Die besten Beiträge zum Thema Mobbing, Cybermobbing
und Nachbarschaftsstreit
Viele Beiträge im Mobbingforum sind zu schade um in
der allgemeinen Flut der Zuschriften unter zu gehen. "Autoren
gegen Mobbing" enthält Beiträge die aus verschiedenen Gründen
interessant und lesenswert sind.
Manche Beiträge geben eindringliche und
aufschlussreiche Beschreibungen von Mobbing. Andere Beiträge
beantworten wichtige Fragen zum Thema Mobbing. Von
einigen Autoren wurden Themenbereiche zusammengefasst und
analysiert.
Komplette Threads, also die Abfolge von Fragen und
Antworten wurden bewusst mit aufgenommen, da diese authentischen
Mobbingfälle die Dramatik der Situation von Betroffenen
eindrucksvoll wiedergibt. Manche Threads zeigen die Entwicklungen
und Ereignisse eines Mobbingfalls über einen längeren Zeitraum. Es
sind ergreifende Beschreibungen über gesundheitliche, berufliche und
soziale Veränderungen durch Mobbing.
Es entstand eine informative, aktuelle und
lebensnahe Mischung aus Beiträgen zum Thema Mobbing.
Autoren gegen Mobbing - Beitrag 1 - 15. 04.
2011
Ist das Mobbing?
Mobbing am
Arbeitsplatz von Sani
Hallo an das Forum,
ich arbeite seit 3 Jahren im Betrieb und habe nun folgendes
Problem.
Bisher habe ich meine Kollegin immer irgendwie in Schutz
genommen und sehr oft gedeckt.
Z.B. hatte sie im Winter ständig angerufen und meinte das sie
nicht kommen würde weil ihr Mann nicht will das sie bei
Schneefall Auto fährt. Dann sagte sie mir ich dürfte nur 3 Tage
(Mo-Mi) durchgehend Urlaub machen weil ihr verboten wurde für
mich zu arbeiten. Montags wusste ich nie kommt sie oder kommt
sie nicht. Wollte ich mal Urlaub machen konnte ich das nicht mit
ihr besprechen sondern musste schon übers Personalbüro gehen.
Und dann habe ich ständig anrufe von ihr bekommen wegen
belanglosen Sachen.
Damit ich meine Ruhe habe, habe ich ihr immer alles
unterschrieben da ich wusste dass ich mir ansonsten ständiges
Jammern anhören musste. Zu dem wollte sie mir immer einreden das
ich angeblich alles nicht durfte. So nach und nach kam dann raus
das das nicht so stimmte. Aber passiert ist nie was. Die Dumme
war ich nur ständig.
Aktuell habe ich nun das Problem das bei mir eine OP wegen einer
akuten Sache ansteht.
Bekannt wurde das bereits im März. Wegen ihr musste ich ständig
Facharzttermine und auch 2 Vorstellungstermin im Krankenhaus
verschieben. Dadurch hat sich die Sache natürlich verzögert.
Nachdem nun der Termin feststand ging es so richtig zur Sache.
Ich sollte den Termin verschieben weil sie mal wieder Urlaub
geplant hatte. Mein Ärzte aber raten mir nun sehr dringend zu
der OP da es mir sichtlich immer schlechter geht. Das wird aber
nicht akzeptiert.
Da ich nicht auf ihre Wünsche eingegangen bin hat sie sich im
Personalbüro und bei unserem Chef über mich beschwert. Mit der
folge das auch mein Chef mich nun zwingen will das ich den
Termin verschiebe.
Mich nimmt das so mit das bereits die OP gefährdet ist. Ich habe
Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und kann nicht mehr richtig
schlafen. Ich habe versucht mit meinen Chef zu sprechen habe ihm
sogar ein Attest vom Arzt vorgelegt aber er bleibt bei seiner
Meinung. Zu dem sagte er mir deutlich das ich ja wüsste was mit
2 meiner Kollegen passiert ist als sie krank waren.
Mein Hausarzt wird mich jetzt erstmal krankschreiben damit die
OP, die in einer Woche sein soll nicht gefährdet wird. Aber wird
das dann nicht auf der Arbeit noch schlimmer?
Auf der anderen Seite bin ich kurz davor zu kündigen weil ich
bereits total fertig bin. Eigentlich liebe ich meinen Beruf und gehe in ihm total auf
aber so kann es ja auch nicht weiter gehen.
Gruß Sani
_________________________
Hallo Sani
Das ist Nötigung in besonders schwerem Fall. Wenn du nun
krankgeschrieben bist, dann würde ich in der Zeit mal den Anwalt
aufsuchen der schon mal das Messer wetzen soll.
Das ist die Frechheit in der 10er Potenz und grenzt beinahe
schon an vorsätzliche Körperverletzung.
Ob Chef oder nicht. Damit hat er sich, sowohl als Mensch wie
auch als Führungspersönlichkeit, absolut deklassiert und gegen
bestehende Gesetze klar verstoßen. Er hat dich bedroht und
genötigt. Das ist kein Kavaliersdelikt sondern hat
Strafcharakter nach dem StGB.
Dem würde ich die Grenzen seiner Macht aufzeigen. Das würde der
noch bitter bereuen wäre ich an deiner Stelle.
Was willst du von so einem Menschen erwarten? Und die nette
"Kollegin" hat dich die ganze Zeit doch nur benutzt. Jetzt wo du
nicht mehr so willst wie sie, erkennst du ihren wahren Charakter
und ihre Absichten.
Deinem Beruf kannst du auch wo anders nachgehen. Diese
"Institution" ist nicht gleichzusetzen mit dem Rest der Welt.
Schau, dass du deine Gesundheit auf die Reihe bekommst und dann
heiz dem Kollegen "Chef" ordentlich ein. Du bist nicht sein
Sklave. Lass ihn das spüren. So dass es auch ihm weh tut!
An deiner Stelle würde ich meinen Anwalt beauftragen ihm einen
Liebesbrief zuzustellen mit genau den geäußerten Drohungen und
der Aufforderung dazu Stellung zu nehmen. Damit führst du den
ersten, den wichtigsten Schlag in einem Konflikt der schon jetzt
zu deinen Ungunsten zu eskalieren droht. Er wird natürlich
sämtliche Vorwürfe dementieren. Das wird ihm aber deutlich
zeigen, dass du das Messer aufgeklappt hast und nicht vor Angst
über seinen Drohungen ins Beinkleid nässt. Das wird auch helfen,
wenn es vor Gericht endet, deine Rechte besser zu wahren und
oder eine Abfindung zu erreichen wenn man sich entschließt, dass
sich in der Zukunft die Wege scheiden.
Denke daran: Wenn er tatsächlich zwei andere Mitarbeiter in
gleicher Manier aus dem Nest geschubst hat, haben die vielleicht
auch noch eine Rechnung mit ihm offen. Das könnten wichtige
Belastungszeugen werden die ihm vor Gericht das Genick brechen
werden. Schau, dass du mit denen irgendwie in Kontakt treten
könntest.
In einem Konflikt in dem man mächtigen Gegnern gegenüber steht
sind Verbündete eine gute Lebensversicherung.
Ich wünsche dir in jedem Fall alles Gute für deinen OP, dass du
wieder gesund wirst und damit die Kraft hast dich gegen das
Unrecht zu stellen was dir andere antun wollen.
Gruss Martin
_________________________
Danke für eure Antworten, das macht mir doch wieder Mut.
Jetzt steht morgen nur noch ein nerviger Anruf auf der Arbeit an. Muss mich
ja krank melden und weiß nicht was ich denen sagen soll. Und dann muss ich
ich auch nochmal meiner Kollegin vor die Augen treten weil sie den Schlüssel
für die Kasse noch benötigt.
Dabei weiß ich ja eigentlich das die sich das schon denken können.
Zu meinen Kollegen denen es ähnlich ergangen ist habe ich leider keinen
Kontakt.
So einfach wird es für ihn nicht mich zu kündigen, weil ich einem
Schwerbehinderten gleichgestellt bin. So wie ich den aber einschätze wird er
da nicht dran denken.
Zu dem habe ich bei einer Rechtsberatung angerufen und mit Tipps eingeholt.
Sprich meine Stacheln habe ich bereits ausgefahren.
Er wird sich bestimmt auch freuen wenn das Gewerbeaufsichtsamt in der
Filiale auftaucht. Es liegen total kaputte Kabel auf den Boden rum wo man
ständig drauf tritt usw. Ich habe ihm das schon oft gesagt und zur antwort
bekommen das man da rein beißen könnte und nichts würde passieren.
Damit will ich mich aber jetzt nicht mehr belasten. Für mich steht fest
das ich dort nicht mehr arbeiten kann und will.
Danke nochmal Sani
_________________________
So nun wurde ich krank geschrieben und habe jetzt ein großes
Problem.
Eigentlich hätte ich mir das ja denken können aber das die Sache so ausgeht
hätte ich nicht gedacht.
Habe einen Anruf von meinem Chef bekommen, das würde sich nach Krankheit auf
Ansage anhören und wenn ich nicht wieder zur arbeit gehe das er dann
Sanktionen unternehmen wird. Zu dem hat er meine Kollegin wieder schön in
Schutz genommen.
Was soll ich jetzt nur machen? Gruß Sani
_________________________
Hallo Sani
Wenn er das tut, dann zieht er die Diagnose des Arztes in Zweifel. Alleine
das kann ihn verdammt teuer zu stehen kommen. Das ist ehrenrührig und dann
hat er schnell die geballte Macht der Ärzteschaft gegen sich.
Teile dies umgehend deinem Arzt mit, dass der AG ihm unterstellt dir ein
Gefälligkeitsattest ausgestellt zu haben und dich mit Kündigung bedroht.
Er wird hiermit zu einem mächtigen Verbündeten in dieser, deiner Situation.
Hab Vertrauen zu ihm und offenbare ihm dein Leid.
Er wird auch ggf. dafür sorgen, dass deine KK deinem Chef gehörig einheizt.
Und wie gesagt. Das ist auch eine Strafanzeige wert. Nötigung ist ein
handfester Strafbestand.
Die "Kollegin" ist hier absoluter Nebenschauplatz. Hier geht es um dich und
deinen, wie auch immer gearteten "Chef".
Was er sich herausnimmt ist jenseits von Gesetz und guten Sitten. Würde ich
so mit meinen Mitarbeitern verfahren könnte ich den Hut nehmen.
Und tue das was ich dir empfohlen habe. Nimm dir einen Anwalt! Morgen
bzw. Heute!!!!
Wenn du keinen Rechtsschutz hast kontaktiere die deutsche Anwaltshotline.
Bereite gut vor was du wissen willst dann wird das auch nicht teuer.
So bezahlst du für eine aktuelle Rechtsberatung in Sachen Arbeitsrecht
vielleicht 20-40 Euro über die Telefonrechnung.
Halte Papier und Bleistift zur Hand und notiere dir den Namen des Anwaltes
und mache dir Aufzeichnungen wie weiter vorzugehen ist.
Konzentriere dich auf die "Drohung der Kündigung bei Nichtantritt wegen
Krankheit" und auf die Mutmaßung des "Krankfeierns" bzw. dem
"Gefälligkeitsattest". Melde dies auch sofort der Krankenkasse. Und zwar
alles Schriftlich.
Alle Schriftstücke sind Beweismittel die, wenn sie nicht beantwortet werden
oder, in einem weiteren Anflug von Megalomanie des Chefs, sogar bestätigt
werden, zu dessen Todesurteil in der Sache avancieren.
Dabei kann nur eines das Ziel sein: Deine Reputation zu retten und dich vor
weiteren Repressalien zu schützen. Den Job wird das gewiss nicht retten.
Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Bist du in einer Gewerkschaft hast du in der Regel einen Arbeitsrechtsschutz
inklusive. Die Gewerkschaften haben in der Regel ein Anwaltsliste die auch
für solche Fälle spezialisiert sind.
"Just do it" . Ich drück dir die Daumen.
Gruss Martin
_________________________
hallo Martin,
danke für die Antwort.
Bin gestern nochmal direkt zum Doc. und habe mit ihm darüber gesprochen. Der
konnte nur noch mit seinen Kopf schütteln.
Danach habe ich bei einer Rechtsberatung angerufen und mich abgesichert.
Wenn ich die Kündigung aus dem Grund bekomme, werde ich sofort den Klageweg
gehen. Will da zwar nicht mehr arbeiten aber ich will Genugtuung und ihn
bluten sehen. Habe auch noch andere Eisen im Feuer. Faxe die weit unter die
Gürtellinie gehen, Anstiftung zum Versicherungsbetrug usw. Ich lasse mir nichts mehr gefallen.
Gruß Sani
PS: Ich würde mich im Moment liebend gerne wo anders bewerben aber so lange
ich nicht weiß wie lange ich nach der OP nicht einsatzfähig bin hat es
leider noch keinen Sinn.
_________________________
Hallo Sani
Dann warst du schneller als ich es schreiben konnte. Das ist echtes
Standing! Meinen Glückwunsch!
Wichtig ist, dass davon nichts an dir kleben bleibt sondern für deinen Chef
"Zahltag" ist.
Ich denke der ist so verrannt in seine Haltung, dass du sehr gute Chancen
hast deine Genugtuung zu erhalten.
Ich bin sicher dein Arzt steht auf deiner Seite und mit dem übrigen Papier
in der Hand hast du das Schwert dass ihn richten wird.
Du hast es absolut richtig gemacht. Das ist hoffentlich ein Appell für viele
andere vom Leid geplagte deinem Beispiel zu folgen.
Du weißt was du willst und das macht dich stark!
Gruss Martin
_________________________
Hallo Sani,
also was hattest Du dann gedacht? Mir war schon klar, dass so was in der Art
kommen würde. Und wenn ich lese: "Eigentlich liebe ich meinen Beruf.."
aber...
Was genau ist das ABER?
Gruß Ralf
_________________________
Hallo Ralf,
das aber bedeutet das ich unter solchen Voraussetzung dort nicht mehr
arbeiten kann und will.
Ich bin nicht die einzige Person bei uns auf der Arbeit der es so ergangen
ist. Ich bin aber die Einzige die "nur" eine Abmahnung erhalten hat.
Eine Kollegin hat diese Woche die Fristlose erhalten und eine andere sollte
auch sofort gehen allerdings ist meinem Chef am nächsten Tag aufgefallen das
sie fehlt.
Nach einem hin und her wurde diese dann zuhause aufgesucht. Die Fristlose
wurde ihr dann erstmal ausgehändigt. Nach einem längeren Gespräch hat er
dann wohl gesagt als ob sich das so anhört das er ein Arschloch ist.
Nun ja die Kündigung hat er dann doch zerrissen und sie geht wieder zur
arbeit.
Es ist zwar Scheiße ,aber irgendwie bin ich froh das es nicht nur mich
erwischt hat. Ich hatte ihm ja einen längeren Brief geschrieben und warte
immer noch auf Antwort.
Bin jetzt erstmal weiter bis zum 29.07 krank aber länger würde nicht gehen.
Gruß Sani
_________________________
Hallo Sani,
eben Du sagst es ja selbst. Euer Chef ist anscheinend ein Psychopath und
unberechenbar dazu. Ich würde unter solchen Bedingungen da nicht weiter
arbeiten wollen.
Wer nur damit beschäftigt ist, die Steine, welchen einem in dem Weg gelegt
werden, beiseite zu räumen, der hat wenig Zeit für vernünftige Arbeit.
Und wen Du froh bist, dass es nicht nur Dich erwischt hat, ist es auch
wahrscheinlich, dass Deine Mitarbeiterin ebenso denken. Kein sehr gutes
Betriebsklima.
Pack Deine Sachen und schau Dich woanders um, dort wo das Betriebsklima
Deinen Vorstellungen entspricht.
Über XING oder so, soll man Insiderinformationen bekommen, wie Chefs oder
der Betrieb tickt.
Gruß Ralf
_________________________
Hallo zusammen,
mein Hausarzt unterstützt mich jetzt soweit es möglich ist. Er will mich
auch noch länger krank schreiben weil es mir inzwischen psychisch besser
geht, allerdings bekomme ich Panik wenn ich dran denke das ich bei meinem AG
am Freitag anrufen muss um die AU bekannt zu geben.
Wie lange kann mich mein Arzt damit AU schreiben ohne das ich aufgefordert
werde zu einem Psychologen zu gehen? Weiß im Moment nicht was ich bei dem
sollte.
Oder wie sieht es aus wenn ich aufgrund des Mobbings kündige?
Kann mich im Moment noch nichtmal richtig bewerben weil ich nicht weiß wann
ich mit meiner Schulter wieder so richtig einsatzfähig bin, da es zu
Komplikationen gekommen ist.
Gruß Sani
PS: Was ich schlimm finde ist die Tatsache das ich sozusagen in der
Gesundheitsbranche arbeite und so einen üblen Chef habe.
________________________
Ach Sani,
Du brauchst keine Panik wegen des Anrufes zu haben. Warum auch. Es ist nur
eine Krankmeldung. Außerdem, wenn Du Deinen Chef nicht sprechen willst, gibt
es nicht auch eine andere Stelle in eurem Betrieb, bei der Du Dich krank
melden kannst?
Zum Rechtlichen:
1. Dein Hausarzt kann Dich solange krank schreiben wie er will.
2. Dein Chef, kann das natürlich überprüfen lassen, Z.B. durch einen
Betriebs- oder Amtsarzt. Wann er das machen will, liegt in seinem Ermessen.
3. Das Ergebnis des Betriebsarztes kann Du wiederum auch rechtlich
überprüfen lassen (Rechtsstreit)
4. Das Gutachten eines Amts- oder Betriebsarztes hat ein höheres Gewicht,
als das Deines Hausarztes.
Kündigung:
Bei Eigenkündigung gibt's es vom Arbeitsamt in der Regel eine Sperrfrist
Mach Dich vorher schlau, ob es bei Mobbing eine Möglichkeit gibt, von der
Sperrfrist abzusehen.
Gruß Ralf
_________________________
Hallo Ralf,
mit meinem Chef spreche ich auch nicht. Unsere Büro ist ein Großraumbüro und
bei wem man anruft ist egal, die dort sitzen haben alle sowas
hinterhältiges.
Als ich das letzte mal dort angerufen habe wurde mein Name erstmal sehr laut
wiederholt so das jeder mitbekommen hat wer dran ist. Danach musste ich mir
erstmal einige Bemerkungen anhören.
Mein Hausarzt unterstützt mich so gut wie er kann aber er meint eben das
sich irgendwann die Kasse melden wird und anfragt ob ich bei einem Facharzt
war. Womit ich dann bei meinem nächsten Problem wäre. War mal wegen einer
anderen Sache bei einem Neurologen und seit dem habe ich total was gegen
diese Gruppe von Ärzten.
Beim Arbeitsamt habe ich mich heute mal erkundigt. Dort wurde mir gesagt das
mein Arzt ein Formular ausfüllen müsste wenn ich aufgrund gesundheitlicher
Probleme kündige. Dann wird erstmal geprüft ob ich deswegen Geld bekomme
oder ob es eine Sperre gibt.
Es bleibt nur zu hoffen das meine Schulter bald wieder OK ist und ich
schnell eine neue Stelle bekomme.
Gruß Sani
_________________________
Hallo Sani,
Ich habe selbst gekündigt weil ich es nicht mehr ausgehalten
habe. Gestern war ich fast den ganzen Tag beim Arbeitsamt und
wurde von Pontius zu Pilatus gejagt. Am Ende mit gutem
Ergebnis. Ich habe bei der Beraterin gleich angegeben, das ich
auf Grund von Mobbing gekündigt habe, konnte ihr auch als Beweis
Zeitnachweise, Anruflisten und entsprechende Emails vorlegen.
Ich habe ein Zusatzformular ausgefüllt, dies beigeheftet und Sie
meinte daraufhin das es eine Regelung für "solche Fälle " gäbe
und ich sehr wahrscheinlich trotz Eigenkündigung Geld erhalte.
Vielleicht geht das in deinem Fall auch?! Ich würde es beim
Arbeitsamt mal ansprechen und mich informieren, und bis das
geklärt ist. Kopf hoch du schaffst das!
Viele Grüße Das Muppelchen
"Man reist nicht um anzukommen sondern um zu reisen."
Johann Wolfgang von Goethe
_________________________
huhu,
so jetzt ist es so weit. Ich werde zum 15.9 kündigen. Ich hoffe das
meine KK solange mitmachen wird ansonsten kommt mein Chef sicher noch auf
die Idee das ich bis zu dem Tag arbeiten soll.
Heute hat der doch tatsächlich bei mir angerufen und hat so getan als ob gar
nichts war. Ich könne doch wohl wieder arbeiten kommen weil er ein
Personalproblem hat. Na wie das wohl kommt?
Habe ihm dann gesagt das ich das nicht machen werde weil ich nicht meine
Gesundheit dafür opfere. Er hat dann noch versucht mich zu überreden aber
das ist an mir abgeprallt.
Ich kann das echt nicht fassen.
Gruß Sani
_________________________
Hallo Sani,
ich bin sehr erleichtert, dass Du diesen Schritt jetzt gegangen bist.
Es ist meiner Meinung nach die einzige logische, aber auch die sehr nötige
Konsequenz.
Damit hast Du schon den Weg eingeschlagen, um das Geschehene aufzuarbeiten,
jetzt musst Du nur noch weitergehen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg für Deine zukünftige berufliche Laufbahn, jetzt
kann alles nur besser werden.
Liebe Grüße Ilona
_________________________
Hallo Sani
Härter hätte ihn der Schlag wohl nicht treffen können! Geschieht
ihm recht!
Das hätte er sich gefälligst vorher einmal überlegen sollen
statt mit Macht daran zu arbeiten dich wie ein Brikett in seinem
Ofen der Selbstherrlichkeit und Raffgier zu verheizen.
