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Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

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  • #31
    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo Martin,
    danke. Wie es sich anfühlt selbständig zu sein, das kann ich mir sogar vorstellen. In meinen Nebenjobs bin ich es ja jetzt schon und ich hatte auch mal eine Stelle (mein Traumjob!), wo ich fast frei schalten und walten konnte. Leider nur als Vertretung auf Zeit. Aber wenn man diese Freiheit erstmal geschmeckt hat, fällt es noch viel schwerer, angestellt zu sein. Als Angestellert muss ich dauernd mit Leuten zusammenarbeiten, die sich unmöglich benehmen und die ich niemals einstellen wollen würde, außerdem muss ich die Fehler meines Chefs mittragen und decken, am besten ausgleichen, muss auch seine Launen ausgleichen, dauernd muss ich mich nicht nur fragen: "Wie mache ich meine Arbeit gut?" sondern vor allem auch: "Sehen die anderen, dass ich gute Arbeit leiste?" oder "Ist es das, was mein Chef erwartet?"

    Es ist für mich auf jeden Fall das Ziel, mich selbständig zu machen. Das ist genau das Richtige für mich. Aber ich muss es ja nicht überstürzen und jetzt im Unfrieden da weg gehen. Ich mache jetzt brav meine Arbeit, habe heute auch wieder einen Erfolg reingeholt. Aber meine innere Einstellung hat sich komplett geändert. Bisher hatte ich gehofft, dass ich in dieser Firma heimisch werde, mich wohl fühle und dort einen Ort finde, wo ich womöglich lange bleiben kann. Aber jetzt sehe ich mich wieder als Selbständige (so wie ich das meistens tue), und mein Arbeitgeber ist nur ein Auftraggeber, der mich für 32 Stunden die Woche gemietet hat. Dadurch sehe ich einiges lockerer. Allerdings ist der Stundenlohn nicht so üppig, muss ich mal sagen. Spaßeshalber habe ich ihn ausgerechnet und fand ihn ziemlich dünn. Der anständige Monatslohn kommt auch bloß dadurch zustande, dass ich jede Woche für die arbeite.

    Mein Chef und ich schleichen ein wenig umeinander rum und beobachten einander, sind aber von der Form her sehr höflich und konstruktiv. Siehste, es geht doch! Ich würde nichts vermissen, wenn er keinen Anfall von Unverschämtheit mehr hätte und ich finde auch, die hatte ich nie verdient.

    Und da ich ja eigentlich selbständig bin, werde ich dann heute Abend mal wieder an meinem Buch schreiben. Wobei ich ja sowieso jeden Abend noch ein bis zwei Stunden dran hänge für meinen eigenen Kram. Und beim ersten Bestseller sehen die mich von hinten, hihi.

    Audrey

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    • #32
      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

      So ein richtiger Neuanfang ist das mit meinem Chef wirklich nicht.
      Er sagte ja nicht "Tut mir leid, ich tu´s nicht wieder" oder "Tut mir leid, dass ich Sie anfangs für dümmer gehalten habe als Sie sind. Das war ein Irrtum von mir." Nein, er sagte eher "Das habe ich nie gesagt!" und "Da waren Sie aber nun wirklich etwas sehr empfindlich und haben auf sich bezogen, was gar nichts mit Ihnen zu tun hatte." Für mich ist das nicht gerade die Einleitung zu einem Neuanfang.
      Dass ich dumm bin, hat er nie zurück genommen. Er sagt es nur nicht mehr.
      Jemandem, der mich so dermaßen schäbig behandelt hat, kann ich nicht mehr vertrauen.
      Ich überlege nur, ob es sich lohnt zu kämpfen. Ich könnte verlangen, dass ich ihm nicht mehr unterstellt bin, die Abteilung wechsle, weiter gehende Befugnisse bekomme. Aber will ich das wirklich? Was gibt es da denn zu gewinnen?
      Eine wichtige Position in einem Umfeld, wo ich dauernd von den Mitwölfen gebissen werde.
      Leider bin ich kein solcher Leitwolf, der gerne kämpft. Eher die Einzelgängerin, die auch alleine große Leistungen bringen kann.
      Das wäre einfach nicht die Rolle, die mir liegt. Und sich zu verstellen, jemand anderer sein zu wollen, hat im Leben noch nie was gebracht außer Magengeschwüre.
      Audrey

