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Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

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  • Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo,
    in meinem neuen Job bin ich jetzt seit 5 Monaten und fühle mich dort nicht wohl.
    Offensichtlich habe es (mal wieder!) nicht geschafft, mich reinzufinden in so eine Gemeinschaft.
    Nun bin ich ziemlich hin- und hergerissen.
    Einerseits weiß ich, dass so etwas nicht nur Anlaufschwierigkeiten sind, sondern ich eigentlich keine Chance habe. Darum trage ich mich mit dem Gedanken, mich selbständig zu machen. Von Kunden etc. bekomme ich immer gute bis sehr gute Rückmeldung, besonders auch von den Teilnehmern meiner Kurse. Ich habe auch bei einem früheren Auftraggeber mal angefragt, ob ich für sie mal wieder etwas schreiben kann. Nun befindet sich ein Auftrag über 3400€ auf dem Postweg zu mir. :-) Nur mit meinen Chefs und Kollegen komme ich nie klar, obwohl ich mich für freundlich, hoch motiviert und konstruktiv halte.

    Andererseits frage ich mich, ob ich vielleicht zu überempfindlich bin und besser auf diesem gut bezahlten Job bleiben sollte, der mir vom Thema her sehr liegt und viel Spaß macht. Wenn nur die Zusammenarbeit in der Firma nicht so zäh wäre und ich mich nicht isoliert fühlen würde. Ich muss auch sagen, dass ich früher schon brutaler und offensichtlicher gemobbt wurde, daher bin ich mir gar nicht sicher, ob das überhaupt Mobbing ist oder ich nur das Gras wachsen höre.

    Ich habe folgende Kommunikationsprobleme:
    1.) In meinem Büro habe ich das Gefühl, dass ich störe. Ich sitze in einem Sechserbüro und obwohl eigentlich jeder von uns mal telefoniert, ist es bei den anderen doch eher sporadisch (alle zwei Tage ein Telefonat) und bei mir mehrere am Tag, auch einstündige Telefonate. Es kommen auch öfter mal Kollegen vorbei, um etwas zu diskutieren, und da meine fünf Kollegen alle im selben Projekt arbeiten, besprechen die auch recht viel miteinander. Oft ist es so laut, dass ich kaum telefonieren kann. Und die anderen wohl auch nicht. Sich auf die Arbeit zu konzentrieren ist manchmal auch schwer. Ich suche manchmal einen Besprechungsraum auf, um zu telefonieren, aber das klappt auch nicht immer. Zum Glück kann ich mich gut konzentrieren. Manchmal bekomme ich aber doch mit halbem Ohr mit, dass einer meiner Kollegen über mich Witze macht oder sich über mich ärgert. Neulich beschwerte er sich, dass ich "im Gegensatz zu uns allen" Fortbildungen bekommen solle. Davon weiß ich nichts, ich glaube, er meint Punkt 3. Irgendwie habe ich mit den Kollegen bisher fast nur übers Wetter oder über das Kantinenessen gesprochen, obwohl ich jeden Tag mitgehe zum Essen. Wir werden gar nicht warm miteinander.
    2.) Als ich neu war, hätte eigentlich mein Chef definieren müssen, auf welche Mailverteiler ich drauf kommen soll. Er hat aber wochenlang nichts getan, also nahm ich mir das Adressbuch heraus und erstellte eine Liste von Mailverteilern von denen ich glaube, dass sie relevant sind. Mein Chef segnete sie ohne Änderung ab. Später stellte es sich heraus, dass ich auf einen Mailverteiler gar nicht drauf sollte, das gab ein wenig Ärger. Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich vielleicht auf Verteilern nicht drauf bin, auf die ich drauf sollte. Aber das kann ich nicht so richtig einschätzen. Ich verpasse ganz sicher einige Informationen. Ein Mal verpasste ich z.B. die Information, dass Donnerstag und Freitag eine interne Schulung stattfindet. Ich erfuhr am Donnerstagabend zufällig davon und meldete mich noch schnell an. Freitag hatte ich allerdings auch schon Termine und verpasste so dass meiste des Kurses. Ich habe große Angst, dass ich ziemlich viele Informationen verpasse. Nächsten Montag ist auch wieder eine wichtige Veranstaltung, von der ich zufällig vorigen Donnerstag erfuhr. Ich kann dann auch an einem wichtigen Teil nicht teilnehmen, weil ich nicht alle Montagtermine verschieben konnte.
    3.) Wegen 2.) habe ich darum gebeten, dass wir in unserer Abteilung auch "Team-Meetings" machen wie in anderen Abteilungen auch. Oder dass ich bei den Team-Meetings einer anderen Abteilung teilnehmen darf, um besser in die Firma integriert zu sein und mehr mitzubekommen, was läuft. Mein Chef meinte was von wegen ich müsse eben Flurfunk hören und wir seien doch ein kleines Team, da kriegt man sowieso mit, was die anderen machen. Es gab jetzt trotzdem so ein Meeting vorige Woche. Der Kollege betonte aber gleich, dass sie das nur wegen mir machen, weil sie wüssten ja, was die anderen so tun. Die anderen erzählten also über ihre Projekte, aber der Chef schnitt mir dann das Wort ab und meinte "Wenn die Frau H erst anfängt zu erzählen, werden wir heute nicht mehr fertig." Ich schlug vor, nur zwei meiner Projekte vorzustellen, aber das wollte er nicht. Der Kollege schlug vor, dass es genügen würde, dass wir diese Besprechung nur alle sechs Wochen machen. Wir haben uns auf vier Wochen geeignigt. Mal sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass mein Chef diese aus seiner Sicht sinnlose Veranstaltung einfach "vergisst".
    4.) Mein Chef reagiert "allergisch" auf mich. Das hat natürlich auch mit Stress zu tun, wenn er Termindruck hat, wird er unausstehlich. Aber auch ansonsten ist er sehr ungeduldig, wenn er sich mit mir besprechen muss und fällt mir dauernd mitten ins Wort und findet tausend Gründe, warum er sich eigentlich nicht mit mir besprechen will. Beispielsweise will ich "mir doch sowieso noch keine Gedanken gemacht" habe oder "nicht weiß, wovon ich da rede". Mit dieser Begründung schickt er mich dann schnell wieder fort. Bei Fragen reagiert er sauer, was, glaube ich, auch damit zusammenhängt, dass er manche nicht beantworten kann. Wenn irgendetwas schief geht, dann unterstellt er, dass das an mir liegen müsse. Beispielsweise hat ein Geschäftspartner mehrmals Besprechungen mit mir fünf Minuten vorher abgesagt und ein Mal ist er auch gar nicht gekommen, ein Anruf in seinem Sekretariat ergab, dass er diese Woche Urlaub hatte (!). Er hat immer wieder Zuarbeit versprochen und nie geliefert. Wenn ich meinen Chef um Hilfe bat - er kennt ihn schon lange - meinte er nur ganz vorwurfsvoll, dieser Mann sei immer sehr, sehr zuverlässig. Und mein Chef schien sich nur Sorgen zu machen, dass ich langjährige Partner der Firma vergrätze. Dabei habe ich diesem Mann wirklich nichts Böses getan!
    5.) Ich habe seit Monaten - laut Urteil meines Chefs - keine sinnvolle Idee mehr gehabt. Was meiner Meinung nach nur daran liegt, dass der andere Chef bei unseren Planungs-Meetings schon lange nicht mehr dabei war. Davor war es auch schon so, dass mein eigener Chef gegen alles irgendwelche Einwände hatte, und ich nur meine eigenen Ideen weiterverfolgen konnte, wenn der andere Chef die Idee gut fand. Und der mochte fast alle meine Ideen. Allerdings hat mein direkter Chef es geschafft, so einige meiner Projekte inzwischen in die Tonne zu treten à la "Das was sie da gemacht hatten, taugte ja eh nichts" oder "Sie schaffen den Termin ja sowieso nicht". Wenn das so weitergeht, habe ich nach dem 17. Januar gar nichts mehr zu tun, weil ich keine neuen Projekte mehr starte.
    6.) Man hat mir anscheinend von Anfang an nicht zugetraut, dass ich mit Kunden kommuniziere. Daher übernehmen das meine Chefs selbst. Nun hat mir mein Chef neulich gesagt, dass sie mich über die Probezeit hinaus behalten wollen. Er klang dabei als wäre er dazu gezwungen worden, so etwas zu sagen. Er wies mich noch darauf hin, dass ich "massive Kommunikationsdefizite mit den Kunden" habe. Da müsse ich dringend noch stark an mir arbeiten. Dabei hatte ich aber nur mit einem einzigen Kunden überhaupt erst Kontakt gehabt! Vielleicht meinte er ja auch mein Problem mit dem Herrn von oben, der lieber in den Urlaub fuhr als unsere Besprechung wahr zu nehmen.
    7.) Für eine meiner Aufgaben brauche ich regelmäßig Daten aus der Buchhaltung. Mein Ansprechpartner dort beantwortet aber fast keine meiner E-Mails. Ich muss immer persönlich rüber, aber auch das hilft nicht immer. Er verspricht mir etwas, ich warte zwei Wochen, aber es kommt nichts. Mein Chef hat mich schon mehrmals heftig angeschnauzt und so hingestellt als hätte ich vergessen, die Daten anzufordern. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und sagte ihm, dass ich sie angefordert HABE. Daraufhin ist er wohl in die Buchhaltung gegangen und hat den Menschen zusammengeschissen. Nun spricht der Mann aus der Buchhaltung gar nicht mehr mit mir. Wenn ich ihm zufällig wo begegne und ihn grüße, sieht er mich an mit einem Blick à la "Wenn Blicke töten könnten". Ohne Gruß natürlich. Von dem bekomme ich wohl keine Zahlen mehr. :-(
    8.) Es gibt noch einige Leute mehr, die grundsätzlich nie meine E-Mails beantworten, selbst wenn sie wichtig oder dringend sind. Ich habe diesen Leuten nichts getan. Nicht dass ich wüsste.
    9.) Bei meinem Chef habe ich dauernd das Gefühl, dass er mich versucht zu verarschen. Anfangs hat er mir oft vor Besprechungen in der großen Runde Informationen vorenthalten, Fragen nur teilweise beantwortet oder falsch beantwortet, so dass ich dann in der Runde gar nicht mitreden konnte. Dauernd stellte er mir Suggestivfragen à la "Das war jetzt sicher ein wenig viel Information auf ein Mal für Sie", woraufhin ich Dussel auch noch zugab "Ja, war recht viel." Diese Antwort muss ihn sehr gefreut haben, denn ein paar Wochen lang sagte er in fast jeder Besprechung - nicht nur unter vier Augen, sondern auch in größeren Runden - "Liebe Frau H, das war Ihnen jetzt sicher wieder zu schwierig." Sehr schön war auch die Sache mit der Zielvereinbarung. Wir hatten abgemacht, 6 sei mein Ziel und er versprach, er würde das Formular dann noch ausfüllen. Was er natürlich nicht tat. Er verspricht oft etwas zu tun, was er dann nie tut. Als ich ihn wieder darauf ansprach, setzte er wieder eine Besprechung an über die Ziele und fing an, mein Ziel seien 8. Ich erinnerte ihn daran, dass wir beim letzten Mal 6 abgemacht hatten. Er gab sich nicht mal Mühe, Überraschung zu heucheln.

