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Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

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  • #46
    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Übrigens, noch von wegen meiner Inkompetenz... Für mich wird es echt eng. Ohne die Geschichte in voller Länge zu erzählen... Es gibt mehrere Leute, die meine Arbeit jetzt noch strenger kontrollieren, weil sie mir nichts zutrauen. Ich muss inzwischen schon drei Leuten über eine bestimmte Arbeit Rechenschaft ablegen und ihnen jede E-Mail per cc schicken. Herr B sagt, das könne nicht sein, da hätte ich bestimmt etwas falsch verstanden. Oh nein, das lässt sich nicht falsch verstehen. Jeder quatscht mir rein und mischt sich ein, die reden hinter meinem Rücken über mein Projekt und meine Fehler und der Chef hat jetzt mehr oder weniger übernommen. Ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis er sie mir ganz abnimmt. Ich hab´s Herr B gesagt, vielleicht nehmen diese Leute dann endlich mal ihre Pfoten von meinem Projekt. Aber eine richtige Lösung ist das auch nicht, denn dann darf ich auf Hilfe von denen auch nicht mehr hoffen und sie lassen mich auflaufen. Das ist wieder dieses "fürsorgliche Mobbing", bei dem sie mir hinterherspionieren und sich in alles einmischen, um dem armen kleinen dummen Mädchen zu helfen. Ich HASSE das! Ich bin eine erfahrene Managerin, da braucht nicht irgendein Hinz daher kommen, plötzlich neben meinem Stuhl stehen und mir sagen: "Ich will jetzt die Projektplanung für dein Projekt mit dir machen." (Echt wahr, so war es!) Werd ich irre? Ich hab ihn mit "Die Planung habe ich vor einem halben Jahr schon gemacht" wieder weggeschickt. Was soll das denn alles?

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    • #47
      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

      Bei mir geht es stimmungsmäßig ziemlich auf und ab. Einerseits, andererseits...

      Das ist ja durchaus mein Traumjob, genau den wollte ich machen und war anfangs ja so hoch motiviert. Ich wollte alles ganz toll machen und wusste auch, dass ich da den einen oder anderen Widerstand erleben würde. Ich war nur nicht darauf eingerichtet, dass der Widerstand direkt von meinem Vorgesetzten kommen würde. Nun soll ja angeblich alles besser werden, ich werde Unterstützung kriegen etc blabla. Eigentlich könnte ich JETZT mit dem anfangen, was ich schon von Anfang an machen wollte.

      Ich habe jetzt allerdings diese Bedenken:
      - Jetzt habe ich acht Monate lang nur an meinem Rechner gesessen und vor mich hin gewurschtelt. Ich war (Außensicht der Kollegen) passiv, habe nichts bewegt und nichts verändert. Ich bin noch nicht mal - weder fachlich noch menschlich - richtig in die Firma reingekommen. Und das klebt doch jetzt an mir. Wenn ich plötzlich auf aktiv mache und auf "Hurra, wir beseitigen jetzt die Schlamperei!", dann grinsen die doch alle nur und denken, ich hätte halt mal kurz ein wenig Motivationstabletten eingeworfen, aber wenn sie das aussitzen, geht es wieder vorbei.
      - Wenn die Dinge wirklich besser werden sollen, warum tun sie das jetzt noch nicht? Ich habe gerade einen Hilferuf abgesetzt. Schon seit einem halben Jahr (!) versuche ich, Kontakt zu einer bestimmten Firma zu kriegen. Herr B hat Kontakte und der wollte sich auch darum kümmern, dort mit den richtigen Leuten zu sprechen und alles klar zu machen. Nun war das aber wohl nicht so einfach und es ist bei ihm auch mehrmals einfach untergegangen. Immer wieder habe ich ihn daran erinnert, auch schon mehrmals angeboten, mich selbst darum zu kümmern. Wollte er nicht. Warum eigentlich nicht? Warum soll ich die Firma nicht nach außen hin vertreten??? Jetzt läuft uns die Zeit davon und es kann sein, dass wenn dieser Kontakt und diese Zusammenarbeit nicht zustande kommt, ein großer Teil meiner Arbeit der letzten Monate voll für die Tonne ist. Dann ist der Termin verpasst und alles zu spät. Ich habe deshalb gerade beschlossen, ich kümmere mich selbst um den Scheiß und telefoniere quasi unerlaubt im Namen meiner Firma da draußen herum. Habe also intern jemandem eine Mail geschrieben, dass ich einen Ansprechpartner brauche und mich dann ab Neujahr (natürlich in meinem Urlaub...) dort herumtelefoniere. Ich hab einfach keinen Bock, dass meine bisherige Arbeit zu diesem Thema vollständig für den Müll sein soll plus auch der Großteil der Arbeit, die ich jetzt in meinem Urlaub leiste! Und das wird sie sein, denn wenn wir nicht in die Gänge kommen, machen unsere Partner das Projekt ganz ohne uns, wir müssen dann aussteigen. Also nochmal: Wenn ab nächstes Jahr alles besser wird, warum ist es das nicht jetzt schon? Warum krieg ich nicht die Hilfe, die ich brauche, oder die Befugnisse, dort selbst anzurufen???

