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  • Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

    Hm, ich drehe mal die Überlegungen über Psychopathen und mobbende Chefs um. Wie und woran erkennt man dann eine mobbingfreie Umgebung? Ich überlege gerade mal so frei von der Leber weg...
    Chef im Bewerbungsgespräch: Ich glaube, da kann man wirklich schlecht erkennen, ob der Chef "mobbingfrei" ist. Der professionelle Chef mimt im Bewerbungsgespräch doch immer den Verständnisvollen. Da wird aufs Schönste gelogen. Sogar wenn er zugibt, den einen oder anderen Fehler zu haben, kann das nur gespielt sein. Ein Mal erzählte man mir lang und breit, wie wichtig es sei, dass man bei Problemen miteinander reden könne. Gemeint war aber eher, dass sie bei Problemen nicht mit mir reden wollen, weil ich Probleme per Gedankenlesen von selbst erkenne. Und nachdem ich die per Telepathie kommunizierten Probleme nicht allein gelöst habe, will man es mir gnadenlos reinsemmeln können und ich muss nun hoch motiviert noch bessere Arbeit leisten. Das war so ungefähr das, was sie unter "bei Problemen miteinander reden" praktisch verstanden. Mit dem Vorgänger hatten sie genau deshalb nicht über Probleme reden können, weil sie es nicht konnten. Zufällig lernte ich den Vorgänger kennen, weil er zu einer Partnerfirma gewechselt war. Und mit *dem* konnte man sehr gut über *alles* reden. Aber das kann ich im Bewerbungsgespräch ja nicht beurteilen, weil sie da Zerknirschung und Enttäuschung heucheln.

    Aber die Kriterien, die ich bei der Psychopathen-Diskussion genannt habe, gelten beim Bewerbungsgespräch und in der Probezeit auch. Wenn man z.B. hört, dass sie einen früheren Mitarbeiter verklagt haben, sollte man dort nicht arbeiten. Ich kann echt froh sein, dass die mich wegen den Verbrechen, die sie mir anhängten (Geheimnisverrat, ich weiß bis heute nicht, wann das gewesen sein soll) nicht auch verklagten. Vielleicht nur weil sie zur selben Zeit den anderen Prozess verloren. Puh, Glück gehabt! Ich muss dazu sagen: Ich arbeitete in einem öffentlich geförderten Forschungsprojekt, das auf einer Webseite öffentlich vorgestellt wurde. Und ich achtete darauf, in Gesprächen mit Externen nur genau das zu erzählen, was auf der Webseite steht. Bin ja schließlich Profi. Darum bin ich ganz sicher, dass ich niemandem irgendwelche Geheimnisse verraten habe! Trotzdem hätte es gut sein können, dass sie mich genauso wie einen Vorgänger verklagen.
    Chefs (Psychopathen?) erzählen solche Geschichten scheinbar, um zu kommunizieren, welche hohen moralischen Ansprüche sie stellen und dass sie selbst ja immer moralisch handeln, aber letztlich sind solche Geschichten auch eine Drohung à la "Wenn Du unsere Ansprüche nicht erfüllst, dann machen wir Dich fertig, so wie den Vorgänger". Früher habe ich solche Geschichten immer interpretiert à la "Wir trauen dir zu, dass du unsere Ansprüche erfüllst", aber so bescheuert bin ich inzwischen auch nicht mehr.

    Mitfreude über Erfolg der Mitarbeiter: Im Bewerbungsgespräch heucheln sie ja noch, dass sie sich freuen, eine erfolgreiche kompetente Mitarbeiterin zu bekommen und lächeln zu allen Erfolgen, die ich auf Anforderung nenne. Aber schon in der Probezeit wird jeder Erfolg und jede Freude an meiner Arbeit dann aggressiv kaputt geredet à la "Das ist ja wohl nichts Besonderes" (selbst wenn ich das nicht behauptet habe, sondern mich nur einfach gefreut, dass etwas glatt ging). Demotivierende Sätze gehören zum Standardrepertoire (von Chef und Kollegen) wie "Offensichtlich kannst Du das nicht" oder "Ein so schlechtes XY habe ich ja noch nie gesehen!" usw.

    Gefühle verboten: Ich zitiere original: "Gefühle haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen". Gemeint waren aber nur meine, denn seine Aggressionen waren natürlich sein Recht als Vorgesetzter. Schließlich hatte ich ihn ja geärgert. Eine Chefin stellte immer auf "dumm", wenn ich über Gefühle zu sprechen kam, bis mir klar wurde, dass sie sich nicht dumm stellt, sondern Gefühle wirklich nicht begreifen kann. Das fühlte sich an wie unter einem Roboter zu arbeiten!

    Ich denke, man darf in solchen Fällen nie bleiben. Sofort weg! Früher dachte ich, dass ich mindestens zwei Jahre bleiben muss, damit es im Lebenslauf nicht so blöd aussieht. Inzwischen schmeiße ich dann möglichst bald hin. Zwei Jahre sind verdammt lang, wenn man gemobbt wird! In dieser Zeit geht eine Menge emotionales Porzellan zu Bruch.