    Anfangs dachte ich, dass er vielleicht nur deshalb Bedenken hat, weil er schon schlechte Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht hat. Und war zuversichtlich, dass er schnell sehen wird, was ich drauf habe. Aber das hat er ja nicht. :-( Anscheinend hat alles was ich mache, seine Erwartungen bestätigt, dass ich die Falsche für den Job bin.

    Insgesamt läuft also gar nichts so richtig. Genau genommen fühlt es sich so an als würde alles immer langsamer laufen und teilweise auch gar nicht mehr. Aber vielleicht bin ich ja auch überempfindlich und das ist alles nur das normale Chaos? Aber wie kann ich herausfinden, ob mein Chef mich wirklich doof findet, ich meinen Kollegen wirklich auf den Keks gehe?

    Wie gesagt, ich bekomme von vielen Leuten auch positives Feedback und es gibt auch Leute, mit denen ich schon seit Jahren konstruktiv und gerne zusammenarbeite. Nur hat das alles mit meinen Nebenjobs zu tun. In der eigenen Firma bin ich seit zehn Jahren immer nur der Depp. (Habe leider schon einige ausprobiert in den letzten 10 Jahren. :-(( )

    Was meint ihr?

    Audrey
    AudreyHepburn
    besonders erfahrenes Mitglied
    Zuletzt geändert von AudreyHepburn; 16.10.2011, 21:24.

  • #2
    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

    Hallo Martin,
    das ist ja ganz pfiffig, dass Du hier versuchst, Kunden anzuwerben. Aber ich bin selbst Managerin und Beraterin,
    ich weiß mich selbst zu beraten. Auf meine Frage hast Du allerdings nicht geantwortet!

    Am Wochenende denke ich immer wieder, ich sei vielleicht überempfindlich. Aber heute hat mich mal wieder
    der Schlag getroffen. Ich war also bei dieser Veranstaltung und stelle fest, dass sie genau das ist, was ich
    die ganze Zeit gebraucht habe! Dort also werden diese Informationen ausgetauscht, an die ich nie rangekommen
    bin, die mir aber das gute Gefühl gegeben hätten, dass ich weiß, wie meine Firma arbeitet. Ich wusste nicht,
    wie ich das herausfinden soll. Diese Veranstaltung findet jeden Monat statt und ist sowas von Pflicht, dass man
    eine ausdrückliche Genehmigung der Geschäftsführung braucht, um nicht daran teilzunehmen. Und ich habe
    nun seit fünf Monaten gefehlt dort. Natürlich hat niemand nachgefragt, warum ich nicht komme, niemand hat
    mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich etwas Wichtiges verpasse. Weder mein Chef noch mein "Pate"
    noch meine "Teamkollegen" oder die Leute aus meinem Büro. Vielleicht haben sie sich sogar über mich geärgert,
    dass ich es wage, dort weg zu bleiben, und weil ich offensichtlich ganz viele Sonderrechte habe. :-(

    Allmählich ist es mir auch wurscht, ob ich überempfindlich bin, gemobbt werde oder ob ich irgendwie asozial bin.
    Fakt ist, dass ich auch nach fast einem halben Jahr in dieser Firma NICHT drin bin. Ich habe niemanden, der mir
    solche Informationen zukommen lassen würde, niemanden den ich mal etwas fragen könnte, ohne mich zu blamieren.
    Ich fühle mich dort nicht willkommen.

    Und wenn ich da weg gehe, bleibt mir außer Selbständigkeit nichts anderes mehr. In den letzten zehn Jahren bin
    ich an jedem Arbeitsplatz entweder gemobbt oder gebosst worden. Dieses Mal ist gar nicht das Schlimmste, was ich
    erlebt habe. Mich greift da niemand an (abgesehen von gelegentlichen persönlichen Beleidigungen durch meinen Chef),
    ich werde nur einfach ignoriert und nicht informiert.

    Übrigens fische ich nicht im selben Teich wie mein Arbeitgeber. Ich biete ganz etwas anderes an als die.
    Hauptberuflich habe ich, um mich ernähren zu können, mehrmals das Thema und die Branche wechseln müssen.
    Vermutlich ist das auch ein Grund, warum ich in meinem Nebenjobs so etabliert, bekannt und erfolgreich bin.
    Berühmt vielleicht sogar. Und was ich gerade hauptberuflich mache, da musste ich mich erstmal einarbeiten.
    Naja, immerhin habe ich das schnell geschafft, mein Arbeitgeber hat für sein Geld was bekommen.

    Audrey

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    • #3
      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

      Zitat Martin: "Wenn du selbst Managerin und Beraterin bist, dann stelle ich mir an diesem Punkt die Frage warum du dir diese Fragen nicht selbst schon längst gestellt und beantwortet hast?"

      ... weil vielleicht der Schuster immer die schlechtesten Schuhe hat ?!

      Bei unseren Klienten wissen wir das immer ganz toll - da schauen wir ja auch von außen, als UNBETEILIGTER drauf; wohingegen man zu sehr - auch emotional - involviert ist, wenn man selbst betroffen ist.

      Ich finde es vielmehr bewunderswert von Audrey, dass sie sich um Antworten bemüht und erkennt, dass sie irgendetwas anders machen kann und muss, wenn es funktionieren soll. Gerade weil sie über so einen großen Erfahrungsschatz verfügt, schwingt dennoch eine sympathische Bescheidenheit mit. Das hat man leider nicht mehr so oft in dieser Welt.
      Vielleicht ist es gerade das, was ihr in diesem Job so auf die Füße fällt. Vielleicht besteht die Firma vorwiegend aus Leuten, die sich auf vermeintliche Kompetenzen ausruhen, Kompetenzen, die sie gar nicht haben und deshalb nicht ohne Neid und auch Angst auf dich schauen, Audrey.

      Viele werden dir nicht das Wasser reichen können und können genau damit nicht umgehen.
      Die können aus meiner Sicht nicht mit der Souveränität und dem Können von dir umgehen, Audrey. Und du zeigst leider die fatale Reaktion, deren "Baustelle" oder Thema zu deinem zu machen. Das geht langfristig auf deine Kosten und der Preis ist verdammt hoch, den du bezahlst dafür - deine Gesundheit und letztlich dein Leben mit all der Zeit und Qualität!

      Daran solltest du arbeiten - Kommunikation ist da sicher ein zentrales Thema für dich.

      Sortiere mal für dich, was du schon alles erreicht und geschafft hast in deinem Leben und schau mal, ob du erkennen kannst, WIE du das gemacht hast.
      Denke nicht zu kompliziert, in der Einfachheit liegt der Schlüssel.

      Viel Erfolg, Kraft und viele gute Erkenntnisse.

      Sabine.

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      • #4
        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

        Hallo Sabine, hallo Martin,

        so simpel ist es auch wieder nicht. Ich bin eigentlich eine Teamworkerin, die gerne mit anderen zusammenarbeitet. Und darum verunsichert mich das, was ich hier erlebe. Zumal es ja alles nicht das erste Mal ist. Dass ich zu einer Pflichveranstaltung nicht eingeladen werde, monatelang nicht, ist mir früher schon passiert. Damals sagte mir auch niemand Bescheid, sondern alle zerrissen sich hinten rum das Maul, dass ich mir anmaße, dort nicht hinzugehen, wo doch alle anderen hinmüssen. Ich bekam auch nach einem Jahr dann eine ganz schwere Anklage von meinem Chef. Als ich mich darum kümmern wollte, auf den Mailverteiler zu kommen, sagte mir mein Chef aber nicht, welche Person die Einladungen versendet, und versprach, sich selbst darum zu kümmern. Was er dann leider vergaß. Aus meiner Sicht fühlt es sich so an als hätten sie mich auflaufen lassen. Und dieses Mal wieder. Es hätte doch, wenn diese Veranstaltung alle vier Wochen stattfindet, irgendwann mal jemand fragen müssen. Vor vier Wochen BIN ich ja tatsächlich auch gefragt worden, aber wie! Ich wurde gefragt, wo ich gestern gewesen sei. Ich war auf Dienstreise, Punkt. Damit war für sie wohl die Frage zufriedenstellend beantwortet. Die Information, dass ich etwas verpasst habe, kam bei mir wieder nicht an.