      Audrey

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      • #48
        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

        So, ich habe jetzt auch meinem Chef nochmal eine Mail geschrieben. Ich fürchte, die ganze Geschichte - so dringend und wichtig sie (angeblich auch für ihn) ist, ist sie in letzter Zeit im Trubel vollständig untergegangen. Ich habe offiziell um die Erlaubnis gebeten, die Sache selbst in die Hand nehmen zu dürfen.

        Ich frage mich, ob ich es hier wieder mit einem Fall von "fürsorglichem Mobbing" zu tun habe. :-( Das ist mir früher immer wieder passiert. Vielleicht auch dieses Mal? Das fürsorgliche Mobbing funktioniert so: Da ich ja ein kleines, zartes Mädchen bin, das total schüchtern ist, stellt man mich nur mit großemn Zweifel ein und beobachtet mich ganz fürsorglich. Sobald ich frustriert bin oder etwas nicht so klappt, nimmt man mir gleich diese Aufgabe weg, die mich ja offensichtlich überfordert, und übernimmt sie als Chef selbst. Auf diese Art werden meine Aufgaben immer weniger. Ich wage schon gar nicht mehr zu erwähnen, dass ich mit irgendetwas nicht voran komme oder ein Problem aufgetreten ist, weil mir dann auch diese Aufgabe abgenommen wird, weil ich das ja auch nicht kann. So sagt man mir dann, wenn ich mich beschwere und sage, dass ich das bitteschön weitermachen will und das durchaus noch hinkriege. Darum fange ich also an, alles schön und heil darzustellen und Probleme herunterzuspielen. Ich muss sie dann eben ohne die Hilfe meines Chefs lösen. Das erhöht natürlich das Misstrauen des Chefs, weil er merkt, dass das kleine Mädchen sich offensichtlich selbst überschätzt.
        Hier gibt es auch schon einige Anzeichen dafür, dass ich wieder in solch einer Scheiße stecke. Nur ein Beispiel: Ich bin hier ja nie zu irgendwelchen technischen Schulungen eingeladen worden, die ja sowieso stattfanden und wo auch Plätze vorhanden waren. Dabei bräuchte ich für meine Arbeit eigentlich technische Kenntnisse, und technische Ansprechpartner finde ich dafür auch nicht. Als ich sagte, ich möchte gerne in Zukunft zu diesen Schulungen eingeladen werden, hieß es, ich hätte doch selbst beim Bewerbungsgespräch gesagt, dass ich niemals auf keinen Fall irgendetwas mit Technik zu tun haben will, und das habe man respektiert. Dabei hatte ich beim Bewerbungsgespräch sagte, ich wolle nicht als Entwickler arbeiten und den ganzen Tag nur am Bildschirm sitzen und programmieren. Das ist nicht dasselbe!

        Und bei früheren Jobs war es dann oft auch am Ende so, dass ich mich darüber beschwerte, dass man mir Wissen vorenthielt und Aufgaben wegnahm. Das Wort "respektieren" fiel da auch oft. Man habe meine Wünsche respektiert (wie hier den Wunsch, niemals irgendwie mit Technik zu tun haben zu müssen), man habe meine Grenzen respektiert, man habe sich damit abgefunden, dass ich eben keine vollwertige Mitarbeiterin sei, man habe mich geschont, sich dauernd Gedanken darüber gemacht, was ich kann, will, brauche, habe mich entlastet, mir geholfen, und nun zum Schluss noch solcher Undank. Hallo? Man nimmt mir gegen meinen Willen Aufgaben weg! Man enthält mir Wissen vor, das mich angeblich nicht interessiert, obwohl ich sage, ich WILL es wissen. Ich hasse das, das ist ein Albtraum! Die bringen mich um mit ihrer scheiß Fürsorglichkeit!

