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Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

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  • #61
    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Ich sag in dieser Firma zu diesem Thema einfach gar nichts mehr. Egal was ich sage, ist doch eh alles falsch und macht alles noch schlimmer.
    Heute hatte ich eine Aussprache mit meinem Chef. Vom Ton her sehr konstruktiv und freundlich und offen. Aber ich weiß jetzt erst recht nicht mehr, woran ich bin. Ich rätsle seit 8 Monaten herum, wofür ich eingestellt wurde, was meine Aufgaben sind, was meine Befugnisse sind. Der eine Chef sagt, das Überwachen der Projekte sei die Aufgabe meines direkten Chefs gewesen. Der hat aber anscheinend von mir erwartet, dass ich das mache. Dafür dass er von mir diese Aufgabe erwartet hat, hat er mich aber ziemlich massiv davon abgehalten. Davon weiß er jetzt aber nichts mehr.

    Stattdessen meinte er, er verstünde mich überhaupt nicht. Einerseits will ich mehr Unterstützung, andererseits will ich mehr Freiheit. Das passe nicht zusammen und ließe sich nicht gleichzeitig realisieren. Nicht??? Spinn ich? Ich laberte was von Einarbeitung, von der Zuarbeit, die ich nicht gekriegt habe. Ich bin nicht sicher, ob er jetzt den Unterschied verstanden hat.

    Ich fürchte, ich bin auch deshalb degradiert worden, weil ich um Unterstützung gebeten habe und die einzige Art von Unterstützung, die denen einfiel war, dass sie mir nach und nach meine Aufgaben wegnehmen, mich nur noch die Sekretärinnenaufgaben machen lassen und noch einen dritten Chef über mich setzen, der die ganzen Managementaufgaben von mir übernimmt. Super Unterstützung. Dabei war ich wirklich SEHR konkret gewesen. Seit Monaten sage ich immer wieder, dass ich Hilfe dabei brauche, auf die Mailinglisten drauf zu kommen, auf denen ich drauf sein sollte. Aber das interessiert die doch nicht. Soll ich mich selbst drum kümmern. Genauso auch mit anderen Themen. Ich habe so viele Fragen über die Firma, die Produkte, die Projekte, auf die ich keine Antwort bekomme. Ich schaffe es immer mal wieder, irgendwo ein Dokument zu finden, in dem noch etwas Wissenswertes steht, oder wenn ich mit einem Kollegen zusammen sitze, doch noch die eine oder andere Frage anzubringen. Aber ich kann ja nur nach den Dingen fragen, von denen ich ahne, dass sie existieren. Ich bin ja nie eingearbeitet worden. Ich habe das monatelang gesagt, aber alles was sie gehört haben war "Ich bin zu dumm, ich traue mir diese Aufgabe nicht zu." Sie verstehen jetzt gar nicht, dass ich die Firma verlassen will, nachdem sie doch extra auf meine Bitten hin umstrukturiert haben. Ich weiß auch nicht mehr, wie ich ihnen erklären soll, was mein Problem ist. Alle geben sich doch total viel Mühe.

    Ich werde noch irre, ich will da weg!

    Audrey

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    • #62
      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

      Sabine, aber im Ernst, diesen Satz kannst Du doch einfach nehmen und unter jedes Posting schreiben.

      Ich bin überhaupt nicht mein Gegner. Ich habe die ganze Zeit versucht herauszufinden, warum die Kommunikation so seltsam verläuft in dieser Firma, was meine Aufgabe ist, für die ich eingestellt wurde. Ich habe mich selbständig einarbeitet, ich habe ganz vielen Leuten ganz nervig viele Fragen gestellt. Wenn ich um Hilfe gebeten habe und habe sie nicht bekommen, habe ich es nochmal versucht oder bei anderen Leuten versucht. Ich war nun wirklich der einzige Mensch, der sich für mich eingesetzt hat, damit ich gute Arbeit leisten kann. Aber ich bin halt keine Insel, ich müsste für meine Arbeit auf das in der Firma vorhandene Wissen zugreifen können, aber das kann ich nicht. Mehrere Leute verweigern mir sogar völlig die Zusammenarbeit und die Chefs finden da nichts dabei.