        Ich arbeite hart daran, das alles nicht persönlich nicht nehmen und mich NICHT zurück zu ziehen. Denn dann wird alles noch schlimmer, obwohl ich mir ja eigentlich Mühe geben wollte, dass es besser wird. :-( Ich weiß, dass es dumm ist. Vermutlich muss ich mir selbst irgendetwas beweisen, obwohl ich doch aus Erfahrung weiß, dass solche "Missverständnisse" nicht aus Versehen passieren, nicht so massiv!

        Ich kann es jeden Tag spüren, dass ich hier nicht hin gehöre. Gestern war ich am Nachmittag auf einer Veranstaltung außer Haus, und als ich einem meiner Zimmerkollegen Bescheid gab, dass ich außer Haus bin und heute nicht mehr rein komme, macht er ein grimmiges Gesicht. Ja, ich weiß, dass ich die einzige bei uns im Büro bin, die auf solche Veranstaltungen darf, aber das gehört nunmal zu meinem Job!

        Heute hatten einzelne Kollegen noch eine Besprechung, die erst um 11 begann. Bevor der Kollege uns verließ (wir blieben zu zweit im Büro zurück), fragte er den anderen Kollegen, ob er auf ihn warten würde. Ich kenne das eigentlich so, dass man fragt: „Wartet ihr auf mich?“ So weit, so gut. Nun kam um 12 Uhr der Chef rein und fragte meinen Kollegen, ob der mit ihm essen geht. Er müsse bald weg und könne darum nicht warten. Der Kollege erklärte, dass er versprochen habe, auf X zu warten. Ich hatte zugehört und wollte gerade dem Chef sagen, dass ich auch warte, aber der drehte sich einfach weg und ging, ohne mich zu beachten. Das letzte Mal, als die Situation entsprechend war, ging ich mit meinem Chef alleine essen, aber ich merkte, dass es ihm nicht recht war. Er rannte geradezu zur Kantine rüber, so dass ich den Eindruck hatte, er versuche mich abzuhängen. Er hat sich später immerhin zu mir an den Tisch gesetzt und mit mir gesprochen. Immerhin. Heute versuchte er das offensichtlich zu vermeiden, indem er mich wie Luft behandelte. Kann aber auch sein, dass er im Stress war, ich weiß nicht.

        Ich habe wirklich das Gefühl als sei ich überempfindlich. So als warte ich nur darauf, weitere Anzeichen für Mobbing zu sehen, obwohl doch alle einfach nur ihr Zeugs machen und ich mich zu wichtig nehme. :-(

        Ich glaube, was die Sache auch so schwer macht für mich ist, dass ich Herr B nicht enttäuschen will. Er hat auf mich gesetzt und mich eingestellt und wäre sicher sehr enttäuscht, wenn ich kündige. Meine Arbeit ist recht wichtig, ich soll 20% des Umsatzes einwerben. (Es ist eine kleine Firma.) An sich läuft es ganz gut, nur mein direkter Chef ist so ein Bremser und hat mir schon so manches versemmelt. Aber da er mir manche Aufgaben nicht zutraut, übernimmt er immer einen Teil der ganzen Sache und "kommt dann nicht dazu". Die Hälfte meiner Arbeit ist für die Tonne.

        Ich werde demnächst ein Gespräch mit Herr B haben. Rein theoretisch könnte ich einfordern, eine Stabsstelle zu kriegen und unabhängig von meinem Team und aktuellen Chef arbeiten zu dürfen. Dadurch isoliere ich mich allerdings dann so richtig.
        Als Alternative habe ich mir noch überlegt, dass sie mich ja als Freiberuflerin für konkrete Aufgaben anheuern könnten. Dann könnte ich meine angefangenen Projekte fertig machen (statt dass sie abgebrochen werden müssen) und ich hätte sogar schon erste Einnahmen.
        Mal sehen. Aber vielleicht glaubt Herr B ja auch nicht mehr an mich, nachdem ich so eine üble "Pechsträhne" hatte. Wenn ich einen bösartigen Moment habe wie eben jetzt, frage ich mich, ob mein Chef tatsächlich so chaotisch ist oder ob er meine Projekte sabotiert hat. Allerdings ist er nach meiner Wahrnehmung auch bei Projekten, die ihm wichtig sind, genauso destruktiv und chaotisch. Ich glaub, der kann nicht anders.

        Audrey

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        • #5
          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

          Die Frage hat er mir inzwischen selbst beantwortet...
          Ich hatte Montag eine Krise und bat Herr B abends per E-Mail um ein Personalgespräch. Das Gespräch ist dann nächsten Dienstag. Einerseits ist er ziemlich beschäftigt, andererseits will er vermutlich Zeit gewinnen, um einige Leute zu fragen, was sie von mir halten. Ich hoffe, er fragt auch R, das ist einer der Wenigen, die etwas Gutes über mich sagen würden. :-/
          Jedenfalls scheint er gleich Dienstagmorgen früh meinen Chef angerufen zu haben und irgendwie gefragt, ob was war oder so. Denn mein Chef beantwortete ganz früh noch alle meine unbeantworteten E-Mails der letzten zwei Wochen. Ach, das geht? Ich dachte, er sei ein Oberchaot, der keinerlei Überblick über seine Mailbox hat. Die meisten meiner E-Mails bleiben unbeantwortet, so dass ich ihn schon lange nur noch der Form halber um Genehmigung oder Hilfe bitte. Ich lasse ihm dann ein, zwei Wochen Zeit zum Antworten, frage vielleicht noch mündlich nach und mache dann einfach was ich für richtig halte. OK, aber nun ging das plötzlich.
          Ich bekam auch einen Gesprächstermin, um einige noch offene Punkte zu klären und er war wie ausgetauscht. Seit Monaten hatte ich ja keine einzige brauchbare Idee mehr gehabt (seine Meinung), aber nun hat er gleich zwei gut gefunden, selbst noch welche beigetragen und seine Kritik ganz konstruktiv formuliert. Jetzt bin ich total von der Rolle. Ich dachte, er sei der totale Kommunikationskrüppel, der gar nicht anders kann als abweisend und destruktiv zu sein und seine Launen ungefiltert rauszulassen. Oh doch, der kann schon. Der wollte nur nicht bzw. mir scheint, er wollte mir sogar deutlich zeigen, dass er nicht mit mir zusammenarbeiten will. Ach, so ist das. :-((

          Ich zerbreche mir ja seit Wochen den Kopf, was sich ändern müsste, damit ich mich dort wohl fühle. Aber irgendwie... Wie soll ich denn jemandem vertrauen, der mich absichtlich unhöflich behandelt und absichtlich meine Arbeit sabotiert??? Dummheit kann ich verzeihen, aber Bosheit nicht.

          Na, mal sehen. Es hängt ja auch ein wenig von Herr B und seiner Meinung ab (Was er beschließt, wird passieren). Aber er wird mich ganz sicher auch erstmal fragen, was ich mir denn wünschen würde. Puh, was wünsch ich mir? Könnte ich diesen Leuten denn vertrauen, wenn sie mich plötzlich zivilisiert behandeln würden? Und würden sie das überhaupt wollen oder stehe ich am Ende eh nur als die Unruhestifterin da, die sich beim Chef beschwert?

          Momentan fällt mir keine gute Lösung ein. Da die Firma recht klein ist, läuft man sich dort dauernd wieder über den Weg. Vermutlich wird das Gespräch am Dienstag einfach ein klärendes Gespräch, wo wir absprechen, wie lange ich noch bleibe. Ich würde gerne das was ich angefangen habe, noch ordentlich fertig machen, was bis Ende Januar dauert. Und wenn wir uns als Freunde trennen, vielleicht haben die ja mal einen Auftrag für mich. Ich kann gerne mal was für sie schreiben, schließlich kenne ich die Firma und ihre Produkte nun ein wenig.

          Seufz! Das hat man davon. Ich habe meinem Chef ECHT geglaubt und verziehen, dass er ein Kommunikationstrampel ist! Ich wusste ja gar nicht, dass der auch anders kann.

          Audrey

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          • #6
            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

            Falls es jemanden interessiert: Doch, ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte. Nur die Kündigung habe ich nicht ausgesprochen. Erstens hat Herr B sich das eh schon gedacht und zweitens steht er auf meiner Seite und hat mich gebeten, noch sechs Wochen abzuwarten. Er wird sich höchstpersönlich drum kümmern.

            Ich hatte jetzt schon so schön für meine Firma Logo, Motto und Coporate Identity entworfen, Leistungsportfolio geschärft und Zielgruppen definiert. Aber wer weiß, ob ich es nicht doch noch brauche...

            Es gibt da ja zwei Probleme, über die ich gesprochen habe: 1.) die unmögliche Behandlung durch meinen direkten Vorgesetzten und 2.) den Betrug, der da abgeht, und den ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann.
            Nachdem ich jetzt weiß, dass 2.) von der Geschäftsleitung gar nicht so gewollt ist (im Gegenteil!) frage ich mich, ob 1.) nicht ganz gezielt inszeniert wurde. Diese Typen stecken miteinander unter einer Decke. Entweder betrügen sie sogar die Geschäftsleitung, um sich einen schönen Lenz zu machen, oder sie sind so bescheuert, Probleme unter den Teppich zu kehren, statt sie zu lösen. Jedenfalls mauscheln die da etwas, wovon man ganz oben noch nichts wusste. Herr B ist ganz bleich geworden bei meinem Bericht. Eigentlich wollte ich ja "nur" unter Protest kündigen, nun bin ich also Whistleblower, wie das auf Deutsch heißt. Früher nannten wir das noch Petze. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen, was nun folgt, haben sie sich wohl verdient.

