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7 Jahre Mobbing.net

 

Die Bilanz nach 7 Jahren Mobbing.net ist erschütternd. Es entsteht der Eindruck, dass das Herumstreiten vor Gericht, das gegenseitige Niedermachen, die immer subtiler und gemeiner werdenden Mobbing - Attacken zu einer Art Volkssport geworden sind.

Ich habe viele persönliche Mails erhalten, in denen ergreifende Mobbing - Schicksale geschildert wurden und ich darf Ihnen versichern: die Niedertracht kennt keine Grenzen!

Was sich am Arbeitsplatz, in den Familien, in den Schulen, zwischen Nachbarn, ja sogar vor Gericht abspielt widerlegt sogar Darwin. Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern der Affe vom Menschen.

Spamforum.de

diese Domain hat mir widersinniger weise zu einem gewissen Bekanntheitsgrad verholfen. Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. So kann fast jeder Tipp mit dem Mobbing vermieden werden soll, in der Umkehrung auch dazu benützt werden zu mobben.

So wurde denn auch Spamforum.de zunächst für eine Website gehalten mit der das Spammen erlernt werden kann. Wie gesagt, das führte zu einem gewissen Bekanntheitsgrad. Obwohl meine Tipps im Hinblick auf die Möglichkeiten des Internets recht dezent waren.

Letzen Endes wurden einige Informationen von mir wieder gelöscht und die Aufregung hat sich gelegt.

Die Foren sind generell Tummelplatz von frustrierten Zeitgenossen, die ganz gern mal schnell ein Pamphlet allgemeiner oder nur gemeiner Natur los werden wollen. Es ist auch immer wieder zu beobachten, dass ganz gezielt Gerüchte in verschiedenen Foren gestreut werden, die sich dann zu einer Scheinwahrheit verdichten.

Um die Perversität auf den Gipfel zu treiben, werden sogar die Anti-Mobbingforen dazu benutzt um zu mobben. Ich lösche jeden Tag (sic!) mindestens 2 Beiträge in denen Personen verbal angegriffen oder beleidigt werden.

Viele Betreiber von Foren, speziell mit dem Themenschwerpunkt "Mobbing" haben deshalb ihre Foren geschlossen oder in den "Wartungsmodus" geschaltet. Eine Forenkultur im Internet konnte sich ganz offensichtlich hauptsächlich nur innerhalb der geschlossenen, akademischen Foren entwickeln oder bei Foren die regelmäßig von einem Admin "gereinigt" werden.  Diese Foren sind dann allerdings eine exzellente Möglichkeit sich praxisnah zu informieren.

 

Mobbingopfer helfen sich gegenseitig!

Es gibt auch Positives. Die an Mobbing.net angegliederten Foren enthalten hunderte von Beispielen für die verschiedenen Formen von Mobbing, aber auch Beispiele für die Bewältigung von Mobbing.

Es ist ermutigend zu sehen, wie sich manche Beiträge zu Hilfsaktionen entwickeln oder Hilfsangebote gemacht werden.

Die Gemobbten unterstützen sich gegenseitig, geben Tipps und versuchen sich auf zu bauen. Es sind sogar Freundschaften entstanden und wenn ich richtig informiert hat sogar ein Paar geheiratet. Dies war natürlich kein beabsichtigter Effekt, aber ich wünsche den Glücklichen dennoch eine möglichst mobbingfreie Zukunft!

Daten  
 

Die Website wird von Kontent.de gehostet und so steht mir umfangreiches statistisches Material über den "Traffic" auf meiner Webseite zur Verfügung. Die Webseite wurde in den vergangenen sieben Jahren von mehr als einer Million Usern besucht. In den Foren waren bisher über 1 200 000 Besucher.  Zur Zeit sind etwa 1200 User täglich auf der Webseite.

 Es sind 11 Foren angeschlossen, auf denen täglich 10 - 15 brauchbare Beiträge veröffentlicht werden. Zwei bis drei Beiträge müssen gelöscht werden, da sie unerlaubte Werbung, meist Porno- oder Casinowerbung, enthalten oder gegen gültige Gesetze verstoßen. Die Zahl der Forumsbesucher beträgt ca. 1500 pro Tag. Um die Foren "sauber zu halten" ist ein Zeitaufwand von mindestens 30 Minuten täglich nötig.

Die aktuelle Besucherzahl liegt deutlich über Counter gratis 

Da die Manipulation von Countern sehr einfach ist, haben Counter bestenfalls noch Unterhaltungswert. Auf den meisten professionellen Webseiten sind sie nicht mehr zu finden. Der "Besucherzähler" auf dieser Webseite zählt irgendwas auf einer Nebenseite und ist insofern nur noch von "historischer Bedeutung".  Den tatsächlichen Traffic, inclusive weiterer Statistikdaten, ersehe ich, wie bereits erwähnt aus dem Account der Webseite bei meinem Provider.