      Ich weiß echt nicht, was ich da noch hätte machen sollen. Am Ende hat ja dann auch alles was ich versucht habe, alles noch schlimmer gemacht. Hätte ich einfach vor mich hingewurschtelt und schlechte Arbeit geleistet und gar nichts gebacken gekriegt, wäre es vielleicht sogar weniger schlimm gewesen.

      Audrey

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      • #63
        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

        Naja, egal. Ich lasse es jetzt firmenintern einfach auf mir sitzen, dass ich überempfindlich bin und mir seltsame Dinge einbilde. Ist wohl die diplomatischste Lösung für das Problem. Niemand ist schuld, nur ich. :-(
        Ich finde es nur so traurig, weil ich so gerne zu dieser Firma dazu gehört hätte. Ich mag die Firma, die Produkte, mein Job war auch mein Traumjob, bevor ich feststellte, dass sie mir den Job gar nicht zutrauen und mir darum dauernd meine Aufgaben wegnehmen. Aber irgendetwas oder irgendjemand will mich da wohl nicht.
        Audrey

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        • #64
          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

          Nein, Audrey, witzig ist irgendwie anders - und das meine ich auch im Ernst.

          Fang doch mal an, nur halb so viel Konzentration und Fokus auf Dich zu lenken, wie du dich auf die anderen ausrichtest.
          Irgendetwas in DIR hindert dich daran.
          Geh da auf die Suche und schau dann zur Abwechslung mal auf dich.

          Denn nur du kannst dafür sorgen, dass es dir gut geht. Diese Aufgabe kannst du niemandem übertragen.

          Viele Grüße
          Sabine

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          • #65
            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

            Habe jetzt eine zweitägige Krise hinter mir mit Kopfschmerzen und mehrmals 10 Stunden Dauerschlaf. Bisher konnte ich ja alles was passiert noch mit Egoismus erklären. Und Egoismus ist ja kein Mobbing. Jeder arbeitet dort nur an seinem Kram und ob ich alles habe was ich zum Arbeiten brauche, das interessiert da natürlich keinen. Ist kein Verbrechen. Ich habe von mir erwartet, dass ich es trotzdem schaffe, gute Arbeit zu leisten.