            Jetzt mal gucken. Ich würde das Ganze ja gerne aus wissenschaftlicher Distanz betrachten, wie nun Big Boss mit eisernem Besen durch die Firma düst. Allerdings betrifft es mich am meisten. Kann gut sein, dass der Krieg ganz schnell vorbei ist und man mir irgendwelche Fehler unterschiebt. Ich bin sicher, mein Chef kann eine ganz lange Liste von Sünden vorweisen, wenn´s auch nur Unterstellungen und Zusammengereimtes wäre.

            Am meisten ärgert mich, dass sie mich fast dran gekriegt hätten. Die haben mich allen Ernstes glauben gemacht, dieser Betrug sei gewollter Teil der Firmenpolitik und das ganze Gelaber von oben von wegen Respekt und Exzellenz und Co sei nur Blabla. Obwohl ich Herrn B so eine dreiste Lügerei gar nicht zutraue.

            Okeee, mein Weltbild ist wieder gerade gerückt. Ich stehe auf der richtigen Seite, und den Gestalten um mich herum zu misstrauen war genau richtig. Ich muss nur dauernd an den Spruch aus "Rambo" denken: "Sie haben einen Krieg begonnen, den sie nicht gewinnen können und den sie nicht verstehen werden." Mir könnte da noch was blühen, schließlich sind die anderen ziemlich ausgebufft. Ich sollte mir ein paar Sicherheitsmaßnahmen überlegen wie z.B. den Rechner nachts ins Schließfach zu legen, falls es nicht zu spät ist. Nee, dieses Posting schreibe ich natürlich mit dem Privatrechner, bin ja nicht blöd.

            It´s paranoia time!

            Audrey
            AudreyHepburn
            besonders erfahrenes Mitglied
            Zuletzt geändert von AudreyHepburn; 25.10.2011, 20:21.

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            • #7
              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

              Naja, dass ich diesen Krieg nicht verstehen werde, war natürlich eine rambomäßige Übertreibung.
              Aber gewinnen kann ich ihn nicht. Heute war ich nicht im Büro und da wurde kurzfristig eine Besprechung angesetzt, bei der es um Grundsätzliches zu einem Projekt geht. Als ich zurück schrieb, ob wir das nicht an einem anderen Tag machen können, wurde auf Anweisung meines Chefs die Besprechung trotzdem heute abgehalten. Würde mich nicht wundern, wenn sie dabei zu dem Schluss kommen, dass ich aus dem Projekt jetzt raus bin. Meine Aufgaben werden in letzter Zeit sowieso immer weniger. Naja, was soll mein armer Chef auch machen, wenn ich für alle Aufgaben zu dumm bin??

              Ich wette, dass es jetzt so weitergeht, dass er Herrn B lang und breit erklären wird, wie dumm ich bin, wie schlechte Arbeit ich leiste, und dass ich bei der Beschreibung wie er mich behandelt, maßlos übertrieben habe. Und da sich bei meiner Arbeit schlecht nachweisen lässt, wie gut es bei einem anderen Mitarbeiter verlaufen wäre (es hängt ganz stark von Externen ab), kann man nun je nach Erwartung meine Arbeit für super oder für saumäßig halten. Fakt ist aber auch, dass durch Verbummeln oder durch Zutun meines Chefs manches den Bach runter ging, er rafft ja dauernd Teilaufgaben an sich. (Vermutlich auch weil er es mir nicht zutraut.)

              In den letzten Monaten habe ich echt alles gegeben, um diesen Job zu behalten. Aber nun frage ich mich, warum ich das tue. Außer dem Gehalt ist dort doch gar nichts in Ordnung für mich. Und es ist zu offensichtlich, dass mein Chef mich gar nicht behalten will. In eine andere Abteilung zu wechseln macht auch keinen Sinn, außer ich würde komplett die Aufgabe wechseln.

              Ich frage mich, ob ich nicht einfach gleich ohne Angabe von Gründen hätte kündigen sollen, statt es zu begründen und zu hoffen, dass sich noch etwas retten lässt.

              Audrey

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              • #8
                AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                Naja, ich gehe morgen tapfer wieder ins Büro und gucke nach, ob ich dort noch einen Job habe. Da ich in der Probezeit bin und noch mehrere Wochen Urlaub zu kriegen habe, könnte ich ja auch mit sofortiger Wirkung rausfliegen. Ich würde aber doch gerne noch Übergaben machen, damit meine Arbeit nicht für die Tonne war!
                Audrey

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                • #9
                  AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                  Falls es jemanden interessiert: Mittwoch war ich nicht im Büro, Donnerstag war mein Chef nicht. Freitag war alles eitel Sonnenschein. Es schien jedenfalls so. Der Chef war sehr freundlich und hat sehr viel an unseren gemeinsamen Projekten gemacht. Sonst war das ja immer das Unwichtigste und blieb wochenlang liegen, im Zweifel so lange, dass "ich" den Abgabetermin verpasst habe. Mir fiel aber auf, dass er wegen jeder Frage und Absprache zu mir ins Büro kam und somit vor Zeugen mit mir sprach. Und die Zeugen passten auch mit atemloser Spannung auf, was wir reden. Aha? Ich würde wirklich gerne wissen, was da über mich geredet wurde.
                  Das klingt ja jetzt schonmal viel versprechend, man gibt sich Mühe. Nach meiner Erfahrung hält so etwas genau zwei Wochen lang an, dann ist alles wieder beim Alten. Niemand kann sich ewig verstellen. Richtig gut wäre nur, wenn er eine neue Erkenntnis gewonnen hätte. Beispielsweise dass es jemanden gibt, der meine Arbeit gut findet. Oder dass meine Hinweise darauf, dass etwas nicht gut läuft, weder Minderwertigkeitskomplexe sind noch lästiges Genörgel, sondern der Versuch meinerseits, Hilfe zu bekommen und gute Arbeit zu leisten.
                  Na, wir werden ja sehen. Ich habe mich die ganze Zeit über korrekt verhalten. Habe meine Arbeit konzentriert erledigt (keine privaten Sachen während der Arbeit, zumal ja verschiedene Kollegen mir immer wieder prüfend auf den Bildschirm sehen), war zu meinem Chef höflich und konstruktiv und habe sogar die Leute gegrüßt, die das gar nicht richtig wollten. Und ich werde auch weiterhin korrekt, fleißig und freundlich sein. Daran soll es nicht scheitern
                  Während ich also etwas Luft gewonnen habe, frage ich mich weiterhin, was ich denn brauche, um mich dort wieder (?) wohl zu fühlen.

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                  • #10
                    AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                    Hallo? Ich könnte wirklich jemanden brauchen, mit dem ich diskutieren kann.
                    Ich habe immer noch große Angst, dass ich durch meine Überempfindlichkeit alles noch schlimmer mache oder erst provoziert habe.
                    Mir ist jetzt etwas unklar, was das alles bedeutet, was hier passiert.
                    Dass mein Chef nicht mehr sagt: "Kommen Sie mal schnell in mein Büro", sondern sich mit mir im Sechserbüro bespricht, sagt ja schonmal, dass er mit mir nicht allein sein will. Ich frage mich, ob er das, was ich über unsere Zweiergespräche erzählt habe, als Lüge abgetan hat. Kann gut sein, dass er sogar glaubt, es sei Lüge. Das ist leider mit Männern oft sie, dass sie, wenn sie eine Frau nervig finden (ihre eigene oder ihre Mitarbeiterin) genervt und aggressiv reagieren, sich aber einbilden, sie seien total gelassen gewesen, obwohl diese Frau total nervig ist.

                    Gestern hat mich mein Chef etwas verblüfft, indem er behauptete, ich hätte geglaubt, ein Mitarbeiter würde seit Monaten für mein Projekt arbeiten und plötzlich hätte ich gemerkt, dass der noch gar nichts gemacht hat. Hä?? Keine Ahnung, wieso er diese Geschichte erfindet. Es war umgekehrt. Erst musste ich mal herausfinden, was in diesem Projekt, das ich leite, zu tun ist. Als ich das wusste, habe ich einen Mitarbeiter dafür gesucht und da es Unterlagen gibt, auf denen steht, welche Mitarbeiter zu diesem Projekt gehören, habe ich natürlich mit Nachfragen bei diesen Mitarbeitern begonnen. Insbesonders bei dem einen, der schon vor einem halben Jahr in dem Projekt gearbeitet hatte. Es stellte sich aber heraus, dass er schon anderweitig verplant ist, und ich machte mich auf die Suche nach einem anderen. So war das. Keine Rede davon, dass ich irgendetwas Falsches geglaubt habe. Ehrlich gesagt habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Chef nicht ganz richtig im Kopf ist. Ich wette, dass er diese Geschichte selbst glaubt. Ich war dann aber zu verblüfft, um das sofort richtigzustellen, und hatte auch das warnende Gefühl im Bauch, dass es großen Ärger gibt, wenn ich die Geschichte aufbausche. Ich kann ja schlecht behaupten, dass mein Chef Geschichten erfindet.