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      • #33
        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

        Hallo Audrey

        Kennst du die Geschichte Don Quijote? Oder die von Tantalus?

        Wer von beiden möchtest du sein? Oder doch jemand anders?

        Irgendwann wirst du Entscheidungen treffen müssen. Es gibt keine letzte Sicherheit. Niemals! Ausser den Tod als unausweichliche Konsequenz des Schicksals der uns alle früher oder später erwartet. Und jeder Tag der vergeht bringt uns dem ein en Schritt näher.
        Wir alle haben nur ein begrenztes Zeitfenster. Und keiner weiss wie gross dieses ist. Um eine sichtbare und vielleicht sogar dauerhafte Spur im Leben und/oder gar in der Geschichte zu hinterlassen haben wir also nicht alle Zeit der Welt.

        "In allen Winkeln der Erde sitzen Wartende, die es kaum wissen, in-
        wiefern sie warten, noch weniger aber, dass sie umsonst warten. Mit-
        unter auch kommt der Weckruf zu spät, jener Zufall, der die "Erlaubnis"
        zum Handeln gibt - dann, wenn bereits die beste Jugend und Kraft zum
        Handeln durch Stillsitzen verbraucht ist; und wie mancher fand, eben als
        er "aufsprang", mit Schrecken seine Glieder eingeschlafen und seinen
        Geist schon zu schwer! "Es ist schon zu spät" sagte er sich, ungläubig
        über sich geworden und nunmehr für immer unnütz."

        Friedrich Nietzsche


        aus: Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, KSA 5, 1999, S. 227 f.

        Viele Grüsse
        Martin

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        • #34
          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

          Keine Sorge, ich bastel weiter an meinem Business Plan. Es sind da noch einige Fragen offen. Habe z.B. Donnerstag ein Beratungsgespräch auf dem Arbeitsamt gehabt, gestern zwei Telefonate geführt, um meinen Marktwert zu prüfen. Ich hab nicht aufgegeben!

          Was ich gerade so faszinierend finde: welchen Unterschied es macht. Ich meine, dass mein Chef mich für blöd hält und nicht leiden kann, das ist vermutlich immer noch so. Wieso sollte das plötzlich vorbei sein? Aber allein schon, dass er sich Mühe gibt, sich wie ein zivilisierter Mensch zu benehmen, führt dazu, dass ich mich entspanne. Ich muss nicht mehr täglich seine üblen Beleidigungen und seine Aggressionen befürchten, er sabotiert nicht mehr meine Projekte, er wirft mir keine Knüppel mehr zwischen die Beine. Jedenfalls hat er das ein paar Tage lang nicht mehr gemacht.

          Und ich spüre, wie mir das gut tut. Ich fürchte, ich war auf dem direkten Weg in eine Depression. Dieser ständige Widerstand bei allem und jedem, diese ständigen Gemeinheiten, das waren zwar alles nur Nadelstiche, von denen man locker sagen kann "Nimm´s doch nicht so schwer", aber in der Gesamtheit hat es mich doch mehr belastet als mir selbst klar war.

          Ich glaube nicht, dass das jetzt der supertolle Hurra-Neuanfang ist, aber ich kann Luft holen. Bin aber auch immer noch ein wenig erschüttert, weil ich sein unmögliches Benehmen einfach so hingenommen habe. Ich dachte wirklich, der sei irgendwie krank oder so. Dabei war er einfach nur unverschämt!