            Aber diese Woche sind einige Dinge passiert, die mir zeigen, dass es eben doch Mobbing ist. Anders kann man das nicht mehr nennen.
            Da war erst die Sache mit dem Büro. Sie haben wirklich absichtlich nicht erwähnt, dass ich auf der Liste fehle und haben in Kauf genommen, dass ich keinen Schreibtisch mehr habe. Ich glaube, es ging auch darum, mich los zu werden. Als sie umzogen, meinte ein Kollege noch begeistert, dass die Tische im anderen Büro größer seien. Ich witzelte: "Hey, dann will ich auch so einen!" Sofort kam barsch zurück: "Nein, die sind alle schon vergeben!" Nachdem die also drüben sitzen, stellte sich die interessante Frage, mit wem ich in Zukunft zum Mittagessen gehe. Tja, nicht mit den früheren Kollegen, so viel steht fest! Ich werde es mit meinen neuen Zimmergenossen probieren. Die können sich ja kaum unbemerkt zum Essen schleichen, außer sie gehen, wenn ich kurz auf Toilette bin.
            Was die Mailverteiler angeht, habe ich in meiner Mailbox gekramt. Weil der Admin ja meinte, ich sei auf dem Verteiler für die Projektleiter mal drauf gewesen und wieder heruntergenommen worden. Er wisse nicht ob auf eigenen Wunsch oder auf fremden. (Ein Tipp?) Ich habe also nachgesehen und festgestellt, dass ich von ein paar anderen Mailverteilern offensichtlich auch heruntergenommen wurde. An einen Verteiler hatte ich vor Weihnachten noch eine Nachricht geschickt und mich gewundert, dass ich selbst meine eigene E-Mail nicht bekam. Da ich insgesamt sehr viel Post bekomme, war mir gar nicht aufgefallen, dass ich SEIT MONATEN von fast keinem Verteiler mehr Post bekomme. Da ist nur noch einer, der Verteiler für "alle" und ein Verteiler unseres Marketingleiters, den er handgestrickt hat. Überhaupt werden hier Informationen wohl v.a. über handgestrickte Verteiler verteilt, so dass jeder selbst steuern kann, wem er welche Information mitteilt. Und ich gehöre nicht zu denen, die über irgendetwas informiert werden müssen, offensichtlich. Mich zu vergessen ist aber eine Sache, mich von Mailverteilern löschen zu lassen verlangt aber ein gewisses Maß an krimineller Energie!!
            Dann hat einer meiner Kollegen am Dienstag beim Mittagessen Fragen an mich gestellt, weil er gesehen hatte, dass meine Stelle neu ausgeschrieben ist. Da ich ja die Kündigung noch nicht habe und auch keinen Termin dafür, wollte ich nichts darüber sagen. Ich sagte, es sei noch nicht spruchreif. Er dachte sich selbst eine Geschichte aus, die er ganz toll fand. Ich sagte, dass es so NICHT ist. Trotzdem sprach mich mein Chef am nächsten Tag sofort darauf hin an und war erstaunt, dass ich leugne und sage, so ist es nicht. Er schien ganz sicher zu sein, dass er da zuverlässige Informationen über mich erhalten hatte. Und einige Kollegen benehmen sich mir gegenüber seither auch anders, freundlicher und distanzierter. Es handelt sich ausnahmsweise mal um ein Gerücht, bei dem ich positiv aussehe. Man sagt mir die ganz große Karriere nach, obwohl es sich ja eher um die Arbeitslosigkeit handelt. Und schon sehen sie mich mit anderen Augen. Ich bin entsetzt, erstens wie schnell falsche Gerüchte hier verbreitet werden, und zweitens wie ernst die jeden Scheiß nehmen, den sich jemand ausdenkt. Wenn ich daran denke, was für Zeugs derselbe Kollege bisher über mich zum Besten gab, dann verstehe ich, warum mein Chef mich monatelang angebrüllt hat.

            Das mit den Gerüchten verstehe ich nach wie vor nicht. Jemand denkt sich eine haarsträubende Geschichte aus und erzählt sie überall herum und jeder glaubt die? Sind die Leute bescheuert? Haben die keine eigene Meinung? Haben die noch nie davon gehört, dass man sich Geschichten auch ausdenken kann??? Also, wenn mir jemand seltsame Geschichten über einen anderen erzählt, dann bin ich da immer skeptisch. Besonders wenn es von bestimmten Leuten kommt, die ständig immer alles wissen, was ja gar nicht sein kann.

            Ich muss echt aufhören, an mir selbst zu zweifeln. Mein Bauchgefühl hat in ALLEM Recht. Da werden Geschichten über mich erzählt, mir wird Information absichtlich vorenthalten, meine Kollegen können mich nicht leiden, mein Chef steht gar nicht hinter mir, und dass man mich degradiert hat, ist nun auch nicht gerade ein Zeichen von Vertrauen und Anerkennung. Ich WILL in so einem Umfeld gar nicht weiterarbeiten, das liegt mir nicht. Ich kann da auch meine Arbeit gar nicht richtig machen, ständig fehlt mir Wissen, Information, Zuarbeit von anderen, die mich "unterstützen".

            Audrey

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            • #66
              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

              Audrey, ich gratuliere dir zu den Worten in deinem letzten Absatz!!!!
              Genau diese Haltung ist die einzige, die dir hilft, den Weg da raus zu finden!

              Anerkennung ist auch ein gutes Stichwort; wie steht es denn mit der Anerkennung und Wertschätzung dir selbst gegenüber? Ich glaube, du weißt genau, wozu du fähig ist, was du wert bist und hast bereits innerlich diesem Haufen dort die Kündigung ausgesprochen, weil wir ja eben auch alle nur begrenzte Lebenszeit haben und die so gut es geht auch selbstbestimmt leben und gestalten sollten.