Hast du das mit den unendlich vielen Überstunden und einem
Ausgleich dafür schon aufgegleist?
Schau, dass du zu deinem Recht kommst und nicht auch noch dafür
in die Röhre schauen musst.
Es kann sein, dass er niemals wieder so jemanden findet wie
dich. Ich denke das ist ihm die letzten Tage bewusst geworden.
Leider schätzen Menschen wie dieser niemanden der das wie
selbstverständlich tut. So einer glaubt das sei tatsächlich
normal. Und ernst hat er dich wohl nie genommen.
Du hast gut daran getan für DICH einen Strich vor dich zu
ziehen: Bis hierher und nicht weiter!
Und wie gesagt: Pass gut auf was in dein Zeugnis geschrieben
wird.
Hast du einen Anwalt konsultiert der dich in dieser
Angelegenheit unterstützt nicht übervorteilt bzw. diskreditiert
zu werden? Dieser Mensch ist vielleicht nicht nur
menschenverachtend sondern auch rachsüchtig. Verfolge mit
äußerster Wachsamkeit seine nächsten Schritte!
Ich empfehle dir dringend: Lass ihn über den Anwalt überhaupt
nicht mehr zu Atem kommen!
Gruss Martin
"Nimmt man die Menschen so wie sie sind macht man sie schlechter.
Nimmt man sie hingegen so wie sie sein sollen, macht man sie zu dem
was sie sein können." JW v. Goethe
____________________
hallo, ich möchte mal einen Zwischenbericht abgeben.
Ich habe zwischenzeitlich einen Anwalt eingeschaltet. Das gute an der Sache
ist das der auch meine Kollegin vertritt und er so schon meinen Chef kennt.
Auch er sagt das mein Chef ein Arsch ist und man mit dem ja gar nicht reden
kann.
Er wird jetzt dafür sorgen das ich alles bekomme was mir noch zusteht.
Mir geht es jetzt auch viel besser seit dem ich diesen Schritt gegangen bin.
Ein Problem habe ich jetzt allerdings doch noch. Meine Krankenkasse
möchte dass ich zu einem Psychodoc gehe, aber was soll ich jetzt noch bei
dem?
Gruß Sani
_________________________
Hallo,
der PSYCHODOC ist in der Tat überflüssig, denke ich.
Die Krankenkasse will die Kosten abwälzen. Wenn der Psychodoc Dich sozusagen
als psychisch krank diagnostiziert, hat dann die Krankenkasse die
Möglichkeit eine Überprüfung auf Erwerbsunfähigkeitsrente einzuleiten.
Bei Arbeitgebern, bei denen Du in Zukunft wegen Mobbing krank geschrieben
wirst, heißt es dann: "Die ist psychisch krank und glaubt sie wird überall
gemobbt!"
Auch die Arbeitgeber versuchen dieses Modell. Sie versuchen, jemanden als
dauerhaft psychisch krank zu stigmatisieren, obwohl er nur unter Mobbing
leidet.
Gehe nie in eine psychosomatische Klinik oder gar in die Psychiatrie, wenn
Du nicht selber meinst, dass Du suizidgefährdet bist. Oder andere Menschen
angreifen möchtest.
Die wollen Dich vom Arbeitsmarkt loskriegen! Warum, wissen die selber auch
nicht. Vielleicht, weil Du deren Korruption und Mobbingstrukturen
aufdeckst? Wer weiß?
Tu immer nur das, was dein Herz Dir sagt.
Du hast recht. Mobbing ist verboten !
Lg Ibag
_________________________
Alle Beiträge der
Webseite Mobbing.net und der Foren gegen Mobbing
sind unverbindliche Information. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen,
dass die Beiträge keine Rechtsberatung ersetzen können. Im Zweifelsfall
suchen Sie bitte einen Rechtsbeistand auf, der Sie bei Ihren persönlichen
Problemen beraten kann.
_________________________
Autoren gegen Mobbing - Beitrag 2 - 23. 08. 2011
Wenn aus Fanliebe blinde Zerstörungswut
wird -
der Fall
eines untergegangenen Weltstars
Cybermobbing von Gina B.
Alles begann 1991 als sich in den Niederlanden, durch ein Casting
aufgerufen, eine neue Boyband auftat. Ihren Siegenzug weltweit (bis auf die vereinigen Staaten von Amerika)
traten sie 1994 mit einem Gastauftritt in einer großen deutschen Abendsoap
an.
Alles lief prima, auch noch etwas nachdem sich die Band 1998 trennte. Für
alle Fans unfassbar, für einige bis heute.
Bald aber verschwanden die Mitglieder von der Bildfläche. Die Hälfte der Band verdient heute jedoch weiter erfolgreich Geld in der
Showbranche. Einer ist ganz von der Bühne verschwunden, arbeitet heute
hinter der Kamera und ja der vierte im Bunde hat den falschen Leute
vertraut.
2005 wurde für diese Boyband ein Fanforum ins (Cyber-) Leben gerufen und
damit begann auch allmählich der Untergang.
Erst wurden Fans, die frei nach der, im Grundgesetz verankerten,
Meinungsfreiheit wirkten, attackiert, aber bald auch sollte der Star
angegriffen werden.
Es trug sich zu dass sich 2006 jemand in dem Forum anmeldete, der
angeblich schon mit 3 Jahren Fan der Gruppe wurde und seine Mutter nötigte
ihm (3 Jahre alt!!!) Berichte der Band auf Jugendzeitschriften vorzulesen.
Schnell machte er sich einen Namen und wurde bewundert, da er sich denen
anschloss die schon vor seiner Anmeldungen den andren Fans den Mund
verboten.
Es ging soweit, dass er eigenmächtig Fanseiten für den Star erstellte,
sich mehrfach an Material bediente wofür er keine Genehmigung hatte (also
Urheberrechtsverletzungen beging) und den selben Star dann auch 2007 mal
(O-Ton) ein Arschloch nannte, nur weil dieser nicht so reagierte wie er das
gerne gehabt hätte.
2008 schloss der Junge sich dann auch mal mir an, da ich etwas für den
40. Geburtstag des Stars plante. Er erstellte Videos und machte sich für die
Sache stark. Er regte sich auch total auf wenn andre Fans nicht auch sofort
von der Idee begeistert waren. Ob er sie nicht auch bedroht hat kann ich nicht nachweisen aber wäre
nicht verwunderlich.
2009 das gleiche Spiel als ich ein, wegen einem ausgefallenen Auftritt,
Fantreffen organisierte. Ganz davon abgesehen, dass sich bei der
Organisation noch (großen teils ungebeten) eine Journalist einmischte,
erstellte der Junge wieder ein Video und diesmal auch (von mir NICHT
gewollt) eine Website für dieses Treffen. Er fing dann später an gegen mich zu agieren, als ich seinen Freund
auslud der DJ machen wollte obwohl wir keinen DJ brauchten. Auf dem Treffen erfuhr der Star dies alles und danach unterstellte der
Fan uns Gehirnwäsche (O-Ton), da ihm nicht gefiel, dass der Star überhaupt
nicht begeistert war von dem was da getrieben wurde.
Der Junge verfolgte mich quer durch´s Internet, trieb mich fast in den
Selbstmord und scheute nie davor zurück immer wieder den vollen (Künstler-)
Namen des Stars dabei zu erwähnen. Somit schädigte er auch dessen Ruf.
Dieser Star vertraut diesem Jungen heute. Warum weiß ich nicht, aber
Gehirnwäschen würden mich nicht wundern.
Ich habe hier keine Namen genannt, da ich keine rechtlichen
Schwierigkeiten bekommen will und diese auch nicht den Betreibern der
Website zumuten will die diesen Text veröffentlichen.
Mein Wunsch ist es nur, dass hiermit ein kleines bisschen mehr auf diesen
Fall aufmerksam gemacht wird, denn der Täter hat inzwischen auch den Fanclub
des Stars übernommen und zerstört damit auch ein Werk einer ganz lieben
Vertrauten des Stars.
Dieser Täter ist kein Fan, er ist krank und ich hoffe hiermit und mit dem
was hierdurch hoffentlich geschieht kann er gestoppt werden. Dieser junge Mann braucht dringend psychologische Hilfe, denn es darf
nicht noch mehr zerstört werden.
Der Ruf des Stars ist zerstört dank einem Jungen der sich Fan nennt und
doch keiner ist.
__________________________
Autoren gegen Mobbing - Beitrag 3
5. 9. 2011
Immer wieder spürt man aus den Beiträgen, dass die
Betroffenen von Neid und Missgunst betroffen sind.
(von Martin)
Sehr vielen Betroffenen macht dies arge Probleme mit diesem
Gefühl umzugehen. Insbesondere mit den Anfeindungen, dem permanenten in
Zweifel setzen und ziehen der Leistung durch das Umfeld sowie dem
Emotionalisieren des Konfliktes, sprich wenn man fachlich nicht an die
Person herankommt versucht man es eben über die Beziehungsebene.
Ich denke das es daher wert ist sich mit einigen Gedanken zu den
Gesichtspunkten dieser Reaktion aus dem Umfeld auseinander zu setzen.
Hier ein Auszug aus meinem noch in Arbeit befindlichen Buch zum Thema:
"Antimobbing für Manager.
Leistung statt Psychospiele"
Was ist also Neid?
Sehr vereinfacht ausgedrückt ist das ein Gefühl welches ausdrückt, dass man
das was der andere hat oder kann selbst gerne haben möchte oder zu leisten
gerne imstande wäre. Und weil der Betreffende keinerlei Anstalten macht sich
die Kompetenzen selbst anzueignen und in fairen Wettstreit zu treten, um an
diese Leistung anzuknüpfen, sei sie nun materiell oder intellektuell,
negiert er das Objekt der Begierde. Obwohl er sich selbst vielleicht nichts
sehnlicher wünscht als das.
Die Antreiber können vielfältig sein. Man beachte jedoch, dass es sich klar
um Verlustängste handelt, die einen zwei mal höheren Motivations-Schub in
negativer Richtung freisetzen als die durch die eigene Anstrengung mögliche
Machbarkeit anzustreben. Also mit harter Arbeit das Gleiche zu erreichen.
Der Mensch ist schnell versucht die Abkürzung zu nehmen. Machen wir uns
nichts vor. Im ersten Moment reagieren wir alle mit Neid wenn jemand anders
den "Sieger-Pokal" bekommt. Doch als Führungskraft sollten sie sich das
bestenfalls nur einen Moment lang "gönnen". Ihre Aufgabe ist es doch diese
frei werdende Energie in die richtige Richtung zu führen und zu geleiten.
1. Neid kann durch die befürchtete Bedrohung der Stellung in der Rangordnung
durch einen neuen, engagierten und hungrigen Konkurrenten zu Tage treten.
2. Neid kann auch entstehen durch Beförderung in eine verantwortliche
Position. Egal wie sehr jemand qualifiziert sein mag. Es wird immer Leute
geben die glauben, trotz nicht bestandener Prüfungen oder sozialen
Defiziten, es dennoch besser zu können. Das sind die enttäuschten
Unterlegenen. Wobei anzumerken sei, dass sie alleine wegen dieser, im Alltag
sich äußerst negativ auswirkenden, Charaktereigenschaft besser in der
zweiten Reihe bleiben und somit die Entscheidung gegen solch eine
"Persönlichkeit" als richtig und weise gerechtfertigt ist.
3. Neid kann entstehen durch nicht nachvollziehbar aus Leistung gewährte
materielle oder ideelle Vorteile. Diese selbst auch für sich beanspruchen zu
dürfen weil der Betreffende glaubt das Selbe oder gar mehr zu leisten wie
der privilegierte Konkurrent.
4. Neid kann entstehen durch tatsächliche unfaire Behandlung, also fehlende
Unparteilichkeit von Vorgesetzten durch Bevorzugung bestimmter Mitarbeiter,
aufgrund besserer Beziehungen und vielleicht privaten Gemeinsamkeiten zu den
betreffenden Kollegen, anstatt sie an ihrem tatsächlichen Beitrag zur
Leistung zu messen.
Während Punkt 1 und 2 sich direkt auf echtes Konkurrenzverhalten begründet,
sind die Punkte 3 und 4 im Wesentlichen durch schlechtes Management zu
verantworten. Im Wesentlichen deshalb weil das aufkommende Gefühl nicht
schon im Vorne herein vermeidbar ist sondern die "Nachbearbeitung" in der
Regel versäumt wird sobald man Unruhe im Team verspürt.
Es kann, speziell zu Punkt 3, durchaus sein, dass ein bevorzugter
Mitarbeiter auch bevorzugte Leistungen erbringt die nicht transparent sind.
Ein Manager mit Gespür für die Stimmung und damit einhergehenden inneren
Reibungen im Team, wird sich es sich nicht nehmen lassen diesen Punkt in
einem klärenden Gespräch mit den Betreffenden aufzuarbeiten.
Bei Punkt 4 handelt ein verantwortlicher Chef von Vorne herein verwerflich.
Auch wenn es einige anders glauben zu wissen, so bewahrt sich ein Chef zu
allen seinen Kollegen eine gewisse Distanz. Es wird der Tag kommen an dem
man auch dem "besten" Kollegen oder Mitarbeiter einmal gegenüber Kritik üben
muss. Das wird umso schwieriger je enger die Beziehung zwischen zwei
Menschen ist und/oder sogar privat eine enge Beziehung pflegen. Ich habe
selbst einmal und bei Anderen oft genug schon erlebt wie solche "guten
Kollegen" am Tag X ihr wahres Gesicht gezeigt haben, als sie einmal etwas,
selbst mit Anstand vorgetragen, zu hören bekamen was nicht auf ihren
uneingeschränkten Zuspruch traf. Oft zeigt sich dann, was vorher immer als
selbstverständlich angenommen wurde, die wirkliche Qualität und die
verborgenen, wahren Motive der Beziehung. Nicht nur die Liebe, sondern auch
freundschaftliche Zuneigung kann blind machen und einen rosa Schleier auf
den Verstand legen.
Ein Manager _*muss*_ sich zu allen Kollegen und Mitarbeitern human und fair
verhalten. Das kann streng und kühl aber besser, durchaus mit Witz, Esprit
und Herzlichkeit sein. Aber egal wie, bitte allen gegenüber.
Er muss auch einmal Dinge durchsetzen und eskalieren können. Das erfordert
Standvermögen und auch mal Härte. Aber egal wie, bitte allen gegenüber. Dann
erreicht er das was seine Mitarbeiter die "gefühlte Gerechtigkeit" nennen
und dem Manager als Integrität gutgeschrieben wird.
Viel subtiler sind die Punkte 1 und 2 zu handhaben. Anders, als bei Punkt 3
und 4, werden hier tatsächliche Existenzängste auf den Plan gerufen die ganz
andere Potenziale in den Mitarbeitern mobilisieren. Hier wird in den
unterschiedlichsten Ausprägungen der Jägerinstinkt wach der manche
Zeitgenossen bis weit über die Grenzen von Gesetz, Anstand und Sitte treiben
kann. Deshalb gilt hier besonders wachsam zu sein wie sich die
Gruppendynamik nach solche einem Ereignis entwickelt.
Egal ob sie nun einen Wunschkandidaten ins Team holen konnten oder einem
verdienten Mitarbeiter in einen höheren Stand berufen müssen sie stets auf
der Hut sein diese Prozesse im Griff zu haben. Suchen sie den Dialog mit den
Kollegen welche die Unterlegen waren in einer Beförderung. Arbeiten sie wenn
nötig in der ersten Zeit etwas intensiver mit ihnen und geben sie klar zum
Ausdruck was genau die Gründe _sind_ die gegen sie gesprochen haben. Geben
sie ihnen damit den Grundstein und Anhaltspunkt sowie den Maßstab für die
Gegenwart und ihre weitere Entwicklung. Immerhin haben diese Mitarbeiter es
in das Assessment geschafft und zählen damit zu ihren wertvollen Juwelen.
Sorgen sie auch weiterhin dafür, dass sie es bleiben und lassen sie nicht
zu, dass weder sie noch sie sich selbst und ihre Leistung vor die Säue
werfen, aus angestautem Druck von Frust und Ärger.
Sprechen sie auch mit neuen, hungrigen Kollegen die gleich zu Beginn wie
Elefanten durch den Porzellanladen laufen, dass sie "zu laut" sind.
Beschäftigen sie diese mit den ihnen zugedachten anspruchsvollen Prozessen
die ihre volle Aufmerksamkeit beanspruchen, statt sie auf der rudimentären
Suche nach geeigneten "Profilierungsprojekten" oder "Opfern", die man
beerben könnte, in ihrem Verantwortungsbereich herumzustochern zu lassen wie
ein nackter Tollpatsch in einem Wespennest.
Warum poste ich das. Ganz einfach. Viele Mitarbeiter wissen gar nicht was
gutes Management ist. Leider viele ihrer Chefs ebenfalls nicht. Zu wissen
was eigentlich die Aufgabe des Chefs ist befähigt den Betroffenen dem Chef
ein paar schwierig vom Tisch zu wischende Fragen zu stellen und an seine
Verantwortung zu appellieren, das zu tun wofür er bezahlt und verantwortlich
ist:
*Die Führung dann zu übernehmen wenn die Dinge drohen aus dem Ruder zu
laufen. Oder noch besser: Lange bevor sie es tun.*
Führung ist nicht dort gefragt wo alles rund läuft sondern genau immer da wo
Schwierigkeiten auftreten. Ein Mitarbeiter der sich selbst in solchen Fragen
fit zeigt sollte daher auch *_nicht_* als jemand auftreten der einzig
Vorwürfe verteilt und Ansprüche stellt, sondern sich als Kooperationspartner
zu "outen" der das Problem und damit die Lösung gemeinsam anzugehen bereit
ist.
Neid ist eine sehr häufige Form von Konflikten die ein nicht zu
unterschätzendes Potenzial auf das Teamverhalten haben. Neid ist hoch
energetisch und gehört daher in die Kategorie der stark leistungsmindernden
Reibungsverluste wenn man nicht richtig mit ihm umgeht. Er ist oft wenn
nicht meist die Ausschlaggebende Komponente, dass Aufgaben nicht effektiv
und damit auch nicht effizient erledigt werden, weil man mit der Bremse
getrieben vom Neid, dem anderen den Erfolg nicht gönnt oder direkten Schaden
zufügen will, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken.
Wie gehe ich als Mitarbeiter mit Neid um wenn ich ihn zu spüren bekomme.
Ich habe mir erst einmal angewöhnt mir das erst einmal runter gehen zu
lassen wie Öl. Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung überhaupt. Denn
gäbe es nichts zu neiden, so wäre da auch nichts was von außen her
betrachtet als Leistung wahrgenommen würde. Ja als außergewöhnliche die
solche Gefühlsregungen ja erst auszulösen vermag.
Wenn ich feststelle, dass ich das in Auswüchsen und mit Ressentiments
verbunden gegen mich zu richten droht suche ich das direkte Gespräch mit den
Betreffenden. Da bringe ich das sofort auf den Punkt und frage dann nach ob
der Betreffende glaubt, dass sein Verhalten unbeobachtet ist? Ob er glaubt,
dass das was er tut meiner Wahrnehmung entgeht und dass das Motiv direkt zu
ihm führt. Warum er glaubt dass ich jetzt mit ihm spreche?
Oft höre ich dann sofort Dementis welche ich mit einem Lächeln zu quittieren
pflege. Dann frage ich ob es nicht im Interesse des Geschäftes sei besser
miteinander zu kooperieren. Vielleicht müsste man ja auch besser miteinander
kommunizieren? Dann frage ich ihn was er denn für eine Meinung er von mir
hat. Was er gut findet und wo er sich etwas wünschen würde. Ich bin ja auch
kein Engel und kann immer was vom Umfeld lernen. Insbesondere dann wenn ich
ein Verhalten an den Tag lege mit dem andere ein Problem haben wie z.B. mit
meiner Tendenz zur Dominanz. Ich mache dem anderen klar, dass auch ich
bereit bin auf ihn zuzugehen aber ich erwarte auch sein Entgegenkommen.
Oftmals war der Konflikt im Verborgenen geführt worden weil der Betreffende
den offenen Schlagabtausch ja fürchtete. Doch mit seiner Entlarvung ist das
nun nicht mehr möglich. Wie ich immer zu sagen Pflege: Die Intrige verträgt
das Tageslicht nicht. Ich habe ihn nicht öffentlich oder beim Chef
angepisst, wie man es
so schön sagt, sondern bilateral in die Verantwortung genommen und ihm damit
die Chance gelassen den Ball flach zu halten. Das gibt die Möglichkeit sich
als Erwachsene zu begegnen während das Einschalten von Dritten in Phase 1
die Eskalation aus meiner Erfahrung heraus *immer* und unproduktiv
vorantreibt. Jeder soll eine angemessene Chance erhalten was mit einem
Handschlag am Ende des Gespräch besiegelt wird.
Schon oft ließen sich so Konflikte konstruktiv auflösen und führten dazu,
dass sich das Bild meiner Neider von mir vollkommen veränderte. Auf meine
Chefs konnte ich in den meisten Fällen eh nicht bauen. Was ich auch ehrlich
gesagt gar nicht wollte.
In Hunderten schwieriger Situationen war es nur 3 mal bisher nötig einen
Dritten zur Mediation dazu zu schalten. Das habe ich jedoch nur veranlasst,
damit der Kollege aber auch ich einen Zeugen hatte, um auch sicherzustellen,
dass das Ganze gesittet abläuft sowie der Kollege/Mitarbeiter nicht
befürchten musste dadurch Nachteile zu erleiden. Meine Quote liegt damit
deutlich weit unter einem Prozent.