    Inzwischen traue ich mir eine Arbeit als Angestellte nicht mehr zu. Neulich habe ich nachts geträumt, ich hätte einen Angestelltenjob angenommen und meinen ersten Arbeitstag. Bereits bei der Frage "Und was hast du bisher so gemacht?" wachte ich zitternd vor Angst auf. Uarg! Falls ich jemals wieder eine Anstellung annehme, dann muss ich wirklich auf diese Dinge da oben achten und notfalls in der Probezeit verduften. So wie ich es inzwischen privat auch mache.

  • #2
    AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

    PS: Eigentlich habe ich in Kommunikationskursen gelernt, dass ich eben ein ergebnisorientierter, undiplomatischer Mensch bin und die Leute, mit denen ich so aneinander rauschte, sind eben machtorientiert. Beides ist OK und moralisch in Ordnung und darf nicht verurteilt werden. Aber vielleicht ist diese Kategorisierung auch nur eine schöne Tarnung für Psychopathen, die so ihre Schwäche als Stärke verkaufen können?

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    • #3
      AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

      Hallo Audrey,

      was mir in diesem Forum generell aufgefallen ist, das Thema Humor und damit verbundene Antwort auf Mobbing wird so gut wie überhaupt nicht angesprochen. Ich habe selbst viele Mobbingattacken so abgewehrt und mein Gegenüber "Dumm" aussehen lassen, in einer Gruppe ist es besonders effektiv. Der Betroffene hat fast immer schnell das "Weite" gesucht, da ihm die verbalen Ausführungen gereicht haben.

      In gewisser Art und Weise hast auch Du mit Hilfe von Kommunikationstraining gelernt Dich durchzusetzen. Die erworbenen Kenntnisse können aber auch "privat" sehr effektvoll eingesetzt werden. Man muss nicht auf dem Level der Psychopathen bleiben, sondern ihnen einen "Spiegel" vorhalten, damit sie die Chance haben zu erkennen wie dumm sie in Wirklichkeit sind.

      Deine Bedenken mit einem neuen Job kann ich sehr gut nachvollziehen. Es gibt keine nennenswerten Alternativen. Rente? Entweder zu jung oder zu wenig Rente. Ein Teilzeitjob bringt meist auch zu wenig Geld. Krankfeiern? Max. 18 Monate. ALG 1, auch meist zu wenig und nur für 12-15 Monate.
      Die einzige Alternative wäre: volle Erwerbsminderungsrente + 450,-Euro-Job. Dabei ist die Frage: reichen die gesundheitlichen Beschwerden für die Rente?
      Oder den nächsten Job, nach der gesundheitlichen Genesung, annehmen und "Russisches Roulette" spielen, wenn wieder gemobbt wird, leidet die Gesundheit um so mehr.
      Keine einfache Entscheidung, aber da taucht wieder die Frage auf: was ist wichtiger, die eigene Gesundheit oder Geld?
      Daher empfehle ich Dir, erst einmal für die Stabilität Deiner Psyche zu sorgen, alles Weitere wird sich ergeben. Die Flucht, oder verduften ist natürlich ein reiner Selbstschutz, die wirkliche Stärke wird sich zeigen, wenn Du diesen Menschen "Contra" geben kannst.

      Grüße Simon51

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      • #4
        AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

        Ein kleiner Nachtrag zu Stellenangeboten!

        Gerne werden Floskeln wie "stressresistend" gebraucht. Eine Eigenschaft, die es nicht wirklich gibt also Wunschdenken des Arbeitgebers ist! Jeder Mensch ist stressanfällig!

        Wir erwarten "Teamfähigkeit" und "Flexibilität", heißt aber auch das man für jeden Sch..... eingesetzt werden kann.

        Wenn ein AG mit kollegialer Arbeitsatmosphäre wirbt, ist da etwas faul, hier müßte ein echter Vorzug des Unternehmens stehen.

        Grüße Simon51

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        • #5
          AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

          Hallo Simon

          Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
          Ein kleiner Nachtrag zu Stellenangeboten!

          Gerne werden Floskeln wie "stressresistend" gebraucht. Eine Eigenschaft, die es nicht wirklich gibt also Wunschdenken des Arbeitgebers ist! Jeder Mensch ist stressanfällig!

          Wir erwarten "Teamfähigkeit" und "Flexibilität", heißt aber auch das man für jeden Sch..... eingesetzt werden kann.
          Sehr beliebt auch: "überdurchschnittliches Engagement" oder "Konfliktfähigkeit". Das halte ich durchaus für ein Alarmzeichen und würde mich auf so etwas nicht mehr bewerben. Früher als ich jung und dumm war, hielt ich das für ein Anzeichen eines wirklich spannenden Jobs, wo ich mich beweisen kann. Inzwischen denke ich, die haben durchaus ihre Gründe, das so zu schreiben. Eventuell ist der Vorgänger wegen dem schlechten Arbeitsklima gegangen und sie haben sich gesagt: "Der Nachfolger muss aber mit Konflikten besser umgehen können als der alte!"

          Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
          Wenn ein AG mit kollegialer Arbeitsatmosphäre wirbt, ist da etwas faul, hier müßte ein echter Vorzug des Unternehmens stehen.
          Ich sehe nicht, was da faul ist. Manche formulieren aber tatsächlich konkreter und werben mit Fortbildung, individueller Karriereplanung, fehlertolerantem Arbeitsklima etc. Aber genauso wie bei der Selbstdarstellung von Einzelpersonen kann so etwas auch immer genau das Gegenteil bedeuten. Eine Firma mit super Arbeitsklima, sieht das vielleicht als normal an und hat es nicht nötig, damit zu werben. Daher würde ich auf solche offiziellen Behauptungen gar nicht viel geben. Das macht es ja so schwer, einen mobbingfreien Arbeitsplatz zu finden!

          Audrey

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          • #6
            AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

            Hallo Simon

            Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
            was mir in diesem Forum generell aufgefallen ist, das Thema Humor und damit verbundene Antwort auf Mobbing wird so gut wie überhaupt nicht angesprochen.
            Naja, früher ist mir das noch gelungen, aber inzwischen ist mir das Lachen komplett vergangen. Habe auch eine posttraumatische Belastungsstörung, so dass ich nicht mehr so locker mit Mobbing umgehen kann wie früher.

            Hilfreich ist Humor aber auf jeden Fall, weil man dem anderen damit den Wind aus den Segeln nimmt!

            Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
            In gewisser Art und Weise hast auch Du mit Hilfe von Kommunikationstraining gelernt Dich durchzusetzen. Die erworbenen Kenntnisse können aber auch "privat" sehr effektvoll eingesetzt werden. Man muss nicht auf dem Level der Psychopathen bleiben, sondern ihnen einen "Spiegel" vorhalten, damit sie die Chance haben zu erkennen wie dumm sie in Wirklichkeit sind.
            Nein, gar nicht. Mir kommt es so vor als würden diese Kurse auch von Psychopathen angeboten. Ich soll meine Mitmenschen als Feinde und als Konkurrenz ansehen und besiegen. Ich darf niemandem vertrauen. Solche Botschaften habe ich in diesen Kursen gelernt. Ich will aber nicht so denken!

            In anderen Kursen lehren sie das Gegenteil, nämlich dass alle Menschen gut sind und Mobbing nur durch Missverständnisse entstehen. Ich soll eine Aussprache suchen. Aber damit gibt man den Mobbern ja ganz viel Informationen in die Hand, die sie gegen einen verwenden können.

            Ich glaube, diese Typen, die Kommunikationskurse geben, haben selbst keine Ahnung, habe dort noch nie was Nützliches gelernt, sondern eher Schädliches. Ich habe u.a. gelernt, dass ich ganz allein schuld bin an allem.

            Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
            Deine Bedenken mit einem neuen Job kann ich sehr gut nachvollziehen. Es gibt keine nennenswerten Alternativen. Rente? Entweder zu jung oder zu wenig Rente. Ein Teilzeitjob bringt meist auch zu wenig Geld. Krankfeiern? Max. 18 Monate. ALG 1, auch meist zu wenig und nur für 12-15 Monate.
            Keine Sorge, ich habe schon eine gute Alternative. Da ich ja systematisch überall gemobbt werde, wo ich arbeite, war abzusehen, dass es irgendwann nicht mehr weiter geht. Wenn man jedes zweite Jahr oder sogar jedes Jahr den Job wechselt, ist man ja sowieso gebrandmarkt und wird nur noch von Penner-Firmen eingestellt. Darum habe ich mir nebenbei etwas aufgebaut. Expertise, Bekanntheit, Kontakte. Und habe mich voriges Jahr selbständig gemacht.

            Blöd ist nur, dass sich die meisten meiner Kontakte als Trittbrettfahrer und/ oder Psychopathen herausstellten. Offensichtlich ziehe ich fast nur solche Menschen an. Die meisten haben mir von sich aus den Laufpass gegeben, weil ich jetzt nicht mehr kostenlos für sie arbeite. Ein paar andere habe ich von mir aus auch in die Flucht geschlagen. Und nun bin ich ganz allein und fange eben doch bei null an. Dass ich nun ein Jahr lang fast vollständig allein war und dann auch noch feststellen musste, die Welt ist voller Psychopathen hat mir gar nicht gut getan. Den Mobbern war es erfolgreich gelungen, mir Selbstzweifel einzuimpfen und dass ich jetzt allein da stehe, scheint ihnen Recht zu geben.