              Ich glaube, du kennst den Weg; weißt aber auch, dass du gerade vor einem großen Berg stehst, den du überqueren musst, um dahin zu kommen, wo du hinwillst. Die Mühe, der Mut und jede Überwindung lohnen sich, auch wenn du jetzt noch nicht genau weißt, was dich erwartet.
              Es ist auch völlig legitim, wenn du dir für einen Teil des Weges einen Bergführer nimmst - jemanden, der dir an schwierigen Stellen die Zuversicht und das Feedback geben kann, auf dem richtigen Weg zu sein und dir die Ausrüstung zur Verfügung stellt, um bei Wind und Wetter gesund am Ziel anzukommen.

              In diesem Sinne ein schönes Wochenende
              Sabine

              PS: und noch etwas: alles, was du tust, tust du für dich - nur für dich. Du darfst selbst entscheiden, was du willst und was du kannst - das kannst nur du einschätzen. Auch wenn Eltern vielleicht - unbewusst - die Richtung vorgeben wollen ("dir soll es mal besser gehen, du studierst und wirst was ordentliches" ... etc) - Audrey, du bist inzwischen eine erwachsene, gestandene und erfahrene Frau und keine 12 Jahre mehr.
              Tu das, was du tust nicht, um zu gefallen oder um Erwartungen zu erfüllen - du musst dich wohlfühlen damit, niemand anderes sonst. Die Konsequenzen trägst ja auch du, hab noch nie erlebt, dass die anderen mit diesen Konsequenzen konfrontiert wurden und damit umgehen mussten.

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              • #67
                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                Hallo Sabine,

                leider tue ich mir immer so schwer, ein Ziel aufzugeben. Aber dieses muss ich jetzt echt zu den Akten tun. Ich werde zu dieser Firma nie wirklich dazu gehören. Und man wird mir dort nie die Aufgaben geben, die meiner Qualifikation entsprechen.

                Viele Leute werden mein Weggehen nicht verstehen, weil ich ja nicht so wirklich viel Schlimmes über den Job sagen kann. Ich werde nicht so richtig offensichtlich gemobbt, sondern die haben schon immer eine blöde Begründung für alles, insbesondere ganz viel Fürsorglichkeit. Wenn mir die Aufgabe zu schwierig ist, nimmt man sie mir eben weg. Ist doch total nett, oder? Und wer kann meine Kompetenz besser beurteilen als mein Chef?

                Aber ich weiß, wer ich bin und was ich kann. Habe ja 16 Jahre Berufserfahrung!

                Ich muss gut auf meine Gefühle aufpassen, denn meine Chefs arbeiten mit der Mitleidmasche. Sie haben doch so viel für mich getan und den Job genau auf meine Fähigkeiten maßgeschneidert. Und jetzt gehe ich??? Dabei habe ich sie dauernd um Hilfe gebeten und habe diese Hilfe nicht bekommen. Sie haben mich "falsch verstanden", aber ich weiß, warum. Sie hatten schon von Anfang an erwartet, dass ich versage und das alles zu schwierig für mich ist. Das ist echt nicht fair, jemanden einzustellen, wenn sie ihm den Job nicht zutrauen! Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert, aber als ich es merkte, war es schon zu spät.

                Daher suche ich mir jetzt eine Chefin, die genau weiß, was ich kann... Ich selber.

                Audrey

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                • #68
                  AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                  Nein, ich bilde mir wirklich nichts ein. Ich habe noch ein wenig herumgeforscht. Nur einfach, weil ich dauernd das Gefühl habe, mich dafür rechtfertigen zu müssen, warum ich so einen tollen Job einfach aufgeben will. Jawohl, irgendwie bin ich von fast allen internen E-Mail-Verteilern "runtergefallen", auf denen ich drauf war. Also, ich meine doch, wenn mich jemand offiziell runtergenommen hätte, weil er dafür einen guten Grund hat - z.B. weil ich da einfach falsch war - dann hätte er mir das ja mitteilen können. Aber mich heimlich von mehreren Verteilern zu löschen ist echt schon kriminell, zumal ich ja auf jeden Fall auf dem Verteiler für die Projektleiter drauf sein sollte, wenn ich Projekte leite!