        Außerdem ist diese Schonerei albern. Ich bin beruflich durch eine harte Schule gegangen, man hat mir echt nichts geschenkt. Ich musste immer möglichst perfekt sein, weil jeder Fehler ja gleich bestraft wird mit "Wusste ich doch, dass sie das nicht kann!"

        Audrey

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        • #49
          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

          Ich sitze hier und heule zur Weihnachtsmusik und weiß: Ab jetzt geht es aufwärts. Ich war die letzten Monate wie gelähmt, in die Defensive gedrängt, niemand nahm mich ernst (privat ja dann sowieso auch nicht mehr) und irgendwie passte alles gar nicht zusammen. Ich begriff aber auch nicht, was hier gespielt wird. Jetzt aber ergibt sich endlich ein logisches Bild, endlich habe ich kapiert, was die da mit mir spielen. Wie können sie mir das antun? Wie können die es wagen, jemanden von meiner Qualifikation einzustellen, obwohl sie ihr gar nichts zutrauen? Wie können sie es wagen, mir "Manager" auf die Visitenkarte draufzudrucken und mich dann wie eine Sekretärin zu behandeln? Und wie können sie glauben, dass ich damit glücklich sein soll? Und nun werde ich degradiert und soll mich noch darüber freuen, dass ich "Unterstützung" bekomme. Was soll der scheiß? Arbeite ich schon so lange für die, dass mir vollkommen der Bezug zur Realität verloren gegangen ist?? Warum schließe ich mich deren Sicht an? Klar, normal menschliches Verhalten, denn sich deren Sicht anzuschließen verspricht Gruppenzugehörigheit. Aber um welchen Preis?

          Ich bin eine verdammt gute Managerin, Wissenschaftlerin und Autorin. Und wenn denen alles was ihnen dazu einfällt ist "Was Sie schreiben, das ist ja gar nicht so arg schlecht", dann sollen sie doch fürs halbe Geld eine technische Sekretärin einstellen.

          Ich will lieber hungern als mich selbst so zu demütigen!

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          • #50
            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

            Sieg durch Kapitulation... Ich bin froh, dass der Kampf vorbei ist. Ich muss einfach einsehen, dass ich völlig unfähig bin, in dem intriganten Gewebe, das eine Firma nunmal darstellt, anständig zu überleben. Ich habe noch nicht mal kapiert, dass ich nicht dafür eingestellt worden war, meinen Chef zu unterstützen, sondern um ihn zu ersetzen. Falls ich gut bin. Was ich ja nicht war. Dank der Bremserei meines Chefs. Deshalb war der in letzter Zeit trotz seiner eigenen Niederlage auch so nett zu mir. Schließlich hat er ja erfolgreich gegen mich gesiegt, das scheint ihm irgendwie wichtig zu sein.

            Früher ist es mir immerhin noch gelungen, irgendwelche Vertrauen zu gewinnen, die mir solche Informationen zuschieben, damit ich wenigstens weiß, was gespielt wird. Ich finde es immer noch unfair, dass sie mich ausgerechnet dem Mann ausgeliefert haben, der gegen mich konkurriert. Es lag in seiner Hand, die Qualität meiner Arbeit zu bewerten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand durchschaut hat, was hier abgeht. Sie haben mich alle auflaufen lassen und aufmerksam beobachtet, was passiert. Selbst meine "Team"kollegen haben mir nie einen Tipp gegeben, sondern nur schmierige Aushorchfragen gestellt, deren Sinn ich nicht verstand. Und nicht im Geringsten irgendwelche Tipps gegeben, nicht mal im Stil von "Da ist übrigens jeden Monat eine wichtige Fortbildungsveranstaltung. Hat man dich dazu nicht eingeladen?" Ich habe weder das fachliche noch das menschliche Vertrauen von irgendjemandem errungen. Ich war die ganze Zeit allein.