Mobbing.net hat sich zu einer der größten europäischen Webseiten gegen Mobbing entwickelt.

Die zugehörige französische Website harcelement.net erfreut sich ebenfalls einer gewissen Beliebtheit, die englische Variation bullying.de dagegen ist mit 8 bis 10 Besuchern pro Tag relativ unbedeutend.

An die Website Mobbing.net sind außerdem 23 Domains wie etwa  Rufmord.net, Psychoterror.net, Nachbarschaftsstreit.info, Erbschleicher.eu, dirty-tricks.de, ich-wehre-mich.de, Neid.info, Denunziation.com, Abzocke.org, terreur.info, voie.info, harcelement.net, staffing.de und Spamforum.de  angegliedert bzw. mit den jeweiligen Sachthemen oder Foren vernetzt.

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Persönliches

Die grundlegende Frage ist natürlich, was bringt so eine Website und lohnt sich der Aufwand. Für mich hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt. Ich habe viele Kontakte zu anderen Mobbingopfern bekommen und das hat mir sehr geholfen die gegen mich gerichteten Mobbingaktionen zu verstehen und zum Teil auch im voraus zu erkennen. Ich wurde quasi zum Fachmann gegen Mobbing.

Der Aufbau der Website machte mich zudem mit dem Internet vertraut und ich lernte die unglaublichen Möglichkeiten des "world wide web" zu nützen. Allein schon die Möglichkeit bei subito-doc.de  juristische Unterlagen, wie etwa Präzedenzfälle zu bestellen, ist Gold wert!

subito-doc.de  - Dokumente aus Bibliotheken e. V. -  ist ein schneller und unkomplizierter Dienst der Bibliotheken, der den Kunden Kopien von Urteilen und Auszügen juristischer Zeitschriftenaufsätzen liefert und die Ausleihe von Büchern unterstützt.

 So war es möglich ca. 30 Urteile  anzufordern die im Zusammenhang mit meinem Fall standen und ich gewann einen wirklich heiklen Prozesse um ein Wegerecht in der zweiten Instanz. Der Prozess fand in Frankreich statt und wurde natürlich auch in Französisch geführt, was die Sache nicht unbedingt erleichterte.

Ein anderer Nebeneffekt sind die technischen Kenntnisse die ich im Zusammenhang mit der Erstellung der Website Mobbing.net erworben habe. So war es mir möglich innerhalb weniger Stunden nach dem Tsunami in Südostasien/Thailand eine Suchseite einzurichten.

Verschiedene Medien berichteten darüber und die Website Asienflut.com erreichte einen Traffic von 2.8 GB pro Tag, obwohl die Bilder auf der Webseite im jpg - Format mit nur 20-30 KB waren. Freundlicherweise wurde mir dafür von Kontent.de keine extra Rechnung geschickt, auch die bei Gratis-forum.de zusätzlich eingerichteten Suchforen wurden als Premiumforum frei geschaltet und bewältigten ebenfalls (kostenfrei) einen enormen Traffic.

 

Mobbing - Konfliktlösung - Mediation

 

Das zentrale Thema der Website ist die Lösung von Problemen im Zusammenhang mit Mobbing. Meine privaten Erfahrungen zeigten, dass die unterschiedlichen Mobbingformen auch unterschiedliche Lösungen erfordern.

Der geringste Erfolg zeigte sich bei der Vermittlung durch die allseits bekannten Autoritäten wie Bürgermeister, Abgeordnete oder die Beschwerde "höheren Orts".

Die Eingaben bei der Deutschen Botschaft, dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und französischen Abgeordneten waren letztlich wirkungslos.

Sogar eine, anlässlich einer privaten Feier persönlich überbrachte Petition an einen der "Gründerväter" der Europäischen Union aus Luxemburg war ohne nennenswerte Reaktion.

Einziger positiver Effekt der gesamten Aktionen war ein sehr persönliches Autogramm eines Deutschen Ministers, der sich im Zusammenhang mit einer speziellen Rentenform verewigt hat; es hängt jetzt im Nähzimmer meiner Mutter.

Die Aktionen im Internet liefen auf mehreren Ebenen. Die Website Mobbing.net fand ein breites öffentliches Interesse, hatte für die Sache selbst aber relativ wenig Auswirkungen. Einige weniger freundliche Zeitgenossen hat die Website abgeschreckt, da sie sich vorstellen konnten, dass ihre Machenschaften ans Licht kommen und sie ganz persönlich in der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die neue Informationstechnik kann aber auch zur Antiwerbung bzw. zum Antimobbing verwendet werden. Mit einem Werbeetat von 500 bis 1000 Euro ist es letztendlich möglich jede Person oder jeden Vorfall in die Öffentlichkeit zu bringen. Ich habe durch die Anwendung dieser Methode ganz erstaunliche Resultate erzielt. Folgerichtig sind diesem Thema auf der Website Mobbing.net auch einige  Kapitel gewidmet.