          Audrey

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          • #35
            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

            Hallo Audrey,

            ich spüre beim Lesen Deiner Sätze Motivation pur.
            Den eigenen Marktwert zu prüfen, halte ich für eine richtig gute Entscheidung.Ich mache das selbst immer wieder von Zeit zu Zeit.
            Beim letzten Satz von Dir mußte ich schmunzeln, es zeigt, dass wir das Naheliegende oft erst nicht in Betracht ziehen......er war unverschämt.

            Ich wünsche Dir viel Erfolg und dass Du Deine Motivation für Dich sinnvoll einsetzt.
            Liebe Grüße
            Ilona

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            • #36
              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

              Hallo Ilona,
              danke! Ich habe am Wochenende ein Angebot rausgeschickt und mich auch endlich an die langweilige Marktrecherche gemacht. Leider ist die Konkurrenz groß. Puh! Es wäre wirklich nicht leicht, mich davon zu ernähren.
              Eben habe ich mit meiner Mutter telefoniert und bin jetzt wieder etwas geknickt. Meine Mutter hat mir - nicht zum ersten Mal! - gesagt, meine Ex-Chefs hätten es doch alle nur gut mit mir gemeint. Ich sei einfach nur überempfindlich. Warum sagt sie so etwas? Kann sie nicht ausnahmsweise mal auf meiner Seite stehen? Was ich mit meinen Chefs bisher erlebt habe, war wirklich haarsträubend, aber sie scheint mir gar nicht richtig zuzuhören und erst recht nichts zu glauben. Wenn mein Chef nun behauptet, er habe nie diese Dinge gesagt, wegen denen ich so schlecht geschlafen habe, dann sagt meine Mutter: "Siehst Du!" Bild ich mir was ein? Spinn ich?
              Das ist doch klar, dass er nun leugnet und sogar leugnen muss. Sonst müsste er sich ja entschuldigen oder so. Manchmal habe ich fast den Eindruck, dass "Das habe ich nie gesagt" sowas wie die Chef-Form einer Entschuldigung ist. Das heißt dann so viel wie "Ich würde mir wünschen, dass ich solche Dinge nicht sagen würde und gebe mir in Zukunft mehr Mühe".

              Naja, wenigstens weiß ICH, dass ich nicht bekloppt bin.
              Audrey

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              • #37
                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                So, jetzt ist rund ein Monat vergangen. Immerhin hat mein Chef aufgehört, mich zu beleidigen und mich zu blockieren. Plötzlich geht das mit der zivilisierten Kommunikation. Das hat jetzt auch schon einiges gebessert. Man kann sich tausend Mal vornehmen, sich von solchen blöden Bemerkungen nicht fertig machen zu lassen, aber es zehrt doch an den Nerven und man fragt sich, was man tun und sagen muss, um es zu verhindern. Jetzt gehe ich ruhiger zur Arbeit und kann vor allem auch endlich wieder schlafen.

                Aber ansonsten wird das keine große Liebe mehr.