Wie gesagt: Jeder soll seine reelle Chance haben. Und ich mache jedem
bereits im Alltag klar und bewusst mit wem er es zu tun bekommt wenn er die
Hand weg schlägt
Das soll nicht ausweisen, dass ich ein Hirsch bin und alles sich so leicht
lösen kann. Nein es soll ausweisen, dass es am Anfang noch am Besten geht:
Wehret den Anfängen. Und es soll allen Mut machen es schnell und beherzt
anzugehen bevor aus einer Mücke ein Elefant wird den man nicht mehr bändigen
kann oder aus einem kleinen Schnitt ein eitriges Geschwür der den ganzen
Organismus gefährdet.
Würde man sich verletzen an einem rostigen Nagel oder würde von einem Tier
im Wald gebissen werden würde wohl kaum einer warten sich in ärztliche
Behandlung zu begeben sich die Wunde versorgen zu lassen und/oder sich dort
eine Tetanus-Spritze oder Tollwut-Impfung zu holen. Und wenn nur zur
Prophylaxe.
Man würde es in jedem Fall professionell angehen. Im obigen Fall gehört es
zur Professionalität erst einmal zu wissen, dass man so etwas nicht auf die
Leichte Schulter nimmt. Das ist der erste Schritt. Sich bewusst zu machen
was die Konsequenzen wären nicht zu handeln dürfte ausreichen sich in
Bewegung zu setzen.
Die selbe Mechanik ist auch auf den Konflikt mit Neidern aber auch jedem
anderen zwischenmenschlichen Konflikt anzuwenden der verletzend auf Seele
und Geist einwirkt und unsere Leistungsfähigkeit herabsetzt durch Bindung
unverhältnismäßiger Kräfte auf den Konflikt. ich finde die Bezeichnung
Mobbing in Bezug auf die Thematik Neid unpassend und verwende ihn nur wegen
der Allgültigkeit die er mittlerweile erlangt hat.
Die korrekte Bezeichnung ist eigentlich durch den Konflikt entstandenes,
kontraproduktives "Konkurrenzverhalten". Das würde ich auch im Ansprechen
solch einer Thematik als zu verwendende Terminologie empfehlen. Das lässt
die Betreffenden deutlich konstruktiver damit umgehen.
Es sagt sich besser und entspannter:
*"Ich glaube Sie und ich stehen in Konkurrenz zueinander die uns beiden und
dem Geschäft final mehr zu schaden geeignet ist als das auch nur für einen
von uns Vorteile daraus entstehen könnten." *
als:
* "Sie mobben mich"*
Lasst euch, ihr Leidgeplagten, das einfach einmal auf euch wirken. Hört in
euch hinein wo mehr von in jedem von euch ruhenden Verstand dahinter steht
und welche Botschaft beim anderen ankommt. Auch und vor allem auf der
Beziehungsebene.
Viele Grüsse und einen Guten Start in die Woche wünscht euch
Martin
Autoren gegen Mobbing - Beitrag 4
12. 10. 2011
Narzissmus was ist das eigentlich?
Ich habe unter einem narzistisch
gestörten Täter zu leiden (gehabt) und deswegen möchte ich hier die
Mobbingseite nutzen um zu erklären was unter dieser Störung zu
verstehen ist.
Die Bezeichnung Narzissmus geht
auf den griechischen Mythos vom Knaben Narziss zurück, der sich in sein
eigenes Spiegelbild in einer Quelle verliebte und verzweifelt erkennen
musste, dass dieses nicht zum Umarmen war, so dass er “Stunde um Stunde
verzückt auf das Wasser schaute”. Narzissmus bedeutet jedoch wesentlich
mehr als eine schlichte Selbstliebe, Narzissmus ist eine innere
Bezogenheit auf das Selbst, um ein inneres Gleichgewicht, Wohlbehagen
und Selbstsicherheit aufrechtzuerhalten.
Narzissmus ist
nicht zwangsläufig abnorm oder krankhaft.
Positiver und
negativer Narzissmus:
Ein “positiver” Narzissmus
äußert sich in einer positiven Einstellung zu sich selbst, d. h. dass
diese Menschen ein stabiles Selbstwertgefühl haben, das auch erhalten
bleibt, wenn es Rückschläge gibt. Positiv narzisstische Menschen ruhen
in sich selbst, strahlen Wärme aus und sind anderen zugewandt. Positiver
Narzissmus ist gesunder Bestandteil einer harmonischen Persönlichkeit.
Ein ausgeprägter oder
“negativer” Narzissmus bedeutet, dass diese Menschen vorwiegend sich
selbst zugewandt sind, ein eher passives Liebesbedürfnis haben und
“lieben, nur um geliebt zu werden”. Eine Beziehung mit einem Narzissten
ist geprägt vom Geben des Partners und Nehmen des Narzissten. Ein
Gleichgewicht mit abwechselndem Geben und Nehmen gibt es nicht.
Narzissten sind kaum oder gar nicht zu Empathie fähig (Mitgefühl mit
anderen). Sie haben (fast) kein Selbstwertgefühl und sind auf ständige
Bestätigung von außen angewiesen. Bleibt diese aus, kommt es zu
erheblichen Problemen. Oft neigen negativ narzisstische Menschen auch
dazu, andere abzuwerten, um das eigene Ego aufzuwerten.
Diese
Konstellation führt zu erheblichen zwischenmenschlichen Konflikten,
insbesondere in der Partnerschaft, oft aber auch im Beruf. In der Folge
kann es dann zu weiteren Erkrankungen wie z.B. Depressionen kommen.
Als angehende
Heilpraktikerin und schon seit (mehr als) 10 Jahren praktizierende
Therapeutin (Masseurin) möchte ich dabei sagen, und dies wurde mir von
meiner Psychotherapeutin auch bestätigt:
Ein
Narzist sieht nicht das er krank ist und er will es auch nicht wahrhaben
dass er Hilfe braucht. Er würde also nie im Leben wegen seine
psychischen Störung einen Therapeuten aufsuchen.
brauche ganz dringend mal ratschläge in welcher situation ich
mich befinde, da ich es einfach nicht mehr einschätzen kann, ob
ich gemobbt werde oder ob ich einfach nur zu sensibel bin.
werde versuchen mal ein paar eckpunkte aus meinem bisher nicht
sehr spaßigen arbeitsleben wiederzugeben. ich bin vielleicht
einer der wenigen ( vielleicht auch naiv ) die noch daran
glauben arbeit müßte spaß machen. nur so kann man, glaube ich,
gute arbeitsleistungen erzielen. so nun genug
ich bin jetzt seit 15 jahren inkl. ausbildung im öffentlichen
dienst ( stadtverwaltung - baubetriebshof ) . und genau da fing
das grauen an. das erste ausbildungsjahr lief eigentlich noch
ganz in ordnung. im zweiten fing es dann an ständig wurde man
kritisiert ( zu langsam, man warf mir desinteresse vor, häufig
hatte ich gespräche mit meinem ausbildungsmeister) Zeugnisse aus
den bildungszentren gaben aber ein anderes bild wieder. zu
erwähnen sei auch noch das ich meine ausbildung in einem
handwerksberuf gemacht habe!!! damit wären wir auch schon beim
nächsten punkt. im zweiten und dritten ausbildungsjahr mußte ich
dann schon eigenständig baustellen führen was mir dann aufgrund
eines kollegen dann auch irgendwie gelungen ist!!! was aber nach
meiner ansicht schon unmöglich war!?
Zudem gab es verbale entgleisungen ( u. a. beschimpfungen, wurde
von einem kollegen als lügner betitelt , mein vater aufgrund
seiner schwerhörigkeit angegriffen und das noch nicht mal in
seiner gegenwart).
nach meiner ausbildung ging es dann munter weiter ständige
nörgeleien, kritiken, kontrollen ( bis zu 4 mal am tag ) ,
manchmal kommt es mir vor als wenn man bewußt nach fehlern
sucht!!!
leider kam es auch vor das man in den zurückliegenden jahren
häufiger krank geworden ist ( rückenbescherden, infekte ), ich
hätte bald gesagt die üblichen krankheitsdelikte. nachdem wir
dann auch noch kinder bekamen teilten meine frau und ich uns
fehltage sobald unsere kinder krank wurden. ich glaube sowas ist
unter männern verpöhnt wegen kranken kindern zu hause zu
bleiben. nachdem dies dann 3oder 4 mal passierte mußte ich wegen
dieser auffälligkeiten zu unserem abteilungsleiter der mit mir
darüber sprechen wollte.
mittlerweile kam es dann immerwieder mal zu krankheitsbedingten
ausfällen die dann auch im aufenthaltsraum immer wieder
öffentlich gemacht wurden und das immer mit blöden sprüchen und
kommentaren! warum nur ???? muß das sein.
letztes jahr habe ich dann wohl die spitze des eisbergen
erreicht aufgrund eines bandscheibenschaden bin ich dann ganze 8
wochen bald 9 wochen ausgefallen. danach durfte ich mir dann so
sachen anhören wie z.b. du bist jetzt so lange ausgefallen,
jetzt mußt du dich erstmal hinten anstellen oder wie kann das
sein das du in deinem alter schon einen kaputten rücken hast (
ich bin jetzt 34 ).
ein jahr ist nun vergangen leider habe ich es mal wieder
geschafft krank zu werden. an dem morgen wo ich die
arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abgegeben habe wurde ich
erstmal angeschnauzt, wie das denn sein kann. dort vielen
kommentare wie z.b das ich mir mal meine ausfallzeiten anschauen
sollte, das es andere kollegen gibt die nicht so häufig krank
wären, oder ob man sich über so einen mitarbeiter freuen kann.
nun bin ich mittlereile schon so weit, das ich mich bald nicht
mehr traue zur arbeit zu gehen. geschweige denn überhaupt zum
arzt. irgendwie machen mich diese ständigen lästereien kollegen
und den vorgesetzten jedenfalls ziemlich fertig. irgendwie
glaube ich das ich das eigentliche problem bin. aber kann man
dafür abgestraft werden das man krank wird???
zusammenfassend wäre zu sagen das ich wenn´s hochkommt 2 wochen
im jahr ausfalle
Hi, mir geht es gerade auch so. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es auf
der Baustelle noch ruppiger zugeht als bei uns hier. Ich arbeite aber
auch unter Jungs. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass die
Krankenschwestern im Krankenhaus alle total lieb zueinander sind.
Ich frage mich auch, woher das alles kommt. Ich habe im Gegensatz zu Dir
schon öfter den Job gewechselt und eigentlich ist es überall dasselbe.
Der Chef demotiviert die Mitarbeiter (fast als würde er dafür bezahlt!)
und die Kollegen konkurrieren untereinander und lästern übereinander.
Ich glaube, das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, alle werden
ruppiger und egoistischer. Natürlich steht auch jeder Chef und jeder
Mitarbeiter unter Druck, effizient zu arbeiten, aber ich halte das für
eine blöde Ausrede für schlechtes Benehmen. Denn von Beleidigungen wird
niemand fleißiger. Selbst die Leute, die absichtlich faul sind, werden
dann nur noch widerborstiger.
Ich für mich sehe nur noch den Weg, mich als Freiberuflerin selbständig
zu machen. Ich glaube, ich bin wirklich auch ein wenig zu empfindlich
und vor allem müsste ich diese Rüpel mal mit gleicher Unverschämtheit in
ihre Schranken weisen. Aber dazu bin ich zu gut erzogen!
Hast Du denen denn mal Paroli geboten? Oder reagierst Du immer nur
entsetzt auf ihre blöden Sprüche? Vielleicht brauchen sie einfach auch
mal ein wenig Ruppigkeit von Dir? Oder bist Du auch zu gut erzogen
dafür?
Du bist nicht zu sensibel sondern Opfer eines schwerwiegenden Vergehens
von ggf. Datenschutzverletzung des Vorgesetzten.
Das öffentliche Anzweifeln einer ärztlichen Diagnose und Therapie kann
verdammt teuer zu stehen kommen. Die haltlosen Vorwürfe die da
zusätzlich im Raum stehen zeugen jedenfalls von einem Tyrannen der mit
seinen Mitarbeitern umgeht wie mit einem Stück Schei...!
Es sieht sehr schlecht aus für dich weil in deiner Abwesenheit alle oder
zumindest die Mehrheit der Kollegen darauf eingeschworen wurden, dass du
ein Simulant und Drückeberger bist der seine Kollegen im Stich lässt.
Für sich genommen eine Ungeheuerlichkeit. Es steht wohl kaum in Aussicht
auch nur einen Zeugen zu bekommen der für dich aussagen würde. Sein
Schicksal wäre dann ebenfalls besiegelt. Und jeder der das von draussen
betrachtet wie man dir mitspielt und Skrupel hat "mitzuspielen" im Spiel
des Chefs und oder Vorarbeiters der wird den Schwanz einziehen.
Dein Ruf ist wahrscheinlich vollkommen ruiniert. Ihn wiederherzustellen
könnte unmöglich sein bzw. werden weil dich keiner mehr ernst nimmt und
schon gar nichts mehr glaubt.
Was könnte man tun
1. Eine mögliche Variante wäre, dass du dich dem Arzt offenbarst wie man
dir am AP mitspielt. Was für Vorwürfe gefallen sind und welche
"Kompetenz" deinen Fall zu behandeln man ihm als Arzt bescheinigt. Dann
würde ich mal hören was er dazu sagt. Schlussendlich hat man ihn auch
beleidigt und öffentlich gedemütigt indem man seine ärztliche Kunst in
Zweifel gezogen hat. Im Pausenraum in deiner Anwesenheit z.B.
Es könnte sein, dass der Arzt dich dann jedoch um eine Zeugenaussage
ersucht. Und in diesem Moment fällt dann eine schwerwiegende
Entscheidung die dich vor folgende Situation stellt.
Verlust des Arbeitsplatzes weil wenn du gegen deinen AG in einem
Straf-Prozess aussagst, dann wird eine Weiterbeschäftigung wohl nicht
mehr tragbar sein. Für keine Seite.
oder aber
2. Du überlegst und entschliesst dich aus existenziellen Gründen den
Mund zu halten bis Gras über die Sache gewachsen ist. Wenn es wächst? Es
wird sich erweisen ob sich die Situation wieder verbessert oder ob du
nun definitiv das "Schwarze Schaf" der Gruppe bist. Der ultimative
Sündenbock der für jeden Mist der passiert die Rechnung bekommt seist du
nun beteiligt oder auch nicht. Wichtig ist für deine Widersacher, dass
du es dir, gefangen in deiner Existenzangst, klaglos gefallen lässt.
Dann steht die Möglichkeit offen erst mal innerlich zu kündigen. "Dienst
nach Vorschrift" zu üben und auf Durchzug schalten. Es ist aber nur eine
Frage der Zeit bis auch das nicht mehr zur Kompensation reichen wird.
Sie werden einen Weg finden dich eben noch tiefer zu treffen.
Leichter könnte dieser Weg dadurch werden wenn du trotzdem noch Kollegen
am AP hast die zu dir halten und seelisch moralische Unterstützung
leisten können. Vielleicht sind ja doch nicht alle so daneben wie es den
Anschein macht.
oder aber
3. Sofort anfangen einen neuen Job zu suchen, der dir auch den kaputten
Rücken aus der Schusslinie nimmt. Das muss vielleicht nicht mal in einer
anderen Gemeinde sein oder die Privatwirtschaft sondern ein
Schonarbeitsplatz innerhalb der Verwaltung/Organisation. Dazu würde ich
mal die BG anrufen was die zu dem Bandscheibenvorfall meint. In der
Baubranche und artverwandten Berufen gehört dieses Schadensbild, meine
ich zumindest, zu den Berufserkrankungen. Es gibt da spezielle
Therapiebehandlungen die notwendig sind und auch am AP müsste sich ggf.
mal jemand von der BG einfinden, um über präventive Massnahmen zu
wachen.
Ob der öffentliche Dienst an die BG angeschlossen ist kann ich nicht
beantworten. Doch mit max. zwei, drei Telefonaten ist das bei der BG
abgeklärt. Die könnten, falls tatsächlich zuständig, ggf. auch erwirken,
dass du einen Schonarbeitsplatz bekommst und auch mal nachfragen warum
das nicht bereits längst schon geschehen ist. Zumindest vorübergehend
bis das vollständig ausgeheilt ist. Das geht normalerweise schon mal
zwischen 12 und 18 Monaten wenn die Bandscheibe vollständig defekt ging
und der nucleus pulposus = Gallertkern ausgelaufen ist, also keine
leichtere Bandscheiben Protrusion vorliegt die noch nicht zum Supergau
führte.
Ich masse mir mal an das zu wissen. Ich bin selbst geprüfter
Lizenz-Trainer für Sportrehabilitation. Selbst wenn die
"Alltagstauglichkeit" schon weitaus früher wieder hergestellt ist, die
Belastung gerade mit auslösenden Torrsionskräften durch Streckung bei
gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule hat dagegen strikte zu
unterbleiben. Das tut man in der Regel immer wenn man schaufelt oder
Blumen, Sträucher und Bäume aber auch Begrenzungspfosten setzt.
Ich hatte reihenweise Kunden vom Bau, aus Gärtnereien und Landwirtschaft
in meinem Studio die ich diesbezüglich in der Folge-Reha betreut und
neue Bewegungsmuster mit ihnen einstudiert habe damit so etwas nicht
noch einmal passiert.
Diesbezüglich kann der Arzt ein Zeugnis/Attest ausstellen an den AG
damit er sich an die Vorgaben hält und dir die vollständige Genesung
nicht verwehrt wird. Das hinterlässt auch den entsprechenden Eindruck
und hinterlegt einen eindeutigen schriftlichen Beweis , dass der AG
davon in Kenntnis gesetzt wurde.
Dass die Kollegen meckern wenn einer krank wird, stelle ich fest, ist
normal. Denn sie müssen dann ja für den Ausfall mit ihrer Arbeitskraft
gerade stehen. Der Job muss ja trotzdem erledigt werden.
Dabei ist man selbst auch höchst sensibel wenn andere krank sind. Ist
man jedoch selber krank erwartet man da hingegen immenses Mitleid der
Kollegen, was man ja beim Kollegen ebenfalls nicht aufbringen
konnte/wollte. Da zerbricht der (Schein) Heiligenschein ja oft nur allzu
leicht wenn man dann jemanden konkret auf sein ambivalentes Verhalten
anspricht ;-))
Mein Fazit: Lass dir das alles mal durch den Kopf gehen und äussere dich
lieber erst noch einmal hier bevor du schlafende Bären oder Hunde weckst
oder konsultiere einen Anwalt wenn du einen Rechtsschutz hast zu einer
unverbindlichen Rechtsberatung. Vielleicht hat jemand anders hier noch
andere Alternativen im Petto der sich im Mainstream des öffentlichen
Dienst-Filzes besser auskennt wie ich.
Jamey war kein Teenager wie jeder andere. Nein, er hat sich früh um
die Rechte von Bürgern und schwule Mitbürgern gekümmert, im Rahmen
der Antimobbing-Kampagne „It Gets Better“ ein Video gedreht
und er hat aktiv über „schwulenfeindliches Mobbing“ gebloggt. (1)
Dafür wurde er dann heftig gemobbt, offenbar auch an seiner Schule.
Doch er hat versucht sich gehör zu verschaffen, was ihm nicht
gelungen ist, leider. Noch am 08.09.2011 postete er,“no one in my
school cares about preventing suicide, while you’re the ones
calling me [gay slur] and tearing me down.” (2)
“Ich sage immer, wie sehr ich gemobbt werde, aber das interessiert
niemanden. Was muss ich tun, damit Leute mir zuhören?“, ja,
was hätte er tun müssen?
Am Montag, den 19.09.2011 wurde im US-Staat NY Jamey tot vor seiner
Wohnung gefunden. Einer seiner Mobber hat eine Botschaft
hinterlassen, die zeigt, woran Jamey zugrunde ging. „JAMIE IS
STUPID, GAY, FAT ANND UGLY. HE MUST DIE!” an anonymous commenter
said on Formspring.“ (2)
Ein andere wurde noch deutlicher, “I wouldn’t care if you died. No
one would. So just do it
It would make everyone WAY more happier!” (2)
Nun hat Lady Gaga eine große Kampagne im Auge, da Jamey ein
Fan von ihr war.
Er hat sich mit 14 schon umgebracht. Ich musste damals genau das
gleiche durchmachen. Wenn ich so was lese werde ich sehr traurig. Da
kommt alles hoch was ich täglich alles mitgemacht habe. Jetzt mit 25
bin ich ein ausgebranntes Wrack. Und das schlimme ist die Leute die
Mobben. Denen macht es sogar spass. Die erfreuen sich dabei. So wie
manche Tiere quälen was furchtbar schlimm ist, quälen andere genauso
auch Menschen. Und erfreuen sich dabei. Der Mensch ist schon ein
sehr kaltherziges Wesen. Aber ich frage mich woher das kommt. Ich zb
habe nie gemobbt. Weil ich weis wie schlimm es ist. Aber warum
mobben zb mobbingopfer?
Um selbst nicht gemobbt zu werden. Ich wurde zwar auch lange übelst
gemobbt, habe aber trotzdem nie andere gemobbt. Es braucht da also
schon auch eine gewisse Veranlagung dazu.
Woher das Mobben kommt... aus dem Tierreich würde ich sagen. Tiere
machen das dauernd und tierhafte Menschen eben auch. Der Mensch hat
jedoch die Möglichkeit oder Freiheit, sich über das Tierische zu
erheben. Viele Menschen missbrauchen diese Freiheit, um tausendmal
schlimmer als jedes Tier zu sein, z.B. Kriege führen Tiere nicht,
betreiben auch keine industrielle Tierhaltung usw. die Teufeleien
der Menschen nötigen selbst dem Satan Respekt ab.