                    Am Mittwoch als ich nicht im Büro war, wurde kurzfristig während des Tages eine Besprechung angesetzt mit uns zu dritt - ein Projektleiter, mein Chef und ich. Ich war online und schrieb, ich könne heute nicht, ob die Besprechung nicht ein anderes Mal stattfinden könne. Ich bekam dann von dem Projektleiter zurück geschrieben, dass nach Rücksprache mit meinem Chef die Besprechung heute stattfindet. Donnerstagvormittag traf ich den Projektleiter in der Kaffeeküche und fragte ihn, wie die Besprechung ausgegangen sei. Er sagte mir, ich solle einen Statusbericht für dieses Projekt schreiben, in dem ich ja bisher noch gar nicht gearbeitet habe. Warum ausgerechnet ich? Weil ich doch so kompetent und Expertin sei und blabla. Ach, jetzt auf ein Mal? Als er mich so lobte, war mir klar, dass es eine Scheißaufgabe ist, die sonst keiner machen will. So weit ich weiß, haben sie dieses Projekt komplett in den Sand gesetzt und meine Aufgabe ist nun, einen Bericht zu schreiben, der es als Erfolg aussehen lässt! Er sagte mir schnell meine Ansprechpartner, aber ich hatte gerade nichts zum Schreiben da. Ich schrieb mir hinterher die Namen auf, kriegte sie aber nicht mehr zusammen und schrieb ihm daher eine E-Mail und fragte nach. Die Mail wurde bisher nicht beantwortet. Freitag war mein Chef wieder im Büro und er fragte mich, ob ich denn schon wisse, was bei der Besprechung herausgekommen sei. Er meinte, er fände das sehr seltsam, dass ich diesen Bericht schreiben solle, und bevor ich die Aufgabe annehme, müsse man sich erst nochmal zu dritt treffen und darüber sprechen. Hä?? Da frage ich mich doch, was die besprochen haben. War das nun beschlossen, dass ich den Bericht schreibe oder nicht? Hat der Projektleiter mich in der Kaffeeküche verarscht und mir eine Arbeit zugewiesen, die ich laut meinem Chef gar nicht machen soll? Oder ist es eher so, dass mein Chef mich mit dieser Aussage davon abhalten will, eine dringende Aufgabe zu erledigen, damit er nachher wieder sagen kann, ich habe versagt? Keine Ahnung, es gibt von der Besprechung auch kein Protokoll. Die können mich im Prinzip beide verarschen! Sicherheitshalber werde ich den Bericht schreiben, auch wenn ich damit riskiere, dass mein Chef mich dann anschnauzt, er habe mir doch gesagt, dass ich es nicht machen soll. Aber ich weiß jetzt eben gar nicht, wem ich da noch glauben darf!!!

                    Dann frage ich mich, ob Herr B noch an mich glaubt oder ob ich mit meiner inzwischen deutlich vorhandenen Unsicherheit dazu beitrage, dass er an mir zweifelt. Er schrieb mir eine kurze E-Mail, ob ich mir eine bestimmte Verhandlung zutraue. Der Ansprechpartner sei sehr fair. Die Frage ist an sich schon seltsam, weil ich ja nun wirklich viel kommuniziere. Aber diese Verhandlung ist etwas, das bisher meine Chefs gemacht haben. Eventuell, weil SIE es mir bisher nicht zugetraut hatten. Allerdings hatte ich keinerlei Informationen darüber, was genau das Thema der Verhandlung sein soll und was ich da mindestens herausholen soll. Ich sprach also Herr B persönlich darauf an und sagte, ich müsse das dann auch wissen. Sofort fragte er, ob denn Frau M rechtzeitig aus dem Urlaub zurück käme, um das zu machen. Mir schien, dass er meine inhaltliche Rückfrage interpretiert hat als "Ich traue mir diese Verhandlung NICHT zu." Ich habe ihm gesagt, dass ich mich darum kümmere, habe aber jetzt gar kein gutes Gefühl dabei. Wenn die Bedingungen anders wären, hätte ich mich gefreut, weil damit mein Aufgabenspektrum wächst und ich auch weniger davon abhänge, dass meine Chefs das machen. Das hat bisher immer zu massiven Verzögerungen geführt bis hin zum Verpassen von Fristen! Aber dieses ganze Herumgeeiere von wegen "Trauen Sie sich das überhaupt zu?" irrirtiert mich jetzt. Steht dieser Mann eigentlich noch hinter mir???

                    Und manchmal denke ich, dass es letztlich scheißegal ist, wer was denkt und mir was zutraut. Ob die Leute ehrlich sind oder nicht. Vielleicht lässt sich ja gar nichts mehr retten, wenn ich denen zutraue, dass sie mich verarschen, und wenn ich das Gefühl habe, sie stehen nicht hinter mir.

                    Hat jemand eine Meinung dazu?

                    Audrey

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                    • #11
                      AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                      Hallo Audrey

                      Ich habe mal all die vorhergehenden Beiträge gelesen und versuche mal zu analysieren sowie zu deinem letzten Beitrag ein paar Gedanken und Fragen zu formulieren über die wir dann gerne diskutieren können. Diese treffen, aus meiner persönlichen Sicht, im Kern auch die anderen Beiträge.

                      Zitat von AudreyHepburn Beitrag anzeigen
                      Hallo? Ich könnte wirklich jemanden brauchen, mit dem ich diskutieren kann.
                      Ich habe immer noch große Angst, dass ich durch meine Überempfindlichkeit alles noch schlimmer mache oder erst provoziert habe.
                      Mir ist jetzt etwas unklar, was das alles bedeutet, was hier passiert.

                      Was bezeichnest du konkret als Überempfindlichkeit deines Verhaltens oder ggf. deiner eigenen Wahrnehmung?

                      Dass mein Chef nicht mehr sagt: "Kommen Sie mal schnell in mein Büro", sondern sich mit mir im Sechserbüro bespricht, sagt ja schonmal, dass er mit mir nicht allein sein will. Ich frage mich, ob er das, was ich über unsere Zweiergespräche erzählt habe, als Lüge abgetan hat. Kann gut sein, dass er sogar glaubt, es sei Lüge. Welches Motiv könnte er hierfür haben? Könnte er überhaupt eines haben?

                      Das ist leider mit Männern oft so, dass sie, wenn sie eine Frau nervig finden (ihre eigene oder ihre Mitarbeiterin) genervt und aggressiv reagieren, sich aber einbilden, sie seien total gelassen gewesen, obwohl diese Frau total nervig ist.

                      Da hast du nicht unrecht. Männer transportieren gerne ihre Gefühle auf die Sachebene um diese, ihre zugrunde liegenden Gefühle, zu verschleiern. Welchen Vorteil könnte man deiner Ansicht nach daraus als Frau ziehen?

                      Gestern hat mich mein Chef etwas verblüfft, indem er behauptete, ich hätte geglaubt, ein Mitarbeiter würde seit Monaten für mein Projekt arbeiten und plötzlich hätte ich gemerkt, dass der noch gar nichts gemacht hat. Hä?? Keine Ahnung, wieso er diese Geschichte erfindet. Es war umgekehrt. Erst musste ich mal herausfinden, was in diesem Projekt, das ich leite, zu tun ist. Als ich das wusste, habe ich einen Mitarbeiter dafür gesucht und da es Unterlagen gibt, auf denen steht, welche Mitarbeiter zu diesem Projekt gehören, habe ich natürlich mit Nachfragen bei diesen Mitarbeitern begonnen. Insbesonders bei dem einen, der schon vor einem halben Jahr in dem Projekt gearbeitet hatte. Es stellte sich aber heraus, dass er schon anderweitig verplant ist, und ich machte mich auf die Suche nach einem anderen. So war das. Keine Rede davon, dass ich irgendetwas Falsches geglaubt habe. Ehrlich gesagt habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Chef nicht ganz richtig im Kopf ist. Ich wette, dass er diese Geschichte selbst glaubt. Ich war dann aber zu verblüfft, um das sofort richtigzustellen, und hatte auch das warnende Gefühl im Bauch, dass es großen Ärger gibt, wenn ich die Geschichte aufbausche. Ich kann ja schlecht behaupten, dass mein Chef Geschichten erfindet.

                      Warum spekulierst du lieber, dass das bestehende Missverständnis im Raum stehen zu lassen besser ist als es aufzuklären? Gäbe es, wenn du genau darüber nachdenkst, eine konziliante und eloquente Form der Ansprache das "bekömmlich" zu positionieren und zu klären? Das Wort "richtigstellen" gegenüber dem Chef könnte in der Terminologie vielleicht tatsächlich zu handfesten Irritationen und noch mehr Missverständnis führen als schon vorhanden. Was wäre schlau nachgedacht in der Terminologie als verträgliches Synonym zu "richtigstellen" verwendbar? Denn wenn man etwas "richtig stellt" steht ein Vorwurf des "falsch-berichtens" im Raum. Macht so etwas eine Diskussion einfach? Wie fühlst du dich wenn dich jemand "richtig" stellt? Gut?


                      Am Mittwoch als ich nicht im Büro war, wurde kurzfristig während des Tages eine Besprechung angesetzt mit uns zu dritt - ein Projektleiter, mein Chef und ich. Ich war online und schrieb, ich könne heute nicht, ob die Besprechung nicht ein anderes Mal stattfinden könne. Ich bekam dann von dem Projektleiter zurück geschrieben, dass nach Rücksprache mit meinem Chef die Besprechung heute stattfindet. Donnerstagvormittag traf ich den Projektleiter in der Kaffeeküche und fragte ihn, wie die Besprechung ausgegangen sei. Er sagte mir, ich solle einen Statusbericht für dieses Projekt schreiben, in dem ich ja bisher noch gar nicht gearbeitet habe. Warum ausgerechnet ich? Weil ich doch so kompetent und Expertin sei und blabla. Ach, jetzt auf ein Mal? Als er mich so lobte, war mir klar, dass es eine Scheißaufgabe ist, die sonst keiner machen will. So weit ich weiß, haben sie dieses Projekt komplett in den Sand gesetzt und meine Aufgabe ist nun, einen Bericht zu schreiben, der es als Erfolg aussehen lässt!