                Zunächst glaubte ich in meiner grenzenlosen Naivität, dass die kapiert haben, dass ich etwas bewegen will und dabei ausgebremst werde. Ich dachte, ich nutze die offene Tür, um meine schon abgeschmetterten Pläne doch noch in die Tat umzusetzen. Ich begann mit zwei meiner wichtigsten Verbesserungspläne, arbeitete sie nochmal aus und brachte sie neu auf den Tisch. Herr B hat übrigens trotz seiner großespurigen Worte keine Zeit mehr gehabt, an unseren eigentlich zu dritt geplanten Besprechungen teilzunehmen. Ich stellte also in der einen Woche den einen Plan vor, in der anderen den anderen. In beiden Fällen hat mein Chef nicht "nein" gesagt, aber beide Male mir gesagt, ich solle doch erstmal am einen Ende anfangen. Ich begann also bei ganz winzigen Pippifaxaufgaben, mit denen ich nun leider wochenlang nicht voran gekommen bin, weil ich wie zuvor auch an die nötigen Informationen nur sehr mühsam dran gekommen bin. An die eine Zahl bin ich auch immer noch nicht gekommen und werde morgen vorschlagen, dass wir das aufgeben und gleich zu Schritt zwei übergehen. Beim anderen Projekt habe ich jetzt endlich das was ich brauche, aber nun fängt die Arbeit erst richtig an und mir kommt das vor wie Beschäftigungstherapie. Aber ich kann natürlich in meiner Dummerchensituation auch nicht entscheiden, dass hier der Aufwand sich nicht lohnt, dann sonst sieht es gleich wieder so aus als sei mir das zu kompliziert und zu schwierig. Es ist zwar eine ziemlich blöde Sekretärinnenaufgabe und nur einfach aufwändig, aber ich glaube nicht, dass mein Chef mir mehr zutraut als einer Sekretärin. Ich glaub´s einfach nicht. Es gibt keine Anzeichen dafür.

                Kurz und gut: Ich fühle mich dort unwohl und kann meine Arbeit nicht richtig machen. Einige Personen beantworten grundsätzlich niemals irgendeine E-Mail von mir, obwohl ich gerade an diese Leute immer wieder neu verwiesen werde. Und wenn ich einen von denen auf dem Flur treffe und mit "Hallo" grüße oder ihn auf das Thema anzusprechen versuche, werde ich ignoriert. Der weiß ja genau, weswegen ich mit ihm sprechen will. Wenn ich doch jede Woche eine E-Mail zum selben Thema an ihn schicke... Dem einen habe ich jetzt schriftlich ein Ultimatum gestellt und wenn er den Termin nicht einhält, mache ich den Bericht auch ohne seine Zuarbeit fertig und reiche ihn ein. Ich brauche schon viel zu lange für den Wisch. Es ist so zäh, zäh, zäh!

                Leider wird dort schlechte Arbeit nicht nur geduldet, sondern sogar eingefordert. Mein Chef fordert von mir schlechte Arbeit ein, die ist ja so viel effizienter. Man macht keine Recherchen, sondern behauptet einfach, eine bestimmte Sache gäbe es gar nicht. Man macht keine Aufwandschätzungen, sondern verlangt einfach irgendeinen Märchenpreis. Und wundert sich dann heulend, dass man nicht beauftragt wurde und freut sich andererseits, dass man den vielen Aufwand eingespart hat, da sich der eh nicht gelohnt hätte. Seltsame Logik.

                Und der zweite Punkt, der mich störte und immer noch stört, ist eben die "kreative Buchführung", der ganze Betrug da. Mir verursacht das beinahe körperliche Schmerzen. Ich mag nicht meinen Namen hergeben für solche Betrügereien. Ein wenig zu schummeln wäre ja Ok, aber doch nicht in diesem Ausmaß! Das IST kriminell. Ich will nicht für die Mafia arbeiten. :-((

                Darum arbeite ich eifrig weiter an meinen Plänen. Ich habe einsehen müssen, dass das Thema, mit dem ich mich selbständig machen will, leider ein wenig überlaufen ist, was die Angebote angeht, und der Zielmarkt nicht unendlich groß. Aber ich kann, denke ich, meine Interdisziplinarität ausspielen. Ich bastle also immer noch an meinem Business Plan.

                Nur falls es jemanden interessiert...

                Audrey

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                • #38
                  AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                  Hmpfl, und jetzt sollte ich beweisen, dass es mit meiner Schlaflosigkeit wirklich vorbei ist und ins Bett gehen...