            Das war nun wirklich mein letzter Versuch. Ab sofort arbeite ich allein. Ich bin für solche Intrigenscheiße sowas von unbegabt. Am Ende verliere ich immer. Dabei hätte ich leicht gewinnen können. Ich hätte einfach meinen Jobs eigenmächtig tun müssen, ohne mich mit meinem Konkurrenten abzustimmen, einfach unautorisierte Telefonate führen, Anträge einreichen und so weiter. Ich hätte das schon irgendwie hingebogen, ihr wisst schon, in irgendeiner langen E-Mail irgendwo eine kurze Mitteilung verstecken und nachher behaupten, ich hätte doch informiert. Und einen unschuldigen Blick dazu. Ich hätte den Mob mit seinen eigenen Mitteln schlagen sollen. Aber ich habe es nicht über mich gebracht, die ganze Zeit transparent und ehrlich, entsprechend dem Dienstweg gearbeitet, mich an die Hierarchien gehalten. Ich bin echt nicht überlebensfähig in dieser Arbeitswelt... Obwohl ich sehr effizient gearbeitet habe und viele gute Ergebnisse erstellt habe, hat die Hälfte davon niemand je zu Gesicht bekommen, mein Chef hat sie unbesehen in die Tonne getreten.

            Ich sollte jetzt dort nur noch Aufräumarbeiten machen. Meine Ergebnisse aus der Schublade nochmal rausholen und im Rahmen der Übergaben meinen Nachfolgern vorstellen. Vielleicht sind die so fair, irgendwo mal fallen zu lassen, dass ich ihnen tolles Material hinterlassen habe. Ich glaube, der eine meiner beiden Nachfolger würde das sogar tun.

            Und ansonsten... korrekt arbeiten. Alles ordentlich hinterlassen. Gute Miene zu bösem Spiel, denn man sieht sich ja immer zwei Mal.

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            • #51
              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

              Tja, wenn wir zu lieb sind, zu ehrlich, dann haben wir das Problem. Nimm dir für dich wichtige Dinge mit, mach deinen Job ordentlich zu Ende und dann sieh zu, was du woanders machen kannst.
              Ich habe mich auch dazu entschieden. Ich werde alles halb Erledigte noch fertig machen und dann ist fini. Ich arbeite ab sofort danach nur noch für mich selbst.

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              • #52
                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                Naja, sooo lieb war ich auch wieder nicht. Ich habe mich in einzelnen Fällen gewehrt bzw. versucht zu wehren. Weil ich keine Lust hatte, mich ohne Gegenwehr kalt stellen zu lassen.
                Es ist immer schwer, da den richtigen Mittelweg zu finden. Einerseits kann ja jeder mal eine E-Mail übersehen oder vergessen, daher renne ich den Leuten dann doch wochen- und monatelang nach und hoffe, ich kriege doch noch eine Antwort. Bis ich dann Hilfe vom Chef erbitte, wo der Chef dann jemandem extra sagen muss, dass er sich mit mir zusammensetzen muss. Erst dann klappte das. Also sooo lieb war ich auch wieder nicht. Im Nachheinein werden ja auch gerne Ursache und Wirkung vertauscht. Im Stil von: "Auf deren E-Mails habe ich besser nicht geantwortet, denn wenn man sich mit der auch nur ein bisschen einlässt, schickt sie einem gleich den Chef auf den Hals..."
                Also, ich bin sicher, dass die mich da nicht als besonders lieb und nett im Gedächtnis behalten werden. Eher als inkompetent und faul, unsympathisch und nervig. Die haben ja garantiert einen Grund, warum sie nicht mit mir zusammenarbeiten wollen. Da sehe ich auch mein größtes Versagen. Normalerweise ist es mir immer gelungen, irgendjemanden zu finden, dem ich vertrauen kann und der mir auch mal einen Tipp gibt. Hier nicht. Im Gegenteil haben sich sogar die Leute, mit denen ich anfangs gut zusammenarbeitete, mich der Zeit von mir zurück gezogen und sprechen nur noch das Nötigste mit mir. Irgendetwas ist total schief gelaufen, obwohl ich mir wahnwitzig viel Mühe gab, weil ich diesen Job unbedingt behalten wollte!