            Diese ganzen Gedanken über Psychpathen sind jetzt aber doch hilfreich, weil sie bei mir die längst aufgegebene Hoffnung nähren, dass es vielleicht doch noch andere Leute gibt. Nur wollen Normale offensichtlich nichts mit mir zu tun haben, weil ich so perfekt darauf getrimmt bin, den Deppen für Psychopathen zu machen. Da muss ich noch ziemlich an mir arbeiten. Es ist hart an der Grenze, dass ich selbst denke wie ein Psychopath. :-(( Ich bin aber keiner, da bin ich recht sicher.

            Als Selbständige muss ich mir also keinen mobbingfreien Job suchen. Trotzdem stellt sich für mich natürlich die Frage, wie ich Nicht-Psychopathen finde, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Als Partner, Kunden und so weiter.

            Audrey

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            • #7
              AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

              Hallo Audrey,

              ZITAT:Naja, früher ist mir das noch gelungen, aber inzwischen ist mir das Lachen komplett vergangen. Habe auch eine posttraumatische Belastungsstörung, so dass ich nicht mehr so locker mit Mobbing umgehen kann wie früher.

              Eine posttraumatische Belastungsstörung dauert nach Aussage meines Arztes ca. 6-12 Wochen, in Einzelfällen auch mal 6 Monate. Danach sind es meist Folgeerkrankungen wie z.B Depressionen, die einem das Leben schwer machen. Auch ich hatte zuerst diese Belastungsstörung und Humor war ein Fremdwort. Danach habe ich meinen Humor wiedergefunden und ein Stück mehr Lebensqualität erlangt.

              ZITAT:Ich glaube, diese Typen, die Kommunikationskurse geben, haben selbst keine Ahnung, habe dort noch nie was Nützliches gelernt, sondern eher Schädliches. Ich habe u.a. gelernt, dass ich ganz allein schuld bin an allem.

              Ich schätze, wir reden von 2 verschiedenen Arten des Kommunikationstrainings. Zum eine Verkaufstraining und Verkaufspräsentation, wo der vermeintliche Kunde per Rhetorik ein Produkt kaufen soll. Wenn der Kunde nicht kauft, erfolgt die Schuldzuweisung, nur ganz allein ist man niemals schuld.

              Die 2te viel effektivere Art des Kommunikationstrainings ist selbst z.B. als Referent einen Vortrag vor einem größeren Publikum zu halten. Dabei werden Sprachtechniken verwendet, die weder das Publikum noch den Referenten angreifen. Ich habe mal so einen Kommunikationsexperten kennen gelernt. Er war weit von einem Psychopathen weg, eher das Gegenteil. ZITAT: Man muss nicht auf dem Level der Psychopathen bleiben, sondern ihnen einen "Spiegel" vorhalten, damit sie die Chance haben zu erkennen wie dumm sie in Wirklichkeit sind.

              ZITAT: Trotzdem stellt sich für mich natürlich die Frage, wie ich Nicht-Psychopathen finde, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Als Partner, Kunden und so weiter.

              Wie sagt man so schön: "man kann den Menschen nur vor dem Kopf schauen". Genauso schwierig wird es sein von vornherein einen Nicht-Psychopathen zu finden. Also immer wieder einen Versuch starten und dann wirklich mal ein positives Ergebnis abwarten.

              Grüße Simon51
              Jakob 48
              besonders erfahrenes Mitglied
              Zuletzt geändert von Jakob 48; 11.06.2013, 15:24.

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              • #8
                AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                Hallo Simon51,
                eine posttraumatische Belastungsstörung geht nicht von selbst weg. Da hat dein Arzt unrecht. Bei der Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung gerät das gesamte Gleichgewicht von Körper- Geist und Seele durcheinander. Unser Flucht- Angriff- Reflex wird blockiert. Das löst die sogenannte Starre oder Reaktionsunfähigkeit aus. Menschen, welche Kriegstrauma haben, können ihr ganzes Leben eine völlig veränderte Wesensart zeigen. Z.B. bewirkt dieses, dass ein vormals eher ruhiger Mensch nach Kriegstrauma durch Kleinigkeiten völlig ausrastet. In dem Buch: "Sprache ohne Worte" von P.Lewin einem Traumaforscher sind die Abläufe in unserem Körper während eines traumatischen Ereignisses genau beschrieben.
                Es ist falsch, zu glauben, dass ein Trauma durch Psychoblabla, also Reden über das Vorgefallene heilbar wäre. Das kann sogar zur Retraumatisierung führen und dem Betroffenen geht es hinterher noch schlechter. Die Therapie muss so gestaltet werden, dass der Flucht- Angriff- Reflex wieder aktiviert ablaufen kann. Das völlige Erstarren in einer ausweglosen Situation muss sich allmählich lösen, indem der Betroffene zittert oder beginnt zu rennen, indem sich also seine Starre löst. Denn das Trauma entwickelt sich dadurch, dass diese Reflexe nicht mehr ablaufen. Es gibt hierfür speziell ausgebildete Traumatherapeuten. Es ist zum Beispiel, bei einem schweren Autounfall ganz wichtig, dass dem Opfer jemand sofort zur Seite steht und ihn anfasst und mit ihm spricht. Dadurch kann die Entwicklung des Traumas verhindert werden. Passiert das nicht und das Opfer bleibt über längere Zeit im hilflosen, ausweglosen Zustand, kann sich ein Trauma entwickeln. Das Zittern ist ein ganz sicheres Indiz dafür, dass der Verletzte kein Trauma entwickeln wird. Es ist sprichwörtlich lebensrettend. Traumen entwickeln sich auch durch Psychoterror. Wir haben aber aufgrund unserer "Zivilisation" verlernt, die natürlichen Flucht- Angriffreflexe zu gebrauchen oder zähneklappernd herum zu laufen. Doch dies ist für Traumenbewältigung notwendig. Bei Tieren kann man diese Reflexe gut beobachten. Sie entwickeln deshalb nach Angriff durch Raubtiere auch keine Traumen, sondern erstarren kurz, zittern, greifen an oder fliehen. Danach geht alles wieder völlig normal.