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                  • #39
                    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                    Hoffnung, Illusionen, Vertrauen, das sollte ich endlich alles aufgeben, ist totaler Quatsch.
                    Ich ging also heute zu meinem Chef und wollte vorschlagen, dass ich bei dieser einen Aufgabe besser freie Hand bekomme. Naja, ging voll nach hinten los. Er fragte mich nach meinen bisherigen Erfolgen da, aber da waren keine wegen Informationssperre. Dann stellte er mir noch ein paar schmerzhafte Fragen nach meinem eigenen Projekt und das Gespräch endete damit, dass er mir den Zettel und die Aufgabe aus der Hand nahm und verkündete, er werde sich selbst darum kümmern. OK, wenn der Chef anfängt, meine Aufgaben zu übernehmen, dann kann ich mich schonmal nach neuen Möglichkeiten umsehen...

                    Zum Trost bekam ich gerade Rückmeldung bei jemandem, dem ich ein Angebot geschickt hatte. Sie zahlen nicht fürstlich, aber ist OK. Man könnte davon leben. Vor allem - das muss ich jetzt doch mal stolz anmerken - hatte ich bisher eine Erfolgsquote von 100%. Drei Angebote rausgeschickt, drei Mal den Zuschlag bekommen. Ist das nichts?

                    Umso mehr schmerzt es, bei der Arbeit in der Rolle des kleinen Dummerchens zu stecken, bei dem dauernd alles schief geht. Immerhin habe ich heute einen Bericht abgeliefert, den ich innerhalb von einem Tag geschrieben habe. Dafür brauchte ich nämlich nur Input von einer einzigen Person und der nahm sich neulich eine Stunde Zeit für mich und schon hatte ich alle nötigen Infos. Zapp-zerapp. So bin ich gewohnt zu arbeiten, nicht dieser blöde Herumeierei à la Woche 1: "Ich schreib ne Mail und bitte um Antwort auf ein paar Fragen". Woche 2: Ich wiederhole meine e-Mail. Woche 3: Ich sehe die Person persönlich, aber in dem Moment, wo ich sie ansprechen will, wendet sie sich ab und zieht ein Handy aus der Tasche, um zu telefonieren. Woche 3: Ich schreibe eine E-Mail und bitte um eine Besprechung. Woche 4: Ich wiederhole die E-Mail an Person 1 und an irgendeine Person 2, von der ich glaube oder gehört habe, dass sie diese Frage vermutlich auch beantworten kann. Etcetc. Sowas kann man monatelang treiben!

                    Ich hasse es so, von anderen Leuten abhängig zu sein, denen meine Projekte voll am Arsch vorbei gehen. Mein Chef sagt, ich soll das nicht persönlich nehmen, die seien eben alle sehr beschäftigt und meine Projekte seien ihnen eben unwichtig. Naja, meine Projekte sind auch seine Projekte, aber seine eigenen Aufgaben verbummelt er ja auch. Die meisten meiner E-Mails liest er ja noch nicht mal. Und wenn ich ihn auf eine Tabelle hinweise, die ich ihm neulich geschickt habe, guckt er verwirrt und erstellt dann einfach eine neue. Uarg!

                    Ich bin für diese ganze scheiß Schlamperei nicht gemacht. Ich will nicht mehr. Ich will keinen Chef mehr und keine Kollegen mehr! Das zehrt total an den Nerven so!

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                    • #40
                      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                      PS: Naja, ein Gutes hat das Ganze natürlich. Alle schwierigen Aufgaben, die meine begrenzte Intelligenz überschreiten, übernimmt der Chef. Auch ansonsten traut er mir nicht mehr viel zu. Meine Aufgaben werden immer weniger und immer praktikantentauglicher. Wegen mangelnder Motivation arbeite ich schon nicht mehr am Wochenende für die und lasse einfach auch hin und wieder einen Faden fallen und verfolge eine Sache nicht mehr weiter, an der anscheinend sowieso nur ich Interesse habe. Und so kann ich dann im neuen Jahr richtig schön eine ruhige Kugel schieben und abends frisch erholt meinen eigentlichen Job machen. Momentan arbeite ich leider 10-12 Stunden am Tag, weil ich bald Urlaub habe und vorher noch einiges fertig stellen will. Im Gegensatz zu anderen würde ich niemals eine Ausrede à la "Ich hab´s halt nicht geschafft" für mich selbst gelten lassen.