                      Ist dir noch nie im Verlauf deiner Karriere aufgefallen, dass die Abwesenden mit den "geilsten" Jobs belegt werden? Siehst du den Fingerzeig nicht zwischen den Zeilen, dass es wirklich wichtig gewesen wäre und verlangt anwesend zu sein? Das dieser Bericht dir einen Fingerzeig geben soll, dass du ggf. anfangen sollst deine Prioritäten anders zu setzen und eigeninitiativ auf die anderen zuzugehen? Warum konntest du nicht und wussten die übrigen Teilnehmer, dass es dir ggf. räumlich gar nicht möglich war gar nicht zu erscheinen weil du zu weit weg warst? Oder könnte es ein Fingerzeig sein, das du immer überall dort bist wo es dich am wenigsten braucht und ggf. nie dort wo man dich gerne sehen würde? Ich als Chef würde mich schon fragen was denn in diesem Moment gerade so wichtig ist, dass ich als dein Chef weniger Beachtung verdiene als irgend etwas anderes. Oder hat man dir geschickt eine taktische Falle gestellt mit der es dir unmöglich gewesen wäre zu erscheinen? Z.B. zu einem Kunden geschickt den man nicht einfach sitzen lassen kann? Quasi eine Zwickmühle eröffnet? Oder wollte man deine Bereitschaft testen wie deine Reaktion auf aussergewöhnliche Umstände ausfällt? Durchaus möglich. Das weiss ich natürlich nicht :-/
                      Durch die Reaktionen der übrigen Teilnehmer im Anschluss spricht aber vieles dafür! Die Selbstoffenbarung ist, zumindest für mich, unüberhörbar: "Wären sie da gewesen wäre eigentlich alles klar! Einmal mehr war ihnen alles andere wichtiger als der Job für den sie (ich folge deinen Aussagen) ein Top Gehalt beziehen"


                      Er sagte mir schnell meine Ansprechpartner, aber ich hatte gerade nichts zum Schreiben da. Ich schrieb mir hinterher die Namen auf, kriegte sie aber nicht mehr zusammen und schrieb ihm daher eine E-Mail und fragte nach. Die Mail wurde bisher nicht beantwortet. Freitag war mein Chef wieder im Büro und er fragte mich, ob ich denn schon wisse, was bei der Besprechung herausgekommen sei. Er meinte, er fände das sehr seltsam, dass ich diesen Bericht schreiben solle, und bevor ich die Aufgabe annehme, müsse man sich erst nochmal zu dritt treffen und darüber sprechen. Hä?? Da frage ich mich doch, was die besprochen haben. War das nun beschlossen, dass ich den Bericht schreibe oder nicht? Hat der Projektleiter mich in der Kaffeeküche verarscht und mir eine Arbeit zugewiesen, die ich laut meinem Chef gar nicht machen soll? Oder ist es eher so, dass mein Chef mich mit dieser Aussage davon abhalten will, eine dringende Aufgabe zu erledigen, damit er nachher wieder sagen kann, ich habe versagt? Keine Ahnung, es gibt von der Besprechung auch kein Protokoll. Die können mich im Prinzip beide verarschen! Sicherheitshalber werde ich den Bericht schreiben, auch wenn ich damit riskiere, dass mein Chef mich dann anschnauzt, er habe mir doch gesagt, dass ich es nicht machen soll. Aber ich weiß jetzt eben gar nicht, wem ich da noch glauben darf!!!

                      Vielleicht will er einfach nur, dass du zu verabredeten Meetings erscheinst! Mit dem Katz und Maus Spiel dir eigentlich überdeutlich eröffnet was er von dir will und bisher nicht sieht: Respekt sowie Achtung seinen Forderungen nachzukommen und dich selbst aktiv zu bemühen. Vielleicht auch ein Check ob du die Sprache der Kultur zu sprechen in der Lage bist in der du dich zukünftig produktiv bewegen sollst. Nach mehreren Monaten in dem Laden fällt dir beiläufig auf, dass du ein wöchentliches "Must" Meeting immer "geschwänzt" hast während es natürlich den Anderen allen aufgefallen ist. Ist so etwas ein Ding der direkten Kommunikation oder stellt man an jemandem mit deinem Gehalt und mutmasslichen Fähigkeiten nicht die Anforderung das eigeninitiativ schnell und gezielt in Erfahrung zu bringen was in dem Laden angesagt und von Priorität ist?
                      Welchen Eindruck deiner Networking und Kompetenz-Beschaffungs-Strategien und Fähigkeiten könnte dies hinterlassen? Bitte keine Entschuldigungen ;-)


                      Dann frage ich mich, ob Herr B noch an mich glaubt oder ob ich mit meiner inzwischen deutlich vorhandenen Unsicherheit dazu beitrage, dass er an mir zweifelt. Er schrieb mir eine kurze E-Mail, ob ich mir eine bestimmte Verhandlung zutraue. Der Ansprechpartner sei sehr fair. Die Frage ist an sich schon seltsam, weil ich ja nun wirklich viel kommuniziere. Aber diese Verhandlung ist etwas, das bisher meine Chefs gemacht haben. Eventuell, weil SIE es mir bisher nicht zugetraut hatten. Allerdings hatte ich keinerlei Informationen darüber, was genau das Thema der Verhandlung sein soll und was ich da mindestens herausholen soll. Ich sprach also Herr B persönlich darauf an und sagte, ich müsse das dann auch wissen. Sofort fragte er, ob denn Frau M rechtzeitig aus dem Urlaub zurück käme, um das zu machen. Mir schien, dass er meine inhaltliche Rückfrage interpretiert hat als "Ich traue mir diese Verhandlung NICHT zu." Ich habe ihm gesagt, dass ich mich darum kümmere, habe aber jetzt gar kein gutes Gefühl dabei. Wenn die Bedingungen anders wären, hätte ich mich gefreut, weil damit mein Aufgabenspektrum wächst und ich auch weniger davon abhänge, dass meine Chefs das machen. Das hat bisher immer zu massiven Verzögerungen geführt bis hin zum Verpassen von Fristen! Aber dieses ganze Herumgeeiere von wegen "Trauen Sie sich das überhaupt zu?" irrirtiert mich jetzt. Steht dieser Mann eigentlich noch hinter mir???

                      Offen gestanden: Ich glaube das nicht (mehr)!

                      Und manchmal denke ich, dass es letztlich scheißegal ist, wer was denkt und mir was zutraut. Ob die Leute ehrlich sind oder nicht. Vielleicht lässt sich ja gar nichts mehr retten, wenn ich denen zutraue, dass sie mich verarschen, und wenn ich das Gefühl habe, sie stehen nicht hinter mir.

                      Hat jemand eine Meinung dazu?

                      Audrey
                      Meine Meinung dazu hast du gerade gehört.

                      Mein bisheriges Fazit lautet: Sie fühlen dir auf den Zahn, stellen dir Fallen und bringen dich in Widerspruch zu dir selbst. Als legitimes "Auswahlverfahren" kann ich das nicht mehr erkennen. Ich denke sie wollen es dir noch einmal mit dem Zaunpfahl zeigen und deinen Intellekt heraus fordern das selbst zu erkennen als deine letzte Chance. Oder, wie wenig charmant, zur Belustigung ein unfeines Spiel mit dir spielt. Dir belustigt zuschaut wie du im Kreis herum rennst und versuchst dir selbst in den Schwanz zu beissen.

                      Wer weiss, vielleicht lassen deine Antworten noch einen anderen Schluss zu.

                      Gruss Martin

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                      • #12
                        AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                        Hallo Martin,

                        danke für Deine Antworten! Ich grüble hier einsam vor mich hin. :-(

                        Gleich mal vorne weg: Ja, ich weiß, dass so einiges offenbart, dass ich wohl ganz massive Kommunikationsschwierigkeiten habe. Das ist es ja, was mich die letzten Wochen so fertig macht. Oder genauer gesagt Monate. Selbst einfachste Informationen zu beschaffen verlangt von mir von Pontius zu Pilatus zu laufen, mehrere Leute zu fragen, E-Mails die nicht beantwortet werden, nochmal zu wiederholen, etc. Es ist furchtbar aufwändig für mich, an Informationen zu kommen und ich lebe in ständiger Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. Leider ist dieses Gefühl berechtigt, aber ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Inzwischen hat eine Person sogar zugegeben, dass sie mir absichtlich die Daten (die ich für meine Arbeit brauchte!) nicht gegeben hat, weil er nicht will, dass beliebig viele Leute da Einblicke erhalten.

                        Du fragst: "Was bezeichnest du konkret als Überempfindlichkeit deines Verhaltens oder ggf. deiner eigenen Wahrnehmung?"
                        Es könnte ja sein, dass die Ruppigkeit meines Chefs gar nichts zu bedeuten hat und ich beziehe das gleich auf mich. Oder dass es normal ist, dass man nicht will, dass Leute aus anderen Abteilungen irgendwelche Einblicke erhalten. Oder dass man als Neuling mal eine Besprechung verpasst.

                        Wobei ich zugebe, dass das vermutlich normal ist. Aber ich habe doch in früheren Jobs meistens irgendwelche Verbündeten gehabt, über die ich auch auf inoffiziellem Wege Informationen bekomme. Aber hier habe ich es nicht geschafft, so jemanden zu finden!

                        Du fragst: "Welches Motiv könnte er hierfür haben? Könnte er überhaupt eines haben?"
                        Zu behaupten, dass ich gelogen habe? Na, ich habe Herr B von meinen Kommunikationsschwierigkeiten erzählt, insbesondere eben die Ruppigkeit von meinem Chef und wie er mich immer abwimmelt, wenn ich ihm Fragen stelle. Herr B meinte, er kenne ihn gar nicht so. Was dann wohl auch gegen mich spricht. Ich hätte diesen Mann auch spontan als einen freundlichen sensiblen Menschen eingeschätzt, aber mir gegenüber benimmt er sich wirklich widerlich. Als sei er allergisch gegen mich. Beweisen kann ich es nicht, er ist nur in wenigen Besprechungen mit anderen beleidigend geworden, meistens hob er sich das für die Gespräche unter vier Augen auf.