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                • #9
                  AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                  Hallo Undine,

                  wenn es sich um eine Störung handelt, muß es sich nicht gleich um ein gefestigtes Trauma handeln. Wie auch bei jeder anderen Krankheit muß der Patient mitarbeiten um wieder zu gesunden. Der gelbe Schein allein ist nicht ausreichend, wie Du schon sagst, unser Flucht- Angriff- Reflex wird blockiert. Da es aber um eine Störung geht, haben wir nicht alle Fluch- Angriff- Reflexe verloren. In den meisten Fällen wissen wir erst mal wo wir Hilfe bekommen können (Arzt), danach wird nach Hilfe gesucht, wie es den Mobbern am besten heimgezahlt wird. Für mich ist das nicht mit einem Kriegstrauma vergleichbar. Die Menschen, die so ein Trauma haben oder hatten, konnten sich keine Hilfe holen oder erwarten. Erst viele Jahre später wurde eventuell darüber geredet, manchmal auch überhaupt nicht. Auch verständlich, weil auch solche Menschen sehr wahrscheinlich da gelandet wären, wo die psychisch Kranken gelandet sind (KZ).

                  Die Meinungen der Psychologen liegen manchmal weit auseinander, wenn es darum geht ein Trauma zu behandeln. Nur wenn das Erlebte nicht verarbeitet wird (auch über das Vorgefallene reden), besteht die Gefahr, das wenn die gleiche Situation noch einmal auftritt, sich das Trauma erneut bildet, und sogar noch verstärkt werden kann. Jeder Mensch ist anders gestrickt, der eine bleibt lebenslänglich, trotz guter Therapie, in dieser Störung, der andere spricht gut auf die Therapie an, und kann nach relativ kurzer Zeit wieder voll am Leben teilnehmen. Da besteht die Schwierigkeit eine Lösung zu finden:

                  Die Aussage meines Arztes bezieht sich nur auf die Störung, nicht auf ein Trauma.

                  Grüße Simon51

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                  • #10
                    AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                    Das wäre auch neu, dass eine posttraumatische Belastungsstörung nur Wochen dauert! Diese Störung wirkt sich so aus, dass wenn eine bestimmte traumatische Situation erneut auftritt oder eine ähnliche, dass dann eine Panikattacke passiert. Ich habe genau genommen zwei solcher Störungen. Bei der einen löst die entsprechende Situation fast augenblickliche Bewusstlosigkeit aus. Ich vermeide darum solche Situationen, aber es liegt ja nicht an mir allein.
                    Die andere Störung hat mit dem Mobbing zu tun. Irgendein Schlaumeier sagte, dass nur Dinge, die vor dem 30ten Lebensjahr passieren, so eine Störung auslösen können. Danach sei man charakterlich genügend gefestigt. Naja... Wobei ich inzwischen festgestellt habe, dass tatsächlich mein allererstes Mobbingerlebnis im Kindergarten stattfand. Ich wurde aus dem Kindergarten verbannt, weil die anderen Kinder nicht mehr mit mir spielen wollten. Da haben wir ganz super alle was fürs spätere Leben gelernt! Dadurch dass ich seither noch viel öfter gemobbt und aus Gruppen ausgeschlossen wurde, ist es inzwischen wirklich stark. Sobald ich bemerke, dass andere über mich reden, bekomme ich eine Panikattacke, kann nachts nicht mehr schlafen und die Übermüdung zieht leicht auch eine Depression nach sich. Nicht schön. Als das letzte Mal Leute über mich redeten (in einem Tanzkurs) habe ich einen Kreislaufkollaps bekommen und hatte danach sechs Wochen lang eine Nebenhöhlenentzündung.
                    Daran muss ich dann wohl noch arbeiten... Da ich von Ärzten normalerweise gar nicht ernst genommen werde, muss ich mich leider selbst therapieren. Das hat früher immer ganz gut geklappt, aber wenn man dann immer wieder Psychopathen anzieht, dann ist der Heilerfolg gleich wieder am A...
                    So gesehen war es jetzt vermutlich ganz gut, dass ich im letzten Jahr viel Zeit für mich hatte. Ich merke, dass in letzter Zeit doch immer mehr Nicht-Psychopathen (Ich glaube, es sind welche...) freiwillig ihre Zeit mit mir verbringen. :-) Ich denke, das ist genau das, was ich am dringendsten für meine Heilung brauche. Einfach nette Leute, mit denen man plaudern und quatschen kann, ohne im 20-Minuten-Takt angegriffen und beleidigt zu werden. Das ist total anstrengend und so einsam darf man einfach nicht sein, dass man sich sowas gefallen lässt. So sehr die Einsamkeit auch an mir nagt, ist sie immer noch besser als seine Zeit mit Psychopathen zu verbringen!
                    Ich habe heute schon zwei nette Telefonate geführt und morgen geht´s in den Biergarten. :-)