Der Gang zum Rechtsanwalt ist leider in vielen Fällen absolut notwendig. Meine Erfahrungen waren sehr unterschiedlich und es gab mehrfach Probleme, die zur Vorsicht gemahnen. So wurde beispielsweise ein Brief mit einer Abgabefrist "versehentlich" nach England geschickt. Der so quer durch Europa geleitete Brief erreichte mich nur aufgrund eines glücklichen Umstandes in der sprichwörtlichen "letzten Minute". Hätte mich der Brief nicht erreicht, wäre der Prozess verloren gewesen. Selbstverständlich flog die dafür verantwortliche Anwältin "tout de suite".

 Aus Gründen der Fairness sollte dem Gegner rechtzeitig signalisieren werden bis zu welcher Instanz man gehen will und dass hierzu die entsprechenden Mittel vorhanden sind.

 Da solche Prozesse sich meist über Jahre hinziehen kommt noch ein anderer Punkt zum Tragen:

Die psychologische Betreuung. Nervenzusammenbrüche und andere gravierende Gesundheitsprobleme sind im Zusammenhang mit Mobbing häufig. Das Warten auf Termine zerrt an den Nerven, dazu kommen die "mysteriösen Telefonanrufe", zerkratzte Autos, brennende Gartentore, über den Zaun geworfener Abfall und andere Liebesgrüße vom Mobbinggegner.

Eine psychologische Unterstützung durch qualifizierte Personen ist sicher hilfreich. Persönlich habe ich gerade am Anfang sehr unter den Mobbing Attacken gelitten. Aber der Mensch hält viel aus und manchmal wächst er auch mit der Aufgabe.

Publikationen und das Fernsehen können hilfreich sein. Aber es besteht immer die Gefahr auch selbst in der Öffentlichkeit "vorgeführt" zu werden. Ich habe aus diesem Grund mehrere Anfragen, auch von seriösen Fernsehgesellschaften, abgelehnt.

Auf einige, in ihrer Art rührend naiv gestaltete "Bücher" wird in den Anhängen der Foren von Mobbing.net  hingewiesen. Es ist wirklich kurios, was alles möglich ist. Große Erfolge sind diese Bücher nicht geworden, so dass ihre Hauptfunktion wohl eher der eines Mobbingtagebuchs geblieben ist. Ähnliches gilt auch für die derzeit sehr beliebten Blogs.

Mobbing und kein Ende! Leider ist meine Sicht der Dinge insgesamt nicht besonders optimistisch. Die ältere Generation neigt wohl eher noch dazu zu verhandeln und scheut Prozesse. Jüngere dagegen sind sehr stark durch Werbung und Computerspiele beeinflusst. Sie glauben, dass alles zu versichern ist oder per mouseclick abgeschaltet werden kann. Hinzu kommen soziale Probleme und eine enorme Gewaltbereitschaft.

Im vergangenen Jahr wurde das Abfackeln von bis zu 50 Autos pro Nacht von der französischen Regierung als "normal" bezeichnet. Auch in der Provinz haben Randale und Vandalismus deutlich zugenommen. Diese, sich auf breiter Front entwickelnde soziale Veränderung ist auch im privaten Bereich erkennbar: Mobbing ist ein fester Bestandteil des Alltags geworden.

Der Gesetzgeber versucht die Entwicklung zu verlangsamen. Aber immer noch gibt es Stalking oder Mobbing bei dem die Opfer vergebens Hilfe bei der Polizei suchen. Leider sind in diesem Zusammenhang, auch in Deutschland,  Todesfälle zu beklagen gewesen.

In Frankreich sind bestimmte Formen von Mobbing unter Strafe gestellt. Bisher mit sehr geringem Erfolg, denn in der Praxis ist zwischen Mobbing und der Reaktion auf Mobbing  schwer zu unterscheiden. Die berühmte Fragen sind dann: Wer hat angefangen und war die darauf folgende Reaktion der Gegenseite angemessen?

Immerhin sind aber Entwicklungen in Gang gekommen die das Mobbing erschweren und sich Gemobbte weniger hilflos fühlen. Gerade im Bereich der Arbeitswelt sind in ganz Europa einige wegweisende Urteile gefällt worden.

Die rechtzeitige Information kann viele Probleme verhindern und Mobbingaktionen abschwächen. Das jedenfalls ist meine persönliche Erfahrung.

mjk

   25.04.2008