                        "Da hast du nicht unrecht. Männer transportieren gerne ihre Gefühle auf die Sachebene um diese, ihre zugrunde liegenden Gefühle, zu verschleiern. Welchen Vorteil könnte man deiner Ansicht nach daraus als Frau ziehen?"
                        Ich wäre ja bereit gewesen, seine Aggressivität mir gegenüber einfach zu ignorieren und als Fakt hinzunehmen. Bloß war damit eben auch immer verbunden, dass er meine Fragen nicht beantwortete und ich Informationen nicht bekam, die ich für meine Arbeit brauchte. Dass er seinen Beitrag zu meinen Projekten verzögerte. Wegen seiner Blockade kann ich meine Arbeit gar nicht richtig machen.
                        Dass man mich ruppig behandelt, darüber kann ich hinweg sehen, das machen Männer ja wie gesagt gerne mal, ohne es selbst zu bemerken.

                        Die Geschichte richtig zu stellen? Ich habe mich in diesem Fall nicht getraut, weil ich das Gefühl hatte, es wäre gefährlich. Keine Ahnung, mein Bauchgefühl sagte das. Normalerweise lasse ich falsche Beschuldigungen nicht einfach so auf mir sitzen.

                        Warum ich bei der Besprechung nicht dabei sein konnte... Das war so: Ich arbeite Teilzeit, vier Tage die Woche. Mittwoch war mein freier Tag. Da ich aber zur Zeit sehr viel Dringendes zu tun habe, habe ich an dem Tag trotzdem 6 Stunden für die Firma gearbeitet (unbezahlte Überstunden!). Nun haben sie um 14:30 die Besprechung auf 16:00 Uhr angesetzt. Da ich eine ganze Stunde Fahrtzeit habe, hätte ich das schaffen können. Aber ich hätte eben zusätzlich zu meinen 6 Stunden Arbeit noch 3 Stunden für die Besprechung gearbeitet, davon allein 2 Stunden Fahrtzeit. Ich musste aber für meine eigenen Nebenjobs auch noch dringend etwas erledigen. Das wurde mir dann zu viel und ich war ja Donnerstag und Freitag wieder im Haus, da hätten wir uns ja auch treffen können. Ich hatte dann noch angeboten, dass sie mich telefonisch dazu schalten, von zu Hause aus. Aber dieses Angebot haben sie ignoriert. Übrigens sieht man beim Anlegen eines Besprechungstermins in Outlook, dass ich einen freien Tag habe und im Status "abwesend" bin. Wie gesagt, ich hätte ja per Telefon teilgenommen! Ich habe bisher immer, wenn etwas Wichtiges oder Dringendes war, auch an meinem freien Tag für die Firma gearbeitet. Aber ich fahre prinzipiell an meinem freien Tag nicht hin, irgendwo muss es auch Grenzen geben! Ich arbeite auch dieses Wochenende wieder für die, meine Arbeit ist zeitkritisch, da muss das immer mal sein.

                        "Mein bisheriges Fazit lautet: Sie fühlen dir auf den Zahn, stellen dir Fallen und bringen dich in Widerspruch zu dir selbst. Als legitimes "Auswahlverfahren" kann ich das nicht mehr erkennen. Ich denke sie wollen es dir noch einmal mit dem Zaunpfahl zeigen und deinen Intellekt heraus fordern das selbst zu erkennen als deine letzte Chance. Oder, wie wenig charmant, zur Belustigung ein unfeines Spiel mit dir spielt. Dir belustigt zuschaut wie du im Kreis herum rennst und versuchst dir selbst in den Schwanz zu beissen."
                        Ja, ich sehe das auch so, dass ich jetzt intensiv auf die Probe gestellt werde. Allerdings haben mich die vorigen Monate und das ständige negative Feedback sehr zermürbt. Ich habe nicht das Gefühl, dass man mich hier gerecht bewerten wird. Herr B wollte ja, dass wir es nochmal 6 Wochen miteinander versuchen, und ich denke mal, meinem Chef wird es recht sein, wenn wir dann alle erkennen, dass ich hier falsch bin. Dabei weiß ich das eigentlich schon. Ich frage mich, ob ich das Spiel nicht einfachheitshalber beenden sollte, indem ich mit ihnen nicht mehr über das "ob" spreche, sondern über das "wann" und "wie" meines Abschieds.
                        Allein schon dass ich denen nicht mehr vertraue, müsste eigentlich Grund zum Gehen sein...

                        Audrey

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                        • #13
                          AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                          Naja, woher es kommt... Eben hat meine Mutter angerufen und gefragt, ob ich denn nun über die Probezeit hinaus übernommen werde. Ich hatte schon angedeutet, dass es vielleicht nicht klappt. Meine Eltern setzen mich in letzter Zeit unter Druck, eine Riesterrente abzuschließen und eine Eigentumswohnung zu kaufen. Also: ein anständiger Mensch zu werden.
                          Wenn ich andeute, dass es bei der Arbeit "nicht so läuft", ist für meine Familie immer sofort klar, wer schuld daran ist. Sie vertrauen eher auf meinen Chef als auf mich. Ich durfte mir eben wieder einen längeren Vortrag darüber anhören, dass der Chef immer Recht hat und dass ich viel zu hohe Ansprüche an meinen Chef stelle und mir eben mit der Arbeit mehr Mühe geben soll. Etcblabla, das was ich seit Jahrzehnten schon höre.
                          Auch ansonsten gibt es kaum Leute, die auf meiner Seite stehen. Es scheint für alle Leute klar zu sein, dass ein Chef allerhöchstes Interesse daran hat, dass ich gute Arbeit leiste und Freude dabei habe. Wenn er mich wie Scheiße behandelt, dann muss ich aber was arg Schlimmes getan haben...

                          Dabei habe ich diesem Chef nun wirklich monatelang nachgesehen, dass er mehr als die Hälfte meiner E-Mails gar nicht beantwortet, auch im mündlichen Gespräch werden viele Fragen nicht beantwortet, und ich muss mir wieder etwas ausdenken, wie ich trotz fehlender Informationen trotzdem gute Arbeit leisten kann. Ich bin geduldig geblieben, weil ich dachte, der Mann kann ja nichts dafür, dass er ein Chaot ist. Eben wegen dieser Nachsicht habe ich viel zu lange gebraucht um zu kapieren, dass der Spielchen mit mir spielt. Das ist doch z.B. kein Zufall, dass er nun nur noch vor Zeugen mit mir spricht, aber die Anweisung, eine mir zugeteilte Aufgabe jetzt doch erstmal nicht zu machen und auf etwas zu warten, das von ihm kommen soll, die erteilt er mir unter vier Augen im Flüsterton!
                          Ich weiß nicht, WARUM er das tut, aber ich weiß, DASS er das tut. Mir hat jemand den Rat gegeben, mal meinen Vorgänger wegen einer fachlichen Frage zu kontaktieren. Mir schien, dass das eine verschlüsselte Botschaft ist und darum habe ich meinen Vorgänger mal angeschrieben. Vielleicht finde ich ja heraus, warum der auch nur ein halbes Jahr geblieben ist!
                          In einem Buch habe ich neulich gelesen, dass man als Neuer oft die Ohrfeigen einsammelt, die eigentlich noch der Vorgänger hätte kriegen sollen. Und mir sind hier schon manches Mal seltsame Bemerkungen gemacht worden wie "Kennst Du Deinen Vorgänger? Weißt du, was für ein Typ das ist?" Natürlich wurde meine Frage "Nee, wie denn?" nicht beantwortet, wie so viele auch. Mir scheint aber, dass hier ein Schlüssel liegen könnte.

                          Ich denke aber, wenn ich bleibe, dann tue ich genau dasselbe wie meine Mutter: Dann vertraue ich meinem Chef mehr als mir selbst.

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                          • #14
                            AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                            Hallo Audrey

                            Ich kann dir bei bestem Willen nicht widersprechen. Alleine die Tatsache der vielen Widersprüchlichkeiten lässt keinen anderen Schluss zu, als dass du dort im falschen Film bist und eine bestenfalls Komparsen-Rolle bekommen hast dem man im Vorbeilaufen eins auf's Hirn gibt wenn einem danach ist.

                            Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen wie du mit dieser Situation in Zukunft klarkommen sollst und kannst. Und: Dabei auch noch Leistung generieren!

                            Keine klaren Vorgaben. Auch keinen Wink wo die Reise hingehen soll. Keinerlei Anhaltspunkte für deine eigene Standortbestimmung und Zielsetzung. Weder intrinistisch noch extrinistisch!
                            Planlos in einer Firma umher zu irren wie ein Geist macht dich fertig.

                            Ob man nun das Zeug hat sich selbständig zu machen oder nicht. Für mich wäre dies eine über die Schmerzgrenze hinaus unbefriedigende Situation die ich persönlich nicht ertragen könnte. Ich persönlich hätte zumindest längst schon nach neuen Ufern Ausschau gehalten, um ihnen nicht auch noch den letzten Triumph zu gönnen mir "den Schuh" zu geben und ein schlechtes Zeugnis obendrein. Gut du bist noch kein Jahr dort so, dass du lediglich auf eine einfache Arbeitsbescheinigung bestehen kannst. Doch du weisst so gut wie ich wie sich das "toll" im Lebenslauf macht.

                            Die Menschen um dich herum versuchen dir klarzumachen, dass du ein Quertreiber bist, drängen dich deine Persönlichkeit, deine Einzigartigkeit, dein Kapital, dein Ego aufzugeben, um endlich Ruhe zu bekommen. Doch was sind wir denn ohne Ego. Farblose und jederzeit durch die gleiche Couleur austauschbare Pflichterfüller denen man, wenn sie restlos ausgesaugt sind, ebenfalls den Schuh gibt und das zu einem Zeitpunkt wo du aufgebraucht bist und dir die Kräfte fehlen einen neuen Anlauf zu nehmen. Am besten so um die Mitte 50.
                            Warum Skrupel haben? Es stehen doch genug Schlange?