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                    • #11
                      AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                      Hallo Audrey,

                      ein Trauma oder eine Belastungsstörung ist schon schlimm genug, aber was eine Panikattacke auslösen kann, ist unter Umständen noch schlimmer. Einfach mal googeln unter Panikattacken und psychischen Erkrankungen. Manche dieser Erkrankungen können chronisch werden. Je mehr Panikattacken Du verkraften must, desto weniger hast Du ihnen auf Dauer entgegenzusetzen. Es gibt Hilfe speziell bei Panikattacken. Die Belastungsstörung ändert sich im Laufe der Zeit zu Depressionen oder noch schlimmeren Erkrankungen, daher entsteht meist der Eindruck, die Belastungsstörung wäre noch nicht weg, dabei sind die ganzen Ursachen immer noch präsent. Ich habe im Laufe der Zeit auch bemerkt, wenn mit wirklich gesunden Menschen quatschst, gibt es immer einen Punkt, den sie nicht begreifen können, weil sie noch nicht davon betroffen waren. Sicherlich solche Gespräche tuen einem gut, aber zur Gesundung braucht es etwas mehr.

                      Ich habe mal in die Seiten hineingeschaut. Es geht immer um Gefühle oder Empathie, die Psychopathen nicht haben. Sie wollen gar Gefühle verbieten, damit es weniger Probleme gibt. Ich halte es für einfacher Psychopathen zu verbieten, dann kämen wir wieder zum Mensch sein zurück. Es sind 4% die die anderen 96% gängelt.

                      Grüße Simon51

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                      • #12
                        AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Manche dieser Erkrankungen können chronisch werden.
                        Ja, ist mir klar. Dauerhafte Veränderungen im Gehirn und so. Ich ignoriere die Probleme ja nicht, ich arbeite dran. Ich habe mal vor zwanzig Jahren eine Therapie gemacht und dabei Techniken gelernt, mit denen ich arbeiten kann.

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Je mehr Panikattacken Du verkraften must, desto weniger hast Du ihnen auf Dauer entgegenzusetzen.
                        So kommt es mir auch vor. Bei den meisten Dingen im Leben werde ich mit zunehmendem Alter gelassener, aber nicht bei diesen "Triggern". Da bin ich inzwischen total hellhörig.

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Es gibt Hilfe speziell bei Panikattacken. Die Belastungsstörung ändert sich im Laufe der Zeit zu Depressionen oder noch schlimmeren Erkrankungen, daher entsteht meist der Eindruck, die Belastungsstörung wäre noch nicht weg, dabei sind die ganzen Ursachen immer noch präsent.
                        Mir ist auf jeden Fall klar, dass ich daran arbeiten muss. Was ich vor allem dringend bräuchte wären stabile zwischenmenschliche Beziehungen, die sich dann eben nicht wieder herausstellen als etwas im Stil von "Ich habe mich verarschen lassen" oder "Ich habe einen Trittbrettfahrer mitgeschleppt" oder "Er hat mich eigentlich nie wirklich leiden können, aber ich habe es nicht bemerkt". DAS ist nicht hilfreich.

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Ich habe im Laufe der Zeit auch bemerkt, wenn mit wirklich gesunden Menschen quatschst, gibt es immer einen Punkt, den sie nicht begreifen können, weil sie noch nicht davon betroffen waren.
                        Deshalb spreche ich mit ihnen auch nicht über diese Dinge. Das wäre für beide Seiten irritierend. Dafür bin ich ja hier. :-) Mir helfen die Diskussionen hier sehr.

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Sicherlich solche Gespräche tuen einem gut, aber zur Gesundung braucht es etwas mehr.
                        Ja, sicher. Solche Gespräche sind sowas wie Ablenkung.