Die Täter machen es aus "Spaß". Spaß ist böse. Ich habe heute eine
sehr starke Abneigung gegen alles, was irgendwie nach "Spaß"
aussieht, also Karneval, Ballermann, Festivals usw. Auch eines der
Dinge, wo mich nur wenige verstehen. Allerdings haben viele Leute
Angst vor Clowns. Spaßmacher sind wie Teufel, daher kommt das. Die
Hölle ist voller höhnischem Gelächter heißt es. Habe ich selbst
erlebt.
Man,man,man....ich hoffe das war den Mobbern von Jamey eine Lehre....
Das war mal wieder ein Beweis dafür das Mobbing Leben zerstören kann....
---------
Kommentar auf youtube zum video:
Love is love. When kids like Jamey
were driven into suicide, it makes me sad and angry about those inhuman
morals which are greatly influenced by Puritanism and hypocrisy. A
society that promotes still values like death penalty, imperialist wars
and war crimes.
Humanity, Justice, Peace, LOVE & RESPECT is all that matters!
Equal social conditions for all people, no matter what gender, skin
colour, ethnic background and sexual orientation!
R I P Jamey. Regards to Alyssa.
Hallo,
in meinem neuen Job bin ich jetzt seit 5 Monaten und fühle mich
dort nicht wohl.
Offensichtlich habe es (mal wieder!) nicht geschafft, mich
reinzufinden in so eine Gemeinschaft.
Nun bin ich ziemlich hin- und hergerissen.
Einerseits weiß ich, dass so etwas nicht nur
Anlaufschwierigkeiten sind, sondern ich eigentlich keine Chance
habe. Darum trage ich mich mit dem Gedanken, mich selbständig zu
machen. Von Kunden etc. bekomme ich immer gute bis sehr gute
Rückmeldung, besonders auch von den Teilnehmern meiner Kurse.
Ich habe auch bei einem früheren Auftraggeber mal angefragt, ob
ich für sie mal wieder etwas schreiben kann. Nun befindet sich
ein Auftrag über 3400€ auf dem Postweg zu mir. :-) Nur mit
meinen Chefs und Kollegen komme ich nie klar, obwohl ich mich
für freundlich, hoch motiviert und konstruktiv halte.
Andererseits frage ich mich, ob ich vielleicht zu
überempfindlich bin und besser auf diesem gut bezahlten Job
bleiben sollte, der mir vom Thema her sehr liegt und viel Spaß
macht. Wenn nur die Zusammenarbeit in der Firma nicht so zäh
wäre und ich mich nicht isoliert fühlen würde. Ich muss auch
sagen, dass ich früher schon brutaler und offensichtlicher
gemobbt wurde, daher bin ich mir gar nicht sicher, ob das
überhaupt Mobbing ist oder ich nur das Gras wachsen höre.
Ich habe folgende Kommunikationsprobleme:
1.) In meinem Büro habe ich das Gefühl, dass ich störe. Ich
sitze in einem Sechserbüro und obwohl eigentlich jeder von uns
mal telefoniert, ist es bei den anderen doch eher sporadisch
(alle zwei Tage ein Telefonat) und bei mir mehrere am Tag, auch
einstündige Telefonate. Es kommen auch öfter mal Kollegen
vorbei, um etwas zu diskutieren, und da meine fünf Kollegen alle
im selben Projekt arbeiten, besprechen die auch recht viel
miteinander. Oft ist es so laut, dass ich kaum telefonieren
kann. Und die anderen wohl auch nicht. Sich auf die Arbeit zu
konzentrieren ist manchmal auch schwer. Ich suche manchmal einen
Besprechungsraum auf, um zu telefonieren, aber das klappt auch
nicht immer. Zum Glück kann ich mich gut konzentrieren. Manchmal
bekomme ich aber doch mit halbem Ohr mit, dass einer meiner
Kollegen über mich Witze macht oder sich über mich ärgert.
Neulich beschwerte er sich, dass ich "im Gegensatz zu uns allen"
Fortbildungen bekommen solle. Davon weiß ich nichts, ich glaube,
er meint Punkt 3. Irgendwie habe ich mit den Kollegen bisher
fast nur übers Wetter oder über das Kantinenessen gesprochen,
obwohl ich jeden Tag mitgehe zum Essen. Wir werden gar nicht
warm miteinander.
2.) Als ich neu war, hätte eigentlich mein Chef definieren
müssen, auf welche Mailverteiler ich drauf kommen soll. Er hat
aber wochenlang nichts getan, also nahm ich mir das Adressbuch
heraus und erstellte eine Liste von Mailverteilern von denen ich
glaube, dass sie relevant sind. Mein Chef segnete sie ohne
Änderung ab. Später stellte es sich heraus, dass ich auf einen
Mailverteiler gar nicht drauf sollte, das gab ein wenig Ärger.
Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich vielleicht auf Verteilern
nicht drauf bin, auf die ich drauf sollte. Aber das kann ich
nicht so richtig einschätzen. Ich verpasse ganz sicher einige
Informationen. Ein Mal verpasste ich z.B. die Information, dass
Donnerstag und Freitag eine interne Schulung stattfindet. Ich
erfuhr am Donnerstagabend zufällig davon und meldete mich noch
schnell an. Freitag hatte ich allerdings auch schon Termine und
verpasste so dass meiste des Kurses. Ich habe große Angst, dass
ich ziemlich viele Informationen verpasse. Nächsten Montag ist
auch wieder eine wichtige Veranstaltung, von der ich zufällig
vorigen Donnerstag erfuhr. Ich kann dann auch an einem wichtigen
Teil nicht teilnehmen, weil ich nicht alle Montagtermine
verschieben konnte.
3.) Wegen 2.) habe ich darum gebeten, dass wir in unserer
Abteilung auch "Team-Meetings" machen wie in anderen Abteilungen
auch. Oder dass ich bei den Team-Meetings einer anderen
Abteilung teilnehmen darf, um besser in die Firma integriert zu
sein und mehr mitzubekommen, was läuft. Mein Chef meinte was von
wegen ich müsse eben Flurfunk hören und wir seien doch ein
kleines Team, da kriegt man sowieso mit, was die anderen machen.
Es gab jetzt trotzdem so ein Meeting vorige Woche. Der Kollege
betonte aber gleich, dass sie das nur wegen mir machen, weil sie
wüssten ja, was die anderen so tun. Die anderen erzählten also
über ihre Projekte, aber der Chef schnitt mir dann das Wort ab
und meinte "Wenn die Frau H erst anfängt zu erzählen, werden wir
heute nicht mehr fertig." Ich schlug vor, nur zwei meiner
Projekte vorzustellen, aber das wollte er nicht. Der Kollege
schlug vor, dass es genügen würde, dass wir diese Besprechung
nur alle sechs Wochen machen. Wir haben uns auf vier Wochen
geeignigt. Mal sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass mein Chef
diese aus seiner Sicht sinnlose Veranstaltung einfach
"vergisst".
4.) Mein Chef reagiert "allergisch" auf mich. Das hat natürlich
auch mit Stress zu tun, wenn er Termindruck hat, wird er
unausstehlich. Aber auch ansonsten ist er sehr ungeduldig, wenn
er sich mit mir besprechen muss und fällt mir dauernd mitten ins
Wort und findet tausend Gründe, warum er sich eigentlich nicht
mit mir besprechen will. Beispielsweise will ich "mir doch
sowieso noch keine Gedanken gemacht" habe oder "nicht weiß,
wovon ich da rede". Mit dieser Begründung schickt er mich dann
schnell wieder fort. Bei Fragen reagiert er sauer, was, glaube
ich, auch damit zusammenhängt, dass er manche nicht beantworten
kann. Wenn irgendetwas schief geht, dann unterstellt er, dass
das an mir liegen müsse. Beispielsweise hat ein Geschäftspartner
mehrmals Besprechungen mit mir fünf Minuten vorher abgesagt und
ein Mal ist er auch gar nicht gekommen, ein Anruf in seinem
Sekretariat ergab, dass er diese Woche Urlaub hatte (!). Er hat
immer wieder Zuarbeit versprochen und nie geliefert. Wenn ich
meinen Chef um Hilfe bat - er kennt ihn schon lange - meinte er
nur ganz vorwurfsvoll, dieser Mann sei immer sehr, sehr
zuverlässig. Und mein Chef schien sich nur Sorgen zu machen,
dass ich langjährige Partner der Firma vergrätze. Dabei habe ich
diesem Mann wirklich nichts Böses getan!
5.) Ich habe seit Monaten - laut Urteil meines Chefs - keine
sinnvolle Idee mehr gehabt. Was meiner Meinung nach nur daran
liegt, dass der andere Chef bei unseren Planungs-Meetings schon
lange nicht mehr dabei war. Davor war es auch schon so, dass
mein eigener Chef gegen alles irgendwelche Einwände hatte, und
ich nur meine eigenen Ideen weiterverfolgen konnte, wenn der
andere Chef die Idee gut fand. Und der mochte fast alle meine
Ideen. Allerdings hat mein direkter Chef es geschafft, so einige
meiner Projekte inzwischen in die Tonne zu treten à la "Das was
sie da gemacht hatten, taugte ja eh nichts" oder "Sie schaffen
den Termin ja sowieso nicht". Wenn das so weitergeht, habe ich
nach dem 17. Januar gar nichts mehr zu tun, weil ich keine neuen
Projekte mehr starte.
6.) Man hat mir anscheinend von Anfang an nicht zugetraut, dass
ich mit Kunden kommuniziere. Daher übernehmen das meine Chefs
selbst. Nun hat mir mein Chef neulich gesagt, dass sie mich über
die Probezeit hinaus behalten wollen. Er klang dabei als wäre er
dazu gezwungen worden, so etwas zu sagen. Er wies mich noch
darauf hin, dass ich "massive Kommunikationsdefizite mit den
Kunden" habe. Da müsse ich dringend noch stark an mir arbeiten.
Dabei hatte ich aber nur mit einem einzigen Kunden überhaupt
erst Kontakt gehabt! Vielleicht meinte er ja auch mein Problem
mit dem Herrn von oben, der lieber in den Urlaub fuhr als unsere
Besprechung wahr zu nehmen.
7.) Für eine meiner Aufgaben brauche ich regelmäßig Daten aus
der Buchhaltung. Mein Ansprechpartner dort beantwortet aber fast
keine meiner E-Mails. Ich muss immer persönlich rüber, aber auch
das hilft nicht immer. Er verspricht mir etwas, ich warte zwei
Wochen, aber es kommt nichts. Mein Chef hat mich schon mehrmals
heftig angeschnauzt und so hingestellt als hätte ich vergessen,
die Daten anzufordern. Das konnte ich nicht auf mir sitzen
lassen und sagte ihm, dass ich sie angefordert HABE. Daraufhin
ist er wohl in die Buchhaltung gegangen und hat den Menschen
zusammengeschissen. Nun spricht der Mann aus der Buchhaltung gar
nicht mehr mit mir. Wenn ich ihm zufällig wo begegne und ihn
grüße, sieht er mich an mit einem Blick à la "Wenn Blicke töten
könnten". Ohne Gruß natürlich. Von dem bekomme ich wohl keine
Zahlen mehr. :-(
8.) Es gibt noch einige Leute mehr, die grundsätzlich nie meine
E-Mails beantworten, selbst wenn sie wichtig oder dringend sind.
Ich habe diesen Leuten nichts getan. Nicht dass ich wüsste.
9.) Bei meinem Chef habe ich dauernd das Gefühl, dass er mich
versucht zu verarschen. Anfangs hat er mir oft vor Besprechungen
in der großen Runde Informationen vorenthalten, Fragen nur
teilweise beantwortet oder falsch beantwortet, so dass ich dann
in der Runde gar nicht mitreden konnte. Dauernd stellte er mir
Suggestivfragen à la "Das war jetzt sicher ein wenig viel
Information auf ein Mal für Sie", woraufhin ich Dussel auch noch
zugab "Ja, war recht viel." Diese Antwort muss ihn sehr gefreut
haben, denn ein paar Wochen lang sagte er in fast jeder
Besprechung - nicht nur unter vier Augen, sondern auch in
größeren Runden - "Liebe Frau H, das war Ihnen jetzt sicher
wieder zu schwierig." Sehr schön war auch die Sache mit der
Zielvereinbarung. Wir hatten abgemacht, 6 sei mein Ziel und er
versprach, er würde das Formular dann noch ausfüllen. Was er
natürlich nicht tat. Er verspricht oft etwas zu tun, was er dann
nie tut. Als ich ihn wieder darauf ansprach, setzte er wieder
eine Besprechung an über die Ziele und fing an, mein Ziel seien
8. Ich erinnerte ihn daran, dass wir beim letzten Mal 6
abgemacht hatten. Er gab sich nicht mal Mühe, Überraschung zu
heucheln.
Anfangs dachte ich, dass er vielleicht nur deshalb Bedenken hat,
weil er schon schlechte Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht
hat. Und war zuversichtlich, dass er schnell sehen wird, was ich
drauf habe. Aber das hat er ja nicht. :-( Anscheinend hat alles
was ich mache, seine Erwartungen bestätigt, dass ich die Falsche
für den Job bin.
Insgesamt läuft also gar nichts so richtig. Genau genommen fühlt
es sich so an als würde alles immer langsamer laufen und
teilweise auch gar nicht mehr. Aber vielleicht bin ich ja auch
überempfindlich und das ist alles nur das normale Chaos? Aber
wie kann ich herausfinden, ob mein Chef mich wirklich doof
findet, ich meinen Kollegen wirklich auf den Keks gehe?
Wie gesagt, ich bekomme von vielen Leuten auch positives
Feedback und es gibt auch Leute, mit denen ich schon seit Jahren
konstruktiv und gerne zusammenarbeite. Nur hat das alles mit
meinen Nebenjobs zu tun. In der eigenen Firma bin ich seit zehn
Jahren immer nur der Depp. (Habe leider schon einige ausprobiert
in den letzten 10 Jahren. :-(( )
Die meisten Unternehmen werden aus der Freizeit heraus
gegründet. Es ist bei fast allen die ich kenne die
Unzufriedenheit mit dem Job welche sie darüber nachdenken
lässt ob sie nun über den Umweg einer Festanstellung in
einem Unternehmen für ihre Kunden arbeiten oder ob sie das
nicht gleich selbst tun sollten.
Oft ist es eben so wie bei dir, dass du in der Freizeit im
Nebenjob deine "Highlights" erarbeitest aus denen du
wiederum die Kraft schöpfst an den Arbeitsplatz zurück zu
gehen, weil er dir die nötige Sicherheit gibt welche man als
Selbständiger oder Unternehmer eben nicht hat.
Der finale Antrieb sich selbständig zu machen oder ein
Unternehmen zu gründen ist nicht die Antwort auf die Frage
wie man ein hohes Einkommen erzielt sondern die
Antwort auf die Frage von persönlicher Freiheit und
Unabhängigkeit seinen Kunden eine der Konkurrenz
überlegene Ware oder Dienstleistung zu verkaufen und/oder zu
erbringen.
Ich mache jedoch keinen Hehl daraus, dass dies ein hohes
Mass an Selbstdisziplin und organisatorischen Fertigkeiten
und Fähigkeiten erfordert die von aussen betrachtet so nicht
zu sehen sind.
Während ein normaler Angestellter nach 8 h den Löffel
hinschmeisst, sind es bei einem Selbständigen oder
Unternehmer mindestens 10-12 h die er täglich und oft auch
an den Wochenenden am Puls der Firma hängt. Und das mehrere
Jahre, 3-7, bis man den "Durchbruch" geschafft hat.
Hinzu kommt, je nach Branche, ständiger Ärger mit den
Behörden sicher aber mit dem Finanzamt welches schon Geld
sehen will bevor du auch nur den ersten Cent umgesetzt hast.
Hast du dann erst mal Angestellte, dann geht der Tanz erst
richtig los.
Selbständig machen und in 2 Monaten Porsche fahren? Weit
gefehlt! Bis dahin ist es meist bis auf wenige Ausnahmen die
dann wirksam in der Presse breit getreten werden ein weiter
Weg. Die wenigsten machen eine bahnbrechende Erfindung mit
der sie mit geringsten Mitteln so richtig Asche machen.
Die meisten Unternehmen werden in bereits bestehenden
Märkten gegründet und tauchen damit ein in einen gnadenlosen
Verdrängungswettbewerb. Und: Gehen oft genauso schnell in
die Pleite wie sie gekommen sind.
Dein Vorteil ist schon mal Kunden an der Leine zu haben.
Überprüfe deine Alleinstellungs-Merkmale welche es dir
ermöglichen sollten deine Marktchancen im Einzugsgebiet sehr
genau auszuloten, welche Kunden du dir noch erschliessen
kannst und versuche dann diese Kunden zu gewinnen.
Bedenke aber, dass es fatal werden könnte wenn du im selben
Teich fischst wie dein momentaner Arbeitgeber während du
noch bei ihm angestellt bist. Das führt unweigerlich zum
handfesten Interessenkonflikt, der dich u.U. teuer zu stehen
kommen könnte. Nicht nur den Verlust des Jobs.
Das wird zusätzlich an dir hängen wie "Scheisse am Schuh"
Das zerstört deine Integrität über Nacht welche du als
Unternehmer oder Selbständiger als unverzichtbaren Partner
brauchst. Ein verhundster Leumund ist der erste Nagel in
deinen Sargdeckel zum Bankrott.
Die 2 Fragen die du dir im Vorfeld stellen solltest sind:
1. Welchen Preis bin ich für meine persönliche
Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit zu bezahlen bereit?
2. Kann ich diesen Preis überhaupt bezahlen weil ich dadurch
meiner Verantwortung gegenüber meiner jungen Familie dann
nicht mehr nachkommen kann?
Letztere erledigt sich wenn du noch keine hast. Bist du frei
und ungebunden wird dir diese wie dann folgende
Entscheidung/en gewiss einfacher fallen.
Meinen beiden Söhne habe ich empfohlen jeweils Berufe zu
erlernen mit denen man sich jederzeit selbständig machen
kann. Die Arbeitswelt wird länger je mehr davon beherrscht
werden für sich selbst Verantwortung zu übnernehmen.
Den Job, die Festanstellung bis zur Rente wird es in einer
immer kleiner werdenden Welt schon sehr bald nicht mehr
geben. Da bin ich mir ziemlich sicher. Die alten Systeme
haben ihre Zeit heute schon längst überschritten.
Jene die sich bereits heute darüber Gedanken machen und nach
Lösungen suchen sind die wirklich Cleveren welche vielleicht
nicht schon Morgen aber gewiss Übermorgen auf der
Gewinnerseite stehen werden.
Denke gründlich über meine Worte nach bevor du eine so
weitreichende Entscheidung triffst.
Grundsatz: "Wenn du wenig Zeit hast, dann nimm dir zu Beginn
am meisten davon!" Peter Drucker
Am Wochenende denke ich immer wieder, ich sei vielleicht
überempfindlich. Aber heute hat mich mal wieder
der Schlag getroffen. Ich war also bei dieser Veranstaltung und stelle
fest, dass sie genau das ist, was ich
die ganze Zeit gebraucht habe! Dort also werden diese Informationen
ausgetauscht, an die ich nie rangekommen
bin, die mir aber das gute Gefühl gegeben hätten, dass ich weiß, wie
meine Firma arbeitet. Ich wusste nicht,
wie ich das herausfinden soll. Diese Veranstaltung findet jeden Monat
statt und ist sowas von Pflicht, dass man
eine ausdrückliche Genehmigung der Geschäftsführung braucht, um nicht
daran teilzunehmen. Und ich habe
nun seit fünf Monaten gefehlt dort. Natürlich hat niemand nachgefragt,
warum ich nicht komme, niemand hat
mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich etwas Wichtiges verpasse. Weder
mein Chef noch mein "Pate"
noch meine "Teamkollegen" oder die Leute aus meinem Büro. Vielleicht
haben sie sich sogar über mich geärgert,
dass ich es wage, dort weg zu bleiben, und weil ich offensichtlich ganz
viele Sonderrechte habe. :-(
Allmählich ist es mir auch wurscht, ob ich überempfindlich bin, gemobbt
werde oder ob ich irgendwie asozial bin.
Fakt ist, dass ich auch nach fast einem halben Jahr in dieser Firma
NICHT drin bin. Ich habe niemanden, der mir
solche Informationen zukommen lassen würde, niemanden den ich mal etwas
fragen könnte, ohne mich zu blamieren.
Ich fühle mich dort nicht willkommen.
Und wenn ich da weg gehe, bleibt mir außer Selbständigkeit nichts
anderes mehr. In den letzten zehn Jahren bin
ich an jedem Arbeitsplatz entweder gemobbt oder gebosst worden. Dieses
Mal ist gar nicht das Schlimmste, was ich
erlebt habe. Mich greift da niemand an (abgesehen von gelegentlichen
persönlichen Beleidigungen durch meinen Chef),
ich werde nur einfach ignoriert und nicht informiert.
Übrigens fische ich nicht im selben Teich wie mein Arbeitgeber. Ich
biete ganz etwas anderes an als die.
Hauptberuflich habe ich, um mich ernähren zu können, mehrmals das Thema
und die Branche wechseln müssen.
Vermutlich ist das auch ein Grund, warum ich in meinem Nebenjobs so
etabliert, bekannt und erfolgreich bin.
Berühmt vielleicht sogar. Und was ich gerade hauptberuflich mache, da
musste ich mich erstmal einarbeiten.
Naja, immerhin habe ich das schnell geschafft, mein Arbeitgeber hat für
sein Geld was bekommen.
Weshalb hätte ich dir deine Frage überhaupt beantworten sollen? Du
weisst die Antwort doch schon längst!