                            Du bist erwachsen genug, um dein Leben selbst zu bestimmen. Das ist unsere Bestimmung. Wir kommen alleine auf die Welt und alleine verlassen wir sie wieder. Dazwischen haben wir die Möglichkeit von den guten Gaben die sich vor uns auf dem Tisch ausbreiten zu bedienen. Und es gibt eben leider genug die es dir verbieten wollen weil es sich nicht schickt ohne zu fragen zu nehmen. Doch um genau das zu verhindern und aus Neid es selbst nie über sich gebracht zu haben zuzugreifen, wie andere das ständig tun, wenn sich die Chance dazu bietet, und dabei manches Mal absolut schamlos zu Werke gehen.

                            Verdienen wir es also nicht auch ein angemessenes Stück davon ab zu bekommen oder ist dies eine Art Masochismus des mythischen "Tantalus" der eben auch niemals zugreifen konnte?
                            Muss man sich den Zwängen immer beugen? Insbesondere wenn sie aus uns selbst kommen? Durch Konditionierung sich selbst aufzugeben und bedingungslosen Gehorsam zu leisten?

                            Sicher wird nicht jeder sein eigener Herr auf Erden. Es wird immer Menschen geben und auch brauchen die sich lieber in den Dienst anderer Menschen stellen. Solange diejenigen, die dann über diese Menschen verfügen, ein hohes Mass an ethischer Erziehung genossen haben sowie danach Denken und Handeln und Verantwortung übernehmen ist alles in Ordnung.
                            Doch wenn es passiert wie heute, in der Masse diese treuen und pflichtbewussten Diener der Unternehmen, ohne die sie gar nicht existieren würden, ausgebeutet werden, dann müssen sich die Urheber nicht wundern wenn irgendwann, vielleicht bald, ein neuer Klassenkampf vor der Tür steht.
                            Die ersten Zeichen sind weltweit zu spüren. Immer mehr Menschen formieren sich gegen die Ausbeutung des Heuschrecken-Kapitalismus. Und nicht nur die einfachen Menschen, auch Unternehmer haben immer mehr die Nase voll von der Allmacht der Banken, Börsen, Shareholders und Analysten.

                            Sie wollen wieder zu einer realen Wirtschaft zurück kehren, die ihren unternehmerischen Auftrag für die Menschen und die Gesellschaft wieder unter reellen Bedingungen wahrnehmen kann.
                            Daher braucht es mutige Menschen die den unfähigen und selbstherrlichen Unternehmensführern entgegen treten. Nicht auf der Demo sondern viel wirkungsvoller: Im Marktwirtschaftlichen Wettbewerb.

                            Alle Schwächen die dein Arbeitgeber hat können eine Chance sein für dich es deutlich besser zu machen. Meist ist das der Grundgedanke der Gründer warum, sowie der fruchtbare Boden auf dem, neue und innovativere Unternehmen entstehen. Oder hat ein Unternehmen seine Kunden etwa auf Lebenszeit vereinnahmt? Und die "Alten", träge gewordenen, durch Klüngel-Politik und durch und durch von Macht, Gier und Neid zerfressenen Kulturen, von diesen "Newcomern" oft unbemerkt von der Spitze des Marktes verdrängt werden.

                            Unternehmer und Unternehmen sind gut beraten die "Feinde", die Mitbewerber, draussen vor der Türe auszumachen statt durch falsches Management eine feindselige Kultur in den eigenen Reihen aufzubauen, welche unweigerlich zu Leistungsverlust und schlechter Performance beim Kunden führt.
                            Demjenigen also in die Hacken tritt der die Rechnungen bezahlt und das Blut eines jeden Unternehmens, den Cashflow aufrecht erhält. Damit konterkariert jedes Unternehmen das und jeder Manager der so handelt, seine eigene Daseinsberechtigung.

                            Wenn du das jetzt nimmst und auf deine Situation legst, wo befindest du dich jetzt in diesem Teil des Unternehmens, das mit seinen Mitarbeitern in dieser Weise wie mit dir umgeht?

                            Dier Antwort dürfte wohl nicht schwer fallen. Doch was daraus entstehen kann und wie du deine Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzt ist die wohl schwierigere Frage.

                            Jeder von uns ist selbständig. Ob er will oder nicht. Jeder muss seine eigene Haut so gut wie er kann zu Markte tragen. Die einen tun das bei jemandem der Kunden bedient als Angestellte. Die Anderen, die Unternehmer stellen diese an, um mit ihnen die Kunden zu bedienen. Den Kunden den bestmöglichen Service zu bieten um am Markt zu bleiben. "Customer-Value" nicht "Shareholder-Value" steht bei Ihnen an erster Stelle.
                            Erstere sind die Defensiven die ein warmes und bequemes Nest brauchen und sich scheuen das notwendige Wissen und Können selbst zu erlernen das Gleiche zu tun. Die Unternehmertypen haben es satt sich unter die Willkür eines Chefs oder "Vor"gesetzten zu beugen welcher den Sinn des Unternehmens nicht versteht und damit ebenfalls lediglich zur ersten Gruppe gehört. Nur besser, warum auch immer, bezahlt. Sie sind: Eben auch nur Angestellte die ihren Management-Auftrag, im Sinne des Unternehmens, bemerkenswert schlecht ausführen und so Unsummen an Kapital und das bereitwillig von ihren Mitarbeitern zur Verfügung gestellte Potenzial von Wissen und Können im Akkord vernichten.

                            Du scheinst über diese Fähigkeit Kunden direkt zu bedienen und ihnen damit einen Mehrwert zu verschaffen zu verfügen. Auch ohne Stress mit ihnen zu bekommen oder über unklare Zielvorgaben "mirakeln" zu müssen. Deine Kunden die du nebenher bedienst schätzen dich und deine Arbeit. Sonst würden sie schätzungsweise nicht immer wieder auf dich zurück kommen.

                            Ist das nicht viel befriedigender und angenehmer, selbst wenn es deutlich anstrengender ist? Welche Chancen würden sich aus engerer Zusammenarbeit ergeben?

                            Du wirst bei dem was du nebenher tust einzig nach Leistung bezahlt. Leistung die honoriert wird und dir ein befriedigendes Gefühl gibt das Richtige zu tun. Für deine Kunden und letztlich auch für dich. Die Wünsche deiner Kunden sind die Stimulanzien deiner Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie zeigen dir wo du hervorragendes leistest und wo du sogar noch besser werden kannst.

                            Hast du das schon einmal von deinem jetzigen Chef gehört oder erlebt? ;-))

                            Den wichtigsten Beweis unternehmerischer Fähigkeit, dass du dich selbst steuern und kontrollieren kannst, hast du doch schon in weiten Teilen erbracht! Du musst ja nicht gleich vom Fleck weg 100 Leute befehligen. Du kannst es, wie jeder andere Unternehmer auch, konsolidiert wachsen lassen. Und damit: Zu gegebener Zeit abheben ;-)

                            Ich bin jetzt ein paar Tage in den Staaten unterwegs und kann dir nicht antworten.
                            Doch ich freue mich von dir zu lesen wenn ich wieder zurück bin :-)

                            Gruss Martin
                            Psychobabbel
                            besonders erfahrenes Mitglied
                            Zuletzt geändert von Psychobabbel; 30.10.2011, 22:58. Grund: Korrektur

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                            • #15
                              AW: Mobbing oder einfach nur überempfindlich?

                              Hallo Martin,

                              vielen Dank für Dein Rückenstärken. Ich sehe es nicht ganz so krass wie Du. Nur weil jemand bei der Arbeit kuscht, ist er nicht gleich ein Idiot. Manche Menschen müssen auf Nummer sicher gehen, weil sie eine Familie ernähren müssen, und deshalb schlucken sie mehr als sie das als Single tun würden. Vielen Menschen ist auch die Freizeit wichtiger als die Arbeit und darum nehmen sie hin, dass ein großer Teil ihres Lebens zu verlorener Zeit verkommt. Dafür klappt es mit dem Rest gut, denn ohne Moos nix los.

                              Wobei ich am Wochenende im Park saß und den Tauben zusah und an den Jesus-Spruch dachte: "Sie säen nicht und ernten nicht und werden doch stets satt." Na gut, ich hatte nicht vor, mir mein Essen im Park zu holen, haha. Aber ich denke schon, dass das, was bisher nebenberuflich funktionierte, auch hauptberuflich funktionieren würde. Und das mit Freude. Eine Bekannte meinte, ich würde ganz leuchtende Augen bekommen, wenn ich von meinen Nebenjobs erzähle.

                              Ich habe mich die letzten zehn Jahre immer als Selbständige gesehen. Mein Arbeitgeber war einfach nur ein Auftraggeber für mich, nicht meine Heimat. Dazu hatte ich gleich bei meinen ersten Jobs zu schlimme Erfahrungen gemacht, da war ich einfach nur eine Sklavin oder Maschine. Darum habe ich immer zugesehen, dass ich mir nebenher noch etwas aufbaue, dass ich jemand werde, der auch ohne seinen Hauptberuf noch etwas ist. Ich mache nebenberuflich Dinge, mit denen ich jetzt schon zehn Jahre Erfahrung habe. Ich würde meine Selbständigkeit also nicht bei null anfangen und das fühlt sich gut an.

                              Man spricht ja von der Proletarisierung der Studierten. Auch wenn man studiert hat, wird man heutzutage ausgebeutet wie vor 100 Jahren ein Fabrikarbeiter. Das Irre ist, dass die Rebellion ausbleibt. Man jammert stattdessen über einen Fachkräftemangel, der laut manchen Quellen überhaupt nicht existiert. Und dann stellt man Inder ein, die für weniger Gehalt brav arbeiten, statt irgendwelche Rechte einzufordern. Vermutlich kennen sie das deutsche Arbeitsrecht auch erstmal nicht. Und es werden ja auch junge, engagierte Leute ausgebildet. Wer braucht dann schon Fachkräfte über 35???

                              Audrey

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