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Ich habe mal in die Seiten hineingeschaut. Es geht immer um Gefühle oder Empathie, die Psychopathen nicht haben. Sie wollen gar Gefühle verbieten, damit es weniger Probleme gibt.
                        Und sie wissen auch, wie sie das schaffen. In letzter Zeit arbeite ich daran, mich mit meinem inneren Kind auszusöhnen. Ich habe fast ein Jahr lang gebraucht, um es zu finden. Meine Vorstellung von meinem inneren Kind war so haariges, zotteliges Monster, das dauernd mit dem Fuß aufstampft und schreit "Ich will, ich will, ich will!" Mir fiel neulich folgende Szene wieder ein: Als meine Mutter mit mir ausgehen wollte und ich mich dagegen sträubte, Mütze, Handschuhe und Co anzuziehen, zerrte sie mich wütend vor den Spiegel und sagte: "Guck mal, wie hässlich du bist, wenn du so wütend bist!" Tatsächlich ist der Anblick nicht so toll. :-( Eher Monster als Mädchen. Das prägte sich offensichtlich ganz tief und vielleicht war das der Moment, als ich begann, mich selbst als Monster zu sehen. Und vor allem begann mich bei allem zu fragen, wie die anderen mich wohl sehen. Und damit war ich natürlich einen großen Schritt voran gekommen in Richtung "Wie mache ich es einem Psychopathen recht? - Ich unterdrücke meine Gefühle."
                        [/QUOTE]

                        Zitat von Simon51 Beitrag anzeigen
                        Ich halte es für einfacher Psychopathen zu verbieten, dann kämen wir wieder zum Mensch sein zurück. Es sind 4% die die anderen 96% gängelt.
                        Solange sie nicht nachweislich etwas Verbotenes getan haben, kann man wenig gegen sie tun. Aber ich denke, jeder Einzelne muss einfach lernen, diese Leute zu erkennen und sich ihnen entgegen zu stellen. Allein schon wenn wir uns nicht von ihnen manipulieren lassen, ist schon viel gewonnen. Leider werden sie immer ein Opfer finden, z.B. Kinder. Ich habe im letzten Jahr viel Alice Miller gelesen. Unsere Kindererziehung ist ja schon so gestrickt, dass Grausamkeit toleriert wird. Den Brauch mit dem Nikolaus, der zu kommt um böse Kinder zu strafen, das fand ich ein ganz typisches Beispiel. Die Erwachsenen finden das toootal lustig, obwohl es eigentlich sadistisch ist. Und jeder sollte eigentlich wissen, dass man Fehler sofort bestrafen muss und nicht am Ende vom Jahr gesammelt. Das ist pädagogisch gesehen totaler Unsinn.

                        Mal abgesehen davon, dass Nikolaus keine bösen Kinder gestraft hat. Es ist nicht mal überliefert, ob die Kinder, denen er das Leben rettete, brav oder böse waren. Sie waren Kinder und deshalb schützenswert!

                        Audrey

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                        • #13
                          AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                          Bin gerade am Schmökern wegen der Posttraumatischen Belastungsstörung. Sehr treffend fand ich den Hinweis, dass die Behandlung erschwert wird durch "verminderte Fähigkeit, sich anzuvertrauen". Zur Selbstbehandlung wird empfohlen: Bewegung (ja, tut gut, hat sich bewährt!), viel darüber reden, notfalls als Selbstgespräch (okeee *grins* Das ließe sich machen!).

                          Es mag vielleicht seltsam klingen, dass ich wegen Mobbing PSTB bekomme. Das steht hier nicht in der Liste der Auslöser. Früher hatte ich mit Mobbing weniger Probleme, aber ein Mal war es mit Vergewaltigung vermischt und seither triggert bei mir Mobbing die Erinnerung an das andere gleich mit. Ich habe beim Lesen noch ein schönes neues Wort gelernt: "Retraumatisierung". Ja, das beschreibt es gut. Das kann man gar nicht erzählen, was ich alles erlebt habe, als ich damals versucht, Hilfe zu finden! Ich musste die Suche nach einem Therapieplatz ganz alleine organisieren, obwohl ich total durcheinander war. Ist mir deshalb auch beinahe nicht gelungen, ich wollte schon aufgeben. Die ganzen blöden Sprüche und besonders die Folter bei der Frauenärztin hat mir damals echt gereicht.