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                      • #41
                        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                        Hm, falls hier überhaupt noch jemand mitliest... Vorige Woche hatte ich eine Besprechung mit meinem Chef, seit der ich mich frage, ob mein Chef senil oder sogar dement ist. Ohne Scherz! Also, ich kenne das ja auch so, dass wenn man zwei Dutzend Projekte gleichzeitig laufen hat, dass man sich die Details und den aktuellen Stand nicht mehr so richtig merken kann. Ich bin auch ziemlich zerstreut und führe über alles Listen, denn ich bearbeite jeden Tag ein halbes Dutzend Themen von mehreren Dutzend.

                        Aber neulich hatten wir eine Besprechung mit zwei Leuten von extern. Schon bei meinem Bewerbungsgespräch hieß es, es sei für die Firma interessant, dass ich in einer bestimmten Firma früher schon gearbeitet habe. Mit denen würden sie gerne mal etwas zusammen machen. Ich habe also einen ehemaligen Kollegen (X), mit dem ich auch in einem Verein zusammenarbeit, kontaktiert, und der hatte auch Interesse. Es gab mehrere Vorgespräche und Telefonate von mir mit den Externen und Gespräche mit meinem Chef. Mein Chef schlug ein Thema vor, die anderen fanden es prima.

                        Nun wollten wir (X und ich) also Nägel mit Köpfen machen, ein Treffen mit allen Beteiligten machen und das Projekt gestalten: Arbeitspakete, Aufwandsschätzungen, und so weiter. So dass wir schnell voran kommen. Ich schlug das meinem Chef vor, aber er eierte dann erstmal wieder rum "Hä, was für ein Projekt? Und woher kennen Sie die Leute? Wie? Ich habe ein Thema vorschlagen? Ähm, da müssen wir erstmal sehen... Jetzt sollen die erstmal kommen und ich mache eine Firmenvorstellung. Die sollen sich auch erstmal vorstellen, wir müssen ja erstmal sehen, ob wir gemeinsame Themen haben." Also gab´s ein Kennenlerntreffen.
                        Und wieder fragte mein Chef, woher X mich überhaupt kennt. Er erinnerte sich auch wieder nicht mehr an das Projekt, das er selbst vorgeschlagen hatte und eierte herum: "Oh, da muss ich erstmal prüfen, ob das Sinn macht."
                        Allgemein ist er ja sowieso immer so ein destruktiver Bremser à la "Ach, macht das überhaupt Sinn?"
                        Aber das war nun ETWAS arg. X war ein wenig irritiert und sagte, wir sollten demnächst mal telefonieren. Hmpfl!

                        Mein Chef ist ja gar nicht sooo alt. Kann das vorzeitige Verkalkung sein? Macht Demenz nicht aggressiv? Natürlich kann es auch sein, dass er konkrete Gründe dafür hat, das Projekt auszubremsen. Vielleicht wollte er inzwischen das Thema jemand anderem vorschlagen. Aber für mich wirkte er echt irritiert und desorientiert.

                        Nur so eine Frage. Machen kann ich da sowieso nichts. Schließlich kann ich ihn ja nicht zum Arzt schicken, sondern bin ihm ausgeliefert. Ich müsste darauf hoffen, dass jemand aus seiner Liga (Geschäftsführer) merkt, was los ist, und etwas unternimmt. Ich frage mich auch, ob ich extra dafür eingestellt wurde, um dem Chaoten bei der Selbstorganisation zu helfen.

                        Insgesamt ist es aber ziemlich anstrengend, mit ihm zu arbeiten.