                  Und zweitens gibt es tatsächlich sowas wie Umlaufmappen. Ich dachte doch, dass ich sowas gesehen hatte. Fachliteratur. Ich weiß nicht, ob das alle kriegen oder ob das optional ist und man es selbst beantragen muss. Jedenfalls hat mir keiner gesagt, dass diese Umläufe existieren. Und so konnte ich auch nicht danach fragen. Sehr bizarr. Das habe ich noch nie erlebt, dass ich keinerlei Einführung oder Laufzettel oder sonstwas bekomme, was eigentlich jeder bekommen sollte. Und dabei habe ich schon mehrmals darauf hingewiesen, dass ich ein massives Problem habe. Aber der eine Chef glaubt es mir nicht, dem anderen ist es wurscht. Der ärgert sich nur, dass ich schon wieder rumnörgle. Ich komme mir vor wie im Irrenhaus!

                  Und dass ich von den Informationsflüssen in der Firma abgeschnitten bin, das braucht irgendwie auch keinen Beweis, denn bei mir kommen ja wirklich so gut wie null Informationen an, außer die, die an den Mailverteiler "alle" gehen und die Mails von einer einzigen Führungskraft.

                  Und im Übrigen habe ich keinen Bock mehr auf das scheiß Theater. Ich habe heute einem spontanen Impuls nachgegeben und bin mit ganz anderen Leuten zum Mittagessen gegangen. Ich weiß, dass sie mir das böse auslegen werden, mein Chef wird das sicher gegen mich verwenden. Aber ich kann echt nicht mehr, ich mag mit denen nicht mehr essen gehen und so tun als hätten wir uns alle ganz doll lieb!

                  Ich will nur noch die Kündigung!!! Wann kriege ich endlich meinen Termin? Muss ich wirklich warten bis die in aller Gemütlichkein einen Nachfolger gefunden haben? Leider kriege ich beim Arbeitsamt nicht nur eine dreimonatige Sperre, wenn ich selbst kündige, sondern eventuell überhaupt keinen Gründungszuschuss. Ich hätte aber trotzdem Lust, auf das ganze scheiß Geld zu verzichten und selbst zu kündigen.

                  Audrey

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                  • #69
                    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                    Audrey, die einzige, vor der du dich und deine Entscheidungen rechtfertigen musst, bist du.

                    Ich weiß, leichter gesagt als getan - schleppen wir doch ein bestimmtes Muster mit uns herum, was von den Eltern unbewusst und nett gemeint vorgelebt und vorgegeben wurde. So passiert es eben, dass wir meinen es ihnen immer rechtmachen zu müssen, sie nicht enttäuschen zu dürfen und, und, und ...

                    Eltern wollen, dass es uns gut geht, unser Bestes - oftmals eben auch, dass es uns mal besser gehen soll, dass wir unsere Chancen besser nutzen etc. Das sind IHRE Wünsche und Vorstellungen, die dürfen von den unsrigen, wenn wir erwachsen sind, gut und gerne abweichen.

                    Letztlich wollen Eltern, dass wir glücklich sind - das ist zumindest in 99 % die Antwort, die sie auf eine solche Frage geben würden.

                    Dafür sorgen müssen wir jedoch selber - diese Verantwortung können wir niemandem übertragen.

                    Im übrigen klasse, dass du dein Muster unterbrochen hast und mit anderen Leuten essen gegangen bist.
                    Wie ging es dir damit? Wie hat sich das angefühlt?

                    Höre weiter auf deine Impulse und vor allen Dingen vertraue dir und deinen Fähigkeiten.

                    Du hast die Power - wo siehst du dich denn in einem Jahr?