                Das macht mich ja so traurig und hoffnungslos. Irgendetwas stimmt offensichtlich mit mir überhaupt gar nicht. :-(

                Audrey

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                • #53
                  AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                  Leider kapiere ich auch immer noch nicht so wirklich, was man von mir erwartet hat.
                  War ich als Managerin eingestellt worden und habe aber nicht schnell und massiv genug durchgegriffen, war ich nicht dominant genug? Wurde ich darum quasi degradiert?
                  Oder war ich sowieso nur als Sekretärin mit Manager-Titel eingestellt und mein Chef war darum so garstig zu mir, weil ich mich nicht entsprechend meiner Sekretärinnenrolle verhielt, sondern zu selbstbewusst und dominant war für diese Rolle?
                  Schwer zu sagen, weil er sich in beiden Fällen exakt gleich verhalten hätte, nämlich so wie er es getan hat.

                  Von den Kollegen glaube ich, dass sie mehr Dominanz und Durchgreifen von mir erwartet haben. Die meisten eher mit Schrecken als mit Freude. Aber da mein Chef mich ja ausbremste à la "Das können Sie doch eh nicht", habe ich ja dann auch wirklich nur Sekretärinnenarbeit gemacht.

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                  • #54
                    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                    Hm, falls es jemanden interessiert: Ich habe beschlossen, bei der Arbeit einfach gar keine Begründungen, Erklärungen oder sonstigen Kommentare mehr abzugeben. Alles was ich sage, macht es doch nur noch schlimmer. Und wer glaubt mir schon? Niemand. Und je öfter die anderen mir sagen, ich spinne, umso weniger glaube ich mir selbst. Das muss ich mir nicht antun.

                    Ich weiß, ich stehe da enorm unter Begründungsdruck. Weil das ja mein Traumjob war und auch immer noch ist. Und ganz viele Leute haben es ja total gut mit mir gemeint. Aber sie haben mir eben immer genau das gegeben, was ich nicht gebraucht habe, und was ich haben wollte, habe ich nicht gekriegt. Ich wollte Ansprechpartner, stattdessen bekomme ich noch einen dritten Chef und es wird einfach hingenommen, dass mehrere Leute mir die Zusammenarbeit verweigern. Ich wollte mehr Befugnisse, stattdessen wurden mir fast alle Aufgaben weggenommen. Ich wollte Einarbeitung und Schulungen, aber mein Chef meinte: "Jetzt sind Sie doch schon so lange hier, da wissen Sie doch sicher schon alles, was Sie brauchen, oder?"
                    AudreyHepburn
                    besonders erfahrenes Mitglied
                    Zuletzt geändert von AudreyHepburn; 01.01.2012, 19:21.

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                    • #55
                      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                      Heute war alles ganz relaxt, alle frisch aus dem Urlaub... Und ich dachte schon, vielleicht ist doch alles wunderbar und ich bin nur überempfindlich?

                      Naja, aber dann gleich am ersten Tag nach dem Urlaub wieder zwei Klopfer:
                      1.) große Besprechung. Anscheinend ziehen wir um, rücken zusammen, keine Ahnung, jedenfalls ging es darum, wer in Zukunft mit wem im Zimmer sitzt. Hab ich nur mit halbem Ohr mitbekommen, denn zu der Besprechung war ich nicht eingeladen und als die Kollegen zurück im Büro darüber weiter diskutierten, sprachen sie über meinen Kopf hinweg als sei ich nicht da und als betreffe es mich nicht. Ich sehe schon kommen, dass ich irgendwann mal auf Dienstreise gehe und wenn ich zurückkomme, sind meine Sachen in einem Karton in der Ecke und ich habe keinen Sitzplatz mehr! Dann arbeite ich in der Kantine, haha. Ich habe demnächst eine Besprechung mit meinem Chef, da frage ich mal, was da am Brodeln ist.

                      2.) Plötzlich tut eine Software nicht mehr, anscheinend veraltet. Die Mail an die Technik ergab nicht nur eine Lösung des Problems, sondern auch die Information, dass alle Projektleiter schon längst von dem Update erfahren haben. Nur ich nicht. Weil ich auf diesem Mailverteiler der Projektleiter nicht drauf bin. "Warum nicht?" fragt der Admin. Ja, das frage ich mich auch! Ich bin schon seit acht Monaten in dieser Firma! Wie viel Information, Meetings, Fortbildungen und was noch alles sind mir in dieser Zeit entgangen???