                        Und gleichzeitig kommt bei mir gerade jeden Tag noch Geld rein. Mittwoch hat mich jemand zu einem Kurs gebucht, Donnerstag schon die nächsten und heute kam noch ein Scheck über 100. per Post. Also, wenn das kein Zeichen des Himmels ist...

                        Audrey

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                        • #42
                          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                          PS: Immerhin beleidigt mein Chef mich nicht mehr. Aber das Problem, dass einige Leute mit mir nicht zusammenarbeiten wolllen, das bleibt. Und das Betrugsthema auch.
                          Und es wär so schön, wenn ich mich selbständig mache. Dann brauche ich nie wieder Kunden anlügen, Mitarbeiter bedrohen, irgendetwas falsch abrechnen, sadistischen Chefs die Füße küssen.

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                          • #43
                            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                            Hm, das mit der Demenz kann echt sein. Am aggressivsten war er nämlich immer, wenn ich ihm Fragen stellte oder Entscheidungen von ihm wollte (die er natürlich schlecht treffen kann, wenn er sich nicht mehr daran erinnert, um was es überhaupt geht!). Blöd war halt, dass ich außer ihm auch sonst niemanden hatte, dem ich Fragen stellen konnte.

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                            • #44
                              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                              Falls es jemanden interessiert: Der Markt hat nur auf mich gewartet, jippie! Im Ernst. Ich schicke ein Angebot raus und bekomme drei Aufträge. Nun muss ich echt kündigen (lassen), damit ich die vielen Aufträge abarbeiten kann. Huahua, mein Chef wird Augen machen!
                              Der war eh heute ziemlich erstaunt über mich. Ich habe intern einen Vortrag gehalten und er schien sich zu wundern, dass ich mehr als zwei Sätze am Stück sprechen kann. Ja, kann ich, wenn man mich nicht dauernd unterbricht! Naja, er HAT mich dann natürlich mich mit ketzerischen Fragen unterbrechen müssen, war ja eh klar. Aber trotzdem bin ich mal länger zu Wort gekommen als sonst.
                              Audrey

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                              • #45
                                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                                Hm, irgendwie... Jetzt war ich doch schon mindestens drei Mal bei Herr B, um zu kündigen. Gestern hat er mich wieder nicht gehen lassen wollen. Schluck! Sowas ist mir ja noch nie passiert.

                                Ich habe auch noch ein wenig mehr darüber erfahren, wozu ich eingestellt worden war, woraus ich mir zusammenreimen kann, was hier abgeht. Mein direkter Chef hatte nämlich die Aufgabe, in einem bestimmten Bereich für Ordnung zu sorgen. Das hat er aber nicht gemacht, sondern quasi als Mitarbeiter in zwei Projekten gearbeitet und das Managen ganz vernachlässigt. Also wurde ich eingestellt, um ihm zu "helfen". Ich war ihm unterstellt, alles was ich tue, sollte ich mit ihm abstimmen, ich konnte immer nur Vorschläge machen.
                                Natürlich hat er Lunte gerochen und mich als mögliche Nachfolgerin und auf jeden Fall Konkurrenz gesehen. Vielleicht dachte er auch "Warum sollte dieses Mädchen diese komplizierte Aufgabe besser hinkriegen als ich?" (Wobei ihm meiner Meinung nach v.a. der Biss und der "Wille zu herrschen" fehlt. Richtig auf dicke Hose macht der doch nur bei mir!!) Die ganze Zeit hat er dann wohl nur an sich gedacht und uns beide miteinander verglichen und ein großes emotionales Bedürfnis verspürt, aller Welt zu beweisen, dass ich nichts tauge und nicht dafür geeignet bin, seine Aufgabe zu übernehmen. Vielleicht wollte er auch beweisen, wie kompliziert das Multiprojektmanagement in Wirklichkeit ist, und das nun wirklich niemand hinkriegen kann. (Räusper, räusper!)
                                Dieser Konflikt zwischen den beiden Chefs war vermutlich allen bekannt (mir nicht so ganz, mir fehlen hier leider ständig alle möglichen Informationen). Und ich könnte mir vorstellen, dass die Leute in meiner Abteilung (also in der meines Chefs) auf seiner Seite stehen oder sich zumindest keinen anderen Chef wünschen. Oder sie wünschen sich nicht ein junges Mädchen wie mich als Chefin. (Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin 40 und habe 16 Jahre Berufserfahrung. Leider sehe ich aus als sei ich noch keine 30.) Jedenfalls erklärt das auch den massiven Widerstand von meinen Zimmergenossen und überhaupt von vielen. Vermutlich war ich dann die einzige, die nicht wusste, dass ich ein Werkzeug in einer Kampagne bin, die meinen Chef abschießen soll.