Offensichtlich hast du etwas noch wertvolleres zu verkaufen und zwängst
dich wider Willen in einen Job der dir nicht viel sagt und in eine Rolle
die dir nichts gibt ausser Ablehnung. Glücklich bist du dort nicht und
wirst du wohl auch nicht werden.
Wenn deine Nebentätigkeiten so erfolgreich sind, dass sie dich bereits
zu einem "Hidden Champion" gemacht haben, dann frage ich mich warum du
noch zögerst? Hast du Angst vor dir selber?
Oder brauchst du den Halt einer Firma? Was bist du dann letztendlich für
eine Beraterin? Erschöpft sich dies auf ein spezielles Fachgebiet oder
ist es tatsächlich eine umfassende auf Strategie und Mission bezogene
Beratung bzgl. Unternehmensgründung und Führung?
Letzteres kann es ja fast nicht sein, denn sonst hättest du deine
Entscheidung doch längst schon getroffen.
Eine externe Einschätzung ob du zu empfindlich bist kann mit dem was
hier an Informationen vorliegt wohl kaum ein Mensch seriös beantworten.
Was ich aber feststelle, dass ist ein hohes Maß an Autarkie und der
Wille dein Leben selbst bestimmen zu wollen. Warum tust du es nicht
einfach?
Wenn du die Zeit, ich denke 9-10 h pro Tag, und Energie welche du jetzt
als eher ermüdend und sinnlos empfindest in die Aufgabe investierst,
welche dir wirklich Freude macht dich in den Flow versetzt und damit
Erfüllung gibt, deine Passion voll und ganz in den Dienst deiner
gefühlten Bestimmung stellst, dann kann es ja kaum schief gehen?
Ausser der Markt setzt dir Grenzen die du heute nicht sehen kannst oder
zu prognostizieren in der Lage bist. Das ist das unternehmerische Risiko
dem auch du dich dann stellen musst.
Wenn es dir bisher unmöglich war eine funktionierende soziale Bindung zu
den Kollegen und Chef am AP herzustellen, was soll es dann bringen sich
für dieses Ziel zu verbiegen? Was würde dabei für dich auf der Strecke
bleiben und was würden du und die Übrigen dadurch neues, gar besseres
gewinnen?
Wenn du selbst Managerin und Beraterin bist, dann stelle ich mir an
diesem Punkt die Frage warum du dir diese Fragen nicht selbst schon
längst gestellt und beantwortet hast? Fragt man so die Mitbewerber aus?
Das hingegen könnte man als pfiffig bezeichnen!
Ich habe es nicht erwähnt, aber die Administration dieses Forums hat mir
erlaubt meine Geschäftsadresse hier zu kommunizieren. Immerhin habe ich
schon einige hundert Beiträge und Stunden hier Präsenz und versuche
einen Teil des Leids mit meinem Engagement zu lindern. Das mir das nicht
bei Allen gelingt liegt in der Natur der Sache und begründet in den
Unterschieden persönlicher Präferenzen der übrigen Menschen die hier
unterwegs sind. Nur für einen kleinen Teil bin ich wahrscheinlich gut.
Ausserdem rechne ich kaum damit, dass mich hier jemand bucht. Die Leute
hier stehen oft mit dem Rücken zur Wand und sind mit keinem Wohlstand
begütert der es ihnen erlauben würde sich auf privater Basis beraten zu
lassen.
Auch ich geniesse beruflichen Erfolg. Berühmt bin ich deshalb nicht und
ich weiss auch gar nicht ob ich das werden will. Mir liegt nur eines am
Herzen. Der Erfolg meiner Kunden für ihre Kunden die Besten zu sein. Nur
ihr Erfolg ist auch der meine ;-)
Mir ist sokratische Weisheit und Bescheidenheit lieber: "Ich weiss,
dass ich nichts weiss!" als mich selbst in einem trügerischen Glanz
zu sehen der mich gegenüber der Realität blendet. Das hilft mir den
Boden unter den Füssen nicht zu verlieren ;-)
Vielleicht liegt dort ja dein Kernproblem warum man dich so abweisend
behandelt. Dieser Hinweis ist kostenlos!
Gruss Martin Huber
---------
Zitat Martin: "Wenn du selbst Managerin und Beraterin bist,
dann stelle ich mir an diesem Punkt die Frage warum du dir diese Fragen
nicht selbst schon längst gestellt und beantwortet hast?"
... weil vielleicht der Schuster immer die schlechtesten Schuhe hat ?!
Bei unseren Klienten wissen wir das immer ganz toll - da schauen wir ja auch
von außen, als UNBETEILIGTER drauf; wohingegen man zu sehr - auch emotional
- involviert ist, wenn man selbst betroffen ist.
Ich finde es vielmehr bewunderswert von Audrey, dass sie sich um Antworten
bemüht und erkennt, dass sie irgendetwas anders machen kann und muss, wenn
es funktionieren soll. Gerade weil sie über so einen großen Erfahrungsschatz
verfügt, schwingt dennoch eine sympathische Bescheidenheit mit. Das hat man
leider nicht mehr so oft in dieser Welt.
Vielleicht ist es gerade das, was ihr in diesem Job so auf die Füße fällt.
Vielleicht besteht die Firma vorwiegend aus Leuten, die sich auf
vermeintliche Kompetenzen ausruhen, Kompetenzen, die sie gar nicht haben und
deshalb nicht ohne Neid und auch Angst auf dich schauen, Audrey.
Viele werden dir nicht das Wasser reichen können und können genau damit
nicht umgehen.
Die können aus meiner Sicht nicht mit der Souveränität und dem Können von
dir umgehen, Audrey. Und du zeigst leider die fatale Reaktion, deren
"Baustelle" oder Thema zu deinem zu machen. Das geht langfristig auf deine
Kosten und der Preis ist verdammt hoch, den du bezahlst dafür - deine
Gesundheit und letztlich dein Leben mit all der Zeit und Qualität!
Daran solltest du arbeiten - Kommunikation ist da sicher ein zentrales Thema
für dich.
Sortiere mal für dich, was du schon alles erreicht und geschafft hast in
deinem Leben und schau mal, ob du erkennen kannst, WIE du das gemacht hast.
Denke nicht zu kompliziert, in der Einfachheit liegt der Schlüssel.
so simpel ist es auch wieder nicht. Ich bin eigentlich eine Teamworkerin,
die gerne mit anderen zusammenarbeitet. Und darum verunsichert mich das, was
ich hier erlebe. Zumal es ja alles nicht das erste Mal ist. Dass ich zu
einer Pflichveranstaltung nicht eingeladen werde, monatelang nicht, ist mir
früher schon passiert. Damals sagte mir auch niemand Bescheid, sondern alle
zerrissen sich hinten rum das Maul, dass ich mir anmaße, dort nicht
hinzugehen, wo doch alle anderen hinmüssen. Ich bekam auch nach einem Jahr
dann eine ganz schwere Anklage von meinem Chef. Als ich mich darum kümmern
wollte, auf den Mailverteiler zu kommen, sagte mir mein Chef aber nicht,
welche Person die Einladungen versendet, und versprach, sich selbst darum zu
kümmern. Was er dann leider vergaß. Aus meiner Sicht fühlt es sich so an als
hätten sie mich auflaufen lassen. Und dieses Mal wieder. Es hätte doch, wenn
diese Veranstaltung alle vier Wochen stattfindet, irgendwann mal jemand
fragen müssen. Vor vier Wochen BIN ich ja tatsächlich auch gefragt worden,
aber wie! Ich wurde gefragt, wo ich gestern gewesen sei. Ich war auf
Dienstreise, Punkt. Damit war für sie wohl die Frage zufriedenstellend
beantwortet. Die Information, dass ich etwas verpasst habe, kam bei mir
wieder nicht an.
Ich arbeite hart daran, das alles nicht persönlich nicht nehmen und mich
NICHT zurück zu ziehen. Denn dann wird alles noch schlimmer, obwohl ich mir
ja eigentlich Mühe geben wollte, dass es besser wird. :-( Ich weiß, dass es
dumm ist. Vermutlich muss ich mir selbst irgendetwas beweisen, obwohl ich
doch aus Erfahrung weiß, dass solche "Missverständnisse" nicht aus Versehen
passieren, nicht so massiv!
Ich kann es jeden Tag spüren, dass ich hier nicht hin gehöre. Gestern war
ich am Nachmittag auf einer Veranstaltung außer Haus, und als ich einem
meiner Zimmerkollegen Bescheid gab, dass ich außer Haus bin und heute nicht
mehr rein komme, macht er ein grimmiges Gesicht. Ja, ich weiß, dass ich die
einzige bei uns im Büro bin, die auf solche Veranstaltungen darf, aber das
gehört nunmal zu meinem Job!
Heute hatten einzelne Kollegen noch eine Besprechung, die erst um 11 begann.
Bevor der Kollege uns verließ (wir blieben zu zweit im Büro zurück), fragte
er den anderen Kollegen, ob er auf ihn warten würde. Ich kenne das
eigentlich so, dass man fragt: „Wartet ihr auf mich?“ So weit, so gut. Nun
kam um 12 Uhr der Chef rein und fragte meinen Kollegen, ob der mit ihm essen
geht. Er müsse bald weg und könne darum nicht warten. Der Kollege erklärte,
dass er versprochen habe, auf X zu warten. Ich hatte zugehört und wollte
gerade dem Chef sagen, dass ich auch warte, aber der drehte sich einfach weg
und ging, ohne mich zu beachten. Das letzte Mal, als die Situation
entsprechend war, ging ich mit meinem Chef alleine essen, aber ich merkte,
dass es ihm nicht recht war. Er rannte geradezu zur Kantine rüber, so dass
ich den Eindruck hatte, er versuche mich abzuhängen. Er hat sich später
immerhin zu mir an den Tisch gesetzt und mit mir gesprochen. Immerhin. Heute
versuchte er das offensichtlich zu vermeiden, indem er mich wie Luft
behandelte. Kann aber auch sein, dass er im Stress war, ich weiß nicht.
Ich habe wirklich das Gefühl als sei ich überempfindlich. So als warte ich
nur darauf, weitere Anzeichen für Mobbing zu sehen, obwohl doch alle einfach
nur ihr Zeugs machen und ich mich zu wichtig nehme. :-(
Ich glaube, was die Sache auch so schwer macht für mich ist, dass ich Herr B
nicht enttäuschen will. Er hat auf mich gesetzt und mich eingestellt und
wäre sicher sehr enttäuscht, wenn ich kündige. Meine Arbeit ist recht
wichtig, ich soll 20% des Umsatzes einwerben. (Es ist eine kleine Firma.) An
sich läuft es ganz gut, nur mein direkter Chef ist so ein Bremser und hat
mir schon so manches versemmelt. Aber da er mir manche Aufgaben nicht
zutraut, übernimmt er immer einen Teil der ganzen Sache und "kommt dann
nicht dazu". Die Hälfte meiner Arbeit ist für die Tonne.
Ich werde demnächst ein Gespräch mit Herr B haben. Rein theoretisch könnte
ich einfordern, eine Stabsstelle zu kriegen und unabhängig von meinem Team
und aktuellen Chef arbeiten zu dürfen. Dadurch isoliere ich mich allerdings
dann so richtig.
Als Alternative habe ich mir noch überlegt, dass sie mich ja als
Freiberuflerin für konkrete Aufgaben anheuern könnten. Dann könnte ich meine
angefangenen Projekte fertig machen (statt dass sie abgebrochen werden
müssen) und ich hätte sogar schon erste Einnahmen.
Mal sehen. Aber vielleicht glaubt Herr B ja auch nicht mehr an mich, nachdem
ich so eine üble "Pechsträhne" hatte. Wenn ich einen bösartigen Moment habe
wie eben jetzt, frage ich mich, ob mein Chef tatsächlich so chaotisch ist
oder ob er meine Projekte sabotiert hat. Allerdings ist er nach meiner
Wahrnehmung auch bei Projekten, die ihm wichtig sind, genauso destruktiv und
chaotisch. Ich glaub, der kann nicht anders.
Die Frage hat er mir inzwischen selbst beantwortet...
Ich hatte Montag eine Krise und bat Herr B abends per E-Mail um ein
Personalgespräch. Das Gespräch ist dann nächsten Dienstag. Einerseits ist er
ziemlich beschäftigt, andererseits will er vermutlich Zeit gewinnen, um
einige Leute zu fragen, was sie von mir halten. Ich hoffe, er fragt auch R,
das ist einer der Wenigen, die etwas Gutes über mich sagen würden. :-/
Jedenfalls scheint er gleich Dienstagmorgen früh meinen Chef angerufen zu
haben und irgendwie gefragt, ob was war oder so. Denn mein Chef beantwortete
ganz früh noch alle meine unbeantworteten E-Mails der letzten zwei Wochen.
Ach, das geht? Ich dachte, er sei ein Oberchaot, der keinerlei Überblick
über seine Mailbox hat. Die meisten meiner E-Mails bleiben unbeantwortet, so
dass ich ihn schon lange nur noch der Form halber um Genehmigung oder Hilfe
bitte. Ich lasse ihm dann ein, zwei Wochen Zeit zum Antworten, frage
vielleicht noch mündlich nach und mache dann einfach was ich für richtig
halte. OK, aber nun ging das plötzlich.
Ich bekam auch einen Gesprächstermin, um einige noch offene Punkte zu klären
und er war wie ausgetauscht. Seit Monaten hatte ich ja keine einzige
brauchbare Idee mehr gehabt (seine Meinung), aber nun hat er gleich zwei gut
gefunden, selbst noch welche beigetragen und seine Kritik ganz konstruktiv
formuliert. Jetzt bin ich total von der Rolle. Ich dachte, er sei der totale
Kommunikationskrüppel, der gar nicht anders kann als abweisend und
destruktiv zu sein und seine Launen ungefiltert rauszulassen. Oh doch, der
kann schon. Der wollte nur nicht bzw. mir scheint, er wollte mir sogar
deutlich zeigen, dass er nicht mit mir zusammenarbeiten will. Ach, so ist
das. :-((
Ich zerbreche mir ja seit Wochen den Kopf, was sich ändern müsste, damit ich
mich dort wohl fühle. Aber irgendwie... Wie soll ich denn jemandem
vertrauen, der mich absichtlich unhöflich behandelt und absichtlich meine
Arbeit sabotiert??? Dummheit kann ich verzeihen, aber Bosheit nicht.
Na, mal sehen. Es hängt ja auch ein wenig von Herr B und seiner Meinung ab
(Was er beschließt, wird passieren). Aber er wird mich ganz sicher auch
erstmal fragen, was ich mir denn wünschen würde. Puh, was wünsch ich mir?
Könnte ich diesen Leuten denn vertrauen, wenn sie mich plötzlich zivilisiert
behandeln würden? Und würden sie das überhaupt wollen oder stehe ich am Ende
eh nur als die Unruhestifterin da, die sich beim Chef beschwert?
Momentan fällt mir keine gute Lösung ein. Da die Firma recht klein ist,
läuft man sich dort dauernd wieder über den Weg. Vermutlich wird das
Gespräch am Dienstag einfach ein klärendes Gespräch, wo wir absprechen, wie
lange ich noch bleibe. Ich würde gerne das was ich angefangen habe, noch
ordentlich fertig machen, was bis Ende Januar dauert. Und wenn wir uns als
Freunde trennen, vielleicht haben die ja mal einen Auftrag für mich. Ich
kann gerne mal was für sie schreiben, schließlich kenne ich die Firma und
ihre Produkte nun ein wenig.
Seufz! Das hat man davon. Ich habe meinem Chef ECHT geglaubt und verziehen,
dass er ein Kommunikationstrampel ist! Ich wusste ja gar nicht, dass der
auch anders kann.
-------
Audrey
Falls es jemanden interessiert: Doch, ich habe alles
gesagt, was ich sagen wollte. Nur die Kündigung habe ich nicht
ausgesprochen. Erstens hat Herr B sich das eh schon gedacht und zweitens
steht er auf meiner Seite und hat mich gebeten, noch sechs Wochen
abzuwarten. Er wird sich höchstpersönlich drum kümmern.
Ich hatte jetzt schon so schön für meine Firma Logo, Motto und Coporate
Identity entworfen, Leistungsportfolio geschärft und Zielgruppen definiert.
Aber wer weiß, ob ich es nicht doch noch brauche...
Es gibt da ja zwei Probleme, über die ich gesprochen habe: 1.) die
unmögliche Behandlung durch meinen direkten Vorgesetzten und 2.) den Betrug,
der da abgeht, und den ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann.
Nachdem ich jetzt weiß, dass 2.) von der Geschäftsleitung gar nicht so
gewollt ist (im Gegenteil!) frage ich mich, ob 1.) nicht ganz gezielt
inszeniert wurde. Diese Typen stecken miteinander unter einer Decke.
Entweder betrügen sie sogar die Geschäftsleitung, um sich einen schönen Lenz
zu machen, oder sie sind so bescheuert, Probleme unter den Teppich zu
kehren, statt sie zu lösen. Jedenfalls mauscheln die da etwas, wovon man
ganz oben noch nichts wusste. Herr B ist ganz bleich geworden bei meinem
Bericht. Eigentlich wollte ich ja "nur" unter Protest kündigen, nun bin ich
also Whistleblower, wie das auf Deutsch heißt. Früher nannten wir das noch
Petze. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen, was nun folgt, haben sie sich
wohl verdient.
Jetzt mal gucken. Ich würde das Ganze ja gerne aus wissenschaftlicher
Distanz betrachten, wie nun Big Boss mit eisernem Besen durch die Firma
düst. Allerdings betrifft es mich am meisten. Kann gut sein, dass der Krieg
ganz schnell vorbei ist und man mir irgendwelche Fehler unterschiebt. Ich
bin sicher, mein Chef kann eine ganz lange Liste von Sünden vorweisen,
wenn´s auch nur Unterstellungen und Zusammengereimtes wäre.
Am meisten ärgert mich, dass sie mich fast dran gekriegt hätten. Die haben
mich allen Ernstes glauben gemacht, dieser Betrug sei gewollter Teil der
Firmenpolitik und das ganze Gelaber von oben von wegen Respekt und Exzellenz
und Co sei nur Blabla. Obwohl ich Herrn B so eine dreiste Lügerei gar nicht
zutraue.
Okeee, mein Weltbild ist wieder gerade gerückt. Ich stehe auf der richtigen
Seite, und den Gestalten um mich herum zu misstrauen war genau richtig. Ich
muss nur dauernd an den Spruch aus "Rambo" denken: "Sie haben einen Krieg
begonnen, den sie nicht gewinnen können und den sie nicht verstehen werden."
Mir könnte da noch was blühen, schließlich sind die anderen ziemlich
ausgebufft. Ich sollte mir ein paar Sicherheitsmaßnahmen überlegen wie z.B.
den Rechner nachts ins Schließfach zu legen, falls es nicht zu spät ist.
Nee, dieses Posting schreibe ich natürlich mit dem Privatrechner, bin ja
nicht blöd.
It´s paranoia time!
Audrey
-------
Naja, dass ich
diesen Krieg nicht verstehen werde, war natürlich eine rambomäßige
Übertreibung.
Aber gewinnen kann ich ihn nicht. Heute war ich nicht im Büro und da wurde
kurzfristig eine Besprechung angesetzt, bei der es um Grundsätzliches zu
einem Projekt geht. Als ich zurück schrieb, ob wir das nicht an einem
anderen Tag machen können, wurde auf Anweisung meines Chefs die Besprechung
trotzdem heute abgehalten. Würde mich nicht wundern, wenn sie dabei zu dem
Schluss kommen, dass ich aus dem Projekt jetzt raus bin. Meine Aufgaben
werden in letzter Zeit sowieso immer weniger. Naja, was soll mein armer Chef
auch machen, wenn ich für alle Aufgaben zu dumm bin??
Ich wette, dass es jetzt so weitergeht, dass er Herrn B lang und breit
erklären wird, wie dumm ich bin, wie schlechte Arbeit ich leiste, und dass
ich bei der Beschreibung wie er mich behandelt, maßlos übertrieben habe. Und
da sich bei meiner Arbeit schlecht nachweisen lässt, wie gut es bei einem
anderen Mitarbeiter verlaufen wäre (es hängt ganz stark von Externen ab),
kann man nun je nach Erwartung meine Arbeit für super oder für saumäßig
halten. Fakt ist aber auch, dass durch Verbummeln oder durch Zutun meines
Chefs manches den Bach runter ging, er rafft ja dauernd Teilaufgaben an
sich. (Vermutlich auch weil er es mir nicht zutraut.)
In den letzten Monaten habe ich echt alles gegeben, um diesen Job zu
behalten. Aber nun frage ich mich, warum ich das tue. Außer dem Gehalt ist
dort doch gar nichts in Ordnung für mich. Und es ist zu offensichtlich, dass
mein Chef mich gar nicht behalten will. In eine andere Abteilung zu wechseln
macht auch keinen Sinn, außer ich würde komplett die Aufgabe wechseln.
Ich frage mich, ob ich nicht einfach gleich ohne Angabe von Gründen hätte
kündigen sollen, statt es zu begründen und zu hoffen, dass sich noch etwas
retten lässt.
Audrey
-------
Naja, ich gehe morgen tapfer wieder ins Büro und gucke nach, ob ich dort
noch einen Job habe. Da ich in der Probezeit bin und noch mehrere Wochen
Urlaub zu kriegen habe, könnte ich ja auch mit sofortiger Wirkung
rausfliegen. Ich würde aber doch gerne noch Übergaben machen, damit meine
Arbeit nicht für die Tonne war!