                      Klar, das alles ist noch kein Mobbing, sondern nur einfaches Chaos.
                      Aber mich macht es ganz irre, dass es mir nicht gelungen ist, irgendeinen Weg zu finden, um an solche Informationen auf informellem Wege zu gelangen. Warum spricht da niemand mit mir? Die reden nur mit mir, wenn sie was von mir wollen. Wenn ich was brauche, wird´s schon schwierig!
                      Ich komme mir so schrecklich unsympathisch und kommunikationsunfähig vor...
                      Blöder Scheiß!

                      Audrey

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                      • #56
                        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                        Wenn ich deinen Text so lese denke ich ist es so wie es in der Arbeitswelt nun mal ist.Die fleißigen,Gewissenhaften und Intelligenten / selbstbewußten Frauen sind in einer Männerdomäne erstens unerwünscht und die Frauen die meist ängstlich ,tratschend veranlagt oder Mittelpunktsbezogen sind können mit Frauen die sich mit Kampfgeist durchs Leben schlagen auch nicht viel anfangen.

                        Bleib am Ball und mach weiter - du kannst was bist etwas !!!!

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                        • #57
                          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                          Ich muss doch einsehen, dass sie es mit Absicht tun! Wenn ich daran denke, mit welchem Lachen und Hohn sie mir heute mitteilten "Na klar bist Du im neuen Sitzplan nicht vorgesehen, Du standest ja auch nicht auf der Liste!" Das müssen die gestern schon gemerkt haben, aber keiner sagte mir etwas. Die sind jetzt alle ohne mich ins Nachbarbüro gezogen. Naja, schlimmer können meine neuen Kollegen auch nicht sein.
                          Der Organisator des Umzugs hat mir versprochen, dass ich auch in Zukunft einen Tisch und einen Stuhl haben werde. Ich bin aber nicht so ganz sicher, weil ich demnächst ein paar Tage weg sein werde. Ich habe echt Angst, dass ich hinterher eben doch obdachlos sein werde. Ich muss da weg, bevor ich noch völlig verrückt werde.
                          Wobei vermutlich das Schlimmste ist, dass ich immer wieder denke, ich SEI verrückt. Ist doch alles voll normal und in Ordnung... Nein, ist es nicht! Immer wenn ich das Gefühl habe, es ist was, dann ist auch was gewesen.

                          Ich finde das so ungerecht! Die können das einfach mit mir machen. Und die Chefs helfen mir nicht, die glauben das noch nicht mal. Sowas kann ja mal passieren... Ich glaube das nicht mehr. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass mir absichtlich Informationen vorenthalten werden. Und der Admin meint, ich SEI auf dem Mailverteiler für Projektleiter mal drauf gewesen, aber dann wieder runtergenommen worden. Was ist da los???

                          Leider halten die alle zusammen. Ich kann gar nichts beweisen. Aber heute ist mir klar geworden, das ist alles echt kein Zufall und kein Versehen. Wie gesagt, die haben gestern schon gemerkt, dass ich auf der Liste für die Neuverteilung der Plätze nicht drauf bin, haben aber weder mir noch dem Verantwortlichen etwas gesagt, sondern schadenfroh abgewartet, was passiert. Vermutlich haben sie sogar darauf gehofft, dass sie dann zwangsläufig nicht mehr mit mir zusammen zu sitzen brauchen.

                          Ich will da weg!!!

                          Audrey

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                          • #58
                            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                            Hallo Tomm,
                            danke. Meinen Kampfgeist habe ich in acht Monaten Schattenboxen leider total eingebüßt. Ich kämpfe gegen einen unsichtbaren Gegner.
                            Audrey

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                            • #59
                              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                              Audrey, du kennst deinen Gegner ziemlich gut. Denn der einzige, der dir bei deinem Kampf das Leben schwer macht, dir im Wege steht - das bist du.

                              Niemand anderes außer du selbst gibt dir die Erlaubnis, deine Ziele zu verfolgen.

                              Viele Grüße
                              Sabine

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                              • #60
                                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                                Ja, sehr witzig, Sabine.

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