                    Viele Grüße
                    Sabine

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                    • #70
                      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                      Shit. Ich kriege einen neuen Chef - und das ist auch noch einer von den vier Leuten, mit denen ich bisher sehr gut zusammengearbeitet habe. Er meinte heute, ob ich nicht doch bleiben will. Sie seien sehr zufrieden mit meiner Arbeit...
                      Aber wenn ich in meinem Bauch rein höre, dann spüre ich da nur Angst. Mir hat in dieser Firma so viel eisiger Wind entgegen geschlagen. Zwei Geschäftsführer und ein Manager (mindestens) wollen mich los werden. Mein Team freut sich, dass sie mich los sind. Ich habe echt nicht die Nerven für sowas!

                      Obwohl ich wirklich gerne diesen Job hätte, das war der totale Traumjob für mich. Ich will jetzt aber auch nicht noch länger herumeiern. Und ich weiß auch nicht, ob das noch so toll funktionieren kann. Ich habe jetzt 9 Monate lang nur Schreibarbeiten erledigt. Geht es jetzt überhaupt noch, dass ich mich wie eine Anfängerin einarbeiten lasse und in alle möglichen Gremien reindränge, aus denen man mich bisher fern gehalten hat? Ich weiß nicht. Das ist doch alles nicht ohne Grund passiert.

                      Audrey

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                      • #71
                        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                        Kurz: Mein Verstand sagt mir, dass ich bleiben sollte. Jetzt kann ja alles gut werden. Mit einem Chef, mit dem ich gut kann, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Dann bekomme ich doch noch meine Einarbeitung und meine Informationen, muss zu Meetings eingeladen werden, wo ich bisher nicht dabei war.

                        Aber mein Bauch sagt, es ist zu spät dafür. Die haben sich doch schon drauf eingeschossen, dass ich eine blöde Kuh bin.

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                        • #72
                          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                          Ich muss sagen, dass es mich sehr beruhigt, dass ich demnächst einen Ansprechpartner habe, mit dem ich zivilisiert sprechen kann. Mit meinen beiden bisherigen Chefs und den Kollegen gab es dauernd nur Missverständnisse, sie haben alles anders verstanden als ich es meinte. Aber mit meinem neuen Chef kann ich super reden. Genauso wie für mich ist es für ihn wichtig, dass gute Arbeit geleistet wird. Unsere Besprechungen haben bisher immer super Ergebnisse gebracht und es ging konstruktiv voran.

                          Bin gerade ein wenig irritiert, wer eigentlich mein Ansprechpartner in Zukunft ist. Ich habe zwar diverse Informationen bekommen, aber die widersprechen sich wie stets. Mein aktueller Chef hat mit mir jetzt schonmal zweiwöchentliche Besprechungen für den Rest meiner Zeit angesetzt. Aber macht das überhaupt Sinn? Wir haben noch ein paar Projekte zusammen, die müssen wir wohl ohnehin besprechen. Meinen Kündigungstermin bespricht er nächste Woche mit mir und auch welche Aufgaben ich für den Rest der Zeit noch haben werde. Er meinte "mit welchen Aufgaben Sie sich wohl fühlen" gerade so als sei ich mit manchen überfordert. Hm. Aber warum ist er mein Ansprechpartner für diese beiden Themen? Eigentlich ist rein formal Herr B mein Chef und ich dachte, der unterschreibt meine Kündigung. Und ich dachte, meine Aufgaben kläre ich mit meinem neuen Chef. Ich blick nicht durch. Hoffentlich wissen die wenigstens, was sie tun!

                          Mir ist heute auch folgendes aufgegangen, ziemlich seltsam: Anfangs hat mich Herr B behandelt wie eine Managerin und mein Chef wie eine lästige Praktikantin, die erstmal gar nichts kann. Ich habe nur Schreibarbeiten erledigt und immer wenn ich etwas mehr machen wollte und ich mich in Organisatorisches und Prozessverbesserung einmischte (was meinem Verständnis nach meine Aufgabe war), wurde ich ruppig davon abgehalten. Dann haben sie im Oktober über mich gesprochen und mir scheint, jeder scheint dabei den anderen von seiner Sicht überzeugt zu haben. Herr B traut mir jetzt gar nichts mehr zu und sagte im Januar erst, dass eigentlich das ganze Managementzeugs in der Verantwortung meines Chefs liegt. Toll, dann habe ich also meine Kompetenzen überschritten?? Gleichzeitig war aber mein Chef etwas weniger unfreundlich mit mir. Naja, mit der Begründung, dass er kapiert habe, dass ich "mehr Zeit brauche". Keine Ahnung, was er damit meinte. Normale Einarbeitung oder einfach nur meine etwas unterdurchscnittliche Intelligenz. Einarbeitung habe ich allerdings keine bekommen, nur die rhetorische Frage "Inzwischen müssen Sie sich doch schon alles Wissen angeeignet haben, das Sie brauchen, oder?"