Audrey
-------
Falls es jemanden interessiert: Mittwoch war ich nicht im Büro, Donnerstag
war mein Chef nicht. Freitag war alles eitel Sonnenschein. Es schien
jedenfalls so. Der Chef war sehr freundlich und hat sehr viel an unseren
gemeinsamen Projekten gemacht. Sonst war das ja immer das Unwichtigste und
blieb wochenlang liegen, im Zweifel so lange, dass "ich" den Abgabetermin
verpasst habe. Mir fiel aber auf, dass er wegen jeder Frage und Absprache zu
mir ins Büro kam und somit vor Zeugen mit mir sprach. Und die Zeugen passten
auch mit atemloser Spannung auf, was wir reden. Aha? Ich würde wirklich
gerne wissen, was da über mich geredet wurde.
Das klingt ja jetzt schonmal viel versprechend, man gibt sich Mühe. Nach
meiner Erfahrung hält so etwas genau zwei Wochen lang an, dann ist alles
wieder beim Alten. Niemand kann sich ewig verstellen. Richtig gut wäre nur,
wenn er eine neue Erkenntnis gewonnen hätte. Beispielsweise dass es jemanden
gibt, der meine Arbeit gut findet. Oder dass meine Hinweise darauf, dass
etwas nicht gut läuft, weder Minderwertigkeitskomplexe sind noch lästiges
Genörgel, sondern der Versuch meinerseits, Hilfe zu bekommen und gute Arbeit
zu leisten.
Na, wir werden ja sehen. Ich habe mich die ganze Zeit über korrekt
verhalten. Habe meine Arbeit konzentriert erledigt (keine privaten Sachen
während der Arbeit, zumal ja verschiedene Kollegen mir immer wieder prüfend
auf den Bildschirm sehen), war zu meinem Chef höflich und konstruktiv und
habe sogar die Leute gegrüßt, die das gar nicht richtig wollten. Und ich
werde auch weiterhin korrekt, fleißig und freundlich sein. Daran soll es
nicht scheitern
Während ich also etwas Luft gewonnen habe, frage ich mich weiterhin, was ich
denn brauche, um mich dort wieder (?) wohl zu fühlen.
Hallo? Ich könnte wirklich jemanden brauchen, mit dem ich
diskutieren kann.
Ich habe immer noch große Angst, dass ich durch meine Überempfindlichkeit
alles noch schlimmer mache oder erst provoziert habe.
Mir ist jetzt etwas unklar, was das alles bedeutet, was hier passiert.
Dass mein Chef nicht mehr sagt: "Kommen Sie mal schnell in mein Büro",
sondern sich mit mir im Sechserbüro bespricht, sagt ja schonmal, dass er mit
mir nicht allein sein will. Ich frage mich, ob er das, was ich über unsere
Zweiergespräche erzählt habe, als Lüge abgetan hat. Kann gut sein, dass er
sogar glaubt, es sei Lüge. Das ist leider mit Männern oft sie, dass sie,
wenn sie eine Frau nervig finden (ihre eigene oder ihre Mitarbeiterin)
genervt und aggressiv reagieren, sich aber einbilden, sie seien total
gelassen gewesen, obwohl diese Frau total nervig ist.
Gestern hat mich mein Chef etwas verblüfft, indem er behauptete, ich hätte
geglaubt, ein Mitarbeiter würde seit Monaten für mein Projekt arbeiten und
plötzlich hätte ich gemerkt, dass der noch gar nichts gemacht hat. Hä??
Keine Ahnung, wieso er diese Geschichte erfindet. Es war umgekehrt. Erst
musste ich mal herausfinden, was in diesem Projekt, das ich leite, zu tun
ist. Als ich das wusste, habe ich einen Mitarbeiter dafür gesucht und da es
Unterlagen gibt, auf denen steht, welche Mitarbeiter zu diesem Projekt
gehören, habe ich natürlich mit Nachfragen bei diesen Mitarbeitern begonnen.
Insbesonders bei dem einen, der schon vor einem halben Jahr in dem Projekt
gearbeitet hatte. Es stellte sich aber heraus, dass er schon anderweitig
verplant ist, und ich machte mich auf die Suche nach einem anderen. So war
das. Keine Rede davon, dass ich irgendetwas Falsches geglaubt habe. Ehrlich
gesagt habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Chef nicht ganz richtig im
Kopf ist. Ich wette, dass er diese Geschichte selbst glaubt. Ich war dann
aber zu verblüfft, um das sofort richtigzustellen, und hatte auch das
warnende Gefühl im Bauch, dass es großen Ärger gibt, wenn ich die Geschichte
aufbausche. Ich kann ja schlecht behaupten, dass mein Chef Geschichten
erfindet.
Am Mittwoch als ich nicht im Büro war, wurde kurzfristig während des Tages
eine Besprechung angesetzt mit uns zu dritt - ein Projektleiter, mein Chef
und ich. Ich war online und schrieb, ich könne heute nicht, ob die
Besprechung nicht ein anderes Mal stattfinden könne. Ich bekam dann von dem
Projektleiter zurück geschrieben, dass nach Rücksprache mit meinem Chef die
Besprechung heute stattfindet. Donnerstagvormittag traf ich den
Projektleiter in der Kaffeeküche und fragte ihn, wie die Besprechung
ausgegangen sei. Er sagte mir, ich solle einen Statusbericht für dieses
Projekt schreiben, in dem ich ja bisher noch gar nicht gearbeitet habe.
Warum ausgerechnet ich? Weil ich doch so kompetent und Expertin sei und
blabla. Ach, jetzt auf ein Mal? Als er mich so lobte, war mir klar, dass es
eine Scheißaufgabe ist, die sonst keiner machen will. So weit ich weiß,
haben sie dieses Projekt komplett in den Sand gesetzt und meine Aufgabe ist
nun, einen Bericht zu schreiben, der es als Erfolg aussehen lässt! Er sagte
mir schnell meine Ansprechpartner, aber ich hatte gerade nichts zum
Schreiben da. Ich schrieb mir hinterher die Namen auf, kriegte sie aber
nicht mehr zusammen und schrieb ihm daher eine E-Mail und fragte nach. Die
Mail wurde bisher nicht beantwortet. Freitag war mein Chef wieder im Büro
und er fragte mich, ob ich denn schon wisse, was bei der Besprechung
herausgekommen sei. Er meinte, er fände das sehr seltsam, dass ich diesen
Bericht schreiben solle, und bevor ich die Aufgabe annehme, müsse man sich
erst nochmal zu dritt treffen und darüber sprechen. Hä?? Da frage ich mich
doch, was die besprochen haben. War das nun beschlossen, dass ich den
Bericht schreibe oder nicht? Hat der Projektleiter mich in der Kaffeeküche
verarscht und mir eine Arbeit zugewiesen, die ich laut meinem Chef gar nicht
machen soll? Oder ist es eher so, dass mein Chef mich mit dieser Aussage
davon abhalten will, eine dringende Aufgabe zu erledigen, damit er nachher
wieder sagen kann, ich habe versagt? Keine Ahnung, es gibt von der
Besprechung auch kein Protokoll. Die können mich im Prinzip beide
verarschen! Sicherheitshalber werde ich den Bericht schreiben, auch wenn ich
damit riskiere, dass mein Chef mich dann anschnauzt, er habe mir doch
gesagt, dass ich es nicht machen soll. Aber ich weiß jetzt eben gar nicht,
wem ich da noch glauben darf!!!
Dann frage ich mich, ob Herr B noch an mich glaubt oder ob ich mit meiner
inzwischen deutlich vorhandenen Unsicherheit dazu beitrage, dass er an mir
zweifelt. Er schrieb mir eine kurze E-Mail, ob ich mir eine bestimmte
Verhandlung zutraue. Der Ansprechpartner sei sehr fair. Die Frage ist an
sich schon seltsam, weil ich ja nun wirklich viel kommuniziere. Aber diese
Verhandlung ist etwas, das bisher meine Chefs gemacht haben. Eventuell, weil
SIE es mir bisher nicht zugetraut hatten. Allerdings hatte ich keinerlei
Informationen darüber, was genau das Thema der Verhandlung sein soll und was
ich da mindestens herausholen soll. Ich sprach also Herr B persönlich darauf
an und sagte, ich müsse das dann auch wissen. Sofort fragte er, ob denn Frau
M rechtzeitig aus dem Urlaub zurück käme, um das zu machen. Mir schien, dass
er meine inhaltliche Rückfrage interpretiert hat als "Ich traue mir diese
Verhandlung NICHT zu." Ich habe ihm gesagt, dass ich mich darum kümmere,
habe aber jetzt gar kein gutes Gefühl dabei. Wenn die Bedingungen anders
wären, hätte ich mich gefreut, weil damit mein Aufgabenspektrum wächst und
ich auch weniger davon abhänge, dass meine Chefs das machen. Das hat bisher
immer zu massiven Verzögerungen geführt bis hin zum Verpassen von Fristen!
Aber dieses ganze Herumgeeiere von wegen "Trauen Sie sich das überhaupt zu?"
irrirtiert mich jetzt. Steht dieser Mann eigentlich noch hinter mir???
Und manchmal denke ich, dass es letztlich scheißegal ist, wer was denkt und
mir was zutraut. Ob die Leute ehrlich sind oder nicht. Vielleicht lässt sich
ja gar nichts mehr retten, wenn ich denen zutraue, dass sie mich verarschen,
und wenn ich das Gefühl habe, sie stehen nicht hinter mir.
Ich habe mal all die vorhergehenden Beiträge gelesen und versuche mal zu
analysieren sowie zu deinem letzten Beitrag ein paar Gedanken und Fragen zu
formulieren über die wir dann gerne diskutieren können. Diese treffen, aus
meiner persönlichen Sicht, im Kern auch die anderen Beiträge.
Zitat von AudreyHepburn
Hallo? Ich könnte wirklich jemanden
brauchen, mit dem ich diskutieren kann.
Ich habe immer noch große Angst, dass ich durch meine
Überempfindlichkeit alles noch schlimmer mache oder erst
provoziert habe.
Mir ist jetzt etwas unklar, was das alles bedeutet, was hier
passiert.
Was bezeichnest du konkret als
Überempfindlichkeit deines Verhaltens oder ggf. deiner
eigenen Wahrnehmung?
Dass mein Chef nicht mehr sagt: "Kommen Sie mal schnell in
mein Büro", sondern sich mit mir im Sechserbüro bespricht,
sagt ja schonmal, dass er mit mir nicht allein sein will.
Ich frage mich, ob er das, was ich über unsere
Zweiergespräche erzählt habe, als Lüge abgetan hat. Kann gut
sein, dass er sogar glaubt, es sei Lüge.
Welches Motiv könnte er hierfür haben? Könnte er überhaupt
eines haben?
Das ist leider mit Männern oft so, dass sie, wenn sie eine
Frau nervig finden (ihre eigene oder ihre Mitarbeiterin)
genervt und aggressiv reagieren, sich aber einbilden, sie
seien total gelassen gewesen, obwohl diese Frau total nervig
ist.
Da hast du nicht unrecht. Männer
transportieren gerne ihre Gefühle auf die Sachebene um
diese, ihre zugrunde liegenden Gefühle, zu verschleiern.
Welchen Vorteil könnte man deiner Ansicht nach daraus als
Frau ziehen?
Gestern hat mich mein Chef etwas verblüfft, indem er
behauptete, ich hätte geglaubt, ein Mitarbeiter würde seit
Monaten für mein Projekt arbeiten und plötzlich hätte ich
gemerkt, dass der noch gar nichts gemacht hat. Hä?? Keine
Ahnung, wieso er diese Geschichte erfindet. Es war
umgekehrt. Erst musste ich mal herausfinden, was in diesem
Projekt, das ich leite, zu tun ist. Als ich das wusste, habe
ich einen Mitarbeiter dafür gesucht und da es Unterlagen
gibt, auf denen steht, welche Mitarbeiter zu diesem Projekt
gehören, habe ich natürlich mit Nachfragen bei diesen
Mitarbeitern begonnen. Insbesonders bei dem einen, der schon
vor einem halben Jahr in dem Projekt gearbeitet hatte. Es
stellte sich aber heraus, dass er schon anderweitig verplant
ist, und ich machte mich auf die Suche nach einem anderen.
So war das. Keine Rede davon, dass ich irgendetwas Falsches
geglaubt habe. Ehrlich gesagt habe ich manchmal das Gefühl,
dass mein Chef nicht ganz richtig im Kopf ist. Ich wette,
dass er diese Geschichte selbst glaubt. Ich war dann aber zu
verblüfft, um das sofort richtigzustellen, und hatte auch
das warnende Gefühl im Bauch, dass es großen Ärger gibt,
wenn ich die Geschichte aufbausche. Ich kann ja schlecht
behaupten, dass mein Chef Geschichten erfindet.
Warum spekulierst du lieber, dass das
bestehende Missverständnis im Raum stehen zu lassen besser
ist als es aufzuklären? Gäbe es, wenn du genau darüber
nachdenkst, eine konziliante und eloquente Form der
Ansprache das "bekömmlich" zu positionieren und zu klären?
Das Wort "richtigstellen" gegenüber dem Chef könnte in der
Terminologie vielleicht tatsächlich zu handfesten
Irritationen und noch mehr Missverständnis führen als schon
vorhanden. Was wäre schlau nachgedacht in der Terminologie
als verträgliches Synonym zu "richtigstellen" verwendbar?
Denn wenn man etwas "richtig stellt" steht ein Vorwurf des "falsch-berichtens"
im Raum. Macht so etwas eine Diskussion einfach? Wie fühlst
du dich wenn dich jemand "richtig" stellt? Gut?
Am Mittwoch als ich nicht im Büro war, wurde kurzfristig
während des Tages eine Besprechung angesetzt mit uns zu
dritt - ein Projektleiter, mein Chef und ich. Ich war online
und schrieb, ich könne heute nicht, ob die Besprechung nicht
ein anderes Mal stattfinden könne. Ich bekam dann von dem
Projektleiter zurück geschrieben, dass nach Rücksprache mit
meinem Chef die Besprechung heute stattfindet.
Donnerstagvormittag traf ich den Projektleiter in der
Kaffeeküche und fragte ihn, wie die Besprechung ausgegangen
sei. Er sagte mir, ich solle einen Statusbericht für dieses
Projekt schreiben, in dem ich ja bisher noch gar nicht
gearbeitet habe. Warum ausgerechnet ich? Weil ich doch so
kompetent und Expertin sei und blabla. Ach, jetzt auf ein
Mal? Als er mich so lobte, war mir klar, dass es eine
Scheißaufgabe ist, die sonst keiner machen will. So weit ich
weiß, haben sie dieses Projekt komplett in den Sand gesetzt
und meine Aufgabe ist nun, einen Bericht zu schreiben, der
es als Erfolg aussehen lässt!
Ist dir noch nie im Verlauf deiner
Karriere aufgefallen, dass die Abwesenden mit den "geilsten"
Jobs belegt werden? Siehst du den Fingerzeig nicht zwischen
den Zeilen, dass es wirklich wichtig gewesen wäre und
verlangt anwesend zu sein? Das dieser Bericht dir einen
Fingerzeig geben soll, dass du ggf. anfangen sollst deine
Prioritäten anders zu setzen und eigeninitiativ auf die
anderen zuzugehen? Warum konntest du nicht und wussten die
übrigen Teilnehmer, dass es dir ggf. räumlich gar nicht
möglich war gar nicht zu erscheinen weil du zu weit weg
warst? Oder könnte es ein Fingerzeig sein, das du immer
überall dort bist wo es dich am wenigsten braucht und ggf.
nie dort wo man dich gerne sehen würde? Ich als Chef würde
mich schon fragen was denn in diesem Moment gerade so
wichtig ist, dass ich als dein Chef weniger Beachtung
verdiene als irgend etwas anderes. Oder hat man dir
geschickt eine taktische Falle gestellt mit der es dir
unmöglich gewesen wäre zu erscheinen? Z.B. zu einem Kunden
geschickt den man nicht einfach sitzen lassen kann? Quasi
eine Zwickmühle eröffnet? Oder wollte man deine Bereitschaft
testen wie deine Reaktion auf aussergewöhnliche Umstände
ausfällt? Durchaus möglich. Das weiss ich natürlich nicht
:-/
Durch die Reaktionen der übrigen Teilnehmer im Anschluss
spricht aber vieles dafür! Die Selbstoffenbarung ist,
zumindest für mich, unüberhörbar: "Wären sie da gewesen wäre
eigentlich alles klar! Einmal mehr war ihnen alles andere
wichtiger als der Job für den sie (ich folge deinen
Aussagen) ein Top Gehalt beziehen"
Er sagte mir schnell meine Ansprechpartner, aber ich hatte
gerade nichts zum Schreiben da. Ich schrieb mir hinterher
die Namen auf, kriegte sie aber nicht mehr zusammen und
schrieb ihm daher eine E-Mail und fragte nach. Die Mail
wurde bisher nicht beantwortet. Freitag war mein Chef wieder
im Büro und er fragte mich, ob ich denn schon wisse, was bei
der Besprechung herausgekommen sei. Er meinte, er fände das
sehr seltsam, dass ich diesen Bericht schreiben solle, und
bevor ich die Aufgabe annehme, müsse man sich erst nochmal
zu dritt treffen und darüber sprechen. Hä?? Da frage ich
mich doch, was die besprochen haben. War das nun
beschlossen, dass ich den Bericht schreibe oder nicht? Hat
der Projektleiter mich in der Kaffeeküche verarscht und mir
eine Arbeit zugewiesen, die ich laut meinem Chef gar nicht
machen soll? Oder ist es eher so, dass mein Chef mich mit
dieser Aussage davon abhalten will, eine dringende Aufgabe
zu erledigen, damit er nachher wieder sagen kann, ich habe
versagt? Keine Ahnung, es gibt von der Besprechung auch kein
Protokoll. Die können mich im Prinzip beide verarschen!
Sicherheitshalber werde ich den Bericht schreiben, auch wenn
ich damit riskiere, dass mein Chef mich dann anschnauzt, er
habe mir doch gesagt, dass ich es nicht machen soll. Aber
ich weiß jetzt eben gar nicht, wem ich da noch glauben
darf!!!
Vielleicht will er einfach nur, dass du
zu verabredeten Meetings erscheinst! Mit dem Katz und Maus
Spiel dir eigentlich überdeutlich eröffnet was er von dir
will und bisher nicht sieht: Respekt sowie Achtung seinen
Forderungen nachzukommen und dich selbst aktiv zu bemühen.
Vielleicht auch ein Check ob du die Sprache der Kultur zu
sprechen in der Lage bist in der du dich zukünftig produktiv
bewegen sollst. Nach mehreren Monaten in dem Laden fällt dir
beiläufig auf, dass du ein wöchentliches "Must" Meeting
immer "geschwänzt" hast während es natürlich den Anderen
allen aufgefallen ist. Ist so etwas ein Ding der direkten
Kommunikation oder stellt man an jemandem mit deinem Gehalt
und mutmasslichen Fähigkeiten nicht die Anforderung das
eigeninitiativ schnell und gezielt in Erfahrung zu bringen
was in dem Laden angesagt und von Priorität ist?
Welchen Eindruck deiner Networking und
Kompetenz-Beschaffungs-Strategien und Fähigkeiten könnte
dies hinterlassen? Bitte keine Entschuldigungen ;-)
Dann frage ich mich, ob Herr B noch an mich glaubt oder ob
ich mit meiner inzwischen deutlich vorhandenen Unsicherheit
dazu beitrage, dass er an mir zweifelt. Er schrieb mir eine
kurze E-Mail, ob ich mir eine bestimmte Verhandlung zutraue.
Der Ansprechpartner sei sehr fair. Die Frage ist an sich
schon seltsam, weil ich ja nun wirklich viel kommuniziere.
Aber diese Verhandlung ist etwas, das bisher meine Chefs
gemacht haben. Eventuell, weil SIE es mir bisher nicht
zugetraut hatten. Allerdings hatte ich keinerlei
Informationen darüber, was genau das Thema der Verhandlung
sein soll und was ich da mindestens herausholen soll. Ich
sprach also Herr B persönlich darauf an und sagte, ich müsse
das dann auch wissen. Sofort fragte er, ob denn Frau M
rechtzeitig aus dem Urlaub zurück käme, um das zu machen.
Mir schien, dass er meine inhaltliche Rückfrage
interpretiert hat als "Ich traue mir diese Verhandlung NICHT
zu." Ich habe ihm gesagt, dass ich mich darum kümmere, habe
aber jetzt gar kein gutes Gefühl dabei. Wenn die Bedingungen
anders wären, hätte ich mich gefreut, weil damit mein
Aufgabenspektrum wächst und ich auch weniger davon abhänge,
dass meine Chefs das machen. Das hat bisher immer zu
massiven Verzögerungen geführt bis hin zum Verpassen von
Fristen! Aber dieses ganze Herumgeeiere von wegen "Trauen
Sie sich das überhaupt zu?" irrirtiert mich jetzt. Steht
dieser Mann eigentlich noch hinter mir???
Offen gestanden: Ich glaube das nicht
(mehr)!
Und manchmal denke ich, dass es letztlich scheißegal ist,
wer was denkt und mir was zutraut. Ob die Leute ehrlich sind
oder nicht. Vielleicht lässt sich ja gar nichts mehr retten,
wenn ich denen zutraue, dass sie mich verarschen, und wenn
ich das Gefühl habe, sie stehen nicht hinter mir.
Hat jemand eine Meinung dazu?
Audrey
Meine Meinung dazu hast du gerade gehört.
Mein bisheriges Fazit lautet: Sie fühlen dir auf den Zahn, stellen dir
Fallen und bringen dich in Widerspruch zu dir selbst. Als legitimes
"Auswahlverfahren" kann ich das nicht mehr erkennen. Ich denke sie wollen es
dir noch einmal mit dem Zaunpfahl zeigen und deinen Intellekt heraus fordern
das selbst zu erkennen als deine letzte Chance. Oder, wie wenig charmant,
zur Belustigung ein unfeines Spiel mit dir spielt. Dir belustigt zuschaut
wie du im Kreis herum rennst und versuchst dir selbst in den Schwanz zu
beissen.