                                Wie schon angedeutet, es soll umstrukturiert werden. Ich bekomme dann Rückendeckung. Das Versprechen lautet: "Sie werden dann nicht mehr allein sein."
                                Trotz des mächtigen Beschützers habe ich Bedenken zu bleiben. Ich habe Angst. So eine Sache habe ich früher schon erlebt. Damals war ich auch als mögliche Führungskraft eingestellt worden, sollte aber erstmal auf unterster Hierarchieebene arbeiten. Wichtige Schlüsselpersonen verweigerten mir systematisch die Zusammenarbeit, so dass ich meine Arbeit nur teilweise machen konnte. Ergänzt wurde das Ganze noch mit ekligen Gerüchten und Spioniererei. Das fühlte sich damals genauso an wie jetzt. Die Hälfte von allem was ich sagte, war sowieso bescheuert und albern, zumeist weil man mir sowieso die Worte im Munde rumdrehte, so dass irgendwelcher Unsinn dabei herauskam. Die Kollegen achteten auch ganz genau darauf, wann ich komme und gehe, ob ich auch genug Stunden arbeite, da wurde dann gleich nach oben gemeldet, wenn ich mal nicht da war und die Kollegen befragten mich dann auch dauernd: "Warum kommst Du heute so spät?" und "Wo warst Du am Montag?" Alles genauso wie hier.

                                Ich wurde dann in eine andere Abteilung und ein anderes Projekt versetzt, aber die Probleme waren damit nicht behoben. Es kann gut sein, dass die schlechte Stimmung gegen mich durch die besondere Konstellation hervorgerufen worden war. Erstens dass ich für diese Managementposition eine Kandidatin war und zweitens auch noch einem Projekt zugeteilt worden war, das gar keine weiteren Mitarbeiter wollte. Aber um mich kaltzustellen, brauchten die Leute natürlich eine moralisch einwandfreie Begründung, die haben sie dann auch gefunden. Ich bin dumm, faul, unsympathisch und ein wild in der Gegend herumvögelndes Partygirl. (Naja, fast schon lustig, auf diese Idee sind bisher die meisten Mobber NICHT gekommen!) Und das klebte an mir.

                                Bei der jetzigen Firma weiß ich nicht, was man dort über mich herumerzählt, aber mein Bauchgefühl sagt mir, das müssen auch seltsame Geschichten sein. :-(( Ich hab echt Angst!

                                Daher wäre mein Vorschlag, dass ich mich selbständig mache und gerne noch einzelne Aufträge von meinem aktuellen Arbeitgeber annehme. Dann bin ich für keinen mehr Konkurrenz.

                                Oder hat jemand eine andere Idee? Herr Bs Idee, mit den entsprechenden Leuten zu reden, halte ich für kontraproduktiv. Ich stehe dann hinterher sowieso wieder als überempfindlich da, die sich Dinge einbildet, die gar nicht wahr sind. Dabei hab ich mir noch nie was eingebildet! Mein Bauchgefühl hatte immer Recht.

                                Audrey

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