                          Kurz: Ich will da immer noch weg. Mir ist das zu chaotisch und ich habe ja sowieso schon verspielt. Aber ich finde es sehr gut, dass ich die restlichen Monate nicht mehr allein sein werde. Dann mache ich noch eine gute Übergabe. Dieses Gefühl, allein unter Leuten zu sein, die mich für dumm und faul halten, ist doch ziemlich ungesund. Und bescheuert sowieso, weil sie auf diese Art eine hochmotivierte, kompetente Mitarbeiterin total demotiviert und auch menschlich gebrochen haben. Und da ich ja zu dumm für die meisten Aufgaben bin, bin ich zur Zeit gar nicht voll ausgelastet. Ich arbeite maximal 6 Stunden pro Arbeitstag, bin auch ziemlich viel damit beschäftigt, auf Zuarbeit von Partnern zu warten. Und von den Chef, aber ich denke, die Projekte, für ich noch Zuarbeit von meinen Chefs brauche, gehen eh wieder den Bach runter, denn da hat sich seit Monaten nichts getan und ohne diese Zuarbeit komme ich nicht voran. Ziemlich effizient das alles...

                          Ich weiß zwar immer noch, dass ich gut bin. Aber ich sehe keine Motivation mehr, meine Energie in meinen Job zu stecken, ich arbeite dieses Wochenende ausschließlich an meinen eigenen Projekten.

                          Audrey

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                          • #73
                            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                            Hallo Sabine,
                            noch zu Deinen Fragen.

                            Es ist gut, dass ich mit den Pappnasen nicht mehr essen gehe. Die sind sicher auch erleichtert. Da ich mich mit denen nicht wohl fühle, gehe ich einfach schweigend mit und sage nur relativ wenig, nur Small Talk. Ich glaube, das ist für die auch unangenehm, denn leider bin ich eine schlechte Schauspielerin. Sicher schmeckt denen das Essen jetzt auch besser.

                            Für nächste Woche habe ich schon zwei Mittagessenverabredungen mit Kollegen. Ansonsten finde ich es auch nett, alleine essen zu gehen. Mit den neuen Kollegen bin ich leider nicht so recht warm geworden, die haben vor allem über Technisches aus ihren Projekten gefachsimpelt. Am Tag darauf haben sie mich auch gar nicht gefragt, ob ich wieder mitgehe und waren, glaube ich auch, nicht zu traurig, dass ich nicht gefragt habe, ob ich mit darf. Ich bin in letzter Zeit nicht so arg unterhaltsam.

                            > Höre weiter auf deine Impulse und vor allen Dingen vertraue dir und deinen Fähigkeiten.

                            Ja, sowieso! Ich bin der einzige Mensch, der weiß, was in mir steckt, weil wir schon so lange zusammenarbeiten. Mein Chef, der schon von Anfang an erwartete, dass ich ein unselbständiges kleines Mädchen bin, hört doch sowieso in allem was ich sage nur "Das ist mir zu schwierig, bitte nimm mir die Aufgabe weg!"

                            > Du hast die Power - wo siehst du dich denn in einem Jahr?

                            Ich nehme meine Ersparnisse und haue auf die Kacke. :-) Ich habe 16 Jahre lang Lohnarbeit geleistet und viel gespart. Und mich in meiner Freizeit fortgebildet. Und so habe ich mir mit der Knechterei die Freiheit verdient. Und die nutze ich jetzt! Nicht für ewiges Sonnenbaden am Strand, sondern um die Arbeit zu machen, die mir Freude bereitet. Und ein guter Teil davon wird ja sogar sehr gut bezahlt. Nun fängt das echte Leben an, hurra!