                          "Wer sich zwischen mehreren (Extrem-)Belastungen nicht mehr erholen kann, verschleißt seine seelisch-körperlichen Reserven noch schneller und verschlechtert damit langfristig seine Heilungsaussichten." Ja, putzig. Aber ich kann ja auch nicht durch die Welt latschen und ein Schildchen hochhalten: "Bitte jetzt mal ein Jahr lang nicht mobben und nicht sexuell belästigen!" Ich hatte neulich wieder so ein lustiges Erlebnis, wo man mir als der Externen die Schuld für anderer Leute Schlamperei zugeschoben hat. Kann sein, dass mich das einen wichtigen Kunden kostet. Ich habe aber keine Panikattacke bekommen, bin also wohl auf einem guten Weg. Stattdessen habe ich die Sache richtig gestellt. Leider war ich nach dem für mich unerwarteten Angriff vor versammelter Mannschaft etwas vor den Kopf gestoßen und nicht mehr so richtig gut in Small Talk, was mir sicher Minuspunkte eingebracht hat. Aber notfalls muss ich mir eben einen neuen Kunden suchen. Jetzt mache ich einfach meinen Job weiter und hoffe, dass sich die Wogen wieder glätten. Insgesamt finde ich es im Nachhinein nicht so vertrauenserweckend, dass die mich unter einem falschen Vorwand in eine Besprechung locken, um mir dort unerwartet etwas vorzuwerfen, das ich nicht getan habe. Das ist nicht die feine englische Art! Aber als Frau in einem Männerberuf ist man anscheinend sowieso immer der Depp.

                          AudreyHepburn
                          besonders erfahrenes Mitglied
                          Zuletzt geändert von AudreyHepburn; 12.06.2013, 22:53.

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                          • #14
                            AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                            Hallo AudreyHepburn,
                            hey, du bist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen
                            PTSD ist medizinisch definiert als "eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde."

                            Also warum soll es seltsam klingen, dass man das auch wegen Mobbing bekommen kann? Worauf Menschen wie reagieren ist so ziemlich individuell. Eine Ameise, die ein kleines Baby in die Nase beisst, kann so was beim Baby auch auslösen, beim anderen Baby passiert gar nichts dagegen. Wir sind unterschiedlich gestrickt.

                            Das, was uns bleibt, ist, wie wir mit dem, was wir hier vorfinden, umgehen. Da gibt es gute und weniger gute Möglichkeiten und was für einen gut ist, passt nicht für den Anderen. Auch wenn es natürlich generelle Muster gibt, die auch menschenübergreifend mehr Erfolg beinhalten als andere.

                            Gruß
                            Sunzi
                            Der beste Weg ist es, die gegnerische Strategie zu vereiteln; der zweitbeste, dessen Verbündete anzugreifen; und der schlechteste ist der Angriff auf gegnerische Städte.

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                            • #15
                              AW: Mobbingfreien Arbeitsplatz finden

                              Hallo Sunzi

                              Zitat von Sunzi Beitrag anzeigen
                              Hallo AudreyHepburn,
                              hey, du bist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen
                              Danke, ich mag A.H. auch sehr gerne. Bin ja leider nur ein Namensdouble.

                              Zitat von Sunzi Beitrag anzeigen
                              PTSD ist medizinisch definiert als "eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde."

                              Also warum soll es seltsam klingen, dass man das auch wegen Mobbing bekommen kann?
                              Ja, stimmt schon. Schließlich ist Mobbing auch sehr bedrohlich. Es geht nicht nur um den Lebensunterhalt, sondern meist wird man ja auch als Mensch total entwürdigt. Und das Ausgeliefertsein, die Hilflosigkeit führt ja laut Lehrbuch auch zu PTSD. Außerdem spielt auch eine Rolle, ob man anderswo emotionalen Rückhalt hat. Hat man den nicht, wird´s schwierig, im Gleichgewicht zu bleiben.

                              Zitat von Sunzi Beitrag anzeigen
                              Das, was uns bleibt, ist, wie wir mit dem, was wir hier vorfinden, umgehen. Da gibt es gute und weniger gute Möglichkeiten und was für einen gut ist, passt nicht für den Anderen.
                              Ja, genau, jede Situation und jeder Mensch ist anders. Da muss jeder selbst herausfinden, was ihm hilft und welche Art von Hilfe er braucht. Traurig ist halt, wenn man diese Hilfe nicht finden kann, sondern immer nur blöde Sprüche. :-(

                              Letztlich können wir aber nur aus den Gegebenheiten das Beste machen. An diese esoterischen Ansätze glaube ich gar nicht. Ich glaube nicht, dass am Mobbing das Opfer ganz allein schuld ist, was ja die Esoteriker oft genug behaupten. Und genauso glaube ich auch nicht, dass es die Lösung ist, keine Gefühle mehr zu haben. Im Gegenteil! Wir haben ein Recht darauf, verletzt zu sein. Sogar auf Panikattacken hat man ein Recht, schließlich ist Mobbing wirklich schlimm. Nach meiner - leider! - mehrfachen Erfahrung ist die Lösung, um Panik loszuwerden, sie als Teil meiner Selbst zu akzeptieren. Wenn ich nicht mehr dagegen ankämpfe, kann ich meine Kraft für Konstruktiveres nutzen.

                              Viele Grüße, Audrey
                              AudreyHepburn
                              besonders erfahrenes Mitglied
                              Zuletzt geändert von AudreyHepburn; 15.06.2013, 12:53.

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