Wer weiss, vielleicht lassen deine Antworten noch einen anderen Schluss zu.
Gruss Martin
------------
Hallo
Martin,
danke für Deine Antworten! Ich grüble hier einsam vor mich hin. :-(
Gleich mal vorne weg: Ja, ich weiß, dass so einiges offenbart, dass ich wohl
ganz massive Kommunikationsschwierigkeiten habe. Das ist es ja, was mich die
letzten Wochen so fertig macht. Oder genauer gesagt Monate. Selbst
einfachste Informationen zu beschaffen verlangt von mir von Pontius zu
Pilatus zu laufen, mehrere Leute zu fragen, E-Mails die nicht beantwortet
werden, nochmal zu wiederholen, etc. Es ist furchtbar aufwändig für mich, an
Informationen zu kommen und ich lebe in ständiger Angst, etwas Wichtiges zu
verpassen. Leider ist dieses Gefühl berechtigt, aber ich weiß nicht, was ich
dagegen tun kann. Inzwischen hat eine Person sogar zugegeben, dass sie mir
absichtlich die Daten (die ich für meine Arbeit brauchte!) nicht gegeben
hat, weil er nicht will, dass beliebig viele Leute da Einblicke erhalten.
Du fragst: "Was bezeichnest du konkret als Überempfindlichkeit deines
Verhaltens oder ggf. deiner eigenen Wahrnehmung?"
Es könnte ja sein, dass die Ruppigkeit meines Chefs gar nichts zu bedeuten
hat und ich beziehe das gleich auf mich. Oder dass es normal ist, dass man
nicht will, dass Leute aus anderen Abteilungen irgendwelche Einblicke
erhalten. Oder dass man als Neuling mal eine Besprechung verpasst.
Wobei ich zugebe, dass das vermutlich normal ist. Aber ich habe doch in
früheren Jobs meistens irgendwelche Verbündeten gehabt, über die ich auch
auf inoffiziellem Wege Informationen bekomme. Aber hier habe ich es nicht
geschafft, so jemanden zu finden!
Du fragst: "Welches Motiv könnte er hierfür haben? Könnte er überhaupt eines
haben?"
Zu behaupten, dass ich gelogen habe? Na, ich habe Herr B von meinen
Kommunikationsschwierigkeiten erzählt, insbesondere eben die Ruppigkeit von
meinem Chef und wie er mich immer abwimmelt, wenn ich ihm Fragen stelle.
Herr B meinte, er kenne ihn gar nicht so. Was dann wohl auch gegen mich
spricht. Ich hätte diesen Mann auch spontan als einen freundlichen sensiblen
Menschen eingeschätzt, aber mir gegenüber benimmt er sich wirklich
widerlich. Als sei er allergisch gegen mich. Beweisen kann ich es nicht, er
ist nur in wenigen Besprechungen mit anderen beleidigend geworden, meistens
hob er sich das für die Gespräche unter vier Augen auf.
"Da hast du nicht unrecht. Männer transportieren gerne ihre Gefühle auf die
Sachebene um diese, ihre zugrunde liegenden Gefühle, zu verschleiern.
Welchen Vorteil könnte man deiner Ansicht nach daraus als Frau ziehen?"
Ich wäre ja bereit gewesen, seine Aggressivität mir gegenüber einfach zu
ignorieren und als Fakt hinzunehmen. Bloß war damit eben auch immer
verbunden, dass er meine Fragen nicht beantwortete und ich Informationen
nicht bekam, die ich für meine Arbeit brauchte. Dass er seinen Beitrag zu
meinen Projekten verzögerte. Wegen seiner Blockade kann ich meine Arbeit gar
nicht richtig machen.
Dass man mich ruppig behandelt, darüber kann ich hinweg sehen, das machen
Männer ja wie gesagt gerne mal, ohne es selbst zu bemerken.
Die Geschichte richtig zu stellen? Ich habe mich in diesem Fall nicht
getraut, weil ich das Gefühl hatte, es wäre gefährlich. Keine Ahnung, mein
Bauchgefühl sagte das. Normalerweise lasse ich falsche Beschuldigungen nicht
einfach so auf mir sitzen.
Warum ich bei der Besprechung nicht dabei sein konnte... Das war so: Ich
arbeite Teilzeit, vier Tage die Woche. Mittwoch war mein freier Tag. Da ich
aber zur Zeit sehr viel Dringendes zu tun habe, habe ich an dem Tag trotzdem
6 Stunden für die Firma gearbeitet (unbezahlte Überstunden!). Nun haben sie
um 14:30 die Besprechung auf 16:00 Uhr angesetzt. Da ich eine ganze Stunde
Fahrtzeit habe, hätte ich das schaffen können. Aber ich hätte eben
zusätzlich zu meinen 6 Stunden Arbeit noch 3 Stunden für die Besprechung
gearbeitet, davon allein 2 Stunden Fahrtzeit. Ich musste aber für meine
eigenen Nebenjobs auch noch dringend etwas erledigen. Das wurde mir dann zu
viel und ich war ja Donnerstag und Freitag wieder im Haus, da hätten wir uns
ja auch treffen können. Ich hatte dann noch angeboten, dass sie mich
telefonisch dazu schalten, von zu Hause aus. Aber dieses Angebot haben sie
ignoriert. Übrigens sieht man beim Anlegen eines Besprechungstermins in
Outlook, dass ich einen freien Tag habe und im Status "abwesend" bin. Wie
gesagt, ich hätte ja per Telefon teilgenommen! Ich habe bisher immer, wenn
etwas Wichtiges oder Dringendes war, auch an meinem freien Tag für die Firma
gearbeitet. Aber ich fahre prinzipiell an meinem freien Tag nicht hin,
irgendwo muss es auch Grenzen geben! Ich arbeite auch dieses Wochenende
wieder für die, meine Arbeit ist zeitkritisch, da muss das immer mal sein.
"Mein bisheriges Fazit lautet: Sie fühlen dir auf den Zahn, stellen dir
Fallen und bringen dich in Widerspruch zu dir selbst. Als legitimes
"Auswahlverfahren" kann ich das nicht mehr erkennen. Ich denke sie wollen es
dir noch einmal mit dem Zaunpfahl zeigen und deinen Intellekt heraus fordern
das selbst zu erkennen als deine letzte Chance. Oder, wie wenig charmant,
zur Belustigung ein unfeines Spiel mit dir spielt. Dir belustigt zuschaut
wie du im Kreis herum rennst und versuchst dir selbst in den Schwanz zu
beissen."
Ja, ich sehe das auch so, dass ich jetzt intensiv auf die Probe gestellt
werde. Allerdings haben mich die vorigen Monate und das ständige negative
Feedback sehr zermürbt. Ich habe nicht das Gefühl, dass man mich hier
gerecht bewerten wird. Herr B wollte ja, dass wir es nochmal 6 Wochen
miteinander versuchen, und ich denke mal, meinem Chef wird es recht sein,
wenn wir dann alle erkennen, dass ich hier falsch bin. Dabei weiß ich das
eigentlich schon. Ich frage mich, ob ich das Spiel nicht einfachheitshalber
beenden sollte, indem ich mit ihnen nicht mehr über das "ob" spreche,
sondern über das "wann" und "wie" meines Abschieds.
Allein schon dass ich denen nicht mehr vertraue, müsste eigentlich Grund zum
Gehen sein...
Audrey
----------
Naja, woher es kommt... Eben hat
meine Mutter angerufen und gefragt, ob ich denn nun über die Probezeit
hinaus übernommen werde. Ich hatte schon angedeutet, dass es vielleicht
nicht klappt. Meine Eltern setzen mich in letzter Zeit unter Druck, eine
Riesterrente abzuschließen und eine Eigentumswohnung zu kaufen. Also: ein
anständiger Mensch zu werden.
Wenn ich andeute, dass es bei der Arbeit "nicht so läuft", ist für meine
Familie immer sofort klar, wer schuld daran ist. Sie vertrauen eher auf
meinen Chef als auf mich. Ich durfte mir eben wieder einen längeren Vortrag
darüber anhören, dass der Chef immer Recht hat und dass ich viel zu hohe
Ansprüche an meinen Chef stelle und mir eben mit der Arbeit mehr Mühe geben
soll. Etcblabla, das was ich seit Jahrzehnten schon höre.
Auch ansonsten gibt es kaum Leute, die auf meiner Seite stehen. Es scheint
für alle Leute klar zu sein, dass ein Chef allerhöchstes Interesse daran
hat, dass ich gute Arbeit leiste und Freude dabei habe. Wenn er mich wie
Scheiße behandelt, dann muss ich aber was arg Schlimmes getan haben...
Dabei habe ich diesem Chef nun wirklich monatelang nachgesehen, dass er mehr
als die Hälfte meiner E-Mails gar nicht beantwortet, auch im mündlichen
Gespräch werden viele Fragen nicht beantwortet, und ich muss mir wieder
etwas ausdenken, wie ich trotz fehlender Informationen trotzdem gute Arbeit
leisten kann. Ich bin geduldig geblieben, weil ich dachte, der Mann kann ja
nichts dafür, dass er ein Chaot ist. Eben wegen dieser Nachsicht habe ich
viel zu lange gebraucht um zu kapieren, dass der Spielchen mit mir spielt.
Das ist doch z.B. kein Zufall, dass er nun nur noch vor Zeugen mit mir
spricht, aber die Anweisung, eine mir zugeteilte Aufgabe jetzt doch erstmal
nicht zu machen und auf etwas zu warten, das von ihm kommen soll, die
erteilt er mir unter vier Augen im Flüsterton!
Ich weiß nicht, WARUM er das tut, aber ich weiß, DASS er das tut. Mir hat
jemand den Rat gegeben, mal meinen Vorgänger wegen einer fachlichen Frage zu
kontaktieren. Mir schien, dass das eine verschlüsselte Botschaft ist und
darum habe ich meinen Vorgänger mal angeschrieben. Vielleicht finde ich ja
heraus, warum der auch nur ein halbes Jahr geblieben ist!
In einem Buch habe ich neulich gelesen, dass man als Neuer oft die Ohrfeigen
einsammelt, die eigentlich noch der Vorgänger hätte kriegen sollen. Und mir
sind hier schon manches Mal seltsame Bemerkungen gemacht worden wie "Kennst
Du Deinen Vorgänger? Weißt du, was für ein Typ das ist?" Natürlich wurde
meine Frage "Nee, wie denn?" nicht beantwortet, wie so viele auch. Mir
scheint aber, dass hier ein Schlüssel liegen könnte.
Ich denke aber, wenn ich bleibe, dann tue ich genau dasselbe wie meine
Mutter: Dann vertraue ich meinem Chef mehr als mir selbst.
Ich kann dir bei bestem Willen nicht widersprechen. Alleine die Tatsache der
vielen Widersprüchlichkeiten lässt keinen anderen Schluss zu, als dass du
dort im falschen Film bist und eine bestenfalls Komparsen-Rolle bekommen
hast dem man im Vorbeilaufen eins auf's Hirn gibt wenn einem danach ist.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen wie du mit dieser
Situation in Zukunft klarkommen sollst und kannst. Und: Dabei auch noch
Leistung generieren!
Keine klaren Vorgaben. Auch keinen Wink wo die Reise hingehen soll.
Keinerlei Anhaltspunkte für deine eigene Standortbestimmung und Zielsetzung.
Weder intrinistisch noch extrinistisch!
Planlos in einer Firma umher zu irren wie ein Geist macht dich fertig.
Ob man nun das Zeug hat sich selbständig zu machen oder nicht. Für mich wäre
dies eine über die Schmerzgrenze hinaus unbefriedigende Situation die ich
persönlich nicht ertragen könnte. Ich persönlich hätte zumindest längst
schon nach neuen Ufern Ausschau gehalten, um ihnen nicht auch noch den
letzten Triumph zu gönnen mir "den Schuh" zu geben und ein schlechtes
Zeugnis obendrein. Gut du bist noch kein Jahr dort so, dass du lediglich auf
eine einfache Arbeitsbescheinigung bestehen kannst. Doch du weisst so gut
wie ich wie sich das "toll" im Lebenslauf macht.
Die Menschen um dich herum versuchen dir klarzumachen, dass du ein
Quertreiber bist, drängen dich deine Persönlichkeit, deine Einzigartigkeit,
dein Kapital, dein Ego aufzugeben, um endlich Ruhe zu bekommen. Doch was
sind wir denn ohne Ego. Farblose und jederzeit durch die gleiche Couleur
austauschbare Pflichterfüller denen man, wenn sie restlos ausgesaugt sind,
ebenfalls den Schuh gibt und das zu einem Zeitpunkt wo du aufgebraucht bist
und dir die Kräfte fehlen einen neuen Anlauf zu nehmen. Am besten so um die
Mitte 50.
Warum Skrupel haben? Es stehen doch genug Schlange?
Du bist erwachsen genug, um dein Leben selbst zu bestimmen. Das ist unsere
Bestimmung. Wir kommen alleine auf die Welt und alleine verlassen wir sie
wieder. Dazwischen haben wir die Möglichkeit von den guten Gaben die sich
vor uns auf dem Tisch ausbreiten zu bedienen. Und es gibt eben leider genug
die es dir verbieten wollen weil es sich nicht schickt ohne zu fragen zu
nehmen. Doch um genau das zu verhindern und aus Neid es selbst nie über sich
gebracht zu haben zuzugreifen, wie andere das ständig tun, wenn sich die
Chance dazu bietet, und dabei manches Mal absolut schamlos zu Werke gehen.
Verdienen wir es also nicht auch ein angemessenes Stück davon ab zu bekommen
oder ist dies eine Art Masochismus des mythischen "Tantalus" der eben auch
niemals zugreifen konnte?
Muss man sich den Zwängen immer beugen? Insbesondere wenn sie aus uns selbst
kommen? Durch Konditionierung sich selbst aufzugeben und bedingungslosen
Gehorsam zu leisten?
Sicher wird nicht jeder sein eigener Herr auf Erden. Es wird immer Menschen
geben und auch brauchen die sich lieber in den Dienst anderer Menschen
stellen. Solange diejenigen, die dann über diese Menschen verfügen, ein
hohes Mass an ethischer Erziehung genossen haben sowie danach Denken und
Handeln und Verantwortung übernehmen ist alles in Ordnung.
Doch wenn es passiert wie heute, in der Masse diese treuen und
pflichtbewussten Diener der Unternehmen, ohne die sie gar nicht existieren
würden, ausgebeutet werden, dann müssen sich die Urheber nicht wundern wenn
irgendwann, vielleicht bald, ein neuer Klassenkampf vor der Tür steht.
Die ersten Zeichen sind weltweit zu spüren. Immer mehr Menschen formieren
sich gegen die Ausbeutung des Heuschrecken-Kapitalismus. Und nicht nur die
einfachen Menschen, auch Unternehmer haben immer mehr die Nase voll von der
Allmacht der Banken, Börsen, Shareholders und Analysten.
Sie wollen wieder zu einer realen Wirtschaft zurück kehren, die ihren
unternehmerischen Auftrag für die Menschen und die Gesellschaft wieder unter
reellen Bedingungen wahrnehmen kann.
Daher braucht es mutige Menschen die den unfähigen und selbstherrlichen
Unternehmensführern entgegen treten. Nicht auf der Demo sondern viel
wirkungsvoller: Im Marktwirtschaftlichen Wettbewerb.
Alle Schwächen die dein Arbeitgeber hat können eine Chance sein für dich es
deutlich besser zu machen. Meist ist das der Grundgedanke der Gründer warum,
sowie der fruchtbare Boden auf dem, neue und innovativere Unternehmen
entstehen. Oder hat ein Unternehmen seine Kunden etwa auf Lebenszeit
vereinnahmt? Und die "Alten", träge gewordenen, durch Klüngel-Politik und
durch und durch von Macht, Gier und Neid zerfressenen Kulturen, von diesen
"Newcomern" oft unbemerkt von der Spitze des Marktes verdrängt werden.
Unternehmer und Unternehmen sind gut beraten die "Feinde", die Mitbewerber,
draussen vor der Türe auszumachen statt durch falsches Management eine
feindselige Kultur in den eigenen Reihen aufzubauen, welche unweigerlich zu
Leistungsverlust und schlechter Performance beim Kunden führt.
Demjenigen also in die Hacken tritt der die Rechnungen bezahlt und das Blut
eines jeden Unternehmens, den Cashflow aufrecht erhält. Damit konterkariert
jedes Unternehmen das und jeder Manager der so handelt, seine eigene
Daseinsberechtigung.
Wenn du das jetzt nimmst und auf deine Situation legst, wo befindest du dich
jetzt in diesem Teil des Unternehmens, das mit seinen Mitarbeitern in dieser
Weise wie mit dir umgeht?
Dier Antwort dürfte wohl nicht schwer fallen. Doch was daraus entstehen kann
und wie du deine Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzt ist die wohl
schwierigere Frage.
Jeder von uns ist selbständig. Ob er will oder nicht. Jeder muss seine
eigene Haut so gut wie er kann zu Markte tragen. Die einen tun das bei
jemandem der Kunden bedient als Angestellte. Die Anderen, die Unternehmer
stellen diese an, um mit ihnen die Kunden zu bedienen. Den Kunden den
bestmöglichen Service zu bieten um am Markt zu bleiben. "Customer-Value"
nicht "Shareholder-Value" steht bei Ihnen an erster Stelle.
Erstere sind die Defensiven die ein warmes und bequemes Nest brauchen und
sich scheuen das notwendige Wissen und Können selbst zu erlernen das Gleiche
zu tun. Die Unternehmertypen haben es satt sich unter die Willkür eines
Chefs oder "Vor"gesetzten zu beugen welcher den Sinn des Unternehmens nicht
versteht und damit ebenfalls lediglich zur ersten Gruppe gehört. Nur besser,
warum auch immer, bezahlt. Sie sind: Eben auch nur Angestellte die ihren
Management-Auftrag, im Sinne des Unternehmens, bemerkenswert schlecht
ausführen und so Unsummen an Kapital und das bereitwillig von ihren
Mitarbeitern zur Verfügung gestellte Potenzial von Wissen und Können im
Akkord vernichten.
Du scheinst über diese Fähigkeit Kunden direkt zu bedienen und ihnen damit
einen Mehrwert zu verschaffen zu verfügen. Auch ohne Stress mit ihnen zu
bekommen oder über unklare Zielvorgaben "mirakeln" zu müssen. Deine Kunden
die du nebenher bedienst schätzen dich und deine Arbeit. Sonst würden sie
schätzungsweise nicht immer wieder auf dich zurück kommen.
Ist das nicht viel befriedigender und angenehmer, selbst wenn es deutlich
anstrengender ist? Welche Chancen würden sich aus engerer Zusammenarbeit
ergeben?
Du wirst bei dem was du nebenher tust einzig nach Leistung bezahlt. Leistung
die honoriert wird und dir ein befriedigendes Gefühl gibt das Richtige zu
tun. Für deine Kunden und letztlich auch für dich. Die Wünsche deiner Kunden
sind die Stimulanzien deiner Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie zeigen dir wo
du hervorragendes leistest und wo du sogar noch besser werden kannst.
Hast du das schon einmal von deinem jetzigen Chef gehört oder erlebt? ;-))
Den wichtigsten Beweis unternehmerischer Fähigkeit, dass du dich selbst
steuern und kontrollieren kannst, hast du doch schon in weiten Teilen
erbracht! Du musst ja nicht gleich vom Fleck weg 100 Leute befehligen. Du
kannst es, wie jeder andere Unternehmer auch, konsolidiert wachsen lassen.
Und damit: Zu gegebener Zeit abheben ;-)
Ich bin jetzt ein paar Tage in den Staaten unterwegs und kann dir nicht
antworten.
Doch ich freue mich von dir zu lesen wenn ich wieder zurück bin :-)
Gruss Martin
----------
Hallo Martin,
vielen Dank für Dein Rückenstärken. Ich sehe es nicht ganz so krass wie
Du. Nur weil jemand bei der Arbeit kuscht, ist er nicht gleich ein
Idiot. Manche Menschen müssen auf Nummer sicher gehen, weil sie eine
Familie ernähren müssen, und deshalb schlucken sie mehr als sie das als
Single tun würden. Vielen Menschen ist auch die Freizeit wichtiger als
die Arbeit und darum nehmen sie hin, dass ein großer Teil ihres Lebens
zu verlorener Zeit verkommt. Dafür klappt es mit dem Rest gut, denn ohne
Moos nix los.
Wobei ich am Wochenende im Park saß und den Tauben zusah und an den
Jesus-Spruch dachte: "Sie säen nicht und ernten nicht und werden doch
stets satt." Na gut, ich hatte nicht vor, mir mein Essen im Park zu
holen, haha. Aber ich denke schon, dass das, was bisher nebenberuflich
funktionierte, auch hauptberuflich funktionieren würde. Und das mit
Freude. Eine Bekannte meinte, ich würde ganz leuchtende Augen bekommen,
wenn ich von meinen Nebenjobs erzähle.
Ich habe mich die letzten zehn Jahre immer als Selbständige gesehen.
Mein Arbeitgeber war einfach nur ein Auftraggeber für mich, nicht meine
Heimat. Dazu hatte ich gleich bei meinen ersten Jobs zu schlimme
Erfahrungen gemacht, da war ich einfach nur eine Sklavin oder Maschine.
Darum habe ich immer zugesehen, dass ich mir nebenher noch etwas
aufbaue, dass ich jemand werde, der auch ohne seinen Hauptberuf noch
etwas ist. Ich mache nebenberuflich Dinge, mit denen ich jetzt schon
zehn Jahre Erfahrung habe. Ich würde meine Selbständigkeit also nicht
bei null anfangen und das fühlt sich gut an.