                            Ansonsten sind meine Pläne um Detail im Business Plan festgehalten. Umsatzziele, Auslastungsziele, geplante Ergebnisse.

                            Audrey

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                            • #74
                              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                              Oh Mann, da rennt man echt im Kreis. Mein Riecher war doch richtig: Mein Ex-Chef war natürlich NICHT der richtige Ansprechpartner für meine Kündigung. Nun habe ich also schon den dritten Ansprechpartner und habe nochmal von vorne alles erklärt und verhandelt. Und jetzt will er mich nicht kündigen. Shit. Feigling! Natürlich werde ich meine Stelle nach der Kündigung nicht wieder einklagen. Sehe ich so aus?

                              Also, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich gleich im Dezember auf Ende März gekündigt. So ein Hickhack! Und mir fällt es echt sehr, sehr schwer zu glauben, dass das alles aus Versehen passiert ist. Die halten mich hin, mein Ex-Chef hat mich doch jetzt mit der Kündigung von Woche zu Woche neu vertröstet, obwohl er gar nicht mehr mein Ansprechpartner dafür war. Verarschen kann ich mich auch selber!

                              Jetzt ärgere ich mich darüber, dass ich mich von ihnen habe breitschlagen lassen, noch bis Ende Juni für sie zu arbeiten. Das werden ein paar haarige Monate! Und danach dann erstmal drei Monate ohne jegliches Einkommen, aber die Krankenkasse will natürlich trotzdem ihren Obulus.

                              Was ich an der Selbständigkeit auch so reizvoll finde ist, dass ich mir die Leute, mit denen ich in Zukunft zusammenarbeite, selbst aussuchen kann. Natürlich kann ich auch mal ins Klo greifen, aber dann brauche ich mit denen kein zweites Mal mehr etwas zu machen. In einer Firma sitzt man leider mit Mobbern und Idioten im selben Boot und rudert dann noch für alle, damit wir nicht gemeinsam über die Stromschnellen fallen. Supi. Ich hätte Lust, wie in Knacki die Tage bis zu meiner Freiheit zu zählen. Oder jetzt einfach auf Ende Mai zu kündigen. Ich habe mich mit dem Termin nach denen gerichtet, weil ich ja etwas von ihnen wollte, nämlich die Kündigung. Und die krieg ich jetzt nicht. Knurr!

                              Audrey

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                              • #75
                                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                                Hallo Audrey,
                                hört sich ähnlich an wie bei mir. Ich bin seit Dezember in einer neuen Firma. Habe bis heute kein Aufgabengebiet, kein Stuhl und Tisch. Mein Kollege hat manchmal erklärt, wenn denn mein Büro eingerichtet ist, schließt er mich morgens ein und läßt mich abend wieder raus. Meinem Chef habe ich unsere Differenzen versucht zu erklären. Der winkte nur ab und erklärte der Kollege sei wohl etwas überfordert mit der Verantwortung. Mein Kollege scheißt regelmäßig Mitarbeiter zusammen. Spielt sich auf wie Chef der Chefs. Stellt einen blos vor der ganzen Manschaft. Und fragte tatsächlich einen anderen Kollegen (50j. und viel Erfahrung in seinem Bereich) ob er denn bis 300 zählen kann. Das neuste istz aber in unserem Stammhaus sind zwei neue Kolleginnen angefangen, die will er gegen mich austauschen. Zusätzlich ist es dermaßen kalt, dass man sich dort den A... abfriert. Ich mußte mich krank schreiben lassen, weil ich diesen Kerl nicht mehr ausgehalten habe und schon mit Bauschschmerzen zur Arbeit gefahren bin. Meine Kinder haben mcih abends gefragt, ob er mich wieder geärgert hat und mich zum heulen gebracht hat. Ist hammer hart oder? Gruß Alexa03

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