Text, schwere Kost.

    Gruß
    -

  • #2
    AW: Mobbing oder nicht und was tun?

    Puh, es gibt Neuigkeiten. Hatte heut mein Personalgespräch beim Cheffe und hab komplett ausgepackt. Hab ihm mal erzählt was für ein Klima herrscht und anhand eines Beispiels gezeigt was dies für körperliche Auswirkungen hat. (Blatt Papier aufn Handrücken, und wenn das tanzt wie ne Pariser Tänzerin is einiges klar). Chef hat sehr ruhig zugehört, mir danach für den Mut gedankt und gemeint das er sich da auf jeden Fall drum kümmert. Danach durfte der stv. Abteilungsleiter rein und hat mich anschließend nicht mal mehr mitm Arsch angeschaut. Könnt sein das es jetzt erst richtig los geht. War übrigens selten nach einem Arbeitstag dermaßen durchgeschwitzt

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    • #3
      AW: Mobbing oder nicht und was tun?

      Ich werde auch gemobbt. Und bisher habe ich immer den Mund gehalten. Aber nach einer Krankheit bin ich sogar versetzt worden. - siehe mein Thema. Ich kann nur sagen, dass man sowas nicht einfach dulden darf. Man geht daran zugrunde und ich denke man kann nachher nicht mehr in den Spiegel schauen. Der Weg zum Vorgesetzten, bei mir leider auch nicht möglich, ist eigentlich der einzige um Frieden zu bekommen. Ich muss jetzt sogar zum Anwalt. Aber das ganze geht einem auch aufs Gemüt und die Gesundheit leidet und das alles nur weil es mittlerweile immer mehr Menschen gibt die eiskalt über andere abziehen. Das schlimme ist, dass man so hilflos ist.

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