Man spricht ja von der Proletarisierung der Studierten. Auch wenn man
studiert hat, wird man heutzutage ausgebeutet wie vor 100 Jahren ein
Fabrikarbeiter. Das Irre ist, dass die Rebellion ausbleibt. Man jammert
stattdessen über einen Fachkräftemangel, der laut manchen Quellen
überhaupt nicht existiert. Und dann stellt man Inder ein, die für
weniger Gehalt brav arbeiten, statt irgendwelche Rechte einzufordern.
Vermutlich kennen sie das deutsche Arbeitsrecht auch erstmal nicht. Und
es werden ja auch junge, engagierte Leute ausgebildet. Wer braucht dann
schon Fachkräfte über 35???
Audrey
---------
So, jetzt noch die neuste
"Entwicklung". Mein Chef hat mir heute die
Friedenspfeife angeboten. Er ist der Meinung, dass ich
ihn falsch verstanden habe. Manches wie zum Beispiel die
Klage über "massive Defizite", das habe er so nicht
gesagt. Ich erinnere mich aber genau an diese Worte, die
sich anfühlten wie ein Schlag in die Magengrube. Er
schien ernsthaft willig zu sein (vermutlich auch
animiert durch Herrn B), in Zukunft konstruktiver mit
mir zusammenzuarbeiten.
Prinzipiell ist es das, was ich ja wollte, worauf ich
aber gar nicht zu hoffen wagte. Allerdings für den
Preis, dass ich zugeben soll, überempfindlich gewesen zu
sein und mir Dinge eingebildet zu haben. Meine Freude
war nicht so überschwänglich, aber ich bin bereit, es
noch eine Weile miteinander zu versuchen. Nebenher
arbeite ich natürlich an meiner "Firma". Mir hat die
Idee schon so gut gefallen!
Aus früherer Erfahrung heraus weiß ich, dass wenn sich
jemand verstellt, das nur genau zwei Wochen anhält. Mal
sehen!
Ich kann einfach nicht glauben, dass er mich ohne Grund
so angeschnauzt hat. Ich bin ihm doch höllenmäßig auf
den Senkel gegangen. Und ich habe mir auch nichts
eingebildet, ich bin doch nicht bescheuert!
Vielleicht ist der Grund für sein Verhalten ja
weggefallen. Dann wäre ein Neuanfang möglich.
Ich bin noch "verhalten optimistisch". Mir kommt das
alles suspekt vor!
Audrey
------------
Die Gretchenfrage lautet jetzt für mich: Wenn mein Chef
sich ab sofort freundlich und konstruktiv verhält und wenn ich ab sofort
alle Informationen bekomme, die ich für gute Arbeit brauche...
Ist dann alles prima? Kann ich denen dann noch vertrauen?
Und mögen die mich dann überhaupt noch oder gelte ich als
überempfindlich und zickig?
Eigentlich bin ich da ziemlich pessimistisch und würde glauben, dass ein
Neuanfang nicht möglich ist.
Hat jemand schon mal sowas erlebt, dass man neu miteinander anfangen
konnte?
Momentan habe ich das Gefühl, dass die Entscheidung "Kündigung oder
nicht" von mir kommen muss.
Die würden mich behalten, auch wenn sie mich nicht leiden können. Weil
ich vielleicht doch nicht ganz so schlecht arbeite.
Aber mal sehen, nächsten Montag ist zweistündiges Palaver mit dem Chef.
So lange kann ich noch grübeln! (Und er auch!)
Audrey
------------
Hallo Audrey
Wie ich sah warst du richtig fleissig die Tage. Nachdem ich alles
aufmerksam gelesen habe möchte ich noch ein persönliches Feedback geben.
Es entsteht in der Kommunikation mit dir bei mir der Eindruck, dass du
es irgendwie immer besser weisst und eine entlarvende, direkte Art an
den Tag legst die dein Gegenüber u.U. kompromittieren könnte. Ich ziehe
deine Kompetenzen in keinster Weise hiermit in Zweifel. Du hast gewiss
deine eigenen Erfahrungen gemacht die dich zu deiner heutigen Haltung
führten. Daher aber die der anderen in Zweifel zu ziehen steht weder dir
noch mir zu. Vielleicht habe ich dieses Gefühl weil wir ähnlich
gestrickt sind. Jemand anders nimmt das vielleicht ganz anders wahr.
Doch bei jemandem der Führungsanspruch geltend macht oder bereits
besitzt kommt das ggf. nicht immer so gut an. Selbst wenn dies
unbeabsichtigt ist.
Da auch ich von dieser Eigenart nicht frei bin (;-) und mich wohl
niemals ganz davon befreien kann, glaube ich mich in der Lage dir
äusserst nahe nachzufühlen wie oft dieses Verhalten jemanden, wie
beispielsweise mich, auch in nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten
bringen kann.
Ich verwende einen Hauptteil meiner Energie in Diskussionen oder
Meetings darauf, speziell auf dieses mein "spezielles" Verhalten zu
achten und bemühe mich nach Kräften Nietzsches folgendes Zitat
umzusetzen.
"Das Menschlichste ist, jemandem Scham ersparen."
Ich überlasse es dir ob du diesem Feedback etwas abgewinnen kannst.
Gruss Martin
------------
Hallo Martin,
vielen Dank für Deine ausführlichen Antworten!
Ja, doch, mir ist bewusst, dass ich vermutlich für meine Mitmenschen
schwierig bin. Eben deshalb bin ich gerade ja auch so geknickt. Ich habe
in den letzten 10 Jahren überall nur Mobbing erlebt. Also habe ich doch
irgendwie versagt, kommunikationstechnisch. :-( Wobei man zu meiner
Entschuldigung sagen muss, dass bei diesem und dem vorigen Job der
Vorgänger auch nur ein halbes Jahr durchgehalten hat. Vermutlich stellt
eine Nomadin wie mich sowieso nur noch ein Chef ein, der total
verzweifelt ist. Neulich habe ich in einem Buch gelesen: "Der Neue
bekommt oft die Ohrfeigen ab, die eigentlich der Vorgänger verdient
hätte." In beiden Fällen scheint es ein wenig so zu sein. Es kann gut
sein, dass sie mich auch darum nicht einarbeiten wollten und andere
Abteilungen mir Wissen vorenthalten haben, weil sie dachten, dass den
Job ja eh keiner lange macht und es sich daher nicht lohnt, sich lange
mit mir zusammenzusetzen und mich einzuarbeiten.
Was mich so traurig macht ist, dass ich mir ja bei meinen Jobs immer
Mühe gegeben habe, den anderen nicht so auf Füße zu treten und öfter mal
einfach den Mund zu halten. Ich habe sehr gut aufgepasst, was ich sage
und wie ich es sage. Aber besser geworden ist es dadurch nicht, eher
schlimmer. Wenn ich versuche, es den anderen recht zu machen und auf sie
Rücksicht zu nehmen, werte ich mich anscheinend selbst ab und dann darf
auch jeder auf mir herumtrampeln.
Ich habe daher beschlossen, dass ich allein aus therapeutischen Gründen
die Selbständigkeit brauche. Eine Art Auszeit, in der ich die Dinge tue,
die ich gut kann und mit denen ich Erfolg habe. Das sind alles Dinge,
für die ich kein Team brauche. Ich verschaffe mir selbst
Erfolgserlebnisse und finde heraus, ob ich mich auch ganz aus eigener
Kraft ernähren kann. Ich werde herausfinden, wer ich bin, wenn ich nicht
eine Firma und einen Chef habe, die mich in ein Schema pressen im Stil
von "solchen auffälligen Schmuck trägt man bei uns nicht" oder "So
sprechen wir nicht mit unseren Kunden". Ich kann dann meinen eigenen
Stil ausleben.
Ich muss jetzt einfach erkennen, dass ich von Natur aus eine
Einzelgängerin bin und nicht zum Gehorsam geschaffen bin. Und ich frage
mich auch: Wenn ich doch die letzten zehn Jahre so viel Freizeit
investiert habe, um mir etwas aufzubauen, das mich eines Tages tragen
kann, warum spring ich dann nicht endlich drauf? Worauf warte ich noch,
das zu tun, was ich mir lange erträume? Vollständig bekloppt ist es ja
gar nicht, sondern mein Lebenslauf scheint genau darauf hinzusteuern.
Ja, das Gespräch nächsten Montag dauert wirklich 2
Stunden. Da ich Montag viel vor habe, meinte ich noch ganz optimistisch:
"Vielleicht sind wir ja nach einer Stunde schon fertig!" und mein Chef
antwortete ernst: "Nein, wir werden bestimmt zwei volle Stunden
brauchen." Er scheint ja viel vor zu haben. Die ersten Monate unserer
Zusammenarbeit hatte ich den Eindruck, er sei ein Kommunikationskrüppel
und zu vernünftiger Kommunikation gar nicht fähig, würde eben einfach
das tun und sagen, was ihm gerade spontan in den Sinn kommt. Aber seit
Kurzem drückt er sich immer so wohl überlegt aus und hat auch gezeigt,
dass er sowohl konstruktive Kritik formulieren kann als auch eine Menge
anderes. Er KANN also kommunizieren und zwar ganz professionell. Wie
sich das für einen Manager wie ihn eigentlich auch gehört. Daher kann
ich mich darauf gefasst machen, dass er einige lustige Überraschungen
vorbereitet für Montag.
So gesehen erscheint auch das was in den ersten Monaten passierte, in
einem neuen Licht. Er wollte mich also tatsächlich klein kriegen oder
los werden und hat mich absichtlich und bewusst scheiße behandelt. Woran
er sich jetzt natürlich nicht mehr erinnert. Klar, ich habe kaum Zeugen.
Nur zwei Mal hat er mich vor anderen gefragt: "Frau H, haben Sie das
jetzt auch wieder nicht kapiert?" Aber als die anderen entsetzt
reagierten, hat er das nicht mehr getan. Normalerweise kenne ich das so,
dass wenn der Chef mich vor den Kollegen so beleidigt, die sich vor
lauter Schadenfreude kaum noch einkriegen. Daher rechne ich es meinen
Kollegen hoch an, dass sie immerhin so viel Anstand noch hatten, diese
plumpe Beleidigung nicht gut zu finden. Aber das Signal, das mein Chef
damit senden wollte, haben sie bestimmt empfangen und ernst genommen.
:-(
Ich glaube nicht wirklich daran, dass wir zwei - mein Chef und ich -
noch wirklich richtig gut zusammenraufen können. Das wäre doch nur ein
ständiger Krampf und Kampf, wo jeder befürchtet, etwas Falsches zu sagen
und wo man ständig irgendwie miteinander ringt. Außerdem kann man
zerbrochenes Vertrauen nicht kitten. Und wie schon gesagt, denke ich,
dass so massiv respektloses Verhalten wie seines einen konkreten Grund
haben muss.
Montag will ich also nur noch klären, wie wir den Übergang machen.
Welche Projekte ich noch fertig mache, wer wen kündigt und auf wann.
Ich freue mich schon auf meinen Selbstfindungstrip! Neulich trudelte
noch ein weiterer Auftrag ein. Obwohl ich bisher gar nicht so viel
unternommen habe, um an Aufträge zu kommen, hab ich schon Aufträge für
4000€ in Aussicht. Die Verträge sind noch nicht da, werden aber jeden
Tag erwartet. Allein das fühlt sich schon schön an. Dass ich etwas weiß
und kann, wofür die Leute Geld bezahlen. Bei meinen vorigen Arbeitgebern
fehlte mir dieses Gefühl komplett, ich fühlte mich oft wie eine
Schmarotzerin. Gestern Abend habe ich noch meine Veröffentlichungen der
letzten beiden Jahre bei der VG Wort gemeldet. Das wird alles, ich fühl
mich gut dabei!
Audrey
------------
Hallo Audrey
Noch zwei Dinge zum Schluss
1. Du kannst es nicht allen Recht machen. Wenn ich mit etwas nicht
zufrieden bin im Verlauf einer Diskussion oder Themenbearbeitung übe ich
nicht Kritik sondern stelle Fragen welche die Sinnhaftigkeit der bereits
getroffenen oder auf dem Weg befindlichen Entscheidungen hinterfragen.
Das hat sich als geeignete Strategie erwiesen eben nicht auf den Mund
sitzen zu müssen sondern nach einer Erklärung zu fragen wenn ich den
Sinn dahinter nicht sehen kann. So oft werden faule Kompromisse geboren
weil in den Gremien keiner sich exponieren will. Schon gar nicht gegen
den Chef.
So gelang und gelingt es mir immer wieder fruchtbare Diskussionen über
offensichtliche Lücken in Strategien und Konzepten anzustossen die in
der Folge in Lösungen münden wo sich alle einig sind, dass die nun
gemeinsam erarbeitete Lösung die bessere Variante ist als das was da
vorher auf dem Papier stand.
2. Fall doch nicht gleich mit der Tür ins Haus wegen der Beendigung des
Vertrages. Sie haben dich lange genug leiden lassen, um durchaus noch
einige Zeit an der Unternehmensleistung partizipieren zu können. Da du
mittlerweile genau weisst wo du hin willst, hast du den Hebel der Macht
in der Hand.
Ich würde ihn nicht so leichtfertig aus der Hand geben wenn dir dies
einen zusätzlichen finanziellen Halt in der Übergangsphase bieten kann.
Du würdest wahrhaft Geld verschenken. 4 tsd Euro sind nicht unbedingt
viel Geld wenn eben nicht mehr viel mehr hinterher kommt.
Und solange du solide Arbeit für deinen AG als Auftraggeber/Kunde
erbringst musst du dabei ja auch nicht rot werden.
Zu Letzterem eine kleine Anekdote:
Es war einmal ein Chef der sass mit seinem Abteilungsleiter und seiner
Sekretärin am Mittagstisch im Restaurant. Der Kellner brachte eine alte,
gute Flasche Wein und öffnete sie vor den Dreien. Da steig ein Geist aus
der Flasche empor und sprach.
"Weil ihr mich befreit habt hat jeder von euch einen Wunsch frei."
Sofort sprang der Abteilungsleiter auf und sagte: "Ich möchte 10 Mio
Euro und eine wunderschöne Frau auf einer Karibikinsel damit ich vor
diesen fiesen Chef niemals mehr katzbuckeln muss!" Okay sagte der Geist
und flupp war der Abteilungsleiter schon weg.
Dann sprach die Sekretärin: "ich möchte ebenfalls weit, weit weg von
diesem ungeduldigen und schamlosen Menschen am Tisch und ein Sorgen
freies Leben in Indien führen!" Okay sagte der Geist und schupp, war
auch die Sekretärin weg.
Dann zuletzt fragte der Geist den Chef was er sich denn nun wünschen
würde? Darauf der Chef mit einem hämischen Lächeln: "Um halb eins möchte
ich die beiden Spassvögel wieder pünktlich an Schreibtisch sehen....!"
Und die Moral von der Geschicht: Lass immer erst denjenigen zuerst reden
der am Tisch das Sagen hat ;-))
Viele Grüsse und viel Erfolg bei deinem Vorhaben
Martin
------------
Nein, das sehe ich nicht so, dass ich jetzt taktischerweise
meinen Job behalten sollte und nebenbei weiterhin mein eigenes Zeugs
aufbauen. Das mache ich doch schon seit zehn Jahren so! Immer schön die
Zähne zusammengebissen, den Scheißjob gemacht und abends noch zwei
Stunden an meinem eigenen Zeug gebastelt, außerdem das gesamte
Wochenende.
Erstens mal liegt mir solche Doppelzüngigkeit nicht.
Zweitens würde mich mein Hauptjob ausbremsen. Ich könnte beispielsweise
keine Firmenwebseite ins Netz stellen und keine Kurse anbieten, die
tagsüber stattfinden. Alle meine Trainings- und Schreibtätigkeiten
würden wie bisher nebenbei stattfinden und weiterhin so langsam
voranschreiten.
Ich kann dann nur Abend- und Wochenendkurse geben und die
Doppelbelastung würde mich kaputt machen. Ich kann dann einfach nicht
richtig durchstarten mit meinem eigenen Dings!
Drittens ist die Situation ja eskaliert. Ich habe mich über meinen Chef
und meine Arbeitsbedingungen massiv beschwert. Wir müssen jetzt
eindeutig entscheiden, ob wir weiterhin zusammenarbeiten wollen oder
nicht. Wenn wir uns für "ja" entscheiden, dann kann ich jetzt
einfordern, dass ich bessere Arbeitsbedingungen bekomme, endlich
eingearbeitet werde, mich an Arbeitskreisen beteiligen darf etc. All die
Dinge, die ich meiner Meinung nach brauche, um gute Arbeit zu leisten.
Ich würde auch weitergehende Befugnisse einfordern, denn momentan fühle
ich mich eher als Sekretärin, nicht als Managerin. Da meine Chefs mir ja
vieles nicht zutrauen, erledigen sie vieles selbst, was dann wiederum
meine Projekte verzögert oder ganz zum Scheitern bringt. Wenn ich
bleibe, müsste hier mal ein Ruck durch gehen. Ich selbst müsste dann
aber auch dann mehr arbeiten! Wenn ich aber solche Forderungen stelle,
verspreche ich damit auch, dass sich die Investition für meine Firma
lohnt. Wenn wir aber beschließen, dass ich noch drei Monate bei ihnen
arbeite, um meine Projekte ordentlich abzuschließen, können wir es alle
gelassen angehen lassen. Ich mache dann einfach nur noch mein Zeugs
fertig und keiner muss sich großartig mehr Gedanken machen. Einarbeitung
ist dann auch keine mehr nötig, für meine aktuellen Aufgaben habe ich
mir ja inzwischen alle Kenntnisse beschafft.
Ich sehe da wirklich keinen Nutzen drin, so weiterzumachen wie bisher,
abgesehen davon, dass es ja auch gar nicht geht. Wer A sagt, muss auch B
sagen. Und ich bin ganz sicher, dass wenn ich tagsüber Zeit für
Schulungen habe, ich da einige einwerben KANN. Das habe ich früher auch
schon gemacht, aber dafür Urlaub genommen. Ich habe aber nicht vor,
meinen gesamten Urlaub mit Schulungen zu verbringen, was soll das denn?
Ich denke, die Zeit ist einfach reif, aus meinen Nebenjobs einen
Hauptjob zu machen.
Audrey
------------
Hallo Audrey
Danke! Das ist genau die Antwort die ich mir für dich gewünscht habe
;-))
Jetzt bin ich mir sicher, dass du es wirklich schaffen wirst. Ich
wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Erfolg.
Melde dich doch mal hin und wieder, damit wir an deinem Erfolg teilhaben
können. Das wird hier vielen helfen.
hier, die ganzen Opfer muss ich denken, weil bald Weihnachten
ist!
Ich bin auch bald ein Jahr lang dabei, weil man mich dann erst
gelassen hat dieses Forum als Anlaufstelle zu nutzen.
Ich muss an die scheinheiligen Mobber denken, an die
Maskenträger, an die "wild witches", deren größtes Vergnügen es
ist, andere Menschen zu quälen, sie von einem Ort zum nächsten
zu treiben; jahrzehntelang!
Ich muss an die ganzen Unterstellungen, an die Rufmorde und
falschen Freunde denken, die mir wie ein Schneeballsystem
strategisch auf den Hals gehetzt wurden.
Ich muss an die unterlassene Hilfeleistung denken, der ich
begegnet bin, an die Fallen, die mir gestellt wurden, an die
Fehler, die ich gemacht habe, an die Verwirrung, die
unvermeidlich war und an die peinlichen Gesichtsausdrücke
derjenigen, die ich "erkannt" habe auf der falschen Seite
mitgemacht zu haben.
Ich muss an die Personen denken, die mir aufgrund ihres Berufes
hätten helfen müssen, aber lieber den Kopf in den Sand steckten,
den Weg des geringsten Widerstandes gewählt haben, aus Angst
davor, selber als Opfer auserkoren zu werden.
Ich muss daran denken, wie die Täter meinen, dass Jeder seines
Glückes Schmied ist und dabei meinen, dass es Jedem selber
überlassen bleibt, ob er Täter oder Opfer wird. Ob er sich
missbrauchen lässt oder nicht.
Aber am schlimmsten sind die Gedanken an meine Familie, die mich
belogen, betrogen und benutzt haben. Die mich getreten haben,
als ich am Boden lag. Mit freudigen Gesichtern. Die sich
zusammengeschlossen haben, immer wieder neu, mit meinen
Arbeitskollegen, mir falsche Freunde unter die Nase hielten,
mich ausspionierten und ihre Informationen weitergaben, damit
man mich besonders erfolgreich drangsalieren konnte. Das werde
ich mit Sicherheit niemals vergessen!
Aber mein letzter Gedanke gilt meinem Vater, der immer ehrlich
und unterstützend war, der mir ohne Umschweife sagte, was ich
falsch gemacht habe und was ich gut gemacht habe. Der rote Faden
in meinem Leben.
Ich bin sicher, ich werde ihn irgendwann wiedersehen. Die
anderen sehe ich da bestimmt nicht!
wer mal so Jemanden hatte wie meinen Vater, der gibt niemals
auf, der kann immer wieder darauf aufbauen.
Ich wünsche Allen, die schreckliche Erfahrungen machen müssen
mit ihren Mitmenschen, ein stabiles Innenleben, frohe
Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.
Die Themen der "Foren gegen Mobbing"
werden hauptsächlich von den Usern der Webseite Mobbing.net bestimmt. Deshalb
finden sich die unterschiedlichsten Themen und Meinung im Forum.
Die dynamische, am Interesse der Leser
orientierte Gestaltung hat einen hohen Informationswert, ist aktuell
und realitätsbezogen.